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28. September 2017
SpeisenAmbienteService
Eine richtig nette Adresse für Leute, die gutes Essen und Trinken ebenso schätzen wie eine entspannte, gemütliche Atmosphäre ist die Weinerei im Baderhaus an der Schiffländ in Bruck an der Mur. Das... MehrEine richtig nette Adresse für Leute, die gutes Essen und Trinken ebenso schätzen wie eine entspannte, gemütliche Atmosphäre ist die Weinerei im Baderhaus an der Schiffländ in Bruck an der Mur. Das historische Gebäude an der ehemaligen Stadtmauer war wohl schon in der Zeit nach seiner Errichtung im 16. Jahrhundert am damaligen Flusshafen der Stadt Herberge und Schänke und ist seit der Renovierung um die Jahrtausendwende zu seiner ursprünglichen Bestimmung zurückgekehrt.

Stilvolle Gästezimmer in der Pension im oberen Teil des Hauses in der Ringelschmiedgasse, ein charmantes, sehr geschmackvoll revitalisiertes Lokal im unteren Teil, der von der Schiffländ aus zugänglich ist. Dazu – ganz modern – eine ansprechende Terrasse, die zum Sitzen am Wasser einlädt. Für die Terrasse ist es bei meinem Besuch Ende September leider schon zu kühl, aber auch drinnen fühlt man sich wohl. Weißer Putz wechselt mit sichtbarem Backstein, das bequeme Gestühl ist rot gepolstert und überall sichtbar ist der namensgebende Rebensaft. Kisten und Flaschen übernehmen die Dekoration in den alten Gewölben, Tradition und Moderne finden hier wohltuend zusammen.

Dieses Motto setzt sich in der Speisekarte fort. Mittags serviert man traditionelle Menüs, „Schnelle Teller“ genannt: Tagessuppe, Schweinsbraten mit Knödel, Letschoschnitzerl und Ähnliches zu sehr moderaten Preisen. Abends reicht die Bandbreite von mediterranen Schmankerln wie Vitello Tonnato oder einem Salat mit frischen Feigen und Serranoschinken über Asiatisches wie einem marinierten Schweinefilet aus dem Wok bis zu lokal-rustikalen Spezialitäten wie einem Gamsragout mit Serviettenknödel, vom Antipastiteller zur Sulz mit Kernöl. Sehr umfangreich und verlockend auch die Dessertauswahl: das Weinerei-Soufflé als Spezialität des Hauses und ein Heidelbeerparfait mit Frischkäse-Zitronencreme und Mandelcrumble seien beispielhaft genannt. Die Weinauswahl kann sich selbstredend mehr als sehen lassen.

Ich lasse mich abends hier nieder und frage erst einmal nach einem guten Glas Rotwein, ich habe es nicht eilig. Die Wahl fällt auf die Grande Cuvée vom Weingut Keringer aus Mönchhof und sie ist eine gute. Der Tropfen lädt definitiv zu einer Nachbestellung ein, ein Besuch beim Winzer kommt auf die To-do-Liste. Dunkel, feine Tannine, zartes Barrique, ein wenig schokoladig, ein extrafeiner Gruß aus dem Burgenland. Zweigelt und Rathay sind die Rebsorten, erfahre ich auf Nachfrage. Letzteren kenne ich gar nicht, er ist eine Züchtung der Klosterneuburger Weinschule, die sich nicht wirklich durchgesetzt hat, verrät mit das Internet. Ganze 9 Hektar sind in Österreich damit bepflanzt. Wenn’s nach mir ginge, könnten es gern auch mehr sein.

So komme ich aufgrund dieser Aperitivbestellung, der ich beim Essen treu bleiben möchte, in die ungewöhnliche Lage, das Essen zum Wein zu bestellen statt umgekehrt. Nach einer sehr anständigen Frittatensuppe wird es daher ein Ribeye-Steak, sous-vide gegart. Ich bin ein großer Freund dieser Zubereitung, bei der die Steaks stundenlang im Vakuumbeutel im 60 Grad warmen Wasser sumpern, bevor sie am Grill, in der Pfanne oder mit dem Bunsenbrenner vollendet werden. Wunderbar zart ist das Steak, saftig, köstlich die Röstaromen. Dazu gibt’s einen knackigen Blattsalat mit Kernöl, den ich gegen die laut Karte gebotenen Pommes tausche. Steakessen vom Feinsten, so soll es sein. Die Desserts, die an die anderen Tische getragen werden, sehen sehr verlockend aus, ich will es bei einem leichten Abendessen belassen und werde sie ein andermal verkosten.

Fazit: Eine kulinarische Adresse im Murtal, die man sich merken sollte. Definitiv einen Umweg wert.
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magic

Unter 100° ist okay.

29. Sep 2017, 03:28Gefällt mir
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19. September 2017
SpeisenAmbienteService
Wienerisch sollte es sein, im ersten Bezirk und natürlich gut. Das war die Anforderung an das Lokal und herausgekommen ist bei der Suche nach diesen Kriterien das Gasthaus Pöschl in der Weihburggas... MehrWienerisch sollte es sein, im ersten Bezirk und natürlich gut. Das war die Anforderung an das Lokal und herausgekommen ist bei der Suche nach diesen Kriterien das Gasthaus Pöschl in der Weihburggasse, Ecke Franziskanerplatz.

Bis vor einigen Jahren hieß das Lokal „Immervoll“ und der Name würde auch heute noch gut passen. Voll wie die U-Bahn in der Stoßzeit ist das Gasthaus bei unserem Besuch an einem Montagabend um 19 Uhr. Es ist allerdings auch nicht gerade groß, nur ein einziges Gastzimmer mit einer fast schon raumfüllenden Theke in der Mitte und vielleicht 15, 20 kleinen Tischchen, an denen man sich mehr oder weniger gemütlich zum Essen niederlassen kann. In meinem Fall eher weniger gemütlich, dem Missverhältnis zwischen meiner Körpergröße (193 cm) und den Kaffeehaustischchen (geschätzt 40 x 60 cm) geschuldet, die dicht an dicht stehen und an einem von denen wir zu dritt essen wollen. Da muss man schon sehr sorgfältig mit dem Ellbogen sein, wenn die Gläser am Tisch und die Gäste an den Nachbartischen ungerempelt bleiben sollen.

