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Fr, 9. Dezember 2022
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dieBrotvernichter

dieBrotvernichter
Experte · Level 18
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Im Schnitt sind wir zwei 34,5 Jahre alt, haben einen guten Sinn für und ausgeprägten Hang zu Nahrungs- und Genussmitteln. Selbst bekocht sie uns am liebsten und er verspeist am liebsten, das von ihr gekochte. Trotzdem lassen wir uns auch ganz gerne und oft auswärts verwöhnen - und hoffen, dass man uns dann auch wirklich eine Wohltat antut...

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Trüffel - damit wird fast alles wieder gut...

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13. Dezember 2017
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22. Juni 2017
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28. September 2015
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23. September 2015
 hat ein Lokal bewertet.
5. September 2015
SpeisenAmbienteService
Tja, leider konnten wir die Atmosphäre im gekonnt liebevoll gestalteten Gast(vor)garten des Bertahofs diesmal nicht genießen, dafür aber ganz viele andere Köstlichkeiten – die schmecken im gemütlic... MehrTja, leider konnten wir die Atmosphäre im gekonnt liebevoll gestalteten Gast(vor)garten des Bertahofs diesmal nicht genießen, dafür aber ganz viele andere Köstlichkeiten – die schmecken im gemütlichen Inneren des Lokals mindestens genauso gut.

Wir reisen auf eine kurze Sommerfrische von Wien wieder einmal ins salzburgerische Ausland und nehmen den Regen gleich mit nach Bad Hofgastein. Regenwetter ist kein Problem für uns, wir wissen ja wie man sich’s abseits vom Golfen, Radeln und Wandern noch gut gehen lassen kann – nämlich kulinarisch: am Mittwochabend im Bertahof. Da ist nämlich Kerzerlabend.

Nicht, dass Kerzerl im Bertahof notwendig wären um Stimmung zu machen – weil irgendjemand versteht sich ganz gut darin, den idyllischen Landhausstil modern in die In- und Outdoor-Gestaltung zu bringen. Freundlich hell wär’s sowieso – der urige Hof ist nämlich durch regelmäßige Renovierung richtig gut in Schuss und in der Jetztzeit angekommen.

Aber ein biss’l Kerzenlicht kann ja in der Abenddämmerung nicht schaden – vorausgesetzt: es ist in ausreichendem Abstand zur weiblichen Haarpracht platziert. Und ja, auch das ist der Fall. Kleine Kerzen sind überall im Lokal nur nicht in Gastnähe und das ist gut so. Somit können wir alle beruhigt unser Abendessen genießen.
Vor allem auch, weil die Tische gut gestellt sind. Jeder in gutem Abstand zum nächsten. So kann das gute Essen auch von guten Gesprächen begleitet werden. Und von gutem Wein natürlich.

Am mittwöchlichen Kerzerlabend gibt’s wahlweise ein fixiertes Menü in 4 Gängen oder individuelles Essen von der kleinen aber besonderen Speisekarte. An diesem Abend werden alle Hauptgerichte auf einem heißen Stein serviert. Vegetarier haben keine Chance. Es stehen ganze Tiere (zB eine Forelle) oder Teile von ihnen (zB Brüste oder Leber) zur Auswahl.

Die Vorspeisen gibt’s am perfekt improvisierten kleinen Buffet zur Selbstbedienung im Alleingang, Gänsemarsch oder Zweierreihe – je nach Andrang. Eine Suppe ist auch verfügbar – die wird nach Wunsch serviert. Diesmal: Steinpilzsuppe – aber von uns will die niemand haben.

Wir freuen uns zu allererst über das großzügige Gedeck (2,00 p.P.): Paprikatopfenaufstrich (nein, kein Liptauer), Kren-Karotten-Topfenaufstrich, Zwiebelschmalz und Hirschsalami. Dazu eine reichhaltige Brotholzschüssel. Helle und dunkle Brotscheiben. Alles war hervorragendst. Erstaunlich der Paprikaaufstrich, der geschmacklich und optisch alles andere war als ein Liptauer. Ein sehr cremig weißer Aufstrich mit grüner Paprika – eher und höchstwahrscheinlich sogar eine milde Jalapeno. Fruchtig grasig cremig. Feinster Schmelz beim Zwiebelschmalz, kein Schweindeln am Gaumen. Der Wurzelaufstrich war genau so gut. Und die Hirschsalami aus den umliegenden Gehegen – einfach beste Ware.

Karaffenweise wurde Zirbenwasser an den Tisch gebracht. Immer wieder. Und ja, das schmeckte leicht nach Zirbenholz. Und ja, dieser Geschmack passt super – zu weiß und rot und sowieso.

Dazu haben wir uns für eine Variation von Aperitifs: ein einheimischer Frizzante – einmal mit Lavendel und einmal mit Hollerblüten. Beides bestens aber Lavendel war noch besser. Prosecco und Hirter waren auch gut, wurde gesagt. Optimale Kühlung.

Am kleinen improvisierten Vorspeisenbuffet findet sich alles, was das (kalte Vorspeisen-)Herz begehrt. Salate (auch ein gekonnter Erdäpfelsalat ist dabei), Roastbeef, feinste Flusskrebserln mit Avocado und Apfel, verschiedene Zubereitungen von Räucherfischen, raffinierte Sulz, natürlich Mozzarella und Paradeiser, mediterraner Salat von Eierschwammerl und Oliven – eigentlich wären wir jetzt schon ausreichend versorgt. Wir brauchen sonst nix mehr. Außer vielleicht die eine oder andere Flasche Wein.

Die Hausherr/Innen haben eine gute Auswahl für ihre Gäste parat und können bei der individuellen Selektion mit viel Menschenkenntnis alle Weinvorlieben von den Augen ablesen. Vorweg wurde von unserem oberösterreichischen (Wein-)Paps(t)diktatorisch ein Gemischter Satz (27,00) bestellt – zum Glück hat er gut geschmeckt. Der hat’s eben drauf und er weiß, was er (uns an-)tut. Daher gleich noch eine Flasche hinterher. Guter Begleiter zum Vorspeisenbuffet. Und auch zum Hendl-Hauptgang.

Die Hendlbrust war spektakulär gekleidet. Haute Cuisine oder Haute Couture? Erdäpfelmantel. Aber so exzentrisch, dass es auf dieser kleinen heißen Stein Platte einen richtig mächtigen Auftritt hatte. Erdäpfelspäne ordentlich auffrittiert. Goldgelb knusprig – spektakulärer Knuspereffekt. Sehr wenig würzig. Brust leider trocken – und der heiße Stein macht’s nicht besser. Dafür waren die Beilagen absolute Highlights. Frisches Gemüse – schön bissfest, leicht buttriger Geschmack. Ofenkartoffel mit Sauerrahm – leicht mit Knoblauch abeschmeckt. Ordentlich viel am Brett von allem für alle. Jeder von uns hat die gleichen Beilagen.

Ein Porzellan-Küberl Pommes Frittes kommt in die Tischmitte – mit zweierlei hausgemachten Saucen zum Tunken. Nein, kein Ketchup aus der Flasche. Zwei kleine Schüsserln, mit einem pikanten Rahm-Ei Dip und einer scharf fruchtigen Paradeiser-Salsa. Perfekt – das macht Eindruck. Positiv natürlich.

Zum Porterhouse-Steak (knapp 500g am Knochen – 6 Wochen dry aged vom Salzburger Bio-Rind, 36) und zur Leber vom Bio- Lamm (Patzbergbauer aus Dorfgastein, 21) passt ein Roter besser. Zum Porterhouse-Steak-Vernichter kommen 2 Gläser vom Blaufränkischen Goldberg. Toller Wein. Der Leber-Liebhaber zieht mit einem Glas (6,20) nach. Auch zur Grillerei (Spare-Ribs, Schweinslungenbraten und Rind 21) hätte der gut gepasst, aber die Frau der Flammen bleibt bescheiden – der Gemischte Satz geht genauso gut. Gemeinsam mit der Geflügelten wird der Rest der Flasche muttertöchterlich geteilt.

Der Verdacht liegt nah, dass auch die fein geschnittene sensible Lammleber (mit ganz viel gut angeschmurgeltem Zwiebel) am heißen Stein (so wie die zarte Hendlbrust) gelitten hat. Da aber jegliche Kritik daran verweigert wurde, muss sie wohl gut gewesen sein.

Das Porterhouse-Steak war sensationell. Sehr nah dran an unserem Steak-Favoriten in Wien. Vielleicht hier sogar noch eine Spur besser erwischt. G’schmackig angebraten, saftig, starker Knochen, der bewahrt vorm Austrocknen und gibt guten Geschmack ab. Der heiße Stein tut dem Riesensteak sogar wirklich gut. Bis zum letzten Bissen bleibt das Gericht ein warmer, gut temperierter Genuss. An dem Riesenteil werkt sogar ein Schnellessmeister einige Zeit und das stresslos, es wird nicht kalt. Aroma bleibt gut gewärmt bis zum Schluss erhalten. Einmalig gut.

Wein ist aus. Noch reichlich Essen am Tisch. Also her mit dem Bienenfresser (35 pro Flasche). Reserve schmeckt uns dann sogar ein purer Zweigelt ausgezeichnet.

Nachspeisen werden bestellt: Joghurt-Moosbeeren-Schnitte mit Topfenpalatschinke als Beilage. Die Topfenpalatschinke war so gut, dass sie eigentlich die Hauptrolle auf dem Teller spielen hätte sollen, aber die war leider an die Schnitte vergeben. Auch gut, aber der Topfentiger war beleidigt.

Das Schokomousse wird in zweierlei Nocken serviert und von einem fruchtigen Kirschragout begleitet. Wir vermuten, dass das Mousse tatsächlich ohne Geliermittel ausgekommen ist und trotzdem luftig leicht stand gehalten hat. Köstlich sagt die (Schwieger-)Mamoletta. Alles wird genüsslich aufgelöffelt.

Das hervorragende Wein-Menü hat jetzt aber auch noch einen würdigen Abschluss verdient und nach dem Dessert wird noch das eine und andere Achterl Quattro vom Gager (7,30) getrunken. Es wär‘ fast die ganze Flasche geworden. Aber die Mädels sind an die Grenzen ihrer Trinkfestigkeit gegangen und die Herren wollten Abwechslung und beschlossen den Abend mit 2 Gläsern Averna.

Und was das für ein gelungener Abend war. Kulinarisch verwöhnt, rundumversorgt von der weinversierten Chefin und ihrer jungen Mitarbeiterin und das in bester Gesellschaft unserer Lieblingsausländer. Wir kommen sowieso nächstes Jahr wieder nach Bad Hofgastein und selbstverständlich auch in den Bertahof. Der ist jetzt zu unserem kulinarischen Fixpunkt gekrönt.
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15. August 2015
 hat ein Lokal bewertet.
4. Juli 2015
SpeisenAmbienteService
Richtig gut essen – das macht jeder gern. Junge Leut‘, genauso gern wie jene, die diese Welt schon länger erkundet haben. Kreative, alternative, konservative, intellektuelle, wohlhabende und vor al... MehrRichtig gut essen – das macht jeder gern. Junge Leut‘, genauso gern wie jene, die diese Welt schon länger erkundet haben. Kreative, alternative, konservative, intellektuelle, wohlhabende und vor allem wohlwollende Menschen und auch solche, die sich gar nicht in eine Schublade stecken lassen wollen: nämlich wir – sitzen im Ulrich. Und alle bekommen dort das Gleiche - eben das: richtig gutes Essen. Und das in einer Atmosphäre, die von der Überzahl dort geprägt ist: von den Wohlwollenden.

Unter Pazifisten fühlen wir uns besonders wohl. So entspannte Sitznachbarn haben wir gern. Da können die auch ganz nah an uns heranrücken am Bankerl im schönsten Gastgarten Wiens (zumindest für dieses Jahr 2015). Aber auch die Servicemannschaft – wenn nicht ganz professionell unterwegs, dann aber angenehmst freundlich und engagiert. Aber in der sympathisch lockeren Atmosphäre wäre Professionalität und Perfektionismus sowieso fehl am Platz.

Das Lokal schlüpft von der verkehrsstarken Burggasse einen Meter ins ruhige Abseits am Ulrichplatz. Einmal halb um’s Eck und man ist in einer ruhigeren Welt. Kann man im Ulrich von Innenraumdesign sprechen? Ja, doch. Großer Mittelpunkt ist die riesige offene Küche und die Bar. Rundherum schlicht – aber ein charmant chaotisches Industrial Design. Nein, nicht unterkühlt – sehr gemütlich.

Ebenso draußen: trotz historischem Boden, der alles doch recht uneben und holprig macht, sitzt man mehr (auf den Hochbänken und –tischen) oder weniger bequem auf bunten Holzsprossensesseln. Die beliebteren Hochbänke- und Tische umfassen den bunt bestuhlten Schanigarten. Wohlfühlatmosphäre pur.

Auf der Grundlage lässt sich’s umso besser speisen. Im Mädelsolo schon oft vorgekostet und für absolut würdig empfunden – wird nun im Duo der Gastgarten belagert. Es ist kühl an dem Nachmittag – aber ein spätes Mittagessen bringt uns sicher wieder auf Betriebstemperatur. Obwohl es muss nicht unbedingt Mittagessen sein – am Wochenende gibt’s Frühstück bis 16h. Kleine Teller (einheimische Tappas) gibt’s ab 11.30h vermutlich immer. Auch später abends an der Bar. Große Teller (Hauptspeisen) zu humanen Küchenzeiten – die aber großzügig gestaltet sind. Kaffee und Süßes – gibt’s natürlich auch. Eigentlich ein Platz für alle kulinarischen Belange zu jeder Tageszeit.

Also wird am Nachmittag ein Frühstücksbrot (Vollkorn vom Joseph) bestellt mit Rotem Rüben Hummus, Gurken und Sprossen. Wir wissen zwar immer noch nicht über das Warum des Joseph-Hypes bescheid – obwohl wir wirklich mehrmals versucht haben, dem auf den Grund zu gehen. Vergebens. Ist aber eine andere Geschichte. Der Belag war sehenswert und ausgezeichnet. Pink, grün und ein Haufen knackiger heller Sprossen verschiedenster Art oben drauf. Eigentlich hätte das schon gereicht.

Aber das konnte die Brotvernichterin ja vorher nicht ahnen und hat vorsorglich, aber auch der tollen Kombination wegen, noch einen kleinen Teller mit Oliventapenade, Feta, Babybasilikum und kleinen Paradeisern dazu bestellt. Geschmacklich jede einzelne Komponente eine Sensation. Babybasilikum hat wirklich eine Besonderheit für sich. Sehr intensiv, trotzdem fein und grasig fruchtig. Tapenade von schwarzen Oliven – sehr würzig. Gebratener Feta ebenso. Das ist zu viel an Würzigkeit. Das gleiche Gericht wurde letztes Mal mit einem sehr feinen Ziegenfrischkäse mit Honignote serviert. Ebenfalls kurz angebraten. Der war leicht süßlich und hat das stark Pikante wieder bestens ausgeglichen oder gar ergänzt. Der salzige Feta ist da zu viel. Aber das pinke Hummus-Brot bringt alles wieder ins Lot.

Außergewöhnliche Teesorten und Hauslimonaden sind im Angebot. Die Pink Grapefruit mit Thymian ist leicht herb, sauer und bittersüß zugleich. Eine gute Idee – erfrischend. Diesmal verlangt die Außentemperatur nach etwas wärmenden und zu dem gewählten Essen passt der heiße Aufguss vom Beerentee mit roter Rübe super. Schmeckt.

Auch die Ingwervariante der Hauslimonade ist gut trinkbar. Man kann da je nach Speisenbegleitung variieren – es muss ja nicht immer Wein sein. Die Smoothies (Green Machine) sind hochwertigste Nährstoffbomben. Top Ware – guter Stoff.

Die Flats (hauchdünne Teigfladen) sind ebenso eine selbstgemachte Eigenkreation des Lokals. Die Besonderheit daran ist die wirklich gelungene Getreidemischung des verwendeten Mehls. Irgendwas vollwertiges. Nussiges. Braunes. Malziges. Griesartiges. Mit Mohn.

Die gibt’s pur als Beilage oder zum Dippen – so knusprig fein und trotzdem leicht kernig. Oder richtig ordentlich belegt. Und der Belag ist nicht nur herrlich reichhaltig und vielseitig. Bislang verkostet: Pilze mit Ziegenkäse und Jungspinat ist eine tolle Kombination. Vor allem wegen der süßsauer eingelegten roten Zwiebel obendrauf. Eine Geschmacksbombe. Der einzige Haken: manchmal ist der Belag dann so üppig, dass der Teig mittig nicht ganz durch ist – stört aber irgendwie nicht – der gute Geschmack macht halt alles wieder gut.

Diesmal wird aber jede Form von Brot vernichtet. Flat kommt pur zum Vorspeisenteller. Sauerteigbrot vom Joseph auch mit dabei – damit hätten wir alles Brotsorten am Tisch. Und eben auch einen Streifzug durch die kleinen Teller der Speisenkarte. Da ist: Hummus, Chorizo, Manchego, Oliven, Schwarze Olivencreme, Feta, Mangalitzaripperl mit senfigem Coleslaw, Vogerl-Erbsenschoten-Petersilsalat, Hühner Kimchisalat (scharf), Avocadosalat, Oktopus gegrillt am Spieß, Fenchelkraut. Ja davon wird man ordentlich satt. Ganz sicher. Damit hat der schwache Esser nicht gerechnet und sicherheitshalber noch einen kleinen Teller mit getrüffelten Champignons, selbstgemachter Remoulade (ganz offensichtlich selbstgemacht) und knuspriger Petersilie dazu bestellt. Es war verdammt viel, aber dermaßen gut, dass alles restlos verputzt wurde.

Ganz winzig klein ist der Schokoshot. Ein glänzend überzogener kleiner Schokokuchenwürfel, der allerfeinstens und dennoch richtig stark nach Schokolade schmeckt. Zum erfreulich guten Kaffee (auch mit Sojamilch) – perfekt.

Wirklich top Zutaten, die zu Speisen gestaltet werden, die uns sehr gut gefallen und ganz nach unserem Geschmack sind. Egal wann - es gibt immer unkompliziertes Essen, das bestens schmeckt. Wir kommen jetzt öfter – weil’s einfach absolut passt für uns.


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2 Kommentare

Nur weil das Angebot rar ist, muss man doch nicht das geringste Übel wählen oder? Brot vom Gragger ist weitaus besser und für uns auch preiswertig im wahrsten Sinn des Wortes. Zwar kein Wiener, aber in Wien erhältlich: Kasses. Unser Favorit bisher - sowohl Sortiment als auch Geschmack und Konsistenz. Und natürlich: unsere Bäckerin ums Eck.

5. Jul 2015, 08:25·Gefällt mir

Den Hype wegen des Joseph-Brotes verstehen wir auch nicht. Ich hab es einmal gekauft bei der Helene Ziniel (1050), frisch angeschnitten, am nächsten Tag bereits sehr schwer beißbar. Geschmacklich auch nichts besonderes. Es lebe die Propaganda!

4. Jul 2015, 19:51·Gefällt mir
 hat ein Lokal bewertet.
17. Mai 2015
SpeisenAmbienteService
Hauslimonaden mit Gegenbaueressig angesetzt. Unkonventionell. Legere. Saisonal. Regional. Großteils Bio. Fladenbrot & mehr aus dem Lehmofen. Was wollen wir Brotvernichter mehr? Heute genau das R... MehrHauslimonaden mit Gegenbaueressig angesetzt. Unkonventionell. Legere. Saisonal. Regional. Großteils Bio. Fladenbrot & mehr aus dem Lehmofen. Was wollen wir Brotvernichter mehr?

Heute genau das Richtige für uns. Wir waren nicht nur sportlich gekleidet, sondern wir waren’s tatsächlich vorher auch. Innenstadt. Lässiges Lokal. Dresscode „legere“ passt genau.

Windig kühl. Schade, großzügige Sonnenterrasse – da ist es uns heut zu zügig. Also rein in den Glaskobel. So viel Glas. Das ist auch geputzt – also glaubt man eh man würde draußen sitzen. Beim Betreten ist der große loftartige Raum nur locker besetzt. Daher dürfen wir uns einen Platz selber aussuchen. Lange Sitzbänke quer durch den Raum. Holzsessel gegenüber. Kleiner Tisch dazwischen. Direkt an den Fenstern 2er Tische mit 2 Sesseln. Puristisch. Oppulent dagegen der Wandschmuck. Riesige Gläser gefüllt mit eingelegtem oder vergärenden Obst/Kräutern/Gewürzknollen oder auch im Trockenzustand. Eins nach dem Anderen aneinandergereiht – wie Bücher stehen sie da. Man kann ihnen bei der Konservierung zusehen – und das unterstützt die Raumatmosphäre sehr positiv. Es wird lebendig.

Auch der werkenden Küchenmannschaft kann man zuschauen. Die Küche ist ziemlich offen. Und es wird fleißig, ordentlich und sauber gearbeitet. Das müssen die auch. Es wird ja wirklich fast alles selbst gemacht.

Tja, das Service ist – distanziert freundlich. Angenehm. Leicht unterkühlt – oder einfach nur cool? Vielleicht fehlt’s ein bissl an Vergorenem – dann wird’s meist persönlicher. So war’s halt noch der Trockenzustand. Passt in jedem Fall zur Atmosphäre – wär‘ der Wind nicht gegangen, hätten wir’s draußen in der Sonne wärmer gehabt. Trotzdem es hat gepasst – wir zwei waren eh lieb genug zueinander.

Zum Liebsein brauchen wir nicht viel Gährung - da reicht uns auch die hausgemachte Limonade angesetzt mit Bio Buchenspan-Essig. Das steigt zwar kurz in die Nase. Aber im Mund ist der Geschmack sehr rund, fruchtig und leicht süß. Spritzig. Ja, ein bisschen herb auch – das passt aber so. Vor allem der Kaffir-Limetten Limonade steht das. Die Rhabarber hätt‘ noch ein bisserl länger ziehen müssen. Aber auch ok. 0,5 Ltr 4,80.

Kleine Karte. Feine Sache(n). Nicht lang überlegen, einfach bestellen. Vorspeise wird geteilt. Fleisch ist bio. Also her mit dem feinen Roastbeef in der Lehmflade mit Wasabi-Mayonnaise und Mungosprossen. Selbst gezogen. Auch die Mayonnaise. Beides schmeckt man. Cremig, leicht säuerlich, sehr dezente Schärfe (Wasabi, nicht grün), gutes Öl, frische Eier – einfach gut abgeschmeckt, diese Mayonnaise. Die Sprossen – so frisch geerntet als ob sie noch leben würden. Herrlichst knackig. Keine weißen wassrigen Teile. Nur gekeimte Bohnen. Grüner nussiger Geschmack. Perfekt. 9,50.

Die gefüllte Flade wurde geviertelt und 3 zu 1 geteilt. Es hat uns geschmeckt.

Der Fleischtiger will noch ein Maishenderl verspeisen und gibt sich mit dem Filet zufrieden es wird ja eh mit Gremolata serviert. Bulgur mit Salzzitronen und knackiges Spargelgemüse kommt auch noch dazu. Der Vitaminhaushalt ist wieder im Lot. Mit Vitaminen geht’s weiter. dieBrotvernichterin macht ihrem Namen alle Ehre und nimmt noch einmal die Lehmofenflade zum Vorspeisenteller mit Melanzaniaufstrich, eingelegtes Grillgemüse, Oliven und Karpern. Prosciutto dazu? Nein, lieber nicht. Aber Ziegenfrischkäse, wenn der Extrawunsch realisiert werden kann? Ja, sicher.

Top Zutatenqualität. Da kann beim Vorspeisenteller nicht mehr viel schief gehen. Einfachste Zubereitungsart. Aber die Gemüsesorten sprechen für sich. Das Eingelegte ebenso. Das Fladenbrot schmeckt auch lose und lauwarm. Aber mit dem niederösterreichischen Ziegenfrischkäse noch besser. Der Aufstrich war mehr Hummus als Melanzani. Ganz ok, aber sehr unspektakulär. Überrascht hat der gegrillte Fenchel. Sehr gut. Paprika, Zucchini, Melanzani – alles gegrillt. Alles da. Pur. Simpel und gut. 12,50.

Volles Programm und zwar richtig gut gewürzt. Vor allem aber der Bulgur zum Maishenderl. Fruchtig würzig der Bulgur – knackig aber leider bitter der weiße geröstete Spargel. Die Gremolata bringt herbe Kräuternoten ins Spiel. Frische Kräuter – bestes Öl. Saftigstes Hendlfleisch. 13,00.

Kaffee zum Abschied. Sojamilch kein Problem. Kaffee Latte. 3,80. Gutes Sojamilchprodukt – nicht zu sojalastig. Schön rund, leicht süßlich. Angenehm zu trinken – auch ohne Zucker.

Jetzt aber die wichtigste Komponenete, der Kaffee: wir vermuten Hausbrandt – „Triest“ ist sicher. 95% Arabica. 5% Robusta. Beim doppelten Espresso 4,00 schmeckt man das dann auch ordentlich raus. Hausbrandt mögen wir sowieso. Aber wir präferieren halt 100% Arabica. Kaffe sehr gut, aber wir kennen Besseres.

Sowie das Essen. Es war sehr gut. Aber wir kennen doch noch Besseres. Die Frische und die Handarbeit schmeckt man. Das gibt’s nicht oft. Außergewöhnlich geschmackvoll ohne viel Drumherum.Wiederholung? Aber sicher. Am Abend wird der Grill angefeuert. Aus dem Lehmofen kommt nicht nur Brot sondern auch Steckerlfisch. Das wollen wir auch noch verkosten.

Urban ist der Karlsplatz sowieso. Gardening gibt’s am Teller zu kosten und gleich nebenan zu bestaunen. Da passt das lässige Restaurant gut hin. Musikalische Untermalung aus den Lautsprechern in- und outdoor war genau das Richtige für uns. Und wir haben uns recht wohl gefühlt. Im Sommer ab auf die Terrasse mit bestem Grillgut. Wir freuen uns drauf.
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Am "Auswärtsfrühstücken" müssen wir noch arbeiten. Wir arbeiten hart dran - und schaffen's irgendwann zum Birchermüsli ins Heuer ;)

19. Mai 2015, 20:19·Gefällt mir

Tipp: Frühstücken - und ja nicht ohne Birchermüsli. :)

19. Mai 2015, 18:26·Gefällt mir
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30. April 2015
SpeisenAmbienteService
Ja, alles was schon geschrieben wurde ist richtig. Alles stimmig. Alles schmeckt gut. Überrascht hat uns dann doch noch so einiges. Zum Beispiel, dass es in einem Wiener Wirtshaus auch noch so f... MehrJa, alles was schon geschrieben wurde ist richtig. Alles stimmig. Alles schmeckt gut. Überrascht hat uns dann doch noch so einiges.

