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Mi, 1. Februar 2023
In der Umgebung

Sakai - Taste of Japan

2 Bewertungen
Florianigasse 36, 1080 Wien
Küche: Japanisch
Lokaltyp: Restaurant
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Sakai - Taste of Japan - WienKobachi - Sakai - Taste of Japan - Wien1. Gang - Sakai - Taste of Japan - Wien
2. Gang - Sakai - Taste of Japan - WienDer Hauptgang - Sakai - Taste of Japan - WienSakai - Taste of Japan - Wien86 Fotos

Bewertungen (2)

Gesamtwertung

44
2 Bewertungen
Speisen
42
Ambiente
40
Service
50
am 7. März 2020
Stammersdorfer
Experte
SpeisenAmbienteService
Und wieder ist Restaurantwoche Wien, noch bis Sonntag den 8.3.2020. Dermal der Tatort bei uns im Grätzl, in der Josefstadt, das Restaurant SAKAI in der Florianigasse 36. Betreiber ist Hiroshi Sakai und der ist in der Branche kein unbekannter, stand er doch viele Jahre im Unkai in der Küche. D...Mehr anzeigenUnd wieder ist Restaurantwoche Wien, noch bis Sonntag den 8.3.2020. Dermal der Tatort bei uns im Grätzl, in der Josefstadt, das Restaurant SAKAI in der Florianigasse 36.
Betreiber ist Hiroshi Sakai und der ist in der Branche kein unbekannter, stand er doch viele Jahre im Unkai in der Küche.

Das Lokal ist nicht sonderlich groß und trotzdem noch in mehrere kleine Bereiche durch Raumteiler abgetrennt. Vier sind es mit dem Hauptraum, da ist auch die Schank. Gleich wenn man rein kommt sind links die Garderobe und je zwei kleine Sitzbereiche für je 6-8 Personen, wenn ich das richtig gesehen habe. Am Ende des größten Raums ein weiterer, im Idealfall für 16 Leut. Da saßen wir und noch 9 andere. Ich würde meinen, dass gesamt 50 Gäste Platz haben. An der Bar kann man ebenfalls sitzen, was einig Japaner auch taten.
Man findet hier sehr viel helles Holz, Schank, Tische und Raumteiler die noch zusätzlich mit weißer Leinwand bezogen sind. Die mit dunkelbraunem Stoff bezogenen Sessel, laden zum länger bleiben ein. Sehr gemütlich, sympathisch und irgendwie beruhigend ist es hier.
PS: schaut alles irgendwie japanisch aus, aber ehrlich gesagt habe ich genau keine Ahnung wie Lokale da ausschauen.

Es gab an dem Abend 4 sehr junge Servicemitarbeiter, davon eine unsrige, alle anderen wahrscheinlich japanischer Herkunft. Bei den zwei Burschen erkannte man keinen Akzent, ich vermute, dass die hier aufgewachsen sind. Alle waren super freundlich, sehr engagiert, höchst aufmerksam und es wurde uns alles ganz genau erklärt. Perfekte Leistung, was anderes fällt mir dazu nicht ein.

Es erwartet uns traditionell japanisches modern interpretiert, in Form eines 3 Gang Menü um € 39,50 pro Person. Etwas anderes gibt es hier in dieser Woche nicht.
Man kann die Karte vorab schon im Netz studieren, wobei es einige wenige kleine Abweichungen gab, zu dem was auf der Restaurant Woche Wien Homepage zu lesen war. Über die reserviert man, wir für Mittwoch den 4.3.20 um 18:00.

Wir bekamen Kobachi, ein Gruß aus der Küche. Das war irgendwas mit Thunfisch, Gemüse und Mayonnaise, grandios!
Dann Gyūniku no Tataki wan Shitate, eine Suppe mit Tataki aus Rinderfilet, Saikyō Miso und Wasabi.
Gang zwei ist Millefeuille Sashimi, bestehend aus Thunfisch, Jakobsmuscheln, Lachs geschichtet, Ikura, Krabbenfleisch, Seeigel-Nori-Sauce und geschäumte Sojasauce.
Zum Schluss der Hauptgang und zwar Shake no Chan-Chan-Yaki, das ist Lachs, Gemüse, Weißkraut Pilze, Rote Miso-Sauce, irgendwo soll auch Filoteig gewesen sein? Dazu gibt es Gomoku Reis (einer mit Gemüse) und Ishikari Suppe.