Rund um uns sitzen ausschließlich Touristen, die sich mehrheitlich das Wiener Schnitzel schmecken lassen. Der Pöschl muss wohl den Weg in einen ganze Menge Reiseführer und internationale Restaurantportale gefunden haben.

Die Speisekarte bietet klassisch-wienerisches wie Schnitzel, Tafelspitz, Backhendl und Vanillerostbraten, einfach-bodenständiges wie gefüllte Paprika, Reisfleisch, Gulasch und Linsengemüse und hier schon fast deplatziert wirkende internationale Schmankerln wie Beef Tartar, Matjesfilet und Rucola-Avocadosalat. Der Mohr im Hemd wird vordergründig politisch korrekt in „Othello im Hemd“ umgetauft, hintergründig wird Schauspieler und Wirt Hanno Pöschl bei dieser Namensgebung nach Shakespeares heißblütigem Mohren, der in wahnhafter Eifersucht erst seine Frau und dann sich selber umbringt, wohl der eine oder andere Lacher ausgekommen sein.

Aber nun zum Wichtigsten – dem Essen und Trinken. An Bieren gibt es Ottakringer und Starobrno, die Weinauswahl ist österreichisch, umfangreich und qualitativ hochwertig. Ein Gelber Muskateller und eine Zweigelt-Cabernet-Cuvee, die wir glasweise bestellen, finden unsere ungeteilte Zustimmung.

Die Rindsuppe ist kräftig, das Griesnockerl flaumig, die Frittaten selbstgemacht, aber schon ein wenig zu lang getrocknet, um sich eine Haube zu verdienen. Das Carpaccio schneidet man hier vom Tafelspitz, es mundet mindestens so gut wie anderswo das Filet, was für eine exzellente Rindfleischquelle spricht.

Anschließend gebackene Hühnerleber: tadellos, sehr fein der dazu gereichte Erdäpfel-Vogerlsalat. Außerdem geröstete Kalbsleber mit Erdäpfelpüree: butterweich, saftig, eine echte Köstlichkeit.

Zum Abschluss ein Othello – schmeckt wie sein unkorrekter Namensvetter.

Die Preise sind der Qualität und der Lage angepasst, € 98,- für das Abendessen zu dritt stehen auf unserer Rechnung, das ist völlig in Ordnung. Ein wenig seltsam mutet an, dass man keine Kreditkarten akzeptiert.

Fazit: Sympathisches, wenn auch ein wenig enges Gasthaus in der Innenstadt mit sehr guter Wiener Küche.
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1. Oktober 2016
SpeisenAmbienteService
Nach einer Veranstaltung im Schloss Seggau gelüstet es uns nach einem feinen Mittagessen. Wir beschließen, den frisch erschienenen Guide der Familie Hohenlohe zu befragen, ob es in der Nähe ein emp... MehrNach einer Veranstaltung im Schloss Seggau gelüstet es uns nach einem feinen Mittagessen. Wir beschließen, den frisch erschienenen Guide der Familie Hohenlohe zu befragen, ob es in der Nähe ein empfehlenswertes Lokal gibt. Das Ergebnis überrascht. Die Schmankerlstube Temmer, das Winzerhaus Kogelberg, die Alte Post und der Staribacher – gleich vier Lokale mit Haube finden sich innerhalb einer spaziergangstauglichen Distanz, und wir stehen hier nicht im Zentrum einer Metropole sondern auf einem geschotterten Parkplatz inmitten von Weingärten und Wäldern in einer Gegend, in der sich Fuchs und Hase sicher recht wohl fühlen. Ein paar Autominuten würden die Auswahl gleich noch um einige Haubenlokale vergrößern. Eine feine Region für Gourmets, die Südsteiermark.

Wir entscheiden uns für den Staribacher, ein ansehnliches Vier-Sterne-Hotel nahe dem Naturparkzentrum Grottenhof. Durch die Lobby, vorbei an der Rezeption, spazieren wir zur Terrasse. Dort sitzt es sich luftig und recht gemütlich unter stoffbespannten Sonnenschirmen bei netter Aussicht.

Eine freundliche junge Dame bringt die Karte und die Nachricht, dass es außertourlich auch noch ein paar feine Sachen gibt. Für eine der Letzteren – sautierte Steinpilze mit Petersilerdäpfeln – entscheide ich mich, meine Frau nimmt das Backhendl. Mit oder ohne Haut, fragt die Kellnerin. Ich finde das sehr zuvorkommend, ist man doch anderswo üblicherweise dem jeweiligen Backhendldogma wehrlos ausgeliefert.

Die Küche grüßt nicht, so weit geht die Hauberei hier offenbar doch nicht. Regionale Gourmetküche, modern interpretiert, lautet das Programm, und beim Staribacher geht es eher leger und ungezwungen zu. Wir starten mit einer tadellosen Frittatensuppe. Danach die Steinpilze, wirklich exzellent, mit Gefühl auf den Punkt sautiert und ganz naturbelassen. So kommen sie am besten zur Geltung, finde ich. Ich freue mich, wenn ein Koch das auch so sieht und die feinen Steinpilze nicht nur paniert anbietet.

Das Backhendl – mit Haut – ist ausgezeichnet, es ist ihm in seinem kurzen Leben schmeckbar gut ergangen. Kurios finde ich, dass sich auch Kragen, Leber und Magen paniert auf dem Teller finden. Die Suppenteile machen sich auch in ihrer Panier ganz gut. Dazu gibt es einen feinen Salat. Unten im Teller ein ordentlicher Erdäpfelsalat mit Kernöl, darüber frischer Vogerlsalat und ganz oben gerösteter Speck. Deftig und geschmackvoll. Der Salat würde in entsprechender Portionsgröße durchaus ein passables Hauptgericht abgeben.

Dazu schenkt man uns einen ausgezeichneten Grauburgunder ein.

Die Dessertauswahl – Maroni-Panna-Cotta, Birnensorbet, Kardinalschnitte, Holunder-Himbeer-Tarte, um nur einige zu nennen, ist mehr als verlockend. Wir passen dennoch, eine lange Autofahrt steht bevor und da wollen wir es mit der Magenfülle nicht übertreiben. Schade, da verpassen wir sicher etwas. Aber andererseits ist das ein gutes Argument, um wieder einmal hier vorbeizuschauen.

