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So, 14. April 2024

Gerstner Café-Restaurant

(1)
Kärnnter Straße 51, 1010 Wien
vis-à-vis der Wiener Staatsoper
Küche: Österreichische Küche, Wiener Küche
Lokaltyp: Restaurant, Café
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Gerstner Café-Restaurant

Speisen
Ambiente
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Gesamtwertung

37
1 Bewertung fürGerstner Café-Restaurant
Speisen
30
Ambiente
50
Service
30

Bewertungen

BiancaC
Experte
am 5. Februar 2023
SpeisenAmbienteService
Neulich war ich in Begleitung 2er kulinarisch interessierter und lieber Freunde beim Gerstner zum Sonntags-Brunch (EUR 95,00 pro Person). Inkludiert im Brunch sind: Vorspeisenbuffet, Dessertbuffet, serviert werden Eigericht, Suppe und Hauptgang, sowie div. Getränke laut Karte (alles siehe auch Fo...Mehr anzeigenNeulich war ich in Begleitung 2er kulinarisch interessierter und lieber Freunde beim Gerstner zum Sonntags-Brunch (EUR 95,00 pro Person). Inkludiert im Brunch sind: Vorspeisenbuffet, Dessertbuffet, serviert werden Eigericht, Suppe und Hauptgang, sowie div. Getränke laut Karte (alles siehe auch Fotos - habe die Menükarte beigelegt).

Die Reservierung funktionierte problemlos (geht über das Onlineportal der Homepage, aber auch telefonisch). Das KuK-Palais gegenüber der Oper ist zwar etwas "versteckt", weil nicht auffallend, aber beim Betreten übermannt den Gast schon ein sehr herrschaftliches Flair, das bis hinauf in den 2. OG, wo das Event stattfindet, nur noch intensiver wird. Ganz oben findet man hohe Räume, sehr romantisch und royal eingerichtet, in der Mitte der Location das Herzstück: die Desserttheke (von Beginn an reichlich bestückt mit div. Strudel (Apfel, Topfen, Weichsel), Torten, Schnitten, Gläschen und Petit Fours) - ein wahrlich herrlicher Anblick. Unser Tisch war schön gedeckt, nicht überladen, groß und gemütlich. Das Geleit zum Tisch war perfekt, wir wurden freundlich empfangen, die Garderobe wurde abgenommen und verstaut, die Empfangsdame ist äußerst bemüht. Man fühlt sich gut aufgehoben - zu Beginn.

Am Tisch sitzend warteten wir doch ein Äuzerl zu lang, da pro Raum doch 2-3 Servicekräfte am Werkeln sind, würde man sein Glas Sekt doch schon nach ein paar Minuten erwarten. In unserem Fall waren es mehr als 10 Minuten - so schwer ist das ja nicht. Es ist ein Brunch mit Free-Flow-Schlumberger nach Champagner-Art, die Flaschen sind im ganzen Gästebereich verteilt demonstrativ drappiert - ein Glas zum Empfang gleich am Tisch eingestellt würde vermutlich sehr viele Gäste von Beginn an mitreißen.

Der bereits erwähnte Schlumberger Sekt (ein Cuvée 1842 Reserve) ist aber hervorragend und mundet uns allen äußerst gut. Ich kannte nur diverse "Random"-Sorten - der war mir neu - aber blieb den gesamten Aufenthalt lang mein treuer flüssiger Begleiter. Die Weinauswahl ist ja ganz nett, aber gegen diesen Perlwein haben sie (für mich jedenfalls) keine Chance.

Das Vorspeisenbuffet ist klein, fein, aber kein "WOW" - es gab div. vom Räucherfisch (Lachs, Terrine, Mousse), Rohschinken und Tafelspitz kalt, Falafel, Geräuchertes vom Mangalitza-Schwein, Mozarella-Tomaten, eine vegetarische Terrine, Pilze, Artischockenbrötchen, Jourgebäck und Nussbrot, Käseauswahl (dazu später mehr) und Beef Tartar.