Auf die einzelnen Speisen näher einzugehen, kann ich leider nicht, denn da war für mich/uns viel zu viel Neues und Unbekanntes dabei. Aber das was wir auf den Tellern, in den Schalen, im geflochtenen Körberl und der Alufolie hatten, war schlicht der Hammer. Eine dauerhafte Geschmacksexplosion am Gaumen, eines besser als das andere. Das absolute Highlight war die Seeigel-Nori-Sauce, bzw. der 3. Gang als solches.
Der Inhalt der Suppen wird zuerst mit den Stäbchen gegessen, danach wird diese aus der Schale geschlürft. Wer will kann hier natürlich unser good old Besteck habe, tat aber kaum wer.

Nun noch zu den Getränken, da war zu Beginn was völlig traditionell Japanisches und zwar zwei Glas eines sehr guten italienischen Prosecco :-))
Zum Essen dann ein Flascherl Rotgipfler, Riede Flamming, von Leo Aumann aus Traiskirchen, einer unserer Lieblingswinzer. Ein herrlicher, fruchtiger Weißer, der ganze ausgezeichnet zu den Speisen passte. Es gab Leitungswasser dazu und nein kostet nix.
Es hätte auch Sake Begleitung gegeben, 3 Sorten a 50ml zu 18 €, oder a 90ml zu 28 €. Nein danke!

Die Moral von der Geschichte vom SAKAI - Taste of Japan, die Kulinarik war der Hit, das Ambiente gefällt und die Serviceleistung tat ihr Übriges dazu. Die 130,-- Euro mit Maut waren bestens angelegt und man kann mit Plastikgeld zahlen.

Bald wieder, denn auf der Speisekarte findet sich so einiges, das gekostet werden will. :-)
A ja und am Sonntag ist immer zwischen 12:00 und 14:30 Sushi Brunch, da gibt es nix anderes.
Sakai - Taste of Japan - WienKobachi - Sakai - Taste of Japan - Wien1. Gang - Sakai - Taste of Japan - Wien
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am 24. Juli 2019
ZeynepViyana
Experte
SpeisenAmbienteService
Wir waren zum Nespresso Gourmetweeks 2019 beim Sakai. Ich muss leider sagen, dass Ich ein bisschen enttäuscht war. Das Essen hat mir allgemein nicht gefallen. Der Geschmack von den Speisen war nicht wirklich meins. Ich kann nicht viel gegen das nette Ambiente und die unglaublich freundliche, flin...Mehr anzeigenWir waren zum Nespresso Gourmetweeks 2019 beim Sakai. Ich muss leider sagen, dass Ich ein bisschen enttäuscht war. Das Essen hat mir allgemein nicht gefallen. Der Geschmack von den Speisen war nicht wirklich meins. Ich kann nicht viel gegen das nette Ambiente und die unglaublich freundliche, flinke, Informative, bemühte und liebe Kellnern sagen. Die waren einfach spitze. Aber das Essen (knusprige Spieße mit Hühnerfleischbällchen, marinierte Lachs-Sashimi und Japanese style Hamburger Steak) war keine gelungene Mischung für mich. Die Saucen haben mein Gaumen nicht gepasst und ich bin vom Tisch nicht happy aufgestanden. Ich würde aber gern wieder hin und ganz andere Sachen von der Speisekarte probieren, weil Ich von anderen so viel Positives gehört habe. So deshalb, "Bis bald Sakai!"
Sakai - Taste of Japan - WienKnusprige Spieße mit Hühnerfleischbällchen - Sakai - Taste of Japan - WienMarinierte Lachs-Sashimi - Sakai - Taste of Japan - Wien
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am 8. Oktober 2016
Alzi
Experte
SpeisenAmbienteService
