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Mo, 11. Dezember 2023
In der Umgebung

Brasserie & Bakery

(3)
Führichgasse 10, 1010 Wien
The Guest House
Küche: Österreichische Küche, Internationale Küche
Lokaltyp: Lounge, Bar
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Kokos-Milchreis mit Mango - Brasserie & Bakery - WienFruchtsalat und Yoghurt mit Nüssen, gehört zum Burggarten-Frühstück dazu - Brasserie & Bakery - WienBrasserie & Bakery - Wien
Brasserie & Bakery - WienEgg Florentine (Spinat, "knuspriger" Toast, Pignoli, Käse-Hollandaise, ... - Brasserie & Bakery - WienAustern mit Gurkengelee und sog. Austernbrot - Brasserie & Bakery - Wien43 Fotos

Gesamtwertung

37
3 Bewertungen
Speisen
44
Ambiente
32
Service
35

Bewertungen

Menue1
am 2. Februar 2020
SpeisenAmbienteService
Frühstück im Guesthouse - da wollte ich immer schon einmal hin. Wir sind zu dritt und hatten auch ein paar Tage vorher reserviert. Zu seinem Platz darf man nicht alleine gehen ("please wait to be seated"), das mag ich nicht so gerne, aber da will ich nicht gleich zu negativ rüberkommen. Wir w...Mehr anzeigenFrühstück im Guesthouse - da wollte ich immer schon einmal hin. Wir sind zu dritt und hatten auch ein paar Tage vorher reserviert.
Zu seinem Platz darf man nicht alleine gehen ("please wait to be seated"), das mag ich nicht so gerne, aber da will ich nicht gleich zu negativ rüberkommen.

Wir werden also zu unserem Tisch gebracht und machen es uns gemütlich - kurze Zeit später werden uns die Karten ausgehändigt und nun beginnt die Qual der Wahl - Frühstück aus Einzelkomponenten oder doch lieber ein Frühstückspaket (z.B. Frühstück Simpel, Albertina, etc.). Zuerst aber ein Glaserl Crémant - Prost.

Ich entscheide mich für ein Albertina Frühstück, da ist neben Schinken und Käse auch ein Ei im Glas - meine bevorzugte Darreichungsform - inkludiert. Dazukommt ein zweites Albertina Frühstück und einmal Egg Benedict. Dazu einmal gebratener Speck extra. Ich nehme Tee mit Milch und später noch einen Espresso. Das Gebäck kommt in einem hübschen Korb und wird, mangels Platz auf einem Sektkübelbeisteller platziert. Die Teller sind gut befüllt und der Tisch wird bald uns zu klein.

Das Ei ist perfekt - das Eiweiß nicht mehr schlatzig und der Dotter schön dickflüssig, leider wurde es mit Schnittlauch garniert, das mag ich wiederum nicht. Beim Ei im Glas bin ich puristisch - etwas Salz und sonst nix. Natürlich habe ich es nicht reklamiert, da käme ich mir auch blöd vor. Aber ich verstehe auch nicht warum immer alles kräutermäßig verziert werden muss.

Schinken und Kräutertopfen werden von mir kunstvoll zu einer kleinen Schinkenrolle verwandelt, sehr gut. Bei der Käsevariation sollte das Guesthouse allerdings in sich gehen. Das waren wir uns in unserem Urteil einig - unspektakuläre Supermarktware. Bei einem Preis von 19,00 Euro müsste schon etwas Besseres serviert werden.

Das Egg Benedict mit Extraspeck ist ein Volltreffer - ein ebenfalls perfekt pochiertes Ei mit einem anständigen Schöpfer cremig-dicker und glänzender Hollandaise. Da bleibt kein Auge trocken. Das eine Auge weint, weil's so gut schmeckt, das andere weil der Kalorinzähler, ähnlich einem Hau-den-Lukas, oben an der Klingel anschlägt.

Das Service war durchwachsen, weitere Getränke konnten nur durch aktives Herbeiwinken bestellt werden, leere Teller wurden auch nicht abserviert. Zugegeben, es war sehr viel los, aber es war auch viel Personal unterwegs.