Die auf der Homepage angepriesene Austernbar war eine 3-stöckige Etagère, die im Durchschnitt mit 5 offenen Austern bestückt war. Da ich ein ausgesprochener Austern-Junkie bin, nahm ich gleich 4 und fühlte mich ein wenig schlecht, aber im Endeffekt war ich dankbar - die Austernbar war nämlich ziemlich bald nicht mehr vorhanden - sehr schade. Die Austern selbst von hervorragender Qualität, groß, fleischig, frisch. Nur leider nicht professionell geöffnet, da sehr viele Splitter mit in das Fleisch gewandert sind, was das Essen doch etwas mühsam macht. Ich hätte gerne weit mehr davon gegessen, zumal ich dieses "es gibt ein paar, dann sind sie aus" von diesen Brunch-Angeboten (siehe Kempinski, Dstrikt) nicht kenne - normalerweise gibt es dort Seegetier frisch geöffnet bis zum Schluss... Das Beef Tartar war auf einem dünnen Toastbrot sehr spärlich dosiert, störend war die Schicht Senf auf dem Toast unter dem Beef, da es ob des wenigen Aufstrichs (es war wie eine Fleischbreimasse, viel zu fein, ohne Struktur) fast nur mehr nach Senf schmeckte. Schade.

Nun gut, die übrigen Vorspeisen waren geschmacklich gut, lediglich die Falafel (sehr trocken) und der Tomaten-Mozarella-Mix waren entbehrlich. Das bestellte Soufflé vom Ei war nichts anderes als eine im Förmchen gestockte, verquirlte Eimasse mit Spinat oder Schinkenstreifen angereichert. Soufflé war es keins. Gewürzt war es, kleiner Snack zwischendurch, die Bezeichnung passte aber nicht.

Die Wachtelbohnensuppe war ebenfalls kein Star. Sehr oberslastig, kaum Bohnennote, der Schinken darin war gut, hat eine Räuchernote abgegeben, aber vermutlich hätte ich ohne die Suppe mehr Spaß mit dem Räucherschinken gehabt. Ebenso das Risotto - viel zu kernig, nicht al dente, lieblos weil kaum gewürzt. Beides nicht unseres.

Die weiteren Hauptgänge waren spannend: Die Piccata vom Kalb (wir dachten an in Parmesanteig gebackenes Kalb) war eigentlich ein Minischnitzerl vom Kalb, das leider weder heiß noch flaumig war, der Erdäpfelsalat dazu war relativ geschmacksneutral. Der Zander wiederum war mein Hauptspeisenhighlight, da der Fisch auf einem wunderbar gebratenen Kräuterseitling-Scheiberl drappiert war, rundherum ein Crunch von Nüssen, die leichte Weißwein-Fischsauce geschmacklich perfekt, die Schupfnudel war, wie sie sein soll. Ansich wirklich perfekt, der Fisch hätte nicht sein müssen - eher von der bröseligen, weil totgebratenen, Sorte. Ich würde dieses Gericht aber definitiv jederzeit wieder und in weit größerer Portion bestellen, das hat mir wirklich sehr zusgesagt.

Das Käsebuffet (ein Teller voller "Affineur"-Sorten (ich denke Schärdinger Marke), leider ohne viel Abwechslung - kein Schimmelkäse, ein Blauschimmel, ein Asmonte, ein Bergkäse, ein milder Tilsiterartiger Käse, ein würzigerer Gouda). Gut, aber kein "OHA", dazu der Vanini-Feigensenf (mein Klassiker und Liebling, musste mit auf den Teller), div. Saaten (Kürbis, Sonnenblume) zum drüberstreuen, auch Trauben gab es. Solide.