Wir haben am Tag selbst reserviert. Eine gehetzt sprechende ausländische männliche Stimme konnte uns gerade noch für 19.30 einen Tisch reservieren. Als wir pünktlich kamen, waren nur drei Tische besetzt. Auch im Laufe des Abends hätte man jederzeit als Laufkundschaft auch noch einen Platz bekomme...Mehr anzeigenWir haben am Tag selbst reserviert. Eine gehetzt sprechende ausländische männliche Stimme konnte uns gerade noch für 19.30 einen Tisch reservieren. Als wir pünktlich kamen, waren nur drei Tische besetzt. Auch im Laufe des Abends hätte man jederzeit als Laufkundschaft auch noch einen Platz bekommen können. Das Service ist ausgezeichnet, man wird von einer Patronne zum Tisch geführt, den Mantel muß man jedoch selbst am anderen Ende des Lokals aufhängen. Rasch werden die Karten serviert und das Personal gibt ausführlich Bescheid über Feinheiten der japanischen Küche, die dem Abendländer nicht so geläufig sind. Es gibt mehrgängige Menus, die bis zu € 69.- kosten, wir wollten unser Essen aber selbst zusammenstellen. Ein Gruß aus der Küche ist eine kleine Mischung aus Krabben und Nashi, gebunden mit einer weißen Sauce. Wir entschieden uns für den großen Sushi-Teller mit 12 Stück um € 24,90. Sehr lockerer Reis und ganz weiche frische Fischfilets kamen an den Tisch. Darunter waren auch nicht alltägliche Fischsorten und Meeresfrüchte. Als weitere Vorspeise wählten wir die Vorspeisenvariation um € 15,90, die eindeutig Haubenqualität hatte. Dieser Vorspeisenteller richtet sich nach dem Angebot der Saison. Es waren viele aufwendige Kreationen, die bei uns praktisch unbekannt sind, wie Gurke mit Hering und scharfem Safran oder perfekt abgeschmeckter gekochter Thunfisch in einer Sauce. Als Hauptspeisen wählten wir zwei Mal Rindfleisch, einmal mit Teriyakisauce und Gemüse, einmal mit Pilzen ,Ingwersauce und Blattsalat. Da wir nur einmal Reis wollten, wurden zwei halbe Portionen in zwei getrennten Schälchen serviert. Beide Hautspeisen waren sehr gut abgeschmeckt. Als Nachspeisen wählten wir nichts Süßes, sondern zwei Tapas, einmal eine Tasche aus Yubateig,
gefüllt mit Krabbenfleisch und Gemüse der Saison, Tempurasauce und Karashi um € 8,90 und ein Mal in Sojasauce-Marinade eingelegter Thunfisch und Avocado mit Spicy-Sauce, die zu scharf war, der Thunfischgeschmack war leider übertönt. Drei nicht so feine Kleinigkeiten gibt es zu erwähnen: der Raum strahlt keine Heimeligkeit, sondern eher japanische Nüchternheit aus, Privatgespräche können am Nachbartisch mühelos mitgehört werden. Die Toiletten sind zwar sauber, könnten aber eine Renovierung vertragen. Schließlich verläßt man das Lokal mit Küchengeruch in der Kleidung. Der Service ist wirklich aufmerksam und flink, sowie äußerst kompetent, die Wartezeit auf die Speisen ist relativ kurz und angemessen. Die Portionsgröße ist eher auf der kleinen Seite. Das Essen ist nicht billig, aber für das Gebotene ganz in Ordnung. Ein Lokal für besondere Anlässe zum Weiterempfehlen.
Vorspeisenvariation - Sakai - Taste of Japan - WienRindfleisch in Ingwersauce mit Pilzen und Blattsalat - Sakai - Taste of Japan - WienThunfisch und Avocado mit Spicy-Sauce - Sakai - Taste of Japan - Wien
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2 Kommentare