Zum Beispiel, dass es in einem Wiener Wirtshaus auch noch so freundlich souveräne Servicedamen gibt, die den Wiener Schmäh trotzdem drauf haben. Und dass so ein selbsternannter (angeblich) schwacher Esser, wie Monsieur Brotvernichter gern einer wäre, wie schon so oft und diesmal wieder über sich hinausgewachsen ist.

Ein Wettstreit der Genussgiganten geht in die erste Runde. Volles Programm. 3 Gänge sollen bewältigt werden. Mann gegen Frau ist ja eigentlich nicht ganz fair. Also braucht der Brotvernichter noch männliche Vertstärkung und holt sich schlitzaugeseiwachsam an den Tisch dazu.

Speisen werden zielsicher aber wenig taktisch klug ausgesucht. Mhm, übersichtlich die Karte. Aber feinste Ware findet man da. Bio-Schweinefilet. Sulmtaler Huhn. Alpenseesaibling. Und natürlich derzeit ganz viel Spargel. Wiener Klassiker: Knödel, Kraut und viel rote Fleischsorten. Gekocht, geschmort und rausgebacken (frittiet). Nein, nix vom Grill. Passt auch so zum Konzept.

Die Burschen nehmen nichtsahnend die kräftige Leberknödelsuppe. Madame will die Grießnockerlsuppe probieren. Schon ewig keine mehr gegessen. Bekommt man ja selbstgemacht kaum noch wo. Monsieur glaubt er könne sich‘s mit dem Alpenseesaibling auf weißen Marchfelder Spargel, Sauce Hollandaise und Petersilerdäpfel „leicht“ machen. Rechnet aber nicht mit der taktischen Vorgehensweise seiner (wohlgesinnten) Kontrahenten. Die weibliche Einzelkämpferin traut sich das Sulmtaler Backhendl (ausgelöst) nach Art des Hauses zu bestellen. Und setzt eins oben drauf: statt dem Erdäpfel-Vogerlsalat mit Kernöl, will sie einen gemischten. Da darf schon auch alles dabei sein. Kernöl extra auch noch. Und Ketchup. Für’s fruchtig Frische zum rausgebackenen Vogerl. Aber der starke Mann will zeigen was er kann und will uns mit seiner Bestellung der Topfennougatknödel und Weichselragout einschüchtern. Nein, das funktioniert nicht. Schlitzaugeseichwachsam bleibt mutig und bestellt die „drei“ Wiener Schnitzel.

Ein fruchtig leichter Weißwein. Es geht auch ein Flascherl zu dritt. Es wird uns der Muskateller empfohlen und der ist ein Hit. € 29,00 fair.
Leberknödelsuppe und Grießnockerlsuppe unterscheiden sich nur durch die Einlage. Und das ist erfreulich. Weil die Suppenbasis ausgezeichnet kräftig nach Rind schmeckt. Echt gekocht. Da schwimmen noch feine Fleischflankerl vom Geschmacksgeber mit herum. Viel frisch geschnittener Schnittlauch. Und anständig gekochtes buntes Wurzelgemüse, das auch noch einen angenehmen Biss hat. Ja, auch der Zeller schmeckt. Dem Brotvernichter schmeckt das Leberknöderl genauso gut wie Schlitzaugeseiwachsam. Grießnockerl können besser nicht sein. Optisch fein. Geschmacklich genau so. Leichte Butternote. Durchgehend flaumig. Besser geht’s nicht. In Summe eine Freude.

Geschickt motiviert die Grießnockerlglückliche zum Kosten. Und der Fischesser beißt voll an und vertilgt gleich mehr als ein halbes Nockerl. Unser Adoptivbegleiter ebenso ein drittel. Die Hälfte klare Suppe bleibt übrig und der vermeintlich schwache Esser erbarmt sich. Wär‘ ja so schad‘ drum.

Die Hauptgänge kommen recht bald. Ein ganzes Körberl und da sitzt auch ein in 4 Teile zerlegtes Hendl drinnen. Knusprig aber in einer fast zu dunklen Panier. An manchen Stellen ist das eigentlich sonst sehr saftige Sulmtaler dann doch ein bisschen trocken. Aber geschmacklich trotzdem noch top. Auch der Salat. Alles was man sich wünscht: ein anständiger Rahm-Gurkensalat ohne Dill zum Glück, Krautsalat mit ein paar Kümmelkörnern schön knackig und gut durchgezogen, Vogerl- und Erdäpfel, aufgeschnittene Kirschparadeiser und dieser frische Maissalat. Auch da hat man was zu beißen. Angenehm dieses Antidosenaroma. Kübriskernöl serviert im kleinen Kännchen. Ketchup in einer schönen kleinen Schüssel passend zum Rest vom Geschirr. Optisch auch hübsch. So macht Essen spaß.

Der saftig gebratene Alpenseesaibling ist mit 3 Stücken auch ordentlich präsent. Mit frischen Fischkräutern gewürzt. Mit Spargel, petersilierten buttrigen Erdäpfeln und einer pastellgelben cremigen Sauce Hollandaise wurde auch nicht gegeizt. Kresse auch noch dazu. Sehr gut. Dennoch die kleinste Portion am Tisch. Wir wollen großzügig sein und gebend dem armen Mann von unseren Riesenportionen zwischendurch g’scheite Kostproben. Ein Teil Hendl da und ein Teil vom panierten Schwein dort. Und sein Teller füllt sich. Nein, das Schwein will er eigentlich nicht. Er nimmt’s mit heim. Aber dann trumpft er auf und beeindruckt uns. Das Hendlteil und ein Schnitzerl sind auch noch weg. Nur die nicht krosse Haut vom Fisch bleibt am Teller zurück.

Die Frauenmannschaft (besteht eben nur aus 1 Frau) gibt sich geschlagen. Kein Bissen geht mehr. ihr das ausgelöste Huhn mit vielen Teilen entgegengekommen ist, die kein Filet waren, sind die leider auch übrig geblieben. Sie ist nun einmal Brot- und nicht Hendlvernichterin. Man lernt sich selber immer besser kennen, in solchen Extremsituationen. Aber sie hat das Beste rausgeholt – aus sich und aus dem Geflügel.

Eindeutiger Sieger ist der Brotvernichter. 3 in knusprig süßen Mandelbröseln geschwenkte Topfennougatknöderl inklusive Weichselragout hat er auch noch geschafft. Schlitzaugeseiwachsam gibt sein Bestes und versucht im Endspurt noch mit einer Singlepalatschinke aufzuholen. Aber vergebens. 1 an den führenden Mitstreiter verschenkt und 4 von seinen "3" Schnitzeln am Teller hat er eingepackt. Die Palatschinke war viel zu zierlich als dass er da noch aufholen hätte können. Fast schon so fein wie Crêpes. Auch sein Stunt mit dem Kürbiskernöl zur Marillenpalatschinke konnte seinen Sieg nicht mehr retten. Aber die Mehlspeise war das einzige das er aufgegessen hat. Gelungene Integration ist das. Vom Bulgogi- zum Mehlspeisentiger.
Überraschend, dass hier auf anständigem Niveau gekocht wird und trotzdem sättigend portioniert wird. Zu einem fairen Preis mit hochwertiger Zutatenqualität. In dem Ausmaß haben wir das zum ersten Mal erlebt. Wir haben uns während unserer Zeit dort auch sehr wohl gefühlt. Nur danach…

Die Portionen sind nix für Loser. Man muss schon auf der Siegerstraße der Lebens- und Genussmittelaffinen unterwegs sein, um im Nussgartl vorn dabei zu sein. Auch wenn man dann den Rettungswagen oder einen Rollstuhl als Mobilitätshilfe benötigt. Oder einfach das Direkt-Shuttleservice von uns Brotvernichtern nützt.

So wie unsere Dinnerbegleitung schlitzaugeseiwachsam, der sich mittlerweile als Göthard Geilhuber zu erkennen gab. Er hat das spezielle Tür-zu-Tür-Service von uns gerne angenommen. Aber er wollte dann doch nicht vor seiner Haustüre raus. Sondern unbedingt an der Kreuzung bei der Piano-Bar am Gürtel. Tja, Namen prägen einen vermutlich eben doch irgendwie. ;) Wie sein Abend weiter verlaufen ist, können wir nur ahnen. Vermutlich am Klavier. Wir wussten ja nicht, dass er Pianist ist. DieBrotvernichter bereiteten sich ein Schlaflager zu ebener Erd‘, denn wir schafften es nicht mehr ins Bette zu steigen.
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3 Kommentare

Genau so! Genau so brauche ich keine "Kritik"! Nichtssagend und fad. Sorry, aber so nicht!

23. Aug 2016, 12:57·Gefällt mir

Und Kevin...wie lang soll denn die Schantall noch vor dir knien? Sei a Mann und kimm endlich unter dem Bett hervor!

30. Apr 2015, 22:01·Gefällt mir

Schantall, des wa ne meistaleistung. jetzt kimm runta und tuste dem oppa winke!

30. Apr 2015, 18:27·Gefällt mir2
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14. April 2015
SpeisenAmbienteService
Im Dstrikt sind Perfektionisten am Werk. Wir haben die volle Dröhnung Perfektion abbekommen. Und es hat uns so gut getan. Ein relativ frühes Abendessen. Wir werden dort (immer) richtig freudig ... MehrIm Dstrikt sind Perfektionisten am Werk. Wir haben die volle Dröhnung Perfektion abbekommen. Und es hat uns so gut getan.

Ein relativ frühes Abendessen. Wir werden dort (immer) richtig freudig empfangen. Das ist für einen Gast (immer) angenehm, wenn man merkt, die Gastgeber freuen sich ehrlich über unseren Besuch. Die benehmen sich wie Gastgeber und wir können uns mit Leichtigkeit, wie Gäste benehmen. Gegenseitiges Wertschätzen funktioniert noch, auch im grantigen Wien. Auch in der City. Wir erleben’s so (fast) nur im Dstrikt.

Einen schönen Tisch für zwei beim Fenster hat die Profi-Mannschaft für uns vorbereitet. Und das ist noch lang‘ nicht alles. Es wird geplaudert. Gescherzt. Ein Kostschluckerl von einem neuen Roten angeboten. Weil eins ist fix: es gibt Steak. Wir verkosten. Alles was der kundige junge Mann uns prophezeit stimmt. Cuvee. Zweigelt dabei. Im Holzfass ausgebaut. Schmeckt man, auch den Zweigelt. Leider, den mögen wir nämlich nicht. Für uns zu markant. Wir mögen’s runder und bekommen unseren üblichen Syrah vom Salomon aus Australien. Weil Gäste kriegen dort, was sie wollen und noch Dinge, von denen sie gar nicht wussten, dass sie die wollen. 6,50 pro 0,1.

Leitungswasser wird gern serviert. Die großen Speisenkartenbretter kommen. Weinkarte liegt auch parat. Brauchen wir aber Dank der ausführlichen Beratung nicht mehr lesen. Es ist so viel schöner wenn die Leut‘ miteinander reden.

So auch bei der Auswahl des Aperitifs. Die junge Frau Johanna hat uns wirklich gut beraten. Leicht bitter aber fruchtig mit Orange: das hört sich gut an und sie nimmt den Negroni (Tanqueray Gin, Antica Formula Vermouth, Campari). 9,50. Der Geschmackssensible will nix Bitteres. Das wird schwierig. Dann empfiehlt Johanna ihm den rauchigen Steakhouse Manhattan (Bulleit Bourbon, Antica Formula Vermouth, hausgemachter Kirschlikör). 9,50.
Für die eine ein Geschmacksvolltreffer auf den ersten Schluck, beim anderen muss die Bourbon-Appetit erst wachsen. Das tut er. Ganz immens, wie wir später noch feststellen werden.

Es wird das flaumig warme Thymianbrot mit streichfähiger Butterscheibe gebracht. Und dazu gibt’s noch ein bisschen was von einem Rinderrohschinken. Sehr ähnlich einem Bresaola. Stammt aber noch aus Österreich. Da Richtung Südtirol. Aha. Der schmeckt einfach. Obwohl kein Fett dran ist, ist er nicht trocken oder zäh. Saftig wär‘ auch übertrieben. Aber auf den Punkt luftgetrocknet. Würzig fein. Hauchdünn geschnitten. 0,00.

Nein heute keine Vorspeise. Wir werden uns dafür mehr Beilagen gönnen. Da gibt’s einige, die uns gefallen. Und wir wollen auf keine der vier Favoriten verzichten. Ja, junger Mann, auch kein neuerlicher Versuch des Beef Tartars diesmal. Aber die Mannschaftsmitglieder des Dstrikts wären keine Perfektionisten, hätten sie nicht auch noch die Rezeptur verbessert. Es wird uns versprochen, dass wir das nächste Mal einen BeefTartar Showact am Tisch präsentiert bekommen. Wir sind gespannt.

Eine Überraschungseinlage kommt aber heute gleich hinterher. Da trägt der junge Mann ein langes Brett in Händen mit 4 kleinen aber üppigen Bergen Schinken. Wow, schon rein optisch ein Hammer. Frisch gehobelter Kren sauberst in die kleine Kerbe am Holzbrett gestreut. Noch eine Portion Butter dazu. Und auch ein kleines Schüsserl kräftig orangener Liptauer.

Uh, eigentlich ganz schön viel für uns. Wir wollen uns ja noch Hunger für’s Steak aufheben. Der junge Mann versichert, das ist nur zum Probieren. Ist der Schinken denn vom Schwein? Ja, aber sehr fein. Schon, aber eigentlich mögen wir gar keinen Kochschinken vom Schwein. Er meint, wir müssen das ja nicht zusammen essen. Einfach einmal kosten.

Da wussten wir ja auch noch nicht, wie verdammt gut so ein Schinken sein kann, wenn der vom richtigen Schwein, von der richtigen Manufaktur gemacht und von wissenden Gourmets serviert wird. Auf Zimmertemperatur gebracht liegt jeder einzelne Schinkenberg getürmt auf dünnen kleinen angewärmten Kürbiskernbrotscheiben. Ganz leicht knusprig. Der Schinken oben saftigst und leicht aromatisch aber keine Spur von einem schweindelnden Geschmack. Obwohl da auch eine zartschmelzende Fettschicht (Beinschinken) mit dabei ist. Die stört uns diesmal nicht im geringsten und ist gar nicht penetrant. Weder im Geschmack noch in der Konsistenz. Ganz pur so wie er ist perfekt.

Aber dieser Liptauer. Cremig, schaumig, buttrig, topfig und kräftig papriziert. Noch nie einen besseren Beinschinken und noch nie einen so guten Liptauer gegessen. Ja, wir mögen Beinschinken vom Schwein. Wir wussten’s nur vorher nicht. Restlos aufgegessen. Sogar das kleinste Fizerl vom Kren. Weg. Das ganze Brett war leer. Der junge Mann staunt und lächelt zufrieden, wir machen’s ihm einfach nach und sind uns einig: der Thum (Schinkenmanufaktur) kann auch uns vom Schweineschinken überzeugen aber nur mit Hilfe von seinen Dstrikt-Lobbyisten. Danke, wir haben uns gern bestechen lassen, um dazu zu lernen. 0,00.

Bestellung hatten wir natürlich schon längst aufgegeben: Bestellung hatten wir natürlich schon längst aufgegeben: 180g Filet Steak für die Fleischkatze und 300g empfohlenes Flank-Steak für den Tiger. Pfeffer-Sauce und Sauce Bearnaise dazu. Und: Zwiebelringe mit Ketchup, Wirsing mit Speck, Käsespätzle und geröstete Pilze wollen wir auch noch.

Wir sind gut mit uns beschäftigt und nehmen das Angebot einer 10 Minütigen Pause gern an. Unter anderem Privaten wird auch noch ausdiskutiert ob wir einen kleinen Cheesecake mit nach Hause nehmen. Wir sind da noch nicht zu einem Konsens gekommen. Aber zumindest für Steakmesser konnte jeder von uns seine Entscheidung recht schnell treffen. Wir haben uns da schon durchprobiert und unsere Favoriten gefunden. Männer finden sportliche Autos und spitze Gegenstände faszinierend. Dort gibt’s das in Kombination: ein Steakmesser von einem Sportwagenhersteller. Stahlware mit japanischem V-Schliff immerhin. Für den sportlich dynamischen Schnitt ins Fleisch mit 385PS.

Weil sie sowas zu Hause in der Küche vermisst, hat sie jetzt schon beide Varianten des japanischen Steakmessers probiert und das Damaszener Messer mit 45 Lagen Klinge ist eindeutig das beste für sie. Nein, keine Einbildung. Warum nur dieses Messertheater?

Mit diesen Messern (vor allem mit dem japanischen) schneidet man das Fleisch, wie angeschmolzenes Cremeeis. Da ist kein Wiederstand. Man muss das Fleisch nicht mit Kraft an den Tellerboden pressen und der restliche Fleischsaft verläuft sich am Teller. Keine Fleischfaser wird zerfetzt. Natürlich, das Fleisch hat gut geruht in der Küche aber so bleibt trotzdem das bisschen Fleischsaft auch im Fleisch, und kommt dank des Messers dann mit jedem Bissen auch im Mund an.

Und da kommt das Essen von rechts. Und es sieht gut aus. Die Küchenmannschaft hat gefeilt und das sieht man beim ersten Blick: Die halbierte Knoblauchknolle ist an der Schnittfläche goldig geröstet – Schwarz ist da nix. Die kleinen geschmorten Cocktailparadeiser sind fruchtig süß wie eh und je. Das Fleisch natürlich an der Oberfläche am Josper Grill stellenweise krustig karamellisiert.

Fleischqualität ist einfach top. Kein nachwürzen nötig. Perfekt. Sowohl Filet 28,00 als auch Flank Steak 36,00.

Die Beilagen haben uns geschmacklich überrascht. Die Zwiebelringe waren schon gut, sind aber noch besser geworden. Die Panade wurde überarbeitet. Leichte Schärfe von Paprika vermutlich. Passt genau. Knusprig goldbraun. Nicht fettig, weil gut abegtropft. Perfekt. Riesig diese Ringe. Ketchup, ein sehr gutes Fertigprodukt aus der Flasche. Geht in Ordnung. 3,00.

Waldpilze. Naja, ob jetzt wirklich vom Wald können wir nicht sagen. Aber es waren die feinen Sorten: Steinpilze, Kräuterseitlinge und Eierschwammerl. Gekonnt geröstet, so dass das Aroma eine Geschmacksbombe war. Ein bisschen begrünt mit Kräutern. Das ganze französiche Töpfchen aufgegessen. 3,00.

Tja, wenn man ganze Kümmelkörner nicht mag, so wie wir zwei beiden. Tut man sich schwer mit dem Wirsing. Weil da sind SEHR viele davon drinnen. Dennoch war er so gut, dass wir zumindest die Hälfte vom kleinen Gusseisentopf geschafft haben. Der Wirsing noch schön hellgrün geröstet und ein bisschen bissfest, kleine dünne feine Speckstückchen. Keine Cremigkeit von einem Milchprodukt. Schwer in Ordnung. 3,00.

Ja auch die Käsespätzle haben sich leicht verändert. Kein Gorgonzola mehr? Wir konnten keinen mehr erkennen. Der Hauch von Gorgonzola hat uns schon sehr gut gefallen. Hat zum Rindfleisch so gut dazu gepasst. Aber auch ein Hauch von Gorgonzola kann für Blauschimmel-Feinde eine Kampfansage bedeuten. Ohne Gorgonzola geht man für den Durchschnittsgaumen auf Nummer Sicher. Die kleinen feinen Teigknopferl sind aber auch ohne Gorgonzola schwerst genießbar. Durch Rahmbeigabe leicht frisch und cremig. Auch die sind grün punktiert (Schnittlauch, wenn wir uns richtig erinnern?). 3,00.

Haben die jetzt extra eine/n Saucier/e engagiert? Die Sauce Bearnaise hat die Filet-Lady noch nie besser gegessen. Der Dotter so luftig aufgeschlagen, dass noch kleinste Bläschen leicht sichtbar waren. Trotzdem sehr cremig. Estragon natürlich mit dabei. Feinstens. 1,00.

Auch die Pfeffersauce. Sicher mit Rinderjus angesetzt. Obers, Rahm oder Creme Fraiche – irgendwas hat das aufgehellt und gibt geschmeidige Konsistenz, würzig rauchig. Für den feurig pfeffrigen Südländer waren da zu wenig ganze Pfefferkörner. Für die kühle Blonde reicht’s aber durchaus. Also ein guter Kompromiss für alle. 1,00.

Nach dem 8. Glas Bourbon bist du für alles bereit. Auch für einen Baked Cheesecake zum Mitnehmen. Der wird zu Haus‘ im 3er Takt verspeist. Für den frisch gebackenen Bourbon-Fan gibt’s keinen besseren. Nein, auch nicht der von seiner Leibköchin. 15,00.

Wir glauben wir sind uns einig. Die Preise für’s Fleisch sind stolz. Wir wissen aber die Qualität zu schätzen. Nicht nur jene des Fleisches sondern auch die exzellenten Gastgeberqualtitäten. Und die Begabung der Küchenmannschaft. Die Steakbegleiter sind extremst fair kalkuliert. Für uns ist das Gesamtpaket im Dstrikt ein guter Deal. Wir kommen vollstens auf unsere Kosten. Immer wieder voll gern.







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2 Kommentare

Hast Du hiermit getan, Ribeye!

15. Apr 2015, 09:04·Gefällt mir

wenn man das liest muss man sabbern :D

14. Apr 2015, 18:11·Gefällt mir
 hat ein Lokal bewertet.
12. April 2015
SpeisenAmbienteService
Große Portionen, gemäßigte Preise und unspannende Gerichte in gut geschminkter Beisl-Atmosphäre haben wir beim Renner gefunden. Gesucht hätten wir eigentlich einen Rindfleischspezialisten, der’s be... MehrGroße Portionen, gemäßigte Preise und unspannende Gerichte in gut geschminkter Beisl-Atmosphäre haben wir beim Renner gefunden. Gesucht hätten wir eigentlich einen Rindfleischspezialisten, der’s besser kann als der große Systemgastronom in Wien. Und gegen ein bisschen mehr Gemütlichkeit im Raumklima hätten wir auch nix gehabt.
Geschmeckt hat’s schon. Auch die Burschen im Service sind locker, lustig und dabei trotzdem souverän, freundlich und flink. Die können den Spagat. Wir mögen das.

Die Gasträume wirken frisch renoviert und sind ordentlich gepflegt. Gleich bei der Hofeinfahrt sieht man einen kleinen gekühlten Fleischschaukasten, wo man dem Fleisch beim Reifen zuschauen kann, wenn man Geduld und Zeit hat. Oder man entdeckt was, was man mit nach Hause nehmen will (Würstel, vakuumiertes Fleisch, Speck etc.). Ist ja auch ein Fleischhauer, der Renner und man soll ja zeigen was man hat. Dass man in der Neuzeit angekommen ist? Naja. Wir haben’s gesehen und dabei bleibt’s auch.

Vom Hof rein ins Gäste-Essszimmer. Weitläufig. Mit großer Nische. Daher gibt’s mehr Ecken, die man mit Tischen ausstatten könnte. Eigentlich klingt’s gemütlich – ist es aber nicht. Da kommt einfach kein Raumambiente in die Gänge. Alles wirkt kühl. Holzsessel ohne was. Es hallt sogar in dem Raum. Wir trauen uns kaum sprechen. Die wenigen Ecksitzbänke sind dann schon bepolstert aber sonst fehlt’s irgendwie an allem. Vielleicht macht das auch die Beleuchtung. Etwas zu grell für das rustikale Mobiliar. Genug gejammert. Wir sind ja zum Essen da und wollen nicht unseren Wohnsitz wechseln.

Man tut sich schwer mit dem Gewissen. Der Renner rühmt sich nicht mit Attributen „vom Weiderind“, „Bio“ oder dem „AMA Gütesiegel“. Auch nicht mit „Premiumqualität“. Nur dass, das Fleisch aus dem Pielachtal kommt und vom Ganzen Tier recht viel zerfleischt wird. Wenn man nichts Gutes zu erzählen hat, schweigt man lieber oder? Wir wissen’s nicht. Wir fragen nicht nach, weil wir’s ahnen. Und auch die Stringente macht eine einzigartige einmalige Ausnahme. Weil vegetarisch ist dort im Winter fast ein Fremdwort. Ist ein Fleischhauer, kein Gemüsebauer. Und man ist ja auch mit Fleischesabsichten gekommen.

Die Speisenkarte ernüchternd. Es gibt schon viel. Traditionell Wienerisch. Aber eigentlich nur zwei Gerichte, die für uns in Frage kommen. Weil Vorspeisen wollen wir heute keine. Und dann bleibt nur noch: Rindssuppentopf mit Weißem Scherzl. Nudeln als Suppeneinlage. Ansonsten noch dazu Creme-Spinat und Röstkartoffeln. Man tut sich schwer. Es wird halt die Rinderroulade mit Bandnudeln.

Es wird nach zusätzlicher Gemüsebeilage (Kohlsprossen?) gefragt. Nein leider, nur das Suppengemüse. Oder gemischter Salat? Ja gut, dann den. Im Nachhinein betrachtet: das Suppengemüse hätte sicher super gepasst.

Rotwein muss einfach sein. Zumindest zur Rinderroulade, zum Weißen Scherzl & Co wär auch was Weißes gegangen. Aber im Winter wollen wir sowieso lieber Rot. Wir glauben, es war ein Syrah vom Schwarz im Weinviertel. Der Preis sehr fair und hat uns auch recht gut geschmeckt. Leitungswasser ist der beste Begleiter und davon wird uns auch gern reichlich an den Tisch gebracht.

Der warme Suppenteller mit vielen Fadennudeln wird als erstes gebracht. Mit dem großen Stieltopf und seinem Stövchen, der allerlei Gutes in sich hat. Suppe hat keine Fehler. Nudeln sowieso nicht.

Im letzten Moment entdeckt die Skeptikerin noch Butternockerl in der Speisenkarte. Bandnudeln sind fad. Da stand auch nix von „selbstgemacht“. Also fragt sie beim jungen Herrn Kellner nach, ob sie ihn noch in letzter Sekunde um einen Beilagentausch bitten darf. Der sprintet engagiert in die Küche und macht’s möglich. Gut war’s.

Die Nockerl offensichtlich selbst gemacht. Kein’s gleicht dem Anderen. Kleine feine Formen. Ordentliches separates Schüsserl. Da ist viel Platz für viele Nockerl. Die kann man auch nicht kritisieren. Leicht buttrig. Nicht in der Pfanne geschwenkt. In dem Fall auch gut so. Das Grün vom Schnittlauch hätte ihnen gut gestanden aber da war nix. Die waren blass. Kein Biss. Schön weich.

Gut für die Sauce am großen Teller. Da ist reichlich davon drauf. Kein Rahmeinschlag. Auch gut. Alles braun. Wurzelwerk wurde nicht mitpüriert aber trotzdem ist sie ordentlich sämig und angenehm würzig.

