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Ich gehe gerne zu Mittag essen, es muss aber nicht immer das 1er Menü sein.

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Gin Tonic (abends), Almdudler g'spritzt (tagsüber), Tee (im Winter und seit Neuestem auch im Sommer)

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 hat ein Lokal bewertet.
18. Juni
1080 Wien
SpeisenAmbienteService
Wenn ich mir die Fotos aus längst vergangenen Tagen hier auf ReTe so ansehe, dann bin ich traurig nicht damals ins Prinz Ferdinand gegangen zu sein. Mein kürzlicher Besuch stellte sich essenstec... MehrWenn ich mir die Fotos aus längst vergangenen Tagen hier auf ReTe so ansehe, dann bin ich traurig nicht damals ins Prinz Ferdinand gegangen zu sein.

Mein kürzlicher Besuch stellte sich essenstechnisch als gut, aber nicht besonders heraus, aber die wahre Katastrophe war der Kellner. Ich weiß schon, von wegen "händeringend", aber was man hier seinen Gästen zumutet ist schon nahe am eigenen Insolvenzwunsch des Lokalbetreibers.

Zum Essen:
Die Schweinsschnitzel waren geschmacklich einwandfrei, allerdings etwas zu dick und wohl in der Fritteuse , anstelle der Pfanne herausgebacken. Seltsam war die beinahe quadratische Form beider Stücke - ob es TK war vermag ich nicht zu sagen. Die Petersilerdäpfel waren von gutem Geschmack - das ist mittlerweile auch keine Selbstverständlichkeit mehr.
Das Paprikahendl mit Nockerl war ein Hendl im Gulaschsaft und entsprach nicht der allgemein üblichen Zubereitung in Rahmsauce - hätte man bei der Bestellung dazusagen, oder - noch besser - auf die Karte schreiben können.
Zu trinken gab es gutes Schremser Bier (groß) in der widerlichen Henkelgläsern und weiße Gespritzte.mit 4,30 und 3,10 recht moderat in der Preisgestaltung - immerhin handelt es ich um ein Lokal innerhalb des Wiener Gürtels.

nun zum Service.
Bedient wurden wir von einem wenig motivierten Kellner der im Laufe des Abends noch zusehends abbaute. Die Getränke wurden einfach auf den Tisch gestellt und nicht verteilt. Der Änderungswunsch bei der Beilage wurde mit "geht nicht, die Bestellung (es handelte sich um das mittlerweile übliche elektronische Bestellsystem) ist schon in der Küche". Gebracht wurden dann aber beide Beilagen. Selbstverständlich wurde das auch verrechnet. Und wir waren nicht die Einzigen, die hier etwas zu bemängeln hatten. Am Nachbartisch bekam ein Gast sein extra medium bestelltes Fleisch, ganz durch. Dieses kritisierend fing der Kellner zu diskutieren an und wurde von der Kollegin gerettet, die zeigte, wie man mit berechtigter Kritik professionell umgeht.

Das Prinz Ferdinand ist eines von vielen Lokalen mit Wiener Küche und nettem Garten. Dass man als Gast wieder kommen soll liegt also zu einem nicht unbeträchtlichen Teil am Personal und das ist bekanntlich Mangelware. Man hat es gemerkt.
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3 Kommentare

Jeder setzt andere Schwerpunkte. Ich z.B. gehe mit dem Service generell nicht so streng ins Gericht. Meine Stimmung möchte ich nicht von mir an sich fremden Menschen betrüben lassen., lieber nehme ich Fehlleistungen mit Humor hin. Dass mir das nicht immer gelingt, liegt daran, dass auch ich nicht fehlerfrei bin. Im Nachhinein mochte ich über solche Erlebnisse lieber lachen können, anstelle mich immer noch zu ärgern.

23. Aug, 23:48·Gefällt mir

es sind persönliche Erlebnisse gewesen. Und, es gab auch noch eine Kollegin, die im Service sehr professionell war, leider war sie damals nicht uns zugeteilt.

22. Aug, 22:45·Gefällt mir

Das ist schade, steht der immer noch auf meiner geistigen To-Do Liste, ich steuere aber halt oft lieber das Hummel an. Danke für den Bericht.

22. Aug, 07:39·Gefällt mir
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25. September 2020
1030 Wien
SpeisenAmbienteService
Es gibt eine neue Pizzeria im Dritten und es ist die schlechteste nicht. Soviel schon vorab - quasi als Management Summary. Wer sich in der Gegend etwas auskennt wird die Adresse wieder erkennen... MehrEs gibt eine neue Pizzeria im Dritten und es ist die schlechteste nicht. Soviel schon vorab - quasi als Management Summary.

Wer sich in der Gegend etwas auskennt wird die Adresse wieder erkennen, denn das Lokal ist im ehemaligen "Gustl Kocht" eingezogen.

Ich möchte das persönlich Lokalerlebnis nicht vorwegnehmen, aber das Design ist modern, allerdings nicht ohne eine gewisse Gemütlichkeit auszustrahlen. Lässige Lampen, moderne Fresken (z.B. Sophia Loren in schwarz-weiß), gemütliche Plätze. Besonders schön sind jene, die als durchgehende Sitzbank direkt am Geschäftsportal außen angebracht sind. Sie laden dazu ein zu essen und was der eine oder andere auch ganz gerne macht - Passanten zu schauen. Zumindest solange der Schanigarten noch offen ist.

Das Personal ist ausnehmend freundlich, aufmerksam und schnell. "Bitte", "Danke" und "gerne" kommen leicht über die Lippen. So und nun zum Essen. Die Karte ist eher schmal gehalten und den größten Posten machen die Pizze aus. Meine Wahl war eine Pizza Inferno mit scharfer Salami, Oliven und Basilikum. Die Salami war nicht wie üblich in Scheiben auf die Pizza gelegt, sondern 'gestiftelt' und gemäß der Beschreibung schön scharf. Das hat den Vorteil, dass man bis zum letzten Bissen Salami auf der Gabel hat, allerdings ist das Basilikum ob der Schärfe etwas untergegangen. Dann hatten wir noch eine Bufalina mit einem g'schmackigen Büffelmozzarella und genügend Basilikum. Die Frage des Kellners nach einem Knoblauchrand wurde verneint.

Die Pizze selbst sind dünn und saftig mit einem dicken Teigrand. Man spart sich sozusagen das Pizzabrot zum Salat. Das bedeutet im Umkehrschluss dass die Pizze nicht knusprig sind. Ich bin da nicht dogmatisch ob knusprig oder saftig - Hauptsache die Pizza ist dünn.

Zu trinken gab es Birra Moretti vom Fass und San Pellegrino und einen Cappuccino, der in Ordnung, aber mehr auch nicht war.

Ach ja, für alle die unter der Paradeissauce beim Pizza essen leiden - es gibt ein schöne Auswahl an sog. weißen Pizze und wer seine Pizza lieber zu Hause oder im Büro essen möchte hat die Möglichkeit diese zu bestellen und mitzunehmen.

Mein Fazit: gerne wieder.
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2. Februar 2020
1010 Wien
SpeisenAmbienteService
Frühstück im Guesthouse - da wollte ich immer schon einmal hin. Wir sind zu dritt und hatten auch ein paar Tage vorher reserviert. Zu seinem Platz darf man nicht alleine gehen ("please wait to be ... MehrFrühstück im Guesthouse - da wollte ich immer schon einmal hin. Wir sind zu dritt und hatten auch ein paar Tage vorher reserviert.
Zu seinem Platz darf man nicht alleine gehen ("please wait to be seated"), das mag ich nicht so gerne, aber da will ich nicht gleich zu negativ rüberkommen.

Wir werden also zu unserem Tisch gebracht und machen es uns gemütlich - kurze Zeit später werden uns die Karten ausgehändigt und nun beginnt die Qual der Wahl - Frühstück aus Einzelkomponenten oder doch lieber ein Frühstückspaket (z.B. Frühstück Simpel, Albertina, etc.). Zuerst aber ein Glaserl Crémant - Prost.

Ich entscheide mich für ein Albertina Frühstück, da ist neben Schinken und Käse auch ein Ei im Glas - meine bevorzugte Darreichungsform - inkludiert. Dazukommt ein zweites Albertina Frühstück und einmal Egg Benedict. Dazu einmal gebratener Speck extra. Ich nehme Tee mit Milch und später noch einen Espresso. Das Gebäck kommt in einem hübschen Korb und wird, mangels Platz auf einem Sektkübelbeisteller platziert. Die Teller sind gut befüllt und der Tisch wird bald uns zu klein.

Das Ei ist perfekt - das Eiweiß nicht mehr schlatzig und der Dotter schön dickflüssig, leider wurde es mit Schnittlauch garniert, das mag ich wiederum nicht. Beim Ei im Glas bin ich puristisch - etwas Salz und sonst nix. Natürlich habe ich es nicht reklamiert, da käme ich mir auch blöd vor. Aber ich verstehe auch nicht warum immer alles kräutermäßig verziert werden muss.

Schinken und Kräutertopfen werden von mir kunstvoll zu einer kleinen Schinkenrolle verwandelt, sehr gut. Bei der Käsevariation sollte das Guesthouse allerdings in sich gehen. Das waren wir uns in unserem Urteil einig - unspektakuläre Supermarktware. Bei einem Preis von 19,00 Euro müsste schon etwas Besseres serviert werden.

Das Egg Benedict mit Extraspeck ist ein Volltreffer - ein ebenfalls perfekt pochiertes Ei mit einem anständigen Schöpfer cremig-dicker und glänzender Hollandaise. Da bleibt kein Auge trocken. Das eine Auge weint, weil's so gut schmeckt, das andere weil der Kalorinzähler, ähnlich einem Hau-den-Lukas, oben an der Klingel anschlägt.

Das Service war durchwachsen, weitere Getränke konnten nur durch aktives Herbeiwinken bestellt werden, leere Teller wurden auch nicht abserviert. Zugegeben, es war sehr viel los, aber es war auch viel Personal unterwegs.

Ich attestiere also: das Frühstück bewegt sich in jeder Hinsicht auf hohem Niveau mit etwas Luft nach oben bei Käse und Service.
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1. Februar 2020
1010 Wien
SpeisenAmbienteService
Vor vielen vielen Jahren war ich recht häufig im Alt Wien, erstens wegen der zentralen Lage, zweitens wegen der Leut' und drittens weil's ein bisser grindig war. Heute, und das muss ich schon vorwe... MehrVor vielen vielen Jahren war ich recht häufig im Alt Wien, erstens wegen der zentralen Lage, zweitens wegen der Leut' und drittens weil's ein bisser grindig war. Heute, und das muss ich schon vorwegnehmen, ist das Alt Wien ziemlich "brav" geworden. Das liegt z.T. am Rauchverbot und zum anderen an den Touristen, die das Lokal regelrecht in Besitz genommen haben. Die Kellner preisen die Speisen nun auf englisch, mit breitem Wiener Einschlag an.

Ich war in der Nähe und hatte noch ein Stunderl übrig, gedachte der alten Zeiten und ging auf Gut Glück in Alt Wien. Vorne war, wie immer alles voll, aber im hinteren Bereich habe ich einen Wandplatz bekommen. Der Kellner ist sofort da und auch noch total freundlich - da wird der autochtone Wiener gleich einmal misstrauisch und um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen lautet die Bestellung "Ein kleiner Gulasch und ein Seidel". Der Kellner sagt "sehr gerne" und wischt zu allem Überfluss noch den Tisch ab - wo gibt es denn sowas bitte?

Wärend ich warte schaue ich mich natürlich um, links von mir drei Herren (U27) die sich einen Apfelstrudel mit Schlag teilen - wahrscheinlich eine Empfehlung einer Reise/Gastro-Plattform - Alt Wien: Applestrudel is soo delicious *****. Sie stopfen sich die Schnitte in drei Bissen ins Gesicht, dazu dann noch ein heisser Kakao. Sachen gibt's.
Rechts von mir ein Pärchen aus Russland - Wiener Schnitzel mit Ketchup. Vor mir am alten Billardtisch eine Gruppe Spanier die 6x Gulasch und Bier bestellen (Tampopo lässt grüßen - [Link]).

Nun bin ich an der Reihe und nach gefühlen 5 Minuten habe ich mein kleines Gulasch mit einer Semmel - extra im Körberl gereicht - vor mir stehen. Schaut gut aus. Drei große Stücke Fleisch liegen in einer ausreichenden Menge Saft. Der erste Bissen ist dann aber doch enttäuschend, denn erstens hätte das Gulasch heißer sein können und zweitens ist das Fleisch recht trocken. Wahrscheinlich hat man sich dem mainstream angepasst und auf den obligatorischen Wadschunken, weil iiiiiiiih zu fett, verzichtet. Das merkt man beim Kauen und am Geschmack. Abgeschmeckt ist das Gulasch allerdings gut - genügend Paprika und Salz. Der Teller ging natürlich blitzblank zurück, dazu ist die Semmel ja schließlich da.

Also daraus ergibt sich meine Schlussbetrachtung: Das Alt Wien hat definitiv beim Service aufgeholt (schnell, sehr freundlich und hilfsbereit, besonders bei der Beratung unserer ausländischen Gäste), Das Ambiente ist unverändert, die Wände sind noch immer mit Veranstaltungsplakaten volltapeziert und ein bisserl "abgefucked" schaut es auch noch aus. Zeitungen oder Zeitschriften gibt es nicht mehr. Das Essen ist trotz guter Fleischqualität soso lala, aber fairerweise kann man nicht von einem fettarmen Gulasch auf die ganze Karte schließen.
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9. August 2019
1220 Wien
SpeisenAmbienteService
Manchmal muss man sich aus der eigenen gastronomischen und beziklichen Komfortzone wagen und einen Schritt ins Unbekannte tun. Bei mir war es die Industriestraße im 22ten. Hier war ich – obwohl ein... MehrManchmal muss man sich aus der eigenen gastronomischen und beziklichen Komfortzone wagen und einen Schritt ins Unbekannte tun. Bei mir war es die Industriestraße im 22ten. Hier war ich – obwohl eingefleischte Wienerin – noch nie.

Die Reservierung erfolgte telefonisch und völlig problemlos zwei Tage vor dem Treffen. Wir wollen bei Schönwetter im Gastgarten sitzen und sollte es widererwarten regnen – drinnen einen schönen Platz haben. Die Anreise erfolgt ab der U1 Station Kagran mit dem 93A bis beinahe vor das Lokal. Einziger namentlich bekannter Orientierungspunkt ist der Ströck, der unweit des Lokals seine Produktionsstätte hat.

Das Wetter ist schön und beim Eingang weist ein Schild darauf hin, dass der Eingang heute über den Gastgarten erfolgt. Erster Eindruck: sehr groß, viel Kies (die armen Kellner), alte Bäume die Schatten spenden, zusätzlich Sonnenschirme und rot-grüne Biergarnituren von sehr guter Qualität. Die Reihen werden durch geschmackvoll arrangiert Pflanzkübel geteilt. Der Garten wird durch Strahler in den Bäumen ganz gut ausgeleuchtet – ein angenehmes Licht. Ich erinnere mich gerade mit Schaudern an die kalte LED-Hofbeleuchtung im Brauhof – kein Vergleich.