Ich attestiere also: das Frühstück bewegt sich in jeder Hinsicht auf hohem Niveau mit etwas Luft nach oben bei Käse und Service.
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Alphawoelfin
Experte
am 19. Juni 2019
SpeisenAmbienteService
Ich finde es sehr interessant, dass man bei manchen Lokalen das Gefühl hat, die Rete-"Mitarbeiter" würden in verschiedenen Lokalen gewesen sein. So ist es mir nicht möglich, für die Bakery 5 für Essen und 5 für Service zu vergeben. Telefonisch einige Tage zuvor für "Brunchen" am Sonntag reser...Mehr anzeigenIch finde es sehr interessant, dass man bei manchen Lokalen das Gefühl hat, die Rete-"Mitarbeiter" würden in verschiedenen Lokalen gewesen sein.
So ist es mir nicht möglich, für die Bakery 5 für Essen und 5 für Service zu vergeben.

Telefonisch einige Tage zuvor für "Brunchen" am Sonntag reserviert.Sehr freundliche Dame, die mir, wenngleich für den Gastgarten keine Reservierungen entgegengenommen werden, zusichert, dass es sicherlich klappen wird mit dem Tisch im Gastgarten (weil sie es dazuvermerkt..).

Sonntagmittag, Hitze, der Gastgarten bis auf einen Tisch - ja, es ist unserer! - besetzt.
Die Tische sind sehr eng gestellt und auch klein, sodass es im Verlauf des Frühstücks ständig zu Platznot kommt.

An sich sässe man sehr schön, mit Blick auf eine kleine Grünanlage, auf die Albertina und auch ein Fiaker-Stellplatz liegt gegenüber.
Allerdings ist der Durchzugsverkehr an per pedes, aber auch per Auto unterwegs seienden Erste-Bezirk-Besucher hoch, sodass sich Entspannung nicht einstellen will.

Eine bedingt freundliche Service-Kraft aus dem Nachbarland bringt uns zum Tisch und übereicht die grossen Speisekarten (folierte, zweiseitig beschriebene Blätter).
Fotos der Frühstückskarte habe ich angefügt.
Es gibt Einiges, auch wäre die "normale " Speisekarte durchaus interessant. Uns steht der Sinn nach Frühstück.

Erst einmal 2 Gläser Cremant . Geht schnell, schmeckt sehr gut. Woher er kam, weiss ich leider nicht. € 7,50 pro Glas.

3 Stück Austern, einmal mit Austernbrot und einmal mit zusätzlich Gurken-Gelee. € 12,--
Ich kenne diese Variante nicht, aber es schmeckt wirklich sehr gut: Irgendwie erfrischend und gar köstlich.
Die Austern sind klein, eine Nummer 3 oder 4. Sie sind frisch, leicht salzig.
Das sog. Austernbrot ist Pumpernickel, klein geschnitten, gefüllt mit wenig Butter.

Danach gibt es für den lieben Begleiter das Burggartenfrühstück, € 20,--
Dabei sind 3 hausgemachte Aufstriche: Kernöl schmeckt gut, nicht umwerfend, der Kräutertopfen ist total fad, nicht gewürzt, der Tomatenaufstrich ebenfalls äusserst unauffällig.
Der kleine Obstsalat ist frisch und gut, das kleine Yoghurt in Ordnung.

Ein ordentliches Brotkörberl wird gebracht und nach Urgenz auch der Kaffee, der eigentlich dabei sein soll.

Und urgieren müssen wir unentwegt. Es sind mindestens 4 weibliche Kellnerinnen im Einsatz, davon aber mindestens zwei erst im Praktikum o.Ä.
Es gibt keine Salz-oder Pfefferstreuer. Als wir sowohl Pfeffermühle, als auch Salz möchten, beginnt die Suche des jungen Mädchens.
Aber bald, nach einigen Minuten, findet sie das Gewünschte auch..

Die benutzten, schmutzigen Teller werden nur abgeräumt, wenn wir darum bitten.

Die jungen Mädchen kennen die Karte nicht, sodass sich eben ergibt, dass wir erklären müssen, dass doch Kaffee beim Frühstück dabei sein sollte.

Zwischendurch serviert eine ältere Dame, offenbar so etwas wie die "Supervisorin" Kaffee oder 2 weitere Gläser Cremant.
Sie scheint notfallmässig einzuspringen.
Das Burggarten-Frühstück weitreichender zu beschreiben, ist nicht nötig, weil die meisten Produkte (Marmelade, Käse, Butter) ja von auswärts zugekauft werden.


