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Mi, 28. Februar 2024

BiancaC

BiancaC
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Über mich

Hobbyköchin. Genussmensch. Sport muss sein. Naturliebhaberin.

Lieblingslokale

Nihon Bashi, Neko, Livingstone, Le Couscous

Lieblingsspeisen

Steak, Salate, Innereien

Lieblingsdrinks

Negroni, Grieskirchner Dunkles, Continental Sour

Liebstes Urlaubsziel

Hinterglemm

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30. März 2023
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26. März 2023
SpeisenAmbienteService
Nach 13 Jahren habe ich eine alte Freundin wieder getroffen, die in Oberlaa wohnt. Wir haben uns für unser "Revival" auf das Mo's geeinigt, da ich da auch fast täglich am Weg zur/von der Arbeit vor... MehrNach 13 Jahren habe ich eine alte Freundin wieder getroffen, die in Oberlaa wohnt. Wir haben uns für unser "Revival" auf das Mo's geeinigt, da ich da auch fast täglich am Weg zur/von der Arbeit vorbeifahre und mich immer gefragt habe, wie ein Lokal, das sich das Wort "Erlebnisgastronomie" in den Namen schreibt, wohl sein mag...

Die Reservierung erfolgte Online per Tool auf der Homepage - entsprechend unaufregend und schwarz auf weiß, das finde ich immer sehr angenehm (sofern man keine Sonderwünsche hat, die eine besondere Organisation erfordern).

Es gibt Parkplätze für ca. 18 Autos direkt neben dem Lokal, die ohne Schranken oder Ticket befahrbar sind. Das ist zumindest schon mal positiv. Auto abgestellt geht man an der Hausmauer entlang und betritt den Innenhof des Lokals (Pflastersteine, nichts für wackelige Beine). Hier kann man sicher den einen oder Anderen illustren und idyllischen Abend in einer lauen Sommernacht verbringen, da die Atmosphäre im Innenhof zum Verweilen einlädt (Efeuranken, wie beim Heurigen in Grinzing).

Das Lokal selbst ist langgezogen, etwas hallenartig, wohl mit vereinzelten (Minimini-)Sitznischen, aber es hallt recht, wie beim Betreten gleich auffällt. Ich wurde nicht empfangen, da niemand da war, also habe ich mich einfach auf einen 2er-Tisch gesetzt und gewartet. Nach einiger Zeit (sicher mehr als 5 Minuten) kam dann ein Kellner und ich fragte, ob meine Platzwahl in Ordnung sei, da ich reserviert hätte und wir zu zweit wären. Er sagte nur "jaja, eh wurscht, wenns da für Sie passt" und gab mir 2 Speisekarten.

Diese las ich - ob der kurzen Wartezeit auf meine Freundin - mit Genuss und Mundaquaplaning, weil ein paar Innereienspeisen angeführt waren. Wunderbar. Kriegt man in Wien viel zu selten, vorallem viel zu selten wirklich gut. Deshalb für mich immer einen Versuch wert, man könnte ja einen "Geheimtipp" aufdecken.

Als meine Freundin kam ging dann alles recht schnell. Bier war da, SoZi war da, Speisen aufgenommen. Es kam ins Laufen.

Die Suppe war nach 5 Minuten am Tisch, ich wählte die Kuttelsuppe. Mein absolutes Must-Have, wenn sie in der Karte steht. Dies war heiß, papriziert, wirklich gut abgeschmeckt mit Paprika (geräuchert und Rosenpaprika), Majoran, gutes Pfefferl, nicht zu salzig, viel Einlage und diese auch gut gereinigt und nicht mit intensivem Eigengeschmack (man findet ja hierzulande selten, aber doch Kuttelsuppen, die so ein wenig *sorry* brunzeln...). Ich habe jeden Löffel genossen und bis auf den letzten Tropfen aufgegessen. So wünsch' ich mir das.

Zum Hauptgang stieg meine Freundin dann ein und wir bekamen ein Mal Kürbisgemüse mit Rösterdäpfel und Spiegelei (meine Freundin) und gebackenes Hirn mit Rösterdäpfel (statt Petersilerdäpfel, mein Sonderwunsch) und Sauce Tartar. Beides kam dekoriert mit frittiertem Petersil und einer confierten Cocktailtomate. Die Deko war entbehrlich, ich mag das Zeug einfach nicht wirklich, war so ein Versuch von "wir sind modern", der in die Hose gegangen ist.
Die Speisen ansich haben uns aber wirklich begeistert. Meine Freundin ist derzeit fleischlos unterwegs und dankbar für alles, was nicht Eiernockerl, Knödel mit Ei oder Kasnock'n heißt, aber man sah ihr an, dass es ihr ehrlich geschmeckt hat. Ich habe auch kosten dürfen und muss sagen, dass ich selten so einen guten geschmolzenen Rahmkürbis gegessen habe. Der war perfekt. Konsistenz, Würzung und Farbe war ohne jeglichen Fehler. Der Röster (wie bei mir auch) schön speckig mit Röstaromen, durch, aber nicht zerkocht, leider für mich zu wenig Kümmel (ich mag Kümmel im Röster, aber das ist eine Ideologiefrage). Das Spiegelei war ein solches, Dotter zerlaufen.
Mein Hirn war außen knusprig (dank exzellent abgeschmeckter Panier) und innen schön hirnig-quatschig. Ich liebe das ja, die Konsistenz von Hirn macht mich glücklich, wenngleich jemand anderer allein schon beim Gedanken daran sich alles wieder durch den Kopf gehen lassen möge. Ich steh dazu - Hirn ist toll. Dieses auch und die Beilagen ebenso.

Ein Dessert hatte keinen Platz mehr, dafür war es ein Café Latte mit Schlag, ein Häferlkaffee mit Milch und Obers, quasi. Für jede von uns. Manko: Obers aus der Dose und kein echtes - das geht halt gar nicht.

Fazit: Ein Lokal für solide Hausmannskost mit Schmankerl, die eher bei den Raritäten einzuordnen sind. Wenn einen der Lärm im Gastraum nicht stört und das etwas lasche Personal kann man dort einen wirklich feinen Abend verbringen (wie wir ihn hatten) und noch dazu herrlich schmausen. Wieso es allerdings "Erlebnisgastronomie" heißt, weiß ich bis heute nicht - es fahren keine Roboter durch die Gegend, keine Rollercoaster-Servierwagen auf im-Lokal-verbreiteten Schienen, kein Bier zum Selberzapfen, keine Stickstoff-Highlights, keine Verkleidungen und es gibt Besteck und kein Fingerfood... I don't know. ABER: Ich gehe dort sicherlich wieder hin, weil das Speisenangebot genau meinem Geschmack entspricht.
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3 Kommentare

Die Kitzwegers haben den Gastgarten sehr schön gestaltet und das war schon früher für mich ein Grund einzukehren. Aber die Küche der MO's ist eine andere Richtung, und die möchte ich noch näher kennenlernen. Ich hatte beim letzten Besuch die Bouillabaisse, die war sehr gut, anderes auch durchwachsen. Aber wenn sie dich voll erreicht hat mit den Innereien, dann freut mich das für dich.

27. Mär 2023, 08:44·Gefällt mir1

Nein, leider, den Vorgänger kannte ich nicht. Aber wenn du sagst, dass es jetzt besser ist, dann ist mir wohl eh nichts entgangen ;)

27. Mär 2023, 08:13·Gefällt mir

Hattest du die Vorgänger Kitzweger gekannt? Mit den MO's haben sich nach einer Zeit des Stillstandes meines Erachtens sogar bessere Nachfolger gefunden. Meine Meinung wie üblich. ;)

27. Mär 2023, 06:07·Gefällt mir1
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26. März 2023
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24. März 2023
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19. März 2023
SpeisenAmbienteService
Zu Weihnachten schenkte ich der Trauzeugin meines Mannes (und engen Freundin von mir) einen Brunch im Glashaus. Im Paket inkludiert sind ein Heißgetränk nach Wahl, Orangensaft, ein "Shot", Free-Flo... MehrZu Weihnachten schenkte ich der Trauzeugin meines Mannes (und engen Freundin von mir) einen Brunch im Glashaus. Im Paket inkludiert sind ein Heißgetränk nach Wahl, Orangensaft, ein "Shot", Free-Flow-Mionetto-Prosecco und div. Speisen, die am Tisch bereitgestellt werden. Ich war schon vor ca. einem Jahr mal dort und hatte eine wunderbare Zeit mit Schwägerin und Schwiegermutter, weshalb ich diesen Brunch (nicht ganz uneigennützig ;)) verschenkt habe.