Fazit: Sehr gute Landgasthausküche in unbeschwertem Ambiente. Ebenfalls sehr gute Weine. Sympathisches Service, das die eine oder andere kleine Unprofessionalität durch Herzlichkeit mehr als wettmacht. Hier kehren wir gerne wieder ein.
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1. Oktober 2016
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25. September 2016
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16. September 2016
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15. September 2016
SpeisenAmbienteService
Eine steile Straße führt auf den markanten Felsen, auf dem die Burg Deutschlandsberg thront. Oben erwartet den Reisenden ein nettes Burghotel und ein ausgesprochen feines Restaurant, das den Weg in... MehrEine steile Straße führt auf den markanten Felsen, auf dem die Burg Deutschlandsberg thront. Oben erwartet den Reisenden ein nettes Burghotel und ein ausgesprochen feines Restaurant, das den Weg in jedem Fall lohnt.

Ein lauer Spätsommerabend lädt zum Platznehmen auf der Terrasse ein, die, überdacht von einem riesigen Sonnenschirm, ein prachtvolles Panorama bietet.

Die freundlichen und sehr aufmerksamen Damen vom Service lassen mir die Wahl zwischen der Karte und einem Überraschungsmenü in 3, 4 oder 5 Gängen. Ich lasse mich gern überraschen und bitte um 3 Gänge. Mit Weinbegleitung natürlich, hier, mitten in den steirischen Weinbergen.

Der Gruß aus der Küche ist gleich sehr erfreulich. Selbstgebackenes Kürbisbrot, ein wenig Liptauer als Hommage an die umliegenden Buschenschänken, gesalzene Butter und gebratene Kalbsniere, begleitet von einer Scheibe Polenta. Sehr fein. Dazu serviert man mir einen heimischen Muskateller von der Domäne Müller, frisch, fruchtig, steirisch – und leider wirklich nicht die perfekte Wahl zur Niere.

Danach ein Potpourrie vom Fisch: eine gebeizte Eismeerforelle, rot wie Lachs, Oberskren, ein würziges Forellenmousse und ein frittiertes Fischbällchen, als Igel garniert, serviert auf Scheiben von der roten Rübe. Ausgezeichnet, erfrischend, leicht. Begleitet von einem tadellosen Weißburgunder vom Skringer aus Leibnitz. Auch der ist frisch, fruchtig, steirisch und diesmal passt’s.

Danach eine rosa geschmorte Kalbsschulter mit Selleriepürree und Eierschwammerln. Das Fleisch ist eine zarte Köstlichkeit, 24 Stunden geschmort, verrät die Kellnerin. Die Eierschwammerln sind knackig, das Selleriepürre harmoniert perfekt. Wunderbar. Dazu ein Zweigelt aus Mailberg, eigens aus Niederöstereich importiert und ebenfalls von der frischen, fruchtigen Fraktion. Ziemlich säuerlich. Ich habe den Verdacht, dass man mir einen 2014er eingeschenkt hat, obwohl ich beim Ordern der Weinbegleitung ausdrücklich darum gebeten hatte, diesen wirklich inferioren Jahrgang auszulassen. Wie auch immer, ein reiferer, gehaltvollerer Tropfen wäre die bessere Wahl gewesen.

Als Dessert Variationen von Birne, Schokolade und Kastanie: eine feine Tarte, ein heißes, gefülltes Schokoküchlein, ein hervorragendes Birnenparfait und ein wenig eingelegtes Birnenobst, allesamt hervorragend. Wahlweise hätte es auch Käse vom Wagen gegeben und der sieht sehr verlockend aus. Dennoch bin ich mit meiner Wahl zufrieden. Dazu kredenzt man mir wieder einen Muskateller, aber einen süßen aus Deutschland. Korrell heißt das Weingut und dieser Tropfen – die Steirer mögen verzeihen – ist mit Abstand der hochwertigste Wein an diesem Abend.

Ein sehr ordentlicher Espresso und ein ebenso tadelloser Williams beschließen ein ausgezeichnetes Abendessen.

Mein Fazit: Hervorragende Küche in einem wirklich sehenswerten Ambiente. Ein erfreuliches Lokal, in dem ich sicher nicht zum letzten Mal gegessen habe. Schwachstelle des Hauses ist die Weinkompetenz. Aber die Auswahl ist da, die Weinkarte dick wie ein Buch - also auf Empfehlungen verzichten und selber aussuchen, dann steht dem ungetrübten Genuss nichts im Wege.
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29. August 2016
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29. August 2016
SpeisenAmbienteService
Manchen wird noch der Florianihof in Erinnerung sein, der hier in Wösendorf lange Jahre die Ausflügler verköstigt hat. Nach dessen Schließung 2013 hat Familie Hirtzberger das geschichtsträchtige, w... MehrManchen wird noch der Florianihof in Erinnerung sein, der hier in Wösendorf lange Jahre die Ausflügler verköstigt hat. Nach dessen Schließung 2013 hat Familie Hirtzberger das geschichtsträchtige, wuchtige Gebäude erworben, sorgsam renoviert und 2014 als Hofmeisterei Hirtzberger wiedereröffnet. Betrieben wird das Restaurant von zwei Pächtern, die ihre gastronomischen Erfahrungen unter anderem im Steirereck und beim Nigl im Kremstal gesammelt haben.

Das Gebäude allein ist einen Besuch wert. Denkmalgeschützt ist es, und erbaut wurde es im späten 13. Jahrhundert. Gotische Spitzbögen im Erdgeschoß zeugen von dieser Zeit. Aber auch später wurde hier viel an- und umgebaut. Das Eingangstor weist in die Rennaissance, die Banketträume im Obergeschoß sind prachtvoller Barock – ein kleiner Rundgang sei empfohlen.

Vorbei an der Schank und gleich nach links, nahmen wir in einem Gemütlichkeit ausstrahlenden, makellos renovierten Gastraum unter Backstein-Gewölbe an einem massiven, einwandfrei eingedeckten Holztisch Platz. Eine freundliche und kompetente Kellnerin im Dirndlkleid aus bundesdeutschen Landen (die Kellnerin, nicht das Dirndl) versorgte uns sogleich mit der Karte und verlockenden Aperitivempfehlungen. Die Karte, wenn auch kurz, machte uns die Wahl nicht leicht, so interessant war die Auswahl. Begleitet von knusprigem Brot in einem originellen Korb mit heißem Stein darin und einigen netten Aufstrichen trafen wir schließlich unsere Wahl.

