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So, 2. Oktober 2022
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amarone1977

amarone1977
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Über mich

Essen ist meine Lieblingsspeise! Sagte schon Ephraim Kishon. Mein Bewertungsschlüssel... jeder hat so seine eigene Sicht der Dinge, warum eine 5, eine 3 oder eine 0 gegeben wird, deswegen ist es ja auch so wichtig, diese Noten auch durch Text zu untermauern. Trotzdem mal ein Versuch, den eigenen Notenschlüssel zu erklären, speziell mal für's Essen: 0... absolut ungenießbar, entweder ist da alles verbrannt oder verdorben 1... gravierende Mängel, Lieblosigkeiten sind offensichtlich 2... Erwartungen nicht erfüllt, eher darunter 3... Erwartungen erfüllt bzw. knapp darüber (Gasthäuser wie Luxusrestaurants gleichermaßen; wobei eine 3 für ein Luxusrestaurant schon eher enttäuschend wäre 4... Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern auch übertroffen! 5... Erwartungen wurden nicht nur übertroffen, der Gaumen singt!

Lieblingslokale

Hoffmann's Café in Güssing

Lieblingsspeisen

Authentisch Italienisches und Kalbswienerschnitzel

Lieblingsdrinks

Blaufränkisch (Südburgenland)

Liebstes Urlaubsziel

Sardinien, Burgenland und Balkonien

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18. April 2018
2620 Peisching-Neunkirchen
SpeisenAmbienteService
Die Kombination Hotel-Restaurant ist ja in der unteren Preiskategorie normalerweise so: ansprechende Küche und eher stiefmütterlich betreute Zimmervermietung. Das genaue Gegenteil (eine Kombina... MehrDie Kombination Hotel-Restaurant ist ja in der unteren Preiskategorie normalerweise so: ansprechende Küche und eher stiefmütterlich betreute Zimmervermietung.

Das genaue Gegenteil (eine Kombination aus Maggigeruch und kaltem Rauch im Gastzimmer - dafür aber sauberste, sehr gemütliche Zimmer) zwangen mich aus dem Neunkirchner Zentrum raus in den Vorort Peisching.

Vorahnung: mehrere oberflächlich betrachtet positive Bewertungen zu den ansonsten dürftigen Alternativen in der Bezirkshauptstadt könnten Gutes verheißen.

Vor 21 Uhr loszufahren, um nach 21 Uhr ohne vorherigen Anruf in dieser Gegend bewirtet zu werden, ist allerdings riskant.

Ich bin zu spät. Die Küche hat (eigentlich) schon zu. Die zum Teil rauchenden Gäste an der Theke trinken ihr Feierabendbier und bemitleiden die Tatsache, "do nix mehr z'kriagn".

Doch die Chefin (?) kommt aus der Küche mit der Nachricht "maximal no a Gulasch".
Na das ist doch für heute Abend genau das, was ich wollte.

Der Aperitiv und Speisenbegleiter (ein "Wolfsbräu" aus der selbsternannten "Buckligen Weltbrauerei") ist angenehm süffig und nicht zu hopfig, so der Typ Bernsteinbier auf modern.

Das Gulasch kommt, mit einem Körberl warmer, knuspriger Semmerln und einem Salzstangerl - aller Ehren wert, wenn man bedenkt, dass die Herrschaften eigentlich schon zusperren wollen.

Und es geht hier auch nur ums Gulasch - und das muss erwähnt werden: das Zusammenspiel von zwiebelig, fruchtig, papriziert und einem zarten, perfekten, nicht grobfaserigen Fleisch, das genau so durchzogen ist, wie man es auch vom Schulterscherzel kennt und schätzt ist so erstaunlich wie selten.
Und: man sagt ja, das beste Gulasch wurde mindestens drei Mal aufgewärmt.

Wie oft es jetzt wirklich aufgewärmt wurde, hätte ich mich sicher nicht zu fragen gewagt - es war einfach so, wie es sein muss. Ein Gulasch, das schon ewig auf seinen Esser wartet, wäre schmierig, träge und kaum zu verdauen.

Das hier kommt so süffig leicht und gehaltvoll daher, wie ich es schon lange nicht mehr bekommen habe.

Die Chefin (?) erklärt mir danach, dass sie tatsächlich eine regionale Auszeichnung nur für das Gulasch erhalten hätten. Klingt plausibel.

Es lohnt sich also, entweder hier beim nächsten Mal früher die Küche zu erforschen, oder doch wieder wie gestern Abend nach Küchenschluss noch ein pikfeines Gulasch serviert zu bekommen.
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30. September 2017
9020 Klagenfurt
 hat ein Lokal bewertet.
30. September 2017
9020 Klagenfurt
SpeisenAmbienteService
Der Stauderplatz 1 wird endlich wieder von einem Lokal belebt, das eigentlich alle Hausaufgaben macht und gemacht hat, um ein absoluter Fixpunkt für die Klagenfurter Innenstadt zu werden. Und d... MehrDer Stauderplatz 1 wird endlich wieder von einem Lokal belebt, das eigentlich alle Hausaufgaben macht und gemacht hat, um ein absoluter Fixpunkt für die Klagenfurter Innenstadt zu werden.

Und das geht so:

Nachdem in den großzügigen Räumlichkeiten davor schon einige Lokale Schiffbruch erlitten (Grieche – Grieche – Asiate – wieder Grieche), dürfte jetzt eine funktionierende „Beziehung“ am Laufen sein.

„magdas HOTEL“ in Wien hatte bereits ordentlich Staub aufgewirbelt und sorgte so auch in Klagenfurt schon vor der Eröffnung für spannende Erwartung.
„Hotel in Wien von Profis und Flüchtlingen geführt“ – so steht es auf der Website des Hotels.
Dieselben Voraussetzungen gelten auch hier in Klagenfurt.