Die Reservierung geht super-easy über die Homepage und prompter Bestätigung per Mail. Man sollte jedoch rechtzeitig (1 Monat davor) reservieren, da es danach relativ knapp werden kann.

Bei der Ankunft wurde unsere Reservierung gleich erkannt und wir wurden zu einem großen 4er-Tisch geführt. Unser Glück, ich weiß, dass es dort sehr leicht ausgebucht ist und man sonst einen 2er-Tisch zu zweit bekommt, dann wird es zwar etwas knapp am Tisch, aber dennoch geht sich alles aus. In unserem Fall war es perfekt, wir hatten Raum und Platz zum Quatschen, fühlten uns "untereinenander" und hatten eine wunderbare Zeit.

Der Kaffee für uns beide sollte mit Hafermilch sein, kam auch so und wurde nicht aufgerechnet. Sehr löblich. Der Mionetto wurde als erstes gleich eingeschenkt, das mag ich. Ich finde, wenn man "Free Flow" anbietet, dann sollte man dem auch gerecht werden - im Glashaus ist es so. Das Prosecco-Glas war eigentlich nie leer, und selbst, wenn man mal "nachordern muss", kommt es sofort und ohne Verzögerung.

Zum Service muss man sagen, dass alle Angestellten äußerst freundlich und flott sind, es wird nicht mit dem Prosecco gespart und ohne spezielles Nachfragen immer in guter Frequenz nachgeschenkt. Sehr löblich. Darüberhinaus wurden uns die einzelnen Komponenten des Tischbrunches detailliert erklärt und unser zugewiesener Kellner war wirklich TOP - wir durften zwar nur bis 11 Uhr sitzen (wurden auch beim Hinsetzen und um 10.30 Uhr nochmals darauf hingewiesen), gegangen sind wir aber um kurz nach 11 Uhr und niemand hat ein Theater gemacht. Sie haben uns sogar um 10.50 Uhr noch ein Glaserl nachgeschenkt. Deshalb: Ausgezeichnet.

Das Gebäck ist divers, man bekommt ein Semmerl, eine Scheibe Sauerteigbrot und ein wirklich ganz frisch aufgebackenes, krosses Croissant pro Person. Beim Tischbrunch ist weiters dabei:

Beef Tartar: wunderbar abgeschmeckt, leichte Sardellen- und Kapernnote, gröbere Konsistenz (nicht faschiert!!), geröstete Schwarzbrotwürfel (nicht Convenience) und unmarinierter Ruccola

Lachstartar: geräucherter, gewürfelter Lachs, Gurkenwürfel - sehr puristisch- aber erfrischend, dezente Dillnote - ich bin kein Freund vom Geräucherten, aber das war für mich essbar

Tomate-Mozzarella: Im Glas, fein Gewüfelt, mit Pesto und Brotscheibe; nicht aufregend, aber qualitativ nichts auszusetzen, ist halt so ein 0815-Snack, den ich nicht brauche, aber andere stehen darauf ;)

Quiche: Eine mit Speck und Zwiebel, eine mit Tomate/Käse. Beide sehr gut, auf Mürbteig, gut abgeschmeckt, kleines Würferl als Kostportion pro Person, wunderbar und nichts zu meckern

Weiches Ei: WEICH! No Comment, weil perfekt.

Kalte Platte: Hühnerschinken, Krakauer, Wienerwurst, Emmentaler, Geräucherter Käse, 2 Stück Brie, Cherryparadeiser und Paprikasticks, frische Kresse - passt

Gemüsesticks im Glas mit Kräuterdip: Unaufregend, was für die "gesunden Esser", ich mags, kann man nix falsch machen, Dip war ein Mix aus Joghurt und Sauerrahm mit Schnittlauch und dezent Salz - Gemüse knackig

Pancakes: Fluffig, klein, mit Ahornsirup gut, aber schade, weil bis man dorthin kommt schon kalt

Marillenkuchen: von gestern, weil am Rand schon hart, aber geschmacklich 1a

Brownie: hab ich ausgelassen

Gebäck: Brot Top und frisch, Semmerl vermutlich TK und aufgebacken, aber geschmacklich gut und knusprig

Aufstriche: Hummus schön cremig, nicht zu Tahinalastig oder Zitronensauer, hat für mich genau gepasst, Butter war schaumig, Kürbiskernaufstrich zwar etwas flüssiger, aber geschmacklich sehr gut und wonach er schmecken soll, die Marillenmarmelade war mit weniger Fruchtanteil, aber da bin ich auch nicht anspruchsvoll

Joghurt mit Früchten: ausgelassen, weil ich das absolut nicht mag, meine Freundin hat es gegessen und für gut empfunden

Das Ambiente hat, um abschließend noch ein paar Worte hierzu zu verlieren, deshalb nur 4 Punkte, weil es schön eingerichtet, modern und sauber ist, aber doch etwas hallenartig und man nur zeitbegrenz verweilen kann.

Ich kann den Tischbrunch absolut empfehlen für ein Treffen unter Freunden oder Date, man muss jedoch wissen, dass die Tische immer nur für 2 volle Stunden vergeben werden - danach wird knallhart rausgeworfen. Ich finde die Zeit fast ein wenig zu knapp für das opulente Speisenangebot, da man hierfür doch gerne mehr Zeit brauchen würde, um wirklich alles in Ruhe aufzuessen. Sonst finde ich das Angebot toll, preiswert und ich komme definitiv wieder.
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Danke für den tollen Bericht - kam sofort auf meine To-do-Liste :-)

20. Mär 2023, 09:10·Gefällt mir1
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19. März 2023
SpeisenAmbienteService
Letztens hatte ich einen (etwas langatmigen) Termin im 4. Bezirk, von dem mich eine liebe Freundin abholte. Da ich am Verhungern war schlug sie das Café Goldegg vor, da es gleich ums Eck lag. Über ... MehrLetztens hatte ich einen (etwas langatmigen) Termin im 4. Bezirk, von dem mich eine liebe Freundin abholte. Da ich am Verhungern war schlug sie das Café Goldegg vor, da es gleich ums Eck lag. Über das Goldegg habe ich - zugegebenermaßen - bisher nur wenig gehört, weshalb ich freudig einwilligte.

Beim Betreten des Lokals wird man sofort von der urig-traditionellen Atmosphäre übermannt: hohe Räume, klassische Kaffeehauseinrichtung aus den "alten Jahren" und eine große Torten-/Kuchentheke neben bzw. unter der langgezogenen zentralen Bar. Links und rechts von der Bar (L-förmig) gibt es viele kleinere Tische und Sitznischen. Es erinnert ein wenig an eine Mischung aus Eiles und Hummel. Ich mag das. Auch der Geruch im Café etwas abgestanden, irgendwie wie so ein altes, ausgedampftes Rauchercafé, in dem keiner mehr raucht. Ich fühlte mich gleich wohl.

Ein Kellner kam sofort und geleitete uns zu einer kleinen Sitznische, die zwar nahe am Nachbartisch lag, aber uns störte das eigentlich den gesamten Aufenthalt nicht. Da an allen Tischen Menschen geredet oder gelesen haben, hatte man nicht das Gefühl, dass einem jemand zuhört - wir sind sofort in unser Gespräch abgedriftet - spricht für das Lokal, sonst wäre ich eher zurückhaltend mit den Themen gewesen. ;)

Ich bestellte einen Milchkaffee mit Schlag, meine Freundin eine Melange und ein großes Soda. Da mein Hunger schier unstillbar schien musste vor dem Kuchen noch etwas Salziges her: ein Backhendlsalat. Für mich immer die Probe aufs Exempel, da ich finde, dieser immer zeigt, wie weit die Küche ist - paniert sie selbst, welche Stücke vom Hendl? Wie ist der Salat mariniert und WELCHER Salat ist es überhaupt? Echtes Kürbiskernöl oder Salatölmischung mit Kernölanteil? Ich war gespannt.

Keine 4 Minuten später war unser Kaffee am Tisch und ich war baff, denn das Kaffeehäferl war in einer Größe, die ich mir überall wünschen würde, wenn ich mir ein Häferl Milchkaffee bestelle und auch die Portion Schlag oben drauf entsprach meiner Vorstellung. Wunderbar. Zum Kaffee selbst kann man ja bei dieser Milchmenge wenig sagen, aber mir hat allein das Herunterlöffeln vom Obers schon einen Grinser ins Gesicht gezaubert. Für mich der perfekte Kaffee (ich weiß, für Kenner ein Frevel, das weiß ich wohl, aber Bibi mag ihr Gebräu halt mit viel Milch und Tonnen an Schlagobers...). Auch meine Freundin war mit ihrer Melange zufrieden.

