Sa, 5. Sep 2026

Meierei im Stadtpark

(2)
Am Heumarkt 2a, Wien 1030
Küche: Internationale Küche, Wiener Küche, Österreichische Küche
Lokaltyp: Restaurant

Gesamtwertung

43
2 Bewertungen fürMeierei im Stadtpark
Speisen
45
Ambiente
50
Service
35

Bewertungen

WrKFan am 7. August 2026
SpeisenAmbienteService
Die Meierei im Stadtpark geführt vom 5-Haubenkoch Reitbauer & Team ist in etwa der gutbügerliche Ableger des Steirerecks, besitzt aber einige eigenständige Goodies, über die ich hier gerne ein p...MehrDie Meierei im Stadtpark

geführt vom 5-Haubenkoch Reitbauer & Team ist in etwa der gutbügerliche Ableger des Steirerecks, besitzt aber einige eigenständige Goodies, über die ich hier gerne ein paar Worte verliere. Für die Meierei hat er lt. KI auch 3 Hauben.

Zuerst sei die hervorragende Lage direkt neben dem Wienfluss erwähnt, die besonders im Freien mein Wohlwollen hat. Mitten im Stadtpark, rundum grün, kein Verkehrslärm und mein persönlicher Vorteil die unmittelbare Nähe zur U4-Station Stadtpark sind ein Magnet für doch regelmäßige Besuche.

Lediglich der Wienfluss selbst ist keine Schönheit, der zurzeit in der extremen Sommerhitze sogar mehr einer Kloake als einem Fluss ähnelt und hin und wieder sogar seine Gerüche an den Tisch bringt, aber das ist wohl hitzebedingt und sonst nicht üblich.

Jedoch hat man beim Sitzen keinen direkten Blick darauf, somit kann man das vernachlässigen. Augen und Nase danken. Das Rundum macht jedenfalls alles wett.


Die Meierei Goodies

Das Lokal besitzt eine dreifache Karte, 08-12, 12-18 und 18-22 Uhr. So ist sie vormittags angepasst für das Frühstück, was mittlerweile meine meisten Besuche ausmacht. Mittags gibt es neben den Klassikern Wr. Schnitzel, Gulasch, Beuschel und Kaiserschmarren oder Beef Tartar einige saisonale Gerichte und abends wird dies ergänzt mit einem Mehrgangmenü.

Konsumiert wurde hier von meiner Seite an sich schon alles, das Frühstück bleibt mein Favorit, allerdings nicht die beiden Etageren, die für mich etwas zu Schnicki-Schnacki bestückt sind. Dafür bin ich zu einfach g’strickt.

Ich liebe mehr das Bodenständige, als da wären z.B. eine Portion Beinschinken mit Kren bestreut oder die Lachsforelle mit Dijonsenf, beides Top. Man bekommt das aber ohnehin alles einzeln.

Hin und wieder war Entenei auf der Karte, was völlig gleich schmeckt wie das vom Huhn, nur ist es größer. Ein wenig auf Besonders macht man mit einem Straußenei. Der Dotter hat das gut 20-25-fache Gewicht eines Hühnereis, also muss der Hunger schon groß sein oder man kommt in einer Gruppe. Es gibt das auch nur auf Vorbestellung, vermutlich telefonisch.

An der Qualität gibt es kaum etwas zu bemängeln, der vornehme Charakter bleibt nicht unerkannt, auch das schlichte Schnittlauchbutterbrot war die letzten Male hervorragend, Das Bauernbrot topfrisch und die Rinde mit krachender Knusprigkeit, dass das Herzerl nur so lacht. Dazu ein weiches Ei, in der Regel vom Huhn, welches anstandslos ersetzt wird, falls es mal nicht so gelingt, und der Tag kann beginnen.

Einige Dinge gibt es zu jeder Uhrzeit, vormittags als Gabelfrühstück, wo man wählen kann Beef Tartar, Gulasch bzw. Beuschel oder Mohnnudeln. Alle die Dinge sind tadellos zubereitet, ab Mittag kann man Gulasch und Beuschel einzeln auch als Hauptspeise bestellen.

Was den Kaffee betrifft, einer meiner wichtigsten Dinge, so ist er hier der beste, den ich mittlerweile kenne, nachdem ich schon lange dem Meinl 1862 oder der italienischen Röstung von Meinl abgeschworen haben. Hier kommt er aus dem Hause Naber und trägt den Namen Marco Salvatori. Nunmehr ist dieser meine Nr. 1.

