Do, 15. Jän 2026

WrKFan

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Über mich

Fan der Wiener Küche, liebe besonders schöne Lokale, koche auch selbst

Lieblingslokale

Loibnerhof in der Wachau, Cafe Dommayer

Lieblingsspeisen

Wiener Küche allgemein, ansonsten alles was gut schmeckt. Es darf auch scharf sein.

Lieblingsdrinks

Wein allgemein, ein Ristretto, Campari Soda, aber auch ein simples Soda mit einem Hauch Zitrone

Liebstes Urlaubsziel

Österreich, Seen- und Bergwelt, Thermen

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10. Oktober 2025
Knödl-Alm, Pichl-Kainisch
SpeisenAmbienteService
Knödl-Alm – fast alles Knödel Ich verbrachte vor mehreren Jahren im schönen Ausseerland Urlaub und war regelrecht hingerissen von dieser Knödl-Alm in der Obhut der Familie Pohn. Neben dem klein... MehrKnödl-Alm – fast alles Knödel

Ich verbrachte vor mehreren Jahren im schönen Ausseerland Urlaub und war regelrecht hingerissen von dieser Knödl-Alm in der Obhut der Familie Pohn. Neben dem kleinen gastronomischen Betrieb als Almhütte werden von der Familie auch Apartments geführt, die wir in Anspruch genommen hatten. Die waren First-Class, bieten alles, was man wünscht..

Alm trifft‘s auf den Punkt, der Gartenbetrieb hat genau das Feeling. Man liegt auf ca. 900 m Seehöhe und hat eine herrliche Aussicht auf die umliegende Gebirgswelt. Die Hütte ist im Inneren wie sich‘s gehört, klein, aber fein und auch urig.

Kleiner Wermutstropfen: Hier ist alles rauchfrei, d.h. auch der Garten und es gilt noch "Bares ist Wahres." Bedient wurden wir heuer von der Almherrin, Frau Pohl, im Inneren ist auch der Almherr zugegen und schaut zu, dass alles läuft wie es soll.

Es haben beim Erstbesuch auch die Kinder mitgeholfen, weil wir dazu in der ersten Stube platziert worden sind, die sich mit zu uns auf den Tisch gesetzt haben, bzw. wir zu ihnen, da wir Hausgäste waren. So hat man das Gefühl man wird in deren Familie integriert.

Als Apartmentgast wird dir vorzugsweise ein solches Platzer fix reserviert, ansonsten funktioniert es wie heute allgemein üblich auch online. Bei der Reservierungszusage via E-Mail wird man mit "Holaredulie" anstelle von Herr/Frau So-und-So angesprochen, auch das gehört zur gelebten Urigkeit. Das Duwort ist hier üblich, wer’s will.

Knödel ist hier wohl Name und Programm in einem mit allen bekannten Füllungen. Als Beilage kann man Rot- oder Weißkraut haben. So wurde gleich der Knödelteller für zwei Personen mit allen Variationen bestellt und genüsslich verzehrt.

Beim einem Folgebesuch, ein zwei Jahre später dieselbe Erfolgsbilanz. Interessant ist die Preisgestaltung. Man kann jeden Knödel oder jede Beilage als Einzelposition ordern und stellt sich seinen Wunschteller selbst zusammen.

Der heurige Besuch war allerdings nicht mehr so der Renner, schade halt, der Teig war etwas zu fest, auch etwas zu dicklich und er kühlte dann noch etwas ab, was ihn noch fester werden ließ. Die Fülle war ok, sei es Grammel oder Fleischfaschiertes, aber insgesamt hielt sich die Begeisterung in Grenzen.

Auch beim Nachspeiserl, wieder Knöderl, ja was sonst? Nur eben dann die Süßen, für mich liebe ich Nougat mehr als mein irdisches Leben, aber auch da ging nicht so ganz das Strahlen im Gesicht über die Bühne. Der Nougat war zu wenig typisch und wieder der Teig, naja. Dann bleibe ich doch bei meinen Leben, vielleicht Tagespech?

Eines wird hier aber nicht so schnell Programm werden, das wäre der Kaffee. Den genießt man am besten woanders, z.B. beim Zauner oder macht sich seinen eigenen . ;)

Dafür beglückte man mich mit einer neue Erfahrung, einer Lammleberknödel-Suppe als Vorspeise. Der Fond war insgesamt nicht viel anders im Geschmack als eine übliche Rindsuppe, aber die Knödel machten den Unterschied, die waren ausgezeichnet.