Es ist gut, aber eher unauffällig und die Frage ist, ob es den Preis wert ist.

Für mich gibt es kein Ei Benedict, sonder Ei Florentine, also die Spinat-Variante anstatt des Schinkens.

Ich erwarte mir aufgrund der Beschreibung auf der Karte viel.
Gekommen ist ein großer "Haufen", der irgendwie gar nicht mal so appetitlich aussieht.
Ein riesiges, gelbes Gebilde.

Es schmeckt mir nicht, weil zuviel Hollandaise drauf ist. Der Toast, angeblich wird er knusprig serviert, ist ein zähes, letschertes Ding und schmeckt alt.
Spinat gut, unauffällig, einige Pignoli darunter, wenig Würzung.
Das wachsweiche Ei ist in Ordnung.

Naja. Vielleicht ist das Egg Florentine verunglückt, ich kann mir nicht vorstellen, dass es immer so aussieht.

Dazwischen gibt es jetzt ein Glas Riesling von Hagn, € 4,90 . Das ist nicht zu knapp kalkuliert ;-)) Dafür wird schlecht eingeschenkt, beinahe unter dem Eichstrich. Und das Glas stinkt nach dem Geschirrspüler oder nach einem "Waschel".

So. Ich bin jetzt noch unbefriedigt und brauche Süsses.

Der Kokos-Milchreis, für den ich mich entscheide, reisst aber alles wieder raus. € 6.50
Er ist so köstlich, so fein, so cremig, so gut gemacht: 5!!!!

Nach 90 Minuten sind wir fertig, zahlen mit Trinkgeld € 104,-- und gehen mit einem nicht so zufriedenen Eindruck.
Ja, Einiges hat gut schmeckt, das Ei war nicht gut, die Preise sind meines Erachtens ein bisschen überhöht, aber wirklich enttäuscht waren wir von der Qualität des Services und der Betreuung durch die vielen Damen.

Keine Einzige kam zwischendurch, um nach Wünschen o.Ä. zu fragen und wie gesagt, das Geschirr wird erst abgeräumt, wenn neue Speisen aufgetragen werden und auch da mussten wir darum bitten. Und die oben erwähnten Salz- und Pfefferstreuer werden uns weggenommen, zum Nachbarn getragen, obwohl wir noch nicht fertig sind.

Wir haben uns entschlossen, nächstens einmal einen der neuen BBQ-Brunches in den 5-Stern-Hotels auszuprobieren. Das wird möglicherweise doch netter sein.
Kokos-Milchreis mit Mango - Brasserie & Bakery - WienFruchtsalat und Yoghurt mit Nüssen, gehört zum Burggarten-Frühstück dazu - Brasserie & Bakery - WienBrasserie & Bakery - Wien
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Stammersdorfer
Experte
am 20. Jänner 2019
SpeisenAmbienteService
Frühstück von 06:30 bis 23:00 wird (uns) auf der HP versprochen, also nichts wie hin am Samstag den 19.1.19 ins THE GUEST HOUSE Vienna, Brasserie & Bakery. Das Lokal im ersten Bezirk, in der Führichgasse 10, in Sichtweite zur Albertina. Wir haben einige Tage zuvor telefonisch für 13:30 reservi...Mehr anzeigenFrühstück von 06:30 bis 23:00 wird (uns) auf der HP versprochen, also nichts wie hin am Samstag den 19.1.19 ins THE GUEST HOUSE Vienna, Brasserie & Bakery. Das Lokal im ersten Bezirk, in der Führichgasse 10, in Sichtweite zur Albertina.

Wir haben einige Tage zuvor telefonisch für 13:30 reserviert und sind mit der 1er Bim bis zur Oper gefahren. 71er und D Wagen geht auch, vom Schottentor kommend. Von da sind es nur mehr wenige hundert Meter zu Fuß.
Ohne Reservierung ist es schwierig einen Tisch zu bekommen, hier herrscht ziemlicher Trubel und es gilt „Bitte warten sie hier, wir führen sie gerne zu ihrem Tisch“

Es handelt sich um ein helles, freundliches Lokal, mit vielen großen Spiegeln und Fenstern. Die Tische ausreichend groß, mit Steinplatte, die Sitzgelegenheiten gemütlich. Hier dominiert die Farbe braun in verschiedenen Schattierungen. Sehr markant auch die Bar / Schank, wenn man rein kommt rechts. Alles in allem sauber, gepflegt und recht gemütlich. Ganz überzeugt hat mich das Ambiente aber nicht, weil es irgendwie einen etwas abgewohnten Eindruck macht. Unwohl fühlt man sich aber nicht.