Links vom Garten das Lokal und anschließend die Außenschank mit zwei großen massiven Hochtischen fürs schnelle Bier. Dahinter, wie wir später erfahren gibt es einen Smoker für die Rippen (Schwein und Rind).

Wir bekommen unseren Platz zugewiesen und der Kellner nimmt auch gleich die Karten für uns mit – sehr ökonomisch, nur nicht zu viele Leermeter.
Es gibt eine Wochenkarte, die bei unserem Besuch den Schwerpunkt auf Eierschwammerl gelegt hat – geröstet mit Ei oder auf Salat, als Gulasch mit Knödel und und und, insgesamt etwa sieben Hauptspeisen. Dann kommen die typisch österreichischen Gerichte gefolgt von einer Seite mit Burgern und Rippen. Und, weil man in einem Gebiet mit größeren Betrieben ist, wird auch noch täglich ein Mittagsmenü angeboten. Da hat sich der Betreiber m.E. etwas dabei überlegt. Es kann ein großer Gästebereich abgedeckt werden. Einziger Schwachpunkt für mich, das Bier kommt aus der Brauerei im 16ten. Da gäbe es Besseres, aber wenigstens findet sich auch ein offenes Budweiser auf der Getränkekarte.

Ich bin bei meiner Bestellung hin und hergerissen, denn was da 1. in der Karte steht trifft meinen Gusto und 2. was da an die Nachbartische gebracht wird macht die Entscheidung auch nicht leichter – das sieht alles fantastisch aus. Als Vorspeise nehme ich die Eierschwammerl auf Blattsalat und dann schwanke ich zw. Schnitzel, Zwiebelrostbraten und Fleischlaberl mit Püree. Dabei schauen die Rippen auch ziemlich gut aus und erst die Burger. Ich mache es also wie immer. Ich entscheide mich spontan, wenn der Kellner fragt – Schweinsschnitzel mit Erdäpfelsalat.
Die Wartezeit verbringen mit angeregter Unterhaltung. Die Vorspeisen kommen: Kleines Beef Tartar und mein Salat. Schön angerichtet. Auf einem Berg, gut mariniertem gemischtem Salat ein ebenso großer Berg Eierschwammerl. Für eine Vorspeise ganz schön viel. Das dazu gebrachte Gebäck nehme ich lieber nicht, sonst rächt sich das später. Auch das Beef Tartar sieht gut aus – ich mag es generell nicht so gern, koste auch nicht, weil ich mit meinen Schwammerl genug zu tun habe.
Nach einer angenehmen Wartezeit kommen die Hauptspeisen. Noch einmal die Eierschwammerl auf Salat, auf einem Holzbrett ein Cheeseburger mit Pommes (übrigens auch hier in dem vieldiskutierten Minifritiereinsatz) mit einem leicht zu reinigenden Schälchen Knoblauchdip und einer Portion Coleslaw und mein Schnitzel. Dazu noch eine Runde Bier.

Das Schnitzel ist perfekt! Goldgelb, heiß, richtige Stärke und super lockere Panier (nicht mit den Handballen mehrfach angedrückt). Etwas zu wenig gesalzen, aber das lässt sich leicht beheben. Auch der Erdäpfelsalat ist m.E. selbstgemacht, gut mariniert – senflastig und ich bilde mir ein, dass ich die Suppe, die in die Marinade gehört auch noch etwas durchschmecke. Wenn man unbedingt meckern möchte, dann war der Salat etwas zu kalt.
Der Burger hat geschmeckt. Das Brioche Bun wurde hochgelobt, das Fleisch (lt. Karte 20 dag) war zwar durch, aber dennoch nicht trocken. Der Speck knusprig und die Saucen gut abgeschmeckt – ich hörte, dass dieser Burger zu den sehr guten gehört. Die Pommes mit Schale, wohl nicht selbst gemacht, aber von guter Qualität, waren mir einen Tick zu kurz im Fritter.

Was über das gute Essen hinaus auch noch auffällt, sind das hochwertige Besteck und das freundliche Personal. Sehr höflich und schnell im Service, fragen sie immer wieder nach ob alles passt oder ob es noch Wünsche gibt. So aufmerksam und professionell bin ich schon lange nicht mehr betreut worden. Wenn ich den ganzen Abend kein einziges Mal den Kellner selbst rufen muss, sondern er quasi „fühlt“ wann er zum Tisch kommen muss, dann vergebe ich in der Kategorie Service die Höchstnote, egal ob Biergarten oder Haubenlokal.

Mein Fazit: Service – top, Speisen – sehr gut, Ambiente – sehr gemütlicher Garten mit hochwertiger Ausstattung. Preis-Leistung -sehr gut. Mir hat es gefallen ich komme gerne wieder, denn es gibt noch viel Gutes auf der Karte, das gegessen werden will.
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12. Juli 2019
1220 Wien
SpeisenAmbienteService
Der Freund will unbedingt ins „Bootshaus an der Alten Donau“ und diesmal klappt es auch mit der Reservierung – unter der Woche und zu Mittag ist es scheinbar kein Problem. Wir treffen uns, von der ... MehrDer Freund will unbedingt ins „Bootshaus an der Alten Donau“ und diesmal klappt es auch mit der Reservierung – unter der Woche und zu Mittag ist es scheinbar kein Problem. Wir treffen uns, von der Arbeit kommend, gleich dort. Er mit dem Auto, ich mit dem Fahrrad. Für beides gibt es Abstellplätze. Ich bin mit dem Drahtesel natürlich pünktlich, da ich von der Stadt bis zum Ziellokal, einen wunderbaren Radweg bzw. eine schattige und verkehrsberuhigte Ybbsgasse benutzen kann. Er muss sich durch den Verkehr stauen.

Nach der Ankunft frage ich gleich einen der Kellner nach unserem Tisch und muss etwas warten, da er erst im Reservierungsbuch im Lokal nachsehen muss. Dann werde ich an einen 2er Tisch vor der schönen Terrasse geführt und eine Kellnerin übernimmt.

Ich muss nicht lange alleine sitzen und wir sind vollzählig und gustieren in der schicken Speisekarte. Alles in blau-weiß gehalten, mit Ruder-Nixen, Tierabbildungen und vielen Wellen. Gerichte, die man empfehlen möchte sind rot eingerahmt. Das blau-weiße Boots-/Wasser- und Wellenkonzept wird konsequent durchgezogen. Als „Reservierungskärtchen “ dienen kleine Wimpel, die mit einer Klammer am Tisch fixiert werden und schon von Weitem gesehen werden können. Das Personal trägt eine einheitliche Uniform (blaue Polos mit dezentem Firmenaufdruck).

Wir werden nach kurzer Zeit nach unseren Wünschen gefragt. Zur Vorspeise die Ährenfische und einen Sommersalat, danach einmal Fish & Chips und gegrillter Octopus auf Spargelrisotto. Dazu ein großes Mineralwasser und ein großes Obi g’sprizt.

Die Getränke werden schnell gebracht, es ist tatsächlich noch nicht viel los. Ein sehr junger Kollege (Familie, Praktikum oder Ferialjob ?) stellt die Karaffe mit dem gespritzten Apfelsaft inklusive Strohhalm vor mich und die ¾ l Vöslauer vor den Freund. Dazu kommen zwei Keramikbecher besagter Minaralwassermarke. Ich schicke die beiden Zahnputzbecher zurück und bitte um richtige Gläser. Wird anstandslos akzeptiert und ausgeführt.

Keine zehn Minuten später sind die Vorspeisen da. Die Ährenfische sind für ihn. Sie werden auch gelobt und wieder einmal soll ich doch wenigstens EINEN kosten. Ich mag noch immer nicht - konnte mich noch nie damit anfreunden. Mein Salat ist frisch und knackig, das Essig/Öl Dressing gut abgeschmeckt und das Richtige für einen schönen Sommertag.

Schön langsam füllt sich auch heute das Lokal, es ist aber nie ganz voll. Das Personal hat nun mehr zu tun, da sie aber gut aufgestellt sind – ich zähle zumindest fünf Kellner/innen und dazu noch der junge Getränkebursche. Die Hauptspeisen kommen – vor mir baut sich ein Gitterkorb mit Pommes und zwei Stücken Fisch auf, dazu ein kleines Schälchen Erbsenpüree und ein sehr saurer Limettenmayo Dip. In dem braunen Glasfläschchen mit Pumpzerstäuber befindet sich lt. Kellnerin noch Essig extra – für den Fisch.

Auf dem grünen Spargelrisotto liegt ein anständiges Stück Octopus – zart und gut gegrillt. Das Risotto ist cremig und die Spargelspitzen noch knackig – etwas mehr Parmesan könnte sein, aber das ist Geschmackssache, denn der Freund braucht immer viel davon. Sogar aufs Reisfleisch kommt es.

Mein Gericht wurde, wie gesagt, in einem Korb mit einem Fettpapier, das sich als Zeitung tarnt serviert – völlig unpraktisch wenn man, wie ich, nicht mit der Hand sondern Besteck essen möchte. Man muss von oben rein und hat keine Schneidemöglichkeit, weil die Pommes darunter nachgeben. Dazu kommt noch, dass der untergesetzte Teller zu schmal ist, das Ganze also ziemlich wackelt und klappert. Ich mache nach zwei Versuchen daher kurzen Prozess und gebe alles auf den Teller. Der Fisch, saftig, frisch und geschmacklich einwandfrei. Leider geht er in dem (zu) dicken Backteig etwas unter. Zusammen mit dem Erbsenpüree eine schöne Kombination. Die Pommes sind knusprig und von guter Qualität. Ich glaube aber nicht, dass sie frisch gemacht wurden. Das stört mich aber keineswegs. Der Limettendip ist mir aber um Stufen zu sauer, gut dass ich den Essig nicht auch noch versprüht habe. Ich schmecke auch wenig von der Limette – es ist nur sauer. Ob’s immer so ist oder ob’s ein Küchenunfall war bleibt dahingestellt. Das Gericht war gut, aber ich habe schon Besseres gegessen.

Zum Abschluss, bestellen wir noch einen ganz guten Espresso und einen Cappuccino. Wir verlassen das Bootshaus gesättigt. Ich radle am Heimweg die Pommes wieder runter und der Freund hat noch einen Termin und setzt Hüftgold an.

Mein Resümee: Ich war vor dem Besuch skeptisch und kritisch eingestellt - das will ich gar nicht leugnen - und bin es nach reiflicher Überlegung noch immer. Also das Essen ist von guter Qualität und die Küche weiß was sie tut - keine Frage. Das Personal ist freundlich und bemüht – sehr angenehm. Die Lage und das Ambiente sind gemütlich – das Konzept ist stimmig und es gibt nichts zu bemängeln. Es wurde einiges an Geld investiert. Die Gäste sind altersmäßig gemischt, es wird aber eindeutig die besserverdienende Mittelschicht angesprochen (siehe Café Landtmann). Soweit so gut. Was ich persönlich nicht mag sind zwei Dinge.

1. Ich bin vor einigen Tagen über einen Presseartikel vom 11.05. gestolpert ([Link]), der den Preis für Fish & Chips mit 13,90 angibt – ich bezahlte im Juli aber 15,90. Diese Preissteigerung ist angesichts dessen was ich am Teller hatte schon recht ordentlich und zusammen mit

2. der Tatsache, dass Leitungswasser verrechnet wird– und das nicht zu knapp (¼ l um 1 Euro bis 1l um 2,50 Euro) finde ich das angesichts der Preislage unangemessen und beinahe schon gierig. Die Argumentation lt. Karte „Wiener Wasser ist bei uns selbstverständlich kostenlos. Wir verrechnen Service und allg. Kosten zzgl. Steuern“ ist mau.

Ob ich wieder hingehe, kann ich noch nicht sagen, momentan fühle ich mich abgezockt und bin ein wenig „verschnupft“. Das hat aber nichts mit der Bewertung Speisen/Ambiente/Service selbst zu tun. Da war alles gut.
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7 Kommentare·Zeige alle Kommentare

ich kaufe auch ein K :)

13. Jul 2019, 11:50·Gefällt mir

same same in der segelschule hofbauer (ufertaverne?) wenn man zu dritt isst und über 70 euro auf der Rechnung stehen hat ,will ich nicht für eine Karaffe Leitungswasser extra bezahlen (müssen) - wenn jemand NUR Wasser trint - andere story ... aber solange es die Leute mitmachen ...tja

13. Jul 2019, 11:50·Gefällt mir

Bin ganz bei dir Alphawoelfin!

12. Jul 2019, 20:40·Gefällt mir
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10. Juli 2019
1150 Wien
SpeisenAmbienteService
Wien hat einen nagelneuen Biergarten (inklusive Brauerei und Hotel), der ohne viel Aufsehen vor ein paar Tagen seinen Betrieb aufgenommen hat. Im hier beigefügten Zeitungsartikel wurde das damit be... MehrWien hat einen nagelneuen Biergarten (inklusive Brauerei und Hotel), der ohne viel Aufsehen vor ein paar Tagen seinen Betrieb aufgenommen hat. Im hier beigefügten Zeitungsartikel wurde das damit begründet, dass man nicht von Tag 1 an überrannt werden wollte, sondern es langsamer angehen möchte ([Link]). Das dürfte funktioniert haben, denn eine taggleiche Reservierung für vier Personen war ohne Probleme möglich. Ich persönlich steh nicht so sehr darauf sofort jedes neue Lokal zu besuchen, denn die Erwartungen sind immer sehr hoch und dementsprechend kritisch ist man dann auch. Aber gegen drei Personen konnte und wollte ich mich nicht durchsetzen.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Brauhof via U3, 52er und 60er gut zu erreichen. Die Lage des Hotels ist für Wienbesucher also nicht schlecht, über die Gegend kann man geteilter Meinung sein, denn die „äußere“ Mariahilfer Straße kämpft, trotz Westbahnhof-Shopping-Mall und vieler revitalisierter und renovierter Häuser und Geschäfte noch etwas mit ihrem Image.

Der neue Brauhof also – wir betreten ihn über einen separaten Eingang und sind ob der Weitläufigkeit des Lokals erst einmal beeindruckt. Links die Schank Steh- und Hochtische mit Sitzgelegenheit. Es wurde natürlich viel mit Holz gearbeitet. Die schwarze Industriehängelampen finden sich in großer Zahl im gesamten Innenbereich (auch schon ein bisserl fad), rechts die Verbindung zum Hotel, das natürlich auch einen eigenen Eingang von der Mahü aus hat. Der Bilck dorthin verrät ein ganz anderes Designkonzept – bunt, jung und modern soll es sein. Ich dachte zuerst es wäre eine Kinder-Spielecke, so bunt und kindlich ist die Hotellobby gestaltet.