Die Schnapsschule

Es gibt hier noch ein recht unübliches, aber originelles Getränkeangebot, die sog. Schnapsschule, klein mit 6 oder groß mit 10 verschiedenen Hochprozentigen und das Ziel ist es sie alle zu erkennen. Heuer war sie nicht dran, aber ich berichte von der ersten Bestellung anno dazumal. Nun, ich kam auf 4 von 10 Treffern.

Es gibt hier teils auch ungewöhnliche Sorten, die für mich auch Neuland waren, wie z.B. ein Lärchenschnaps, darum die wohl magere Ausbeute. Heuer verzichtete ich auf eine Folgeprüfung. Ich denke aber ich käme dann schon auf 7-8 korrekte Benennungen

Auf diese Weise lernte ich dafür den für mich besten Ansatz-Zirbenschnaps Österreichs kennen und bestelle nun jährlich von hier mein Jahreskontingent für @home.

Er hat eine rostbraune Farbe und ist im Unterschied zu viele anderen nicht zu süß, oder nachgesüßt, um es zu verschlimmbessern, sondern wie sich’s gehört verspürt man einen elegant sanft harzigen Ton der Kieferzapfen. Der Alkohol-Gehalt liegt bei 32%.

Die Ernte fiel heuer sehr mager aus, so gab es nur 0,35 Liter-Flaschen, aber mit demselben Preis wie ansonsten 0,5 Liter, tja so kann’s gehen, man sucht scheinbar so den Umsatzausgleich.

Nun, der Liebe zum Besten geschuldet wurde das akzeptiert und ich habe zwei Flaschen gleich ab Hof/Alm mitgenommen plus noch für mich neue Sorten. Man kann sie auch via E-Mail-Anfrage ordern, was für 2026 wieder dran ist.


Mein Resümee

Der heurige kulinarisch etwas gedämpfte Genuss lässt in mir die Frage hochkommen, ob ich weiter herkomme. Aber das denke ich lege ich heute nicht fest. Es gibt in der Gegend einfach viele sehr gute und ebenso schöne Lagen, die fantastische Ausblicke kombiniert mit gutem Essen bieten.

Nicht falsch verstehen, ich bin an sich nicht der Typ, der wegen einer einmaligen schlechteren Erfahrung das Handtuch wirft, aber insgesamt ist halt alles Knödel oder fast alles. D.h. das Programm nutzt sich auf diese Weise auch etwas ab.

Ich sende aber so einen herzlichen Gruß an die Familie Pohn und was das Zirberl betrifft, so bleibe ich Stammkunde.

Vergelt’s Gott und Holaredulie!
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16. Juli 2025
Joseph II, Wien 1130
SpeisenAmbienteService
Joseph II - Andi Wojtas neues Küchenreich Nachdem Fernsehkoch Andi Wojta in der ersten Jahreshälfte 2025 Hüften und Beine als Dancing Star geschwungen hatte, kehrt er nun wieder zurück zum Kochl... MehrJoseph II - Andi Wojtas neues Küchenreich

Nachdem Fernsehkoch Andi Wojta in der ersten Jahreshälfte 2025 Hüften und Beine als Dancing Star geschwungen hatte, kehrt er nun wieder zurück zum Kochlöffelschwingen in seiner neuen Arbeitsstätte im Restaurant Joseph II.

Seit Ende Mai 2025 hat er hierorts die Küche übernommen und versucht seinen Stil einzubringen. Er ist ja auch sonst kein Unbekannter, z.B. von vielen ORF-Kochshows gemeinsam mit Alex Frankhauser, und er war zuvor auch jahrelang tätig in der Kantine im Minoritenstüberl.

Dieses Stüberl war an sich sein Lebenswerk, das schon seine Mutter aufgebaut hatte, aber es wird das Gebäude nun generalsaniert und daher kann für die nächsten 3 Jahre dort kein Betrieb geführt werden.

Ob er danach wieder zurückkehrt, könnte sein, aber das wird sich erst zeigen. Da er auch seine eigenen Brötchen verdienen muss, so arbeitet er nun hier als Chefkoch. Man sieht ihn hier aber nicht mehr, er werkt für Gäste unsichtbar in seinem Küchenrefugium.


Lokal und Ambiente

Das Restaurant verschreibt sich einer gewissen Tradition, daher auch der Name und zieht eine Menge Touristen an, die das Schloss Schönbrunn besuchen. Ein geteilter Raum mit gediegener Inneneinrichtung und zwei Schanigärten bieten Platz für ausreichend Gäste.