Personals gibt’s ausreichend. Ein Wichtigerer, ist für die Tischvergabe zuständig, er hilft aber auch mit, wenn irgendwo was herumsteht, oder was aufzunehmen ist und er kümmert sich sehr darum, dass meine Freunde die Glücksritter ihren Tisch bekommen.
Dann gibt es zwei junge männliche Mitarbeiter, die bringen und räumen ab, sowie zwei sympathische, ebenfalls junge Kellnerinnen. Jene aus dem Lieblingsnachbarland, die für uns zuständig war, machte einen Top Job. Freundlich, flott, aufmerksam, nachfragend, kann small talken und auch lächeln. Auch untereinander wird nett miteinander umgegangen. So geht Service!

Der Beginn des Frühstück Mittag- Abendessen machten zwei Glas Grüner Veltliner Sekt (€ 6,50) vom Hagn aus Mailberg / Weinviertel. Ein Winzer den wir sehr schätzen und das „Gesöff“ ist ganz was Feines.
Die gesamt 4 Espresso (€ 2,80) im Verhältnis 3 zu 1 für mich, waren richtig gut. Ich bemühe wieder einmal meine Lieblingsfloskeln, sehr stark, schwarz wie die Nacht, nicht bitter und schöne Creme. Er kommt von Naber (ja den gibt’s immer noch) und ist angeblich eine Spezialröstung für das Haus.
Darüber hinaus hatten wir noch frisch gepressten Orangenssaft und es wurde auch gleich zu Beginn und unaufgefordert Wiener Hochquelle gebracht. Für die zahlt man auch hier nix.

Die Kulinarik für die Liebste war getrüffeltes Rührei (€ 9,50) auch als Eierspeis bekannt :-)) sowie ein Schnittlauchbrot (€ 3,50) von ordentlicher Größe. Sie war begeistert, einzig das Brot war nicht mehr ganz so frisch, wie sie sich das gewünscht hätte. Das war aber auch schon der einzige ganz kleine Kritikpunkt und jammern auf hohem Niveau.

Ich entschied mich für das Guesthouse Frühstück (€ 21) wobei hier ein Espresso und ein Glas Orangensaft inkludiert sind. Es bestand aus einer Eierspeis mit gebratenen Pilzen, Spinat und getrockneten Paradeisern. Da fällt mir nur saugeil und einfach nur herrlich dazu ein. Weiters auf einem separaten weißen länglichen Teller war köstlicher Räucherlachs mit Zitronen-Creme Fraiche, großartiger Bein- und Rohschinken, vier verschiedene sehr gute Käse, sowie etwas Butter und eine säuerliche Marmelade. Da wissen wir nicht was das für eine war.
Dazu kam das Körberl mit sehr frischem Gebäck, 5 an der Zahl, wie Salzstangerl, Semmel, Mohnweckerl etc. Das kommt von der Holzofenbäckerei Gragger, zu Hause in der Spiegelgasse 23, in 1010 Wien. Wir waren von den Backwaren schlicht begeistert und nicht nur wegen den, auch alles andere war zu meiner vollsten Zufriedenheit. Was positiv auffiel, die 4 Gebäck die wir hatten, wurden nicht extra verrechnet, wie auch die extra bestellte Butter.

Die Moral von der Geschicht, ausgezeichnet gegessen, in ordentlichem Ambiente und dazu perfektes Service. Die Rechnung haben wir mit Plastikgeld gezahlt. Zum GUEST HOUSE gehört auch ein Hotel und es ist 365 Tage im Jahr offen. Na servas….. :-)

Ein Artikel in der Freizeit, der Samstag Beilage des Kurier, hat uns vor geraumer Zeit auf das Lokal aufmerksam gemacht. Die Liebste Gattin meinte, das schauen wir uns an. Wer kann da schon widersprechen. :-)