Ein breiter Gang führt in den weiteren Innenbereich des Lokals und letztendlich in den Biergarten. Man geht an einem aufwändig gestalteten Bierdepot vorbei, wo man durch eine Glaswand die vielen Metallfässer inkl. Zapftechnik sehen kann. Das eigene Logo wurde in das Glas geschliffen. Schade nur, dass der ganze Effekt durch die gestapelten Bierkisten verpufft, denn es wirkt alles wie ein großes Durcheinander. An der gegenüberliegenden Wand wurden verschiedenste Blech- und Email-Bierschilder angebracht. Nach meinem Dafürhalten alles kostengünstige Reproduktionen – alles sehr vorhersehbar, der „Wow-Effekt“ stellt sich bei mir zumindest nicht ein. Es geht vorbei an ein paar Bierkühlschränken die mit eine Vielzahl an Spezial Flaschenbieren bestückt sind. Dass man das Bier hier auch zur Mitnahme kaufen kann verraten die gestapelten 6er-Tragerl der Bierlovers. Da scheint es eine Kooperation zu geben.

Am Ende des Ganges der Gastraum, der sich wie ein Querhaus präsentiert, eigentlich recht klein für die Lokalgröße. Holztische an langen Bänken und Sessel, wieder die Industrielampen (inflationär viele) und als Eyecatcher eine saftig grüne Mooswand. Ohne Frage, hier wurde viel Geld in die Hand genommen, aber meinen Geschmack trifft es gar nicht. Dreigeteilte Rundbogentüren führen in den Gastgarten – endlich. Da braucht man schon bald einen Pfiff auf den Weg vom Eingang zum Garten.

Der Garten – geschlossener Innenhof mit Biergarnituren, riesige graue Sonnenschirme, innen mit LCD Beleuchtung, grober Kies am Boden und ein paar Pflanzentöpfe zur Einfassung. An der linken Seite eine Außenschank, die aber nicht in Betrieb ist und eine stark verwitterte Florianistatue neben dem Hofeingang – Der Heilige als Durstlöscher? Wenn es so gedacht ist, dann finde ich es witzig, ist aber wahrscheinlich zu subtil. Der schöne Wandbrunnen (auch nicht in Betrieb) wird leider von den provisorischen Tischen, die den Besteckvorrat und das schmutzige Geschirr aufnehmen, verdeckt. Hier fehlt das Auge fürs Detail.

Damit möchte ich es gut sein lassen und mich dem Eigentlichen zuwenden. Essen und Trinken werden auf einer Faltkarte angeboten. Es gibt Burger, österr. Klassiker, Sandwiches, und noch ein paar Kleinigkeiten, aber erstaunlich wenig Vegetarisches. Das Essenskonzept soll vornehmlich junges Publikum ansprechen und ist insofern stimmig. Essen mit der Hand, schnell, nicht aufwändig im Baukastensystem (Pimp your Burger), dazu das eine oder andere Bier - fertig.

Da uns niemand vom Personal bemerkt suche wir uns unseren Tisch selbst und nehmen im gut gefüllten Garten Platz. Speisekarten liegen auf dem Tisch bereit und werden auch später nicht entfernt. Es gibt hauseigenes Bier (Kaltenhauser Brauerei), welches wir auch gerne bestellen würden, allein der Kellner lässt sich Zeit und als er unserer gewahr wird dauert es nochmals ein paar Minuten bis er an unseren Tisch kommt und die Bestellung entgegen nimmt. Da wir genügend Zeit hatten geht das Essen auch gleich in Auftrag. Kellerbier & Original, Braumeister Burger mit Pommes, Ausgelöstes Backhendl, Biergrillhendl mit Basmatireis und Chickenlovers Sandwich. Die Bestellung wird freundlich entgegengenommen und bei den Beilagen mit Wahlmöglichkeit nachgefragt. Beim Burger wurde keine Garstufe erfragt - vergessen oder TK Ware?

Dann beginnt wieder die Wartezeit, das Personal ist definitiv noch nicht auf Betriebstemperatur und das im sanften Anfangsstadium, bei angenehmer Außentemperatur. Da müssen sie deutlich zulegen. Es werden viele Meter umsonst abgespult. Der Kellner rennt wegen zwei kleinen Bieren zur Schank nach vor, um bei seiner Rückkehr gleich die nächste Bestellung „ein großes Bier bitte“ entgegenzunehmen und schon rennt er wieder. Das Zauberwort heißt Bestellungen sammeln und einmal gehen.

Das Bier kommt – Prost – alles gut. Schöne Schaumhaube, gut gekühlt, geschmacklich einwandfrei. Bernsteinfarben und kräftig das Original. Naturtrüb hefig und leichter hingegen das Kellerbier. Das Essen dauert noch. Die zweite Bierrunde wird bestellt als endlich das Essen kommt. Aber weil er kein Tablett verwendet muss er noch einmal gehen und den Rest bringen – der Kollege braucht kein Fitnesscenter mehr.

Die Speisen sind minimalistisch angerichtet Grillhendl und Sauciere auf einem modernen Teller Reis extra. Der Burger wird mit einem Spieß zusammengehalten, die Pommes in einem Gitterkörbchen die Sourcream-Soße extra. Das Pita-Sandwich mit hausgemachten Chips steckt in einer Papiertasche und das Backhendl liegt ohne Garnitur auf einem weißen Teller, Erdäpelsalat auch extra. Der Platz am Tisch wird knapp.

Ich könnte noch seitenweise über die Speisen schreiben, aber ehrlich gesagt, das ist es kaum wert. Der Burger ist einer unter vielen, Brioche Bun etwas süß und verknittert, Fleisch gut, Belag frisch, Pommes von guter Qualität, dick, hell, heiß aber lasch. Pita auch nichts Besonderes, die Chips dafür dünn und knusprig – sie verdienen Lob. Das Backhendl, schön paniert, goldgelb, heiß und saftig – die beste Speise des Abends. Mein ½ Grillhendl – Haut sehr salzig (OK, das weiß man), die Brust schon etwas trocken und zusammen mit dem Reis noch trockener, gut dass es den dünnen Saft dazu gab. Vom Bier habe ich nicht viel geschmeckt, aber das habe ich nach so langer Grillzeit auch nicht erwartet.

Die Portionsgrößen sind OK, eine Nachspeise wäre noch möglich gewesen, aber wir wollen nicht wieder so lange warten. Eine dritte Runde wird bei halbvollen Gläsern noch geordert. Die kommt gerade rechtzeitig zum letzten Schluck, wobei ich wegen der salzigen Hendlhaut einen Riesendurscht entwickle – das ist eh gescheit gemacht von der Küche. Wir bezahlen und gehen und stellen fest, dass man mit den 5 Mio., die insgesamt (mit Hotel) investiert worden sind auch etwas anderes, gemütlicheres hätte machen können - teure Materialien sind schön aber reichen mir nicht. Aber das ist nur unser ganz persönlicher Eindruck. Ich bin mir sicher, der Brauhof wird seinen Umsatz machen, denn mit dem großen Gastgarten in der Biergarten-Wüstenei der Mariahilfer Straße kann man fast nichts falsch machen. Es ist ein bisserl so wie beim Grünspan – man mag es nicht so recht, aber es ist immer offen (Mo bis So) und es gibt keine kulinarischen Überraschungen. Man weiß was einen erwartet. Das ist per se nicht schlecht und das Konzept ist stimmig. Mir persönlich ist es aber zu wenig. Ich werde sicher wieder einmal hingehen, wenn alles besser eingespielt ist und mir der Sinn nach einem guten Salzburger Bier steht.
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3 Kommentare

Danke für den ausführlichen und echt lesenswerten Bericht

24. Aug 2019, 00:04·Gefällt mir1

Das ist richtig. Die werden die Konkurrenz zumindest im Sommer sicher zu spüren bekommen, da sie nur über einen Schanigarten auf der Mariahilfer Straße verfügen.

10. Jul 2019, 15:13·Gefällt mir

Hier ist doch ganz in der Nähe das Mariahilferbräu ? 2 Bierlokale fast nebeneinander?

10. Jul 2019, 13:52·Gefällt mir
 hat ein Lokal bewertet.
8. Juli 2019
1210 Wien
SpeisenAmbienteService
Der Freund wollte unbedingt ins neue Bootshaus – ich lieber zum Birner. Das Bootshaus war ausreserviert – mein Glück, denn ich liebe das Strandgasthaus Birner und wenn ich an dieser Stelle hbg338 z... MehrDer Freund wollte unbedingt ins neue Bootshaus – ich lieber zum Birner. Das Bootshaus war ausreserviert – mein Glück, denn ich liebe das Strandgasthaus Birner und wenn ich an dieser Stelle hbg338 zitieren darf „Gäbe es den Birner nicht, dann müsste man ihn erfinden.“. Ganz meine Meinung. Besonders die Plätze auf der wasserseitigen Stufenterrasse ganz unten sind heiß begehrt und selten bekommt man dort einen Tisch.

Für eine Reservierung war es bereits zu spät und so sind wir des Abends auf Gut Glück hingefahren. Der Kellner findet einen mäßig guten Platz für uns beide auf der zweiten „Stufe“, den wir aber nach fünf Minuten gegen einen schönen Tisch am Wasser tauschen dürfen. Glück muss man haben.

Die Getränke sind schnell bestellt, Radler und weißer Spritzer. Die Essensbestellung umfasst ein Schnitzel vom Schwein mit Gem. Sal. für mich und einen gebratenen Zander mit Petersilerdäpfel, aber ohne Letscho, dafür mit grünem Salat für den Freund.

Die Getränke sind flugs da und die Wartezeit aufs Essen verbringen wir damit, die Badegäste des, dem Gasthaus gegenüberliegenden Angelibades zu beobachten. Es kommt tatsächlich Urlaubsstimmung auf – man möchte es nicht glauben. Ein Grund mehr zum Birner zu gehen, die kurze Zeit, die man dort unter der Weinlaube und den Sonnenschirmen mit Blick aufs Wasser verbringt, ersetzen für mich ein Wochenende fast zur Gänze.

Das Essen kommt auch recht bald und ich gebe es zu, ich habe schon bessere Schnitzel auf dem Teller gehabt. Die Panier ist fest angedrückt und ich bin mir nicht sicher, ob es sich hier um ein frisch zubereitetes Gericht oder TK Ware handelt. Schmecken tut es ganz gut – keine große Überraschung am Gaumen. Der Salat ist frisch, der Erdäpfelsalat recht süß und die Fisolen knackig.

Der Zander sieht auf jeden Fall frisch aus, die Erdäpfel wurden in Butter und Petersilie geschwenkt und sind von guter Qualität. Und weil da geschätzte 20 Stück auf dem Teller liegen, darf ich mich auch bedienen. Den Fisch habe ich nicht gekostet, er soll aber wie es immer so schön heißt „auf den Punkt gewesen sein“.

Wir bestellen noch eine Runde Getränke und bei Runde drei erklärt uns der Kellner, dass dann Schluss sei, denn es käme ein Gewitter und er müsse die Station schließen. Ich habe es ja nicht geglaubt, denn ein Blick auf den Himmel verhieß nichts dergleichen, außerdem herrschte im Bad noch Vollbetrieb. Wir bezahlten und blieben noch sitzen um auszutrinken. Dann wurde es ganz windstill, der Himmel färbte sich rot und gelb und wir brachen, so wie alle anderen Gäste fluchtartig auf. Zwei Minuten später brach das Unwetter über uns herein und wir waren in 20 Sekunden waschelnass. Nächstes Mal glauben wir dem Kellner, er ist der Wetterexperte.

Mein Fazit: tadelloses Service mit Wettervorhersage, akzeptables Essen in günstiger Preislage. Ich würde für bessere Qualität ohne weiteres mehr bezahlen, aber, mein persönlicher Eindruck sagt mir, dass die Stammklientel eher Quantität vor Qualität gehen lasst. Ich gehe aber trotz allem sicher wieder zum Birner, weil ich mich dort wohlfühle.
Die 28 Vorberwertungen spiegeln ein gemischtes Bild wider, wobei man sich beim Service so gar nicht einig wird. Beim Ambiente verstehe ich das, denn es kommt darauf an wo man im Gastgarten sitzt. Ich hatte Glück daher meine gute Bewertung dafür.
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6. Juli 2019
1020 Wien
SpeisenAmbienteServiceKeine Wertung
Ein voller Bauch studiert nicht gern. Ein leerer aber auch nicht – sagt zumindest mein Bauch, nachdem ich schon Stunden in der WU Bibliothek zum Zwecke der Recherche zugebracht habe. Da es sich ... MehrEin voller Bauch studiert nicht gern. Ein leerer aber auch nicht – sagt zumindest mein Bauch, nachdem ich schon Stunden in der WU Bibliothek zum Zwecke der Recherche zugebracht habe.

Da es sich in der rostigen Betonwüste des WU Campus um gastronomisches wasteland handelt und ich mich aus Zeitgründen nicht allzu weit von der Bibliothek entfernen wollte, besuchte ich die WU Mensa zum Zwecke der Nahrungsaufnahme. Sie befindet sich in einem Nebengebäude des Learning Centers (sprich der Bibliothek) und ist, zumindest im Sommer, durch den Schanigarten leicht zu finden. Das Leitsystem der WU hilft hier nur bedingt weiter, denn am Gebäudeplan findet sich kein Hinweis. Man muss also bereits wissen, dass man am Campus nach D1 suchen muss.

Ich begebe mich also hinein und bin ob der Größe des Essbereiches bass erstaunt. Hier wurde nicht „gekleckert sondern geklotzt“ wie es bei unseren Lieblingsnachbarn so schön heißt. Gefühlt würde ich sagen, dass das nahe gelegene Schweizerhaus locker reinpasst. Ausstattungsmäßig teilt sich die Mensa in drei Teilbereiche die auch unterschiedlich ausgestattet sind – es gibt runde 4er Tische, lange Holztische mit lehnenlosen Bänken und Hochtische mit entsprechender Bestuhlung. In der Mitte des ersten großen Raumes gibt es eine Kaffeebar und die kantinenmäßige Essensausgabe befindet sich an der Stirnseite der Mensa.

Da bereits Ferien sind herrscht gähnende Leere, der Essensbetrieb wird aber trotzdem aufrecht erhalten. Zur Auswahl stehen: zwei Menüs (ECO1 vegetarisch, ECO 2 Fleisch/Fisch), Pizza, Yummy; Green und Global (das gab es an diesem Tag allerdings nicht). Die ECO Menüs umfassen eine Tagessuppe, die Hauptspeise mit einem Beilagensalat und ein Getränk und liegen preislich zw. 5,60 und 6 Euro.

Geordert und bezahlt muss an der Kaffeebar werden, dort erhält man einen Papierbon und das gewünschte Getränk im Papierbecher ausgehändigt (Soda und Apfelsaft stehen zur Auswahl). Bezahlen kann man mit einer speziellen Karte (WU Angehörige), Bankomat oder bar – wie retro (!) in der sonst vollautomatisierten Welt der Universität. Danach balanciert man den gut gefüllten Becher zur Essensausgabe, nimmt sich ein Tablett und Besteck und geht zur entsprechenden Station, wo einem gegen Vorlage des Bons wortlos das Essen ausgehändigt wird. Pardon, nicht ganz wortlos, denn ich konnte zu meinem Fischtrapez zw. Petersilerdäpfeln oder Reis wählen. Dem Herrn an der Ausgabe war das keinen ganzen Satz wert „Reis oder Kartoffel“ war die kurze Ansage. „Erdäpfel bitte“ meine ebenso knappe Antwort. Die Suppe steht zur freien Entnahme, genauso wie die Beilagensalate. Zur Auswahl standen: Blattsalat (Eisberg/Karotte aus dem Sackerl), Erdäpfel oder Kukuruz/Mais mit Majo/Rahm/Joghurt Dressing. Ich nehme den Blattsalat, packe alles auf das Tablett und suche mir einen möglichst ansprechenden Platz – Auswahl gab es genug.