Und auch eine üppige Roulade liegt da. Alles ist braun. Die Augen würden sich über ein bisschen Farbe am Teller freuen. Aber wenn man dann das Besteck zum Einsatz bringt, kriegen die mehr zu sehen. Leicht rosa. Mürbes Fleisch. Gut geschmort. Wie üblich gefüllt. Speck, Wurzelgemüse – war da ein Gurkerl? Nein, keine Erinnerung dran. Irgendetwas hat gefehlt.

Der Salat bringt Farbe ins Spiel. Kunterbunt. Aber zu der Roulade trotzdem irgendwie Fehl am Platz. Bohnen, Paradeiser, Kraut, Erdäpfel, Blätter – alles da, aber zur Roulade nicht ganz das Richtige. Schwarzwurzel-, Sellerie- oder Fisolensalat wär‘ schön gewesen, aber leider war nichts davon dabei. Zumindest die fehlende Säure vom Gurkerl ist damit gut ausgeglichen worden. Jede Sorte gut für sich mariniert. Wir haben den nicht zusammengegessen. Schade drum aber es war auch zu viel.

Der Suppentopf ist sehr in Ordnung. Auch die gerösteten Erdäpfel sind gut. Nur der Spinat: wieder sehr blass. Wir vermissen das satte Grün, wir sind das so gewohnt. Von zu Hause, von systemgastronomischen Mitbewerbern und überall. Nur im Renner gibt’s mehr Creme als Spinat. Der Spinat hat seine Konsistenz verloren beim Pürieren. Was ja noch in Ordnung wäre. Nur ist da auch mehr Mehl, Butter und Milch oder Obers im Einsatz gewesen, die haben da eindeutig die Hauptrolle gespielt. Das bisschen Grün auch nicht blanchiert und beim Erwärmen verliert der dann noch mehr Farbe. Fazit: Zu wenig Spinat.

Und der Renner ist kein Gemüsebauer. Unspektakuläre Gerichte. Doch nicht ganz neuzeitlich. Vielleicht will man das dort auch einfach nicht sein. Auch in Ordnung. Wir haben eigentlich kein Gericht gefunden, das uns zum Wiederkommen motiviert. Nur vielleicht: die Desserts. Klingen sehr gut. Da darf’s für uns auch gern klassisch bleiben. Vielleicht kommen wir noch einmal im Frühling/Sommer in den Garten, wo sicher kein Gemüse wächst.







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Na gut ich bin halt kein richtiger "Brotvernichter", aber dafür "Rindfleischliebhaber". Wenn ich wüßte, wo es in Wien besseres Rindfleisch (z.B. Tafelspitz) gibt . . . aber bis dahin gehe ich gerne (besonders in der Garten-Zeit) zum Renner.

31. Mär 2017, 13:36·Gefällt mir

Einige der großen Speisen kann man bei normalem Appetit ohne Weiteres zu zweit essen.

21. Nov 2015, 08:26·Gefällt mir

@seb, für 1190 sind die Preise gemäßigt.......

20. Nov 2015, 17:41·Gefällt mir
 hat ein Lokal bewertet.
8. April 2015
SpeisenAmbienteService
Wenn wir mittags essen, dann muss es uns natürlich schmecken und schnell gehen. Noch schneller als am Abend. Und das funktioniert im Sunny ganz gut. Binnen 35 Minuten, sind wir für den ganzen Nachm... MehrWenn wir mittags essen, dann muss es uns natürlich schmecken und schnell gehen. Noch schneller als am Abend. Und das funktioniert im Sunny ganz gut. Binnen 35 Minuten, sind wir für den ganzen Nachmittag nährstoffreich versorgt worden. Eigentlich sogar sehr gut.

Nach unserem Vormittagssportprogramm brauchen wir für das Nachmittagsentspannungsprogramm eine gute Unterlage. Auch unseren Flüssigkeitshaushalt konnten wir wieder ordentlich ins Lot bringen. Und wohlfühlen können wir uns dort auch. Dabei hilft der unaufdringlich freundlich fröhliche junge Mann vom Service (oder sogar Chef?). Und der Mix aus nostalgischem China-Kitsch und zweckmäßig aber modernen und irgendwie sogar stilsicheren Neuelementen. Der Tageslicht durchflutete Glaszubau hinten ist leider den Rauchern in den Schlot gefallen. Aber keine Panik, wir vergönnen’s ihnen. Wir hätten den nur auch gern – aber rauchfrei. Hoffentlich bald.

Wir bestehen ja teilweise aus einem Gewohnheitstier. In gewissen Lokalitäten mutieren wir dann fast zu zwei Gewohnheitstieren. Einmal ein Gericht entdeckt, das uns schmeckt und sonst so nirgendwo gibt (zumindest unseres Wissens nach oder in Reichweite nicht) dann essen wir in dem einen Lokal immer wieder ein und die gleiche gewohnte Speise. Nur eine expirimentiert dann immer rundherum und traut sich ein bisschen was Anderes auszuprobieren. Nicht wirklich Neues. Weil sie kennt schon viel. Aber eben was Anderes. Davon profitiert er auch, weil sie teilt ja, wenn’s sein muss – also: wenn’s ihm schmeckt. Wenn’s grauslich ist, will er’s eh nicht haben. Und sie muss es allein ausbaden. Ist ihr aber im Sunny noch nicht passiert. Zum Glück. Sie durfte immer teilen.

Bei unseren Hauptgerichten, wissen wir worauf wir vertrauen können. Obwohl’s da etliches zur Auswahl gibt auf der Mittagsmenükarte (verschiedene Suppen oder Vorspeisen sind kombinierbar mit unzähligen Hauptgerichten).

Trotzdem, das Vollblutgewohnheitstier bleibt standhaft auf voller Linie. Mittagsmenü. „Der Fels in der Brandung-Spezial“: doppelte Vorspeise und einfaches aber hochpreisigstes Hauptgericht. In bevorzugter Reihenfolge.

Für die Geschmackknospen ein leichtes Warm Up: die süß saure Suppe (Preis ist im Hauptgericht inkludiert). Nix Besonderes, aber gut. Mehr will er dazu nicht sagen. Die Papillen sind in Stimmung für mehr.

Dann kommt die Frühlingsrolle (2,60) und somit das Ganzkörper-Warm Up. So wie man sie vom guten Austro-Chinesen kennt: quasi rechteckiges Teigtascherl, aufgeplustert wie ein gut gefülltes Geldbörsel und man sieht, die ist handgemacht. In Form und Farbe nicht immer gleich. So gefällt uns das. Und so schmeckt uns das: der äußerlich knusprige Teig wirft große Blasen und wird nach innen hin speckig saftig. Mit Weißkraut und kleinen Bröserln Faschiertem relativ neutral gefüllt. Aber das ist gut so, weil man dann alles, was auf dem Tisch an Flascherln steht zum vollsten Basteleinsatz bringen kann. Der Fels ist ein Purist, verzichtet auf Sojasauce und schmiert die ganze Oberfläche der knusprigen Teigtasche mit viel scharfer Chilipaste ein. Jetzt ist ihm wirklich warm.

Weiter geht’s mit dem Workout: Thai Chilli Garnelen ( 7,80 inkl. Suppe oder Vorspeise und Reis). Fruchtig würzig und vor allem sehr scharfe Marinade, in der sich locker 300g kleine Garnelen pur heiß gebadet haben. Gemüsegeschnipsel gibt’s nicht. Das einzig farbgebende an dem Gericht sind leicht rosa Garnelen, rote Chilischoten und vereinzelt ein paar Frühlinszwiebelringe. Und das steigert nun die Körpertemparatur immens. Es bilden sich nicht nur Schweißtröpfchen, sondern es sind so viele, dass die sogar von der Stirn purzeln. Zwischendurch ein bisschen von dem guten Reis, der hilft beim Cool-Down.

Ja, sie tanzt gern aber nur durch Wohnzimmer, Küche oder aus der Reihe. Gäng Massaman mit Tofu und Gemüse (7,90). Nein, kein Mittagsmenü. Bei dem roten nussig sämigen Kokoscurry verzichtet sie gern auf Tiere vom Land und auch vom Meer. Nummer Sicher für sie und für die Tiere. Viel Gemüse. Alles frisch, sogar Lotuswurzel ist zu finden – muss man mögen. Sie will die mögen lernen und gibt sich dabei viel Mühe. Viel nackter saftig weicher Tofu. Leichte Schärfe, Nussbrösel oben drüber. Eine Art Eintopf. Dazu der übliche luftig lockere aber irgendwie doch pickerte Reis mit dem typischen Geschmack. Der Kokoscurry-Fond wird restlos ausgelöffelt und aufgetunkt.

Das Davor und das Dazu variiert bei ihr. Die knusprigen Gemüseröllchen (2,60) sind vermutlich leider TK-Fertigware. Essbar, aber mehr nicht. Die dazu servierte Sauce, reißt die geschmacklich schon irgendwie raus – auch die Bastelutensilien am Tisch helfen.

Ebenso verdächtige Fertigware, aber viel schmackhafter sind die Gemüse-Wok Tiap ( 6 Stk. 3,30): gedämpfte Teigtaschen mit würziger Gemüsefüllung. Die Sauce dazu ist sirupartig (leicht süßlich fruchtige) Sojasauce mit Chili und Knoblauch. Macht das ganze noch besser.

Dazu getrunken wurde schon erstaunlich guter Tee von außergewöhnlichen Sorten: Seville Orange (weißer Tee mit Bitter Orange) im 0,4 L Kännchen genau so toll wie der Kaiserliche Chinablüten Tee. Das ist einmal was ganz Neues für beide. Obwohl der Geschmack der Chinablüten, den kennen wir doch von irgendwo her. Ja, genau. Sehr gewohnt: Kinderzahnpasta. Nicht falsch verstehen, der schmeckt richtig gut. Sie musste den Kanneninhalt teilen.

Guavensaft kennen wir noch aus dem Urlaub. Dort schmeckt der schon gehaltvoller. Aber der hier im Seiterlglas aufgespritzte in Wien ist auch in Ordnung.

Und auch das Leitungswasser wird freundlich serviert – gleich ein halber Liter. Wiener Hochquellwasser schmeckt uns eben gut. Wir schonen uns nicht beim Sport und auch nicht beim Essen. Wir müssen für konstante Flüssigkeitszufuhr sorgen.

Wir können den Frühling kaum erwarten. Weil: Der versteckte Garten! Sicher einer der nettesten im 14. Bezirk. Und wir kommen wieder. Immer wieder.

Die Basics sind richtig gut, Fleisch und Fisch sicher gut gelagert und frisch zubereietet - nicht mehr, nicht weniger. Die Preise sehr fair und die Portionen ausgiebig. Und ganz bestimmt sind wir mutig und essen das nächste Mal zur Abwechslung was ganz anderes. Es gibt ja noch vieles Gutes aus: Thailand, Korea, Indien und China. Und Desserts. To be continued…


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3 Kommentare

Das Hakka Huhn kann ich nur wärmstens empfehlen !! Leicht süßlich und mit Leber .. sooooo gut

8. Apr 2015, 21:06·Gefällt mir

Schlitzi, wir sind öfter dort zu Mittag - wennst Lust hast!

8. Apr 2015, 18:58·Gefällt mir

Bei Korea helf ich euch gerne! ;)

8. Apr 2015, 18:23·Gefällt mir1
 hat ein Lokal bewertet.
22. März 2015
SpeisenAmbienteService
Wir sind so neugierig auf den Böhm, dass wir bereit sind, 41 Anreiseminuten in Kauf zu nehmen. Hat sich’s gelohnt? Naja, geschmeckt hat’s schon. Gutes Essen halt, das seinen Preis hat. Gibt’s in Wi... MehrWir sind so neugierig auf den Böhm, dass wir bereit sind, 41 Anreiseminuten in Kauf zu nehmen. Hat sich’s gelohnt? Naja, geschmeckt hat’s schon. Gutes Essen halt, das seinen Preis hat. Gibt’s in Wien auch. Aber das Besondere hat gefehlt. Noch einmal extra hinfahren? Wohl eher nicht.

Positives schon gelesen in diesem Forum, im Gault Millau auch (der meint sogar der Böhm kocht 2015 mit 2 Hauben) und gehört von unseren Lieblingsausländern. Eine davon begleitet uns zum Essen. Sie hat einige gute Böhmerfahrungen gemacht und wartet schon auf uns an der alten Schank. Mit dem Herrn Ober und dem Herrn Chef – der hat ja gar keine Haube auf. Aber er kocht ja auch noch nicht, sondern plaudert. Freundlich und kurz auch mit uns. Aber auch Wichtiges für den heutigen Abend mit dem Herrn Ober.

Alles ist alt und sporadisch zusammengestückelt. So ein richtig stimmiges Ambiente kann da nicht entstehen. Der Versuch ein bisschen Neuzeitliches in die Gasträume zu bringen ist nicht so gut gelungen. Es ist ein Gasthaus am Land. Die 70er wurden sporadisch überpinselt. Aber ländlicher Charme kommt da nicht auf. Dafür aber zum Glück auch nicht der gehypte Landhauskitsch.

Die „modernen“ Stühle passen nicht ganz in die gastronomische Welt aber bequem sind sie. Gepolstert. Der originelle (und funktionstüchtige) Wurzlitzer bei der Schank geht eigentlich genau in die richtige Richtung, nur wurde der Kurs (vielleicht: noch) nicht konsequent beibehalten. Schade.

Ansonsten kann man sich schon wohlfühlen. Vor allem die Stammgäste wissen, wie sie sich’s dort gemütlich machen. Kinder bekommen den halben Bestand vom Toys’r Us-Lager und für die Bildung ist mit ausreichend altersgemäßer Literatur auch gesorgt.

Die Unterhaltung der höheren Altersklasse findet hauptsächlich im Schankbereich statt, dort dürfen nämlich die Lungen anständig geräuchert werden. Die Leber wird mit bestem Wein und sicher auch mit Bier, sowohl vorne als auch hinten im Gasthof bedient.
Nur auf’s Wasser wird gerne mal vergessen. Aber auf Nachfrage spät aber doch noch gebracht. Gedeck gibt’s auf Nachfrage – steht in der Speisenkarte. Wir fragen nicht danach und bekommen ein Körberl an den Tisch.

Selbstgebackenes aber gestriges, bröseliges Bärlauch-Weißbrot (€ 3,20). Und eine vorgestrige alte Baguette-Scheibe hat sich auch noch ins Körberl verirrt. Die macht einen ganz schlechten Eindruck auf uns. Auch schade.

Aber beim Aperitif ist man sehr bemüht. Die sehr gepflegte Dame hat auch eine Idee für was „Nicht-Prickelndes“ und für was „Fruchtiges“. Wir bekommen einen Aperol-Still mit Weißwein (3,50), einen Sekt mit Holunderblütensirup (3,10) und einen Frizzante pur (3,50) für die unkomplizierte Einheimische.

Der flinke Herr Ober erzählt uns ein bisschen was von jenen Speisen, die heute nicht auf der Karte stehen und der Vollblut-Wiener schlägt dabei auch gleich voll zu. Er will zur Vorspeise die Tafelspitzsulz (7,20) in Zwiebel-Kernölmarinade und als Hauptgang den gebratenen Seeteufel mit Ricotta-Ravioli und Orangenbutter (26,00). Mutter und Tochter sind sich einig und haben’s schwarz auf weiß: gebratene Jakobsmuscheln auf Erbsenpüree (15,00) und als Hauptgang Rinderfilet (28,00). Nur bei den Beilagen, verweigert die Tochter die Gänseleber, das Kartoffelrisotto und die Rotweinzwiebel. Sie will lieber: gebratene Kräuterseitlinge und Speckgnocchi.

Und alle kriegen was sie wollen. Nur noch nicht die Nachspeise. Die will die wendige zierliche Frau erst später von uns wissen. Aber Wein, darf schon jetzt sein.

Wir werden von der Dame gut beraten. Kompetent ist sie auch noch – die Frau vom Chef. Hat alles gut im Griff. Der deutsche Rotschiefer-Riesling 2013 van Volxem (37,00), hat einen stolzen Preis, passt perfekt und schmeckt uns allen wirklich gut zur Vorspeise. Der nichtschwimmende Fischesser trinkt dann die Flasche alleine aus.

Neben dem Wein schmeckt uns auch das Essen gut. Die Jakobsmuscheln top gebraten. Feine helle Röstkrusten. Glasige Mitte. Seidiges Erbsenpüree. Leicht süß. Stimmig mit der Jakobsmuschel und als Überraschung dazu: getrüffelter Schaum. Ja leider Aroma, aber wir sind ja die Trüffelöljunkies. Also gern her mit dem Stoff aus dem Chemielabor. Wir stehen drauf.

Die Tafelspitzsulz wird restlos aufgegessen. Ohne Brot. Zum einen, weil’s einfach alt ist und zum anderen weil das Bärlauchbrot nicht mit der Kernölmarinade und dem rohen scharfen Zwiebel kann. Da hätte pures Weiß- oder Roggenbrot sicher besser gepasst. Auch ein schlichtes Mischbrot. Man hätte die Marinade noch auftunken können. Aber nein, das kam nicht dazu. Das teure Kernöl versuppt am Teller.

Ein Koch mit zwei Hauben könnte mit Sicherheit, den Zwiebel auch ganz kurz blanchieren, damit er nicht so penetrant ist. Aber auch hier: nein. Der plumpe Zwiebel bleibt auf der Zunge – über den Hauptgang und auch die Nacht hindurch. Schade.

Vor allem wenn man als nächstes einen Seeteufel mit Ricottaravioli und Orangenbutter bekommt. Da macht der rohe Vorgänger-Zwiebel dem Geschmackserlebnis einen Strich durch die Rechnung.

Das Gericht duftet leicht nach Orange, die Ravioli aus zartem dünnen Nudelteig. Die Füllung schimmert leicht durch. Der Seeteufel hat sich zusammengekringelt, starr vor Hitzeschock und ausgetrocknet. Keine Spur von glasig oder zart. Festes Fleisch hat er von Natur aus. Aber der ist: Nur noch fasrig und zäh. Schade um den guten Fisch. Gegessen wird er natürlich trotzdem. Die saftigen Ravioli und die Orangenbutter helfen dem Fisch auf dem Weg zum Ziel.

Das Filetsteak dagegen ist top. Mittelroh und medium sind gut getroffen worden. Das Filet war eher ungewöhnlich niedrig (2,5 cm) dafür großflächig. Trotzdem kräftig angebraten mit ordentlichen Röststellen. Gut gewürzt. Und super zart. Wir sind sehr zufrieden. Auch mit dem Wein: Heideboden (4,50). Treffende Empfehlung von der Wirtin. Da versteht es jemand eine Weinauswahl für seine Gäste vorzubereiten. Gut Vorselektiert, wir sind uns sicher, da trifft jeder Gast immer die richtige Wahl.

Die Beilagen zum Steak sind recht gelungen. Vor allem die selbstgemachten Gnocchi. Die Erdäpfel schmeckt man, Biss haben die keinen. Das ist auch gut so. Weich, zum Zerquetschen, damit man die Sauce restlost vom Teller tunken kann. Aber überhaupt nicht gatschig. Eigentlich perfekt. Die kleinen unterschiedlichen Nockerl wurden mit dem Speck in der Pfanne geschwenkt und brauchen eine gute Steaksauce. Am Teller war sie. Bis daher alles: genießbar.

Die Kräuterseitlinge wiederum sind optimierungsbedürftig. Sehr stark angeröstet, aber das lässt die schnell zäh werden. Kauen ist dann nicht mehr unbedingt einfach. Eher mühsam. Langsamer braten, leicht schmoren lassen tut den Seitlingen besser. Und Kräuter würden denen auch gefallen. Aber leider nein. Da waren keine. Der dicke Pilzstiel einfach nur in runde Scheiben geschnitten, das geht optisch auch schöner. Aber trotzdem: essbar.

Das andere Filet wurde mit Gänseleber getoppt. Ob gestopft oder nicht haben wir erst gar nicht gefragt. Die semiprofessionellen Tierschützer haben das Kosten verweigert, aber die Gänseleber wurde von der Besitzerin restlos und genüsslich verspeist. Dass die ordentlich angebraten war, war auch nicht zu übersehen. Das hat den Geschmack sicher gehoben. Das Erdäpfelrisotto war mit Emmer- oder Rollgerste gestreckt und war schön patzig. Rotweinzwiebel fruchtig, kräftig, würzig. Die haben nicht nur dem Filet sondern auch der Gänseleber gut getan.

Jetzt ist es so weit. Wir haben brav aufgegessen und jetzt dürfen wir was zum Naschen bestellen. An dem Abend sitzt die stammesälteste Brotfräse am Tisch und die hat sogar das altbackene Bärlauchbröselbrot vernichtet – die schafft jetzt auch keine Nachspeise mehr. Die nächste Generation Brotvernichter aber schon: einmal Topfennougatknödel auf Beerenkompott und einmal die Powidltascherl auf Marillenröster. Es wurde mündlich vereinbart, dass beide Nachspeisen halbe/halbe gegessen werden.

Leider hat dieBrotvernichterin sich das nicht schriftlich geben lassen. In schaufeleile waren die 3 zierlichen Topfennougatknödel verschwunden. Nur einen letzten Minibissen konnte man zum Kosten noch ergattern. Und sie hätte gern, die eineinhalb versprochenen Knöderl gehabt. Diese cremige, zartschmelzende, schokoladig nussige Nougatfülle, der zarte Topfenteig und die süßen Brösel waren unschlagbar. Das Beerenkompott war da einfach zu sauer. Das hätten wir nicht gebraucht. Aber es ist am Teller, es ist süß also wird’s auch gegessen.

Eine wahre Frau steht zu ihrem Wort und teilt trotz Vertragsbruch ihr Dessert. Das muss Liebe sein. Die Powidltascherl haben auch süß knusprige Brösel abbekommen. Feiner dünner Teig, süße mollige Powidlmarmelade drinnen. Genau richtig dosiert. Der Marillenröster war eigentlich zu viel des Fruchtigen. Aber viel zu schade, wenn wir den versäumt hätten:

Der Marillenröster war ein geschmacklicher Volltreffer. Mehr geröstete Marillenaromatik geht nicht mehr. Leichte Säure. Starke Frucht. Ordentlich Zuckerausgleich. Besser geht’s nicht. Außer wenn da noch ein Kaiserschmarrn dazu kommt. Das wär‘ ein schönes Paar. Aber leider, der steht (noch) nicht auf der Karte.

Vielleicht tut sich da noch was. Vielleicht kommt mal Musik aus dem Wurlitzer. Eins ist sicher: Kochen kann er der behaubte Koch. Für 2 Hauben geht da aber noch mehr finden wir. Wer weiß, vielleicht kommt da noch mehr Stil rein. In die Räumlichkeiten, ins Küchenfeintuning und in die Speisenkartengestaltung. Weil wir finden ja, dass ein Thunfischcarpaccio mit Mango nicht zum Landgasthaus passt, oder?




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Gar nicht bös Helmuth, wir nehmen es als Kompliment und ich bin sehr froh, dass die Tochter wie die Mutter ist und umgekehrt - Humor haben wir übrigens gaaaanz viel!

22. Mär 2015, 18:40·Gefällt mir
 hat ein Lokal bewertet.
15. März 2015
SpeisenAmbienteService
Klingt nach: ländlich rustikaler Essensgemütlichkeit trotzdem moderner südamerikanischer Folklorestil. Tatsächlich ist es: hektisch laute Massenabfertigung im ganz großen systemgastronomischen Stil... MehrKlingt nach: ländlich rustikaler Essensgemütlichkeit trotzdem moderner südamerikanischer Folklorestil. Tatsächlich ist es: hektisch laute Massenabfertigung im ganz großen systemgastronomischen Stil. Nix für uns.

Wir wollen dem Stress des Tages ein schnelles aber ruhiges Ende setzen. Das geht bei uns am besten mit einem guten Glas Rotwein, einem ordentlichen Stück Fleisch – beides am besten schnellstmöglich von netten Menschen an den Tisch gebracht und das alles in ruhiger Atmosphäre. Von uns zu viel verlangt? Finden wir nicht. Verlangen die von uns zu viel? Ja. Zu viel Geduld und Geld dafür:

Empfang am Pult des übervollen Lokals. Reserviert natürlich, also erste Hürde gepackt. Tisch einer sehr knapp neben dem anderen an einer langen Bank. Alle unterhalten sich laut. Da akustisch mitzuhalten, ist richtig anstrengend, umso mehr wenn man beruflich schon viel Stimmleistung zu bringen hat. Ganz ungut, dieses Übertönen der Sitznachbarn.

Es ist spät. Viel Leistung erfordert hochwertige Nahrungsaufnahme. Wie lange wird’s denn ungefähr dauern, in Anbetracht des sehr vollen Lokals?

Ernstgemeinte Frage, weil wir eigentlich nur einen ordentlichen Hauptgang essen wollen und der Parkschein für eine gute Stunde dafür ausreichend sein muss. Naja, wenn wir kein 600g Steak „well done“ bestellen, dann sind die Speisen so in 20 Minuten fertig, meint die ungeduldige kompetente und flotte Dame. Da haben wir ja ein bisschen was gemeinsam. Irgendwie sympathisch. Und: 20 Minuten klingen gut.

Dann her mit einem 150g Ladysteak und einem 400g Ribeye vom Argentinischen Black Angus. Wir mögen Ausländer. Ganz besonders jene, die man essen oder trinken kann.

Alles unter 600g und wir wollen’s sogar nur halbroh. Für eine gelungene Integration: 2 Gläser (je 5,90) Malbec ebenfalls aus Argentinien. Zufriedener bestätigender Gesichtsausdruck bei der flotten Kompetenten.
Schnell wird ein Körberl gebracht, eine winzige Schale mit einem Logoaufkleber und noch so eine mit eingelegten Paradeisern, Oliven und einer Zwiebel. Die wird partnerschaftlich halbiert. Das Brot ist einfach viel zu hart. Das lässt sich kaum zerkleinern. Auch mit den Zähnen ist es schwierig und es tut weh im Mund.

Die Idee an sich gut: Walnussbrot und Baguette – aber leider ungenießbar. Der Aufschnitt viel zu lange her. Abgestanden. Ausgetrocknet. Hart.

Unter dem Logo war aufgeschlagene Butter, zum Glück kein Kleber. Aber hart. Weit weg von streichfähig. Der hätte ein bisschen „Stehen bei trockenem Raumklima“ ganz gut getan für die Teilbarkeit. Physiknachhilfe? Und für das: € 5,80.

Raum und Zeit. Großes Thema im El Gaucho. Aus 20 Minuten wurden fast 50 und dann war es da: das Babysteak (€ 17,00: entzückend verloren auf dem großen weißen Teller) ein Thymianästchen war als Platzhalter mit dabei. Den brauchte das Ribeye ( €28,00) nicht. Ein schönes ordentliches Stück. Hat den Teller für sich fast allein in Anspruch genommen.