Das Geflügelleberparfait mit Zwetschke, Waldviertler Graumohn und Brioche konnte überzeugen. Sehr fein, dicht, mit spürbarem Süßweineinsatz zubereitet – da lässt es sich leicht auf die Foie Gras verzichten.

Kreative Küche – braucht man das im Landgasthaus? Die Paradeiser Cremeschnitte mit Rucola und Pinienkernen gibt die Anwort: eindeutig Ja. Ein ebenso verblüffender wie geschmacksintensiver Hochgenuss. Rote Creme hatten wir erwartet, eine schneeweiß gefüllte Cremeschnitte wurde uns kredenzt. Mit Paradeisaromen, wie wir sie in dieser Konzentration noch nicht am Gaumen hatten. Einfach köstlich und unbedingt eine Empfehlung!

Ebenfalls köstlich die Flusskrebsravioli mit Kalbsbries, Karfiol und Flusskrebsschaum. Mollig, weich, sämig-samtig – allerfeinst.

Nun zu den Hauptspeisen:

Hühnerherzen mit Eierschwammerln, heute außer der Karte am Programm, werden im Papierpackerl serviert. Am Tisch geöffnet, erfreut den Esser schon die Duftwolke, und anschließend natürlich der feine Geschmack. Die Kombination merken wir uns.

Konfierter Wildkultur Seesaibling mit Romanesco, geräucherten Erdäpfeln und Safranbutter: das Fischfilet – konfiert – von einer Konsistenz, die wir so noch nicht kannten und für die wir uns durchaus erwärmen konnten. Der Romanesco war halt ein Romanesco, die geräucherten Erdäpfel vermittelten einen Hauch von Grillromantik, die Safranbutter war zum Niederknien.

Dann noch ein Stubenküken, im Ganzen am Brettl gebracht, vor dem Gast vom Wirt persönlich fachkundig tranchiert und mit seinen Beilagen ansprechend am Teller arrangiert – zarter kann Hendl nicht sein.

Erwähnt sei noch, dass die meistbestellte Hauptspeise an den anderen Tischen die Dry Aged Hochrippe vom Waldviertler Blondtier für 2 Personen mit Erdäpfel Soufflé, grünen Bohnen und Speck war. Für Steakverehrer scheint die Hofmeisterei schon zu einem Pilgerziel geworden zu sein.

Wir wandten uns den Nachspeisen zu: ein Griesflammerie mit Mango und hausgemachte Eis- und Sorbetvariationen bildeten den gelungenen Abschluss eines wahrhaft ausgezeichneten Festmahls.
Begleitet wurden die Köstlichkeiten von wunderbaren Weinen aus dem Hause Hirtzberger. Vom frischen, fruchtigen Muskateller bis zum unvergleichlichen Veltliner Honivogel 2012 und einigen Achterln dazwischen war die glasweise Auswahl eine einzige Freude.

Fazit: Feines Landgasthaus mit naturbelassener, regionaler Küche – soweit die Selbstdarstellung auf der Homepage. Das ist klares Understatement: die Hofmeisterei ist ein Gourmetlokal vom Feinsten.
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Melrose

Danke! Ich warte schon lange auf eine Info zu den neuen Besitzern des ehemaligen Florianihof. Eine mit dieser Qualität ist natürlich ein Geschenk und macht die nächste Ausflugsplanung sehr einfach.

30. Aug 2016, 09:58Gefällt mir
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22. Juni 2016
SpeisenAmbienteService
Mitten im Schweizergarten, einem kleinen grünen Idyll zwischen Südbahnhof, Gürtel und Südosttangente sitzt es sich im Gastgarten des Restaurants Klein Steiermark recht gemütlich. Für eine kleine Au... MehrMitten im Schweizergarten, einem kleinen grünen Idyll zwischen Südbahnhof, Gürtel und Südosttangente sitzt es sich im Gastgarten des Restaurants Klein Steiermark recht gemütlich. Für eine kleine Auszeit vom Großstadtgetöse ist der Ort gerade recht.

Entsprechend voll ist der Gastgarten auch bei meinem Besuch an einem sonnigen Dienstag im Juni zu Mittag. Dennoch, der Kellner ist flott zur Stelle, bringt die Karten und nimmt die Getränkewünsche entgegen. Ähnlich geschwind werden Letztere erfüllt, da ist die Karte noch gar nicht zu Ende studiert. Die Schwammerln sind schon recht präsent, früh im Jahr aber aufgrund des regnerischen Wetters der letzten Woche nicht ganz überraschend. Meine Wahl fällt auf einen Steinpilzrostbraten, mein Begleiter begnügt sich diätbedingt mit einem grünen Salat.

Sehr bald danach ist der Kellner wieder zur Stelle, er bringt meinen Rostbraten und ein Schnitzel mit Pommes. Der Irrtum ist rasch aufgeklärt, der Salat wird prompt nachgeliefert. Und bevor mein Begleiter noch mit dem Verzehr seines Grünzeugs begonnen hat, ist die nächste Kellnerin mit einem nichtbestellten Schnitzel zur Stelle. Leicht macht man es einem hier nicht mit der Diät, denken wir uns. Aber sei’s drum, dem Service mag es zwar ein wenig an Koordination mangeln, die Freundlichkeit ist aber allemal in Ordnung.

Mein Rostbraten kann Licht und Schatten: Das Fleisch ist hervorragend abgelegen, rosa gebraten, zart, saftig, vorzüglich. Die Steinpilze sind frisch und knackig. Die kleinen heurigen Erdäpfel munden ausgezeichnet. Nur die Sauce schmeckt allzu sehr nach Fertigwürze. Wirklich schade, denn einen ordentlichen Fonds aufzusetzen und eine anständige Sauce zuzubereiten ist zwar natürlich mehr Aufwand als das Einstreuen eines Würzpulvers, aber so groß ist die Mühe auch wieder nicht, dass sie der Küche eines durchaus anständigen Gasthauses wie diesem hier nicht zumutbar wäre. Der Steinpilzrostbraten könnte also mit nur ein klein wenig mehr Aufwand ein echter Genuss sein, so ist er allenfalls „ganz ok“.

Fazit: Wenn das Wetter passt, ist der Garten des Klein Steiermark eines der nettesten Plätzchen für eine Einkehr in Südbahnhofnähe. Die Küche ist passabel.
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kuechenmeister

@magic Speisekarte mit Preisen gibt's online: Link

23. Jun 2016, 11:13Gefällt mir1
magic

Haben sich die Preise - seit der Neuübernahme - geändert?