Die Suppe, angeblich eine Klare Tomaten-Bouillon mit Gemüsewürfel, ist lauwarm – gut, das war nicht anders zu erwarten – und schmeckt wirklich nicht. Ich halte mir vor Augen, dass ich mich in einer Mensa befinde und koste noch einmal. Sorry, aber echt grauslich, weil ein ganz eigenartiges Gewürz verwendet wurde und das heißt hier sicher nicht Maggi. Dann sind da noch als Einlage 27 Graupen, die dafür mit anständigem Biss und 6 Paradeiswürfel. Ich lasse die Suppe stehen, man muss sich nicht unnötig quälen und sich einen Sodbrand anzüchten.

Der TK Fisch (Egri lässt grüßen), mit einer sehr knusprigen groben Panier, ist innen durch das Warmhalten schon durchdurchdurch. Aber er lässt sich mit Sauce Tartar ganz gut essen – geschmacksneutral im Abgang. Die Erdäpfel sind ungesalzen und wässrig. Das fehlende Salz lässt sich durch die am Tisch befindliche Salzmühle beheben. Das leicht abgegriffene Etikett verheißt Sonnentor Feenzaubersalz – wer’s glaubt. Den öligen Beilagensalat habe ich nur zur Hälfte gegessen, auch er ist geschmacksneutral.

Am Besten war noch das Obi g’spritzt.

Nach 17 Minuten ist das Essen vorüber und ich stelle mein Tablett auf einem der Wägen ab und entschwinde wieder in die Bibliothek.

Mein Fazit: Ich habe beruflich bedingt schon in einigen Kantinen essen müssen/dürfen und sie waren allesamt besser als die WU Mensa. Die Portionsgröße wäre in Ordnung und bei 6 Euro kann sich keiner über hohe Preise beschweren, aber das geht eben zu Lasten der Qualität. Auf meinen nächsten Besuch muss die WU Mensa länger warten, denn ich werde den Fußmarsch – auf dem gesamten Campus herrscht Fahrradverbot - auf mich nehmen und mir ein hoffentlich besseres Lokal in der Nähe suchen. Das Schweizerhaus ist ja auch ganz in der Nähe – es muss ja keine Mittagsstelze werden, obwohl…
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26. Juni 2019
1070 Wien
SpeisenAmbienteService
Ich glaube, man kennt das: Ein lange vorher vereinbartes Treffen mit Freunden rückt näher und am Tag des Treffens ist irgendwie die Luft raus - es ist zu heiß, eigentlich möchte man nur nach Hause ... MehrIch glaube, man kennt das: Ein lange vorher vereinbartes Treffen mit Freunden rückt näher und am Tag des Treffens ist irgendwie die Luft raus - es ist zu heiß, eigentlich möchte man nur nach Hause und nichts tun. Allgemeine Unlust macht sich bemerkbar. Man spielt mit dem Gedanken kurzfristig abzusagen, kommt aber zu dem Ergebnis, dass man nicht wirklich elegant aus der Sache rauskommt. Also geht aber dann doch hin, mit dem Vorsatz nicht lange bleiben zu wollen. Ja eh.

Die Reservierung für das Glacis Beisl wurde übers web fixiert und vor Tagen prompt bestätigt. Wir bekommen im schönen Gastgarten einen guten Tisch zugewiesen, der wie sich bald herausstellte, zu den kühlsten des Gartens zählte. Ein laues Lüfterl brachte, nach der Hitze des Tages gesteigertes Wohlbefinden. Wir sind vollzählig und bestellen unsere Getränke - gegen den Durst: Mineralwasser, Almdudler & Obi g'spritzt. Später steigen wir auf Bier und weiße Spritzer um.

Für die Speisewahl braucht es diesmal länger, denn die Gerichte sind allesamt für diese Temperaturen nicht geeignet. Zur Auswahl stehen beispielsweise Grammelknödel oder Blunze mit Sauerkraut, Eierschwammerl- und Rindsgulasch, so wie das obligatorische Schnitzel . Diese kulinarischen Hinkelsteine können einen bei der aktuellen hochsommerlichen Wetterlage in kürzester Zeit komplett erledigen. Da wäre es schön gewesen, wenn die Küche mit ein paar leichteren Gerichten reagiert hätte - Wo ist der Salat mit Hühnerbruststreifen, wenn man ihn schon einmal braucht?

Wir bestellen Gulasch, Forelle mit Grünem Salat, Krautfleckerl und Piroggi (mit Erdäpfel-Topfenfüllung). Als Vorspeise für alle, noch eine Portion Wurzelspeck mit Kren.
Die Kellner wirken insgesamt ein wenig unkoordiniert, es scheint keine wirklich fixe Zuteilung zu geben. Wir werden z.B. im Laufe des Abends von mindestens drei Leuten bedient. Das rächt sich dann auch bei der Abrechnung, denn zwei Getränke wurden gebracht, konsumiert aber nicht boniert.

Aber zuerst das Essen, der Wurzelspeck wurde der Länge nach aufgeschnitten und unter einer gehörigen Portion Kren begraben. Vom bereitgestellten Brotkörberl machen wir keinen Gebrauch - pur schmeckt es am besten. Der Kren hätte nicht einmal Schneewittchen die Tränen in die Augen getrieben - der kann nicht sehr viel.

Bald danach kommen unsere Hauptspeisen. Die Forelle wird auf einem langen Teller im Ganzen serviert und sieht wirklich gut aus. Die Krautfleckerl sind sehr dunkel und glänzen recht fettig - optisch nicht ansprechend, gaschmacklich aber gut wie ich erfuhr, genauso wie die Piroggi, die mit etwas heißer Butter serviert wurden. Mein Gulasch sieht gut aus. Es hat eine schöne rote Farbe. Mehrere große grobfasrige aber weiche Fleischstücke liegen in sehr sämigem Saft und noch nicht völlig verkochten Zwiebeln. Als Garnitur ein einsames Essiggurkerl. Mir zum ersten Mal aufgefallen, dass die Säure dem Gericht ein Wenig von der Schwere nimmt. Zur Beilage gibt es eine resche Semmel, mit der man den Saft wunderbar tunken kann. Geschmacklich ordne ich es unter die besseren „Gulasche“ ein. Nicht überwürzt und durch die Zwiebeln eine leichte Süße – ich mag es.

Ich bemerkte anfänglich, dass ich nicht lange bleiben wollte. Daraus wurde natürlich nichts, denn wir verbrachten einen lustigen Abend und der Schmäh ist anständig gerannt. Wir hätten wahrscheinlich noch das eine oder andere Bier getrunken, wenn die Kellner unseren Tisch aufmerksamer beobachtet hätten. Bei der Rechnung fehlten zwei Biere, die wir natürlich bezahlt hätten. Der Kellner meinte, wenn es nicht auf dem Bon steht verrechnet er es auch nicht. Wir hatten nichts dagegen, der Wille zum Bezahlen war jedenfalls da.

Mein Abend im Glacis Beisl war trotz anfänglicher Unlust schön und schon alleine wegen des Gastgartens komme ich gerne wieder. Die Karte sollte nach meinem Dafürhalten den Temperaturen etwas angepasst und das Personal etwas besser koordiniert werden, dann gibt es bei der Abrechnung auch keine Fehler. Aber das ist nur mein persönlicher Eindruck.
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25. Juni 2019
1010 Wien
SpeisenAmbienteService
Mit dem Haas & Haas Teehaus verbinde ich schöne Erinnerungen. Der angenehme Geruch beim Betreten des Geschäftes, die schön drapierten Teeutensilien und dem Allerlei, welches man eigentlich nicht be... MehrMit dem Haas & Haas Teehaus verbinde ich schöne Erinnerungen. Der angenehme Geruch beim Betreten des Geschäftes, die schön drapierten Teeutensilien und dem Allerlei, welches man eigentlich nicht benötigt, aber weil es so schön ist, unbedingt kaufen muss (Stichwort: 10te Teekanne). Meine ersten Berührungen mit japanischem Tee und den dazu passenden Gefäßen und die Qual der Wahl beim Aussuchen aus dem Faltblatt der gefühlten 500 Teesorten. Ich habe immer viel zu viel Tee gekauft. Und dann ist da noch der wunderschöne Gastgarten im Hof, mittlerweile überdacht und rundherum mit Weinranken bewachsen. Helle Farben dominieren und die ruhige Hoflage animiert mich automatisch den Gang auf „Entspannungs-Modus“ runterzuschalten und ein angenehmes Sommergefühl überkommt mich – und leider auch das Personal, aber davon in Kürze.

Ich hatte ein paar Tage zuvor telefonisch reserviert, denn wir ehemaligen Studienkollegen und -innen trafen uns in mittelgroßer Runde zum späten Frühstück. Die Kellnerin kommt und da wir schon beinahe vollzählig waren bestellten wir aus der recht großen Frühstückskarte. Ich nehme ein Wiener Frühstück mit weichem Ei, Semmel & Kipferl sowie Marillenmarmelade. Dazu, wie sollte es hier anders sein eine Kanne Tee (Oolong klassisch) und etwas später noch einen Espresso. Dazu kommen noch Trüffeleierspeise mit Schnittlauchbrot (eine etwas seltsame Wahl), das Fit & Fun Frühstück (Joghurt mit Früchten, Vollkornbrote Radieschen und Paradeisern und Orangensaft), Beinschinkenbrot und Schnittlauchbrot, sowie eine klassische Eierspeise mit Semmel und Butter. Getrunken wird neben Melange auch wegen des Wetters, geeister Mangotee und Mineralwasser.

Die Getränke kommen schnell und der bestellte Mangotee verursacht Diskussionen, er ist knallrot und will so gar nicht an die orange Farbe einer Mango erinnern. Die Kellnerin beteuert, dass es sich hier um das bestellte Getränk handelt. Hier bewahrheitet es sich wieder einmal, dass der Hauptbestandteil von Früchtetees Apfelstücke oder wie in diesem Fall Hibiskus ist und der Einsatz von Aromen den Rest besorgt. Das ist mitunter der Grund, weshalb ich Früchtetees nicht mag. Sie schmecken selten nach dem, was auf der Verpackung steht und wenn doch, dann sind es zugefügte Aromen – und sie sind immer sauer.

Nach weiteren 10 Minuten kommt unsere feste Nahrung. Das Porzellan ist schön und gepflegt, das Besteck poliert und angerichtet ist es auch sehr appetitlich. Lediglich das Beinschinkenbrot schaut etwas traurig aus. Eine kleine Scheibe Brot, halbiert mit Butter und je einer Scheibe Beinschinken belegt. Keine weitere Deko.

Die Eierspeise mit den eingelegten Trüffeln schaut gut aus und riecht sehr intensiv. Das Vollkornbrot der Schnittlauchbrote dürfte eine etwas harte Rinde gehabt haben. Die Kollegin hat sich beim Essen schwergetan. Das Fit & Fun hat auch gut ausgesehen.

Für das weiche Ei meines Frühstücks vermisse ich den Löffel, aber die Kellnerin ist schon wieder weg und wer anderer ist auf die Schnelle auch nicht greifbar. Daher musste der Teelöffel herhalten. Dafür ist das Ei perfekt und mit einer Buttersemmel zählt es zu einem meiner Lieblingsessen. Meine Butter habe ich übrigens geteilt, weil die „Eierspeise mit Butter & Semmel“ die Butter vermisste. Sie konnte erst später urgiert werden, denn unsere Kellnerin hat sich kaum noch um uns gekümmert – schade. Hier würde ich mir zumindest einen weiteren Besuch an unserem Tisch mit der Nachfrage, ob alles in Ordnung ist erwarten. Die Nachbestellung funktionierte problemlos und wurde prompt erledig, sobald wir einer Kellnerin habhaft werden konnten.

Das mürbe Kipferl, meines Frühstücks gehörte zu den sehr Guten und bildete zusammen mit der fruchtigen und wenig süßen Marillenmarmelade einen schönen Abschluss. Ganz zum Schluss noch ein starker Espresso und getrennt bezahlen. Das stellte das Teehaus auch vor kein Problem und konnte rasch erledigt werden.

Ich werde ungeachtet der kleinen Unzulänglichkeiten wieder ins Teehaus gehen, weil ich mich insgesamt wohlgefühlt habe und wir trotz des großen Gästeaufkommens nicht gedrängt wurden zu gehen.

PS: Natürlich bin ich nach unserer kollektiven Verabschiedung noch ins Teegeschäft eingefallen und habe einen Teevorrat eingekauft, der wahrscheinlich bis 2023 reichen wird – manche Dinge ändern sich eben nicht.
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14. Juni 2019
1160 Wien
SpeisenAmbienteService
Ich bin ehrlich - ich lasse mich vom Fernsehen beeinflussen. Die sympathische Präsentation des Ehepaares Wolfsberger und deren Speisenzubereitung in der Sendung „Aufgetischt - Ottakring“ hat mich g... MehrIch bin ehrlich - ich lasse mich vom Fernsehen beeinflussen. Die sympathische Präsentation des Ehepaares Wolfsberger und deren Speisenzubereitung in der Sendung „Aufgetischt - Ottakring“ hat mich gleichsam dazu genötigt so schnell wie möglich wieder einmal dorthin essen zu gehen.

Nach einem Spaziergang mit den Hunden kommen wir unangemeldet in den Gastgarten des Lokals. Er liegt in einem Innenhof und ist um den frühen Nachmittag herum noch ganz gut besucht. Diesmal wegen des herannahenden Vatertags, scheint es größere Ansammlungen von erweiterter Familienzugehörigkeit zu geben. Da fühlt man sich zu zweit, trotz tierischer Unterstützung fast ein bisserl armselig. Wir fragen den Kellner nach einem Tisch und er weist uns einen schönen schattigen Platz zu. Die Karten werden gebracht und die Getränkewünsche entgegengenommen. Es gibt – no na – Ottakringer Bier, das ich zumindest nur in Verbindung mit Almdudler trinke – Almradler.