Als Fleischbegleitung gab’s für uns: Pommes Frites alias Original Steak Fries (€ 2,00: knusprig nicht fettig), Grillgemüse (€ 4,00: je eine Scheibe Paprika, Zucchini, trockene Melanzani, Fenchel frisch mit trockenen Samen gewürzt, Tomate wässrig, Öl drüber gekippt), pappige Convenience-Gnocchi alias Trüffelgnocchi (€ 4,00: Trüffel nicht erkennbar, zähklebrige Rahmgatsch, Frühlingszweibelschnipsel) und eigentlich 3 Saucen: Pfeffersauce vom Grünen aus Madagaskar (€2,00), Sauce Hollandaise „geräuchert“ (€ 2,00) und BBQ Dip (€ 2,00).
Da waren’s dann nur noch 2.

In Nothungereuphorie schüttet sich der Fleischlustige die kleine Portion Pfeffersauce aufs Steakteller. Unter einer Obershaube war eine pechschwarze Sauce versteckt, die sich jetzt am ganzen Teller breit macht und unters Steak schlupft. Wär‘ ja so gewollt, wenn diese Sauce nicht einem kulinarischen Terroranschlag gleichen würde. Weiblicher Beschwichtigungsversuch: das muss man noch mit einander vermengen, damit sich das verbindet und harmonisiert. Aber nein: Geschmacksbeweislage eindeutig – angebrannt, verkohlt. Da hilft kein Obers mehr. Und ganz schlimm: extrem intensiver Maggigeschmack. Eine derartige Penetranz kennen wir nicht einmal vom puren Stoff. Chemiekeule einreduziert.

Die Zeit dräng und der Hunger aucht. Eilig einen jungen Serviceherrn drauf aufmerksam gemacht. Ja, aber das ist Pfeffersauce, die g’hört so. (Nein, er hat nicht gekostet. Zumindest nicht von unserer.) Mit nötiger Penetranz drauf hingewiesen, dass die sicher nicht so gehört.

Die Kompetente bremst sich bei uns ein. Eine Freundin effizienter Problemlösung. So schnell war das Schüsserl vom Tisch, so schnell konnten wir gar nicht schauen. Fleisch auf ein neues Teller. Darf’s eine andere Sauce sein? Nein, alle anderen, die zur Auswahl stünden, haben wir bereits am Tisch. Danke.

Sauce Hollandaise war gut aber nicht rauchig. Ernährungsphysiologisch sicher besser so. Blöd nur, wenn trotzdem Chemie drinnen ist und man hat nix außer die Scherereien davon. Trüffelgnocchi waren das geringste Übel. Pommes Frites waren sehr gut. BBQ Dip hat auch gepasst, aber vermutlich aus einer oder mehreren Tuben.

Das Filetstückchen war wirklich top im Gargrad, in Konsistenz und Geschmack. Nicht zu lang abgehangen, ganz leichter angenehmer Reifegeschmack. Thymian kann man da gern weglassen.

Ribeye – ein paar Flachsen waren schon dabei. An sich gute Fleischqualität. Den Gargrad in erster Linie falsch ausgewählt aber von der Küche auch nicht gut getroffen – einfach zu roh.

Wir haben dazu gelernt:
Ribeye für uns lieber medium. El Gaucho für uns lieber nimma mehr (€90,00).



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Da hatte ich mit meinem 400g Filet wahrscheinlich Glück. Das kam sehr wohlschmeckend und auf den Punkt gegart. Dafür war die Ofenkartoffel nahezu unessbar (von der Handhabung her) und fade.

4. Mai 2015, 14:40·Gefällt mir

Etwas Besonderes, das eher selten stattfindet.

17. Mär 2015, 08:13·Gefällt mir

Ein guter Freund von mir sagte einst, er ginge nur gerne in Lokale, wo zu niedrigen Preisen sehr gut gekocht wird - oder in die besten Restaurants, die es gibt. In beiden Fällen sei ihm der Preis egal. Weiser Mann.

16. Mär 2015, 18:57·Gefällt mir
 hat ein Lokal bewertet.
27. Jänner 2015
SpeisenAmbienteService
Schon lange sind wir neugierig auf die authentisch japanische Küche des Sushimeisters, der aus dem Unkai kommt. Unmöglich teuer dort. Im Sakai – salzig sind die Preise immer noch. Aber wir schä... MehrSchon lange sind wir neugierig auf die authentisch japanische Küche des Sushimeisters, der aus dem Unkai kommt. Unmöglich teuer dort. Im Sakai – salzig sind die Preise immer noch.

Aber wir schätzen asiatische Restaurants, die auf hohe Zutatenqualität Wert legen und die findet man in diesem Küchengenre leider nur im gehobenen Preissegment. Zahlt man da einen Exotenbonus?

Ja, der ist offensichtlich inkludiert, denn das Ambiente ist zwar japanisch puristisch und recht angenehm aber bei Preisen über € 57,00 (Sushi Kaiseki) und € 65,00 (kisetsu no osusume Kaiseki) für kleine Sammelsurien an kulinarischen Überraschungen, welche die Küchenmannschaft aus dem Stehgreif zaubert, darf man sich mehr oder weniger eigentlich auch vom Rundherum Einiges erwarten:

Weniger Küchengeruch im Gästebereich, viel weniger. Dafür viel mehr Souveränität Service.

Der Exotenbonus endet aber bei den regionalen Weinen. Die sind schwerst fair kalkuliert. Jedes gute Achterl (Riesling und Rotweincuvee) aus Langenlois um unglaubliche € 2,90. Da waren wir erstaunt.

Die Überraschungen sind der Küchenmannschaft wirklich gelungen. Was da am Teller und in den Schüsseln war, blieb bis zum Mund eine Überraschung, weil die nette Servicedame so zurückhaltend war, dass sie uns auch nicht erzählt hat, was wir da serviert bekommen. Einiges ist uns bis heute ein Rätsel geblieben. Das ist schade, denn wir könnten die einzelnen Speisen nicht noch einmal bestellen. Klar, wir haben die ersten paar Tellerchen und Schiffchen hinterfragt aber dann waren wir schon zu müde. Denn anders als wir dachten, wurden die Kleinigkeiten nach einander serviert und es hat dann doch sehr lang gedauert.

Alle kleinen Gerichte, die uns die dezente junge Dame serviert hat, waren wirklich mit Niveau und gekonnt zubereitet. Anders ist der Geschmack als man den von Preiskampf-Asiaten kennt. Irgendwie klare definierte Aromen sind da in dem Essen. Man konnte alles ganz differenziert herausschmecken. Und jedes einzelne kleine Gericht hat wirklich anders geschmeckt. Jedes rohe Lebewesen aus dem Meer war eine neue Geschmacksentdeckung. Und im Sakai sind die Garnelen auch wirklich roh, genau so wie die Algen. Jede Art schmeckt anders. Auch die klaren Suppen: eine ganz anders als die andere.

Für den Abend haben wir uns vorgenommen, uns drauf einzulassen. Wir kennen ja nur den panasiatischen Sushi-Standard, abgesehen vom einen oder anderen Experimental-Ausflug. Also wollen wir’s jetzt mal richtig wissen.

Und wir essen alles, was da kommen will - außer Schwein. Das muss nicht sein. Einer hat’s vergessen zu erwähnen, der hat’s dann aber auch voll abbekommen. Bei der anderen wurde die Schweineabstinenz vorbildlich berücksichtigt. Statt dem fetten aber sehr feinen Schweinebauch in Suppe, bekam sie leider Rinderzunge.

Oder doch zum Glück? Überraschender Weise: Ja. Es war tatsächlich eines der zartesten Stücke Fleisch, die wir bislang zu essen bekommen haben. Kein Fett, keine Flachsen. Kostportion. Wie ein Tafelspitz in klarer Suppe gegart mit Wurzelgemüse und ein paar Frühlingsröllchen oben drauf. So klar wie die Suppe war auch der Geschmack: puristisch aber deutlich. Das war der Fleischgang.

Wir schalten ein paar Gänge zurück:
Es gab ganz viel Außergewöhnliches. Suppe mit Meeresgetier- Pilz- und unbekannter Objekteinlage in der Teekanne mit Trinkbecher dazu. Genau so klar aber geschmacklich wieder ganz anders als jene vom Fleisch. In diesem klaren Suppensud war ein super flaumiges kleines Krabbenfleischköderl. Richtiges Krabbenfleisch. Ungepanscht. Auch dabei war ein Kugerl, das optisch und konsistenziell einem gekochten Wachteleidotter ähnelt, aber extrem grausig bitter war. Ein paar Schlucke Suppe aus dem Becher lässt die Gesichtsmuskulatur wieder entspannen.

Beim Nigiri-Sushi-Gang ein ähnliches Erlebnis. Die Freude war groß, über die facettenreichen Fischsorten auf dem Reis. Und ganz besonders groß über das Kleinfingernagel große Stückerl roher Seeigel am Oktopusnigiri. Leider ganz schlimm, dieser Seeigel. Grausam was da den Geschmacksknospen zugemutet wird. (Aber die sind ja bekanntlich bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt.) Das kleine wabbelige Stückerl sieht aus wie eine Vogelzunge in orange. Und wenn das dann in den Mund kommt, will die Zunge nur noch davon laufen. Intensivst bitter. Gelartige Konsistenz. Diesmal leider keine Suppe zur Hand, dafür das Glas Weißwein in greifbarer Nähe. Zum Glück auch noch Wasser. Erste Neutralisierungshilfe.

Top Fischqualität. Sogar der Thunfisch ist genießbar. Kein metallischer Geschmack der auf der Zunge bleibt. So mögen wir das. Wie beim Nigiri, auch beim Sashimi ALLES roh. Ja, auch die Garnele. Endlich. Diese vorgekochten Garnelen und dieses Krebsimitatstangerl gibt’s dort nicht. Die Garnele ist roh echt eine Geschmacksbereicherung. Ganz dezent, saftig, frisch und süßlich - so wie der Oktopus, nur der hat im Rohzustand eine leicht bittere Note, bissfest und saftiger ist der auch roh nicht. Die Algen rundherum schmecken nach Meer. Kaum salzig – gut abgespült. Und hübsch sind sie, weil so frisch, wie gerade erst geerntet. Leicht knackiger Biss und bunt. Wasabi leider das 08/15 Programm in grün. Aber der Ingwer natürlich selbst eingelegt und keine Spur von Rosa.

Die Vorspeisenvariation hatte auch eine Ansammlung an kleinen mundgerechten Delikatessen. Alles hervorragend. Gedünstete Auster (in Sesamcremesauce), gelackter Aal, Hühnerpastete, Kürbispüree, Tempurakrabbe, panierter Fisch mit Mayonnaisetupfen und noch mehr unbekannte Essobjekte. Wir wurden ja nur selten aufgeklärt. Alles hat uns sehr gut geschmeckt.

Auch der Gruß aus der Küche hat mit gedünsteten Fisolen im cremigen Lachsgehäcksel (vielleicht mit Sauerrahm, Mayonnaise und Sesam abgerührt) unseren Geschmack gut getroffen.

Das Grillgericht des Menüs war bei uns beiden Fisch. Zum Einen war’s ein wirklich herausragend gutes leider viel zu kleines Stück Butterfisch. Von dem hätten wir beide gern mehr gehabt. Irgendwie würzig, erdnussig und leicht süßlich mariniert und saftig gebraten. Dazu ein Scheiberl Limette – perfekt. Zum anderen war der Wolfsbarsch zwar auch gut, aber konnte dem raffinierten Butterfisch nicht das Wasser reichen. Weil er davon selbst mehr gebraucht hätte – der war schon recht trocken.

Asien und Desserts. Geht schon. Man kann da aus exotischen Zutaten schon was machen. Braucht aber die europäische Zubereitungstechnik und das geht so: Matchabiskuit mit Kürbis Creme Brulee. Eh ok. Nix aufregendes. Spannender lesen sich alle anderen Nachspeisen der Dessertkarte.

Die Neugier ist geweckt. Aber: Wir leben in einer Demokratie. Und 50% der Wahlbeteiligten wollen leider aufgrund der Raumaromatik nicht mehr wieder kommen, aber die anderen 50% sind sehr gespannt auf den Rest der Speisen- und Dessertauswahl. Auch auf die Portionsgrößen bei Einzelbestellungen. Und auf das monatlich wechselnde Zusatzspeisenprogramm oder den Sushibrunch… es wird eine Wahlwiederholung geben müssen. Denn ein neuerlicher Besuch kann nur einstimmig beschlossen werden.

Die Hälfte der Wahlbeteiligten fühlen sich nämlich ordentlich angepatzt. Weil man sich nach dem Besuch dort, am besten gleich in voller Montur, in die Waschmaschine stecken muss. Der Geruch fräst sich einfach in jede Pore. Da hat die eine Hälfte der Brotvernichter noch viel Überzeugungsarbeit und einen harten Wahlkampf vor sich. Aber es ist eine Meisterin am Werk. Oder einfacher: das Sakai revitalisiert seine Lüftungsanlage? Das täte dem Gemeinwohl gut.
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Schweinslungenbraten ist aber ganz mager!

28. Jän 2015, 14:46·Gefällt mir

Bertl2: Frau Brotvernichter: aus geschmacklichen Gründen und bei mir aus dem Grund, weil mir Schweinefleisch zu fett ist. Trifft bei uns aber nur bei Schweinefleisch als Hauptspeise zu, wir verfeinern unsere Abendessen gerne ab und zu mit Wildschweinwurst, Speck oder Rohwurst vom Ibericoschwein usw.

28. Jän 2015, 14:06·Gefällt mir

Schweinefleischvermeidung aus religiösen Gründen?

28. Jän 2015, 07:56·Gefällt mir
 hat ein Lokal bewertet.
5. Jänner 2015
SpeisenAmbienteService
Für feines Essen und qualitativ hochwertigen Alkohol findet sich für uns immer ein Grund. Wir sind dazu sogar ins angrenzende Ausland gereist: Niederösterreich. Da, tief im (Rohr-)Wald, steht ein H... MehrFür feines Essen und qualitativ hochwertigen Alkohol findet sich für uns immer ein Grund. Wir sind dazu sogar ins angrenzende Ausland gereist: Niederösterreich. Da, tief im (Rohr-)Wald, steht ein Haus, das „Goldenes Bründl“ heißt. Märchenhaft. Idyllisch. Sogar für Raucher! Vor dem Lokal ist auch in der kalten Jahreszeit die Sommerterrasse für Raucher ganz gemütlich winterlich, im nordischen Stil, vorbereitet. Kuscheldecken, Aschenbecher, Tierfelle, rustikale Holzbänke und weihnachtliche Beleuchtung. Es fehlt nur noch der warme Punsch – vielleicht gibt’s den auch?

Wir Nichtraucher – huschen schnell rein ins warme Lokal und werden feierlich begrüßt mit einer Blasmusiktruppe, die lautstark am Werk ist. Ja, wir hatten eben was zu feiern, aber der Aufwand wär‘ für uns doch nicht nötig gewesen – Prince als Solokünstler hätt‘ uns gereicht.
Es stellt sich raus: war gar nicht für uns. Schade. Da hätten wir dann doch wieder mehr erwartet.

Die nette Servicetruppe ist aber sehr um uns bemüht. Das macht alles wieder gut. Eigentlich sind es nicht zwei Gaststuben, sondern eher zwei Gastsäle. Im ersten befindet sich die Schank – da wuselt’s richtig – gut besucht, das ganze Lokal. Aber besonders auffällig ist, dass sich viele Gäste rundum die Bar stehend versammelt haben… vielleicht weil’s dort eine spannende und erlesene Weinauswahl gibt. Auch Bier. Jeder Bargast ist mit Glas (Wein- oder Bier) gut versorgt.

Die Weinauswahl ist riesig – und bekommt auch dementsprechend viel Schauraum in der Mitte. Ein Blickfang – ein Gaumenschmaus. Weinschränke und Flaschen sind gestapelt, gereiht und dekorativ aufgebahrt. Man holt aus der Raumgestaltung raus was geht. Geschmackvoll hell auch der zweite ruhigere Nebenraum großer Ausmaße. Säle haben eben auch eine kräftige Akustik. Fast unangenehm. Trotzdem haben wir dort einen netten Tisch zu viert.

Und Hunger haben wir auch mitgebracht. Es kommt mit unserem Aperitif ein Körberl mit. Und da ist flaumig frisches Brot aus dem Ofen: weißes mit Kürbiskernen und Käse, dunkles malziges, helles mit Speck und auch was Schlichtes ohne allem. Herausragend gut. Dazu Gänseschmalz mit Apfeleinlage, Butter, Olivenöl und Kräutersalz (vermutlich). Nur weiter so.

Vorspeise Bouillabaisse, Kürbiscremesuppe, Beuschl mit Serviettenknödel und Gänseleberpastete (vermutlich). Alles so wie es sein soll, leichte klare Fischsuppe mit Safran, Einlage gut portioniert. Ordentlicher Kürbisgeschmack, samtig feine Konsistenz, kleine Obershaube mit gerösteten Kürbiskernen. Feines kleines Beuschl mit flaumigen Serviettenknödeln. Leberpastete schön angerichtet – nur leider nicht mehr ganz in Erinnerung. Geschmeckt hat sie aber ganz sicher.

Wein – es wird eine Flasche Riesling Reserve. Recht schwer. Aber kann gut mit allen bestellten Speisen mithalten. Der Herr Sommelier hat sie auch würdig präsentiert, rituell geöffnet und bestaunt. Kompetenter Mann. Mit besonderem Sinn für seine Weine. Zur Hauptspeise wechselt nur der wilde Esser zum Roten (Cuvee u.a. Merlot) – Empfehlung von der Frau Chefin und die hat toll gepasst zum: Hirschkalbsrücken (feines Fleisch, magenta) mit knusprigen Frittatenknödeln, ein bisschen Gemüse und PreiselbeerEiSnocke. Sonst gab’s zum Riesling Maishendlbrust mit Steinpilzgnocchi. Zum Einen: supersaftig mit Rosmarin unter der knusprigen Haut. Zum Anderen: kräftig, cremig weich. Rosa gebratene Schweinemedaillons (Beiwerk vergessen – weil nicht selber gegessen) und noch einmal die Bouillabaise aber diesmal als Hauptspeise in der Riesenschüssel – noch besser bestückt geschmacklich ebenso gut. Mit geröstetem Knoblauchbrot. Aber in Wien schon einmal authentischer und auch eine Spur besser serviert bekommen. Dort eben nicht ganz so raffiniert zubereitet. Sauce Rouille hat auch gefehlt. Trotzdem eigentlich tadellos.

Die wahren Männer, die schwächeln – aber die süßen Mädels nicht. Die bestellen sich noch einen 3. Gang: Zwetschkenknödel und Apfelstrudel. Zum Apfelstrudel kommt, auf Wunsch statt dem Beerenragout und obligatorischem Schlag, noch ein Kugerl Vanilleeis dazu (vermutlich: küchengefertigt). Masochistin ist sie ja keine. Die Zwetschkenknödeln sind gewaltfrei, haben sich dafür ordentlich in knusprigen Bröseln gesult. Wirklich knusprig. Sogar leicht nussig. Sicher mit der besten Butter. Nicht fettig. Keine Spur sauer, die Zwetschke. Vermutlich: sonnengereift und mit ein bisschen in Rum getränkten Zucker getunt. Denn sie wissen halt, was sie tun.

Und das auch bei dem bislang besten Apfelstrudel, den wir gegessen haben. Durchzogen – versteht sich, sonst hätte er das Prädikat „bester“ nicht verdient. Leicht knusprig die obere Schicht hauchdünner Strudelteig – braun, karamellisiert mit Butter abgestrichen. Die hebt sich ab. Gleich die nächste drunter schmiegt sich weich an die ordentliche Apfelfülle. Ordentlich viel von: hauchdünn gehobelten Äpfeln, Zimt und Nüssen. Keine Grießmogelei. Wenig Zuckerzusatz, hauchdünner saftig weicher Strudelteig innen und leider auch wenig Rosinen. Trotzdem: vorläufig können wir das Ergebnis: bester Apfelstrudel verifizieren.

Für die männlichen Menschen am Tisch endet der Abend auch gut: bei einem maskulin herben bittersüßen Averna, der auch ihre weibliche Seite zum Vorschein bringt, die lässt sich eben nicht verstecken: ist es doch immer noch ein KräuterLiKÖR.

Wohlgefühl ist uns wichtig. Das war vorhanden. Trotz lauter Geräuschkulisse inklusive Blasinstrumenten. Denn die Servicemannschaft war sehr engagiert. Hat ein Junior was vergessen ist vom erfahrenen Kollegen oder der Chefin sofort umsichtig nachgebessert worden. Die Küchenmannschaft sowieso emsig, sonst hätt’s uns nicht sooo gut geschmeckt. Wir wären dort öfter, müssten wir nicht extra ins Ausland reisen.
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2 Kommentare

Und nun her mit euren Bewertungen!

5. Jän 2015, 22:17·Gefällt mir1

Jawohl, schlitzi ist back!

5. Jän 2015, 20:13·Gefällt mir2
 postete einen Forums-Beitrag.
27. November 2014
 hat ein Lokal bewertet.
23. September 2014
SpeisenAmbienteService
Abseits vom Uni-Getummel. Nur ein paar Stationen mit einer der zahlreichen Bim-Nummern vom Schottentor. Den Tag dort gemütlich ausklingen lassen ist eher unpassend. Das Lokalkonzept (Selbstbedienun... MehrAbseits vom Uni-Getummel. Nur ein paar Stationen mit einer der zahlreichen Bim-Nummern vom Schottentor. Den Tag dort gemütlich ausklingen lassen ist eher unpassend. Das Lokalkonzept (Selbstbedienung) ist ideal für ein zügiges aber entspanntes Mittagessen. Da lässt sich's nach der Mittags-Rush-Hour wirklich entspannt und ruhig essen. Aber vor allem eigentlich konstant gut. Nicht nur geschmacklich, auch ernährungsphysiologisch ideal. Gute Zutatenqualität. Man wird satt, wenn man die richtige Bestellung aufgibt und bleibt trotzdem fit. Auch im Kopf. Keine Chemie in den Saucen - die werden alle selbst gemacht. Sogar die Sojasauce wurde dort selbst angesetzt. Das konnte man auch schmecken. Kein Zweifel im Wintersemester 2012/2013. Die Studierende hat den Golfprofessor dahin entführt und somit als beglaubigten Zeugen. Auch der war überzeugt.

Leicht sirupartige Konsistenz, rund und dezent süßlich und erstaunlich aber rauchig im Geschmack. Einfach die beste Sojasauce, in die wir bisher getunkt, gerührt und gelöffelt haben.

Ganz komplex im Geschmack waren da auch alle anderen Saucen, die zur Auswahl standen, um dem Hot Pot oder seinem Wok-Gericht eine ordentliche Geschmacksbombe zu geben. Nudeln wurden auch selbst gemacht, Gemüseeinlage wirklich schön frisch und knackig. Aus dem puren Tofu wird durch vorheriges separiertes Anbraten - ja oder sogar frittieren - auch noch das beste rausgeholt. Trotzdem behält er seinen asketischen Geschmack und wird nicht übertüncht. Ja, auch Tofu hat einen nussig leichten Eigengeschmack und wenn der Sojakäse gut produziert wurde, dann schmeckt der auch ohne Klimbim - in der dezent milden Miso-Suppe. Die Ex-Vollzeit-Vegetarierin weiß das zu schätzen. Immer noch, trotz gelegentlichem Fleischkonsum. (Wir beide haben die Fleischeslust aber halbwegs unter Kontrolle.)

Von der Uni zwangsversetzt und freiwillig den Job gewechselt - ist ein Mittagessen auf der Durchreise seither auch nicht mehr möglich und die Guthaben-Karte in der Lade versunken. Jetzt aber die Gelegenheit: für den Einkaufsstreifzug durch die Innenstadt wieder geborgen. €32,20 waren noch drauf.

Nur leider ist jetzt im Xo nicht mehr ganz alles so wie es war. Die Miso-Suppenvariante gibt's nicht mehr und auch die Sojasauce ist verdächtigt, ein mäßiges Massenprodukt zu sein. Das wussten wir bei unserem Ansturm auf einen der Hochtische noch nicht. Wir waren blind vor Hungersnot und haben einfach drauf los bestellt wie gewohnt. Ungewohnt klein und ungepflegt war die Speisenkarte und der fehlende Haken am Tisch für Rucksack oder heute eben Handtasche. Aber gut, solang' alles andere noch stimmig ist, ist es auch in Ordnung. Wir haben im Voraus bezahlt, also wollen wir auch eine möglichst gute Verköstigungsleistung dafür.

Bestellt wird bei der höflichen jungen Dame bei der Kasse und von dort nimmt die Speisenbeschaffungsbeauftragte auch gleich die Getränke mit. Einmal eine "All I need"-Limonade (0,3 Glasflasche € 2,90) für's weiße Westerl und die dunkle Seite der Macht kriegt das böse: Cola Light (0,5 Plastikflasche € 3,40). Die Scheinheilige kann sich immer noch nicht merken, dass ihr Golfologe das Böse direkt aus der Flasche trinkt. Sie trinkt's nämlich nie in der Öffentlichkeit und zu Haus' immer nur inkognito aus dem Glas.

"All I need" im Erstversuch: erstaunlich gutes Getränk. Ähnlich dem Kombucha aber ohne Germ-Geschmack und viel weniger süß. Ihr hat's geschmeckt und sich geärgert, dass sie nicht alle angebotenen Kostproben bislang eingesackt hat. Egal, es geht um's Essen.

Der Fleischeslustige verliert die Kontrolle. Und er will: Den Hot Pot mit Rind, Udon-Nudeln dazu Gemüse und das alles auch noch "hot & spicy" (€ 7,20). Die Puristin braucht was bissfesteres aus dem Wok und will eigentlich fleischlos bleiben: Udon Nudeln mit Gemüse und Tofu in "Bangkok" Sauce. (€ 6,90) Da fällt uns ein, dass die Schüsseln dort müsli-schüssel-groß sind. Vielleicht noch eine Vorspeise? Nein, Suppe kriegt der Fleischtiger schon, die Tofufreundin will keine Hühnersuppe ohne Einlage in Vorspeisengröße. Salat bei gefühlten windigen 14 Grad Außentemparatur ist auch nicht passend. Es gibt aber Gyoza. Ui, mit Schweinefleisch. Blöd, aber da die sich auf der Website immer sehr gerühmt haben, mit ihrer Qualität der Rohzutaten - regional und wenn großteils sogar in Bioqualität, ist doch nichts dagegen zu sagen. Also 2x 6 Stück Gyoza mit Bärlauch-Schweinefleischfüllung (€ 10,90).

Nein, es wird sich nicht strikt an eine Kochkultur gehalten. Es gibt dort asiatisches Essen. Und wenn's an unseren Geschmack angepasst ist, umso besser! Dann schmeckt's uns halt. Ist ja angepasst. Die junge Dame an der Kassa war so freundlich und ist noch extra in die offene Schauküche gelaufen, um die Gyoza zuerst zubereiten zu lassen. Weil die sollen ja unsere Vorspeise sein. Wir wollen auch alles warm und hintereinander essen. So ist das mit uns Europäern. Für gewünschte Abwechslung ist heut eh kein Platz: alles gleichzeitig kriegen wir auf den Bistro-Hochtischen sowieso nicht unter.