22. Jun 2016, 23:05Gefällt mir
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16. Juni 2016
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15. Juni 2016
SpeisenAmbienteService
Auf einer beruflichen Tour durchs Burgenland machen mir die Schilder vor den Wirtshäusern („Backhendl € 6,50“, „Menü Nudelsuppe und Cevapcici“) mittags nur wenig Appetit. Kurzfristig ziehe ich eine... MehrAuf einer beruflichen Tour durchs Burgenland machen mir die Schilder vor den Wirtshäusern („Backhendl € 6,50“, „Menü Nudelsuppe und Cevapcici“) mittags nur wenig Appetit. Kurzfristig ziehe ich eine Tankstellenleberkässemmel in Erwägung, da kommt mir der rettende Gedanke: der Taubenkobel hat doch einen Wirtshausableger, habe ich irgendwo mitbekommen. Also auf nach Schützen.

Die Hauptstraße ist heutzutage umfahrungsbedingt ein ruhiges Gässlein, Parkplätze gibt es zur Genüge. Ein nettes kleines Häuschen gleich neben dem Gourmettempel trägt die Aufschrift „Greisslerei“. Das ist es, also hinein.

Kleine Tischchen stehen dicht an dicht in der gemütlichen Stube, sie sind trotz Wochentags und Regenwetters sehr gut besetzt. Gekocht wird mitten im Lokal. Tische, Gestühl, Boden und Decke sind aus Holz, braun und grün die dominierenden Farben. In den Regalen an den Wänden stapeln sich die Leckereien, Speck hängt von der Decke, auf schwarzen Tafeln liest man in Kreideschrift von feinen Weinen, kreativen Getränken, Steaks, Fischen und vielerlei verlockenden Schmankerln. Alle Sinne orten: das ist ein Plätzchen für Genießer. Jetzt ist er da, der Appetit.

Ich nehme Platz, frage nach den antialkoholischen Getränken und entscheide mich für einen gespritzten Traubensaft. Der kommt in einem Gefäß, das mich an die Buttermilchflaschen aus meiner Kindheit erinnert, als der Tetrapak noch nicht erfunden war. Ein Strohhalm ist dabei, Gläser stehen aber auch am Tisch. Der Traubensaft schmeckt sehr fein.

An Speisekarten bzw. –tafeln gibt es einige, am Tisch in Papierform, an den Wänden - und eine Tafel mit den Tagesangeboten stellt die Kellnerin vor meinen Tisch. Von Neusiedlerseefischen im Backteig lese ich da, von Steaks, von Innereien – jetzt habe ich die Qual der Wahl!

Ich entscheide mch für eine „Eierschwammerlsamtsuppe“ und geröstete Kalbsnieren in Pommeriesenfsauce mit Petersilerdäpfeln.

Die Suppe ist ein Gedicht, wirklich sehr samtig und mit Eierschwammerln drin, die so frisch wirken, als seien sie vor Minuten hinterm Haus gepflückt worden. Kleine, rundliche, in Butter geschwenkte, geschmacklich sehr feine Erdäpferln mit Petersil folgen in einer kleinen Schüssel, dann wird ein Minikochtopf mit Deckel auf den Tisch gestellt, in dem sich die Nierndln finden. Knackig, auf den Punkt getroffen sind die Nieren, die Senfsauce ist kräftig, ganz leicht säuerlich, sehr würzig und wird bis auf den letzten Tropfen mit Hilfe des flaumigen, wohl selbstgebackenen Schwarzbrotes aus dem Topf gewischt, es wäre nämlich wirklich schade drum, so gut schmeckt sie.

Ein kleiner Rundgang duch den Laden noch, ich bestaune das einheimische und internationale Weinangebot in den hinteren Geschäftsräumen, dann mache ich mich zufrieden wieder auf den Weg.

Fazit: Ein sehr erfreuliches Lokal. Alle Achtung, was hier im „Ableger“ des großen Taubenkobels unkompliziert und für relativ wenig Geld auf den Tisch gestellt wird, kann sich wirklich sehen, riechen und schmecken lassen. Die Greisslerei ist durchaus einen Umweg wert.
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17. Mai 2016
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12. Mai 2016
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3. Mai 2016
SpeisenAmbienteService
Habe d’Ere heißt das Lokal, Fia d’Klanan steht am Wegweiser zum Spielplatz, A Bitschn Suppn, Vo da Sau, Wos vom Wossa aussa, Wos fliagn kaun, Wos ohne Fleisch, Vom österreichischen Rindviech lauten... MehrHabe d’Ere heißt das Lokal, Fia d’Klanan steht am Wegweiser zum Spielplatz, A Bitschn Suppn, Vo da Sau, Wos vom Wossa aussa, Wos fliagn kaun, Wos ohne Fleisch, Vom österreichischen Rindviech lauten die Kapitelüberschriften auf der Speisekarte. Und ich übernachte im angeschlossenen Hotel Schlof Guat. Hier hat man es mit dem Dialekt und der Bodenständigkeit, nur die Kellner sind trotzdem aus Ungarn. Und bieten einen exzellenten Service, das sei auch gleich bemerkt.

Ich betrete das Lokal durch den Hintereingang und konstatiere gleich einen wirklich netten, gemütlichen Gastgarten, heute temperaturbedingt leider nicht bespielt. Das Lokalinnere ist sehr rustikal eingerichtet, viel dunkles Holz, Dielenboden, alte Bilder, bemalte Wände, massenhaft Dekor. Von der Milchkanne über den Nudelwalker bis zum Weinheber stehen und hängen hier allerlei Reminiszenzen an vergangene kulinarische Epochen herum. Das Lokal ist ziemlich gut besucht, nicht ganz voll zwar, aber auffallend populär für einen Dienstagabend in einer kleinen burgenländischen Stadt.

Das Speisenangebot ist bemerkenswert vielfältig. Die österreichischen Klassiker sind natürlich vertreten, von der Frittatensuppe über den Zwiebelrostbraten und das Backhendl bis zu den Palatschinken fehlt hier nichts. Außerdem gibt es aber auch Pizza, Burger, Steaks, Fisch, Pfandlgerichte, Heurigenschmankerln, Gegrilltes, Brote, jede Menge Salate (Fian Summa), saisonal ein großes Spargelangebot und vieles mehr. Das Weinangebot hingegen enttäuscht, auf meine Frage nach der Weinkarte stellt mir der Kellner einen Plastikaufsteller mit je drei weißen und drei roten glasweisen Angeboten hin. Ausgesprochen mager finde ich das, schließlich sind wir im Burgenland.