Nun fängt mein übliches Gesudere wegen der Speisenwahl statt. Schnitzel, Zwiebelrostbraten oder doch wieder einmal ein Grillteller mit Pommes Frites? Ich liebe und hasse es, wenn ich so hin und her gerissen bin was ich nehmen soll. Ich fange daher erst einmal mit der Vorspeise an – das ist einfach – ich nehme das Knusprige Ei. Dieses Gericht hat Herr Wolfsberger in der Sendung zubereitet und ich glaube ich habe vor dem Fernseher fast ein bisserl getrenzt*, so gut hat das ausgesehen. Dabei handelt es sich um ein pochiertes Ei auf Wienerisch, i.e. ein wachsweiches paniertes Ei, auf Erdäpfel-Vogerl-Salat garniert mit zwei angebratenen Speckscheiben. In der Karte stand zwar Speckkrusteln, aber da hat wahrscheinlich wegen des Mittagsansturmes die Zeit nicht mehr gereicht. Und dann entscheide ich mich für ein Gericht, das es nicht mehr so häufig gibt – Geschmorte Rindsbackerln mit Erdäpfelpüree. Der Kellner notiert es zusammen mit einem gemischten Vorspeisensalat und einem Schnitzel.
Die Wartezeit vergeht wegen des angeregten Gespräches schnell und ich freue mich über die gelungene Vorspeise. Die Kombination von Erdäpfel-Vogerl-Salat mit Paniertem ist hinlänglich bekannt und tausend Mal erprobt. Das Ei ist auf den Punkt, so dass der Dotter noch flüssig ist und über den Salat läuft. Der Speck könnte knuspriger sein, aber alles in allem ein schönes aber durchaus sättigendes Gericht. Die Rindsbackerl lassen länger auf sich warten, zumindest mir ist die Wartezeit zw. Vor- und Hauptspeise zu lange, aber das Warten hat sich, rückblickend definitiv gelohnt. Das Fleisch ist butterweich und der dunkle Saft sämig und sehr geschmackvoll. Dazu gibt es drei große orangene Püreenocken und wir sind uns einig, dass hier mit Gelbwurz farbtechnisch nachgeholfen wurde. Wäre für mich nicht nötig ich habe nichts gegen die gelbe Farbe von Erdäpfelpüree und geschmacklich bringt es gar nichts.

Ab der Hälfte des Essens macht sich die üppige Vorspeise und die sommerliche Umgebungstemperatur bemerkbar und ich beginne in ungewohnter Weise zu schwächeln. Meinem Gegenüber geht es nicht besser, aber das Schnitzel kann man getrost mitnehmen während bei meinem Essen sich das nicht bewerkstelligen lässt. Ich gebe es zu, die Hunde haben sich über je einen Fleischhappen gefreut.

Die Frage nach einer Nachspeise stellt sich an diesem Tag nicht. wir bezahlen und machen uns auf den Heimweg - ich habe an diesem Nachmittag ausnehmend gut auf der Couch geschlafen.

*mir ist das Wasser im Munde zuerst zusammen- und dann rausgelaufen
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9. Juni 2019
1050 Wien
SpeisenAmbienteService
Ich gebe es zu: „Ich lebe gerne in Wien.“ Und ein Grund dafür sind u.a. Lokale wie das Haas Beisl, das es schon seit einer gefühlten Ewigkeit in unveränderter Form gibt. Gut, der Schanigarten an de... MehrIch gebe es zu: „Ich lebe gerne in Wien.“ Und ein Grund dafür sind u.a. Lokale wie das Haas Beisl, das es schon seit einer gefühlten Ewigkeit in unveränderter Form gibt. Gut, der Schanigarten an der stark befahrenen Margaretenstraße ist nicht einladend, aber mich stört das nicht. Ich bin sowieso lieber drinnen im Lokal.

Bei der Lokalbeschreibung kann man sich getrost auf die guten und genauen Rezensionen von Stammersdorfer & hbg338 verlassen, mit einer Ausnahme: geraucht darf nur noch im vorderen Bereich werden und wie der Kellner meinte wird das Haas Beisl bald ein komplettes Nichtraucherlokal werden.

Wir haben telefonisch reserviert, das ist angesichts der Lokalgröße angeraten, aber während unseres Aufenthaltes gab es immer wieder (Touristen-)Gäste, die es einfach versuchten einen Platz zu ergattern. Es gibt das Phänomen, dass irgendwie mehr Leute in ein Lokal reinpassen als es tatsächlich Plätze gibt. Auch das muss man beherrschen und der routinierte Kellner weist keinen Gast ab – ein Profi.

Wir haben im vorderen Schank-Bereich Platz genommen. Am Nebentisch vier tarockierende ältere Herren, die vornehmlich durch Schweigen auffallen. Hin und wieder dringen halblaute Ansagen oder ein, wahlweise ärgerliches Grummeln oder erfreutes Lachen – je nachdem wie das Spiel war - zu uns rüber. Die glatten Resopaltische eignen sich hervorragend zum Kartendippeln. Getränke werden zum Schutz der Karten, auf die Bank gestellt, genauso wie der Aschenbecher. Das Geld (im Centbereich) liegt auf dem Tisch. Es geht um nicht viel, aber nur um die Ehre spielen ist auch fad.

Wir sind mittlerweile vollständig und auch die letzte Freundin wird nach ihrem Getränkewunsch gefragt. ¼ Obi pur bitte. Die schlagfertige Antwort des Kellners darauf „pur? Das hab ich schon lang nicht mehr gehört. Obi pur.“.
Wir bestellen Zwiebelrostbraten, Leber geröstet und Kalbskopf gebacken mit Erdäpfel-Mayonnaise-Salat und müssen nicht allzu lange warten bis die Teller vor uns stehen. Mein Rostbraten ist sehr gut, das dünne Fleisch noch rosa, die Erdäpfel dürften in der Pfanne gebraten worden sein nur die Zwiebeln sind mir zu trocken. Ich kann sie aber im reichlich vorhandenen Saft wieder „hydrieren“.
Auch die anderen Gerichte waren gut, der Lebersaft wurde besonders gelobt und den Erdäpfelsalat habe ich selbst gekostet – exzellent! gute kompakte Erdäpfel, die Marinade sämig und perfekt abgeschmeckt nicht zu mayonnaiselastig aber deutlich spürbar. Dazu gab es gemischtes Bier (Kaiser Doppelmalz und Schwechater Hopfenperle) sehr dunkel gemischt, aber so ist das eben wenn das Augenmaß das Mischverhältnis bestimmt.
Auch die Kartenspieler haben ihr Spiel unterbrochen und zu Essen bestellt. Jetzt schweigen sie, weil sie essen. Nur die Zeit zwischen dem Abservieren und der Neuaufnahme des Spiels wird mit einem Gespräch über die vergangenen guten bzw. schlechten Blätter und was man daraus machte gefüllt.

Unsere Unterhaltung ist angeregt und dann stellt sich wie immer die Frage nach der Nachspeise – diesmal ist es leicht, es gibt Äpfel im Schlafrock mit Zucker und Zimt.
Der Teller kommt und ich habe mir in meiner GIer gleich einmal die Zunge anständig verbrannt – aber gut war’s trotzdem. Der Teig knusprig die Äpfel noch mit Biss und ein Staubzuckerstreuer zu Selbstdosierung wird auch gleich gebracht. Habe ich auch schon länger nicht mehr in der Hand gehabt. Zusätzliche Gabeln werden auch gleich mitgeliefert, in der Annahme, dass ich teilen würde. Na ja, notgedrungen habe ich was abgegeben.
Zum Abschluss gab es noch einen Pfiff und ein 1/8 pur, das der Kellner, mit der Bemerkung, dass er leider kein passendes Glas hätte, in einem Weinglas brachte.

Dass ich vom Haas Beisel begeistert bin, ist glaube ich klar geworden, nicht nur weil mir das Essen schmeckt, sondern weil auch das Umfeld passt. Die Gäste sind ausgewogen durchmischt, alt & jung, Einheimische & Touristen, Stammgäste die nicht lästig sind, und ein Kellner mit einem guten aber nicht aufdringlichen Schmäh.

PS: Wer jetzt Lust aufs Haas Beisl bekommen hat, muss sich bis September gedulden – es wird renoviert und das schreibe ich angesichts so mancher erlebter Einrichtungsgeschmacksverirrung - mit einem mulmigen Gefühl.

PPS: Stammersdorfes Kritikpunkt „…Nur fällt ihnen leider nicht auf, wenn man vor leeren Gläsern sitzt.“ stimme ich zu. Angesichts unseres Platzes im Schankbereich kein allzugroßes Problem.
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Tolle Bewertung! Kartenspieler sind für mich ein Indiz für ein bodenständiges Lokal. Sieht man leider nur mehr sehr selten. Eine Renovierung hier sehe ich auch mit gemischten Gefühlen.

9. Jun 2019, 09:19·Gefällt mir1
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7. Juni 2019
1090 Wien
SpeisenAmbienteService
In das Café Français gehe ich schon seit einigen Jahren immer wieder gerne auf ein spätes Frühstück. Genauer gesagt seit die Es-gibt-ein-neues-Lokal-und-die Zeitungen-haben-es-hochgelobt-Sensations... MehrIn das Café Français gehe ich schon seit einigen Jahren immer wieder gerne auf ein spätes Frühstück. Genauer gesagt seit die Es-gibt-ein-neues-Lokal-und-die Zeitungen-haben-es-hochgelobt-Sensationsnomaden weitergezogen sind. Nicht, dass es ruhiger um das Café geworden wäre, aber der Druck ist rausgenommen und das Personal ist besser eingespielt. Nun ist es wieder einmal soweit gewesen und ich treffe mich mit einer guten Freundin zum Geburtstagsfrühstück, inkl. Kinder und Hund.

Die Reservierung, die ich zwei Tage zuvor tätigte, funktionierte einwandfrei. Eine Reservierung ist übrigens auch nach beinahe sechsjährigem Betrieb angeraten, denn gerade am späten Vormittag füllt sich das Lokal in Windeseile.
Die Frühstückskarten, schon etwas abgegriffene Klemmbretter (Format A5) liegen am Tisch bereit und so können wir gleich gustieren. Viel hat sich am bewährten Angebot nicht geändert, es gibt noch immer die teilweise lustigen Frühstücksbezeichnungen wie:
JACQUES COUSTEAU, Espresso, ein Glas Wasser und ein scharfes Fisherman’s Friend (wird manchmal nötig sein)
TRES TSCHICK Espresso und eine Frühstückszigarette

Ich habe am Vorabend weder gelumpt noch bin ich „übergeblieben“ und kann daher eine der üppigeren Frühstücksvariationen nehmen. CATHERINE DEN’ŒUF bestehend aus, Baguette, Butter, Schinken-Käse Teller, weichem Ei und Gemüse mit Kräuterdip. Dazu einen Eisenkrauttee (hat die Kellnerin nicht verstanden – bei Verbene hat es dann klick gemacht) und weil wir was zu feiern hatten je ein Glas Cremant Rosé für die Erwachsenen und das große Kind. Einen frisch gepressten Orangensaft für den Halbwüchsigen. Der hat sich übrigens durch die Speisekarte gefuttert. Pubertierende Burschen sind fast nicht satt zu kriegen – quasi dreimal täglich Vor-, Haupt- und Nachspeise. Die Freundin nahm übrigens ein VANESSA PARADIES, bestehend aus Croissant, Butter (!, damit der Blätterteig nicht zu trocken wird), Marmelade, frische Früchte und frisch gepresstem Orangensaft, French Toast für die Tochter und der Sohn wird mit Müesli & Omelette satt gemacht. Leitungswasser wird unaufgefordert noch vor dem Essen gebracht und bei Bedarf auch nachgereicht.

Wir stoßen an und bald danach kommen unsere Frühstücke. Sieht alles sehr schön aus. Das Baguette ist frisch die Butter liegt in einem Vogerlsalat-Bett, aber Schinken und Käse könnten reichlicher sein – je zwei Blätter sind ein bisserl dürftig. Das Ei ist heiß und kernweich (ich hatte es so bestellt) und der Kräuterdip zum geschnittenen Gemüse wird in einem Extraschälchen angeboten. Einzig das Gemüse hat schon bessere Zeiten erlebt. Karotten, Stangensellerie und Gurken sind angetrocknet und biegen sich in alle möglichen Richtungen. Wahrscheinlich wurden sie bereits vor Stunden in Bechern, in denen sie serviert wurden vorbereitet. Geschmacklich sind sie in Ordnung, aber schön sieht es nicht aus.

Frenchtoast und eine anständige Portion Müesli, beides mit frischen Früchten und das beachtliche Schinken-Käse-Omelette sehen sehr appetitlich aus. Der unmarinierte Vogerlsalat bleibt übrig, genauso wie meine Trüffelbutter – ich bin kein Fan derselben.

Die Kinder trollen sich nach dem Essen und nehmen den Hund mit, wir schließen mit einem guten Espresso ab und machen uns zu einem Spaziergang in die Stadt auf.

Mein Fazit nach etlichen Besuchen. Das Café Français ist sicher keine Eintagsfliege und die Kritiken bzgl. des durchwachsenen Bildes vor allem beim Service mögen berechtigt gewesen sein, nun läuft alles wie am Schnürchen und ich war und bin mit der Service- und Küchenleistung zufrieden. Wenn man das vorbereitete Gemüse in ein feuchtes Tuch einschlägt, oder was es sonst an Frischhaltemöglichkeiten gibt, und die Brösel aus den Ritzen der groben Holztische gelegentlich raussaugen würde, dann wäre alles zu meiner vollsten Zufriedenheit. Und zum Schluss noch ein großes Plus, man wird nicht zum Konsumieren oder Gehen gedrängt – etwas, das in Wien auch immer mehr um sich greift.
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2 Kommentare

ein gutes Beispiel für verhexte Locations die sich "drehen" lassen und doch noch erfolgreich werden ...

8. Jun 2019, 08:49·Gefällt mir

Köstlich, diese Bezeichnungen der Frühstücke!!

7. Jun 2019, 11:37·Gefällt mir
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6. Juni 2019
1010 Wien
SpeisenAmbienteService
Nach dem Besuch der aktuellen Ausstellung im Dom Museum, stellte sich der kleine Hunger ein und normalerweise marschiere ich bei solch einer Gelegenheit, zu einer meiner bevorzugten Fastfood Lokali... MehrNach dem Besuch der aktuellen Ausstellung im Dom Museum, stellte sich der kleine Hunger ein und normalerweise marschiere ich bei solch einer Gelegenheit, zu einer meiner bevorzugten Fastfood Lokalitäten (Trzesniewski oder Schwarzes Kameel), aber diesmal zog es mich ins Miznon – einmal umfallen und man ist dort. Gehört habe ich schon so manches, aber dort war ich noch nie.

In der warmen Jahreszeit gibt es einen kleinen Schanigarten mit 4-5 Tischen. allerdings aufgrund der Lage, in der Seitengasse, nicht sehr einladend. Find ich jedenfalls, andere Gäste haben da weniger Berührungsängste oder Ansprüche – wie man es nimmt. Der Garten ist voll besetzt.
Ich gehe also hinein und, da ich schon gehört habe wie das Bestellkonzept funktioniert, bleibe ich gleich im vorderen Bereich bei der Schank bzw. Essensausgabe stehen und fische mir eine der laminierten Speisekarten aus der Spalte zwischen Kassa und Theke heraus. Die Auswahl ist übersichtlich und da es sich meinerseits auch nur um einen Imbiss handelte, sah ich mir das Pita-Angebot durch. Währenddessen wartet der junge Bursche an der Kassa geduldig bzw. nahm einen weiteren Gast vor mir dran – völlig OK. Ich möchte nicht gedrängt werden. Meine Fragen zu den einzelnen Zutaten wurden gut beantwortet. Mittlerweile hat der Frontline-staff auch soviel deutsch im Repertoire, dass man ohne Probleme fragen und bestellen kann.