Aber dann zum Abschluss das absolute Must-Have im Gerstner: Die DESSERTS. Oh Gott. Reinlegen, darin baden, inhalieren. Wir haben ein nettes Assortiment an Torten/Schnitten gewählt und geteilt, wir wollten uns durchkosten und haben manche als handwerklich und geschmacklich gut (Dobostorte - leider für uns wegen der Buttercreme zu geil, aber gehört so, Maronischnitte etwas neutral im Geschmack, Haustorte hätte mehr "trüffeliger" und weniger "milchschokoladiger und fettiger" sein können), aber ein paar als richtig gut kategorisiert. Unsere Favoriten: Die Topfentorte (die Fruchtmasse oben, die Mandelsplitter auf der Seite, die cremige Topfenmasse - ein Traum!), die Kardinalschnitte (diese Creme war der Hammer, vanillig, nicht zu fettig, fluffig, cremig, Preiselbeermarmelade, guter Teig/Baiser), der Mandelspitz (die Kombination aus der leicht kaffeeigen Creme mit dem Karamellüberzug ist herrlich). Gerne hätten wir auch von den Petit Fours gekostet, aber die gab es leider auch ab einem Zeitpunkt nicht mehr.

Fazit: Ich fand sehr vieles sehr gut, aber auch einiges entbehrlich oder verbesserungswürdig. Das Service könnte durchwegs aufmerksamer (öfters nachfragen ob noch was gewünscht ist) und - in diesem herrschaftlichen Ambiente defintiv mehr "old-school" sein (Frau zuerst fragen/servieren, Einstellseite der Speisen,...). Die Auswahl an Speisen am Buffet gut, aber man sollte alles bis zum Schluss nachschlichten - ohne Ausnahmen. Die warmen Speisen verlangen mehr "Pep" und eine bessere Bezeichnung (sonst erwartet man etwas, was dann ganz anders kommt). Alles in allem war es aber ein sehr netter Mittagsaufenthalt für uns - vermutlich würde ich aber eher wieder zu einem Brötchen- und Nachmittags-Kuchen-Buffet mit Kaffee und Sekt all inclusive kommen, wenn es ein solches gäbe (wäre doch eine Idee, oder?! ;)).
Menükarte: Speisenfolge Brunch - Gerstner Café-Restaurant - WienDiv. Vorspeisen vom Buffet - Gerstner Café-Restaurant - WienPiccata vom Kalb - Gerstner Café-Restaurant - Wien
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7 Kommentare·Zeige alle Kommentare

Na dann viel Spaß im seelenlosen Viennaland ;-)

6. Feb 2023, 21:13·Gefällt mir
Wildkatze
am 14. Juli 2017
SpeisenAmbienteService
Niemanden braucht es wundern, dass die Preise da etwas höher sind. Es liegt schließlich im ersten Bezirk, direkt bei der Oper! Am Ambiente merkt man, dass es nicht neu, sondern schon ein älteres Lokal ist. Aber ehrlich gesagt, ich finde diesen Stil total schön. Wobei das hoch fahren mit dem Aufz...Mehr anzeigenNiemanden braucht es wundern, dass die Preise da etwas höher sind. Es liegt schließlich im ersten Bezirk, direkt bei der Oper!
Am Ambiente merkt man, dass es nicht neu, sondern schon ein älteres Lokal ist. Aber ehrlich gesagt, ich finde diesen Stil total schön. Wobei das hoch fahren mit dem Aufzug nicht so einfach war. Der ist nämlich recht klein und ein Kinderwagen nimmt da viel Platz weg. Außerdem gibt es nur einen. Das heißt, mit viel Pech muss man etwas warten.
Beim rein Kommen (unterer Bereich) hat man einen Verkaufsbereich, wo man die Leckereien der Konditorei auch zum Mitnehmen kaufen kann. Man kann es also auch für zu Hause zum Genießen mitnehmen.
Die Mitarbeiter waren total freundlich und flott, allerdings wollten wir im oberen Bereich noch etwas Kuchen mitnehmen und da wurde uns zuerst gesagt, das wäre nicht möglich, weil es keine Behältnisse gäbe. Nur doof, wenn man sie als Kunde selbst sehen kann.
Das Essen war sehr gut. Wobei meine Kinder sich auf die Torten spezialisiert haben. Es gibt in dem Bereich reichlich Auswahl, was das Entscheiden nicht so leicht gemacht hat.
Ich werde mir da mit Sicherheit wieder mal eine leckere Torte holen, wenn ich zum selber Backen zu faul bin.
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