Lieber Laurent! Natürlich hast Du mit Deiner Rechtsmeinung völlig recht. Es hängt an der Haftung. Allerdings hätte ich mir von einem Lokal dieser Qualität und dieser Preislage und ausgehend von asiatischer Höflichkeit, die schon bis zur Unterwürfigkeit gehen kann, mehr erwartet.

8. Okt 2016, 15:34·Gefällt mir1

den Mantel muß man selbst aufhängen: Ich glaube das hat was mit Haftung zu tun: Wenn die Garderobe vom Personal entgegengenommen wird, übernimmt es ( die Lokalbetreiber) auch die Haftung dafür; Die übliche Anbringung von Kleiderhaken in einem Restaurant (Kaffeehaus, Bar etc.) und die dortige Ablage von Kleidungsstücken durch Gäste begründet jedoch in der Regel keinen Verwahrungsvertrag. Daher ist der häufig anzutreffende Anschlag in Restaurants "Für die Garderobe wird nicht gehaftet“ grundsätzlich nicht notwendig, da dies ohnehin der bestehenden Rechtslage entspricht

8. Okt 2016, 11:09·Gefällt mir1
am 2. März 2016
Klee
Level 4
SpeisenAmbienteService
Endlich mal Gelegenheit gehabt, in das vielgepriesene Sakai zu gehen. Eine Person nimmt Menü, ich zuerst Sushiset, anschließend Beef, dazu ein Glas Sauvignon Blanc (es gibt nur drei offene Weine). Es folgt ein Gruß aus der Küche (diverses Meeresgetier, gut gewürzt). Menü aus Tempura, Sushi und Su...Mehr anzeigenEndlich mal Gelegenheit gehabt, in das vielgepriesene Sakai zu gehen. Eine Person nimmt Menü, ich zuerst Sushiset, anschließend Beef, dazu ein Glas Sauvignon Blanc (es gibt nur drei offene Weine). Es folgt ein Gruß aus der Küche (diverses Meeresgetier, gut gewürzt). Menü aus Tempura, Sushi und Suppe mundet Person 1, für den Preis von 35 Euro aber mengenmäßig zu wenig. Über Sushi kann man qualitativ nicht meckern, im Unkai war's aber besser. Rindfleisch wurde mit Gemüse serviert, jedoch ohne Reis. Die Rindfleischstücke waren rießig, mit Stäbchen logischerweise nicht teilbar, und immer abbeißen ist ja auch nicht der Hit. Somit alles im Mund zerkaut, das war ebenfalls nicht der Hammer. Der Sauvignon Blanc schmeckte übrigens wie ein Chardonnay und war gelb wie ein Muskateller. Absolut nicht mein Geschmack. Unterm Strich: eh ganz ok, aber für diese Preise und diesen Koch erwartet man sich einfach mehr.
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am 27. Jänner 2015
dieBrotvernichter
Experte
SpeisenAmbienteService
Schon lange sind wir neugierig auf die authentisch japanische Küche des Sushimeisters, der aus dem Unkai kommt. Unmöglich teuer dort. Im Sakai – salzig sind die Preise immer noch. Aber wir schätzen asiatische Restaurants, die auf hohe Zutatenqualität Wert legen und die findet man in diesem Kü...Mehr anzeigenSchon lange sind wir neugierig auf die authentisch japanische Küche des Sushimeisters, der aus dem Unkai kommt. Unmöglich teuer dort. Im Sakai – salzig sind die Preise immer noch.

Aber wir schätzen asiatische Restaurants, die auf hohe Zutatenqualität Wert legen und die findet man in diesem Küchengenre leider nur im gehobenen Preissegment. Zahlt man da einen Exotenbonus?

Ja, der ist offensichtlich inkludiert, denn das Ambiente ist zwar japanisch puristisch und recht angenehm aber bei Preisen über € 57,00 (Sushi Kaiseki) und € 65,00 (kisetsu no osusume Kaiseki) für kleine Sammelsurien an kulinarischen Überraschungen, welche die Küchenmannschaft aus dem Stehgreif zaubert, darf man sich mehr oder weniger eigentlich auch vom Rundherum Einiges erwarten:

Weniger Küchengeruch im Gästebereich, viel weniger. Dafür viel mehr Souveränität Service.

Der Exotenbonus endet aber bei den regionalen Weinen. Die sind schwerst fair kalkuliert. Jedes gute Achterl (Riesling und Rotweincuvee) aus Langenlois um unglaubliche € 2,90. Da waren wir erstaunt.

Die Überraschungen sind der Küchenmannschaft wirklich gelungen. Was da am Teller und in den Schüsseln war, blieb bis zum Mund eine Überraschung, weil die nette Servicedame so zurückhaltend war, dass sie uns auch nicht erzählt hat, was wir da serviert bekommen. Einiges ist uns bis heute ein Rätsel geblieben. Das ist schade, denn wir könnten die einzelnen Speisen nicht noch einmal bestellen. Klar, wir haben die ersten paar Tellerchen und Schiffchen hinterfragt aber dann waren wir schon zu müde. Denn anders als wir dachten, wurden die Kleinigkeiten nach einander serviert und es hat dann doch sehr lang gedauert.

Alle kleinen Gerichte, die uns die dezente junge Dame serviert hat, waren wirklich mit Niveau und gekonnt zubereitet. Anders ist der Geschmack als man den von Preiskampf-Asiaten kennt. Irgendwie klare definierte Aromen sind da in dem Essen. Man konnte alles ganz differenziert herausschmecken. Und jedes einzelne kleine Gericht hat wirklich anders geschmeckt. Jedes rohe Lebewesen aus dem Meer war eine neue Geschmacksentdeckung. Und im Sakai sind die Garnelen auch wirklich roh, genau so wie die Algen. Jede Art schmeckt anders. Auch die klaren Suppen: eine ganz anders als die andere.

Für den Abend haben wir uns vorgenommen, uns drauf einzulassen. Wir kennen ja nur den panasiatischen Sushi-Standard, abgesehen vom einen oder anderen Experimental-Ausflug. Also wollen wir’s jetzt mal richtig wissen.

Und wir essen alles, was da kommen will - außer Schwein. Das muss nicht sein. Einer hat’s vergessen zu erwähnen, der hat’s dann aber auch voll abbekommen. Bei der anderen wurde die Schweineabstinenz vorbildlich berücksichtigt. Statt dem fetten aber sehr feinen Schweinebauch in Suppe, bekam sie leider Rinderzunge.