Erfreulich in mehrfacher Sicht. Ein tolltes „Projekt“, das mehr als nur ein Projekt ist.
So entsteht in der Mannschaft des Lokals ein buntes Miteinander, das sich auch in der Küche widerspiegelt.
Mit Georg Kittner leitet ein echter Profi die junge Küchenmannschaft. Zuvor nur unweit im „Ge.KOCHT“ sein eigener Chef, hat er nun hier seine neue kulinarische Heimat gefunden.

Man findet auf der Speisekarte orientalische Eiergerichte für Spätaufsteher, die typischen Mezze des Nahen Ostens genauso wie thailändische Kokossuppe, kreolisches Fischcurry oder syrische Spezialitäten oder arabischen Pudding.

Einfache Tomatenpasta zwischendurch oder einen Hausburger findet man ebenso.

Mittlerweile mehrere Besuche. Wir – ein kleines Grupperl, das sich zur Mittagspause oder am Abend zum Essen trifft, ist einer Meinung.
Spannende Gerichte, so einfach und exotisch wie ambitioniert.

„Syrische Lammpastete im Strudelteig mit Salatbouquet“
Mehr Reisfleisch als „Pastete“ im eigentlichen Sinn, aber nicht trocken. Fein gewürzt, duftig, anregend. Sehr schmackhaft. Frische Salate.

„Baba Ganoush“
Eines der typischen Mezze, wie ich sie in ähnlicher Form aus einem libanesischen Restauant kenne. Für € 4,20 bin ich zu Mittag ausreichend satt bis früh am Abend. Die Granatapfelkerne geben den Frischekick für die zweite Hälfte des Arbeitstages.

„Gebratene Lammhaxe mit Selleriepüree und Speckfisolen“
Ein sensationelles Gericht. Das Lampel „schofelt“ nicht, außen knusprig, innen zart, harmoniert perfekt mit den beiden Beilagen. Das Sößchen allerehrenwert.

„Syrischer Frischkäsepudding“
Statt Orangen bekomme ich auf Wunsch sogar Himbeerpüree. Es muss nicht immer Panna cotta sein. Feiner Abschluss!

Ambiente: die Innenarchitekten haben den überladenen Klimbim aus dem „Ur-Lokal“ verbannt, viel Eichenholz, aber insgesamt angenehm minimalistisch. Nicht fehlen dürfen die dezent verteilten, wunderschönen 50er-Jahre-Möbel. Jedes einzelne würde ich liebsten mitnehmen.

Service: manchmal zurückhaltend, manchmal lustig. Aber immer präsent und freundlich.

Fazit: nach gut zehn Besuchen jedes Mal sehr erfreulich.
Um das offensichtliche Wortspiel zu bedienen: Ich mag das Lokal!
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30. September 2017
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23. April 2017
2823 Pitten
Restaurant & Vinothek Unger - Pitten
Restaurant & Vinothek Unger - Pitten
Restaurant & Vinothek Unger - Pitten
Restaurant & Vinothek Unger - Pitten
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23. April 2017
1090 Wien
Coffee Pirates - Wien
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23. April 2017
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23. April 2017
4240 Freistadt
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23. April 2017
8442 KITZECK im Sausal
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14. März 2017
4082 Aschach an der Donau
SpeisenAmbienteService
Aschach an der Donau. Damit verbinde ich Radlfahren, ein Gasthof mit Blick auf die Donau, deftige Witze von der Wirtin und ebensolches Essen. Das ist jetzt 27 Jahre her. Heute bin ich wiede... MehrAschach an der Donau.

Damit verbinde ich Radlfahren, ein Gasthof mit Blick auf die Donau, deftige Witze von der Wirtin und ebensolches Essen.

Das ist jetzt 27 Jahre her. Heute bin ich wieder da - und das Gasthaus scheint es nicht mehr zu geben, zumindest erinnere ich mich nicht mehr wirklich daran, wo das genau war. Irgendwo an der Straße entlang der Donau, eines der zum Teil weit über 300 Jahre alten Bürgerhäuser muss es gewesen sein.

ReTe spuckt eine Bewertung der Brotvernichter aus. Ein Gästehaus mit sehr guter Küche und sehr zufriedenen Brotvernichtern. Die Küche hatte man mittlerweile aufgegeben, die Zimmer werden weiter vermietet.
Anstelle von Josepha wird nun original thailändisch gekocht.

Chefin Thai, Chef Mühlviertel [Müüvierll].
Die Kombination könnte besser kaum sein.

Ich hatte den Verdacht, der kleine Spaziergang von der Lände in die Seitengasse sollte sich lohnen.
Beim Eintreten in das Lokal riecht es intensiv nach Küche. Aber gut!

Die Einrichtung hält sich zurück, es wirkt wie ein Dorfwirtshaus, das behutsam, aber zurückhaltend renoviert wurde. Die Schank erinnert an frühere Zeiten. Mit Esprit wird man von der Chefin begrüßt, der Chef ist gmiatlich und entspannt.

Das Bier.
Ich bin schon mal jemand, der sich eigentlich generell schwer tut mit alkoholischer Begleitung pikanter Küche.
Aber der Tag war lang und der Appetit groß.
Was passt da besser als ein wunderbar süffiges Bier.

Das Stift Schlägl geht runter wie Öl. Perfekt gezapft, Temperatur und Kohlensäure, der Schaum. Wunderbar.
Das zweite Seidl mit Bernsteinfarbe: das Hofstettner kommt mit der Portion dezenter Süße, die das katholische Gebräu aus Schlägl nicht hatte.
Genau so muss das sein - man muss natürlich auch wissen, wie man den Saft richtig aus dem Fassl kitzelt.