Aus dem Grund wurde die Meierei sogar eine Alternative zum traditionellen Kaffeehausbesuch, besonders zur Winterzeit kehre ich nachmittags ein zu Kaffee und süßer Begleitung.

Saisonal gibt es recht passable Nougatknödeln oder allzeit den Kaiserschmarren, der mit besonderer Fluffigkeit und ausgeprägter Vanillenote punktet und zu den wohl besten der Stadt gehört. Apfelstrudel bzw. Topfenstrudel sind mal so und mal so, fällt bei mir aber nicht sehr ins Gewicht.


Einige Meierei Badies

Einige Punkte seien um der Fairness willen erwähnt. Das Mehrgang Abendmenü z.B. beglückte nicht sonderlich. Ich sagte darum, es wäre ein Ableger vom Steirereck, wo man etwas von der hohen Kochkunst auf die Meierei ausdehnen möchte, aber die kommt leider nicht so gut rüber.

Ein lieber Forenkollege meinte mal dazu, die Steirereck-Küche erreicht mich nicht, was damit auch für hier gilt. Es waren aber die Kompositionen nicht gelungen, was ich vom Steirereck definitiv nicht sagen kann, so ist das halt auch nicht nach meinem Geschmack.

Aber ich durfte eine neue Erfahrung in Sachen Käse machen. Man kann den übrigens hier wie in einem Geschäft kaufen, was ich immer wieder mache um Berg- und Räßkäse für zu Hause mitzunehmen.

Abends lagen dann 8 Stück als 4. Gang serviert vor mir. Das war gelinde gesagt eine Sonderprüfung für meine Geruchs- und Geschmackssinne. Klarerweise will man hier nicht mit dem 0815-Käsesortiment punkten. Mehr sage ich dazu nicht, es gibt ja auch den echten Käsefeinschmecker. 😉

Recht hart ging auch hier für meine Begriffe die letzte Preiserhöhung vonstatten. Espresso groß bzw. die Melange mittlerweile auch hier auf 6,50€. Übliche Weine nun auf 9-10€, und auch hier mein gehasstes 0.1l Maß. Gott sei Dank schenken die Kellner großzügiger ein, das versöhnt.

Zu einer unliebsamen Überraschung kam es allerdings in Sachen Spirituosen. Das wusste ich beim letzten Besuch nicht.

Die Preise stehen auch auf keiner Karte. Für 2cl Marille Marke Krenn 22€, ein Williams wäre sogar auf 28€ gekommen. Na dann schmeiß mal eine Runde für Erwachsene spontan und du weißt das nicht.

Nachträglich fällt mir nun auch auf, dass es auch keinen Kaffee auf der Karte gibt, d.h. damit auch kein Preis. Leute, das ist so nicht in Ordnung, bei aller Liebe zum Lokal!

Witzigerweise servierte man mir 4cl., was ich aber urgiert habe, da ich einen einfachen wollte. Nun, das wurde dann auch so verrechnet, aber man denke nur ich hätte nicht urgiert! Das wäre höher als die gesamte übrige Konsumation fürs Frühstück gewesen.

Das bitte ist Wucher und noch dazu nicht ausgepreist bzw. nicht kommuniziert. Da kam auch das Personal ins Schwitzen und war in Erklärungsnot. Es war aber auch ihr Fehler nicht auf die letzte Preiserhöhung hinzuweisen. Der Kellner kannte mich, ich war nicht das erste Mal hier. Preise sind eine Sache, die akzeptiert man oder man geht woanders hin, mangelnde Kommunikation ist aber eine andere Sache.

Zuletzt sei erwähnt, dass man sogar hier hin und wieder auf Personal trifft, welches dich nicht einmal versteht, was du willst, aber diese dienen an sich nur als Hilfskraft. Wenn man’s weißt, fragt man diese nicht. Aber sogar meinem Kellner durfte ich erklären, was ein Schlagobers ist, das er mir als ein Fläschchen mit Obers serviert hatte. Der „Schlag“ macht den Unterschied. Nun weiß er das auch. 😉

Ein kleines Manko wäre noch, dass man für den Außenbereich nicht reservieren kann. Das habe ich mehrmals schon urgiert, aber darin bleibt man hart. So reserviert man für drinnen und hofft halt auf den Sprung nach draußen. Da ich Zigarrenraucher bin, so muss ich auch draußen sitzen.


Mein Resümee

Darin wägt man die „Goodies“ und die „Badies“ ab und trifft eine Entscheidung. So habe ich beschlossen, dass mich die Preise nicht veranlassen das Lokal zu meiden. Manches schließe ich einfach aus. als z.B. die Frühstücks-Etageren nicht nur zu hochpreisig ausfallen, ich mag sie so und so nicht, und man verzichtet hier halt auf den Verdauungsdrink.