Oder doch zum Glück? Überraschender Weise: Ja. Es war tatsächlich eines der zartesten Stücke Fleisch, die wir bislang zu essen bekommen haben. Kein Fett, keine Flachsen. Kostportion. Wie ein Tafelspitz in klarer Suppe gegart mit Wurzelgemüse und ein paar Frühlingsröllchen oben drauf. So klar wie die Suppe war auch der Geschmack: puristisch aber deutlich. Das war der Fleischgang.

Wir schalten ein paar Gänge zurück:
Es gab ganz viel Außergewöhnliches. Suppe mit Meeresgetier- Pilz- und unbekannter Objekteinlage in der Teekanne mit Trinkbecher dazu. Genau so klar aber geschmacklich wieder ganz anders als jene vom Fleisch. In diesem klaren Suppensud war ein super flaumiges kleines Krabbenfleischköderl. Richtiges Krabbenfleisch. Ungepanscht. Auch dabei war ein Kugerl, das optisch und konsistenziell einem gekochten Wachteleidotter ähnelt, aber extrem grausig bitter war. Ein paar Schlucke Suppe aus dem Becher lässt die Gesichtsmuskulatur wieder entspannen.

Beim Nigiri-Sushi-Gang ein ähnliches Erlebnis. Die Freude war groß, über die facettenreichen Fischsorten auf dem Reis. Und ganz besonders groß über das Kleinfingernagel große Stückerl roher Seeigel am Oktopusnigiri. Leider ganz schlimm, dieser Seeigel. Grausam was da den Geschmacksknospen zugemutet wird. (Aber die sind ja bekanntlich bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt.) Das kleine wabbelige Stückerl sieht aus wie eine Vogelzunge in orange. Und wenn das dann in den Mund kommt, will die Zunge nur noch davon laufen. Intensivst bitter. Gelartige Konsistenz. Diesmal leider keine Suppe zur Hand, dafür das Glas Weißwein in greifbarer Nähe. Zum Glück auch noch Wasser. Erste Neutralisierungshilfe.

Top Fischqualität. Sogar der Thunfisch ist genießbar. Kein metallischer Geschmack der auf der Zunge bleibt. So mögen wir das. Wie beim Nigiri, auch beim Sashimi ALLES roh. Ja, auch die Garnele. Endlich. Diese vorgekochten Garnelen und dieses Krebsimitatstangerl gibt’s dort nicht. Die Garnele ist roh echt eine Geschmacksbereicherung. Ganz dezent, saftig, frisch und süßlich - so wie der Oktopus, nur der hat im Rohzustand eine leicht bittere Note, bissfest und saftiger ist der auch roh nicht. Die Algen rundherum schmecken nach Meer. Kaum salzig – gut abgespült. Und hübsch sind sie, weil so frisch, wie gerade erst geerntet. Leicht knackiger Biss und bunt. Wasabi leider das 08/15 Programm in grün. Aber der Ingwer natürlich selbst eingelegt und keine Spur von Rosa.

Die Vorspeisenvariation hatte auch eine Ansammlung an kleinen mundgerechten Delikatessen. Alles hervorragend. Gedünstete Auster (in Sesamcremesauce), gelackter Aal, Hühnerpastete, Kürbispüree, Tempurakrabbe, panierter Fisch mit Mayonnaisetupfen und noch mehr unbekannte Essobjekte. Wir wurden ja nur selten aufgeklärt. Alles hat uns sehr gut geschmeckt.

Auch der Gruß aus der Küche hat mit gedünsteten Fisolen im cremigen Lachsgehäcksel (vielleicht mit Sauerrahm, Mayonnaise und Sesam abgerührt) unseren Geschmack gut getroffen.

Das Grillgericht des Menüs war bei uns beiden Fisch. Zum Einen war’s ein wirklich herausragend gutes leider viel zu kleines Stück Butterfisch. Von dem hätten wir beide gern mehr gehabt. Irgendwie würzig, erdnussig und leicht süßlich mariniert und saftig gebraten. Dazu ein Scheiberl Limette – perfekt. Zum anderen war der Wolfsbarsch zwar auch gut, aber konnte dem raffinierten Butterfisch nicht das Wasser reichen. Weil er davon selbst mehr gebraucht hätte – der war schon recht trocken.

Asien und Desserts. Geht schon. Man kann da aus exotischen Zutaten schon was machen. Braucht aber die europäische Zubereitungstechnik und das geht so: Matchabiskuit mit Kürbis Creme Brulee. Eh ok. Nix aufregendes. Spannender lesen sich alle anderen Nachspeisen der Dessertkarte.