Die Gyoza sind abholbereit kann die Sehstarke am Flachbildschirm oben ablesen. Schön sieht das aus. Die Stücke liegen weich gedämpft und leicht knusprig angebraten auf einem Salatbett mit einem außergewöhnlich gutem Erdnussdressing. Den Teigtaschen sieht man an, dass sie handgemacht sind und die Fülle besteht zum Großteil aus Bärlauch, das Schweinefleisch ist wirklich sehr zaghaft dosiert - zum Glück für uns. Wir mögen Schweinefleisch eh nur selten gern, das muss schon wirklich top Qualität haben und das ist dort mittlerweile fraglich. Weil auf der Website kann man bezüglich hoher Zutatenqualität wirklich NICHTS mehr finden. Auch nicht über selbstgemachten Nudelteig oder ähnliches - obwohl der Teig dieser Gyoza wirklich toll war. Hauchdünn, angenehm - so schafft man 6 Stück ganz locker. Genau richtig als Vorspeise. Den vielen Bärlauch im Inneren mögen wir gern, es hätt' eine Spur würziger sein können. Dazu gab's aber eine Sauce auf Essigbasis, ziemlich scharf und zum Teil war da frischer Ingwer, der da drinnen geschwommen ist, dran schuld. Schwarze Sesamkörner oben drüber - für uns fast perfekt.

Nach dem guten Einstieg dürfen wir unsere Nudelschüsserln abholen. In Erinnerung an die gute Sojasauce füllen wir gleich zwei kleine Schalen damit voll und merken: hoppla, da stimmt was nicht. Ungewohnt dünnflüssig diese Sauce. Hm, naja egal: Chiliflockensesamöl rein und geht schon. Ja, schon aber so(oo) gut ist es nicht mehr. Wir tragen's mit Fassung zu unserem Tisch - auch die Schüsserln. Heiß, alles sehr heiß und fast alles frisch auf die Minute zubereitet. Nur der Tofu ist schon vorbereitet in einem großen Plastikcontainer zu sehen, das war im vorvergangenen Winter nicht so.

Schade, das merkt man jetzt schon an der Konsistenz. Er ist zwar schon für sich allein angebraten worden, aber naja eben nicht leicht knusprig an den Kanten. Nur weich labbrig. Dafür ist da knackiger Pak Choi und ebenso die Karotten. Weich angeschmurgelter Chinakohl. Die dicken Udonnudeln, so wie sie sein sollen: ohne biss, keine Spur von al dente. Gut so. Mit der cremigen Curry-Sauce im Bangkok-Stil bis auf die gelbe Farbe wurde alles eingehalten, was die Speisenkarte versprochen hat: gelbe (rot laut Speisenkarte) aromatisch-würzige Currysauce mit Limettenblättern, Koriander, Minze und Zitronengras. Wagemutig: die Sojasauce mit Chili drüber gekippt und voila - es hat dann noch besser und ordentlich herzhaft würzig scharf aber leider nicht mehr süß-rauchig geschmeckt. Trotzdem: Alles schön patzig zum Reinlöffeln. Ein wärmendes Wohlfühl-Schüsserl. Mit den Stäbchen mussten wir aufgeben. Alles schaffen wir mit Stäbchen - nur keine langen Nudeln. Wir haben dann die italienische Technik angewandt. Und wir konnten alles aufessen und die guten Saucenreste bzw. den Hot Pot auslöffeln.

Auch ein angehender Golfprofi kann den Hot Pot nur mit Löffel bewältigen und auch die Gabel braucht er für seine langen dicken Nudeln. Die tiefen Aromen der Suppe lassen alles andere komplex schmecken. Gut würzig, auch hier wie auf der Speisenkarte versprochen: aromatisch aus frischen und getrockneten Chilischoten mit Sambal und Sesamöl. Farblich gibt's keine Beschwerden, weil die Farbe wurde in der Speisenkarte nicht explizit zugesagt. Die Rindfleischstückchen auch eher vereinzelt, aber die Proteineinlage (ob vegetarisch oder vom Tier) war immer schon sehr sparsam. Geschmack ist viel besser als anderswo, aber Fleisch gibt's anderswo mehr im Schüsserl. Aber das kennen wir im Xo. Wie gewohnt. Das geht in Ordnung, wenn zu dem Preis tatsächlich gutes dafür wenig Fleisch serviert wird. Jetzt ist uns beiden sehr warm.

Nicht alles wie erwartet und gewohnt. Eigentlich eher leicht abgesunken - das Qualitätsniveau. Auch auf der Website rühmt sich das Xo nicht mehr selbst mit den hausgemachten Saucen, Nudelteigvarianten, Bioqualität und Verzicht auf Geschmacksverstärker.

Ungewöhnlich, denn eine richtig markante Verschlechterung ist nur an den Kleinigkeiten (Soja-Sauce, Tofu) offensichtlich und schmeckbar. Aber es wurde schon (damals nach dem Umzug vom Hohen Markt)eingespart und jetzt auch in den Ring-Galerien wird weiter geknausert. Nur an Komponenten, die schwer zu erschmecken sind und fraglich bleiben (Bio, Geschmacksverstärker in Fertigsaucen, Convenience-Nudelteig).

Wir Europäer tun uns da schwer aber wir werden die Infolücke füllen und nachfragen. Noch sind wir trotzdem zufrieden und satt. Wir hoffen das bleibt so. € 42,20 zu zweit ist für eine arbeitende Studentin noch leistbar aber dann muss Qualität und Geschmack schon passen.
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7. September 2014
SpeisenAmbienteService
Schmaler als die Tische in der Hilton-Brasserie waren nur noch die Speckstreifen im Burger. Auch die Länge wird durch die halbrunde Tischplatte verkürzt. Ein äußerst bemühter Koch mit viel Ahnung v... MehrSchmaler als die Tische in der Hilton-Brasserie waren nur noch die Speckstreifen im Burger. Auch die Länge wird durch die halbrunde Tischplatte verkürzt. Ein äußerst bemühter Koch mit viel Ahnung von guten Zutaten und Zubereitungsarten werkt dort in der Küche. Das was dabei raus kommt, findet man in kleinen Staub-Cocottes auf Schiefersteinbrettern serviert. Nur finden die Service-Leut keinen Platz dafür am Tisch. Suche vergebens - den gibt es einfach nicht.

Der Empfang von den jungen Service-Leuten ist nüchtern aber nett. Passt genau zur Raumgestaltung. Jugendstil mit braunem Leder in Krokodil-Prägung und damit auch der Hang zur Moderne. Einiges an schwarzer Farbe. Das macht die Tische leider nicht nur optisch schlanker. Tischbeine aus Metall im matten Goldton. Nimmt sogar den Beinen den Platz weg und jetzt wissen auch wir nicht wohin mit unseren Gliedmaßen. Die gepolsterten Lederrückenlehnen der Sitzbänke verbessern den Sitzkomfort gar nicht. Ganz im Gegenteil. Zumindest passt die schwarze hintergrundlackierte Glastischplatte ins Interieurkonzept und das ist auch dem "Chef" ganz wichtig: es ist eine moderne Brasserie im Jugendstil. Und in einer Brasserie stehen nunmal kleine Tische. Angeblich. Der "Chef" hätt's da aber auch mit der passenden Musikauswahl ein bisserl genauer nehmen können. Die Clubloungebeats im Hintergrund passen dort überhaupt nicht hin. Wir glauben nämlich, dass sowas in einer Brasserie eigentlich auch nicht gespielt wird.

Ein teurer - nein, Spaß war's leider keiner - Mittwoch-Abend. Sich die Szenerie dort schön trinken, hat auch nicht geklappt. Nicht nur, dass dort ein Achterl von einem Weißwein € 6,00 kostet, wobei die ganze Flasche im Handel nur die Hälfte davon wert ist. Sondern auch das Leitungswasser (0,75 Liter) mit € 4,50 berechnet wird steigert unser Wohlbefinden als Gast überhaupt nicht. Hätt' der Oude Kaap
Chenin Blanc wenigstens geschmeckt, wär's ja egal. Aber leider nein: Beim Geschmack aller 4 verkosteten und nur halb getrunkenen Weine, hätten wir besser beim Wasser vom Hahn bleiben sollen.

Beim freitäglichen "Schaufensterblättern" sind wir neugierig auf die beschwärmte Bouillabaise geworden und wir wollen wissen, ob's denn stimmt, was Die Presse da versprochen hat, dass das momentan die beste der Stadt ist. Also das steht schon fest: die wird unsere Vorspeise. Im Emile wird die Bouillabaise klassisch mit Sauce Rouille und Baguette als Hauptspeise um € 12,00 angeboten. In der Lokalität und um den Preis sicher keine große Portion. Aber wir wollen natürlich noch Burger-Essen. Da muss schon noch Platz bleiben. Der hungrige Haken hat da so eine Vorahnung und würde ja mit dem großen Starken mehr als geschwisterlich teilen. Aber nein, der mit mehr Lebenserfahrung besteht auf zwei mal Bouillabaise vorweg. Die mit mehr Bouillabaise-Erfahrung gibt halt nach und besteht auf eventuelle Resteverwertung des Hungrigen mit ganz großen Augen. Der willigt ein und wir geben die Bestellung auf. Zur Fischsuppe einmal dieser Chenin Blanc und ein Henri Bourgeois Sancerre Blanc „Les Jeunes Vignes“ (€ 9,00).

Als Sattmacher dann den Burger vom schottischen Premium-Rind (€ 18,00). Da sind nur Pommes Frittes dabei und nur Gurke, Paradeiser und Salat innen drinnen. Nein, das ist uns nicht genug. Bitte noch bei beiden Speck und Käse rein (€ 3,00). Gut kein Problem. Medium? Ja, bitte. Dazu soll's dann kräftiger werden. Barone Montalto Nero D‘avola Cabernet Sauvignon (€ 6,00) und ein F. Jeantet Côtes du Rhône (€ 6,00).

Natürlich wurde die Flasche gebracht und schwulstig präsentiert - ein Kostschluck eingeschenkt. Bei einem Billigwein wirkt das fast lächerlich. Aber gut, wir spielen mit und er schmeckt einfach nicht. Die Erwartungen waren groß an die Weine. Auch wenn die günstig im Einkauf sind, hätten die von der Geschmackscharakteristik der Rebsorten großes Potenzial. Gutes muss nicht immer teuer sein und wenn's teurer verkauft wird, muss es nicht gut sein. Und besser kann's schon gar nimma werden. Da dort die Weinauswahl grundlegend fragwürdig ist, bleiben wir dabei und schieben das vorab auf das fehlende Knabberzeug. Unser Gaumen hatte noch kein Warm-Up.

Eine Flasche mit Bügelverschluss kommt mit Leitungswasser auf den Tisch. Es wird schon eng. Es ist zwar auch für Gedeck ein kleiner Teller da und auch ein schickes Buttermesser. Das bleibt aber alles noch recht lang unbenutzt und kommt erst zum Einsatz beim Synchronstart: Denn die resch knusprig innen weichen wirklich frisch gebackenen Knusperspitze (5 Stk.), mit einem ehrlichen Kornspitzaroma und einer Rundumbestreuung von geschältem Sesam dazu passend eine luftig aufgeschlagene Thymianbutter kommt plötzlich gleichzeitig mit leicht gebutterten und knusprig angerösteteten Baguettescheiben, die sich die Riesenbretter mit der bouillabaisegefüllten Cocotte und einem Kupferstieltopf in Miniaturausgabe, der mit Sauce Rouille befüllt war teilen. Alle sind wir plötzlich überfordert. Wir versuchen mit den beiden Serviceburschen alles zu schlichten, damit wir's bei uns unterbringen. Dann haben wir's doch geschafft aber dann wussten wir nicht, mit was von den guten Dingen wir beginnen sollen. Das war uns zu viel vom guten Essen und viel zu wenig Platz. Echt schade, beim Weinservieren haben wir dieses perfekte Couvert (€ 2,00 p.Person) wirklich vermisst und jetzt wo die warme Suppe schon da ist, müssen wir Prioritäten setzen.

Kein Platz mehr für unsere (Unter-)Arme am Tisch zum Ablegen. Knigge würde sagen: recht so, das tut man auch nicht. Wir sagen dazu: was "man" tut, interessiert uns nicht. Wir wollen's locker, wir mögen's leger - einfach gemütlich. Das funktioniert dort aber nicht.

Die Bretter sind ein guter Showeffekt. Vergrößern nur optisch, die Portion der Bouillabaise wär' für eine Hauptspeise tatsächlich zu klein. Aber tatsächlich ist diese die beste Fischsuppe von Wien bis Berlin, die wir je gegessen haben. Der Fond ist voller Geschmack, da wurden auch Hummerkarkassen verdampft. Feines Julienne-Wurzelgemüse als Bonuseinlage. Satte Farbe. Orangemetallic - die winzigst kleinen Fettaugen lassen den Sud leicht glitzern. Feine nur ganz leicht aber trotzdem eine dezent sämige Konsistenz. Bei der Geschmacksperfektion wär' keine Rouille nötig gewesen, aber die gibt noch ordentlich Safran-Verstärkung in pastellgelb. Ahja, da waren noch 3 Meerestiere mit dabei: eine kleine Jakobsmuschel, ein kleines Stück Wolfsbarschfilet und eine Garnele. Garpunkt perfekt. Das ist Kochkunst. Geschmeckt hat's ausgezeichnet und wir sind verblüfft aber ja, wir sind eigentlich schon fast satt. Diese Suppe ist eine konzentrierte Protein- und Nährstoffbombe. Als Burger-Vorspeise sogar für uns ungeeignet.

Die Geschmacksrichtung der Weißweine haben perfekt zu Bouillabaise gepasst. Aber das Geschmackspotenzial wurde nicht ausgeschöpft und gut wurden die auch mit dem Essen nicht. Die Gläser waren auch nach der Vorspeise noch nicht leer.

Wir werden von den Brettern und vom leider kaum verspeisten Gedeck befreit. Darauf vergehen keine 10 Minuten. Und da sind sie. Nein, nicht die Rotweine auf die wir gehofft hatten. Sondern die nächste Bretterlieferung im Konvoi. Die Küche hat's eilig. Wir eigentlich eh auch, weil wir kriegen Platzangst. Lang' halten wir das da eh nicht mehr aus. Also ist es uns ganz recht. Aber zum roten Fleisch fehlt uns einfach noch der bestellte Rote zum Trinken. Wir warten noch kurz. Der Käse war einmal angeschmolzen und ist schon beim Servieren wieder in Gummikonsistenz regressiert. Der schmale Speck macht's ihm nach. Das Burgerbrot ist vorbildlich: ein glänzendes Brioche mit Sesambestreuung. Die Schnittflächen nur und zu wenig angeröstet. Soweit einmal vorgetastet und erforscht. Gegessen noch nicht. Wir wollen doch noch den Rotwein dazu.

Wir urgieren. Und er wird wieder präsentiert, eingeschluckt und naja leider schlecht. Aber egal - passt schon. Da gibt's nix Besseres im Programm. Wir konzentrieren uns wieder auf den Burger. Messer und Gabel sind zum Bewältigen und zum Glück nötig. Beim Anschneiden merken wir das Fleisch wirklich schon fast püriert und nicht faschiert. So feine Struktur. Eher ungewöhnlich. Das Fleischlaibchen hat eine perfekt abgerundete Form und wirkt sehr "sauber". Grau außen, keine Röstung abbekommen und somit auch kein rauchiges Aroma. Innen rot, roh. Komisch. Keinesfalls gleichmäßig, da hätt' das Laberl noch mehr Zeit gebraucht. Das Burgerbrioche zu süß abgeschmeckt. Da wünscht man sich lieber Marmelade drauf statt Essigurkenscheiben, Fleisch und Salat. Die Barbecue-Dip-Sauce zu den Pommes Frites (mit angeblich Fleur de Sel) wird zwar von der Küchenmannschaft zubereitet. Ist aber eine rauchige homogene Sauce aus Paradeisern. Übersetzt: Ketchup und Raucharoma. Naja. Passt gut, ist auch im Burger vertreten. Also leider nicht viel Abwechslung am Brett. Die Pommes-Frites sind aber sehr gelungen. Den Rotwein wollten wir gar nicht mehr austrinken.

Tja, da haben wir's wieder - wie beim Wein so auch in der Küche: die Idee stimmt aber in der Ausführung wird das Potenzial nicht ausgeschöpft. Das Servier-Timing ist holprig und selbst in das Brasserie-Konzept könnte man mehr Flair, Gemütlichkeit und größere Tischplatten unterbringen. Jetzt wollen wir da nicht mehr hin, obwohl die Karte so viele gute Gerichte (abseits des Burgers) in Aussicht stellt.



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3 Kommentare

Eigenartig, weil die Bouillabaisse so vorzüglich war.

7. Sep 2014, 18:48·Gefällt mir

Eigenartiger Betrieb?

7. Sep 2014, 18:35·Gefällt mir

Eigenartiger Betrieb, gut beschrieben!

7. Sep 2014, 18:31·Gefällt mir2
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1. September 2014
SpeisenAmbienteService
Es ist so wurscht WO oder von WEM gekocht wird. Aber das WIE und WOMIT ist wirklich wichtig für den guten Geschmack. Fleisch, Spinat, Kartoffeln und Ei waren die Hauptdarsteller. Einfache Zutaten. ... MehrEs ist so wurscht WO oder von WEM gekocht wird. Aber das WIE und WOMIT ist wirklich wichtig für den guten Geschmack. Fleisch, Spinat, Kartoffeln und Ei waren die Hauptdarsteller. Einfache Zutaten. Aber hier hat's geklappt: mit ausgezeichneter Zutatenqualität wurde ausgezeichnet gearbeitet und zubereitet. Endresultat: es hat ausgezeichnet geschmeckt.

Und um den guten Geschmack geht's ja hier schlussendlich auch. Guter Geschmack bedingt nicht unbedingt exklusive Zutaten, aber welche mit Qualität und natürlich eine souveräne Küchenleistung. Das schafft die Mannschaft in der Albertina Passage locker mit links. Auch die Service-Burschen verstehen was von ihrem Fach.

Obwohl in der Albertina Passage natürlich ein Preisniveau herrscht, das nach exklusiveren Zutaten verlangt, sonst würd' sich jeder Gast g'frotzelt fühlen. Also werden die Gerichte für dafür noch mit einem Bisserl vom feinsten Zeug aufgemascherlt. Unser Gedeck (€ 3,00) kommt ohne Musik, weil nur der frühe Vogel fängt das Rind. Live-Musik auf der kleinen Bühne, die den Bug des großen weißen "Mutterschiffs" (der Bar) bildet, am schön in Szene gesetzten Piano geht erst ab 20.15h los. Wir sind schon um 19h am Start - weil so gegen 20.30h wollen wir's uns schon wieder vor unserer Heimwand auf der Couch gemütlich machen. Zweigängig geht sich das locker aus.

Kurz werden wir verleitet in die Verlängerung zu gehen, weil zum Einen die Clubatmosphäre den reiferen Mann in Partystimmung versetzt und uns zum Anderen, der junge Mann vom Service auf das heutige Abendmenü im Quartett hinweist. Klingt wirklich gut, trifft genau unsere Speisenfavoriten aus der Karte. Wie immer sind wir hungrig - und in Steaklaune. Daher sicherheitshalber nachgefragt, ob denn die Portionen trotzdem original bleiben. Wir würden's dapacken. Nein, die werden schon kleiner. Und das Steak? 250 Gramm, bleiben aber oder? Nein, das wird ein Lady-Cut. Oije, die Lady will aber kein Baby-Cut, sondern die Portion für wahre Frauen. 250 Gramm sind da gerade noch genug. Der (Gentle-)Man(n) an ihrer Seite ist von der Baby-Portion auch nicht begeistert. Wenn Steak, dann richtig. Also bestellen wir a la Carte und Nachspeise gibt's dann zu Haus' - wir haben da schon mal was vorbereitet. Schnell sind wir uns einig: für uns beide das Filetsteak mit sautiertem Blattspinat, Erdäpfelpüree und Cafe de Paris. Butter oder Sauce? Wir lassen uns überraschen.

Die Frühreife war vor kurzem noch ein Popeye-Fan und nimmt gleich doppelt Spinat: zur Vorspeise wird's cremiger Babyspinat mit einem Einstunden-Ei und Perigord-Trüffel. Der Möchtegern-Partytiger will den Gelbflossenthunfisch mit Sesamvinaigrette, Koriander und Quinoa. Dazu gibt's einen Sauvignon Blanc aus dem Loire-Tal 2012 (€ 5,50). Von dort her kommt eine starke Mineralik in den Sauvignon. Muss man mögen. Und zum Trüffelei wird's ein Riesling vom Topf aus dem Kamptal auch 2012. Das war ein guter Jahrgang.

Das Gedeck kommt klanglos mit dem Wein. Schmeckt aber trotzdem sehr gut. Es gibt lauwarm serviertes Brot. Eher was in Richtung Ciabatta. Einmal weiß und einmal dunkel mit Walnuss. In Dreiecke geschnitten und an den Außenkanten leicht knusprig. Das walnussgespickte ist besonders gut. Dazu wird uns noan-Olivenöl eingegossen und die Dosenflasche bleibt am Tisch. Brotnachschub kommt im Minutentakt und es ist kein Ende in Sicht - sehr gastlich. Das Öl ist von gewohnt guter Qualität. Pfeffer und Salz brauchen wir dazu nicht. Wein, Brot und Öl - Weib sitzt am Tisch und Gesang erst zur noch späteren Stunde. Weil die Musik beginnt mit dem Piano und das Ensemble wird dann erst nach und nach erweitert. Somit steigt der Lautstärkenpegel auch mit fortgeschrittener Stunde und ab Mitternacht wird's dann richtig laut: dann kommt ein DJ ans Mischpult und das Restaurant wird zur Partyzone. Anschaulich beschreibt uns der junge Mann vom Service dieses Szenario - mit so viel Begeisterung, dass die Partystimmung schon fast ansteckend wird. Aber nicht nur das, sondern auch die Speisen und die Weine beschreibt er uns ausführlich. Ein Verkäufer ist an dem Burschen verloren gegangen. Aber er ist auch hier wirklich gut positioniert - wir mögen seine lockere und trotzdem sehr höfliche Art. Wir sind gut aufgehoben.

Gegen 19.20h kommt schon unsere Vorspeise. Flott - so passt das für uns heut' wieder gut. Am Teller ist das Filet vom Gelbflossenthunfisch (€ 18,00) in rechteckigen Scheiben angerichtet. Dünn von Außen angegrillt und innen roh mit schön kräftig roter Farbe. Ausgezeichnete Fischqualität. Der schmeckt sogar der Anti-Fisch-Fraktion. Kein eisenartiger Nachhall im Mund. Sehr guter Geschmack - Sesamvinaigrette und Koriander passt perfekt für die asiatische Aromennote und ist dementsprechend leicht würzig abgeschmeckt. Lauwarm am Teller - so kommt der Geschmack auch gut durch. Besser können wir's uns nicht vorstellen.

Das Trüffelei (€ 18,00) ist aber der aromatische Volltreffer an diesem Abend. Schon beim Servieren riecht man leicht herben Waldboden - mit dezenter Knoblauchnote: die wirklich großzügige Portion vom Perigordtrüffel, die dem Ei eine schwere Krone aufsetzt. Wir Trüffeljunkies sind angefixt - die Freude über den guten Stoff ist riesig. So einen Berg hatten wir in einem Restaurant noch nie am Teller. Das einstündig gegarte Ei badet in dem fein gehäckselten Babyspinat in heller Cremesauce. Die Jugendlichkeit schmeckt man dem Blattgemüse förmlich an. Rundherum noch Trüffel-Espuma. Ein naturidenter Aroma-Schaum aus der iSi-Obersflasche, der's zum Glück nicht geschafft hat den wahrhaftig natürlichen und auch optisch sehr präsenten Perigord-Trüffel zu verdrängen. Die kleine Unterstützung hat ihm also nicht geschadet. Durch unsere Trüffelaffinität wissen wir, dass fast immer nachgeholfen wird und wir kennen den Unterschied sehr gut. Wir wissen die Großzügigkeit hier zu schätzen und nehmen die Aromazugabe als "nettes" Zusatzprogramm. Chemie-Trüffelaroma hat bei uns einen Ausnahme-Status in der Welt der Zusatzstoffe, die wir mit sonst sehr strengem Regiment regieren. Trüffelöl-Entzug ist leider schon mehrmals fehlgeschlagen. Die Vorspeise war für uns beide so gelungen, dass der eine bei der anderen nicht nur gekostet hat sondern gleich mitgegessen.

Und dann kommt da ein warm rauchiger Duft hinter den dunklen Vorhängen hervor. Holzkohle, man riecht die ganz dezent angenehm bis zu unserem Tisch. Gute Lüftungsanlage, die Rauchschwaden bleiben nämlich in der Küche und vernebeln wahrscheinlich gerade unsere Filetsteaks (€ 29,00). Während die am Holzkohlengrill liegen bekommen wir unsere Weine. Einmal was Kräftigeres für ganz Starke: Joiser Cuvee (Zweigelt, Blaufr., Merlot € 7.50) vom Altenburger 2011 und was Runderes für ganz Zarte: Merlot Reserva 2012 von Cono Sur (€ 7.50) aus Chile. Volltreffer.

Und kurze Zeit später sind auch die Steaks schon bei uns am Tisch. Zügiges Tempo. Gutes Zeitmanagement in der Küche. Schadet dem Fleisch überhaupt nicht. Außen - das Fleisch schön karamellisiert - eine ordentliche Kruste, spür- und hörbar, wenn man mit dem Messerrücken darüber streift. Geschmacklich ganz klar: sensationell. Typisch rauchig. Innen medium-rare, so haben wir's beide gern. Schön elastisch weich und saftig. Fleischsaft bleibt im Fleisch und traut sich kaum auf den Teller zum sautierten Blattspinat. Diesmal der erwachsene. Und zum hübsch aufgespritzten Erdäpfelpüree. Der Blattspinat im satten dunkelgrün. Gut buttrig abgeschmeckt - angedünstete Schalotten, wenig Knoblauch, sicher ein Hauch Muskat - rund aber würzig. Das Püree hat die optimale Konsistenz. Recht locker aber trotzdem noch cremig. Feinste Struktur. In zwei extra Schüsserln kommt noch eine dunkle Sauce. Cafe de Paris? Nein, sicher nicht. Das wär' was helles, cremiges. Keine Butter am Teller und zum Glück auch nicht auf dem Steak. Diese Sauce ist stark zwiebellastig, leicht süß aber trotzdem ordentlich herzhaft. Da war sicher was Alkoholisches als Geschmacksvertiefer im Spiel. Aber kein Cafe de Paris. Egal, wie auch immer - eine kräftig reduzierte Sauce. Zum Steak & Co hat sie einfach gepasst.

Ein kleiner Fehler passiert dann auf der Rechnung: der junge Mann hat uns Musik (2 x €6,00) verrechnet, die wir nicht in die Ohren bekommen haben. Wir reklamieren zwar und es wird storniert - besprechen aber mit ihm: weil er so freundlich engagiert ist, soll er sich das Storno als zusätzliche Trinkgeldaufbesserung behalten.