Dann kam der Backhendlsalat. In der Karte steht "Steirischer Backhendlsalat mit Kren und Kernöl" - nichts von Erdäpfel. So kam er auch. Es waren vier Stück Backhendlstreifen in Kürbiskern-versetzter Panier (leider das bekannte TK-Produkt, welches nicht schlecht ist, aber halt schade, dass hier Convenience sein muss) auf einem Bett großer, nicht gabelfreundlicher Lollo Rosso und -Bianco Salatblätter, daneben Hälften von Cherryparadeisern und halbierten Gurkenscheiben. Mehr war der Salat nicht. Darüber eine große Ladung Kürbiskernöl (echtes!) und dezente Noten von Essig. Kein Salz, kein Pfeffer. Ohne Nachwürzen eine leider sehr einfältige G'schicht. Mit meinem Zutun von Salz und Pfeffer ging der Salat dann, aber ich war eigentlich traurig, dass es nicht ein paar Erdäpfelscheiben in den Salat geschafft haben. Und Zwiebel. Und Liebe. Natürlich habe ich es aufgegessen, weil ich hungrig war und es war ja nichts schlecht daran, aber meine Vorstellung ging in eine komplett andere Richtung. Es tut mir sehr Leid, dass es davon kein Foto gibt, aber das spricht nur für meinen großen Hunger - drübergestürzt, bis meine Freundin meinte "Wolltest du davon kein Foto machen?"... Too late.

Das große OHOOO kam aber dann mit der Nachspeise, und das ist genau das, was ein gutes Kaffeehaus auch ausmacht - in traditioneller Wiener Marnier: selbstgemachte, qualitativ und auch optisch hervorragende Desserts. Ich wählte eine Esterhazy-Schnitte, meine Freundin eine Sachertorte. Meine Schnitte war zum Reinlegen: flaumige Nussschichten, wunderbare vanillige Oberscreme dazwischen. Optisch herrlich mit Karamellsauce verziert, und beim Reinstechen mit der Gabel ist nicht alles auf der Seite rausgequillt, obwohl die Creme weit ab von er kompakten Pampe war, die sonst oft in diesen Esterhazy-Schnitten vorkommt. Ich habe - glaub ich - in meinem Leben noch nie so eine (für mich) perfekte Esterhazy gegessen. Wunderbar. Nebenbei lernte ich auch noch von meiner Freundin, dass die Schnitte deswegen so heißt, weil es des "Esterhazy-Gespann" bei Pferdewägen gab, wo abwechseld ein dunkles und ein helles Pferd eingespannt wurden, wie eben bei dieser Schnitte...

Ihre Sachertorte war ein Gedicht. Keine "originale", aber dafür vieeel mehr unser Geschmack nach Hausrezept: schokoladig, fudgig, hervorragende Marillenmarmelade und zwar kein großes Stück, aber ausreichend ob seiner Mächtigkeit. Auch hier liebevoll verziert mit Schokosauce und Cocktailkirsche. Fast schon kitschig, aber "für's Augerl" ganz fein.

Für die Speisen habe ich deswegen 4 Punkte gegeben, weil für mich im Durchschnitt 3,5 - als Mathematikerin runde ich aber gern auf und sage, dass die Bewertung eines traditionellen Cafés eigentlich eher die Süßspeisen (und von mir aus das Frühstück oder Brötchen) in den Fokus stellen sollte, da man in ein Kaffeehaus ja nicht geht, um hochwertige Hauptspeisen zu konsumieren. Der Kaffee kommt ja "danach", und mein Salat war durchwegs OK.

Ich mag das Goldegg, weil man dort die alte Wiener Kaffeehauskultur noch spüren und riechen kann.

PS: Für's kleine Börserl ist das Lokal allerdings nichts: Der Kaffee mit Schlag kostete 6,70 EUR, der Salat 14.90 EUR. Das ist schon die gehobene Preisklasse.
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2 Kommentare

Danke dir!!

19. Mär 2023, 16:20·Gefällt mir1

Sag ich doch immer, in einem Kaffeehaus isst man keine HS! :) Klassische Bestätigung deinerseits. Ich bewerte es ebenso nicht danach. Ausnahmen bestätigen diese Regel. Sehr netter Bericht. LGH

19. Mär 2023, 15:26·Gefällt mir1
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19. März 2023
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18. März 2023
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10. März 2023
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8. März 2023
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7. März 2023
SpeisenAmbienteService
Spät abends in Feldkirch (ich spreche von nach 21 Uhr) noch etwas zu Essen finden, das nicht Fastfood-lastig ist, stellte sich als Herausforderung da. Da wir in Bahnhofs-Nähe nächtigten, war es eig... MehrSpät abends in Feldkirch (ich spreche von nach 21 Uhr) noch etwas zu Essen finden, das nicht Fastfood-lastig ist, stellte sich als Herausforderung da. Da wir in Bahnhofs-Nähe nächtigten, war es eigentlich unser Wunsch im iX (welches laut Auskunft am Telefon bis 22 Uhr Küche hat und bis 23 geöffnet ist) zu speisen und den einen oder anderen Cocktail nach der langen Autofahrt aus Wien zu genießen. Doch leider hatte diese Bar bereits um 21.15 Uhr keine Küche mehr und wir gingen einen Stock runter in die Kantine, da es hier noch belebt war und diverse Gäste am Schmausen waren.

Das Personal sehr freundlich, bringt sofort die Speisekarte, die Bestellung per se musste jedoch auf sich warten, da wir dann relativ lange nicht weiter beachtet wurden. Dann ging es aber zackig und äußerst befriedigend weiter: Die beiden Biere (ein großes Helles und ein Kellerbier) waren kühl und schön gezapft. Für den ersten Durst ideal.

Während wir die ersten Schlucke zu uns nahmen, sahen wir uns um und betitelten das Lokal modern, irgendwie gemütlich aber auch kühl zugleich, auffallend waren die vielen Einheimischen und eine größere Vorarlberger Runde, die offenbar Geburtstag gefeiert hat. Spricht für das Lokal - wo die Einheimischen sind, muss es ja eigentlich gut sein.

Zur Vorspeise sollte es ein Hummus sein, der laut Karte "pikant" serviert wird, jedoch bestand das "pikant" nur aus Paprikapulverpuren. Sonst aber gut, schöne Tahinanote, nicht zu sauer, natives Olivenöl drüber und gekochte Kichererbsen. Solide aber nicht aufregend

Die folgenden Hauptdarsteller waren eine Pizza Diavolo und eine Parmigiana. Die Pizza war hervorragend - reichlich belegt, sehr guter Teig, am Rand fluffig-speckig, aber knusprig. Wirklich gut gebacken und geschmacklich ebenfalls top. Meine Parmigiana war leider vorerst etwas zu wenig heiß (ich finde, die muss richtig dampfen) und wurde auf meinen Wunsch nochmal erhitzt. Dann war sie aber perfekt: das Paradeiserragout war köstlich abgeschmeckt, die Melanzani vor dem Schichten gut in der Pfanne angebraten, oben drauf Parmesanhobel und (nach dem 2. Mal erwärmen) sogar noch eine Hand voll Rucola. Schmeckte mir vorzüglich, obwohl ich eigentlich weder ein Melanzani- noch "Überbackenes"-Fan bin. Ich habe mich über jeden Bissen gefreut und war voll Herzens zufrieden.

Zu Trinken gab's dann noch einen "Roten Zweigelt" aus Gols (laut Karte aber aus dem Wagram - was uns zu der Wahl brachte, da wir einen Rotwein aus dem Wagram doch eher als Rarität angesehen haben), der perfekt zu unseren Speisen passte. Er war würzig, vollmundig, nicht zu tanninig, bauchiger Charakter, leichte Noten von Beeren und dezente Säure. Noch dazu um EUR 24,00 für die Bouteille wohlfeil.

Nächstes Mal wieder!
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6. März 2023
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6. März 2023
SpeisenAmbienteService
Neulich war ich mit zwei Freundinnen im "Zum Wohl", ausgesucht weil eine der beiden eine ziemliche Glutenunverträglichkeit hat und dort im Lokal muss man sich keine Sorgen machen, da generell Glute... MehrNeulich war ich mit zwei Freundinnen im "Zum Wohl", ausgesucht weil eine der beiden eine ziemliche Glutenunverträglichkeit hat und dort im Lokal muss man sich keine Sorgen machen, da generell Gluten-frei gekocht wird.