Das Essen.
Gegenüber Gebratenes Gemüse, vegan. Also ohne Austern- oder Fischsauce. Europäisierte Thai-Küche gibt sich sonst schon mal ziemlich fleischlastig.
Die vegane Portion sieht nicht nur bunt und einladend aus, sie scheint auch bestens zu munden.

Ein Grünes Curry mit Huhn und Gemüse für mich.
Kein Schnickschnack, aber ganz viele Aromen. Es duftet, es sieht einladend aus.
Es schmeckt auch so. Bissfester Paprika, nicht gatschiger Brokkoli, ein bisschen Bambus, saftig, appetitlich. Sogar die nicht zu dick geschnittenen, jungen Zucchini, Cousins der von mir stets geschassten Gurke, werden mitgegessen.
Alles ist frisch (Bambus ist eingelegt, klar), Fischsauce und Chilipaste sind hausgemacht, vor allem letztere ist sehr empfehlenswert - die gibt den letzten richtigen Kick, ohne bösartig scharf zu werden.

Der Reis schön körnig, alles in allem wirkt das extrem stimmig, frisch, duftig, kein Bampf, der nach Convenience schmeckt.

Der hausgemachte Nussschnaps danach ist wieder ganz Oberösterreich DOC.

Mit oder ohne Radl - das Lokal ist eine echte Empfehlung, 27 Jahre möchte ich allerdings nicht bis zum nächsten Besuch warten.
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Ich muss gestehen, ich hab sie nur einmal kurz probiert - eigentlich ist sie nicht nötig, da bereits ausreichend gewürzt wurde, ich hab mich noch bei der Chilipaste bedient - das hängt dann wieder vom jeweiligen Geschmack ab, ob man's noch schärfer braucht.

27. Mär 2017, 15:36·Gefällt mir

Sicher war nur die Chilipaste gemeint amarone. In geringer Dosierung kann die Fischsauce so manches Gericht noch viel besser schmecken lassen. Es gibt aber verschiedene Arten davon und einige sind schon recht heftig für uns Europäer.

17. Mär 2017, 21:39·Gefällt mir

SSW: keine Vergötterungen - ich bin ohne Bekenntnis ;-) magic: ruf sie an und frag nach - die Chilipaste ist sicher hausgemacht, wird auch im Lokal verkauft, die Fischsauce habe ich nicht angerührt, kann ich nicht fix sagen - vielleicht meinte sich auch nur die Chilipaste?

17. Mär 2017, 19:49·Gefällt mir
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17. September 2016
1070 Wien
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3. Februar 2016
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3. Februar 2016
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3. Februar 2016
9020 Klagenfurt
SpeisenAmbienteService
Ein Hauch von alter, zweiter Heimat. Nicht der erste Besuch in der Osteria. Nicht der zweite. Auch nicht der dritte. Höchste Zeit also für ein paar Notizen. Vor allem dann, wenn die Besuche ... MehrEin Hauch von alter, zweiter Heimat.

Nicht der erste Besuch in der Osteria. Nicht der zweite. Auch nicht der dritte.
Höchste Zeit also für ein paar Notizen.
Vor allem dann, wenn die Besuche unterschiedlich, aber doch immer erfreulich waren.

Nicht, dass alle anderen Italiener in Klagenfurt schlecht wären.
An der Sonne glänzt seit Jahren ein 16-Punkter mit nicht ganz volksnahen Preisen, darunter aber tummeln sich viele altbekannte Lokale, die zum Teil ein wenig in die Jahre gekommen sind bzw. küchentechnisch nicht wirklich das Wort Innovation zulassen würden.
Man weiß, wo man seine Spaghetti und seine Pizza bekommt und seine Panna cotta danach.

Vor allem aber fehlte in Klagenfurt ein Experte für all das, was jenseits von Pizza und Spaghetti untrennbar mit Italien verbunden ist.
Das ist immer noch einfache Küche, aber eben doch mit hochwertigen Zutaten - wenn dann noch der eine oder andere Tupfen Regionalität dazukommt, dann fühlt sich amarone quasi a casa sua.

Mit cucina veneta kann mehr oder weniger die Küche des Triveneto verstanden werden. Der Triveneto deckt weitestgehend die heutigen Regionen Trentino (und Südtirol), den Veneto und Friaul - Julisch Venetien ab, die im Osten bis ins heutige Istrien hinüberreichen.

Die Küche spiegelt das wunderbar wider - vom Meer bis ins Hochgebirge gibt's auch dementsprechend vielseitig "mare e monti":

So gibt's Fisch und Meeresgetier aus Grado nicht nur am örtlichen Benediktinermarkt stets frisch, sondern auch hier in der Osteria. Einfach auf die Tageskarte schauen, die Auswahl ist nicht billig, aber reichlich.

Auch San Daniele liegt im Triveneto, genauer gesagt im Friuli, praktisch am Ausgang des Tagliamento aus den Alpen - berühmt für ihren Schinken.
Die Padroni der Osteria schneiden den Prosciutto feinst auf. Und er ist butterzart und nicht trocken. Kriegt man selten in dieser Qualität.

Sehr deftig: die Fleischgerichte mit Polenta und gebratenem Gemüse - die Tageskarte sollte auch dann und wann Wild zu bieten haben. Occhio!