Ich ordere gleich ein Glas Blaufränkischen vom Reumann und bin enttäuscht. Der Wein hat einen leichten Essigstich, den wohl nicht jeder gleich bemerkt, ich aber schon. Da disponiere ich gleich um und bitte um einen Big John, den allgegenwärtigen Marketingschlager vom Scheiblhofer. Einen Zweigelt hätte es noch gegeben, dann wären wir schon durch mit den Roten.

Beim Essen entscheide ich mich für einen Hausburger. Der kommt hübsch angerichtet auf Papier im New York Times-Zeitungsdesign, begleitet von hausgemachten Pommes im Stanizel. Die Pommes sind vorzüglich, resch und knusprig. Der Burger ist erstklassig. Hausgemachtes Brötchen, zwei ordentlich dicke Scheiben Rindsfaschiertes, medium gebraten, viel geschmolzener Käse, Knoblauchsauce, Speck, Tomaten, knackiger Salat – ein wahrer Hochgenuss und eine riesige Portion, obwohl ich die Normalgröße bestellt habe. XL hätte es auch gegeben.

Fazit: Schwächen zeigt man nur beim Wein, das Lokal ist gemütlich, das Essen ausgezeichnet, das Service professionell. Hier kehre ich gerne wieder ein.
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3. Mai 2016
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3. Mai 2016
SpeisenAmbienteService
Unterwegs zwischen Tulln und Neulengbach halte ich spontan zum Mittagessen an. Gasthaus Fenzl heißt das Lokal, ein paar Autos parken vor der Tür. Innen ist das Gasthaus rustikal, fast wirkt es a... MehrUnterwegs zwischen Tulln und Neulengbach halte ich spontan zum Mittagessen an. Gasthaus Fenzl heißt das Lokal, ein paar Autos parken vor der Tür.

Innen ist das Gasthaus rustikal, fast wirkt es alpin wegen des astigen Nadelholzes, mit dem die Wände verkleidet und die Möbel gemacht sind. Jede Menge Pokale stehen auf den Regalen, die Tische sind adrett in rot und weiß gedeckt. Eigentlich ganz nett, nur die gestapelten Getränkekisten mit den Leerflaschen neben der Theke stören den Eindruck.

Aschenbecher stehen auf den Tischen, aber niemand raucht. Drei, vier Tische sind besetzt, das Publikum ist durchwegs im Rentenalter.

Die Kellnerin bringt die Karte, ich frage, ob ein Menü angeboten wird. Sie bejaht, es gibt eine Gemüsecremesuppe und danach ein Gemüse-Cordon Bleu oder ein Hendlhaxerl mit Reis und gemischtem Salat. Ich entscheide mich für letzteres und ein Krügerl Schremser.

Die Gemüsecremesuppe steht nach zwei, drei Minuten schon am Tisch. Sie ist sehr heiß, recht dick, rötlich-braun, sehr würzig, Croutons schwimmen drin. Mit dem Knoblauch wurde nicht gespart. Ganz passabel. Dann kommt das Henderl. Eine ganze Keule und eine Unterkeule, im Rohr gebraten, ausreichend Safterl ist dabei, dazu gibt es Reis und einen gemischten Salat, grün und Erdäpfel. Ein sehr einfaches Gericht, aber recht geschmackvoll, ganz tadellos.

Ich bin schnell fertig und bitte um die Rechnung. Neun Euro für das Menü und ein Krügerl, das ist bemerkenswert wenig, fast schon Kantinenniveau. Dafür habe ich ein einwandfreies Mittagessen bekommen, das Preis:Leistungsniveau ist wirklich hervorragend. Kein Wunder, dass die Pensionisten da gern aufs Selberkochen verzichten und mittags im Wirtshaus vorbeischauen.

Fazit: Ein einfaches Gasthaus, in dem man gut und günstig essen kann.
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3. Mai 2016
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2. Mai 2016
SpeisenAmbienteService
Mittagessen in Eisenstadt. Ich halte aus dem Auto Ausschau nach einem einigermaßen ansprechenden Lokal und lande so recht zufällig im Gasthaus Kiss in der Neusiedlerstraße. Ein niedriges altes Haus... MehrMittagessen in Eisenstadt. Ich halte aus dem Auto Ausschau nach einem einigermaßen ansprechenden Lokal und lande so recht zufällig im Gasthaus Kiss in der Neusiedlerstraße. Ein niedriges altes Haus an der Bundesstraße, außen und innen freundlich revitalisiert, am Rande der Innenstadt, wo in den vielen Büros und Ämtern in der Umgebung ausreichend Leute arbeiten, um das Lokal in der Mittagszeit recht gut zu füllen.

Ich wende mich nach dem Eingang gleich nach rechts, da findet sich ein Nichtraucherstüberl, links bei der Bar wird gepofelt.

Der kleine Raum beherbergt nur sechs Tische und ist in einem hellen und einem dunklen Ton lindgrün gestrichen, der sich auch auf der Polsterung der Bänke und Stühle wiederfindet. Die Tische sind ansprechend mit roten und weißen Tüchern gedeckt, die Menükarte steht am Tisch.

Ich entscheide mich gegen das Menü (Tagessuppe, dann Erdäpfelgulasch oder Schweinsmedaillons mit Letscho und Soproner Schusternudeln mit Himbeersaft) und starte mit einer Frittatensuppe. Die ist ganz ordentlich, verträgt aber noch eine Prise Salz und die Frittaten könnten ein wenig dünner sein. Auf jeden Fall sind sie selbstgemacht.

Danach die Tagesempfehlung: ein Nograder Kalbsbraten mit Butterreis und Gemüse. Nograd ist ein Städtchen in Nordungarn, das Gericht war mir bislang nicht bekannt. Es ist ein weicher, ganz magerer, geschmorter Braten vom Schlögl mit einem zarten Saft und mitgeschmortem Gemüse. Schon ein wenig Schonkost, finde ich, der es schon gern würziger hat. Aber das ist dem Lokal wohl nicht anzukreiden, ich habe das Essen ja ung’schaut bestellt und an der Zubereitung ist definitiv nichts auszusetzen.

Danach noch eine Marmeladepalatschinke, geschmacklich einwandfrei aber wie schon bei den Frittaten bemerkt ein wenig zu dick geraten.