Reservierung per Onlineplattform problemlos, auch bei unserer Ankunft wurde unsere Anmeldung sofort gefunden und uns wurde ein Tisch für 4 zugewiesen, also Platz genug zum Sitzen. Die Atmosphäre scheint urig, laut und beislartig, man sitzt relativ offen und teilweise eng am Nebentisch. Das Personal bemüht aber leider nicht so auf Zack wie man es sich wünschen würde, gerade die Nachfrage bei leeren Gläsern geht ab. Freundlich sind sie aber alle.

Zum Aperitiv gab's einen Muskateller-Frizzante, der ganz in Ordnung war, ich stieg dann aber doch auf ein Helles um, die Mädels wählten ein Soda Zitrone und ein Vodka Soda.

Das Essen war flott am Tisch und überzeugte zwei von uns drei schwer. Eine Freundin war mit ihrem Burger sehr zufrieden und verputzte ihn ratzfatz. Die andere hatte die Rahmpilze mit Nockerl - Nockerl gut und buttrig, die Pilze überzeugten nicht, weil zu viel und geschmacklich "zu intensiv", war die Aussage. Ich genoss mein Wildragout vom Hirsch mit Preiselbeeren und Braterdäpfeln. Letztere mit Schale, ein wenig wie Mojo-Kartoffel von den Kanaren (ich liebe sie), außen schalig-fest und innen speckig. Das Ragout war perfekt abgeschmeckt, gute Wacholder- und Loorbernote, das Fleisch butterzart und gar nicht flachsig. Die Portion war riesig, dennoch habe ich nichts über gelassen. Zur Nachspeise sollte es dann noch ein Maronireis mit Obers und Beeren sein. Auch der war perfekt - nicht zu süß, Rum definitiv dabei, viel Schlagobers darunter (das muss für mich sein) und das Obstkoch dazu auch sauer genug um dem ganzen ein wenig Frische zu verleihen.

Ich war sehr angetan und möchte gern im Sommer wiederkommen, wenn der Schanigarten offen ist. Dann aber auch gen Wochenende, damit sich ein Cocktail im Barflys in der Nähe noch gut ausgeht... ;)
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Ich hab das Barflys vor Jahren sehr lieb gewonnen und bin, wenn in der Gegend, nach wie vor sehr gerne dort, wenngleich die Atmosphäre der "Voredition" vor dem Umbau wesentlich mehr meins war. Die Drinks schmecken mir dort immer noch, ich schätze besonders die ausgefalleneren Mixturen, wie die Prairie Oyster (muss man mögen) und den Bullshot. Letzterer einer meiner absoluten Lieblinge...

7. Mär 2023, 18:24·Gefällt mir

Wie gefällt Dir das Barflys? Ich war zum ersten Mal im Oktober 22 dort. Obwohl ich es gerne dunkel mag, war es mir dort doch etwas zu sehr düster, höhlenartig. Ich kannte es leider nicht unter dem berühmten Altchef Mario Castillo und Bartender Frank, der dann eine eigene Bar, das Agent Oscar eröffnete.

7. Mär 2023, 06:57·Gefällt mir1
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3. März 2023
SpeisenAmbienteService
Das Neko ist unsere erste Anlaufstelle wenn wir in der Stadt sind und es uns nach Sushi gustet. Nicht nur, dass das Service äußerst freundlich und flott ist, geht das Essen schnell und bleibt die Q... MehrDas Neko ist unsere erste Anlaufstelle wenn wir in der Stadt sind und es uns nach Sushi gustet. Nicht nur, dass das Service äußerst freundlich und flott ist, geht das Essen schnell und bleibt die Qualität betreffend konstant sehr gut.

Das Ambiente ist so lala, man sitzt recht eng und kamm sich nicht wirklich über persönliche Dinge untethalten, ohne, dass der Nebentisch zuhört. Bisschen asiatischer Imbiss-Charme, quasi. Folglich es wäre jetzt kein Lokal wo ich in größeren Gruppen zu Anlässen hingehen würde, um dort einen ganzen Abend zu verbringen, aber fürs Essen gehen reicht es alle Mal. Achtung: zu Mittag sollte man vorher anrufen und reservieren, es ist gesteckt voll und sehr beliebt um diese Tageszeit.

Bestellen kann man dort quer durch: von ausgezeichneten Suppen (mein Favorit die Seafood Suppe mit gut Einlage an Fisch und Pilzen, immer g'schmackig und enttäuscht nie), über kalte und warme Vorspeisen (die Spicy Wan Tan und die Hühnerspieße müssen jedes Mal dabei sein), bis hin zu Seafood Teppanyaki (mein Mann liebt es) und Sushi, Sashimi, Maki. Ich bevorzuge letztere Kategore, zumal der Fisch von wirklich guter Qualität ist und für die Preise wirklich von ordentlicher Portionsgröße.

Klare Empfehlung meinerseits aus oben genannten Gründen...
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Für mich für einen flüchtigen Mittagstisch mal in der wärmeren Jahrezeit im Schanigarten, soweit ok, aber mehr Werbung würde ich nicht machen. Ich muss auch erst mal deine anderen Tipps begutachten (Otto Yami ist da schon fest gespreichert). :)

4. Mär 2023, 06:07·Gefällt mir1
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2. März 2023
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28. Februar 2023
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27. Februar 2023
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26. Februar 2023
SpeisenAmbienteService
Endlich wars so weit - ich wurde (weil Geburtstagsgeschenk) zum Gabelfrühstück ins "The Bank" ausgeführt. Die Vorfreude war riesig. Die Reservierung war einfach per Telefon und anschließender Best... MehrEndlich wars so weit - ich wurde (weil Geburtstagsgeschenk) zum Gabelfrühstück ins "The Bank" ausgeführt. Die Vorfreude war riesig.
Die Reservierung war einfach per Telefon und anschließender Bestätigungs-SMS. Beim Empfang sofort geschalten und mein Lieblingsmann und ich haben einen ideal gelegenen Tisch beim Brunch erhalten.

Ablauf: EUR 89,00 - dafür riesiges Vorspeisen-, Müsli-, Saft- und Dessertbuffet. Warme Vorspeisen (in unserem Fall Egg Benedigt, Coq au Vin und eine Cremesuppe vom Topinambur), sowie Hauptspeisen (beim Besuch Bisonbeiried, Schweinebauch, Kalbsrücken, Zander oder Pastasotto) auf Bestellung. Inkludiert sind Bier, Wein, Alkoholfreies, Heißgetränke und Winzersekt.

Das Personal ist TOP. Man merkt sofort, dass sie alle geschult sind - es fehlt an nichts, es gibt keine Wartezeit zwischen leeren Gläsern, es wird gelaufen und gebracht, stets freundlich geblieben und äußerst zuvorkommend gehandelt. Ich kann nur mein großes Lob bezüglich des Service aussprechen - ich bin (seit dem Pandemieausbruch) selten so charmant bedient worden. Absolute Spitzenklasse!

Die Speisen selbst sind ebenfalls von ganz hoher Qualität. Beginnen tuts bei dem Brot vom Öfferl (ich weiß, Bobobrot, aber es ist halt einfach wirklich hervorragend!), über die Moules Marinière, Entenbrustrilette, Beeftartar (handgehackt und vom Koch direkt in "Nocken" mit zwei Esslöffeln schön auf den Teller drapiert; wunderbar abgeschmeckt, noch grob, Senfkörner, leichte Kapernnote, traumhaft), Thunfischcrostinis (bin kein Thunfischfreund, aber das war richtig genial), Arancini mit Reis und Hirsch (unfasslich - käsig, mit Reis, fleischig, fehlerfrei), Oktopussalat mit weißen Bohnen (der Oktopus war butterzart), Vitello Tonnato mit frischem Trüffel (1a und wie es soll), weiters noch frisch aufgeschnittenen Prosciutto crudo und cotto. Sensationell. Eigentlich würde das schon fürs Sattwerden reichen, aber wir sind ja neugierig und öffenen alle Magenladen.