Kurzweiliger aber gelungener Abend. Weil: top Essen, top Wein und top Service. Essen ist für uns mehr - und muss es auch sein - als pure Nahrungsaufnahme. Immer und überall. Ob zu Haus', im Wirtshaus, bei Familie, Freunden oder im nobleren Restaurant. Wenn man wo zu Gast ist, dann soll sich der Gastgeber ordentlich Mühe machen: in der Küche und Rundherum. Vor allem, wenn man dafür bezahlt. Die Qualität betreffend Zutaten und Zubereitung muss stimmen. Das ist mit Aufwand verbunden. Aber dann schmeckt's uns auch genauso ausgezeichnet, wie die Krautfleckerl bei unserer (Schwieger-)Oma.

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3 Kommentare

Ooooch, widmet ihr doch so viel von eurer "doch sehr wertvollen Lebenszeit" um diverse Fotos hochnäsig zu kommentieren... BTW: "schade, dass du das aber selbst praktisch nie beherzigst" - ich kann mich beim besten Willen nicht mehr erinnern, trotz mehr als nur zahlreicher Personen, die von mir schon bekocht wurden, je für euch gekocht zu haben. Woher nehmt ihr dann diese abermals überhebliche Weisheit? Aus dem gleichen Fundus wie eure "Brotweisheit"? Wie man in den Wald hineinruft...

2. Sep 2014, 16:44·Gefällt mir

uc0grrrrr, du musst ja unsere Bewertungen im wahrsten Sinn des Wortes "lesenswert" finden. Vielen Dank für deine Korrekturhilfe der Schreibweisen, du bist im Buchstabieren ja schon ein ganz Großer. Du erlaubst: das "Oije" bleibt wie es ist. Gelbflossenthunfisch: haben wir zum ersten Mal gegessen. Wir essen Fleisch oder Fisch jeweils nur einmal pro Woche - dann doch meist auswärts. Und da hat bei uns dann die natürliche Lebensweise vom Tier (Wildfang oder Wild) Priorität. Wegen uns ist da sicher noch keine Tierart in Gefahr. Aber vielleicht schaffen wir's - dank deines Hinweises - unseren raren Fleisch-/Fischkonsum auch noch artenschutztechnisch zu optimieren. Schön, dass du das in der Theorie so gut beherrschst - schade, dass du das aber selbst praktisch nie beherzigst. angefixt: Link Chemie-Trüffelaroma: Trüffel ist ein Pilz der sein Aroma (Geruch/Geschmack) von Natur aus mit sich bringt. Fakt ist, dass Trüffelaroma nicht so gut fettlöslich ist und daher für mehr Intensität chemisch nachgeholfen wird. Als Produkt dann als Trüffelöl zu finden. In eigentlich allen Trüffelölen sind künstlich/synthetisch hergestellte organische Verbindungen, die das natürliche Aroma des Trüffels am Gaumen simulieren sollen. Hochwertigere Varianten sind zwar "naturident" hergestellt, kommt aber alles aus dem Labor. Soweit sind wir informiert. Uns reicht das. War das jetzt auch für dich verständlich oder? Falls nicht, findest du sicher Literatur dazu. Du verstehst auch sicher, dass wir nicht so viel unserer doch sehr wertvollen Lebenszeit diesem Forum widmen können und schon gar nicht für deine Feindseligkeiten aufwenden wollen.

2. Sep 2014, 10:04·Gefällt mir2

Bitte um Aufklärung für niedere Allgemeinfressende "Nichtgourmets", die keine Ahnung haben von gutem Essen. Was bedeutet bitte: - "Loire-Thal", ich kenne nur das "Loire-Tal" - "Oije", ich kenne nur "Oje" oder "Ojeh" - "naon Olivenöl", ich kenne nur "noan"-Olivenöl - warum eßt ihr Gelbflossenthunfisch, der auf der "Roten Liste" der gefährdeten Arten steht, obwohl euch ja, wie hier so oft nachzulesen, die "Herkunft und Nachhaltigkeit" der Lebensmittel doch soooo wichtig sei? - was bedeutet eigentlich "angefixt"? - was ist "geheckselter Babyspinat", meint ihr "gehäckselt"? - "Chemie-Trüffelaroma", das ihr so liebt, was ist das bitte genau? Danke!

1. Sep 2014, 21:15·Gefällt mir2
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24. August 2014
SpeisenAmbienteService
Zu teuer. Viel zu teuer. Am allerteuersten war das Gedeck. Bezahlt haben wir pro Person € 2,80 für nichts. Für nichts zu bezahlen ist immer zu teuer. € 134,00 für zweimal 4 gängiges Menü "Discoveri... MehrZu teuer. Viel zu teuer. Am allerteuersten war das Gedeck. Bezahlt haben wir pro Person € 2,80 für nichts. Für nichts zu bezahlen ist immer zu teuer. € 134,00 für zweimal 4 gängiges Menü "Discovering Thailand" und noch einmal € 134,00 für genauso viel vom "Tasting Sawsdee" Menü. Und dann noch der Wein! Für weniger haben wir schon besser gegessen.

Warum eigentlich Patara? Weil wir gern essen, in sehr schönem Ambiente mit souveränen Servicemenschen als Unterstützung. Auch asiatisch soll das möglich sein - und das auch noch biozertifiziert. Dann können wir alle vier auch einmal beim Asiaten fleischeslustig werden. Patara macht's möglich.

Teppich ist nicht in jedem Lokal so ideal. Das funktioniert eigentlich nur bei Restaurants, die das Interieur sehr kontrolliert warten - im Patara klappt's. Durch den Teppichboden wird alles gemütlicher. Es ist eindrucks- und stimmungsvoll beleuchtet, geschmackvoll asiatisch gestaltet. Eine imposante Wendeltreppe müssen wir hoch zu unserem Tisch an einem der großen bodentiefen Fenster. Eingedeckt mit Wassergläsern und nur mit Gabel-Löffel-Kombination. Das bleibt auch so.

Das Besteck macht Probleme. Mit Löffel und Gabel zerfetzt man die edlen Tierstücke leider total und das noch mit viel Anstrengung. Das macht das Essen nicht unbedingt angenehm. Wir hatten nicht genug Zeit, um uns daran zu gewöhnen, die Stücke auf die Gabel zu spießen und davon abzubeißen. Das wär' die bessere aber nicht unbedingt die elegantere Methode. Aber die authentischste.

Wir waren also zu viert. Unsere besten Speisenbegleiter sind unsere Lieblingsnachbarn. Wer braucht da noch Weinbegleitung? Wir vier - und am besten gleich 2 Flaschen davon. Menüs wurden gewählt. Zum Starten brauchen wir keinen Aperitif sondern einen leichten Weißen, der auch zu den ersten beiden Gängen passen soll: gelber Muskateller. In Erinnerung an den 2012er bestellen wir den vom Krispel. Leider 2013 - leider enttäuschend, derber Geschmack. € 30,00. Vielleicht wird's mit gutem Essen besser.

Es kommt also leider kein Gedeck mit dem Wein mit. Aber ein Nachzügler: der Gruß aus der Küche. Ein Keramiklöfferl mit süßsaurem Fruchtsalat und einer Perlenparadeiser oben drauf. Ja, eh nett, aber nichts Besonderes. Auf Ex rein in den Mund und weg war der Salat.

20 Minuten später unsere Vorspeisenplatten (1. Gang) und da drauf waren:
2 kleine Jakobsmuscheln schön glasig gebraten. Mit Chili-Reis-Dressing - war gut, aber unspektakulär. Reis? Wahrscheinlich Reisessig und Chili? Scharf war's nicht wirklich.
2 "Knusprige Teigtaschen mit Hühner-Garnelen Tatarfüllung mit Mais verfeinert", wir dachten bei Tartar an roh gehacktes Fleisch, aber das was da in diesem "Strudel" drinnen war, war kein Tartar sonder eine Farce aus Garnelen, Huhn und Mais - hat so sehr gut geschmeckt. Lauwarm, knusprig außen und innen fein gestockte Farce, leichter milder Geschmack. In der Mitte ein winziges Schüsserl mit einer würzigen Flüssigkeit zum Tunken. Hat gut gepasst. Wieder 4 saftig gegrillte Garnelen von eher kleiner Größe, in einer Limetten-Minz-Vinaigrette. Nur da war keine Minze zu erschmecken. Thaibasilikum und Koriander, ja, Limette auch aber Minze war da keine. Gut so. Wirklich kleine Portionen, da ist noch viel Platz für mehr. Auch für mehr an Geschmack bitte.

Gegenüber am Tisch waren zweierlei Mini-Teigtascherl: zweimal Schweine-Erdnussfüllung und zweimal Huhn-Garnelen-Füllung. Kleine Frühlingsrollen (hausgemacht) und feine Hühnersatays mit der obligatorischen Erdnusssauce. Dort war man mit allem sehr zufrieden. Wir haben nicht verkostet, weil nicht viel an essbarem Material verfügbar war. Somit bleibt auch noch vom Weißwein was übrig, 20 Minuten lang bis die Suppe kommt. Ist sich mit gutem Schluckmanagement noch knapp ausgegangen.

Und da ist sie. Eine Kokosmilchsuppe von leichter Konsistenz, trotzdem mit molligem Geschmack. Hühnerstücke sind dabei und die sind richtig weich und saftig. Pilze waren drinnen, aber ob die jetzt aus dem Wald kommen (lt. Speisenkarte) - das glauben wir nicht. Sehen sehr akkurat gezüchtet aus. Alles was in so eine Suppe gehört ist drinnen: Kaffir-Limettenblätter, Chili, Koriander - das wird von uns auch alles mitgegessen. Die Portion ist nicht groß, da kann man nix übrig lassen. Auch die Suppenkasperlorette isst auf, weil die Suppe so gut ist und sie sehr hungrig. Unsere Tischkollegen haben eine rötlich transparente aber doch recht geschmacksintensive Garnelen-Zitronengrassuppe. Nur leicht scharf. Tiefer Geschmack. Leichte Konsistenz. Wir konnten kosten, weil in unserer Nachbarswohnung wohnt ein männlicher Suppenverweigerer. Der seiner Linie treu bleibt und weniger hungrig war. Nur die (wieder erstaunlich und laut Auskunft) saftigen Garnelen hat er rausgepickt.

Der Wein zum Hauptgang wird heftig, weil zögerlich (Preisfrage), diskutiert. Und heut' ist es uns egal. So ein feines asiatisches Abendessen in netter Gesellschaft, kann man sonst nur zu Haus' selber machen, daher ein guter Anlass um einen vermeintlichen Top-Roten zu bestellen: Châteauneuf-du-Pape La Bernardine 2010 € 72,00. Der Weinpraktiker verkostet, meint er schmeckt leicht. Hat aber ordentlich Alkohol. Am Tisch sind großteils alle zufrieden mit der Auswahl. Nur eine tanzt empfindlich aus der Reihe und meint, dass der Alkoholgehalt (14,5%) viel zu stark vorschmeckt und sonst ist da nicht mehr viel an Geschmackscharakter. Aber das wird sonst am Tisch eigentlich verneint. Sie bleibt trotzdem enttäuscht und nachgeschenkt darf nicht mehr werden.

Der Hauptgang kommt endlich. Viele kleine Gefäße und Teller werden an den Tisch gebracht. Und trotz (wieder) schmaler Portionen, wird der Tisch jetzt fast zu klein. 4 extrakleine Reisschüsselchen (Inhalt von feiner Qualität, recht locker aber doch leicht klebrig, typischer asiatischer Jasmin-Geschmack) begleiten einige schmackhafte Kleinigkeiten. Zu fast allem davon kann man sagen, dass es sehr gut geschmeckt hat. Vor allem die zarte Konsistenz der Fleischstücke und deren Saftigkeit hat uns alle überrascht.
Auf unserem Tisch waren glasig gebratene Jakobsmuscheln in Kokosmilch gemeinsam mit kleinen Asia-Pilzen und wenigen Garnelen.
Eine scharf rosa gebratene Entenbrust, in dünn geschnittenen Scheibchen in würziger Marinade.
Ebenso gut gebratene Rinderhüftsteakscheibchen in herrlich cremig aromatischem rotem Curry - leicht scharf. Hervorragende Sauce mit Suchtpotenzial.
Geschnetzeltes Huhn wird begleitet von 2 Garnelen mit Wokgemüse und Cashewkernen in einer mild fruchtigen Sauce. Und wieder weich, zart, saftig.
Wokgemüse mit leichtem Biss. So wie es sein soll. In einer leichten Austernsauce. Gedämpfter Fisch mit Limettensauce. War wieder von optimalem Garpunkt.
Nur die frittierte knusprige Variante (in leichter Panko-Panier) davon ist extrem trocken geraten - schade um die Konsistenz im Mund und den guten Fisch (Wolfsbarsch). Geschmacklich war's dennoch gut, vor allem an den meisten Stellen sehr knsuprig. An anderen wieder weniger, da die süßsaure Limetten-Chili-Sauce (hier mit Wiedererkennungswert, vom gedünsteten Wolfsbarsch) über den panierten Fisch gegossen wurde die knusprige Hülle ordentlich aufweicht. Andererseits hätten wir davon bei der grobfasrigen Dürre mehr gebraucht.
Gebratene Wasserkresse in dünner milder Sojasauce mit Sesamsamen, war eine knackig (Stängel) und patzige (Blätter) Beilage. Guter leicht würziger Geschmack der Sauce. Uns ist dieses grüne Blattgemüse eher als Wasserspinat bekannt. Die Konsistenz triffts genau, der milde Geschmack auch fast - nur das herbere eisenhaltige Aroma des Spinats fehlt - aber von Kresse ist da keine Spur. Geschmeckt hat alles und vor allem - uns allen gut.

Für die Nachspeise müssen wir das Tempo etwas ankurbeln, denn der Parkschein läuft aus: Kurzparkzone bis 22h. Kein Problem, ist ja eine kalte Nachspeise: für 3 (ja, eine hat problemlos ans andere Menü-Ufer gewechselt) von uns gibt es Creme Brulee welches mit Pandanblättern "parfümiert" wurde und dazu eine Himbeersauce mit Sternanis. Wir wissen nicht wie Pandanblätter duften, wir wissen nicht wie sie schmecken - leider bis heute nicht. Denn alles was wir wissen ist, dass diese Creme Brulee extrem gut geschmeckt hat. Sowohl die cremige Konsistenz als auch der Geschmack war einzigartig gut. Diese fruchtige Sternanis-Himbeersauce hat den Geschmack noch perfekt ergänzt. In sich ein Top-Dessert. Nur an der Knackigkeit der Karamell-Kruste kann man in der Patara-Küche doch noch arbeiten.
Im Alleingang wird dann noch ein lauwarmer Fruchtsalat im Bananenblatt, welches keine sonderliche Einwirkung auf den Geschmack der Früchte hatte, sondern nur dem Showeffekt dient, gegessen. Dazu gibt's Bio-Eis. Welche Sorte? Unbekannt. Süß, hellbeige. Unspektakulär, aber notwendig zum Obstsalat. Weil der allein, stemmt nicht das Prädikat Nachspeise. Naja, nix B'sonderes. Aber gut.

Wir fühlten uns sehr gut betreut von der Servicemannschaft und wohl in dem eleganten Asia-Ambiente. Mit gutem Gewissen gegessen, weil die Hauptzutaten biozertifiziert sind. Das alles ermöglicht gute Laune bei uns am Tisch. Nur: bis auf die besonders zarte Konsistenz der verspeisten Land- und Meeresgetiere und der Creme Brulee war der Geschmack nicht viel besser als in anderen Alltags-Asia-Lokalen. Es war uns ein angenehmes Erlebnis im Patara. Aber kein höheres Geschmackserlebnis, das den doch sehr hohen Preis wert ist. Den "Aufpreis" haben wir bezahlt für das gute Gewissen und das niveauvolle Drumherum, das eine gute Basis für einen gelungenen Abend zu viert gibt. Geht woanders genau so - nur preiswerter.
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15. August 2014
SpeisenAmbienteService
Wir sind unheilbar: B(urger)S(ucht)E(rkrankung) und Wiederholungstäter. Also Burger - diesmal aber (wieder) im DSTRIKT. Und dieser Burger dort, hat für sich eine 5 verdient. Genau so, wie das junge... MehrWir sind unheilbar: B(urger)S(ucht)E(rkrankung) und Wiederholungstäter. Also Burger - diesmal aber (wieder) im DSTRIKT. Und dieser Burger dort, hat für sich eine 5 verdient. Genau so, wie das junge Serviceteam, das noch nicht die Quantität an Lebensjahren mitbringt, dafür überraschend viel an Feingefühl für den Gast.

Wir kommen an, direkt im Gastgarten und betreten von dort aus kurz das Lokal, um auf unsere Ankunft aufmerksam zu machen. Ja, reserviert haben wir auch. Die junge Frau begleitet uns zu unserem perfekt positionierten, nett eingedeckten Tisch und sagt:"Schön, dass Sie da sind. Wir freuen uns, dass Sie heute unsere Gäste sind." Oh, danke - sehr nett. Da fühlen wir uns doch sofort gut aufgehoben. Wahrschheinlich hat sie das schon öfter gesagt, an diesem Abend. Aber der Ton macht's und der klang herzlich ehrlich.

Wir werden weiter von einer kleinen jungen Asiatin umsorgt. Mit ganz großem Weinwissen und einer sehr angenehmen Persönlichkeit. Während die Männerhände vor dem manuellen Burgeressen noch gereinigt werden müssen, plaudert sie mit der sitzengebliebenen Weinverkosterin über das Loire Thal und den dort angebauten Sauvignon Blanc (Sancerre Langlois € 6,50 für 0,1), der gerade zum Antesten eingeschenkt wird - nicht nur oberflächliche Informationen, sondern ganz viele interessante Details. Beeindruckende junge Sommiliere, die noch dazu mit Gästen umzugehen weiß. Gute Kombination.

Das gute Thymian-Brot im Buchtel-Style ist auch schon am Tisch. Dazu gute Almbutter. Und Bergsalz. Perfekt - der Wein schmeckt einfach besser, wenn vorher auch schon die Zähne was zutun bekommen haben. Vor allem, wenn das zu verarbeitende Material so gut schmeckt wie dieses Thymianbrot. Lauwarm aus dem Ofen, saftig, ordentlich gekräuteter, leicht speckiger Teig - trotzdem noch locker und eine dünne aber resche goldgelbe Kruste. Hände und Mund sind gut beschäftigt bis die Vorspeise kommt.

Die muss schon sein. Es herrscht Einklang bei uns am Tisch, wir essen das Gleiche. Da wir zur Hauptspeise sowieso faschiertes Huftier bekommen, darf's zur Vorspeise was mit ganzen Körpern und Tentakeln sein. G'schmackiger dann als: Frittierte Calamari mit "old bay" Tartare (€14,00) auf der Karte zu finden. Am Teller war dann aber eigentlich eine Sauce Gibriche aber eben das, was wir hier unter Sauce Tartare verstehen mit Zugabe: Jawohl die Küchenmannschaft versteht was von guten Geschmackskombinationen, genau das Richtige für uns. Da traut sich wer, mit der verstaubten Sauce Tartare und den panierten Meerestieren zu experimentieren. Zum einen ist die Mayonaise der kreativen Sauce natürlich selbst gemacht, dann mit ganz viel Karpern, Cornichons und (vermutlich) Jalapenos bestückt UND mit einem Fischgewürz (old bay: Muskat, Piment, Ingwer, Zimt, Senfsaat etc.) aromatisiert. Diese "Sauce" erinnert tatsächlich eher an ein Tatar von dem Essiggemüse. So viel zerheckseltes umzogen von beige-cremiger Mayonnaise. Schmeckt uns. Zitrone passt immer zu Meeresgetier und die war auch dabei. Die Calamari in einer leicht rötlichen hauchdünnen Panade - wahrscheinlich wegen pulverisiertem Paprika - gebacken. Gibt einen guten Geschmack - ohne Frage. Eine gute Portion. Hätten aber beißfreundlicher sein können. Etwas dehnbar waren die schon im Mund - trotzdem gut.

Zwischendurch wird noch nachbestellt. Wir steigen mit leichtem Schwierigkeitsgrad ein: Ketchup bitte zu den Burger-Pommes-Frites. Klar, gern kein Problem. Einen guten Roten dann bitte zum Burger. Eigentlich wollen wir den Ghost Pines vom letzten Mal, aber die junge Sommeliere schlägt uns vor, was Neues zu probieren. Gut, was denn? Einen Shiraz. Naja, so neu ist uns der nicht. Aber der kommt aus Australien. Na gut, dann doch neu und wir sind gierig. Da kommt die kleine junge Frau mit einer Riesen-Magnum-Flasche von dem Roten (Salomon, € 6,50 für 0,1). Das macht Eindruck. Sie gießt dem Ketchup-Junkie einen winzigen Schluck ins Glas und die Verkosterin weiß, dem Mann wird der besonders gut schmecken. Das ist genau sein's. Er nimmt gleich doppelt so viel, also: 0,2. Sie selber mag' den auch, aber befindet den Ghost Pines für besser. Dennoch, beides sehr gute Weine. Sehr gute Beratung.

UND jetzt wird's komplizierter: knusprigen Speck wollen wir in letzter Minute auch noch in den Burger. Der Wein verträgt das und wir auch. Unsere Ratgeberin fragt nach in der Küche. Und ja sie hat's möglich gemacht. Der Speck kommt mit in den Burger. Das Ketchup im Miniglas von Heinz (leider nicht hausgemacht) auf den Tisch. Aber all das nicht auf die Rechnung.

Es dauert nicht lang, da kommen auch unsere Burger dazu. Die machen schon den Augen Freude. Ein glänzendes, gut aufgegangenes, flaumiges, goldbraunes Briocheweckerl bestreut mit gerösteten und gehackten Kürbiskernen. Hebt man die halbrunde Oberhälfte ab, ist die braun knusprig angeröstet und es kleben dünn geschnittene Cornichons in einer Paradeiser-Mayonnaise drauf - nichts suppt durch. Auch nicht an der unteren Hälfte, weil die ist natürlich auch geröstet und raffiniert mit karamellisierten Rotweinschalotten bestrichen. Nur an manchen Stellen schimmert noch der pastellgelbe feinporige Briocheteig durch. Eisbergsalat, Paradeiserscheiben. Eine Riesenportion knusprig gebratener aromatisch rauchiger Speck toppt das saftige medium gegarte Fleischlaberl vom Salzburger Bio-Rind. Darauf ist der gut gereifte Vorarlberger Bergkäse richtig durchgeschmolzen. Das sind kräftige Aromen. Jede Komponente für sich geschmacklich und qualitativ auf sehr hohem Niveau. Die Pommes Frites ebenso. Goldig braun gebacken. Knusprig außen, pürreeartig weich innen. Einige davon am großen Teller. Genau richtig mit Bergkristallsalz gewürzt. Davon werden sogar wir satt. € 18,00 ist uns der Spaß wert und ja, das hat uns dieses Essen auch gemacht.

Daran beteiligt war natürlich auch die wirklich aufmerksam zuvorkommende Servicemannschaft. Die wissen was man braucht, bevor man's selber weiß und die Sommeliere, wusste wir brauchen noch was. Darf's noch ein Glas Rotwein sein? Nein danke, wir sind zufrieden - es wird schon dunkel, wir werden dann aufbrechen. Vielleicht noch ein Grappa oder ein Schnapserl auf Einladung? Naja, eigentlich nicht. Na aber sie hätte da was Feines. Was schmeckt uns denn? Wissen wir nicht. Aber die Sommeliere weiß es. Sie kommt mit einer fragilen Flasche und präsentiert uns: einen Haselnuss-Schnaps. Sie schenkt uns ein - in die langstieligen kleinen Gläser. Und ein Duft von Nussnougat macht sich auf den Weg in unsere Nasen. Beim schluckweisen Genießen bleibt der samtig am Gaumen. Gelungene Überraschung. Gelungener Abend. Danke für die Neuigkeiten. Es hat alles so gut geschmeckt.

Burgeressen immer wieder gern im DSTRIKT. Und jetzt wissen wir, wir hatten in Wien noch keinen besseren und ein dermaßen gutes Schnapserl danach ist doch ganz brauchbar für uns.

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Jetzt bin ich ziemlich hungrig geworden.

15. Aug 2014, 21:55·Gefällt mir
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11. August 2014
Restaurant Herbert Hettegger - Niedergrünbach
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11. August 2014
SpeisenAmbienteService
Ausflug nach Ottenstein mit Übernachtung, damit wir uns nach der BMX-Golfrunde und einer ausgiebigen Dusche so richtig gemütlich und in Ruhe sattessen können. Denn wir wissen, dort gibt es eine Sel... MehrAusflug nach Ottenstein mit Übernachtung, damit wir uns nach der BMX-Golfrunde und einer ausgiebigen Dusche so richtig gemütlich und in Ruhe sattessen können. Denn wir wissen, dort gibt es eine Seltenheit: ausgesprochen gutes Essen am Golfplatz. Meint zumindest Falstaff und schenkt aktuell 2 Gabeln.

Die anderen haben die Hetteggers wohl selbst gekauft, weil wir brauchen doch mehr vom Besteck. Wir wollen ja g'scheit essen. Je zweimal salzig und einmal süß für vier. Wir brauchen das für unser Verbrennungskraftwerk. Der harmonisch natürliche Platz gleicht einer Wanderlandschaft und wir waren 18-Loch zu Fuß unterwegs. Zurück im großräumigen Clubhaus hat uns die Hettegger-Mannschaft schon einen schönen großen Tisch für 4 im Wintergarten mit Blick auf's "Green" vorbereietet. Wir sind zwar nur zu zweit aber Hunger für 4 haben wir. Sieht man uns das an? Die Neo-Mama Frau Hettegger meint, so können wir uns mehr ausbreiten.

Die Hetteggers und ihre Helferleins bringen eine familiäre Atmosphäre in den hallenartigen Restaurantraum. Schon beim Tischreservieren an der großen und schön aufgeräumten halbrunden holzverkleideten rustikalen Schank, wird man nicht nur von der Wirtin begrüßt sondern auch vom Junior, der dort in seinem Freischwingerbettchen abhängt und entspannt. Sonnig vor sich hinlächelnd, freut er sich offensichtlich herzlich über Gäste. Das macht gute Laune. Auch der Ott Fass 4 im Weinkühlschrank. Im Landhausstil auf waldviertlerisch (grün orange grob kariert) ist auch der Rest des riesigen Gastraums gehalten. Der Plafon korreliert mit der Höhe der mächtigen Giebeldachkuppel. Wenig Tageslicht kommt in den Saal. Schwierig den mit Interieur heimelig zu gestalten. Aber die Hetteggers machen ihr möglichstes.

Wir sitzen also in dem schönen Wintergarten, der Bereich des Restaurants, wo man sich wirklich wohl fühlen kann - ist leider auch der Raucherbereich. Schade. 18h und es sind schon einige Gäste im Großraum, aber auch im Wintergarten. Und das sind nicht nur Golfer.