Weil das Limabohnen-Pita leider schon aus war, habe ich mich für die Karfiolfüllung entschieden und dazu eine Frucade genommen. Während ich zahle und meinen Namen angebe kommt aus der Küche ein Mitarbeiter mit einem Tablett voll mit gut gefüllten Schnapsgläsern und bietet nicht nur den Gästen, sondern auch den Mitarbeitern einen Shot an. Ich wurde hier etwas überrumpelt, nehme einen Vodka und muss mit meinem Glas in der Hand auf das kollektive „in den Nacken kippen“ kurz warten – hopp & ex – danach wird eine Schiffsglocke geläutet. Also wenn das den ganzen Tag so geht, dann Prost-Mahlzeit. Da gehen die Miznon-Leute jeden Abend blunzenfett nach Hause.

Ich nehme meine Frucade aus dem Kühlschrank und werde noch gefragt, ob ich ein Glas haben möchte. Das fand ich sehr aufmerksam. Dann such ich mir einen Platz im hinteren Teil des Lokals. Ich habe mir sehr schwer getan, denn so richtig gemütlich fand ich keinen Platz, weder der große Hochtisch, noch die normalen Sitzgelegenheiten haben mich angesprochen lange zu verweilen und der shabby chic ist über die Jahr noch ein bisschen schäbiger geworden aber es ist sauber – so viel Ehrlichkeit muss sein.

Nach ca. 10 Minuten wird mein Name gerufen und ich hole meine Pitahälfte ab. Das Brot ist gut gefüllt und gut eingepackt, so dass die Anpatzgefahr deutlich reduziert wird. Mir hat es geschmeckt, auch wenn ich wegen des dominanten Karfiolgeschmackes und der reichlichen Sesamsoße (sie hat dem Gericht eine leicht bittere Note verliehen) nicht alle weiteren Zutaten herausschmecken konnte. Alles in allem, für mich ein rundes Gericht, gut gewürzt und über Jahre erprobt. Da kann ich nicht meckern. Wer allerdings richtig Hunger hat, der muss hier schon anständig ablegen, denn für etwas über 8 Euro ist das Miznon Pita m.E. im oberen Segment angesiedelt.

Mein Gastspiel hat etwa 30 Minuten gedauert und in dieser Zeit hat sich das Lokal, hauptsächlich mit Touristen, gefüllt. Die Stimmung war gut und die Musik hielt sich auch in erträglichem Rahmen und ich werde vielleicht wiederkommen, denn die Limabohnen lassen mir keine Ruhe.

P.S. die Schiffsglocke läutete noch zweimal.

P.P.S. die Ausstellung im Dom Museum kann ich sehr empfehlen - klein und übersichtlich, feine wohlüberlegte Konzeption.
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24. Mai 2019
1010 Wien
SpeisenAmbienteService
Das Café Prückel ist eine Wiener Institution und um die Mittagszeit zu meinem Leidwesen, immer viel zu voll. Freie Tische an der Wand oder Fensterseite sind prinzipiell reserviert und so bleibt dem... MehrDas Café Prückel ist eine Wiener Institution und um die Mittagszeit zu meinem Leidwesen, immer viel zu voll. Freie Tische an der Wand oder Fensterseite sind prinzipiell reserviert und so bleibt dem/der kurzentschlossenen Besucher_in, sofern er/sie nicht Glück hat, nur die ungeliebte Mittelreihe (das war es auch schon mit dem gendern). Ich gehöre zu den Glücklichen und finde im hinteren Bereich einen schönen Fensterplatz. Schnell ein paar Zeitungen aus dem Überangebot geholt und einen Blick in die Speisekarte geworfen, bevor der Ober nach meinen Wünschen fragt.
Ganz frei nach Shakespeare: Reisfleisch oder Gulasch, das ist hier die Frage.
Das Reisfleisch ist schon aus, also wird mir die schwierige Entscheidung abgenommen. Und was passt zum Gulasch? natürlich ein Seidel Bier. Das wird auch mit einem hübschen Schaumhäubchen nach kurzer Zeit gebracht ein paar Minuten später folgt das Rindsgulasch mit Salzerdäpfel ("Erdäpfel" und nicht "Kartoffel", weil in Wien geboren, aufgewachsen und hier lebend).
Die Portion ist übersichtlich - ein paar weiche und geschmacklich einwandfreie Stücke Fleisch dazu ein paar geviertelte Erdäpfel, aus der vermutlich noch alten Ernte. Aber bei Salzerdäpfeln weiß ich das nie so genau, sie sind für meinen Geschmack immer etwas wässrig. Dazu ein recht heller und sämiger Saft, der mit den zerdrückten Erdäpfeln aufgetunkt werden kann. Ich weiß, das macht man nicht, aber das ist noch ein Überbleibsel meiner Kindheit und es hat eh niemand gesehen.

Und weil nach dem Gulasch noch Platz für eine Nachspeis' war habe ich mir vom Torten & Kuchenbüfett noch einen Marillenkuchen ausgesucht - mit sehr heller Melange. Auch das Kuchenstück war überschaubar, aber dafür sehr gut. Die Marillenhälften saftig, der Kuchenteig flaumig und das Verhältnis Süße und Fruchtsäure war ausgewogen. Alles in Allem ein schönes Mittagessen, das ich bei Gelegenheit gerne wiederhole und ich habe auch alles brav aufgegessen und damit hat das Wetter keine Ausrede mehr.*


* Wer es nicht kennt, die Oma hat immer gesagt, man muss aufessen, dass das Wetter schön wird. Also am mir liegt es nicht!
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Das passt schon mit den Erdäpfel zerdrücken, ich mach das beim ZRB auch immer, so denn genug Saft da ist.... :-)

24. Mai 2019, 15:06·Gefällt mir1
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9. Mai 2019
1080 Wien
SpeisenAmbienteService
Das Heidenkummer kenne ich nun auch schon ein paar Jahre, besuche es aber nicht regelmäßig. Ein langjähriger Bekannter hat sich wieder einmal gemeldet und er reservierte für uns beide einen Mittags... MehrDas Heidenkummer kenne ich nun auch schon ein paar Jahre, besuche es aber nicht regelmäßig. Ein langjähriger Bekannter hat sich wieder einmal gemeldet und er reservierte für uns beide einen Mittagstisch im Heidenkummer.

Es ist gegen 12:30 h und das Lokal ist mittelmäßig gut besucht. Die Kellnerin kommt gleich und nimmt unsere Getränkewünsche entgegen - Apfelsaft g’spritzt und Almdudler. Dann ein Blick in die Speisekarte und wieder stehe ich vor der Qual der Wahl soll’s ein Backfleisch mit Erdäpfel-Vogerl-Salat sein oder eine gebackene Leber? oder doch lieber ein Gulasch? Nein, es wird der Faschierte Braten mit Erdäpfelpüree und Röstzwieblen. Den hatte ich letztens im Minoritenstüberl nicht genommen. Mir kommt da gerade in den Sinn ob ich beim nächsten Lokalbesuch immer das bestellen sollte, was ich beim Vorherigen nicht genommen hatte. Wäre lustig auszuprobieren wie lange ich das durchhalten könnte, bis es einmal eine Speise nicht gibt oder mich der Gusto wegen was anderem verlässt. Ich wüsste dann auch immer schon was ich essen werde.

Aber Spaß beiseite, wir müssen nicht lange auf unser Essen warten. Ich bekomme eine schöne dicke Scheibe Faschiertes - recht hell ist es – und einen anständigen Schöpfer Püree. Ich liebe Erdäpfelpüree, besonders wenn es heiß ist, nicht aus dem Packerl kommt und eine bestimmte Konsistenz hat – es darf nicht zu fest sein, aber es sollte am Teller auch nicht zerrinnen. Man muss damit den Saft aufnehmen können, ohne dass ein Löffel zum Einsatz kommen muss – und genau so eine Konsistenz hatte das Heidenkummer‘sche Püree. Nur etwas heißer hätte es sein können. Der Braten war luftig und gut gewürzt. Ein bisschen Salz fehlte, aber das ist nicht schlimm. Also ein wunderbares Mittagsgericht auf das ich Lust hatte. Mein Bekannter hatte die gebackene Leber mit Erdäpfelsalat und war damit vollauf zufrieden. Eine schöne Portion, evtl. etwas zu wenig Salat für die Lebermenge, ich brauch immer viel Salat zum Essen.

Ich habe meinen Mittagstisch mit einer Böhmischen Palatschinke beschlossen – ein Stück, gut gefüllt. Der Powidl nicht zu süß, (zu)viel Zucker und Mohn obenauf und ein anständiger Klecks Rahm daneben. Quasi als Light-Version fehlte hier die flüssige Butter, die dem Mohn m.E. erst den richtigen Geschmack gibt. Aber gut, andere Köche andere Böhmische Palatschinken.

Mir hat es gefallen, das Essen war gut, das Service war aufmerksam und die Unterhaltung angeregt und wenn ich mich recht erinnere ist das Heidenkummer zur Marillenzeit wegen der Knödel sowieso einen Besuch wert. Ob ich es mit meiner "Essenskette" bis dahin schaffe wird sich herausstellen. Schlimmstenfalls unterbreche ich.
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4. Mai 2019
1010 Wien
SpeisenAmbienteService
Da wollte ich immer schon einmal hin, ins Minoritenstüberl. Und ich weiß auch gar nicht wieso es solange bis zur Premiere gedauert hat. Dem geübten Stüberlgeher ist es bekannt, auf der homepage ... MehrDa wollte ich immer schon einmal hin, ins Minoritenstüberl. Und ich weiß auch gar nicht wieso es solange bis zur Premiere gedauert hat.

Dem geübten Stüberlgeher ist es bekannt, auf der homepage gibt keine Menükarte, man muss also "auf gut Glück" hingehen und schauen was einen so gustomäßig anspringt.
Mich sprangen die Fritattensuppe und der Fleischknödel mit Sauerkraut oder der Faschierten Braten mit Erdäpfelpüree an. Aber ich nahm, wie der geneigte Leser schon erahnen kann - nach der Suppe - das Grammelknödel-Substitut und wurde nicht enttäuscht.
Die Suppe sehr, sehr kräftig mit beinahe nudelig geschnittenen Fritatten - mal was Neues. Interessant wie sich das Esserlebnis eines mittlerweile hundertfach vertilgten Gerichtes verändert, wenn die Fritatten dünn geschnitten werden. Das hätte ich nicht gedacht. Der Knödel wohlgeformt, glänzend und auf dem Sauerkrautbett liegend - sehr schön. Teig und Füllung auch im guten Verhältnis. Ich mag es, wenn auch Teig vorhanden ist und sich das Gericht nicht wie eine Waldviertler Mohnzelte präsentiert. Die Füllung aus Faschiertem hätte etwas mehr gewürzt sein können. Es könnte aber auch an der kräftigen Suppe gelegen haben, dass der Knödel dagegen recht mild gewürzt schmeckte. Das Sauerkraut war so wie ich es mag, sämig und nicht zu sauer.
Ich hatte auch Gelegenheit Herrn Wojta bei der Arbeit und im Umgang mit seinen Gästen zu beobachten und das gefiel mir neben dem guten Essen sehr. Ein kränklicher Stammgast (er wurde mit Namen angesprochen) bestellte ein Obi g'spritzt, Herr Wojta nahm das Glas stellte fest, dass es zu kalt war und wärmte den Inhalt, bevor es dem Gast gebracht wurde. Bestellungen wurde mit "sehr gerne" quittiert und verabschiedet wurde ich mit "Danke für Ihren Besuch". Hört man heute leider recht selten.
Einziger Kritikpunkt, die Portionen sind knapp bemessen. Ich bin zwar kein ausgesprochenes Vielfraß, hätte aber locker noch einen zweiten Knödel oder eine Nachspeise vertragen. Nichtsdestotrotz alles in Allem eine gelungene Premiere mit langanhaltendem Applaus.

PS: Was für mich auch zählt ist der Gesamteindruck zu dem auch die Gäste gehören und die sind im Minoritenstüberl bunt gemischt. Es finden sich dort Pensionisten, Lobbyisten, Ministeriumsmitarbeiter und auch der eine oder andere Tourist – top.
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28. April 2019
1010 Wien
SpeisenAmbienteService
Eine geschäftliche Mittagseinladung brachte mich nach vielen Jahren wiedereinmal ins Yamm! - ich gebe zu, dass ich in meinem Innersten kein Fan von Buffet Lokalen bin. Obwohl es natürlich den Vorte... MehrEine geschäftliche Mittagseinladung brachte mich nach vielen Jahren wiedereinmal ins Yamm! - ich gebe zu, dass ich in meinem Innersten kein Fan von Buffet Lokalen bin. Obwohl es natürlich den Vorteil hat, dass man sich durch die Speisekarte durchkosten kann.

Das Wiege-System des Yamm! wurde elektronisiert, man bekommt zu Beginn eine Karte ausgehändigt, nimmt sich einen Teller tut auf diesen alles drauf wonach einem der Gusto steht und - das ist neu - geht zu einer Selbstbedienungswaage, stellt den Teller drauf, hält die Karte an den screen, wählt je nach Tellergröße (großer oder kleiner Teller) das entsprechende Symbol am touchscreen (das Gewicht des Tellers wird so abgezogen und nur das Speisengewicht berücksichtigt) und arbeitet sich durch die weiteren Fragen bis am Ende ein Bon ausgeworfen wird. Der dient aber nur zur persönlichen Information. Die Bezahlung erfolgt nun am Ende des Essens, wenn dem Servicepersonal die Karte zum Auslesen der Konsumation ausgehändigt wird. Das hat zum frühern System den Vorteil, dass man öfter zum Buffet gehen kann und nicht jedesmal gesondert zahlen muss (ich erinnere mich, dass es vor Jahren eine Vorauskasse gab, d.h. immer wenn man sich etwas holte musste man zur Waage und gleich bezahlen). Man kann nach dem neuen System Vor- von Hauptspeisenteller trennen. Das finde ich schon einmal gut.

Der Rest blieb gleich. Es gibt kalte und warme Gerichte, die man sich selbst zusammenstellen kann. Beschriftungen helfen bei der Auswahl.
Meine Vorspeise bestand aus einem Glasnudel- und Erbsen-Bohnensalat mit ein paar gekeimten Sprossen. Beides wenig gewürzt. Ich hatte schon so eine Vorahnung und habe mit vorsichtshalber von den frischen Chilis in Öl etwas auf den Salat gegeben.
Die Hauptspeise bestand aus vegetarischen Grammelknödeln mit Sauerkraut und Falaffel mit Curryhummus. Die Mischung war sicher nicht meine erste Wahl, aber sonst gab es nichts was mich angesprochen hatte. Pasta vom Buffet esse ich nicht weil die wegen der Stehzeit meistens "senza dente" ist und gekochte Erdäpfel mit Nix ist auch nicht mein Geschmack.