Weiter gehts - ich wähle den Coq au Vin (Zwischengang) - sensationell. Weich geschmortes Hendlhaxerl, Trüffelerdäpfelpüree, Wurzelgemüsesaftl. Zart, intensiv. Das hätte mir schon das Highlight gegeben, wäre da nicht der Schweinebauch gewesen. Der hat mich umgehauen. Krusterl, salz- und knoblauchig, wunderbar zart, utopisch. Würde ich je die letzte Speise meines Lebens aussuchen können, wäre es genau das: Bauchfleisch von dieser Konsistenz, Würzung und Knusprigkeit. Ganz großes Lob, besser geht es meiner Meinung nach nicht. Das Beiried vom Bison mundete meinem Mann exzellent (es war medium und er isst normal nichts, was noch halbroh ist, aber dieses hat er regelrecht verschlungen), der Kalbsrücken war gut abgeschemeckt, aber etwas zäh, dafür der Röstbrokkoli dazu sehr schmackhaft.

Die Desserts waren - wie auch die Vorspeisen - von hervorragender Qualität und Frische. Wir kosteten uns durch den Sauerrahmschmarren (ein Gedicht: fluffig, süß-sauer, mit dem Kirschenkoch und Vanillesauce ein Traum), Somlauer Nockerl (Rum, Schoko, Vanillepudding, Bisquit - to die for), Tiramisu (Kaffe und Mascarpone - die Kombi ist halt altbewährt und funktioniert).

Ich liebe es. Die Atmosphäre im The Bank ist sowohl tagsüber, als auch abends ganz großes Kino. Das Personal ist herausragend, die Stimmung super (wir hatten sogar einen Live-Pianisten, der wunderschön gesungen hat), das Klientel hat Niveau und genießt.In Zukunft heißt es für mich: Bibi feiert dort, da stimmt einfach alles.

PS: Es gibt keine Fotos, da ich die Zeit dort "handyfrei" genießen wollte. Bitte um Nachsicht ;)
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Wäre wieder mal Zeit für eine „Brot-Diskussion“ 😉!?!

27. Feb 2023, 10:27·Gefällt mir2

Als Bobobrot bezeichnet man meist Brot von den Bäckereien Josephbrot, Öfferl, Felzl, welches ausserhalb der Reichweite des Proletariats zu finden ist. ;-) In den Bezirken 1070 und 1080 gibt es eine hohe Dichte an Bobobäckereien. ;-)

27. Feb 2023, 08:34·Gefällt mir2

Schließe mich dem Lob an. Oh Gott, die ToDo Liste wird immer blader, wie ich. :) Frühstücken war ich dort schon, ein Dinner geplant aber noch nie umgesetzt. Eine Frage: Was ist Bobobrot? Der Ausdruck hat mich aber sehr erheitert. 😊

27. Feb 2023, 08:10·Gefällt mir2
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24. Februar 2023
SpeisenAmbienteService
Es sollte ein Familienevent werden - Eltern, Schwiegereltern, Mann und ich zum "Dinner im Museum". Gebucht habe ich ca. 2 Monate im Vorhinein per Reservierungstool auf der Homepage - klappte proble... MehrEs sollte ein Familienevent werden - Eltern, Schwiegereltern, Mann und ich zum "Dinner im Museum". Gebucht habe ich ca. 2 Monate im Vorhinein per Reservierungstool auf der Homepage - klappte problemlos.

Das Dinner im Museum findet jeden Donnerstag statt, ab 18.00 Uhr und kostet derzeit EUR 65,-- pro Person regulär. Wer sich das "Deluxe Dinner" gönnen möchte zahlt EUR 14,-- drauf und bekommt ein Glas Champagner und einen mit Rosen dekorierten Tisch dazu. Nette Sache, vor allem als Idee für ein Geschenk zur Hochzeit/Verlobung/...
Inkludiert sind im regulären Package ein 5-Gänge-Menü, Gedeck/Couvert und eine Themenführung im KHM. Die Getränke bezahlt man extra, die Preise sind aber angemessen und nicht überteuert.

Der Ablauf ist folgendermaßen: Gruß aus der Küche/Gedeck portioniert serviert, Vorspeisen-Etagère à deux am Tisch eingestellt, die Suppe wird serviert, Hauptspeise (Auswahl aus 3 Varianten) wird serviert, Nachspeise teilweise "to share" und pro Person, Käse auch pro Person. Man bestimmt als Gast, wann es weitergehen soll - es gibt keinen Stress, es wird seitens der Kellner nicht "durchgehetzt", sondern immer gefragt, ob der nächste Gang serviert werden darf. Wir haben uns entschieden, um 18.00 Uhr dort zu sein und die Führung um 19.30 Uhr zu nehmen. So konnten wir gemütlich bis inklusive Hauptspeise genießen, hatten dann die Führung und danach unsere Desserts.

Ich komme gleich ausführlich zu den Speisen, möchte aber gerne noch ein paar Worte zu Service/Personal verlieren: Der Empfang war äußerst freundlich. Zwei sehr elegent gekleidete Männer begrüßten uns und geleiteten uns zum Tisch. Als wir uns eingefunden hatten (Garderobe entweder über den Stuhl hängen oder unten gleich beim Eingang im Kästchen deponieren) - wurden wir ob der Getränke gefragt, welche binnen kürzester Zeit am Tisch waren (Bellinis, Bier, Wasser, Johannisbeersaft). Man fühlt sich gleich wohl. Das Personal blieb (bis auf ein paar "Lücken", weshalb nur 4 und nicht 5 Punkte) aufmerksam, stetig zuvorkommend, höflich, unaufdringlich und defintiv geschult - man merkte gleich, dass hier kein "Aushilfspersonal" am werkeln ist, sondern Fachleute. TOP!

Die Führung um 19.30 Uhr zum Thema "Ägyptische Sammlung" war weltklasse. Ich habe selten so einen begeisterten Guide angetroffen, der in der Kürze (40min) so viel Hintergrund- und Nischenwissen preisgibt, witzig und fundiert Wissen rüberbringt und obendrein auch noch laut genug spricht und derart wenige "äh" und "ähms" einbaut. :) Wir haben - trotz der kurzen Zeit - wieder viel neues über die ägyptische Kultur erfahen. So soll es sein!

Die Atmosphäre im Restaurant selbst ist halt traumhaft: Marmor so weit das Auge reicht, hohe Decken, Gewölbe, Sichtfenster,... was will man mehr. Romantische und stilvoller geht es kaum. Im Museum mit so einer Geschichte und Herrschaftlichkeit einen feinen Abend zu verbringen ist wahrhaft etwas ganz Besonderes.

Zu den Speisen: Der Gruß aus der Küche war deliziös: Das Brioche im Glas gebacken (neu für mich), speckig und leicht ölig am Rand, was die Sache aber nur spannender gemacht hat. Dazu der wunderbar abgeschmeckte, cremige Liptauer und das Falafelbällchen frisch und knusprig, innen saftig, auf zweierlei Hummus (Kräuter- und Paprika(?)hummus). Vorzüglich.
Die Etagère war majestätisch - jeder Part davon suchte Seinesgleichen - das Selleriecarpaccio von wunderbarer Komposition (natürlich, perfekt gegart, wunderbar abgeschmeckt mit Haselnuss, Rucola und Grapefruit). Die Rote Rüben Blini waren mir ein wenig zu lasch, lag aber daran, dass ich auch Melanzani nicht so gern mag - subjektiv entbehrlich, objektiv gutes Handwerk. Die gezupfte Rinderhüfte war für mich perfekt (ich liebe diesen soft-Roll-Charakter, dazu Trüffelmayonnaise und Füllung köstlich), der Rosa gebratene Hirsch war wieder weniger meins (lag aber an den Belugalinsen, die ich generell eher auslasse) aber handwerklich absolut nichts auszusetzen. Am Allerbesten jedoch war die Hecht-Praline auf Rotkaut Kimchi. Da war so viel Innovation und Liebe drin, Schärfe, Säure, Süße, Salzig - für mich absolutes Umami. Ich hätte mir gerne einfach nur das als Vorspeise wählen können - es war wirklich das Beste von dieser Etagère. Großes Lob an diesen Part der Vorspeise.

Die Suppe wurde modern serviert: Suppenschüsseln eingestellt, in jeder befand sich Süßkartoffelstroh und Maronischaum. Die Suppe selbst wurde danach vom Kellner aus einer Kanne aufgegossen. Schöne Idee, hat mir gefallen, stilvoll und ein wenig "Erlebnis". Die Suppe selbst nicht meins, liegt aber daran, dass ich kein Currypulver- und Süßkartoffelfan bin. Handwerklich aber auch hier wiedermal ausgezeichnet - Würzung, Konsistenz und Anrichteweise waren fehlerfrei.