Der innere Garten hat etwas den Nachteil, dass es bei kräftigem Sonnenschein schwül ist, dafür bietet er eine ruhige Hoflage. Vorne muss man sich an den Straßenverkehr gewöhnen. Den hinteren inneren Lokalteil halte ich sehr gut geeignet für größere Personengruppen in einem recht fürstlich anmutenden Ambiente.


Andis Küche - Bleibt die Legende?

Es wurde eine Karte erstellt mit einigen Spezialitäten, wie ich sie schon kenne und diese sind teils perfekt wie eh und je. Dazu gehören z.B. die Rindsroulade mit Püree zu einem genialen Zwiebelsafterl, das seinesgleichen sucht oder ein Kalbsrahmgulasch mit einem Paprikasafterl, bei dem mir schon das Wasser im Mund zusammenrinnt, wenn ich nur den Namen ausspreche.

So nebenbei, Röstzwiebel gibt es aber auch hier nicht, daraus könnte ich schließen, dass Herr Andi Wojta die noch nie machen wollte, warum sei dahingestellt.

Das Grammelknödel verfrachtete Andi auf die Vorspeisenkarte, und es gibt deren zwei kleinere, die Grammeln weiterhin herzhaft reinzubeißen. Es gab aber auch ein Hoppala. Das von mir bislang als bestes Beuschl von Bludenz bis Marchegg angepriesen war wässrig und recht geschmacklos, aber auch der Knödel dazu konnte nicht viel.

Ich vermute, dass es nicht Meister Andi zubereitet hatte, denn es gibt hier keinen Ruhetag, also muss sicher auch wer anders am Werk sein. So habe ich mir das halt erklärt.

An der Karte gibt es seit Eröffnung keine Bewegung, das muss ich schon anbringen, man findet auch keine saisonalen Gerichte, die doch mehr Leben in die Kulinarik bringen. Zumindest gibt es von Mo – Fr ein Tagesgericht solange der Vorrat reicht.

An dem orientiere ich mich nun für weitere Besuche. Wie gesagt, seine Spezialitäten sind obere Klasse, aber man will auch Abwechslung.

Die Suppen bleiben weiterhin schlicht, bei der RS gibt es nur als Beilage Frittaten, oder bei der Tagessuppe auch zwei Leberknöderl, der Fond ist für meine Begriffe recht dünn oder, wie beim letzten Besuch, halt wie üblich kraftverstärkt.

Bei den Suppen, so hat mir Andi mal erzählt, tut er sich nicht so viel an. Nun, für eine Kantine zum raschen Mittagsbesuch kann ich das nachvollziehen, aber für ein Restaurant? Das befinde ich als Manko.

Dafür habe ich einen neuen Bierfavoriten gefunden, ein Schwechater Wiener Lager, es glänzt nicht nur schön bernsteinfarben, es hat auch eine bestechende Hopfen- und Malznote. An einer Weinkarte wird womöglich noch gearbeitet, es stehen mehrere Bouteillen wie Muster im Lokal herum.


Eindruck und Zusammenfassung

Etwas schwingt bei mir klarerweise die Vergangenheit und vor alle die Gewohnheit durch, wenn ich an Andis Wiener Küche auf Traumlevel denke und meine, es werde hier alles 1:1 kopiert werden. Von der Vorstellung muss man sich lösen, wie auch von dem kleinen Plauscherl mit seiner Person beim Zubereiten auf der Theke vor dem Gast.

Hier ist es wie in jedem anderen guten Restaurant. Es gibt den Service, sprich Kellner, die das erledigen. Will man an den Speisen etwas anbringen, z.B. mag ich nicht den etwas zu stark gepfefferten Erdäpfelsalat, dann geht das nur über den Service. Aber so weiß ich wenigstens, dass an dem Tag Meister Andi in der Küche werkt. 😉

Was das Preisniveau anbelangt, wurde schon recht kräftig an mir die Daumenschraube angelegt. 31,90€ für die Roulade verpasste meinem Gesichtsausdruck etwas Augenrollen. Ich dachte, ok, dann wird die Portion größer werden, aber schmecks, diese blieb dafür wieder gleich.

Ein Kalbswiener um 26,90€, und das ohne (!) Beilage, nun gut daran habe ich mich schon gewöhnt. Es herrschen hier also keine Kantinenverhältnisse. So muss ich das Joseph II als mittel- bis hochpreisig einstufen.