Fazit. Freundliches, bodenständiges aber doch modernes Gasthaus mit ordentlicher, leicht ungarisch angehauchter Hausmannskost.
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2. Mai 2016
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30. April 2016
SpeisenAmbienteService
Ein berufliches Projekt hat mich für einige Tage in die Grazer Innenstadt geführt und eine Empfehlung in L’Osteria am Mehlplatz, einem ausgesprochen netten Plätzchen in der Grazer Altstadt. Jeden M... MehrEin berufliches Projekt hat mich für einige Tage in die Grazer Innenstadt geführt und eine Empfehlung in L’Osteria am Mehlplatz, einem ausgesprochen netten Plätzchen in der Grazer Altstadt. Jeden Mittag war dort für uns ein Tisch reserviert und so hatte ich Gelegenheit, mich bei mehreren Besuchen ein wenig durch das Angebot zu kosten.

Zum Ambiente: Draußen sitzt man sehr fein mit Altstadtflair, am Mehlplatz kann man sich schon wohl fühlen. Drinnen im Erdgeschoß eines barocken Palais inmitten wuchtiger Gewölbe speist es sich auch recht stilvoll. Die moderne Bar und die Einrichtung im Italo-Design harmonieren tadellos mit den alten Gemäuern.

Zum Service: „Buon Giorno!“ Sehr italienisch gibt man sich hier, das reizt mich natürlich gleich zu testen, ob die Camerieri auch tatsächlich echt sind. Also ein „Salve! Come vanno le cose?“ als Replik. Fazit. Teilweise echt ;-) Weit wichtiger aber ist das Service am Tisch und da zeigt sich bei mehreren Besuchen eine ziemliche Bandbreite von schusslig-patschert-unaufmerksam bis absolut professionell in jeder Hinsicht. Es kommt halt darauf an, an wen man gerät.

Zum Trinken: Wir waren mittags da. Also leider keine Erfahrung mit dem Weinangebot, der Apfelsaft G’spritzt jedenfalls ist ok ;-)

Zum Essen:
Die Pizzen sind ein Erlebnis. Gleich nach der Bestellung wird einem ein rundes Stück Backpapier auf den Tisch gelegt, Durchmesser rund 40 Zentimeter, schätze ich. Und während man sich noch wundert, was das denn jetzt für einen Sinn hat, kommt sie schon daher, die Monsterpizza in genau dieser Größe. Auf einem nur halb so großen Teller, und jetzt weiß man, wozu das Papier da ist. Die Pizza ist sehr knusprig, hauchdünn und die Menge des Belags passt zur Dünne des Teiges. Insgesamt entspricht die Pizzamasse also wohl in etwa der in anderen Lokalen, der hauchdünne, knusprige Teig und die Riesenoptik machen die Besonderheit aus. Die Pizza ist wirklich erstklassig und eine echte Empfehlung.

Die Salate sind knackig, frisch, wie in italien üblich. Zur Marinade steht der leider mittlerweile allgegenwärtige „Balsamico“ am Tisch (also mit Traubensaft versetzter Essig, ich weiß nicht, was die Leute an dem Zeug finden), dazu ein ordentliches Olivenöl und ein rötliches, scharfes Chiliöl, das zu kosten ich in jedem Fall empfehle. Sehr fein.

Pizzabrot gibt es in zwei Varianten, hier „Pizzabrot“ und „Pizzapane“ genannt. Ersteres wird in Dreiecke geschnitten im Körbchen serviert, letzteres in Pizzaform, mit ein wenig Tomaten belegt. Sehr knusprig, sehr fein und ebenfalls eine Empfehlung.

Nudelgerichte: Ja, eh. Spinatravioli sind ganz ok. Viel Bärlauch im Angebot, zur Jahreszeit passend. Speck mit Spinat statt Sugo, das schmeckt durchaus. Ich selber habe kein Nudelgericht bestellt, aber meine Begleiter. Sie waren recht zufrieden.

Carpaccio: Ich hatte ein Carpaccio di Bresaola von der Tageskarte bestellt, aber die an diesem Tag zuständige Kellnerin hat meine Bestellung wie manche andere an diesem Tag wohl nicht so ganz auf die Reihe bekommen und ein einfaches Carpaccio vom rohen Rindfleisch gebracht. Ich habe nicht reklamiert, weil ich keine Wartezeiten für die anderen Leute am Tisch hervorrufen wollte und es war ganz in Ordnung. Fleisch ok, Ruccola frisch, Parmesan ok. Aber nichts Besonderes, ein anständiges Carpaccio halt.

Risotto di Calamari: Ein farbenprächtiges Gericht. Reis und Calamari strahlend weiß, darin rote und gelbe Paprika, das Orange von der Karotte, das Grün von den Kräutern. Passend serviert in einem Teller mit bunten Comiczeichnungen. Aber völlig geschmacklos. Mit reinem Quellwasser gekocht, ohne Würze, ohne Salz, war mein Eindruck, Mit Parmesan und viel Salz habe ich versucht das einigermaßen zu korrigieren. Aber es blieb ein enttäuschendes Gericht.

Fazit: Das Lokal ist schön und Pizza können sie wirklich gut. Also wenn schon L’Osteria, dann Pizza bestellen.
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30. April 2016
SpeisenAmbienteService
Chinarestaurants, die ich nicht kenne, stehe ich grundsätzlich mit einer gewissen Reserviertheit gegenüber. Aber an diesem Abend Ende April, der einen regelrechten Wintereinbruch mit sich gebracht ... MehrChinarestaurants, die ich nicht kenne, stehe ich grundsätzlich mit einer gewissen Reserviertheit gegenüber. Aber an diesem Abend Ende April, der einen regelrechten Wintereinbruch mit sich gebracht hat, sind weite Spaziergänge zu den mir bekannten feinen kulinarischen Adressen in Graz einfach keine Option. Deshalb frage ich die freundliche Dame an der Rezeption meines Hotels, ob man denn das nahegelegennde Chinarestaurant gefahrlos aufsuchen könne. Durchaus, meint die junge Dame. Innerstädtisch gäbe es zwar eine noch bessere Adresse für Chinesisches, aber der Goldene Apfel sei wirklich in Ordnung. Also los.