Die Hauptspeisen waren für jeden von uns ohne Makel. Der Lachs war top gebraten, nicht ganz durch, Haut knusprig, Forellenkaviar dazu, gut gegarter Kohlrabistempel, dazu Fenchelgemüse und Filets von der Orange mit dezenter Whiskynote. Für mich ein absolut utopischer Gang, habe schon lang keinen so guten und interessant zusammengestellten Fischgang gegessen. Die Entenbrust war ebenfalls au point, die Belugalinsen cremiger, das Püree als Bett darunter. Die Esser haben geschwärmt und genossen.

Die Desserts waren von nicht minderer Qualität: Das Schokoküchlein war innen flüssig, außen knusprig. Das Zwetschkeneis cremigst und zwetschkig (meinem Mann zu süß, für mich genau richtig), dazu noch eingelegte Zweschkenspalten und Schokolade. Es war schlichtweg hervorragend. Das Fondue habe ich ausgelassen, aber ich bin kein Freund von Schoko mit Kaffe (habe die flüssige Sauce gekostet - es war tatsächlich sehr bitterschkoladig-kaffeig und von dickerer Konsistenz, hätte sicher gut auf dem Marshmallow mit Cornflakes gepasst - gute Idee, wenn man das mag).

Die Käsevariation top - feine Auswal aus Tête de Moine, Heumilch Camembert, Pecorino re nero und Schwarzer Ziege. 3-2-1 weg wars. Käse geht halt immer - vorallem wenn perfekt temperiert und dazu noch dieses Birnen-Balsamico-Wobbelgelee und Öfferl-Brot. Ich hätte eigentlich nur mehr vom Käse statt den süßen Desserts gebraucht, aber auch das ist wieder subjektiv und mein Geschmack.

Fazit: Absolute Empfehlung zu jeder Gelegenheit. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, die Atmosphäre ist wie von einer anderen Welt, das Personal ist wirklich gut und die Speisen hervorragend. Man gehe hin und genieße Kultur und Küche.
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24. Februar 2023
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17. Februar 2023
SpeisenAmbienteService
Neulich war ich mal wieder im Otto Yami mit einem lieben Freund und Gourmet. Er meinte, wieso ich eigentlich noch nicht über dieses Lokal geschrieben habe - darüber nachgedacht und hier ist sie, di... MehrNeulich war ich mal wieder im Otto Yami mit einem lieben Freund und Gourmet. Er meinte, wieso ich eigentlich noch nicht über dieses Lokal geschrieben habe - darüber nachgedacht und hier ist sie, die Lokalrezension:

Die Reservierung immer einfach, geht über The Fork (meist mit 20% Rabatt bei à la Carte) oder telefonisch problemlos.

Die Lokalität selbst ist mordern-asiatisch, größere Räume, wenig Schalldämpung, "es wurlt" ein wenig, aber passt auch zu dem doch sehr Japanischlastigen (zumindest was die Speisen und Getränke betrifft). Das Service ist präsent, flott und freundlich, sehr bemüht.

In der Speisekarte gibt es alles, was das Herz begehrt zu bestellen (von Teigtaschen über Sushi bis hin zu Bulgogi und Nudelsuppentöpfen), ich empfehle aber hier jedenfalls und zweifelsohne das "All-you-can-eat". Wie beim Ebi auch sind alle Speisen sehr einfach per Tablet zu bestellen, aber (sorry for that) die Qualität deutlich besser als in den Ebi-Lokalen.

Die Getränke bestellt man gesondert beim Personal, es gibt 5 verschiedene Limos, 5 verschiedene Spritzervarianten, ein paar Cocktails, kühles Bier vom Fass (Stiegl) und auch asiatische Sorten (Kirin), Tees, etc. Man wird nicht durstig bleiben - sehr empfehlen kann ich denjk Litchi Spritzer (Litchi ist halt einfach wirklich eine tolle Frucht und Geschmacksrichtung).

Zu den Speisen: Ich liebe die Spicy Wan Tan (3 Stück Teigtäschchen, mehr Reisteig als Fleisch) in scharfem Öl. Das ist wohl eine eher fettige Angelegenheit, aber ich mag sie gerne, weil die Kombination aus dem scharfen Fett, Fleisch und diesem weichen Reisteig unschlagbar ist. Immer bestellt werden Edamame (auf den Punkt), Tempura Garnelen (eher dicker Teig außenrum, aber knusprig und frisch), und Kimchi (sehr solide, säuerlich, scharf, knackig, sortenrein). Dann folgt meist eine riesige Auswahl an diversen Nigiri und Maki (hier gibt es keine „Fehler“ – nur persönliche Geschmackspräferenzen. Der Reis ist zwar nicht der beste, aber absolut in Ordnung (ich spreche von der Marinade) – die Konsistenz ist perfekt.

Wenn dann noch Platz im Magen ist kann man sich durch die warmen Hauptspeisen kosten, welche – bis auf das Beef-Tataki letztens, weil medium und butterzart – wir aber meist vom Sushi geschlagen auslassen.

Zur Nachspeise gebackene Bananen als Klassiker, schmeckt wie überall, und das schwarze Sesameis. Letzteres sehr süß, dafür aber schön cremig ohne Kristalle.

Ich empfehle das Otto Yami gerne für Abende mit Freunden, wenn man länger sitzen, kosten, genießen und gut trinken möchte. Hie und da passiert es, dass sie eine Speise (bei Bestellung vieler kleiner Teller beim All you can-Eat) vergessen wird, aber nach Aufmerksammachen ist es dann sofort am Tisch. Das Preis-Leistungs-Verhältnis passt, auch bei den à la carte-Speisen. Das Ambiente ist gemütlich, am schönsten ist der Innenhof - wenns dann wieder wärmer ist...
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Danke, also wirklich ein eletronischen Tablet, klingt ja recht fortschrittlich. Zur Info, Ich kenne kein Ebi (auch das auf der MaHü nicht, der "Scheuklappenblick") daher auch meine naive Anfrage - bin jetzt im Bild - ja dafür ist ReTe einfach super. Also Yami hui, Ebi pfui (nach einer weiteren Experten-Rezension die ich gerade gelesen habe). :)

17. Feb 2023, 12:13·Gefällt mir1

Es wird bei der Wahl von "AYCE" ein Tablet auf den Tisch gestellt, mit dem man dann die einzelnen Speisen anwählen und in den Warenkorb legen kann. Wenn man die Bestellung abschickt (ein Tippser "Bestellung absenden") landet das bei der Küche und die Speisen werden zum Tisch gebracht. Kein Buffet. Keine SB. :) Super gelöst und easy to handle. Danke auch für dein Lob, btw. ;) Freut mich sehr!

17. Feb 2023, 12:07·Gefällt mir1

Eine Frage hätte ich - vielleicht kannst du das im Bericht updaten, oder hier beantworten. Wie funktioniert das "All-You-Can-Eat" dort? Ist das ein Buffet, also SB oder bringt das der Service nach meiner Auswahl von der Karte zum Tisch? Was ist "per Tablet"?

17. Feb 2023, 12:01·Gefällt mir1
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13. Februar 2023
SpeisenAmbienteService
Auf Empfehlung von lieben Freunden ging ich mit meiner Begleitung an einem Abend unseres Skiurlaubs dorthin essen. Die Reservierung funktionierte problemlos am selben Tag per Telefon, schon da war ... MehrAuf Empfehlung von lieben Freunden ging ich mit meiner Begleitung an einem Abend unseres Skiurlaubs dorthin essen. Die Reservierung funktionierte problemlos am selben Tag per Telefon, schon da war eine überdurchschnittliche Freundlichkeit spürbar.

Beim Betreten des Hotels sieht man gleich, dass es sich hier um eine gehobene Location handelt - alles sauber, modern aber gediegen, herrschaftliches Ambiente. Große Stiegen im Aufgang, die Hotelbar groß und gut bestückt, das Restaurant dahinter und mit Sitznischen, schön aufgedeckt. Uns wurde sofort die Garderobe abgenommen, der freundliche, etwas betagte Kellner geleitet uns auf sehr charmante Weise zum Tisch ("Wollen die hübschen Damen mir unauffällig folgen?"). Wir bekamen gleich die Speise- und Weinkarte, zum Aperitiv sollte es ein Martini bianco mit Olive auf Eis sein. Als Beigetränk ein großes Trumer und ein großes SoZi. Alles tadellos und wie erwartet.

Der Gruß aus der Küche ist ein Gläschen Eiaufstrich und dazu 2 Scheiben frisches, speckiges aber fluffiges, Weißbrot pro Person. Hervorragend und bestens gegen den (schon sehr großen) ersten Hunger.