Summa summarum halte ich das Joseph II für eine gehobene Gaststätte und bin unter neuer Patronanz doch zufrieden. Vorwiegend werde ich mich den Tagesgerichten zu Mittag widmen.

Allgemein sehe ich bei der Küchenleistung doch Potential nach oben, denn wie bei mir als Gast, so meine ich gilt das auch für Wirt samt Koch, dass hier kein Kantinenbetrieb ist.

LG vom WrK-Fan
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WrKFan

Wer ist "Er"? Andi Wojta ist nur für den Küchenbetrieb verantwortlich. Alles andere obliegt ihm nicht, ich vermute daher auch nicht die Preisgestaltung. Das kann ich noch eruieren.

17. Jul 2025, 04:58
Meidlinger12

Das geht halt nur in einer Touristenlocation gut. Er hat sich halt angepasst. Im Minoritenstüberl hätte er sich das nicht getraut.

16. Jul 2025, 10:35
ChristianD3

Deine zahlreichen kritischen Bemerkungen bzgl Kulinarik und auch ob der Preispolitik werden mich dort ziemlich sicher nicht als Gast hinführen. 7€ für eine schwachbrüstige Suppe, wässriges Beuschl und eine nicht gerade umfangreiche Karte - da gibts für mich andere bevorzugtere Locations. Werde das Minoritenstüberl mit „Meister Andi“ so im Gedanken behalten wie es eben war… Joseph II ist halt anders.

16. Jul 2025, 10:28
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14. April 2025
Schwertführer 47, Sooss
SpeisenAmbienteService
Schwertführer 47 – Mein Rotweinlieferant Über den anderen gleichnamigen Betrieb auf Nr. 35 der Hauptstraße wurde von InaHummel rezensiert, ich ergänze gerne mit dem Schwertführer auf Nr. 47. So... MehrSchwertführer 47 – Mein Rotweinlieferant

Über den anderen gleichnamigen Betrieb auf Nr. 35 der Hauptstraße wurde von InaHummel rezensiert, ich ergänze gerne mit dem Schwertführer auf Nr. 47. Soweit ich weiß, ist dies der Betrieb der Schwertführer-Töchter, deren soll es ganze drei geben.

Seit Jahren frequentiere ich diesen Heurigen, im Schnitt zweimal jährlich, seitdem er mein Herz für den guten Rotwein gewonnen hatte. Dann ist man, wie man so sagt, geliefert. Klarerweise werden auch Weißweine hergestellt, aber in der Hinsicht bin ich in Wien bestens versorgt. Für den Roten füllt er meine Lücke.

Ein bekanntes Sprichwort sagt: „Andere Väter haben auch schöne Töchter“ was sich hier bitte aber auf den Rotwein beziehen soll (😉), doch als eine treue Seele bleibe ich gerne denen weiter verpflichtet, die mich auch jahrelang nicht enttäuscht haben.

Ich bevorzuge Schwertführers sog. Top-Edition, die sind für mich die besten, und klarerweise schlägt sich das auch auf den Preis nieder, das wäre ein Gladiator, der noch sanfteste in der Reihe, gefolgt vom Top-Merlot, danach der Cabernet-Sauvignon und zuletzt das Prunkstück, genannt Privat-Cuvée.

Aufsteigend werden sie kräftiger, die Barrique- Note wird zusehends stärker spürbar, und auch im Abgang tut sich dann immer länger etwas. Wichtig ist auch, dass sie Luft bekommen, also man muss sie langsam genießen, aber ich denke, darin sage ich dem Rotwein-Connaisseur nichts Neues.

Preislich sind die ersten drei heuer um 13€ im Ab-Hof Verkauf erwerbbar, die Privat-Cuvee um 19,90€. Im Online-Handel verlangt man um 1€ mehr, vermutlich um die Versandspesen abzudecken. Ich kaufe aber bislang vor Ort.

Im Verhältnis zu anderen Spitzen-Rotweinen (aus meiner Sicht) sind das für mich völlig vertretbare Preise, denn eines tue ich nicht. Ich zahle nicht Unsummen um ein Vielfaches mehr nur für ein Äutzerl Genuss mehr, oder sagen wir so, das erlaubt meine Geldbörse schlicht nicht. 😉


Sehr gute Heurigenkulinarik

Am Freitag und Samstag ist neben dem Verkauf auch ein regulärer Heurigenbetrieb. Der Innenbereich ist recht modern und gediegen gestaltet, im Hof sitze ich aber lieber, da er auch schön bepflanzt ist. Dann trinkt es sich gleich noch besser.