Die Neugier ist geweckt. Aber: Wir leben in einer Demokratie. Und 50% der Wahlbeteiligten wollen leider aufgrund der Raumaromatik nicht mehr wieder kommen, aber die anderen 50% sind sehr gespannt auf den Rest der Speisen- und Dessertauswahl. Auch auf die Portionsgrößen bei Einzelbestellungen. Und auf das monatlich wechselnde Zusatzspeisenprogramm oder den Sushibrunch… es wird eine Wahlwiederholung geben müssen. Denn ein neuerlicher Besuch kann nur einstimmig beschlossen werden.

Die Hälfte der Wahlbeteiligten fühlen sich nämlich ordentlich angepatzt. Weil man sich nach dem Besuch dort, am besten gleich in voller Montur, in die Waschmaschine stecken muss. Der Geruch fräst sich einfach in jede Pore. Da hat die eine Hälfte der Brotvernichter noch viel Überzeugungsarbeit und einen harten Wahlkampf vor sich. Aber es ist eine Meisterin am Werk. Oder einfacher: das Sakai revitalisiert seine Lüftungsanlage? Das täte dem Gemeinwohl gut.
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7 Kommentare·Zeige alle Kommentare

Schweinslungenbraten ist aber ganz mager!

28. Jän 2015, 14:46·Gefällt mir

Bertl2: Frau Brotvernichter: aus geschmacklichen Gründen und bei mir aus dem Grund, weil mir Schweinefleisch zu fett ist. Trifft bei uns aber nur bei Schweinefleisch als Hauptspeise zu, wir verfeinern unsere Abendessen gerne ab und zu mit Wildschweinwurst, Speck oder Rohwurst vom Ibericoschwein usw.

28. Jän 2015, 14:06·Gefällt mir

Schweinefleischvermeidung aus religiösen Gründen?

28. Jän 2015, 07:56·Gefällt mir
am 23. November 2014
Evba
Experte
SpeisenAmbienteService
Manchmal hat man Glück. In Facebook stieß ich auf eine Anzeige "Zum ersten Jahrestag des Restaurant Sakai an 2 Tagen ein Kaiseki-Menü um 50€ statt 100€". So ein Geburtstag ist was Schönes. Anfangs stand es nur auf Japanisch dort und ich dachte mir, wollen die nur JapanerInnen, weil so viele Mensc...Mehr anzeigenManchmal hat man Glück. In Facebook stieß ich auf eine Anzeige "Zum ersten Jahrestag des Restaurant Sakai an 2 Tagen ein Kaiseki-Menü um 50€ statt 100€". So ein Geburtstag ist was Schönes. Anfangs stand es nur auf Japanisch dort und ich dachte mir, wollen die nur JapanerInnen, weil so viele Menschen in Wien können auch nicht Japanisch; aber die Übersetzung wurde dann eh nachgeliefert.

Also nichts wie hin. Das Nichtraucher-Lokal mit hellem Holz, braunen Sesseln, etc. wirkt sehr japanisch. Ich halte mich jetzt nicht lang mit der Beschreibung des Ambiente auf, das wurde ohnehin schon ausreichend getan. Zu erwähnen sind vielleicht die wechselnden Ausstellungen an den Wänden – diesmal war es Kalligraphie.

Wir wurden sehr freundlich von der Chefin mit einem Aperitif aufs Haus (Schilchersekt oder Prosecco)und einem Pläuschchen empfangen.
Der Chef war früher Chef im Unkai und hat seinen Souschef gleich mitgenommen – und er hat eine Vorliebe für Kaiseki ryôri (japanische Menüfolge mit vielen kleinen Schüsselchen, wurde früher vor einer Teezeremonie serviert). Gute Sushi, etc. findet man bald wo (na ja so bald in Wien auch wieder nicht), aber ein Kaiseki –Menü ist mir bis jetzt nur im Unkai begegnet.