Falaffel mit Hummus war gut, aber da gibt es nicht viel Geschmacks-Spielraum und die Grammelknödel - eine verzweifelte Ersatzhandlung, weil ich eh schon wissen, seit Monaten einen langen Zahn darauf habe - passabel. Der Teig war gut. Schöne Konsistenz die Vegigrammel aber nur ein dürftiger Abklatsch des Originals. An sich wäre das Gericht in Ordnung gewesen, aber ich verstehe nicht weshalb vegetarische Gerichte immer die Bezeichnung des Fleischgerichtes übernehmen müssen. Ich halte das für einen Fehler, denn es sind unterschiedliche Speisen, die man nicht miteinander vergleichen kann und man ist dann doch immer wieder enttäuscht, dass es nicht so schmeckt wie das Fleischgericht.

Für mein Fazit lasse ich u.a. Vorkoster zwischen 2011 und 2014 sprechen:
- "vielen Gerichten fehlt es an Raffinesse und Geschmack, jedoch ist es trotzdem ein Buffet der besseren Art"
- "Das Lokal ist recht nett, mich stören nur diese viel zu engen Zweiertische, wo jeder Nachbar Zeuge des Tischgesprächs werden muss."

Das Service war gut, die Getränke wurden rasch gebracht und wir wurden auch zwischen durch gefragt ob wir noch Getränkewünsche hätten. Auch die leeren Teller wurden flott abserviert.

... und nun füge noch ein paar Meinungen hinzu, die sich nicht erfüllt haben. Das Konzept ist also nicht so schlecht:

- "fürchte aber, daß das Lokal für Studenten als "Mensa"ersatz zu teuer (wenn auch gesünder) ist, und bin mir nicht sicher ob sich das yamm! halten wird können."
- "Bin gespannt, wann sich dieses Lokal in die lange Liste jener Lokale, die ihren Eigentümer wechseln, einreihen wird. Ich gebe Yamm maximal 2 Jahre."
- "Ich glaube auch nicht, dass dieses Restaurant über 2012 weiter bestehen wird, wenn sich die Preise nicht dramatisch ändern."
- "das Yamm! ist ein ziemlich bunter Buffet-Laden, den auch nur Touristen und Jungfamilien mit plärrenden Blagen wirklich schätzen werden."

Ein Schlusssatz sei noch erlaubt. "Es ist ja grundsätzlich so, dass in Österreich Vegetarier von vielen Gastronomen als Menschen mit einer Essstörung angesehen werden." Das stammt aus dem Ersttester-Beitrag von 2011 und ziemlich genau acht Jahre später kann ich sagen: "da hat sich etwas grundlegend geändert".
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12 Kommentare·Zeige alle Kommentare

Da schliess ich mich an!

8. Jun 2019, 18:04·Gefällt mir

Experte Auszeichnung" Voting für Menue1 wurde freigeschaltet.

8. Jun 2019, 11:06·Gefällt mir1

Ich mache weiter, egal was gastronomisch daherkommt!

7. Jun 2019, 13:47·Gefällt mir
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26. April 2019
1090 Wien
SpeisenAmbienteService
Und wieder einmal führt mich mein Weg durch die Spitalgasse. Ich schrieb bereits an anderer Stelle, dass ich diesen Straßenzug Wiens recht unattraktiv finde, aber es gibt keine Alternativroute für ... MehrUnd wieder einmal führt mich mein Weg durch die Spitalgasse. Ich schrieb bereits an anderer Stelle, dass ich diesen Straßenzug Wiens recht unattraktiv finde, aber es gibt keine Alternativroute für mich. Es ist schon früher Nachmittag und ich verspüre nach dem Frühstück schön langsam aber sicher ein Hungergefühl. Während ich noch überlege worauf mir der Sinn stünde, gehe ich an einem Aufsteller vorbei, der Summer-Rolls und Bánh-Mì anpreist. Ich gehe weiter und nach ein paar Metern, mache ich kehrt, und gehe zu dem kleinen Lokal zurück.

Ich betrete ein sehr helles und freundlich eingerichtetes Geschäft & Lokal, denn wie ich während meines Verweilens feststellte, kann man neben den gastronomischen Angeboten auch Tee kaufen. Dazu wurde eine Wand mit Regalen versehen, auf die kleine beschriftete Gläser mit verschiedenen Teesorten gestellt wurden. Das gibt dem Kunden die Möglichkeit sich den Tee selbst auszusuchen - ein sehr haptisches und olfaktorisches Erlebnis, denn man darf die Gläser in die Hand nehmen und auch am Inhalt riechen.
Der Gästebereich erstreckt sich rechts und links des Eingangs und besteht aus je vier Plätzen mit Blick auf die Spitalgasse - man sitzt entweder auf Barhockern oder auf normal hohen Sesseln nebeneinander aufgereiht, in der Auslage. Vis-a-vis der Teeauswahl befindet sich ein Kühlschrank für Kaltgetränke und Speisen, die bereits verpackt, mitgenommen werden können. Daneben weitere Regale mit verschiedenen Utensilien zur Teezubereitung. An der Front eine lange Bar wo zwei junge Damen, Tees und Getränke zubereiten, sowie der Bestellplatz und die Kassa. Gekocht wird in einem eigenen abgeschlossenen Bereich - es gibt also keine Schauküche.

Ich werde sehr freundlich begrüßt und mir wird gleich die Speisekarte gereicht. Sehr zuvorkommend werden mir die Speisen erklärt und auch welche Tagessuppe es heute gäbe: Grüne-Kokos-Suppe. Sehr scharf? Nein, aber würzig.

Ich nehme die Suppe und ein Bánh-Mì mit Schweinebauch. Zu trinken ordere ich einen Minztee, der aber leider nicht zubereitet werden kann, weil die frische Minze gerade aus ist. Dann eben ein Mineralwasser aus dem Selbstbedienungs-Kühlschrank. Ein Glas bekomme ich auf Nachfrage.

Ich muss nicht lange auf die Suppe warten. Eine kleine schöne Schale mit vielfältigem Inhalt. Der erste Löffel verheißt Gutes - würzig, wie versprochen, aber nicht scharf. Der zweite Löffel, diesmal mit Gemüse und Algen ist nicht mehr so rund. Offenbar wurden die kleingeschnittenen Algen nur als Deko im Nachhinein draufgegeben. Sie sind hart und passen nicht. Auch vom Zitronengras wurden die harten Teile aus der Suppe nicht entfernt und so entpuppt sich das Gericht, auch wenn das restliche Gemüse gute Konsistenz hat, als ziemlich knusprige Angelegenheit.

Während ich noch löffle, wird mir schon mein vietnamesisches Baguette gebracht. Zwei recht große Hälften eines getoasteten Weißbrot-Weckerls mit rohem Gemüse (Karotten & Kraut) und dem klein geschnittenen, zuvor mariniertem und gegrillten, Schweinebauch. Dazu eine, lt. Speiskarte selbst gemachte Mayonnaise. Schaut knusprig aus und ist es auch! Beim ersten Bissen sind gleich einmal die Brösel in alle Richtungen weggeflogen und ich musste mich bei meiner Sitznachbarin entschuldigen. Den nächsten Bissen also vorsichtiger angehen.
Zum Bánh Mì wurden noch zwei Saucen gereicht, die ich salopp, als nicht selbst gemachtes Asia-Ketchup bezeichnen würde - nichts Besonderes. Da hätte mich etwas zusätzliche Mayonnaise mehr gefreut. Geschmacklich war es gut, nur wars mir, gemessen am Brotanteil zu wenig Füllung. Etwas mehr vom Bauch wäre schön gewesen. Aber vielleicht gehört das Gericht genauso - ich kenne die vietnamesische Küche so gar nicht.

Mein Fazit: sehr freundliches gestaltetes Lokal, sehr freundliches Service. Die Suppe war geschmacklich top, allerdings haben mich persönlich die Algen und das Zitronengras gestört. Bánh Mì gut und viel, mit mehr Füllung wäre es auch top gewesen. Preislich bin ich auch gespalten. Die Suppe (3,50)war, gemessen an der Menge, im Vergleich zum Baguette (5,50) teuer - fand ich.

Da man alle Speisen und Getränke auch mitnehmen kann ist das Teastories auf jeden Fall ein guter Tipp für ein schnelles Sommer-Picknick im Alten AKH. Dort ist es nämlich noch immer schöner als, eh schon wissen ...
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23. April 2019
1060 Wien
SpeisenAmbienteService
Ein jährliches Freundestreffen stand an und so muss bei der Lokalwahl immer auch berücksichtigt werden, dass die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel einigermaßen gut gewährleistet ist. Fü... MehrEin jährliches Freundestreffen stand an und so muss bei der Lokalwahl immer auch berücksichtigt werden, dass die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel einigermaßen gut gewährleistet ist.
Für das Steman ist das einerseits die U3 (Station Zieglergasse) und andererseits der 57A, der die Gumpendorferstraße befährt. Dann noch ein paar Meter zu Fuß und man steht vor dem Lokal, das mittlerweile auch rauchfrei geführt wird.

Ich hatte eine Woche zuvor für 8 Personen reserviert, aber an besagtem Abend standen wir, respektive der Kellner vor dem Problem, dass der Tisch (noch) nicht bereitgestellt war (es mussten zwei Tische zusammengeschoben werden), da ein anderer Gast noch einen der benötigten Tisch besetzte. Ich glaube ja, dass man die Reservierung einfach vergessen hatte, weil sich unter dem Personal doch kurzfristig Ratlosigkeit breit machte, bis uns dann kurzerhand der große Tisch in der Vinothek zugewiesen wurde. Das war ein wahres Glück, denn an dem Abend feierte eine größere Gesellschaft ein Fest und im großen Gastraum war es entsprechend laut. Glück muss man haben.

Von dem Extraraum führt auch der Weg zur Küche, so dass wir uns nicht in der servicetechnischen Sackgasse befanden, im Gegenteil, wir wurden beinahe zu oft von unterschiedlichen Kellnerinnen nach unseren Gertänkewünschen gefragt - aber lieber einmal zu oft, als vernachlässigt zu werden.

Auf der Wochenkarte fanden sich diesmal gleich zwei Gerichte die mir sofort ins Auge gesprungen sind und zwischen denen die Entscheidung sehr schwer fiel - Gebackene Schweinsbackerl oder Surschnitzel, jeweils mit Erdäpfel-Vogerlsalat. Letztendlich fiel meine Wahl auf die Schweinsbackerl, weil ich die noch nie gegessen hatte, während ein Surschnitzel findet man zwar auch nicht oft auf der Karte, aber doch öfter als die Backerl. Der Rest der Truppe nahm ja nach Körperbewußtsein, Saftgulasch, Hühnerbrust natur mit Reis, Zander auf Bärlauchrisotto, mit Käse überbackene Schinkenfleckerl und Grünem Salat.

Die Küche war ziemlich flott und so konnten wir beinahe zeitgleich beginnen. Meine Schweinsbackerl sahen im ersten Moment aus wie gebacken Champignons, viele kleine panierte Stücke auf meinem Teller. Aber bein Reinschneiden war dann eh alles klar. Das Fleisch war relativ dunkel und hätte optisch auch als Rind durchgehen können - es war weich und saftig und schmeckte sehr sehr gut. Klar, dass der Erdäfelsalat dazu gut passte und obwohl ich beim Schnitzel die puristische Version, ohne Preiselbeeren oder gar Ketchup bevorzuge, hätte ich mich hier für eine Sauce Tartare nicht schlagen lassen.
Auch die anderen Speisen sahen gut aus, besonders der Fisch auf dem Risotto machte einen guten Eindruck. Die Schinkenfleckerl waren eine anständige Portion, aber ich mag sie nicht mit Käse überbacken. Meine Großmutter gab immer ein paar Semmelbrösel oben drauf um sie schön knusprig zu machen.

Da meine Portion größenmäßig noch eine Nachspeise zuließ bestellte ich noch den Klassiker der Wiener Gasthausküche - Marmeladepalatschinken. Das waren zwei anständige Rollen mit (zu) viel, aber guter Marillenmarmelade und einer anständigen Portion Staubzucker oben drauf. Ein bisserl zu dick zu mein Dafürhalten aber gut. Das ist sowieso eine eigene Philisophie. Was aber nicht gar so schön war, dass eine Palatschinke am letzten Zipfel angebrannt war, aber natürlich so gerollt wurde, dass man es nicht gleich sah. Für die Reklamation war es schon zu spät, also habe ich den verbrannten Teil übrig gelassen und wollte das beim Abservieren kurz anmerken, aber die Kellnerin kam so schnell an unseren Tisch, nahm den Teller mit, dass ich - in ein Gespräch vertieft - gar nicht mehr reagieren konnte.

Mein Fazit: gute Wiener Küche, schnelles und aufmerksames Service zu normalen Preisen. Zwei Kritikpunkte - Portionsgrößen variieren und die Küche glaubte dass man eine angebrannte Palatschinke nur verkehrt wickeln und mit Zucker überstreuen muss und schon merkt es der Gast nicht.

Übrigens ergab es sich, dass ich ein paar Tage später nochmals im Steman war und da kam ich dann doch noch zu meinem Surschnitzel - sehr gut! das Fleisch saftig, nicht zu salzig, schöne goldgelbe Panier, heiß und so groß, dass keine Palatschinke mehr Platz gehabt hätte.
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8. April 2019
1090 Wien
SpeisenAmbienteService
Die Spitalgasse beherbergt trotz seiner Unattraktivität doch eine erstaunliche Anzahl an Lokalen. Manche halten sich, wohl wegen des angrenzenden Universitätscampus', besser bekannt als "Altes AKH"... MehrDie Spitalgasse beherbergt trotz seiner Unattraktivität doch eine erstaunliche Anzahl an Lokalen. Manche halten sich, wohl wegen des angrenzenden Universitätscampus', besser bekannt als "Altes AKH", schon ziemlich lange und manche müssen nach ein paar Jahren zusperren. So auch die Pie Factory in deren Räumlichkeiten sich das Taco Dios vor einem halben Jahr einquartiert hat. Das weiß ich durch die nicht aktualisierte homepage "Wir eröffnen am 12.11.2018". Am Interieur wurde im Übrigen wenig verändert, man hat das Lokal ohne großen Umbau des Gastraumes übernommen.

Ich habe Lust auf einen Burrito und stehe also vor der Speisekarte, die - und das ist schon die erste Schwierigkeit - nur Tacos verzeichnet. Weiter unten gibt es den Hinweis, dass man alle angebotenen Tacos auch als Burrito haben kann. OK, die Bestellung sollte zu schaffen sein. Ich ordere einen Burrito ohne Fleisch, den man hier "Guilt Free" nennt. Finde ich für die vorösterliche Zeit ungewollt witzig. Die Bestellung muss, ähnlich des Subway-Konzeptes, direkt an der Kasse abgegeben werden und danach wird man gefragt welche der Zutaten man haben oder vermeiden möchte. Ich nehme alles, da ich mir denke, die Speise wurde doch vorher auf passende Ingredenzien gekostet und zudem gibt es wenig, was ich nicht mag. Zumindest hört man immer wieder, wie lange manche Köche an Gerichten getüftelt haben, um den perfekten Geschmack hinzubekommen.