Unser Holztisch (Landhausstil) mit Glaseinlage ist kühl. Da ist zwar ein Tischläufer, aber der Länge nach - quer wär's angenehmer. Auch für die Rutschfestigkeit und die Akustik des Bestecks. Die Gläser haben weichen haptisch angenehmeren Untergrund - den hätten unsere Unterarme auch gern. Egal, nicht tragisch.

Vorschau auf die Nachspeise. Herr Hettegger, der Küchenchef, scheint "im Herzen" auch ein kleiner Patissier zu sein. Denn die Liste der Desserts ist lang. Und am Tisch steht noch ein Taferl mit 4 verschiedenen Mehlspeisen. Alles Eigenproduktion. Ein Kaiserschmarrn mit Beerenröster soll's auf jeden Fall werden. Und die Salzburger Nockerl mit Himbeerragout und Vanilleeis. Aber die kosten € 16,80? Druckfehler? Nein, die sind so groß, und reichen für 4, meint der junge Mann vom Service. Die Originalen, die die 3 Hausberge Salzburgs darstellen sollen. 3 Berge - da braucht der Mann weibliche Unterstützung von der Kaiserschmarrnfraktion. Aber die mag keine Eischneeberge. Sie überlegt noch. Wir haben ja noch Zeit.

Aperitif - sowas wollen wir eigentlich fast nie - sondern gleich den guten Stoff. Da die Vorspeisen-Tiere aus dem Meer kommen, nehmen wir einen Grünen Veltliner Löss-Terrassen (toller Wein) € 3,40 - schmeckt uns fast so gut wie unser Lieblings-Grüner: der Ott Fass 4. Ein freundlicher junger Mann, mit spürbarer Erfahrung im Service bringt uns gleich auch Leitungswasser und ein Körberl mit Riesensalzstangerl mit. Wirklich groß, keine zwei spitzigen Enden, sondern schön abgerundet - keine Verletzungsgefahr.

Wir sind kurz enttäuscht, weil da steht ein kleiner Teller mit kleinem Messer für's Gedeck am Tisch - und dann kriegen wir da nix zum Draufstreichen dazu? Trockenes Gebäck? Grüner Veltliner passt eh dazu, der wird's saftiger machen. Nein, nicht notwendig: diese hausgemachten ofenwarmen Salzstangerl sind flaumig, weich und dazu noch mit Knoblauchpaste gefüllt. Überraschung gelungen. Und der Veltliner passt perfekt.

Auch zum Thunfischcarpaccio mit Soja-Sauce, Sesamöl und Ingwer (€ 12,80). Weißer Thunfisch in auffällig runder Form (vielleicht in Frischhaltefolie zum Einfrieren und Schneiden fixiert?), natürlich ganz dünn aufgeschnitten liegt am Teller mit dem rosa Ingwer ( so wie man den vom 08/15 Sushi kennt, also leider nicht selbst eingelegt) und darüber ein paar gesalzene Erdnüsse verteilt. In der Mitte thront ein bisschen fein marinierter Blattsalat und am Tellerrand ist Kräutersalz (Trockenkräuter mediterraner Art) verteilt. Vinaigrette - ein Mix aus Soja-Sauce und Sesamöl. Naja, nicht schlecht - aber alles nicht ganz harmonisch, macht irgendwie nicht so viel Spaß wie diese Salzstangerl und...

...die Riesengarnelen auf Avocados und Knoblauch-Chili (€ 13,00). Ja, das schmeckt man: ganz viel scharf. Aber für uns genau richtig und so, dass der Rest auch noch gut rüber kommt. Vor allem die 6 Stück Garnelen - gut gewürzt, mit Paprika oder sogar Brathuhngewürz? Gepasst hat's perfekt. Riesen waren die keine - aber kann man durchgehen lassen.Die samtig cremigen Avocadoscheiben dazu bremsen ein bisschen die Schärfe und halb-ofengetrocknete Paradeiser, machen das Gericht fruchtig. Und sind eben noch halb saftig und leicht süß. Perfekt! Da kriegt die gegenübersitzende Rohköstlerin Futterneid.

Bei der Hauptspeise kann das nicht passieren. Wir bekommen nämlich das Gleiche. Zweimal Rumpsteak mit (laut Karte) Eierschwammerlspitz, Pfeffersauce und Gemüse (€ 18,50). Dazu Rotwein. 2 Blaufränkische vom Pittnauer (€3,90). Einseitige aber absolute Begeisterung für diesen Wein. Der Mann ist zufrieden, braucht aber was Kräftigeres. Herberes. Und ordert nach Beratung von Frau und Serviceherrn für die zweite Runde einen Zweigelt vom Glatzer (€ 3,50). Ja der passt ihm besser. Das Fleisch wollten wir medium-rare. Genau so haben wir's bekommen. Ein gutes Stück vom Rind. Gereift wahrscheinlich ein bisschen, aber kein penetranter Abhanggeschmack. Trotzdem schön rauchig und gute Röstaromen. Nicht das feinste Stück vom Rind, aber dennoch ein sehr gutes. Die daraus gezogene Pfeffersauce, war aromatisch und herzhaft. Der feurige Südländer hätt' sich mehr Pfeffer(körner) gewunschen. Aber das nur nebensächlich. Für die Nordfrau war's gut so. Das Gemüse dazu aus dem Wok, schön würzig abgeschmeckt mit knackigem Biss, da und dort. Und dann waren da diese zwei herrlich knusprigen Spitze aus kompaktem Strudelteig, goldig braun. Gefüllt mit hellgelbem locker buttrigem Erdäpfelpürree. Nur leider: keine Eierschwammerl. Nirgendwo. Im gewokkten Gemüse zwar Verwandte davon (Champignon) aber die schönen gelben Schwammerl haben wir vermisst. Schade. Egal, weil geschmeckt hat's eigentlich dennoch ganz hervorragend. Ein toller Hauptgang.

Nach langem hin und her und genug Zeit um drüber nachzudenken, hat sich die Hobbykonditorin überlegt, dass der Küchenchef anscheinend ja eine gute Hand hat für Süßes und der Teig den Zutaten des Kaiserschmarrns ähnelt, ja so ein bisschen an flaumig luftigen Biskuit erinnert und weit hergeholt aber dann auch geschmacklich nicht mehr so weit weg vom Kaiserschmarrn. Vanilleeis ist ja auch noch da, und wird gern gegessen und das Himbeerragout, da kann nix falsch sein. Sie hat sich's schön geredet. Also original Salzburger Nockerl kriegt man so selten wo. Und weil er ja nur die stümperhafte Rohvariante vom Grünspan in Wien kennt, muss er doch einmal schmecken, wie gut die wirklich sein können. Na gut, also dann her damit. Zu zweit bezwingen wir locker 3 Berge. Die wirken optisch einschüchternd, aber wir lassen uns da nicht entmutigen. Und der Herr Hettegger hat's uns so leicht wie möglich gemacht. Weil die waren einfach unpackbar gut. Und die Kunst: standhaft bis zum letzten Löffel aus der großen Auflaufform. Angeblich waren's 12 Eier (aber sicher nicht ganze - weil mehr Schnee als Dotter) - mit viel Luft und Zucker und Vanille. Die warmen Himbeeren und das kalte Eis (eh nur 2 Kugerl) haben das perfekt komplettiert.

Noch ein Espresso (€2,10) eher lasch, ein gelber Muskateller vom Mayr (€ 3,70) sehr gut und ein angenehmes Gespräch mit der Chefin, die gerade ihren Junior spazieren trägt - sehr nett, sehr schöner Abend zu einem sehr fairen Preis (€ 120,00 inkl.) Bis bald!









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9. August 2014
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4. August 2014
SpeisenAmbienteService
Ein Ehepaar. Beide sind sehr begabt, in dem was sie tun. Konditor- und Bäckermeister sind sie. Denn was die beiden aus ihrer hauseigenen Backstube in den Verkaufsraum nach vor bringen ist wirklich ... MehrEin Ehepaar. Beide sind sehr begabt, in dem was sie tun. Konditor- und Bäckermeister sind sie. Denn was die beiden aus ihrer hauseigenen Backstube in den Verkaufsraum nach vor bringen ist wirklich herausragend in Wien und vor allem einzigartig. Es gibt nur diese eine kleine "Filiale". Nein, diese Bäckerei/Konditorei hat nichts mit den anderen Neumeister-Bäckereien in Wien zutun. Nicht irritieren lassen.

Das kleine Schaufenster am Ende der Sandleitengasse, das einen Blick in den kleinen Verkaufsraum mit Vitrine und erster gemütlicher Sitzecke gibt, wird immer liebevoll für die traditionellen Festlichkeiten und Saisonen dekoriert. Ja, das Angebot und die Auswahl wird sehr klein und sehr fein gehalten. Es ist nicht immer alles verfügbar. Gebacken und geknetet und geformt wir per Hand und nach Jahreszeit, Festlichkeit und Wochentag.

Somit versteht sich die Handsemmel von selbst, die gibt's täglich. Genau so wie verschiedene Brotsorten, Kornweckerl/ auch -spitz (auch Dinkel), Blechkuchen (immer 2 Sorten - je nach Saison und Belieben der Konditorin). Die Gebäckgröße ist österreichisch und nicht tendenziell überdimensional amerikanisch. Wie groß das Stück vom (Blech-)Kuchen sein darf, kann man sich in Absprache selbst aussuchen. Es wird nämlich gewogen. Briochekipferl gibt's zum Glück auch jeden Tag - aber meistens nur noch bis zum Vormittag verfügbar, dann sind die alle weggegessen. Oder man lässt sich schon am Vorabend eins für den nächsten Tag reservieren. Das klappt zuverlässig.

In der Früh und vormittags trifft sich nämlich die umliegende Nachbarschaft, mit dem Privileg den Tag für sich zur freien Verfügung zu haben, dort zum kleinen Frühstück mit Häferlkaffee oder Gabelfrühstück mit Topfengolatsche. Frau Neumeister oder auch der Herr, je nach dem wer gerade in der Backstube werkt - füllen, belegen oder streichen auch gern Herzhaftes aus ihrer kleinen Kühlvitrine in ihr/sein Gebäck für ihre Gäste oder die Schulkinder, die eine 10er Pausenjause brauchen. Die gemütliche Sitzecke ist ein beliebter Platz zum Plaudern. Es gibt aber auch einen gemütlichen Raum nebenan und einen Innenhof - dort fühlen sich auch die beiden Hauskatzen äußerst wohl.

Individuell und anders ist alles im Geschmack. Alles schmeckt besonders gut und eben anders. Kein Einheitsbrei. So auch die Gastgeber. Die ihren Gästen so weit möglich alle Wünsche erfüllen. Wenn am Nachmittag eine junge Frau einfach nur eine Tasse Tee und ein paar Stückerl von dem fruchtigen Weingelee dazu naschen will, dann bekommt sie das auch. Und eine angenehme Ruhepause auch noch oben drauf.

Will man aber den herrlich flaumig weichen Milchstollen, dann muss man am Donnerstag kommen oder die besonders saftigen Germteigstrudel (Mohn und Nuss) mit süßem Zuckerguss kunstvoll besprenkelt und offen geflochten, dann kommt man am Freitag vorbei. Entweder vor Ort verkosten oder viel mehr davon mit nach Hause nehmen.

Besonderheiten werden gerne nach Wunsch maßangefertigt. Zum Beispiel Nussbrot, da haben die Neumeisters ihr Hausrezept. Das gibt es aber nicht so oft. Daher vorbestellen und es wird zuverlässig zum Wunschtermin gebacken. Es lohnt sich, seinen Brotkonsum zu planen. Denn dieses Nussbrot hat's drauf. Da sind auch Haselnüsse drinnen, gemeinsam mit feinstens vermahlenem Vollkornmehl. Saftig, gute Kruste - sensationeller Geschmack.

Die beiden Konditoren verstehen nicht nur viel von saftigen flaumigen Germteigen und feinem Brioche, sondern eben auch von Torten. 2-3 Sorten Tortenstücke gibt es jede Woche. Aufwendigst und gekonnt zubereitet. Manchmal auch Punschkrapfen. Die sind jetzt nicht ganz nach unserem Geschmack dafür aber umso mehr die Neumeister-Krapfen in der Faschingszeit.

Eins gilt immer: Man muss zeitig dran sein, damit man noch die freie Wahl hat. Weiß man was man will, dann kann man seine Vorbestellung bei Frau Neumeister aufgeben - sie hebt dann was auf.

Billig ist es nicht, aber sehr wertvoll. Bio-zertifiziert auch nicht aber sehr regional. Alle Zutaten werden von kleinen Traditionsbetrieben rund um Wien bezogen.

Ein Glück so einen kleinen Betrieb, bei uns um's Eck zu haben. Auch wenn bei uns der Name Programm ist, spielt's das Programm "Brotvernichten" nur in besonderen 3 Situationen. Situation 1: es gibt feine Produkte im Kühlschrank, die einer ausgiebigen Brotjause würdig sind. Situation 2: es wird uns ein Brotkörberl/Gedeck beim Auswärtsessen serviert. Situation 3: wir haben Gäste. Und eine von uns versucht sich auch oft gern selber als Konditormeisterin.

Daher sind wir keine alltäglichen Kunden bei den Neumeisters, aber sehr treue.
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Ein paar weitere Produkte gekauft und genossen. Wirklich gut.

29. Aug 2014, 16:16·Gefällt mir

Ich geh morgen hin zur Kaffee und Kuchenjause und werde dann meine asiatische Expertise darüber schreiben (oh ja...)

8. Aug 2014, 19:52·Gefällt mir2

LCI14, ich hatte es nicht leicht, mich zwischen Marillen- und Zwetschkenkuchen zu entscheiden. Nun: Der Zwetschkenkuchen ist auch ein Traum!

8. Aug 2014, 19:23·Gefällt mir1
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1. August 2014
SpeisenAmbienteService
Mittelmäßig - so lässt sich's treffend zusammenfassen: preislich mittel kalkuliert sind die Speisen dazu aber nur mäßig gut. In Wien geht ja grad der Burger-Wahn um. Wir haben BSE (Burger-Sucht-... MehrMittelmäßig - so lässt sich's treffend zusammenfassen: preislich mittel kalkuliert sind die Speisen dazu aber nur mäßig gut.

In Wien geht ja grad der Burger-Wahn um. Wir haben BSE (Burger-Sucht-Erkrankung) aus Stuttgart 2012 nach Wien mitgebracht. Quarantäne war nicht nötig - um uns herum ließen sich die Leute alle bereitwillig gern davon infizieren - wie man sieht.

So ein Burger hat was diffizil Facettenreiches. Ein Buch mit mehreren Kapiteln - ein guter Burger ist die beste Visitenkarte für einen Gastronomiebetrieb: Burger gut - alles gut.

So ein Burger sollte den gesamten Schaffensbereich der jeweiligen Restaurantküche gut abbilden können. Von der Fleischqualität und -zerkleinerung und Garpunkt, über das geschmackvolle Auwählen des Brotes/ oder sogar Brotbacken, die Frische beim rohen Gemüse/Salat, das gekonnte selbst Zubereiten von Saucen/Mayonnaise, Kreativität und Zubereitung bei der Beilagenauswahl und auch auf welchem Geschmacksniveau die Auswahl von guten Zusatzprodukten wie Speck und Käse basiert. Ja, so ein Burger ist wie ein Zeugnis. Zumindest dann, wenn man BSE hat.

Erwartungen waren an alle Teilaspekte eines Flatscher-Burgers hoch. Die besten Bewertungen hier. Also unsere BSE muss dort für die nächste Zeit total besänftigt werden. Und es ist ein schöner Samstag-Abend, der letzte im Juli - wir wollen bitte draußen sitzen, sagen wir dem jungen Herrn am Telefon. Der sagt:"Kommt's einfach vorbei. Wir finden schon was." Erstaunlich einfach, da so spontan einen Tisch zu bekommen. Große Freude - die zwei Junkies kriegen den guten Stoff.

Tja und im Flatschers sind wir für € 13,50 pro Burger, der natürlich mit selbst hausgeschnittenen Pommes-Frites angeboten wird, zwar ordentlich satt geworden aber zufrieden? Nein, das waren wir dann doch nicht.

Wir sitzen also wirklich draußen auf dem gebretterten Schanigarten - maximale Sitzplatzbelegung aber gut verteilt, sehr angenehm mit Blumenkörberl als Platztrenner zwischendrinnen ausgestattet. Platzangebot an der Straßenkante - clever genutzt. Ein Körberl mit fleckigem Billigbesteck steht am Tisch. Servietten, Gabel, Löffel, Buttermesser und ein lächerliches Steakmesser, dass sehr blasse Erinnerung an das original Laguiole-Messer aufkommen lässt. Fürs Burgeressen aber ausreichend. In der Wartezeit bis zum Essen brauchen wir eh Beschäftigungstherapie, da können wir dann auch mit den Flatschers-Servietten das Besteck putzen.

Der Burger ist schnell gefunden: Double Cheese Burger. Für uns noch zu puristisch. Da müssen noch 2 Gläser vom Shiraz (€ 4,80 pro Achterl), Maiskolben (€ 4,50) und Sauerrahm Sauce (€ 2,50) dazu. Kann der Burger auch medium-rare gebraten werden? "Nein, leider - der ist eh ganz gut so, Sie werden schon zufrieden sein. Das dürfen wir wegen den Hygienevorschriften nicht." Aha, hätten wir uns ganz anders erwartet.

Rotwein kommt an den Tisch. Wird verkostet. Und es wird gehofft, dass er dann zum Essen besser schmeckt. Irgendwie sauer - Essigtendenz.

Nach ca. 10 Minuten hoffen, kommen unsere beiden großen Burger. An der Portionsgröße wird weder beim Burger noch bei den Beilagen gespart, wir mögen das. Guter Ersteindruck.

Also wir legen los: Das Burgerweckerl - stellt sich dann als Burgerfladenbrot heraus. Nicht gut aufgegangen in der Retzer Bäckerei Blei - der blasse Germteig. Auch an den Schnittflächen - nicht geröstet worden. Dafür ordentlich durchgesuppt mit der paradeislastigen Burgersauce. Zu den Rändern hin wird's aber staubig. Trocken. Zäh - leider nicht knusprig.

2 Salatblätter unterschiedlicher filigraner Sorten und 2 große Paradeiserscheiben. Knackig, saftig, frisch. Rohe Zwiebelringe - naja, süßlich angebraten wären sie uns lieber.

Die Sauce ist fruchtig, würzig - aber rauchig? Eher weniger. Umso mehr vom Raucharoma hat der Hauptdarsteller: das Fleischlaibchen. Auffällig viel Raucharoma. Wie kriegt man das hin? Am Lavasteingrill. Mit Feuer und Holzkohle? Vielleicht. Aber in der Küche eher unwahrscheinlich. Wir haben den Verdacht, dass da mit aromatisiertem Rauchöl oder "Liquid Smoke" nachgeholfen wurde. Vermutung. Eindeutig klar ist, dass das Fleisch dort sehr grob geheckselt wird. Zu grob für unser Burger-Mundgefühl und für das Fake-Laguiole-Messer. Unklar wiederum ist, woher Wiesbauer-Gourmet das Burgerfleisch für Flatschers bezieht. Was wir schmecken können ist, dass es schön saftig und rosa gebraten ist. Inklusive der erwähnten übernatürlichen Röstaromen. Das macht schon wieder Spaß im Mund. Der Käse wird doppelt versprochen. Einfach wär's dann viel zu wenig. So war's grad noch genug. Durchgehend schön geschmolzen. Leider wenig Eigengeschmack. Mit dem Speck ist man auch sparsam umgegangen. Vielleicht will man dem Brot und Fleisch nicht die Show stehlen. Aber bei der Größe hätten die beiden kein Problem mit mehr Speck gehabt und wir auch nicht. Fett ordentlich ausgelassen, daher auch so schön knusprig gebraten. So wollen wir das.

Die Pommes Frites - sehr gut. Außen knusprig, innen weich. Groß, dick, sattes Kartoffelgelb. Gut gesalzen.

3 oder 4 halbe Maiskolben. Unspektakulär aber schön weich. Gegrillt? Leider nicht - vielleicht dran vorbei getragen.

Die Saucen sind eher durchschnittlich. In der Karte steht nix von haus- oder selbstgemacht. Der Sour-Cream-Dip mit Knoblauch. Stimmt, hat man rausgeschmeckt und auch Mayonnaise war präsent. Mögen wir da drinnen nicht so gern. Polarweiß. Daher sicher keine hausgemachte Mayonnaise verarbeitet - Fertigsauce. Erinnert auch an jene, vom großen gelben M. Schade. Auch die Dip-Sauce auf Paradeiserbasis für die guten Pommes-Frites war zwar essbar - entweder aus Massenware zusammengemischt oder gleich pur in die weißen kleinen Schüsserln portioniert. Da man dort auch einiges der Firma Heinz im Miniglas ordern kann - vermuten wir Letzteres.

Mittlerweile ist uns auch klar: Der Wein ist weit unterer Durchschnitt und im Preissegment des Durchschnitts. Somit noch beschwerdefrei.

Flatschers Konzept wirkt und geht auf. Bei den Kleinigkeiten wird ordentlich gespart, davon gibt's aber abseits des Fleisches ganz schön viele. Somit wird massig gespart. Das merkt man auch. Wer auf schönes Ambiente (inkl. Besteck, Beleuchtung, Sitzkomfort) und Geschmack (Hausgemachtes oder zugekauftes Hausgemachtes) wert legt, so wie wir - wird nicht ganz zufrieden sein, aber vielleicht zum schnellen fleischeslustigen Sattwerden wieder kommen. Dann aber lieber Fleisch pur mit Pommes Frites.








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4 Kommentare·Zeige alle Kommentare

Liebe "Brotvernichter" ! Vielen Dank für Ihre - wirklich umfangreiche und wortwitzig geschriebene - Bewertung. Es tut mir leid, wenn wir Ihre Ansprüche nicht in vollem Umfang erfüllen konnten. Sehr gerne dürfen Sie bei Ihrem nächsten Besuch mit mir einen Blick in die Küche werfen und unseren sensationellen Lavasteingrill begutachten. Liquid Smoke brauchen wir - Gott sei Dank - nicht, um die tollen Raucharomen zu erzeugen. Das ist einfach nur die Power unseres Grills. Ich würde mich freuen, Sie in "Echt" ohne der Anonymität des www kennenlernen zu dürfen. Bei einem nicht-essig-Wein gehe ich dann gerne auf alle anderen Punkte persönlich ein. Mit herzlichen Grüßen Andreas Flatscher

2. Aug 2014, 17:54·Gefällt mir4

BSE kann akut auftreten oder chronisch sein - mit chronischer BSE lebt sich's aber ganz gut, wir haben schnell gelernt damit umzugehen :)

1. Aug 2014, 16:17·Gefällt mir

Auch hier HGL-Dauerabo!

1. Aug 2014, 16:06·Gefällt mir1
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29. Juni 2014
SpeisenAmbienteService
Wir sind gern oben ohne unterwegs - und das oft und gern auf unserem "Hausberg". Der Riederberg. Eine Strecke, die wir besonders mögen und teilweise auch schon gut und lang kennen. Nur die Gastron... MehrWir sind gern oben ohne unterwegs - und das oft und gern auf unserem "Hausberg". Der Riederberg. Eine Strecke, die wir besonders mögen und teilweise auch schon gut und lang kennen. Nur die Gastronomie haben wir da noch nicht ganz ausgekundschaftet. Die Beschilderung vom "BONKA" ist uns schon oft aufgefallen, nur wir waren nie hungrig unterwegs. Aber neugierig. Daher haben wir uns diesmal den Hunger aufgespart.

Gestern, Samstag, Supersonnenwetter. "Ein herrlicher Gastgarten" - steht auf der Website geschrieben - na, da wollen wir natürlich sitzen. Also zur Sicherheit einen Tisch NUR für uns beide reserviert. Telefonisch, sehr freundlich, ganz unkompliziert.

Der Herr zur Telefonstimme empfängt uns bei der Ankunft prompt. Erstaunt über den eher schmal angelegten und leeren Gastgarten, suchen wir uns den noch angenehmsten Platz im Schatten aus, denn Sonne gibt's da keine. Am Foto sah der Gastgarten irgendwie großzügiger und sonniger oder eben herrlicher aus. Liegt vielleicht am Blickwinkel, am Sonnenstand. Dass er etwas chaotisch vernachlässigt wirkte, wohl dann eher an der fehlenden Hand.

Trotzdem, wir können's uns gut gemütlich machen. Der junge Herr richtet unseren auserwählten Tisch so, dass wir uns nun gut angekommen fühlen. Das Haus ist schon sehr alt, der Chef noch gar nicht stellt sich heraus. Denn das ist er persönlich, ein junger engagierter Mann weniger aber höflicher Worte. Kein Problem, plaudern tun wir eh gern mit uns allein. Wir werden gern bewirtet und nicht bedient. Und Honig haben wir lieber im Essen als um den Mund. Passt schon so.

Die Karten hat er uns gleich mitgebracht. Wir sind (leicht zu) irritier(en)t - denn da geht's verkehrt los. Mit den Nachspeisen. Dann die Hauptspeisen. Zum Schluss die Vorspeisen. Gut, wir dürfen aber wiederum andersrum essen - wir finden uns zurecht. Dauert nur kurz länger. Klar und deutlich: Fleisch ist Bio. Also: Hauptgang wird dunkles Fleisch. Das steht fest. Somit ist die Weinfrage für den Hauptgang schnell geklärt. Einmal Merlot (vom Reeh, € 4,50) und einmal Blaufränkisch (leider vergessen, € 4,50) .


Wir wollen heut' alles verspeisen: Davor, überhaupt und auch danach. Nachspeise - da sind wir uns prompt einig: die Topfenköderl mit Zwetschkenröster. Eierschwammerl gibt's jetzt gerade. So wie möglich wird beim BONKA Wert auf biologische Zutaten gelegt, alles von regionalen Bauern zugekauft oder selbst hergestellt. Das mögen wir. Was wir nicht mögen: Eier aus Bodenhaltung - egal von wo. Warum also dort im Kücheneinsatz?

Klein gehaltenes aber gut ausgewähltes Angebot an Gerichten. Rind, Lamm, Schwein und Huhn. Vegetarisch. Alles da und auch außergewöhnlich Traditionelles aus der Region, das in Vergessenheit geraten ist. Fortschrittlich moderne Tradition.

Das sieht man auch beim Rundgang durch's alte Haus. Da wird Altes behalten - der Holzofen in der Küche, der offene Kamin in der Gaststube, die gute alte Wirtshausgarnitur. Aber Neues kommt dazu. Gläserne Türen mit gekonnt und passend gestaltetem Corporate Identity- BONKA-Logo. Die Sanitäranlagen geschmackvoll erneuert. Ein heller offen gestalteter Zubau mit Wintergarten, an dem ganz offensichtlich noch gearbeitet wird. Ein uriger alter Stadl, für Feste und Veranstaltungen ist auch im hinteren Trakt.