Lediglich der Kaffeepreis schmerzt, da muss ich halt durch, aber das regelt sich mit der Besuchsfrequenz. Andere machen halt nicht diesen Top-Kaffee, aber trinken tue ich ihn ja doch.

Dafür ist es dann das besondere Frühstück bzw. der besondere Espressogenuss und bedingt durch die Jahreszeit die beste Wahl, als Mo-Fr schon ab 8 Uhr geöffnet ist., wo die Temperaturen noch normal sind, um im Freien in schöner Atmosphäre zu Kaffee und diversen klassischen Frühstücksgerichten zu sitzen.

Meine Wertung basiert nicht auf einem einzelnen Besuch, sondern ist eine gefühlte Wertung über die Jahre mit sehr guten und auch weniger guten Erfahrungen, wobei ich sie wieder mehr auf die Frühstückszeit fokussiere. Das Positive siegt Gott sei Dank.

Das übrige Angebot ab 12 Uhr nutzen wir auch nur fallweise und das wird so bleiben. Auf diese Weise halten wir nun schon langjährig diese Tradition. Und solange wir nicht gestorben sind, so leben wir das so weiter. 😊

Euer WrkFan
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ChristianD3 am 6. August 2022
SpeisenAmbienteService
Meine Lieblingeslocation wenn’s ums Frühstück geht - vom einfachen Schnittlauchbrot bis zur Luxus-Frühstücks-Etagere. Bei Schönwetter am Wienfluss mit Blick in den Stadtpark - ja das kann schon ...MehrMeine Lieblingeslocation wenn’s ums Frühstück geht - vom einfachen Schnittlauchbrot bis zur Luxus-Frühstücks-Etagere.

Bei Schönwetter am Wienfluss mit Blick in den Stadtpark - ja das kann schon was.
Reservierungen gibt’s nur für drinnen - draußen gilt „first come - first serve“.
Der Service sehr bemüht und meist auf Augenhöhe - zu Stoßzeiten kann man schon mal kurzfristig „übersehen“ werden, aber man ist ja nicht auf der Flucht.

Morgens steht in der Meierei Frühstück am Programm, ab Mittag gibt’s die Mittagskarte (Kalbsschnitzel, Kaiserschmarrn,..) nachmittags gibt’s dann zu gewissen Stunden frischen Strudel vom Blech (genaueres steht in der Karte) und abends kann man, wer will, kulinarisch richtig Gas geben. Vom mehrgängigen Menü bis a la carte ist alles möglich.

Zudem ist die Meierei eine Pilgerstätte für Käseliebhaber - hier gibt’s fast alles - von den neutraleren Sorten für die Einsteiger bis zum lange gereiften „Stinker“ - meine Frau & meine Wenigkeit lieben es … eine schöne Käseauswahl & ein passender Wein - herrlich!

Zurück zum Frühstück: Entweder stellt man sich ein Frühstück nach Lust & Laune selbst zusammen oder probiert eines der 3 Frühstücks-Sets. Man bekommt vom leichten „Einsteiger“ bis zum süßen Abschluss meist alles auf einmal an den Tisch gebracht (Pancakes werden natürlich frisch & heiß nachgereicht).
Soll es etwas besonderes sein und man mit Verstärkung angereist sein, kann man ja die Eierspeise vom Straußenei ordern. :-)

Die hohe Qualität der Zutaten soll natürlich auch kurz erwähnt werden - von der aufgeschlagenen Bauernbutter, dem hervorragenden krossen Sauerteigbrot, dem selbst produzierten Speck vom Pogusch usw. und so fort.

Einer meiner persönlichen „favorits“ ist ab Mittag der Kaiserschmarrn mit einem Röster (Wartezeit 20min) - eine große Portion voll Glück. Hier wird er so gemacht wie ich ihn liebe - luftig, saftig, buttrig mit aufgeschlagenem Eischnee.

Mich/uns zieht es in regelmäßigen Abständen immer wieder hierher und hin und wieder eine Etage höher ins „Steirereck“, aber das ist eine andere Geschichte…
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William am 18. Oktober 2015
SpeisenAmbienteService
Es war einer dieser extrem heißen Tage dieses Sommers. Da fiel es besonders negativ auf, dass der Kaffee ohne das in Wien so übliche Glas Wasser serviert wurde. Auf Anersuchen brachte das sehr bemü...MehrEs war einer dieser extrem heißen Tage dieses Sommers. Da fiel es besonders negativ auf, dass der Kaffee ohne das in Wien so übliche Glas Wasser serviert wurde. Auf Anersuchen brachte das sehr bemühte Personal selbstverständlich dann gleich eine ganze Karaffe lauwarmes Leitungswasser an den Tisch.