Ups, jetzt hätte ich doch beinahe die beiden Glas Sekt zum Abschluss vergessen. A ja und kein Lokal wo man jeden Tag frühstücken hingeht.....
Guesthouse Frühstück..... - Brasserie & Bakery - Wien…..vom Guesthouse Frühstück die Eierspeis mit gebratenen Schwammerln, Spinat ... - Brasserie & Bakery - Wiengetrüffelte Eierspeis, mit Schnittlauchbrot - Brasserie & Bakery - Wien
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Gastronaut
Experte
am 20. Februar 2014
SpeisenAmbienteService
Küchenchef Stefan Grassl fährt hier eine Doppelstrategie. Zum einen setzt er hier ganz klar auf die in Wien kaum bekannte Möglichkeit bis spät in die Nacht zu frühstücken. Eier, Waffeln, Speck, selbstgebackenes Brot und vieles mehr! Klingt paradox, aber sie würden sich wundern, wie viele Leute ab...Mehr anzeigenKüchenchef Stefan Grassl fährt hier eine Doppelstrategie. Zum einen setzt er hier ganz klar auf die in Wien kaum bekannte Möglichkeit bis spät in die Nacht zu frühstücken. Eier, Waffeln, Speck, selbstgebackenes Brot und vieles mehr! Klingt paradox, aber sie würden sich wundern, wie viele Leute abends Lust auf "Eggs Benedict" bekommen, wobei man noch betonen muss, dass es im ganzen Land kaum Locations gibt, die es hinbekommen, Eier richtig zu pochieren. Hier dürfte das aber der Fall sein, zumindest spricht die Menge der hier pochierten Eier eine klare Sprache. Da ich selbst aber kein ausgesprochener Frühstücker bin, probierte ich die ganztagstauglichen Teile der Karte.

Während meine vegetarische Begleitung den Guesthouse-Salat mit Bummerlsalat (=Eisbergsalat), Rote Rübencreme, Belper Knolle (=schweizer Trüffelkäse) und Brotchips bis auf letztere recht spannend fand, fehlte in meinem Vulcanoschwein-Salat komplett die Säure. Zwar waren der steirische Rohschinken und das Kürbisconfit beide von bester Qualität, aber etwas mehr einfacher Balsamico hätte dem Gericht weitaus mehr Leben eingehaucht!

Als nächstes hatten wir beide eine Schwarzwurzelcremesuppe. Im vegetarischen Fall mit gebackenem Gemüse, in meinem Fall mit etwas geräuchertem Karpfen. Die Suppe selber war wirklich gelungen und die Schwarzwurzelstücke darin auch noch herrlich knackig. Nur weder das gebackene Gemüse, noch der Karpfen hätten sein müssen. Letzterer hatte nicht nur auffällig viele Gräten, sondern überdeckte geschmacklich die Suppe viel zu sehr.

Bei der Hauptspeise gingen wir sehr unterschiedliche Wege. Nachdem uns der Küchenchef von seiner vegetarischen Freundin und seinem sehr kreativen und ständig wechselndem Zugang zu fleischlosen Gerichten erzählt hatte, musste meine Begleitung unbedingt die sehr exotisch klingende geschmorte Sellerie mit Topinambur und Haselnuss kosten. Nachdem hier gleichzeitig auch auf die Regionalität von Speisen und Zutaten großer Wert gelegt wird, stand für mich nun das Wiener Schnitzel von Kalb auf der Liste. Eine Speise, bei der man übrigens in der Regel mehr falsch als richtig machen kann. In meinem Fall war das panierte Jungrind zwar absolut in Ordnung, - wobei zumindest etwas Salz hier keineswegs geschadet hätte - für ein Highlight-Schnitzel werde ich hier aber eher nicht wiederkommen. Bei der geschmorten Sellerie mit Teigtaschen gefiel uns zwar die Idee, nur fehlten Harmonie und Kontrapunkte ein wenig. Zwar wussten wir natürlich, dass es sich hier neben der Sellerie um Topinambur und Haselnuss handelte. Nur am Teller und am Gaumen war der Gesamteindruck etwas undefinierbar. Keineswegs schlecht, nur leider etwas unausgeglichen...

Zum Schluss probierten wir zum einen noch von dem Zacapa Schokoladenmousse mit Banane und Kokossorbet und waren vom Mousse selber sehr begeistert und auch die karamellisierte Banane und das Kokossorbet waren herrlich (letzteres hatte nur einen Hauch zu viel Lime), nur die Gesamtkomposition war für uns nicht ganz einleuchtend. Dafür war die Käseauswahl punktgenau, vor allem der Munster hat es uns angetan.