Und fast fertig ist: eine Sonnenterasse, die das Adjektiv HERRLICH tatsächlich verdient. Dort wären wir viel lieber gesessen. Aber der Chef selbst und allein, will nicht so weit laufen. Und wenn er noch die richtig fleißigen Läufer findet, die am Weg die Speisen mitbringen, dann könnte man schon im August genau dort sitzen. Mal schauen, wie das Essen ist, dann könnte man da ja wieder herkommen.

Jetzt haben wir uns dann aber auch für Vorspeise und Hauptgang entschieden: Ziegenfrischkäse auf Blattsalat (€ 6,80) und dann ein Eierschwammerl-Rostbraten mit Erdäpfelkroketten (vom Junior-Chef abgesegneter Beilagentausch) um € 18,80 wird's für die Eine und für den Anderen: geröstete Eierschwammerl auf Blattsalat (€ 9,80) und dann ein Weiderindsbraten mit Knödel und Preiselbeeren (€ 16,80).

Zur Vorspeise ein Gelber Muskateller (€ 3,80) für den Anderen und die Eine nimmt einen Riesling (€ 3,40). Der junge Herr Bonka berät uns sehr fair und souverän. Eigentlich sollt' das selbstverständlich sein, haben wir aber schon oft leider anders erlebt. Wir schätzen das. Nur die für Niederösterreich außergewöhnlich hohe Kalkulation der Weinpreise wiederum gar nicht.

Die Vorspeisen kommen recht schnell. Mit Brot! Jawohl, so mögen wir das - vor allem, wenn das gastlich auf's Haus geht. Nur leider ist es nicht mehr richtig frisch. Geschmacklich wär' sowohl das weiße Baguette und besonders das Walnussbrot (außergewöhnliches Brotgewürz) wirklich gut gewesen - nur leider, die zähe bzw. trockene Konsistenz wirkt unangenehm bei. Schade. Dafür sind die Salate gekonnt mariniert. Niederösterreichisch - ohne süßen Geschmack aber trotzdem gut ausbalanciert mit Essig, Öl und Salz. Salate sind auf beiden Tellern gleich. Dunkler Feldsalat, knackig, nussig und frisch. 4 Hälften einer Cocktailparadeiser zieren jeweils den quadratischen Glasteller.

Der Ziegenfrischkäse besonders seidig, saftig und sehr mild. Für's Herzhafte muss da nachgesalzen und gepfeffert werden. Begleitet wird der von ein paar wenigen Kürbiskernen und ein paar Tropferl von deren Öl. Sparsamer Umgang - aber noch ausreichend für den Geschmack. Dafür umso großzügiger mit den 4 dicken Ziegenfrischkäsescheiben von der Rolle. Insgesamt sehr gelungen.

Eierschwammerl sehr zierlich. Aromatisch. Nur leicht angedünstet, leider zu wenig geröstet. Und nur spärlich am guten Salat. Es wird Verstärkung angeliefert: etwas Ziegenfrischkäse wird partnerschaftlich geteilt und der ergänzt das Ensemble perfekt. Wir richten's uns schon so, wie wir's gern haben.

Beide Weißweine waren recht gut. Keine Beschwerden. Der Weißwein noch gar nicht ganz ausgetrunken, wären schon die Roten für die Hauptspeise bereit. Aufmerksam nachgefragt, ob wir auch so weit wären. Ja, unbedingt. Das geht sich auf unserem Tisch locker aus. Einfach dazu stellen. Der Merlot vom Reeh, ist wie sein Winzer ein transparenter Purist. Eher gewöhnungsbedürftig. Der Blaufränkische ist unspektakulär aber in Ordnung. Der Wein wird in Kännchen serviert. Glas extra. Das wünschen wir uns oft.

So haben wir's auch gern bei Preiselbeeren - extra. Nur das funktioniert dort nicht. Alles auf einem Teller: Rinderbraten in einer leichten Majoran-Rahm-Sauce und einem Erdäpfelknödel. Farblich eher grau in grau - nur die kräftige Farbe der fruchtig süßen Preiselbeeren rinnt in die fahle Majoransauce. Ebenso blass - der Knödel. 3 Scheibchen mürb gedünstetes gutes dunkles Rindfleisch mit intensiviertem Eigengeschmack. Nur leicht durchzogen. Geschmacklich eigentlich ganz ok, optisch jedoch weniger.

Etwas gelungener präsentiert sich der Rostbraten. Ein ordentliches gebratenes Rostbratenstück ist auf einer würzig paprizierten Bratensauce platziert. Mit angedünsteten Eierschwammerl bestreut. Leider fehlt dem Rostbraten innen die rosa Farbe, die Zartheit und so wie den Eierschwammerln auch - die guten Röstaromen. Zu wenig Akuthitze abbekommen. Der Geschmack dafür umso besser. Und mit den vier kleinen Kroketten (innen weich, schön satt gelblich und außen goldig knusprig) ist auch die Optik am Teller passabel. Schmeckt uns sehr gut.

Gutes Timing beim Servieren. Der junge Wirt fragt nach Kaffee zum Dessert. Doch einen Espresso wollen wir probieren und den teilen uns. Der kommt schnell. Ganz ehrlich: wir haben in keinem Wirtshaus bisher, einen so guten Kaffee serviert bekommen. Rösterei Erber in Tulln - top zubereitet. Hier wird auch abseits von Wein auf die Genussmittel-Qualität wert gelegt. Positive Überraschung.

Kaffee ist noch warm und da kommen sie: die Topfenknödel. 2 Stück in blassen Bröseln mit blasser flüssiger Butter übergossen, welche die Brösel stellenweise sehr durchweicht. Wieder fehlt Röstaroma und Farbe in den Bröseln. Butter muss nicht oben drüber, dafür in die Brösel rein - wär' besser. Nussiger. Der Zwetschkenröster selten gut - hier wirklich aromatisch und süß. Die Knöderl selber: superflaumig. Mild nur leicht topfig und insgesamt ist Dessert geschmacklich mehr als gelungen. An den Konsistenzen und Farben kann man feilen.


Portioniert ist alles eher klein, aber leider nicht gar so fein. Mit 3 Gängen wird man aber angenehm satt.

Geht's vielleicht ein biss'l feiner bei der Gestaltung in der Küche, am Teller und im Gastgarten? Wenn schon so regional und Bio - geht's dann auch ein biss'l freier für die eierlegenden Hendln? Die Preise sind ja dahingehend ausgerichtet: € 85,00 damit wir zu zweit satt sind im fortschrittlichen Wirtshaus, alles inklusive.

Vielleicht wird's ja noch eine 4 bei den Speisen, beim Ambiente und beim Service, viel fehlt ja nicht und beim Bonka wird ja an allen möglichen Stellen gearbeitet, gebaut und gebastelt - wir kommen wieder - im August auf die Sonnenterrasse.
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22. Juni 2014
SpeisenAmbienteService
Ein angenehm lauwarm temperierter Sommerabend. Zentrale aber ruhige Innenstadtlage. Sympathisch möblierter Gastgarten. Das mediterrane Ella's am Judenplatz. Genau das Richtige für uns. Leider wurde... MehrEin angenehm lauwarm temperierter Sommerabend. Zentrale aber ruhige Innenstadtlage. Sympathisch möblierter Gastgarten. Das mediterrane Ella's am Judenplatz. Genau das Richtige für uns. Leider wurden wir aber kurz enttäuscht...

Schon öfter an Ella's Gastgarten vorbeispaziert. Einmal auch eingekehrt zum doppelten Koffein-Quickie zwischendurch. Wir haben uns am Judenplatz, abseits vom Trubel der Innenstadt sehr wohl gefühlt. Die Bestuhlung recht robust und in pastellgrün mit wenig Pinkakzenten auch geschmackvoll bepolstert und freundlich gestaltet. Rundherum für den mediterranen Wink: Olivenbäumchen. Kaffee war kräftig und gut. Also guter 1. Eindruck.

Perfekter Platz zum Runterkommen mit gutem Essen und griechischem Wein. Das haben wir erwartet. Ruhe. Aber gestern war das so nicht. Und schon bei der Anreise vom Auto zu Fuß zum Lokal fällt uns eine wirklich laute Akustik auf, die durch die hofähnliche Position des Judenplatzes noch verstärkt wird. Ein Fest des dort stationierten Kindergartens. Ein Spektakel, das die Hälfte des Platzes um 18.00 immer noch voll im Griff hat. Genau das Gegenteil von dem Szenario, das wir uns für einen entspannt gemütlichen Abend ausgemalt hatten.

Ok, schauen wir mal. Wir haben einen Tisch für uns beide im Gastgarten reserviert. Und tatsächlich nach einer Begrüßung, zeigt uns ein wortkarger Herr der Servicemannschaft unseren Tisch: erste Reihe fußfrei. Noch dazu ist der nur für eine Person korrekt eingedeckt. Doch für die zweite Person, liegt nur ein Messer und eine Gabel kreuz und quer am Tisch - kein Wasserglas, keine Serviette. Sehr lieblos. Damit lässt der Herr uns jetzt alleine stehen.

Nein, danke. Wir flüchten soweit wie möglich vor dem Chaos und Schall ans andere Ende des Schanigartens. Unsere Eigeninitiative wird akzeptiert. Kleine Ausreißer der Feier verirren sich in ihrem Übermut quietschend und tobend hin und wieder in den abgegrenzten Gastgarten. Die Möblierung dort bietet perfekten Schutz und Slalom-Parcours, um mit Hakenschlägen den Fänger abzuwimmeln. Wir überlegen auch einen Haken zu schlagen - in ein anderes Lokal.

Aber nein, der Hunger zu groß. Wir haben schon unser Bemühen gestartet, es uns so gemütlich wie möglich zu machen - also bleiben wir. Frage nach Aperitif - nur mit der Speisenkarte am Tisch kann man die schwer beantworten. Aber wir wollen sowieso nur Wein, dann bitte diese Information noch an den Tisch bringen, dann können wir eine kompetente Entscheidung treffen.

Wir bestellen einen griechischen Sauvignon Blanc 2013 Alpha Estate, Florina zu unseren Vorspeisen: Thunfischfilet (kurz gegrillt mit Burata-Shot und Portulak), Calamari (mit Jungzwiebeln und getrockneten Tomaten. Später wollen wir dann einen Syrah Nostos 2010 Manousakis Estate, Kreta. Der soll gut passen zu unseren Hauptspeisen: Lammstelze (geschmort, mit Okraschoten und Couscous) und Angus-Filet-Steak (mit Pommes Frites, Dip-Saucen, Ratatouille und kleinem Salat).

Der Sauvignon Blanc kommt rech bald, etwas zu warm aber trotzdem schmeckt er uns sehr gut. Ein junger Servicemitarbeiter bringt kommentarlos aber lächelnd einen Teller mit Weißbrotscheiben, schwarzen Oliven und einer kleinen Schüssel Olivenöl. Oliven und Öl sind sehr aromatisch. Das Weißbrot hingegen gar nicht. Keine Spur von Salz im Teig. Das kann keine Absicht sein. Richtig lasch im Geschmack. Die Konsistenz aber nahezu perfekt: extrem flaumig und weich, leicht saftig - aber nur so, dass es das Olivenöl noch gut aufsaugen kann. Trotzdem die Eigenbrötlerin muss da nachbessern. Mit Salz und auch gleich Pfeffer. Tunkvergnügen hoch3. Der Salzverweigerer bleibt seiner Linie treu. Tunkt puristisch im Öl und isst die würzigen Oliven dazu. Trotzdem wir sind dann beide sehr zufrieden.

Die Gläser halb geleert nähert sich schon die Vorspeise. Wieder kommentarlos eingestellt. Aber gut, wir wissen ja was wir woll(t)en und bestellt haben. Alles klar, her mit den kleinen gebratenen Calamari-Ringerl die lauwarm als eine Art kleiner Salat mit den getrockneten fruchtig würzigen aber saftigen Paradeisern und Frühlingszwiebelstückchen (viel vom hellgrünen Stängel) in einer außergewöhnlich frischen Koriander-Vinaigrette mariniert ist. Oben drauf: feiner Vogerlsalat, leicht mit Senfdressing mariniert. Optisch schön und wirklich gut portioniert. Obwohl Koriander nicht das Lieblingskraut ist, aber das Brot tunkt die leicht zitronige Marinade restlos auf und der Teller geht fast sauber zurück in die Küche.

Der Thunfisch wirklich nur angegrillt. Top-Fischqualität, und der wird noch getoppt vom karamellisierten Schwarzem Sesamcracker. In einer kleinen Espressotasse der fein säuerliche Burrata-Shot mit Kräuter-Pesto durchzogen dazu angerichtet. Ebenso fein mit Sprossensalat garniert und ein kleines weißes Gelee am Teller anbei: Portulak. Wirklich außergewöhnlich guter Geschmack. Wir sind überrascht - positiv.

Negativ über das Nicht-Einschreiten des Servicepersonals, beim grenzüberschreitenden Nachlaufspiel der lustigen Festgenossen vom Kindergarten nebenan. Auch da fehlen den Service-Herrn offensichtlich die Worte.

Zum Hauptgang dauert's ein bisserl länger. Aber das Kindergartenfest verschwindet in der Zwischenzeit sukzessive und beim Servieren unserer Fleischstücke, steht der Syrah schon am Tisch und die letzten Räuber-und-Gendarm-Spiele wurden ausgetragen. Herrlich ruhig ist es jetzt.

Die Lammstelze sehr gut aber puristisch durchgeschmort, dadurch aber auch keine Spur mehr von Rosa. Viel Fleisch am Knochenstiel, das von fast von selbst herunterpurzelt. Trotzdem recht viel geleeartiges Fett eingelagert.
Das Okraschoten-Karottengemüse in Paradeisersauce ist eine passend leichte Beilage dazu. Sehr gut gegart. Nicht zu weich, nicht zu knackig. Und vor allem haben diese kleinen Schoten keinen Schleim mehr in sich. Gekonnt zubereitet.
Couscous ist auch dabei. Schön locker gedämpft, gut mit gelbem Curry gewürzt und ein paar grüne Kräuter (Koriander, Petersilie) eingearbeitet. Insgesamt schmeckt's gut. Obwohl wir die Lammstelze (glasiert) in Hernals schon eine Spur raffinierter gegessen haben... aber Ella's Beilagen machen's wieder gut.


Das Filet vom Angus-Rind ist wirklich was für fleischlustige Steakliebhaber. Weniger für strenge Ex-VegetarierInnen und TeilzeitveganerInnen. Sehr gut abgehangen. Konzentrierter Rindgeschmack. Dunkles Fleisch. Ordentliches Stück am Teller. Medium-Rare wie bestellt. Durchs würzen und anbraten ist eine schöne dunkle Grillkruste entstanden und dementsprechend auch ein rauchiger Geschmack. Dennoch das Rind bleibt schon herb präsent auf der Zunge. Muss man mögen.
Als Beilage gibt's super knusprige selbst gemachte Pommes mit mediterranem Würzsalz (Rosmarin, Thymian) und dazu einen hausgemachten Dip. Eine Art Kräuterketchup mit rauchigem Aroma. Das paradeisig-fruchtige überwiegt in der Sauce. Ist sehr gelungen.
Dann aber wiederum noch ein Ratatouille dazu, das ja bekanntlich auch mit viel Paradeissauce zubereitet wird, ist doch einfach zu viel der guten roten Sauce in diesem Gericht. An sich schmeckt es gut, wir können von Gemüse sowieso nie genug haben und Ratatouille ist dementsprechend ideal. Nur leider hier nicht ganz korrekt zubereitet worden, weil der Melanzani noch nicht ganz durch war. Geschmacklich trotzdem in Ordnung und auch richtig portioniert.
Aber weil offensichtlich auch die Küchenmannschaft im Ella's der Meinung ist, dass Gemüse eine bedeutende Nebenrolle spielen soll - gibt's auch noch einen Salat dazu. Verschiedene Blattsalate vermutlich schon geheckselt angeliefert, liegen im Schüsserl sehr trocken, weil die Marinade zwar gut ist, nur leider nicht gut untergemischt wurde. Das nachträglich im kleinen Schüsserl selbst zu tun, war die Idee. In der Umsetzung aber ohne Schüsselrandüberschreitungen unmöglich, weil die relativ zähflüssige Senfmarinade punktuell in der Mitte platziert war. Zu viel Aufwand, zu viel Patzrisiko. Also stehen gelassen. Alles in allem, war der Gaumen zufrieden und der Hunger besänftigt.

Das Essen hat geschmeckt. Vor allem die Vorspeisen und die Beilagen sind im Ella's kreativer als in anderen griechischen Lokalen und doch recht souverän zubereitet. Manches (Tzatziki, Lammstelze, Brot, Salat) aber gibt's "anderswo" viel besser. Daher würden wir einen halben Punkteabzug machen, wenn wir könnten und die Speisen mit 3,5 bewerten.
Aus dem Abend ist tatsächlich noch ein angenehm ruhiger geworden. Wie wir das erwartet hatten. Er hätte es von Beginn an sein können, wenn die Serviceherren mit mehr Herzlichkeit und Engagement den Gastgarten und ihre Gäste behütet hätten.


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15. Juni 2014
SpeisenAmbienteService
Unsere Erwartungen an ein Steakhouse sind ohnehin schon groß, aber an jenes des Ritz Carlton noch viel größer und dann noch einmal hoch 2: weil dort nicht nur die Bar hoch oben in der Atmosphäre an... MehrUnsere Erwartungen an ein Steakhouse sind ohnehin schon groß, aber an jenes des Ritz Carlton noch viel größer und dann noch einmal hoch 2: weil dort nicht nur die Bar hoch oben in der Atmosphäre angesiedelt ist, sondern die Preise schon in Stratosphärenhöhe unterwegs sind und diesmal auch wieder unsere Lieblingsnachbarn mitessen.

Weinflaschen haben beim Eingang in einem mächtig hohen Holzregal ihren Auftritt. Sehr geschmackvoll. Von einem der jungen Serviceherrn aus der grundsätzlich besonders gut geschulten und kompetenten Mannschaft werden wir absolut höflichst empfangen. In einem sehr gemütlich gestalteten Restaurantraum. Mit viel Holz und verschiedenen Stoffen ausstaffiert. Die Bestuhlung zu den weitläufigen Tischplatzierungen erinnert an Sofasessel. Zumindest optisch wirken die sehr komfortabel. Wir wollen nämlich doch lieber draußen sitzen, anstatt wie bei der Reservierung eigentlich angegeben im schönen Inneren. Aber die Abendsonne lockt... Kein Problem, selbstverständlich - der Outdoor-Vierertisch wird uns angeboten und extra eingedeckt.

Der Tisch wird mit viel weißem Textil und robusten Stoffservietten eingedeckt - ganz auf nobel getrimmt. Die aber wiederum mit einem aussagekräftig bedruckten Papierband ummantelt sind. Da kommt der urban legere Stil ins Spiel - so wie die Küchenlinie auch. Corporate Identity: denn die Fleischstück-Orientierungskarte am Rind findet man auch in der Speisenkarte wieder. Auf einem hochwertigen Holzbrett mit großer Metallklammer fixiert, findet man Gerichte, die hauptsächlich aus regional österreichischen Zutaten bestehen. Großteils vom Josper Grill. Mit extravaganten und auch üblichen Beilagen individuell kombinierbar. So auch eine große Auswahl an Saucen. Ausgenommen sind nautische Tiere und deren exotische Begleiter.

Weinkarte ist da schon klassischer aber ebenfalls in Holz gehalten. Und die verdient das Wort "selektiert" tatsächlich. Da kann nix schief gehen. Wir entscheiden uns für 0,75 Liter vom Ghost Pines 2011 (Cabernet Sauvignon, € 61,00). Zu viert geht das schon. Vor allem wurde die Entscheidung vom kompetenten jungen Servicemann unterstützt. Denn der Ghost Pines aus Californien ist "marmeladig", meint er. Und wir finden's spannend und wollen das mit viel Fleischbegleitung probieren. Dazu kommen großzügig eingeschenkte 100ml von einem guten Chardonnay um € 7,50. Ja, bei den Preisen endet der legere Stil.

Zum Wein kommt natürlich (und problemlos) Leitungswasser und vorweg ein Thymianbrot in der Auflaufform. Dazu Butter und Steinsalz. Eines der besten frisch hausgebackenen Brote, das wir bislang vernichten konnten. In acht Teile geschnitten portioniert. Der Brotteig und auch die Servieroptik erinnert an flaumige Mini-Buchteln. Herzhaft. Warm. Dünne resche Kruste. Perfekt. Das fängt gut an.

Der Außenbereich ist für ein Hotel im Hochsegment sehr unspektakulär gestaltet ebenso die Outdoormöblierung - aber zumindest sitzt man nicht unangenehm. Von beabsichtigtem Purismus keine Spur dafür umso mehr von unkreativer Belangslosigkeit.

Und genau die schmeckt man (oder eben nicht) bei einer unserer ausgewählten Vorspeisen: Beef Tartare mit Sauerteigcrostini und Dijonsenfsauce mit Cognac. Nobel sind auch die Portionen bemessen. Nämlich winzig. Dafür € 18,00. Fleisch bester österreichischer Bio-Weide-Qualität aus Salzburg. Dazu keinerlei Kritik. Das arme Tier und sein Bauer kann ja nix dafür. Aber der Koch. Überhaupt nicht abgeschmeckt - total fad. Viel zu grob geschnitten - zu Gulaschfleisch war's nicht mehr weit. Da war einfach alles zu wenig: Gewürz, Menge, Senfsauce (die beim Geschmack hätte helfen können). Zu viel vom viel zu harten, trockenen, konzentriert saurem Sauerteigcrostini. Ein paar letschate anfrittierte Zwiebelringerl oben drauf. In Summe: ganz schlecht. Das haben wir den Herren vom Service auch deutlich gemacht und wir hoffen, die dann auch dem Koch.

Duroc Rilettes - wurden in der Tageszeitung "Die Presse" und im "Falstaff-Magazin" besonders gelobt. Können wir so nicht nachvollziehen. Unbesonders gut. Das Papayachutney dazu war gekonnt abgeschmeckt. € 14,00 für zwei ganz kleine faschierte Laibchen.

Carpaccio von der Jakobsmuschel. Ist genau das richtige für Puristen, die's gern spannend mögen. Dazu kommt nämlich eine Creme von der Avocado, eine fein säuerliche Vinaigrette für die Muschel. Und Rucola mit Kren. Interessant. Hat unserem Lieblingsnachbarn auch ausgesprochen gut geschmeckt. Zutaten waren top. Muss man mögen. Zumindest: Kren und Rucola sind ein erstaunlich gutes Paar. € 18,00.

Josper, nach dem Grill in unserer Lieblingsnachbarn Garten, rangiert er auf Platz 2 unserer Top-Grill-Stationen. Von dort kommt für uns: Hüftsteak und Filet vom Rind. Krone vom Lamm. Das die guten Teile vom Josper sind, konnte man wirklich schmecken. Josperisiert. Rauchig. Noch intensiver als am Franziskanerplatz (Artner). Fleisch sehr gut zubereitet. Garpunkt-Wünsche fast auf allen Tellern erfüllt. Medium-Rare war nicht ganz getroffen. Beim Servieren der beiden Lady-Cut Filets mit unterschiedlichen Garpunkten kam's zu Verwirrungen. Vielleicht weil eines davon von einem Herrn verspeist wurde. Das kann schon irritieren. Aber nach Anschnitt und Kontrolle, haben wir Teller herumgereicht und alles war wieder gut. Sowohl das Fleisch vom Rind als auch jenes vom Lamm - wirklich gelungen. ( ca. € 30,00 pro Portion) Etwas einsam am großen weißen Teller. Damit's nicht ganz so allein waren: 2 Mini-Paradeiser leicht angeschmort und eine halbierte angebrannte Knoblauchknollenhälfte mit von der Partie. Die haben den Teller aber lang nicht aufgefüllt. Waren nur geschmacklich überraschend bereichernd. Deshalb gibt es ja die Beilagen in kleinen Cocotte-Förmchen serviert:

Wir sind Trüffel-Junkies (ja, der gute intensivierte naturidente Stoff: Trüffelöl). Das Zeug auf Pommes Frittes mit angeschmolzenem Parmesan - noch besser. Die feinere Art Cheese-Fries zu essen. Sehr sehr gut. Aber an Öl wird nicht gespart. Und auch Parmesan hat Fett. Keine Diät-Sättigungsbeilage.

Frittierte Zwiebelringe mit Ketchupsauce. In Österreich noch nicht besser gegessen (in Stuttgart aber schon). Mit Panko-Brösel. Raffiniert. Besonders knusprig. Goldgelb. Nur leider zu wenig süß, weil zu knackig, weil zu kurz gegart. Ketchup Sauce - normal banal.

Wurzelgemüse von der Chioggia- und Roten Rübe, Karotte gelb und klassisch. Buttrig. Schnittlauch. Bissfest. Süßlich glänzend. Gut.

Und natürlich braucht das gute Fleisch noch was zum Eintauchen: Saucen. Aus der wirklich guten Auswahl, haben wir uns ausgesucht: Pfeffersauce, Pilzrahmsauce und Rotwein-Schalotten-Sauce. Alle Saucen wirklich gut zubereitet, abgeschmeckt und im Kännchen zum selber tröpfeln serviert. Toll.

Exklusiv isst man dort, soll heißen: Jedes einzelne Kännchen und Töpfchen ist natürlich auch extra zu bezahlen. (€ 4,50/ € 3,50 pro Stück) All Inclusive will die Rechnung: € 223,00 ausmachen. Das Beef Tartare wurde dabei bereits disqualifiziert und war nicht mehr mit dabei. 2 Gänge pro Person und eine Flasche Wein + 3 Schluck Weißwein. Sehr Stolz, zu teuer oder nobel? Angemessen finden wir nicht.

Die gesamte Service-Mannschaft war immer aufmerksam und hat uns gut umsorgt. Besorgt um das Beef Tatare bis zum Schluss. Nicht verrechnet. Und Interesse an Detailkritik. Damit man's verbessern kann. Sehr intelligent genutzt - diese Kritik. Noch einmal nachgefragt, ob sonst wirklich alles zu unserer Zufriedenheit war? Eigentlich schon. ABER so gut kann Essen gar nicht schmecken, dass wir so viel dafür bezahlen wollen. Und weil's dann sooo gut auch nicht war - kommen wir wahrscheinlich nicht mehr.







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7 Kommentare·Zeige alle Kommentare

Ja, dialektal ist vieles möglich.

22. Jun 2014, 18:57·Gefällt mir

cmling: Zitat aus Wikipedia "... schwäb.-schweiz. u. bayr.-österr. auch das Teller zu lat. tellarium n."

22. Jun 2014, 18:04·Gefällt mir

Preis-Leistung ist dort nicht in Ordnung. Die Speisen schmecken aber sehr gut (nicht ausgezeichnet). Ausnahme: Beef Tartare, welches dann aber nicht auf der Rechnung war.

18. Jun 2014, 09:49·Gefällt mir

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Restaurant Herbert Hettegger

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