Der erste Gang waren
• Rohe Austern mit scharfer Cocktailsauce aus Tomate Zwiebel und Chili
• Carpaccio von der Jakobsmuschel mit grüner Cocktailsauce aus Zwiebeln und Yuzu

Dass die Muscheln frisch waren versteht sich von selbst, die scharfe Cocktailsauce war nicht wirklich scharf, aber sehr pikant und überdeckte nicht den Geschmack der Auster auch die Jakobsmuschel war hervorragend, und hatten durch die Yuzu (japanische Zitrusfrucht) einen frischen Geschmack, dann als nächstes

• Herbstliche Pilzsuppe mit Shimeji, Shiitake (japanische Pilze), Kräuterseitlingen und Krabbenfleisch in Dashisuppe, wird im Siphon zubereitet
• Ganz kurz gebratenes Rinderfilet eingelegt in Mangosauce mit Zwiebeln und japanischer Chilipaste

Die Pilzsuppe wurde folgendermaßen zubereitet: in der Siphon genannten – eigentlich ein Gerät, wie früher die Kaffeemaschinen waren – gab es oben einen Glasballon gefüllt mit den Pilzen; darunter die Dashibrühe, die durch ein Feuer erhitzt zu den Pilzen hinaufstieg, die Aromen heraussaugte und dann wieder in das Gefäß zurückrann. Das ganze wurde dann über das wunderbar zarte Krabbenfleisch und ein paar Pilze und andere Zutaten gegossen. Mir tat es fast leid, dass die Pilze in dem Siphonballon weggetragen wurden, weil Shimeji, etc. schwer zu bekommen sind und ich sie mag, aber wahrscheinlich wären sie zum Essen zu ausgelaugt. Natürlich ist das ganze sehr verspielt, war aber trotzdem sehr gut.
Das Rindfleisch schmeckte meinem Mann sehr gut und war laut ihm zart und aromatisch (ich mag kein Rindfleisch außer es ist ganz roh oder faschiert). Dann kamen eine

• Auswahl verschiedener Sashimi
• Kugelförmige Sushi

Bei den sehr frischen Sushi und Sashimi waren zu meiner Freude ein Amaebi (übersetzt süße Garnele, also eine Kaltwassergarnele mit süßlichem Abgang) und Seeigel, die ich beide sehr gerne mag dabei. Seeigel ist bei uns auch frisch schwer zu bekommen und ziemlich teuer – wunderbar. Sonst gab es Thunfisch, Lachs und Makrele (die mein Mann aß, weil ich keine Makrelen mag) und einen normales Ebi (Garnele), welches das einzige war, das mir nicht so toll schmeckte. Dann

• Tasche aus Yubateig, gefüllt mit Jakobsmuschel, Tintenfisch und Garnele, garniert mit Seeigel, Seeigelsauce und Yuzupfeffer
• Gebratene Champignons gefüllt mit Entenfarce

Yuba ist eigentlich die Haut, die beim Tofu-machen aus der Sojamilch entsteht, darin wurde das obige Meeresgetier eingewickelt; schmeckte etwas fad (so ist es mit manchen japanischen Speisen) aber trotzdem gut und seeehr japanisch. Auch wieder mit herrlichem Seeigel (von dem ich auch die Portion von meinem Mann klaute). Die mit Entenfarce gefüllten Champignons waren ein Gedicht, in einer würzigen Sauce. Als nächstes

• Softschellkrabbe im Ganzen in Tenpurateig gebacken
• Buchweizennudeln in Wasabisauce (kalt oder warm)

Der Tenpurateig der Krabbe und des Gemüses war ganz knusprig, überhaupt nicht fettig und toll. Die Soba (Buchweizennudeln) wählte ich kalt (obwohl es nicht zur Jahreszeit passt) und sie waren so, wie Soba sein sollen. Zum Schluss, obwohl wir fast nicht mehr konnten, das Dessert

• Mousse von weißer Schokolade mit Grünteepulver
• Crème brûlée mit schwarzem Sesam

wunderschön angerichtet, die Mousse cremig, sonst normal, die Crème brûléeköstlich mit sehr knuspriger Kruste, ein wunderbarer Abschluss.

Dazu wählte ich eine "Sakebegleitung" (ist in Japan eigentlich nicht üblich), war aber recht lustig, besonders der Shôchû (Reisschnaps) mit Grapefruit zum Dessert. Das mit dem Sake liegt wahrscheinlich daran, dass das Steckenpferd des Chefs ist und er guten Sake in Österreich promoten will. Eine Weinbegleitung hätte es auch gegeben.

Wir wurden gut umsorgt, alles kam zur rechten Zeit und wir mussten auch auf nichts warten. Ich weiß nicht ob es an dem "Sonderessen zum Geburtstag" lag oder sich die Anfangsschwierigkeiten mit dem Service, die manche Schreiber zuvor bemängelt hatten, vorüber sind.