Über die Heurigenkulinarik werde ich nicht allzu viele Worte verlieren, sie ist dem gewohnten Standard angepasst. Es gibt neben einem reichlich ausgestatteten kalten Buffet auch mehrere warme Speisen.

Hast du das Glück, dass der Kümmelbraten, wie bei meinem letzten Besuch der Fall, gerade fertiggeworden ist, dann kracht die Schwarte herzhaft und ist für mich wie ein Muss. Tadellos auch ein klassischer Erdäpfelsalat dazu, der lässt sozusagen auch nichts anbrennen.

Meine Begleiter nahmen vorlieb mit einer tadellos gebackenen Hühnerleber, andere mehrere Aufstriche, dazu ein Vintschgerl, dessen noch warme Ofenfrische das Herz betören kann. Einfach Klasse, was wir in Österreich so haben. Da lässt es sich schon leben.

Das einzige was ich nicht gerne tue ist das Anstellen beim Buffet, aber das ist nun mal bei diesen Heurigen Usus. Es herrscht immer noch Barzahlung, während man im Wein-Verkauf gegenüber mittlerweile die sog. Bankomatkasse eingeführt hatte. Die Preise sing sehr moderat, wie das bei den Heurigen in dieser Gegend auch noch üblich ist.

Eines erwähne ich noch. Man kann die einzelnen Sorten auch gratis verkosten, und so bin ich auch auf meine Auswahl gekommen, allerdings nicht während des Heurigenbetriebes, denn dann hat der Service dafür nicht die Zeit dazu.

So verlasse ich gut verköstigt und mit mehreren Kartons guten Rotweins im Schlepptau die Marktgemeinde Sooß und wenn ich nicht gestorben oder verschollen bin, so komme ich in absehbarer Zeit wieder um neu aufzutanken.

LG vom WrK-Fan
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Meidlinger12

Danke, super Bericht. In Sooß sind wir leider selten zu Gast. Wir bleiben meist in Großau und Gainfarn hängen.

14. Apr 2025, 11:20
WrKFan hat ein Lokal bewertet
13. Februar 2025
Lichtenstöger, Wien 1230
SpeisenAmbienteService
Gasthaus Lichtenstöger – Kleinod in Liesing Irgendwo im Niemandsland im Süden Wiens, für mich im Flachgau Atzgersdorf recht versteckt, liegt ein nettes Kleinod, das den Bezirk Liesing kulinarisc... MehrGasthaus Lichtenstöger – Kleinod in Liesing

Irgendwo im Niemandsland im Süden Wiens, für mich im Flachgau Atzgersdorf recht versteckt, liegt ein nettes Kleinod, das den Bezirk Liesing kulinarisch schmückt. Lange schon wieder in Vergessenheit geraten wurde es auf Empfehlung wiederentdeckt.

Eine hier vorgenommene Rezension meines geschätzten Forenfreundes ChristianD3 aus dem Jahre 2023 war nicht sonderlich erbaulich, aber einige meiner Kollegen wohnen in der Nähe und schlugen es für unser nächstes Treffen vor. Dem kann man sich dann nicht entziehen.

Man betritt eine L-förmige Schankstube im älteren Stil eines typischen Ecklokals, dahinter ein modernerer schlicht eingerichteter Teil, der sog. Wintergarten. Von dem geht es weiter in den Hofgarten. Dieser ist im Sommer wohl frequentiert, jetzt im Winter dient er lediglich der Raucherfraktion.

Einer meiner Kollegen, mit von der Partie, hat sich der Bierbraukunst verschrieben und es mittlerweile geschafft sein „Rodauner Stritzi“ hier an den Mann zu bringen. Mittlerweile beliefert er den Wirt schon wöchentlich. Für mehrere meiner Kollegen war es der flüssige Nahrungsergänzungsstoff dieses Abends.

Das sehr dunkelfarbene Edelbier besticht mit durchwegs angenehmer und intensiver Malz- und Hopfennote, ansonsten regiert hier Ottakringer. Ich begnügte mich mit der besten Rotweinsorte auf Empfehlung. So war meine Order und dabei blieb ich auch.


Umfassende kulinarische Zufriedenheit

Als Vorspeisen gelangten einige Rindsuppen zum Tisch, für mich die klassische LKS, tadellos der Knödel, die Lebernote angenehm, Suppenfond der übliche Mix aus doch spürbarer Rinderbasis mit sanfter Verstärkung, reichlich Fettaugerln samt etwas Fettgehalt, der aber nicht aufdringlich. Für ein Gasthaus eine zufriedenstellende Performance.