Pastafavorit: Bigoli mit Radicchio und Salsiccia.
Mehr Veneto geht nicht: der radicchio trevigiano ist regionales Heiligtum und wird bereits wie Olivenöl mit DOP-Kennzeichnung vermarktet. Zu Recht - die zart angebratenen Blattstücke (sag niemals Salat zu ihm!) verbinden sich wunderbar mit der klassischen Salsiccia - also würzige Wurst, die vom Darm befreit in "Brocken" angeröstet wird.

Die dicken Frischnudeln (bigoli) sind keine Trockennudeln und haben diese wunderbar gummige Konsistenz, am Ende bleibt würzige Sauce am Teller, die dann begierig mit dem knusprigen Brot aus dem Körberl aufgetunkt wird. Also bloß nicht schon vorher über den Brotkorb herfallen, nichts ist obszöner, als den Hunger mit Brot und Taralli schon vorher abzutöten.

Varianten: einfach "in salsa", also mit Zwiebel-Fisch-Sauce (mare)
- oder deftig "al sugo d'anitra", mit Entensauce (monti).
Letztere schmeckt auch ausgezeichnet mit den "garganelli", einer Eiernudel-Variante, mit handgedrehten Penne vergleichbar, geschmacklich und vom Biss aber eine ganz andere Kategorie.

Interieur: hier wurde viel investiert, das Biedermeierhaus und ehemalige "Krügerl" mit den typischen Gewölben und viel akkurat verbautem Holz ist grundsätzlich urgemütlich, es gibt aber je nach umgebendem Mauerwerk unterschiedlich gemütliche Tische - wenn man die Wahl hat (und die hat man selten dank regelmäßig gutem Besuch) sind die hinteren Plätze die angenehmeren. Im Eingangsbereich mit Stehtischen wird leider (noch) geraucht.

Service: die camerieri sind freundlich, manchmal unauffällig, der Padrone aber ist stets bestens aufgelegt und offenbar ein Hundefreund.
Unser Golden, kein Kleiner, lag bei einem Besuch ein bisschen im Weg - kein Problem für die Gastgeber: nicht nur Wasser wurde bereitgestellt - Leckerlis auf's Haus wurden verabreicht - inklusive kurzem Hunde-Italienischkurs für den zufriedenen Wauzi.

Soddisfazione per tutti.
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17. Dezember 2015
1080 Wien
SpeisenAmbienteService
Man isst im Winter kein Eis. Oder doch. Doch. Allerdings kannte ich Leones Eisladen schon seit dem letzten Sommer. Da wurde ein 40er am Donaukanal gefeiert - und Leones Eis war so zu sagen (ohne... MehrMan isst im Winter kein Eis. Oder doch.

Doch. Allerdings kannte ich Leones Eisladen schon seit dem letzten Sommer. Da wurde ein 40er am Donaukanal gefeiert - und Leones Eis war so zu sagen (ohne es zu wissen) Exklusiv-Lieferant für das kleine, feine Jubiläum.

Gastgeberin und Gastgeber hatten für alles gesorgt - eigener Grillmeister, Getränkejetons und besagtes Eis.
"Du musst unbedingt das Eis kosten - das ist das beste Eis in Wien!"

Ich bin natürlich vorsichtig bei Superlativen - aber die Gastgeberin hatte mit ihrer Einschätzung nicht ganz Unrecht: das Pistazieneis war der Hammer, es war tatsächlich der absolute Gegenentwurf zu dem, was Pistazieneis für mich bis dato war: grün gefärbt, aromatisiert, ungenießbar.

Nein, es war cremig, intensiv, nussig, und aromatisch - aber niemals künstlich - der Geschmack erinnerte mich sofort an Sizilien, dank dem ich Pistazien in jedem Aggregatzustand genießen durfte und somit auch sagen kann, wie Pistazien eigentlich schmecken müssen.

Ja, wo gibt's das Eis?
Und so folgten drei Besuche in der Langen Gasse gleich neben der 5er-Haltestelle.

So sieht's drinnen aus:
kurz und bündig könnte man die Innenarchitektur als Eisdielenversion der Swing Kitchen bezeichnen.
Oder aber: ein Webdesigner der Web 2.0-Generation darf sich innenarchitektonisch austoben, zusammen mit einer Portion Retro.
In anderen Worten: kleine Tischchen, ein bisschen Vintage-Design da und dort, Tafeln geben Auskunft über das Angebot, dazu Informationen über die Verwendung von hauptsächlich biologischen Zutaten und Milch von glücklichen Kühen als wichtigster Zutat von gutem Speiseeis.

Die Deckel der Eisbehälter erinnern an die mobilen Eisverkäufer von anno dazumal, wie auch die Schürze der zumeist sehr jungen Eisverkäuferinnen.

Bis dato letzter Besuch im Dezember, doch das Eis schmeckt nicht schlechter als im Sommer.
Besonders cremig präsentieren sich Gianduja (Piemonteser Nougat) und besagtes, fast konkurrenzlos famoses Pistazieneis (mein Klagenfurter Favorit schafft es ähnlich gut).

Die Dunkle Schokolade ist in der Konsistenz schon fast kein Eis mehr, eher schon ein kühles, dichtes, aber umso beeindruckenderes Mousse au chocolat. Wenig süß, für die, die dem Zucker entsagen wollen und pure Schokolade wollen.
Sehr gut auch das Vanilleeis.

Weniger überzeugt hat mich bis dato das Erdbeereis: seltsam hellrot präsentiert sich diese Variante geschmacklich auch eher bescheiden. Da vermisse ich dann doch aromatische Bomben, wie ich sie selbst schon (allerdings mit Milch) zubereitet habe.

Preis: 1,60 pro Kugel sind nicht wenig, aber für wirklich qualitativ hochwertiges Eis eine gute Investition.
Tipp: da gemischte Kugeln (oder Portionen, da ja ein Spatel verwendet wird) akzeptiert werden, konnte ich um 3,20 vier Sorten in mehr als ausreichender Menge durchprobieren.