Der erste Eindruck ist positiv. Sehr ordentlich, sehr aufgeräumt, der Steinboden blitzblank, die Tische mit Klavierlack auf Hochglanz lackiert und poliert, die Sitznischen gemütlich, die Mienen der essenden Gäste zufrieden. Ich lasse mich also nieder.

Die ausgesprochen freundliche Kellnerin ist gleich zur Stelle, bringt die Karte und fragt nach dem Getränkewunsch. Ein Krügerl soll es sein und es kommt sogleich. Einheimisch ist das Bräu, Reininghaus.

Die Karte ist ziemlich vielseitig und übersichtlich geteilt nicht nur nach Vor- und Hauptspeisen, sondern auch nach Hauptzutat. Man stellt auch zu, wohl nicht zuletzt deshalb stehen auch Sushi und Maki auf der Karte. Bestellt hat das hier im Lokal allerdings keiner, wie ein Rundblick zeigt. In der Schweinefleisch-Abteilung verlocken mich die gebackenen Rippchen, beim Rind das Ganbian, beim Hühnerfleisch die Zubereitung nach Hunan-Art, bei der Ente wie immer die knusprige, beim Fisch und den Garnelen die Szechuan-Art, bei den Spezialitäten der Drachen und der Phönix: Huhn mit Tintenfisch, scharf. Aber alles kann ich leider nicht kosten. Meine Wahl fällt schließlich, zum Winterwetter passend, auf die dicke Nudelsuppe mit drei Sorten Fleisch.

Die Suppe ist heiß, kräftig und würzig. Ich würde als Kochbasis auf eine Vielfalt von Karkassen tippen, und Ente ist auf jeden Fall dabei. Ein großer, dunkler, wohlriechender, dampfender Suppentopf. Die Nudeln sind dicke, runde, deftige Eiernudeln. Das Fleisch kommt vom Huhn, vom Schwein und vom Rind. Dünn geschnitten, scharf angebraten und dann in die Suppe gegeben. Frische Champignons, dick geschnitten, schwimmen auch in der Suppe, dazu Jungzwiebeln und die dunklen, gallertigen, knackigen Pilze, die die Chinesen oft „Morcheln“ nennen und die bei uns Judasohr heißen. Die Suppe ist sehr gehalt- und geschmackvoll und macht durchaus Lust, hier bei Gelegenheit auch anderes zu verkosten.

Fazit: Nur ein Besuch von mir, zudem alleine und auch nur ein Gericht verkostet, da kann man die Bewertung natürlich nicht wirklich als fundiert betrachten. Aber der erste Eindruck ist positiv, ich komme gerne wieder.
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28. April 2016
SpeisenAmbienteService
Graz, Conrad-von-Hötzendorf-Straße, gegenüber vom Landesgericht. Hier ist kürzlich eine kleine, gemütliche kroatische Taverne entstanden, nur abends geöffnet. Feine Weine von der Adriaküste und Sch... MehrGraz, Conrad-von-Hötzendorf-Straße, gegenüber vom Landesgericht. Hier ist kürzlich eine kleine, gemütliche kroatische Taverne entstanden, nur abends geöffnet. Feine Weine von der Adriaküste und Schmankerln, die an den Urlaub erinnern sind das Programm. Außerdem gibt’s Karlovačko vom Fass. Das probiere ich gerne aus.

Nach dem Eintreten bin ich positiv überrascht. Das Lokal wirkt sehr gemütlich, ist sehr stilvoll eingerichtet, dezent beleuchtet und maritim dekoriert, ohne kitschig zu wirken. Ein Ort zum Wohlfühlen. Läge das Lokal im Zentrum, wäre es wohl immer voller Nachtschwärmer, die sich bei einem Gläschen und einem feinen Imbiss eine gute Zeit machen. Hier draußen ist das sicher schwieriger, die lustigen Runden auf Lokaltour sind näher am Hauptplatz unterwegs. Schade eigentlich, denn die Konoba hat kulinarisch einiges zu bieten und die Weinkarte ist klein, aber fein. Graševina aus Kutjevo, Vranac aus Montenegro, Žlahtina aus Krk, Malvasija aus Istrien, Zilavka aus Mostar – all die feinen Tropfen, auf die unsere südlichen Nachbarn zu Recht stolz sind, lassen sich hier verkosten. Und dazu zaubert der Wirt direkt hinter der Theke die passenden Schmankerln. Das hier ist kein Restaurant, es ist eine Konoba. Das Wort bedeutet ursprünglich Keller, heute steht es für ein kleines, einfaches Lokal an der Adriaküste, das in unkompliziertem Ambiente einfache, landestypische Spezialitäten und natürlich Wein anbietet. Die kroatische Alternative zum Heurigen sozusagen.

Ich nehme an der Theke Platz und blättere in der Karte. Ein Karlovačko leistet mir Gesellschaft. Nur kurz kommt mir der Gedanke, dass die Brauerei längst zu Heineken gehört. Ein Velebitsko wäre vielleicht bodenständig-kroatischer gewesen, aber so pingelig will ich auch wieder nicht sein. Die Weine, bei uns vielen nicht sehr geläufig, werden auf der Karte sehr gut beschrieben.

Die Speisekarte ist gar nicht so klein, an warmen Gerichten gibt es diverse Nudeln, typisch kroatische Eintöpfe und natürlich Palatschinken. Die Auswahl an kalten Speisen ist richtig umfangreich. Ich entscheide mich für die Option, um bescheidene € 2,- pro Sorte eine gemischte Platte meiner Wahl zusammenzustellen. Und so erfreue ich mich an einem zarten, weichen Pršut, der mich mehr an San Daniele als an Dalmatien erinnert, einem herzhaften, reifen Paški Sir, dem berühmten Schafskäse von der Insel Pag, einer würzigen Crna Tapenada, das ist ein Aufstrich aus schwarzen Oliven und Sardellen, den letzgenannten Fischchen in gesalzener Form, Oliven und hausgebackenem Brot, das optisch, aber nicht geschmacklich, an Toastbrot erinnert. Alles ist vorzüglich, und der tiefdunkle, komplexe Vranac, den ich dazu trinke, will dringend nachbestellt werden. Ein einfaches, aber feines Abendessen, das ich mit einer vorzüglichen Marmeladepalatschinke abschließe.

Fazit: Ein richtig nettes, kleines Lokal, bestens geeignet, um bei dem einen oder anderen Achterl und feinen Schmankerln mitten in Graz ein wenig Urlaubsstimmung aufkommen zu lassen.
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28. April 2016
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