Fazit: moderne japanische Küche at ist best, mit kreativem Touch und ein klein wenig verspielt, was aber passt.
Mousse von weißer Schokolade mit Grünteepulver
Crème brûlée mit schwarzem Sesam - Sakai - Taste of Japan - Wiender Shôchû (Reisschnaps) mit Grapefruitsaft - Sakai - Taste of Japan - WienSoftschellkrabbe im Ganzen in Tenpurateig gebacken
Soba in Wasabisauce - Sakai - Taste of Japan - Wien
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4 Kommentare·Zeige alle Kommentare

Wunderbare Beschreibung; es macht große Freude, sie zu lesen. (Obendrein bekommt die Mousse das richtige Geschlecht!) EUR 50 ist für diese Gerichte wirklich eine Okkasion.

23. Nov 2014, 18:49·Gefällt mir1

Danke!

23. Nov 2014, 16:15·Gefällt mir

Man liest hier sehr gut, daß Evba sehr viel von echter japanischer Küche versteht! Bravo!

23. Nov 2014, 16:10·Gefällt mir1
am 6. Juli 2014
DFAvJ
Level 4
SpeisenAmbienteService
Ich dachte mir, daß sich jetzt (Anfang Juli 2014) der Ansturm auf das Anfang des Jahres von einem Chef des Unkai (im Grand Hotel) neu eröffnete Restaurant Sakai schon etwas gelegt hatte und ging also auf gut Glück ohne Reservierung hin. Es war ein Sonntag, und an Sonntagen ist es nur zu Mittag g...Mehr anzeigenIch dachte mir, daß sich jetzt (Anfang Juli 2014) der Ansturm auf das Anfang des Jahres von einem Chef des Unkai (im Grand Hotel) neu eröffnete Restaurant Sakai schon etwas gelegt hatte und ging also auf gut Glück ohne Reservierung hin. Es war ein Sonntag, und an Sonntagen ist es nur zu Mittag geöffnet, und es gibt nur ein Angebot: “Sushi Buffet” (pro Person € 29).

Und so war es: das Restaurant war gut besucht, aber nicht voll; ein Tisch war noch ohne weiteres zu haben. Die Ausstattung ist hell und freundlich, Tische und Sessel aus hellem Holz, in ziemlich typischer Japanrestaurant-Manier… erinnerte mich an das En und das (nun leider geschlossene) Tenmaya.

Beim Eintreten begrüßte mich der Manager und fügte gleich warnend hinzu: “Aber heute gibt es nur Sushi Buffet.” Ja, ja, geht in Ordnung. Ich wurde entlang der Theke, an denen die Speisen angerichtet waren, an einen Tisch im hinteren Teil geführt.

Als Starter gab’s mal gleich Sake (o-kan… obwohl Sommerzeit; ja, “old habits die hard”). Eine der zwei japanischen Kellnerinnen brachte mir gleich die Miso-Suppe, die ich sie bat auf nachher zu verschieben… “Ah, Nihon-style”, war ihr Kommentar: Reis und Suppe (ob nun Miso oder Sumashi) kommen immer am Schluß, um (falls noch nötig) den Magen anzufüllen. Und übrigens Sake immer nur, bevor man den ersten Bissen Reis zu sich nimmt. Daher mußte zuerst etwas anderes als Nigiri, Maki etc. herhalten. Das gab es: Kara-age (frittierte kleine Hendlstücke), sehr gut und leicht herausgebacken; gerillte kleine Lachsstücke (nicht versucht); Tempura… auch sehr gut, leichter Koromo (Panier), mit zugehöriger Sauce (ten-tsuyu) und fein geriebenen weißen Rettich (daikon-oroshi).

Dann die Sushi. Gute Auswahl: Nigiri mit Tuna, Makrele, Lachs, ein Weißfisch (nicht ausprobiert; könnte Gelbschwanz gewesen sein), Tintenfisch (hurrah!), Oktopus. Eine verhältnismäßig große Anzahl von Maki, und auch ein paar Gunkan-maki (leider kein Seeigel oder Lachsrogen… na ja, das sind ja teure Gustostückln); von den Makis habe ich nichts ausprobiert, sie sahen jedoch gut aus.

Der Fisch war wirklich gut und soweit ich einschätzen kann frisch, doch wie es eben so bei Buffets ist: wenn die Stückeln einmal heraußenliegen, werden sie nach einiger Zeit etwas warm, und Oktopus und Tintenfisch sind dann weniger knackig. So scheiden sich hier die Geister: die einen sagen, Sushi Buffet ist eine glänzenden Idee; andere wollen Sushi (und Sashimi) nur an der Sushi Theke sitzend essen, wo sie dem Chef genau zeigen können, von welchem Fisch (im gekühlten Fach) sie haben wollen. Solche Theken habe ich in Wien bis jetzt nur im En und dem (ehemaligen) Tenmaya gesehen.
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