PS: auch der Espresso kann sich hier sehen – und trinken lassen.

Fazit: eine eistechnische Offenbarung und Bereicherung für die Stadt – und ich wundere mich seit dem ersten Besuch im Sommer, dass es ein Schleckermäulchen und Eisexperte wie hbg338 noch nicht hier her geschafft hat.
Pardauz, wie dieses!?
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Danke für die Bewertung! Wird auch von mir getestet.

18. Dez 2015, 12:40·Gefällt mir1

Ich habe eine Freundin, die Eis auch als Hauptmahlzeit betrachtet :)

18. Dez 2015, 12:40·Gefällt mir1

Es wird gesagt, in den USA sei Eis im Winter populärer als bei uns, weil es eher als ein Dessert und nicht so sehr als abkühlende Erfrischung betrachtet wird.

18. Dez 2015, 10:51·Gefällt mir2
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17. Dezember 2015
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16. Dezember 2015
1080 Wien
SpeisenAmbienteService
amarone ist stets auf der Suche - sempre alla ricerca delle bontà. Das Besondere zu finden - jenseits vom Gewöhnlichen - ist gar nicht so einfach. Selbst oder gerade in einer großen Stadt wie W... Mehramarone ist stets auf der Suche - sempre alla ricerca delle bontà.

Das Besondere zu finden - jenseits vom Gewöhnlichen - ist gar nicht so einfach. Selbst oder gerade in einer großen Stadt wie Wien.

Doch auch eine große Stadt sorgt relativ schnell dafür, dass man sich für die täglichen Einkäufe und den einen oder anderen morgendlichen Kaffee nicht gleich vom 8. in den 22. aufmacht.
Und da amarone nicht zur Pappbecher-Franchise-Fraktion gehört, fallen ihm früher oder später die kleinen, aber feinen Röstbuden auf.
Man muss nur die Augen - und die Nase - offen halten. Unser aller SSW weiß genau, was ich meine.

Gerade der 8. scheint in puncto Kaffee ein echtes Paradies für Röster und Kaffeegenießer zu werden.

Eccolo qua: die Filiale des Café Josefine in der Strozzigasse hat zugesperrt (das Hauptlokal in der Laudongasse gibt's natürlich nach wie vor) - doch schon nach kurzer Zeit prangen italienischsprachige Schilder an derselben Adresse.

Anitpasti, birra artigianale, caffè, vino, specialità pugliesi.
Ein stolzes Schild ragt aus der Häuserfassade:
l'ottavo - also "der Achte".

Der Weg zur Haltestelle des 13A führt also direkt am Lokal vorbei.
Nichts wie rein, der Magen ist noch leer, der Kopf braucht Inspirationshilfe.

Das Lokal ebenso klein, wie es von außen vermuten lässt. Zwei Tischchen mit Sitzecke, drei Barhocker. Ein wenig kühl, die Beleuchtung hält sich zurück.
Der Blick schweift - die Regale gefüllt mit Kaffee, Craft beer und Wein.
Die Kaffemaschine fast ein wenig versteckt hält sich vornehm zurück, obwohl sie die Hauptrolle spielen sollte.

Das "buongiorno" wird sofort erwidert, und obwohl der Signore hörbar nicht aus Italien stammt, hat der Herr aus dem hohen Norden Deutschlands allerbeste Voraussetzungen, seinen Gästen pure Italianità zu servieren.
Der duftende wie feinporige Cappuccino ist allererste Sahne, mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung zwischen Novara und Lecce schlagen sich hier zu Buche. Complimenti.

In dem kleinen Lokal wird nichts dem Zufall überlassen.
Der Cornetto kommt frisch aus dem Ofen, mit oder crema pasticcera.
Ich erhasche Kostproben einer außergewöhnlich deftig-paprizierten wie scharfen Salami und knuspriges Brot vom Bäcker des Vertrauens.

Allora: nicht, dass ich es nicht schaffen würde, mir ein ordentliches Frühstück zu richten. Dafür lasse ich mir wirklich oft und gerne viel Zeit.
Aber es gibt gute Gründe, zu faul zum Frühstückrichten zu sein. Dieser Cappuccino und diese Cornetti werden mich wohl noch öfters dazu verleiten.




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 aktualisierte einen Lokal Guide.
16. Dezember 2015
 aktualisierte einen Lokal Guide.
22. August 2015
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18. August 2015
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18. August 2015
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18. August 2015
1010 Wien
SpeisenAmbienteService
Bei Konstantin Filippou mal vorbeizuschauen, reizte mich schon seit Monaten. Dass er eben gerade eine kleine „O boufés“-Filiale fünf Meter neben dem Haupthaus machte, war dann nochmal spannende... MehrBei Konstantin Filippou mal vorbeizuschauen, reizte mich schon seit Monaten.

Dass er eben gerade eine kleine „O boufés“-Filiale fünf Meter neben dem Haupthaus machte, war dann nochmal spannender, weil sogar ein schneller Besuch zu Mittag möglich gewesen wäre.
User Thun23 hat diesen Besuch dann letztlich unumgänglich gemacht.

So wurde ein ganz liebes Jubiläum zu zweit gefeiert – und tatsächlich hatte man Platz für uns.

Das Interieur fasziniert – oder stößt ab. Abgeschlagene Wände und viel dunkle Farbe, nicht nur in der Toilette (letzteres macht das Schaltersuchen zuweilen zur spannenden Aufgabe).
Zum Dinner in the Dark wird’s dann doch nicht, so viel sei verraten.
Ich mag die Architektur, allein schon der Reiz der drei Ebenen, die eine einzige zu sein scheinen.
Wer schon mal im Café Alt-Wien in der Schleifmühlgasse war, weiß, was ich meine.