Weiters mehrere Erdäpfelsuppen, sanfte Obersnote, recht pikant verstärkt durch Speckstückchen, geschmacksintensiv auch die Steinpilzeinlagen. Das erfuhr ich aber vom Hörensagen meiner Begleiter, die sich begeistert zeigten.

Noch ein Beef Tartar, recht simpel präsentiert, aber dennoch tadellos die Würzung und schon noch sichtbar die Fleischstruktur, ich durfte davon kosten, nun jedenfalls mein Gaumen konnte sich einer Belobigung nicht entziehen.

Sehr zufrieden waren wir allesamt auch von den Hauptgängen, wobei ich mit einer Rarität auf der Schmankerlkarte fündig geworden bin, der ich mich nicht entziehen konnte.

Wadschinken geschmort auf Erdäpfelpüree und überaus brauchbarer Jus, obendrauf dünnst geschnittenes Julienne Gemüse, sah fast wie Röstzwiebel aus, da sanft angeröstet. Ich kann nur sagen, insgesamt köstlich.

Rundum verteilten sich Backhendlsalat in knuspriger Kürbispanier, edel, edel, drei ZRB, von dem ich mir eine Kostprobe Röstzwiebel stibitze, wow, wieder mal welche, die auch knusprig waren, sonst noch ein Cordon-Bleu, einmal Gebackene Schweinsmedaillons, mein Vis-a-Vis Krautfleckerl, die mir im Farbton etwas zu hell erschienen sind, und ein etwas exotisch angerichteter Zander mit Sußkartoffelpüree und Rotweinjus.

Mein Gesichtsausdruck war wie so oft, wenn’s passt ein Dauersmiley, ich habe in der Tat Bissen für Bissen genossen, während die anderen schon fertig waren, das der anderen zufrieden, wenn auch nicht immer sichtbar, wofür klarerweise das Wirtshaus nichts kann, aber rundum herrschte eine wahrnehmbar gesamte Zufriedenheit.

Weniger begeisterte der Kaffee, von denen man zwei Sorten führt, gestern war Schärf in der Maschine, najo, mit dem habe ich so meine Krämpfe, strikt ristretto geht er noch, ansonsten das übliche G’schloder und seiner typischen Bläschenbildung. Doch zum Ausgleich sorgte eine hauseigene Nuss, die versöhnlich stimmen konnte. Na geht doch. 😉


Meine Eindrücke als Wr. Küche Fan

Über die Führung kann ich nicht viel sagen, den Koch von früher kenne ich persönlich, aber der ist schon lange nicht mehr anwesend, zum Glück gibt es ja auch noch andere sehr gute bis ausgezeichnete Köche.

Nicht zu übersehen war die hohe Besucherfrequenz bis zum Schluss, darunter denke ich befanden sich eine Menge Stammgäste. Damit erhält das Lokal die Stimmung, die man für diese Art Atmosphäre benötigt.

Das Preisniveau ist sensationell niedrig, RS 4€ und meine HS mit 20€ lassen aufhorchen, das teuerste Gericht 22€ z.B. der ZRB und andere. Zu Mittag wie Usus für ein Wirtshaus Menü samt Suppe um 11€. Ich kenne nichts günstigeres, berücksichtigt man auch die entsprechende Qualität.

Insgesamt brachte ich es zu zweit samt Maut auf 75€, das ist durchaus freundlich für die doch schon altersbelastete Geldbörse. Ein kleines Wehwehchen sind die Küchenzeiten, die hier schon um 20 Uhr enden.

Der Service war wie es sich gehört, ich denke, der eine war der Chef und eine weitere weibliche Kraft stand als Verstärkung zu Verfügung. Keine besonderen Vorkommnisse, eher unauffällig, was ich aber positiv betrachte, man hatte quasi alles im Griff.

Aufgrund des gestrigen Besuchs kann ich für meinen Freund und Kollegen Entwarnung geben und das Lokal für einen weiteren Besuch wieder freigeben. Man sollte bedenken, wie verwaist der 23. Bezirk bzgl. der Wr. Küche ist, da sollte man einem der letzten traditionellen Gasthäuser nicht zu schnell den Rücken kehren.

Ich jedenfalls liste ihn gerne weiter in meinem Guide als Favorit für den 23. Bezirk Liesing, und wenn’s mich wieder in diese Tribs-Trü Gegend verschlägt, dann finde ich hier sicher auch wieder her.

Euer WrK-Fan, wieder ganz im Element
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