Ich darf also inzwischen an einem der Hochstühle mit Blick auf die Spitalgasse platz nehmen und vertreibe mir die Zeit mit der Durchsicht der einzelnen scharfen Saucen die sich, anstelle von Pfeffer und Salz an jedem Platz befinden. Es ist eine bunte Auswahl an Fläschchen mit grünem, gelbem und rotem Inhalt. Manche verheißen mittlere Schärfe, gekennzeichnet durch ein entsprechendes Piktogramm und manche warnen vor dem Inhalt durch Totenköpfe, Skelette und ähnlichen Schaurigkeiten. Ich muss dabei immer an Asterix und die Lorbeeren des Caesar denken (wer's kennt:"Das meine Zuckerpüppchen von Tiberius bringt euch in den Zirkus nach Rom"). Was ich nicht so schön finde sind die krustigen Reste an den Flaschen, das könnte man schon sauber halten, so viel ist hier im Lokal nicht los, dass man es auf mangelde Zeit schieben könnte. Aber wenn man das Auge nicht dafür hat, sieht man's auch nicht.

Ich erhalte meinen Teller mit dem Burrito meiner Wahl und was beim ersten aufheben sofort auffällt, es wird mich garantiert satt machen - ich habe gefühlte 50 dag Lebensmittel in der Hand. Hier erhält man was für sein Geld. Der erste Bissen, ohne Scharfmacher, ist aber enttäuschend - lauwarmer Reis, rohe Zwiebelwürfel und auch der Rest, hauptsächlich Rotkraut, Paradeiser und Sauce, sind in der Kombination nicht so besonders ausgewogen. Ich denke mir, das könnte am Randbissen liegen und arbeite mich bis zur Mitte durch, aber so richtig gut wird es nicht.
Nun könnte man versucht sein zu sagen, "selber schuld, wer bestellt sich schon einen vegetarischen Burrito", aber was haupsächlich störte, waren die grobmotorisch geschnittenen Zwiebeln und die Lieblosigkeit der Zubereitung. Zurückschicken hätte nichts gebracht, denn es war niemand da, der es hätte besser machen können. Ich habe also brav aufgegessen und die Zwiebeln in Kleinarbeit entfernt und mit der einen oder anderen Sauce etwas Geschmack reingebracht, aber für mich wird es voraussichtlich bei dem einen Besuch bleiben. Beim Burrito ist noch Luft nach oben, wie hingegen die Tacos schmecken bleibt offen, eventuell ist es ja das Hauptgericht, das den Gast
Mexiko in Wien erleben lässt.
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3. April 2019
1010 Wien
SpeisenAmbienteService
Ich mag die Gegend um den Minoritenplatz und den Volksgarten und wann immer sich die Gelegenheit bietet gehe ich dort vorbei (auch wenn es ein kleiner Umweg ist). Und so begab es sich, dass ich jus... MehrIch mag die Gegend um den Minoritenplatz und den Volksgarten und wann immer sich die Gelegenheit bietet gehe ich dort vorbei (auch wenn es ein kleiner Umweg ist). Und so begab es sich, dass ich just um die Mittagszeit in der Gegend war und eine vorgezogene Jause auch nicht das Schlechteste ist. Das warme Frühlingswetter lädt mich ein in die Meierei im Volksgarten einzukehren.
Ein Platz an der Sonne ist schnell gefunden, es sind nur wenige Tische besetzt. Die Plätze sind in 2er Reihen rund um das achteckige Lokal arrangiert und nach außen hin von einer halbhohen frisch geschnittenen Hecke abgetrennt. In der Hecke selbst, und unter dem Dach der Meierei tummeln sich die Spatzen und "unterhalten" sich lautstark. Wenn ich es recht bedenke habe ich das in Wien schon lange nicht mehr so intensiv gehört.
Irgendwie wirkt alles ein bisserl alt, grüne Plastiksessel, man kennt sie aus der Gartencenterabteilung im Baumarkt, inklusive Sitzpolster und ein dazu passender Tisch. Alles leicht zu reinigen und wetterfest. Es muss eben nicht immer Kunstrattan, man verzeihe mir, nach dem Motto "ich will-aber-ich-kann-nicht-sein" sein. Bevor ich mich aber völlig vergaloppiere zum Eigentlichen.
Die Kellnerin ist rasch mit der Karte bei mir und meine Wünsche sind bald deponiert. Ein Butterbrot mit Emmentaler, ein FruFru (Saure Milch mit Erdbeermarmelade) und ein Mineralwasser. Nichts Besonderes aber mit viel Kindheitserinnerung verbunden.

Das FruFru wird in einem hohen Glas serviert, die Marmelade muss man noch selbst mit dem mitgelieferten langen Joghurtlöffel verrühren. Die leichte Säure der Milch und die Süße der Marmelade machen's aus - mir schmeckt es.
Das Käsebrot hingegen sieht ziemlich traurig aus. Auch wenn man sich zum Preis von 5,20 Eur, dazu entschieden hat mir eineinhalb Brote zu bringen, lindert das den Schmerz über die minimalistische Darbietung nicht wirklich - Brot mit Butter und Emmentaler und zur besseren Handhabung, in Fischerl geschnitten. Kein Paradeiser, kein Gurkerl, kein Garnichts - schade. Auch die Zutaten rechtfertigten den Preis nicht, weder handelte es sich um ein besonderes Brot - ich denke da an Öfferl, Gragger, Kasses oder Joseph - noch um einen besonderen Käse. 0815 Ware eben.
Ich versuche dem Ganzen aber etwas positives abzugewinnen. Das Wetter ist schön, die Vogerl zwitschern, die Kellnerin ist freundlich, meine Bestellung erinnert mich an die vielen Nachmittagsjausen bei der Wiener-Oma. Dass ich das diesmal selber zahlen muss verdränge ich.

Mein Resümee:
Das nächste Mal, Kaffee und, ich vergaß, eine der vielen Zeitungen, die dort aufliegen.
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2 Kommentare

Abgesehen vom grundsätzlichen Preis für ein belegtes Brot, liegt man mit 5,20 im guten Durchschnitt - gemessen am Bezirk und Ort. Im Cafè Engländer kostet ein Käsebrot 5,60, aber dort gibt es eben noch allerlei Beiwerk auf Brot. Aber richtig, nachdenken darf man über das Verhältnis von Materialkosten und Verkaufspreis nicht. Ist wie beim Tee, was rechtfertigt einen Teepreis von 4 Euro für ein Häferl?

3. Apr 2019, 15:35·Gefällt mir

Bist du Moped, 5,20 für ein Emmentaler Butterbrot ohne Herstellerangabe grenzt ja schon an Unverschämtheit. Soll ich das in ATS umrechnen? ;-)

3. Apr 2019, 11:02·Gefällt mir
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28. März 2019
1040 Wien
SpeisenAmbienteService
Da ist mir hbg338 mit seinem Bericht vom Buchecker & Sohn nun zuvor gekommen, aber das macht nichts. Ich fand es recht spannend, einen zeitnahen Eindruck eines anderen Gastes zu lesen und mit meine... MehrDa ist mir hbg338 mit seinem Bericht vom Buchecker & Sohn nun zuvor gekommen, aber das macht nichts. Ich fand es recht spannend, einen zeitnahen Eindruck eines anderen Gastes zu lesen und mit meinen Eindrücken "abzugleichen".

Ich hatte telefonisch reserviert und, da ich des öfteren im Vorgängerlokal in der Leibenfrostgasse war, nach einem Raucherplatz gefragt. Mir wurde mitgeteilt, dass das Lokal nun rauchfrei geführt wird. An der Eingangstüre selbst, stellt das bekannte Piktogramm aber noch beide Möglichkeiten zur Auswahl (dürfte noch vom Vorgänger stammen).

Die Lokaleindrücke, Ausstattung u.Ä. hat hbg338 detailliert beschrieben, nur dass ich den großen Raum zwar als hell, aber doch kahl empfand. Der seltsame Hochtisch mit Blumenschmuck in der Raummitte hat mich eher irritiert, weil er stilistisch so gar nicht dazupassen wollte - mein Geschmack ist es nicht. Auch war die "Betischung" in besagtem Raum seltsam. Die vielen 2er Plätze folgten keiner guten Raumaufteilung und so mussten die beiden Damen aus dem Service immer irgendwie um die Gäste und den Dekotisch herumtänzeln und machten meiner Beobachtung nach, zu viele Leermeter, was angesichts der Auslastung als Nachteil empfunden werden konnte. Ich wäre gern im vorderen Bereich, entweder im Schankraum oder in dem kleinen Raum links vom Eingang gesessen, das sah gemütlicher aus.

Nun zum Wichtigsten, dem Essen - alles davor gesagte ist verzeihlich.
Die Karte ist in beiderlei Hinsicht (inhaltlich und "haptisch") groß. Es gibt viel Gebackenes aber auch Speisen die ich noch nie außerhalb der eigenen Küche wo bekommen konnte. Meine Vorspeisenwahl fiel auf die Markscheiben mit getostetem Schwarzbrot, Knoblauch und Kren und im Hauptgang auf das in Senf und Kren marinierte gekochte und danach panierte Beinfleisch mit Sauce Tartar und Erdäpfel-Vogersalat. Der Spruch "Man kann alles panieren" trifft hier völlig zu.

Die Markscheiben kommen rasch und sind optisch keine Augenweide, aber das liegt einfach an der Konsistenz (braun-grauer Schwabbel) und lässt sich auch durch keinen Küchendekotrick verbessern. Macht aber gar nichts, schmecken muss es. Vier halbe Scheiben gebähtes Schwarzbrot, ein paar Knoblauchhälften zum Abreiben desselben und eine anständige Portion Kren lassen diese Vorspeise an Omas Küche zurückdenken. Dort gab es aber nie genug Mark für alle. Hier ist es fast zu viel, denn eine leichte Angelegenheit ist das bei Gott nicht.

Die Wartezeit bis zur Hauptspeise beträgt einen Tick zu lange und was auffällt, es kommen auch bei den anderen Gästen keine Speisen an - da dürfte die Küche wohl etwas "geschwommen sein". Mich wundert das, denn der Buchecker ist ein Profi und das andere Lokal war gefühlt auch nicht viel kleiner. Dazu kommt, dass die Kellnerinnen keine fixe Station haben, jede nimmt alle Gästewünsche auf und auch der Chef mischt im Service mit. Das führt dazu, dass ich ein weiteres Seidel bestellte und nicht bekam, weil die Weitergabe nicht funktionierte.

Die Überbrückung zu Hauptspeise ist gelungen und was ich orderte war auch für mich eine Prämiere, "Panierter Tafelspitz" quasi zwei Speisen in einer. Die Portionsgröße war, verglichen mit den Schnitzerln die ich an anderen Tischen sah, bescheiden. Die beiden Scheiben waren mit einer lockeren Panier umhüllt, die an der einen oder anderen Stelle aufgebrochen war, vermutlich weil das Fleisch doch etwas feuchter ist. Dazu eine anständige Portion Sauce Tartar und eine kleine Portion Salat.
Ich kann nur sagen, mir hat's geschmeckt - ein lustiges Kaugefühl, weil weich und knusprig zugleich. Das Hirn erwartet ein Schnitzel, bekommt aber gekochtes Rindfleisch. Und - mehr hätte es auch nicht sein dürfen, denn das ganze ist ein ziemlich mächtiges Gericht, das die Konsumation einer Böhmischen Abschlusspalatschinke in weite Ferne rücken ließ. Noch mehr Fett ging nicht. Ein Nachsatz zum Salat sei noch erlaubt. Mir war der Erdäpfelsalat eine Spur zu süß.

Mein Fazit also. Das Essen, super, weil es Speisen gibt, die ich nirgendwo auf einer Karte sah. Das Service an diesem Abend soso-lala. Preis Leistung aber sehr gut, die Hauptspeise lag bei knapp 15 Euro.

Ich hatte mich nach dem Verlassen des Lokals übrigens dazu entschlossen, die Hälfte des Heimwegs zu Fuß zu gehen und es hat mir sehr gut getan.
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2 Kommentare

Hier werd ich wohl erst hingehen, wenn die "JuhuuNeuesLokal-Karawane" weitergezogen ist.

28. Mär 2019, 12:15·Gefällt mir

es war das Beinfleisch - ich hatte es in meinem Beitrag oben auch als solches bezeichnet. Der "panierten Tafelspitz" war als Anspielung auf das Doppelgericht gedacht. Die online-Karte dürfte ziemlich vollständig sein, auch hatte unsere Kellnerin keine weiteren Gerichte außerhalb der Karte genannt.

28. Mär 2019, 11:21·Gefällt mir
 hat ein Lokal bewertet.
24. März 2019
1010 Wien
SpeisenAmbienteService
Das Kern Beisl gibt es schon seit Ewigkeiten und es ist seit Jahren immer gut besucht, besonders um die Mittagszeit geht kaum etwas ohne Reservierung. Das Lokal besteht aus einem Raum mit relativ... MehrDas Kern Beisl gibt es schon seit Ewigkeiten und es ist seit Jahren immer gut besucht, besonders um die Mittagszeit geht kaum etwas ohne Reservierung.
Das Lokal besteht aus einem Raum mit relativ eng gestellten Tischen und der Schank an der Stirnseite des Lokals. Die schönsten Plätze, die Nischen an einer der Wandseiten, sind schwer zu bekommen, sie dürften den Stammgästen vorbehalten sein.

Meine Wahl fällt auf das Menü, Kavalierspitz mit den beiden Klassikern, Apfelkren und Schnittlauchsauce und Bouillonerdäpfeln. Ich bekomme zuerst eine Rindsuppe mit Karotten und gelben Rüben, die ganz ordentlich schmeckt - für mich hätte sie heißer sein können und außerdem etwas mehr Salz vertragen, aber das ist eben das Wohl und Weh der Menüsuppe. Sie wird meist stiefmütterlich behandelt.
Kurz danach steht ein Teller mit zwei Scheiben gekochtem Rindfleisch, in etwas Rindsuppe und mit Karotten, vor mir. Die Bouillonerdäpfel, auf die ich schon gespannt war, entpuppten sich, etwas enttäuschend, als ganz normale gekochte Erdäpfel. Da wäre mir ein Erdäpfelschmarrn doch lieber gewesen.
Der Apfelkren, gut und frisch, die Schnittlaucsauce auch gut, cremige Konsistenz und anständig abgeschmeckt.
Die Portionsgröße war in Ordnung auch wenn noch eine Nachspeise Platz gehabt hätte.
Mein Kellner war ein Vollprofi vom alten Schlag, der alle Gäste, Einheimische wie Touristen, gleichermaßen gut versorgte.
Preislich liegt das Mittagsmenü im Kern Beisel, mit fast 17 Euro, eher im oberen Segment, aber dafür bekommt man auch gute Qualität.

Wer es also gerne wienerisch isst ist beim Kern gut aufgehoben.
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3 Kommentare

Ist schon a bissl teuer geworden ... .

13. Feb, 08:57·Gefällt mir

Hauptsache man ist (oder wird) Stammgast - auch das Weinabgebot ist sympathisch

13. Feb, 00:32·Gefällt mir

G9bt es wirklich seit Ewigkeiten: In den 60er Jahren in der Wallnerstraße. War in seinem Sektor konkurrenzlos - und billig.

25. Mär 2019, 19:59·Gefällt mir

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