Runde Deckenleuchten, nicht jedermanns Geschmack, runden das puristische Bild ab. Der Hausherr will auch hier den Blick auf das Wesentliche richten – auf den Teller.

Man kommt rein in den äußerst hohen Raum, geradeaus geht’s hinab zu Küche und WC, gut getrennt durch eine feine Auswahl an „Natural Wines“, wie dies zur Zeit auf gut Neudeutsch heißt. Martin Gruzes Weine vom Längsee sind da ebenso zu finden wie jene von Tauss, Strohmeier oder so manchen Franzosen, Deutschen oder natürlich Italienern wie Angelino Maule.

Wir werden von der Schank aus in den „Halbstock“ geführt und nehmen den Platz mit der praktischen Durchsicht nach unten.

Das junge Personal ist flink und freundlich - man merkt, dass man bemüht ist, die kleine, feine Karte mit ihren Kombinations- und Variationsmöglichkeiten näherzubringen.

Besonders gespannt wäre ich auf die Eierschwammerl-Gnocchi von Vortester Thun23 gewesen – doch die sind nicht auf der Karte – und die geizt trotz des von der Architektur übernommenen Purismus nicht mit Reizen:

Brot „artisanal“ – wohl aus dem eigenen Backofen bzw. vom Lieferanten des Vertrauens.
Germteigig, aber ideal mit der gesalzenen Butter.

Ein Charcuterie-Teller – feinst aufgeschnitten mit dem schweren, italienischen Allesschneider:
Salami di cinta (la cinta senese ist eine Schweinerasse aus der Gegend um Siena), sehr gut, aber noch übertroffen vom butterzarten, lardoartigen Pancetta – und vom geschmacksintensiven Rinderschinken, der im Vergleich zum Supermarkt-Bresaola in Zartheit und Geschmack durch nichts zu ersetzen ist. Ob’s an der von Thun23 zuvor beschriebenen Toleranz liegt, das Viecherl 18 Jahre lang leben zu lassen, konnte ich nicht überprüfen.

Eine marinierte Goldbrasse, ebenfalls butterzart und edel flankiert von zart-knackigem und ebenso hauchzart geschnittenen Fenchel. Die Orangennote passt wie das Tüpferl am I.
Ein dunkel, aber nicht zu dunkel erwischter Oktopus, der fast Zweifel darüber aufkommen lässt, ob es sich um Meeresfrüchte, und nicht doch schon um weißes Fleisch handeln könnte.
Wunderbar kombiniert mit Kichererbsen und blättrig-dünnem Kohlrabi, auf Wunsch ohne Koriander.

Mein Zitronenhuhn. Sag niemals Hendl zu ihm!
Erstaunlich, diese Umsetzung. Zart und saftig wie es sein muss. Dass ich die Kapern mitessen würde, überrascht mich heute noch. Die „Fondant-Kartoffeln“ eine neue Erfahrung.
Die langgezogene Schalotte kompliziert zu bändigen, aber ein perfekter Begleiter.
Eine der besten Interpretationen des Themas „Huhn“ ever!

Filoteig-Röllchen mit Topfencreme. Marilleneis. Marinierte Marille.
Ganz uneitel, aber eine Bombe von Dessert – und doch nicht schwer im Magen.

Frau Gegenüber genießt das Dessert, das eigentlich ich bestellen wollte, doch der Topfen ist schuld.
So kommt es, dass ich mit dem Topfen glücklich werde, während die Mascarpone-Creme auf der anderen Seite zum Highlight erklärt wird – dass aber ständig das Essbesteck im Teller des anderen fündig wird, erklärt sich von selbst.
Es ist „nur“ Mascarpone, aber der kluge Koch hat der Creme noch etwas auf den Weg mitgegeben. Vanille? Zitrone?
Geschmückt war das Ganze mit so genannten "Crumbles", also süßen Bröserln und einer Kugel Johannisbeereis.

Caffè: eher Durchschnitt, leicht scharf, schwachbrüstige Crema, bissi zu dünn erwischt für meinen Geschmack.
Vino: ein deutscher Riesling Kabinett – das Risiko war groß, zu groß. In puncto Säure und Süße gleichermaßen zu aufdringlich für meinen Geschmack. Nächstes Mal wieder Österreich oder Italien.
Wasser: kommt immer wieder herrlich frisch und ohne Nachfragen in der hübschen Amphorenwein-Tonflasche des steirischen demeter-Winzers Sepp Muster daher.

Service: drei sympathische junge Damen und Herren, wie erwähnt bemüht und freundlich. Nur beim Bestellen wurde der Wein anfangs gleich zweimal vergessen.

Fazit: Ja, er kann’s – es wurde nicht zu viel versprochen und erzählt über den „griechischen Steirer“. Da ist jemand am Werken, den es nicht interessiert, ob Bremsspuren am Desserteller die Basis für die gute Nachspeise sind.
Da werden alltägliche Hauptdarsteller mitteleuropäischer Küche wunderbar flankiert von besten Zutaten und der nötigen Portion Kreativität – gepaart mit dem Wissen, was zusammenpasst und wie gewürzt werden muss.
Gut 50 Euro pro Person (ohne Trinkgeld) sind für das Gebotene nicht überzogen, die Portionen sind ohnehin nicht geizig.

Unbedingt wieder.
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2 Kommentare

"Ich musst es thun - oh mein Zitronenhuhn!" :-D

19. Aug 2015, 11:15·Gefällt mir1

Diese Beschreibung bitte nur lesen wenn man in Wien ist und sofort hingehen kann. Ich hab jetzt unendlich Gusto auf Zitronenhuhn.