War ich jetzt zu hart und kritisch zu einem neuen Lokal in einem neuen Hotel? Nein, weil ich vom Engagement und Spirit des Hauses überzeugt bin und ehrliche Bewertungen in der Regel dazu führen, dass dann so lange an einigen kleinen Schräubchen gedreht wird, bis alles passt. Mit einem Tick mehr Raffinesse wird das hier bald ein Location sein, in die man extra geht, um die interessanten Salatkreationen zu versuchen, und der ungewöhnliche Zugang zu möglichst spannenden vegetarischen Hauptgerichten wird in der Community sicher auch nicht ungehört bleiben (Geheimtipp: für die Frühlingssaison sind Bärlauchwurzeln bereits vorbestellt!).
Das Wiener Schnitzel darf keine zu vernachlässigende Pflichtübung sein, wonach meines klar geschmeckt hat, sondern sollte auch strahlen. Und mit ein wenig mehr Fingerspitzengefühl beim Abstimmen der Dessert-Kompositionen kann hier küchentechnisch noch ganz großes geleistet werden. Das Potential wäre ganz klar da...
Geschmorter Sellerie - Brasserie & Bakery - WienBrasserie & Bakery - Brasserie & Bakery - WienBrasserie & Bakery - Wien
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zuckerpuppe
am 11. November 2013
SpeisenAmbienteService
Die Winterreifenpflicht gilt auf Österreichs Strassen seit 01. November. So beschließe ich dieses Wochenende endlich meiner Pflicht nachzukommen und meine in Wien gelagerten Winterreifen heim in den Westen zu holen. Ein guter Vorwand um endlich wieder mit meinen Freundinnen weltbewegende wicht...Mehr anzeigenDie Winterreifenpflicht gilt auf Österreichs Strassen seit 01. November.
So beschließe ich dieses Wochenende endlich meiner Pflicht nachzukommen und meine in Wien gelagerten Winterreifen heim in den Westen zu holen.
Ein guter Vorwand um endlich wieder mit meinen Freundinnen weltbewegende wichtige Themen zu besprechen. (Anmerkung: wir diskutieren stets und tratschen nicht- um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen!)
Die Wahl für den Ort des Geschehens fällt auf die Anfang Oktober 2013 eröffnete Brasserie & Bakery im Hotel The Guest House.

Zuvor diente das Haus in der Führichgasse 10 im ersten Wiener Gemeindebezirk seit 1959 als Unterkunft für Studenten in Form eines Studentenheims der Österreichischen Hochschülerschaft.

Nun wurde das Gebäude komplett umgebaut und in dem Gebäude in direkter Nachbarschaft zur Albertina und der Staatsoper findet sich nun The Guesthouse, ein kleines aber feines Boutique Luxus Hotel.
Im Erdgeschoß nämlichen Hotels befindet sich die Bakery& Brasserie.

Ich betrete das Hotel durch die große Glastür. Rechter Hand befindet sich die überschaubare Rezeption- eine hüfthohe dunkle Holztheke hinter der einen zwei freundliche junge Damen kurz begrüßen.

Ich wende mich nach links und befinde mich sogleich im kulinarischen Herzstück des Hotels.
Die Bakery & Brasserie verwöhnt ihre Gäste den ganzen Tag über mit Frühstück, mit köstlichen von Gragger & Cie gebackenen Brotspezialitäten sowie einer eigenes für das Hotel hergestellten Kaffee Edition der Wiener Rösterei Naber.
Die Brasserie bietet allerlei andere Spezialitäten.

Das Interieur hat durchaus eine nostalgische Wiener Kaffeehausnote, mit einem frischen modernen Touch.
Die Tischplatten und die Bar sind aus dunklem Marmor, die Stühle von Oswald Haerdtl.

Die Atmosphäre ist stimmig, der Gast fühlt sich willkommen.

Wir haben für unsere Wiedervereinigung einen Tisch für 6 Personen reserviert und werden zu einem Ecktisch im hinteren Bereich geleitet.

Wir treffen bereits um 18.00 ein, da der Austausch von Neuigkeiten sicherlich einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Dezente Musik tönt aus den Lautsprechern ohne in der Lautstärke die Kommunikation zu beeinträchtigen.