Ich wählte zur Vorspeise eine Kaspressknödelsuppe, mein Gegenüber ließ diesen Gang aus. Meine Suppe war eine kräftige, sicherlich mit Rindfleisch angesetzte, Brühe, mit Wurzelgemüse und 2 handgemachten kleineren Kaspressknöderl. Wunderbar und nichts zu meckern. Ich musste weder nachsalzen noch -pfeffern, eine runde Sache.

Der Hauptgang war einer der besten meiner letzten Wochen: ein wunderbar zartes Tomahawk vom Voralpen-Strohschwein mit Kräuterbutter und Maiskölbchen, dazu ein Ofenerdäpfel mit Sauerrahm und Erdäpfelstroh. Nichts hätte man daran besser machen können - Fleisch auf den Punkt, Maiskolben knackig, Kräuterbutter auch nicht "aus'm Packl", sondern selbstgemacht, schön angerichtet, Ofenerdäpfel wie er soll, Rahm in ausreichender Menge, Erdäpfelstroh als knusprige Komponente und für's Augerl ein Gedicht. Ich bin ja eigentlich ein absoluter Saucenfan, aber interessanterweise ging mir bei diesem Teller nicht mal der Jus ab - es war so saftig und zart, dass es wirklich keine flüssige Zusatzkomponente gebraucht hat.

Meine Begleitung hatte ein Lachsforellenfilet aus Untertauern in Erdnuss-Parmesankruste auf cremigem Zitronen-Petersil-Risotto, mit Prosecco-Melange und getrockneten Tomaten - auch dieses war in jeglicher Hinsicht ein absoluter Schmaus und bedurfte keiner Verbesserung.

Für sie war noch Platz für Nachspeise, weshalb die Nutellapalatschinken herhalten mussten. Hier kann man ja bekanntlich auch sehr viel falsch machen, gerade weil meine Begleitung sehr heikel bei "falschem Nutella" und "zu viel Nutella" etc ist. Aber die Palatschinken waren weg, so schnell konnte ich gar nicht schauen. Auch hier wieder perfektes Handwerk, dünne Schicht Teig, perfekt rausgebraten, nicht zu viel Füllung, wunderschön am Teller präsentiert (mit Spritzsack-Tupfern von div. Fruchtcremen).

Zu den Gängen bekommt man jeweils das passende Besteck serviert, das Steakmesser konnte ich mit vom Tablett aussuchen (ich nahm ein violettes aus der sehr farbenfrohen Auswahl). Ist zwar etwas kitschig, aber mir hats gefallen.

Fazit: Ich bin meinen Freunden sehr dankbar für den Tipp und spreche auch eine eindeutige Empfehlung mit 3 Rufzeichen (!!!) für dieses Hotelrestaurant aus. ;)
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13. Februar 2023
SpeisenAmbienteService
Da wir quasi gleich ums Eck von der Flubachalm genächtig haben, war es naheliegend, dass wir nach einem gelungengen und intensiven Skitag erschöpft eben dort einkehren. Die Alm selbst liegt seh... MehrDa wir quasi gleich ums Eck von der Flubachalm genächtig haben, war es naheliegend, dass wir nach einem gelungengen und intensiven Skitag erschöpft eben dort einkehren.

Die Alm selbst liegt sehr gut am unteren Ende der Piste bei der Grünwaldkopfbahn an der Wiseneggstraße. Man kann also theoretisch auch zu Fuß absteigen, wenn es auf den Skiern nicht mehr geht. Das letzte Pistenstück ab der Flubachalm ist bis 18.30 Uhr befahrbar - entweder, weil die Alm um 17.00 Uhr noch ein "Küchen-Special" anbietet, oder es gibt eben dieses Special weil die Pistengeräte ganz unten erst sehr spät werkeln.

Die Lokalität ist eine eher sterile, halbwegs moderne (helles Holz, rote Stoffüberzüge), aber nicht klassische Alm. Dazu wirkt sie zu hallenartig und wenig "urig". Es ist jedoch alles sauber und gepflegt.
Das Personal ist flott und bemüht, sehr freundlich und zackig. Die Getränke wurden gleich beim Ausgeben der Speisekarte erfragt und waren binnen 2 Minuten am Tisch. Löblich. Wir hatten dort vom kühlen Weizenbier vom Fass bis zum Café Latte bestellt und wurden nicht enttäuscht - natürlich, ein Milchkaffee lässt schwer Urteile über die Bohnen und Röstung zu, aber wenn man - wie ich als Kaffeebanause - ausschließlich solche Kaffeevarianten bevorzugt, ist man glücklich über ein großes Glas ebendieses Getränkes mit ordentlich Schaum von idealer Konsistenz.

Die Kaspressknödelsuppe war in Ordnung - eindeutig Pulverbrühe, dafür aber das Knödel groß, speckiges Mundgefühl, käsig, aber nicht zu intensiv. Frischer Schnittlauch (kein TK). Hat gepasst, mehr erwarte ich auf einer Hütte nicht. Die Karotten-Ingwersuppe mit Garnelen schmeckte meiner Begleitung vorzüglich - schön dickflüssig (aber noch flüssig), Garnelen au point, Würzung 1a - tadellos.
Das Blunzengröstl war toll - dezente Majorannote, gut geröstete Erdäpfelscheiben, die Blunzn war nicht zu fett, ausreichend Salz, Pfeffer und wie ich mir das vorgestellt habe. Das Specksauerkraut dazu war nicht zu sauer, nicht zu schlotzig, eher von der knackigeren Sorte. Hat gepasst. Auch der Salat meines Gegenübers war eine gute Mischung: gewünscht vegetarisch, mit einer guten Menge Braterdäpfelscheiben (die, wie bei meinem Gröstl auch definitiv selbst geschält und gehobelt waren), die Salatmischung darunter mit Kraut, Rahmgurken, frischen gehobelten Karotten, Salatblättern. Dressing klassisch aber perfekt abgeschmeckt. Kann man lassen.
Die Speisen sind durchwegs in Ordnung - kein "WOW", deshalb die 4, aber deutliches "Sehr gut".

Die Studel, Apfel- und Topfenstrudel, haben uns ebenfalls gemundet. Sie waren sicher selbstgemacht und gewärmt, nicht zu süß und eine schöne Portion. Ist schließlich nicht selbstverständlich - ich kenne Hütten, wo der Strudel aus dem TK ist und entweder so heiß daherkommt, dass man sich den Gaumen röstet, oder der Kern noch gefroren ist...

Fazit: Nächstes Mal wieder. Preis-Leistung stimmt, Personal super, Ambiente OK aber in Anbetracht der wirklich - für Hüttenverhältnisse - guten Speisen verzeihbar. Da hab' ich lieber eine Hütte, die nicht so urig ist, wo ich aber gut essen kann und die Bedienung passt.
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12. Februar 2023
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12. Februar 2023
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5. Februar 2023
SpeisenAmbienteService
Neulich war ich in Begleitung 2er kulinarisch interessierter und lieber Freunde beim Gerstner zum Sonntags-Brunch (EUR 95,00 pro Person). Inkludiert im Brunch sind: Vorspeisenbuffet, Dessertbuffet,... MehrNeulich war ich in Begleitung 2er kulinarisch interessierter und lieber Freunde beim Gerstner zum Sonntags-Brunch (EUR 95,00 pro Person). Inkludiert im Brunch sind: Vorspeisenbuffet, Dessertbuffet, serviert werden Eigericht, Suppe und Hauptgang, sowie div. Getränke laut Karte (alles siehe auch Fotos - habe die Menükarte beigelegt).

Die Reservierung funktionierte problemlos (geht über das Onlineportal der Homepage, aber auch telefonisch). Das KuK-Palais gegenüber der Oper ist zwar etwas "versteckt", weil nicht auffallend, aber beim Betreten übermannt den Gast schon ein sehr herrschaftliches Flair, das bis hinauf in den 2. OG, wo das Event stattfindet, nur noch intensiver wird. Ganz oben findet man hohe Räume, sehr romantisch und royal eingerichtet, in der Mitte der Location das Herzstück: die Desserttheke (von Beginn an reichlich bestückt mit div. Strudel (Apfel, Topfen, Weichsel), Torten, Schnitten, Gläschen und Petit Fours) - ein wahrlich herrlicher Anblick. Unser Tisch war schön gedeckt, nicht überladen, groß und gemütlich. Das Geleit zum Tisch war perfekt, wir wurden freundlich empfangen, die Garderobe wurde abgenommen und verstaut, die Empfangsdame ist äußerst bemüht. Man fühlt sich gut aufgehoben - zu Beginn.