19. Aug 2015, 08:07·Gefällt mir1
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20. Juli 2015
 hat ein Lokal bewertet.
7. April 2015
9020 Klagenfurt
SpeisenAmbienteService
Christian Cabalier ist zurück in Österreich. Nach Jetset-Destinationen wie Zermatt und Lech am Arlberg sowie Zagreb und Wien ist er ausgerechnet in Klagenfurt angekommen. Besser noch: ein Marktlo... MehrChristian Cabalier ist zurück in Österreich. Nach Jetset-Destinationen wie Zermatt und Lech am Arlberg sowie Zagreb und Wien ist er ausgerechnet in Klagenfurt angekommen.
Besser noch: ein Marktlokal am Benediktinermarkt, so etwas wie die Kärntner Rumpfvariante des Meidlinger Marktes, sollte es werden.

Cabalier, der hoffentlich möglichst wenig mit einem südostösterreichischen Lederhosenvertreter zu tun hat, will nach einem Vierteljahrhundert voller Großprojekte so etwas wie „kulinarisches Downshifting“ betreiben – Küche für jedermann/-frau, an einem Ort der Begegnung.
Was wäre dafür besser geeignet als ein Marktlokal - mit den obligaten Kleintischen, mit sonnendurchflutetem Blick auf das geschäftige Treiben zwischen den Marktständen?

Das Rezept passt: kleine Tageskarte, frische Produkte vom Markt, selbstgemachte Teigwaren.
„Mini-Kärntner Nudeln to-go“ soll es auch bald geben.

Na dann nichts wie hin – Biogemüse kaufen, frisches Roggen-Dinkelbrot, einen herrlichen Zwetschkenfleck, um dann einen der einfachen Tische unter der Markise zu ergattern.

Der Kellner bringt das Klemmbrett mit der Tageskarte.
Toskanische Tomatensuppe mit Brotwürfel und Parmesan.
Frischkäse-Lasagne mit Bärlauchpesto und Zitronensenf. Der Kellner mit dem vorsichtigen Hinweis auf die eher kleine Portion.
Kärntner Kasnudel mit Blattspinat, Bärlauch, Tomaten, geräuchertem Ricotta.
Venezianische Kalbsleber gäbe es auch. Prossima volta.

Keine selbstgemachten Säfte, die ich hier eigentlich fast instinktiv erwarten würde. Vielleicht wird das noch?

La zuppa toscana kommt als ordentlich dicke pappa daher, fein duftig und schön angenehm süßlich, nicht überwürzt, ohne die nervende Tomatensäure. Wirklich gut – und mit knapp unter 4 Euro auch nicht wirklich überteuert.

amarona ist wirklich zufrieden mit den sehr ansprechend aussehenden Kasnudeln, dann kommt amarones „Lasagne“.
Das äußerst hübsch angerichtete Arrangement ist denkbar einfach wie mager: ein 3cm-Durchmesser-Türmchen, bestehend aus je zwei Scheibchen perfekt angebratener Kartoffel und fein-cremigem Frischkäse, ähnlich einem Piemonteser Tomino: [Link]
Garniert mit je einem Miniatur-Batzerl Pesto und Zitronensenf. Formidabel.

Die Hauptdarsteller harmonieren wirklich wunderbar miteinander – nur: selbst der bekanntlich Großportionen meidende amarone fragt sich nach diesem kleinen Gustohappen wirklich, ob da vielleicht noch was kommt? Mehr als ein Gruß aus der Küche für gar nicht wohlfeile 7,50 war das sicher nicht.

Cabalier: „Die Türen der Kochwerkstatt sind für Jedermann und –frau geöffnet und ich hoffe, damit einen Ort der Begegnung und des Austausches zu schaffen."
So weit, so gut. Ich hoffe nur, dass auf einem schwierigen kulinarischen Pflaster wie Klagenfurt – obendrein am Benediktinermarkt – dieses Experiment mit exklusiven Appetithappen die doch relativ sparsame Klagenfurter Bevölkerung auf lange Hinsicht nicht an den günstigeren Nachbarn mit Ritschert und Maischerl verliert.

Fazit: wirklich gut, aber: Klagenfurt ist eben doch nicht Zermatt, Lech oder Velden.
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2 Kommentare

Angeblich sind die sogar über 15 Ecken verwandt, die halblustige Lederhose kocht allerdings sehr dünne Süppchen ganz anderer Art.

7. Apr 2015, 15:01·Gefällt mir1

Ich dachte an Gabalier...kocht der auch?

7. Apr 2015, 14:55·Gefällt mir
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7. April 2015
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1. Dezember 2014
1070 Wien
SpeisenAmbienteService
Frühstück Teil eins. Ja, so ein Samstag ist was Feines. Vor allem dann, wenn bis zum Abend nicht wirklich Konkretes am Plan steht. Gepflegtes Nichtstun könnte man sagen, obwohl: produktiv is... MehrFrühstück Teil eins.

Ja, so ein Samstag ist was Feines. Vor allem dann, wenn bis zum Abend nicht wirklich Konkretes am Plan steht.
Gepflegtes Nichtstun könnte man sagen, obwohl: produktiv ist so ein Samstag-Vormittag-Spaziergang allemal, wenn auch nur in eigener Sache. Aber wofür lebt man, wenn man auf die Dinge in eigener Sache vergisst.