Die Damenrunde startet mit einem Glas Cremant (7 Euro), einzige eine Dame des Tisches ist unentschlossen bei der Getränkewahl und ich als zuletzt kommende werde dafür bestraft und muss bis zu meiner Order des prickelnden Aperitifs eine ganze Weile warten. Ein kleiner Lapsus, nicht so ganz verständlich, da das Lokal nur zur guten Hälfte besetzt ist.

Nachdem wir dann alle unseren Aperitif haben bestellen wir die Speisen.
Vier mal wird das Filet vom heimischen Rind (29 Euro-die Beilage 4,50 Euro) geordert. Eine Herausforderung an die Küche – 2 mal rare-medium, einmal medium und einmal welldone.
Einmal wird die knusprige Lachsforelle (17 Euro) geordert und meine Wenigkeit entscheidet sich für 2 Vorspeisen. Zum Start den Ziegenfrischkäse (12 Euro) und danach die Bachforelle mal2 (13 Euro).
Dazu bestellen wir eine Flasche Weißburgunder (34 Euro).

Der Wein wird zeitnah eingestellt und da passiert der nächste Lapsus: auf unsere Anmerkung dass der Weißwein ein bisschen zu wenig gekühlt ist und nur ein kleines Schluckerl in die Gläser eingeschenkt werden solle, damit wir nicht ganz auf dem Trockenen sitzen wird mit einem vollschenken der Gläser einfach übergangen. Flasche zwei und drei kommen zum Glück schon kühler daher.

Ich erhalte meine erste Vorspeise vorweg.
Der Ziegenfrischkäse wirkt etwas lieblos auf den Teller gehäuft, ist aber geschmacklich einwandfrei und die begleitenden Birnen sind eine knackige Gaumenfreude. Das Brot und Gebäck erfüllt voll unsere Erwartungen, besonders um die Salzstangerln herrscht ein wahrer Kampf.

Nun zu den Hauptspeisen. Die vier Filetsteaks werden zeitgleich mit den unterschiedlichen Beilagen (2x Gemüse, 1x Salat, 1x Kartoffel Pave) eingestellt und erfüllen sämtliche Vorgaben. Die verschiedenen Garwünsche wurden bestens berücksichtigt. Alle vier Damen sind mit der Zubereitung vollstens zufrieden.
Auch über die Beilagen wird nicht geklagt.

Die Lachsforelle wird auch gelobt.
Ich begnüge mich ja mit einer zweiten Vorspeise: zwei Zubereitungen der Bachforelle.
Einmal geräuchert, einmal roh. Die Karfiolcreme besticht durch sehr viel Eigengeschmack und erdrückt die Bachforelle etwas. Das Nockerl Butternußkürbis schmeckt hingegen etwas fad.
Unsere Servierkraft ist durchwegs aufmerksam und füllt unsere sich rasch leerenden Weingläser beflissentlich nach.
Auch die Wasserkrüge werden zumeist ohne Aufforderung wieder aufgefüllt.

Wir testen dann auch noch ein Glas Zweigelt sowie ein Glas roten Muskateller und gegen 23.00 verlangen wir die Rechnung.
Nun teilen sich die Meinungen wie es dazu kam dass wir die Rechnung selbst auseinanderdividieren mussten:
Ein Teil behauptet unsere Kellnerin hätte eh nachgefragt und wir hätten dies anscheinend unzureichend beantwortet sodass wir eine Gesamtrechnung erhalten haben, die anderen haben es gleich wie ich erlebt:
Unsere Servierkraft kam mit der Gesamtrechnung an den Tisch und erklärt wir können uns die Rechnung eh untereinander aufteilen und die Teilbeträge selbst ausrechnen.
Wie auch immer, wir haben es selbst geschafft.

Fazit: eine kleine aber feine Karte, eine durchdesignte und trotzdem gemütliche Atmosphäre und freundliches Personal mit kleinen Aufmerksamkeitsdefiziten.
Ein Besuch lohnt sich aber jedenfalls!
Ziegenfrischkäse - Brasserie & Bakery - WienBachforelle mal2 - Brasserie & Bakery - WienNachspeisen - Brasserie & Bakery - Wien
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1 Kommentar

Gratulation zum Expert-Status :-)

11. Nov 2013, 12:17·Gefällt mir1
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