Am Tisch sitzend warteten wir doch ein Äuzerl zu lang, da pro Raum doch 2-3 Servicekräfte am Werkeln sind, würde man sein Glas Sekt doch schon nach ein paar Minuten erwarten. In unserem Fall waren es mehr als 10 Minuten - so schwer ist das ja nicht. Es ist ein Brunch mit Free-Flow-Schlumberger nach Champagner-Art, die Flaschen sind im ganzen Gästebereich verteilt demonstrativ drappiert - ein Glas zum Empfang gleich am Tisch eingestellt würde vermutlich sehr viele Gäste von Beginn an mitreißen.

Der bereits erwähnte Schlumberger Sekt (ein Cuvée 1842 Reserve) ist aber hervorragend und mundet uns allen äußerst gut. Ich kannte nur diverse "Random"-Sorten - der war mir neu - aber blieb den gesamten Aufenthalt lang mein treuer flüssiger Begleiter. Die Weinauswahl ist ja ganz nett, aber gegen diesen Perlwein haben sie (für mich jedenfalls) keine Chance.

Das Vorspeisenbuffet ist klein, fein, aber kein "WOW" - es gab div. vom Räucherfisch (Lachs, Terrine, Mousse), Rohschinken und Tafelspitz kalt, Falafel, Geräuchertes vom Mangalitza-Schwein, Mozarella-Tomaten, eine vegetarische Terrine, Pilze, Artischockenbrötchen, Jourgebäck und Nussbrot, Käseauswahl (dazu später mehr) und Beef Tartar.

Die auf der Homepage angepriesene Austernbar war eine 3-stöckige Etagère, die im Durchschnitt mit 5 offenen Austern bestückt war. Da ich ein ausgesprochener Austern-Junkie bin, nahm ich gleich 4 und fühlte mich ein wenig schlecht, aber im Endeffekt war ich dankbar - die Austernbar war nämlich ziemlich bald nicht mehr vorhanden - sehr schade. Die Austern selbst von hervorragender Qualität, groß, fleischig, frisch. Nur leider nicht professionell geöffnet, da sehr viele Splitter mit in das Fleisch gewandert sind, was das Essen doch etwas mühsam macht. Ich hätte gerne weit mehr davon gegessen, zumal ich dieses "es gibt ein paar, dann sind sie aus" von diesen Brunch-Angeboten (siehe Kempinski, Dstrikt) nicht kenne - normalerweise gibt es dort Seegetier frisch geöffnet bis zum Schluss... Das Beef Tartar war auf einem dünnen Toastbrot sehr spärlich dosiert, störend war die Schicht Senf auf dem Toast unter dem Beef, da es ob des wenigen Aufstrichs (es war wie eine Fleischbreimasse, viel zu fein, ohne Struktur) fast nur mehr nach Senf schmeckte. Schade.

Nun gut, die übrigen Vorspeisen waren geschmacklich gut, lediglich die Falafel (sehr trocken) und der Tomaten-Mozarella-Mix waren entbehrlich. Das bestellte Soufflé vom Ei war nichts anderes als eine im Förmchen gestockte, verquirlte Eimasse mit Spinat oder Schinkenstreifen angereichert. Soufflé war es keins. Gewürzt war es, kleiner Snack zwischendurch, die Bezeichnung passte aber nicht.

Die Wachtelbohnensuppe war ebenfalls kein Star. Sehr oberslastig, kaum Bohnennote, der Schinken darin war gut, hat eine Räuchernote abgegeben, aber vermutlich hätte ich ohne die Suppe mehr Spaß mit dem Räucherschinken gehabt. Ebenso das Risotto - viel zu kernig, nicht al dente, lieblos weil kaum gewürzt. Beides nicht unseres.

Die weiteren Hauptgänge waren spannend: Die Piccata vom Kalb (wir dachten an in Parmesanteig gebackenes Kalb) war eigentlich ein Minischnitzerl vom Kalb, das leider weder heiß noch flaumig war, der Erdäpfelsalat dazu war relativ geschmacksneutral. Der Zander wiederum war mein Hauptspeisenhighlight, da der Fisch auf einem wunderbar gebratenen Kräuterseitling-Scheiberl drappiert war, rundherum ein Crunch von Nüssen, die leichte Weißwein-Fischsauce geschmacklich perfekt, die Schupfnudel war, wie sie sein soll. Ansich wirklich perfekt, der Fisch hätte nicht sein müssen - eher von der bröseligen, weil totgebratenen, Sorte. Ich würde dieses Gericht aber definitiv jederzeit wieder und in weit größerer Portion bestellen, das hat mir wirklich sehr zusgesagt.

Das Käsebuffet (ein Teller voller "Affineur"-Sorten (ich denke Schärdinger Marke), leider ohne viel Abwechslung - kein Schimmelkäse, ein Blauschimmel, ein Asmonte, ein Bergkäse, ein milder Tilsiterartiger Käse, ein würzigerer Gouda). Gut, aber kein "OHA", dazu der Vanini-Feigensenf (mein Klassiker und Liebling, musste mit auf den Teller), div. Saaten (Kürbis, Sonnenblume) zum drüberstreuen, auch Trauben gab es. Solide.

Aber dann zum Abschluss das absolute Must-Have im Gerstner: Die DESSERTS. Oh Gott. Reinlegen, darin baden, inhalieren. Wir haben ein nettes Assortiment an Torten/Schnitten gewählt und geteilt, wir wollten uns durchkosten und haben manche als handwerklich und geschmacklich gut (Dobostorte - leider für uns wegen der Buttercreme zu geil, aber gehört so, Maronischnitte etwas neutral im Geschmack, Haustorte hätte mehr "trüffeliger" und weniger "milchschokoladiger und fettiger" sein können), aber ein paar als richtig gut kategorisiert. Unsere Favoriten: Die Topfentorte (die Fruchtmasse oben, die Mandelsplitter auf der Seite, die cremige Topfenmasse - ein Traum!), die Kardinalschnitte (diese Creme war der Hammer, vanillig, nicht zu fettig, fluffig, cremig, Preiselbeermarmelade, guter Teig/Baiser), der Mandelspitz (die Kombination aus der leicht kaffeeigen Creme mit dem Karamellüberzug ist herrlich). Gerne hätten wir auch von den Petit Fours gekostet, aber die gab es leider auch ab einem Zeitpunkt nicht mehr.

Fazit: Ich fand sehr vieles sehr gut, aber auch einiges entbehrlich oder verbesserungswürdig. Das Service könnte durchwegs aufmerksamer (öfters nachfragen ob noch was gewünscht ist) und - in diesem herrschaftlichen Ambiente defintiv mehr "old-school" sein (Frau zuerst fragen/servieren, Einstellseite der Speisen,...). Die Auswahl an Speisen am Buffet gut, aber man sollte alles bis zum Schluss nachschlichten - ohne Ausnahmen. Die warmen Speisen verlangen mehr "Pep" und eine bessere Bezeichnung (sonst erwartet man etwas, was dann ganz anders kommt). Alles in allem war es aber ein sehr netter Mittagsaufenthalt für uns - vermutlich würde ich aber eher wieder zu einem Brötchen- und Nachmittags-Kuchen-Buffet mit Kaffee und Sekt all inclusive kommen, wenn es ein solches gäbe (wäre doch eine Idee, oder?! ;)).
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Na dann viel Spaß im seelenlosen Viennaland ;-)

6. Feb 2023, 21:13·Gefällt mir

Ich finde auch: es ist und bleibt einfach eine Wahnsinns-Konditorei mit traumhaftem Ambiente. Danke für eure Kommentare, ich liebe sie alle :) Ich bin ganz bei euch, Christan und WrK - die Gastro verändert sich, entwickelt sich weiter, die Übernahme durch Gourmet hat den Gerstner nicht verändert, sondern ihm vielleicht sogar eine Chance gegeben, noch besser zu werden.

6. Feb 2023, 20:10·Gefällt mir2

Es gab eine Zeit, da war ich fast Stammgast im K.u.K. Gerstner, 1. Stk im Café, weil ich den Weichselstrudel damals liebte. Ich kenne auch den 2. Stk und war schon essen dort. Die sind völlig ok m.E., man darf nur nicht mehr erwarten als angebracht. Wenn ich dort hingehe, dann sogar mehr wegen des Ambientes. Die Einwände von M12 finde ich unangebracht. Biancas Wertung zeigt recht gut, dass sich dort nicht viel geändert hat und das werte ich sogar positiv. Ich sehe hier keinen wie immer man meinen könnte Abstieg.

6. Feb 2023, 15:01·Gefällt mir2
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