Zweimal Frühstücken wird also mit einer Erkundungstour eines Gutteils der Gegend innerhalb des ehemaligen Linienwalls sozusagen „erarbeitet“.
Ich mag Spaziergänge in Wien, nicht nur im Ersten, die Bezirke drumherum werden per pedes gefühlt um Längen schneller und interessanter durchquert als über die vollgestopften Hauptverkehrsadern Ring und Gürtel.

Architektonisch gibt’s eine unglaubliche Bandbreite zu erforschen, von den „preiswert“ errichteten Bauten der Nachkriegszeit, die die unzähligen G’stetten der Vorstädte auffüllten bis zu Jugendstil und Gründerzeitbauten und den Perlen der Josefstadt oder des Spittelberges aus der Zeit des späten 17. Jahrhunderts.
Die „Navigation“ ist denkbar einfach – vom Achten irgendwie in Richtung Süden, sich an den geometrisch angelegten Hauptadern und Querstraßen orientierend, irgendwann mal sollte der Naschmarkt erreicht sein.

Nicht durch Zufall aber gehen wir auf dem Weg dorthin durch die Kirchengasse, die den Namen der am Ende gut sichtbaren Kirche Mariahilf verdankt.

Amarona weiß vom Figar-Frühstück zu erzählen, na nichts wie hin.

Die Fassade des ehemals großen Geschäftslokals scheint denkmalgeschützt zu sein, nur der Eingang rechts gehört zum Lokal. Nichts außer ein kleines, weißes Würferl mit dem Lokalnamen drauf durfte anscheinend hier die Fassade „stören“.

Das Innenleben ein langer hoher Schlauch, sehr schlicht, teils durch Mauerziegel(imitat?) fast ein wenig kalt, an der gegenüberliegenden Wand ein überdimensional großes Aktkunstgemälde (siehe Bild), im hinteren Bereich die Schank samt großer, mit Strahlern beleuchteter Tafel darüber.

Thonet-artiges Gestühl, die Tische eng beieinander, Privacy gibt’s noch weniger als etwa in der Disco Volante im Sechsten. Während der Tisch links neben uns durch unsere Bestellung Lust auf unser Essen bekommt, dürfen wir von den Damen rechts neben uns die Neuigkeit erfahren, dass Männer eben doch alle gleich sind. Diese Tatsache wird mit deftigem Essen (Portion Eierspeis‘, Riesenburger) feierlich und munter dahinschwurbelnd runtergeschluckt.

Dass wir den Tisch überhaupt bekamen, verdanken wir einem gewissen Herrn X, dessen Reservierung von demselben offenbar vergessen bzw. nicht storniert wurde. Herr X, so geht’s wirklich nicht! Andererseits: recht herzlichen Dank, wir hätten sonst keinen Tisch bekommen.

Wir bestellen: mediterranes Frühstück mit Tomaten, Oliven, Gurken, Topfenaufstrichen, Spiegelei etc. garniert dort (wohlwollend, aber nicht überschwänglich zur Kenntnis genommen), ein Wiener Frühstück ohne Ei hier. Ausreichend bestückt, Blütenhonig, eine pikante Marmelade, der Schinken in Ordnung, der Käse ein buttriger Schnittkäse ohne Loch ebenso, bin allerdings kein großer Käseesser.

Dazu ein süßer French Toast und eine Portion Porridge mit Ahornsirup. Der Saft auf Apfel und Karotte in Bioqualität, mit Wasser verdünnt.
Der Cappuccino verdient seinen Namen nicht wirklich, nennen wir ihn mal eine halbwegs gute Interpretation des Themas „Melange“.

Die Servicecrew hat sichtlich viel zu tun, entschuldigt sich für eine gewisse Wartezeit, die wir allerdings ob des regen Kommen und Gehens erwartet hatten. Ein vergessenes Besteck wird umso schneller nachgebracht, manchmal wirkt es vielleicht ein wenig improvisiert und wenig professionell.

Bei jedem Frühstück mit von der Partie: Joseph-Brot. Ist zwar teurer als billiges Aufbackbrot, dafür aber g’schmackiger und weitaus bekömmlicher als die namenlose Industrieware.

French Toast: mit ein paar doch zu dunklen Stellen, da hätte sich der Koch vielleicht schon in der Küche überlegen können, zwei neue Scheiben zu opfern. Ich schneid’s oberflächlich weg und gut is‘.
Apropos Oberfläche – die gewürfelten Äpfel machen sich gut auf dem zart knusprigen Toastbrot, die Melonenwürfel weniger. Nicht mein Fall – persönliche Abneigung gegen die parfümiert wirkenden Gurkenverwandten.

Der Porridge wirklich schön mollig cremig, mit dem nötigen Biss und den obligaten weichen „Klumpen“. Von links gibt’s Stielaugen – und schon hat auch der Nachbarstisch vier Portionen davon bestellt. Zu Recht.
Dass sich auch hier die Melonenwürfel wiederfinden, sei ein zweites Mal verziehen. Runter damit.

Fazit: Gut gefüllt geht’s weiter in Richtung vierter Bezirk.
Wenn auch vieles, das hier am Teller ist, gut und gern zuhause selbst zubereitet werden kann, so ist es doch erfreulich, wenn es Lokale gibt, in denen mehr als nur Standardware serviert wird.
Obendrein zu nicht wirklich unverschämten Preisen, wie wir fanden.
Fortsetzung Frühstück Teil 2: Operngasse, Radlager Palazzo - siehe dort.


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1. Dezember 2014
1070 Wien
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28. November 2014
9500 Villach
Taglio Pizza - Villach
Taglio Pizza - Villach
Taglio Pizza - Villach
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28. November 2014
9210 PÖRTSCHACH
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28. November 2014
9020 Klagenfurt
Tokyo Running Sushi - Klagenfurt
Tokyo Running Sushi - Klagenfurt
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