Der ofenfrische Milchrahmstrudel war pünktlich und bestens! Leider wurde auf die georderte Vanillesauce vergessen. Auch diese wurde dann nach der Reklamation zügig nachgereicht. Ich frage mich schon ob diese Umstände dem preislichen Niveau des Lokals entsprechen. Na sagen wir halt, es war uns allen sehr heiß an diesem Tag.
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ManWein am 17. Juni 2014
SpeisenAmbienteService
Bisher habe ich es unterlassen, dieses Lokal zu bewerten. Nachdem ich mich aber gerade wieder darüber geärgert habe, muss es nun doch sein. Das schlimmste zuerst: die Bedienung. Wenn schon jene im...MehrBisher habe ich es unterlassen, dieses Lokal zu bewerten. Nachdem ich mich aber gerade wieder darüber geärgert habe, muss es nun doch sein.
Das schlimmste zuerst: die Bedienung. Wenn schon jene im Wirtshaus am Pogusch nicht gerade als Zierde ihres Faches zu bezeichnen ist, so kommt für jene in der Meierei der Ausdruck "Zumutung" gerade recht. Zum einen scheint es keine Tischzuteilung unter dem Personal zu geben, vor allem im Freien - kann also sein, dass binnen einer halben Stunde drei verschiedene Kellner kommen und nach dem Wunsch fragen, oder eben keiner. Leider passiert letzteres auch nicht gerade selten. Dann kann es auch schon einmal lange dauern, bis was kommt, so dann das richtige kommt - oder wirklich alles, was bestellt wurde. Und dann scheinen auch noch manche der Meinung zu sein, dass frecher Witz hier angebracht wäre. Dieser ist dann meistens aber eher unverschämt und noch dazu vollkommen unpassend. Hier wird einem schon einmal gesagt, dass man die Karte nicht behalten darf, weil man sie als Gast ja nur verdreckt ("Sie brauchen aber nur die Hand zu heben, und wir sind schon da" - leider wurde nicht hinzugefügt, wie lange die gehoben werden muss), oder nach abschätziger Beurteilung des Äußeren einem mitgeteilt, dass man wahrscheinlich bei einer anderen Meierei, aber wohl nicht hier reserviert habe. Ein einfaches "Entschuldigung" für die verschlampte Reservierung schiene passender.

Davon abgesehen darf man auch ein paar wohlwollende Anmerkungen machen: die Spesen sind im Grunde in Ordnung, manchmal etwas zu überkandidelt, ohne das Niveau dann aber bis an den Tisch zu bringen, manchmal nicht ganz so interessant und kreativ, wie sie auf den ersten Blick klingen.

Absolut herausstechend und der einzige wirkliche Grund, hier doch immer wieder zu kommen, ist aber der Käse: in dieser Auswahl und zu diesen Preisen hat man selbst in spezialisierten Geschäften manchmal Schwierigkeiten, besseres und günstigeres zu finden.

Allerdings sollte man sich nicht nur auf dem Käse ausruhen - denn wäre dieser nicht, würde die Beurteilung noch deutlich schlechter abschneiden!
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ManWein

Und nach dem heutigen Besuch ein Nachtrag: Das Service war diesmal freundlich, aber nicht überaus kompetent, wenn man bei dem ein oder anderen Getränk oder Gericht nachfragte. Das mag zum einen an den sprachlichen Barrieren liegen, wobei auch das keine valable Entschuldigung ist, denn man darf sich erwarten, daß Personal in der Meierei des Steirerecks nicht nur die Produkte kennt, sondern auch die Fragen versteht, um antworten zu können. Dafür herrscht nach wie vor Verwirrung. Schnöde Tischnummerierungen und entsprechende Serviceeinteilungen dürfte es nach wie vor nicht geben - wie sonst lässt es sich erklären, daß während meines zweistündigen Besuches (nein, wir haben nicht so unglaublich viel gegessen, wir haben vor allem lange gewartet) insgesamt fünf bis sechs Mal Kellner ein wenig von Tisch zu Tisch geirrt sind, bis sie das Essen an den richtigen gebracht haben. Nett wäre es auch, wenn man bei den Schokoladeknödeln darauf hinweist, daß die ebenfalls eine halbe Stunde dauern. Beim Kaiserschmarrn steht das auf der Karte, bei anderen Gängen nicht. Die Speisen waren - wie üblich - im Großen und Ganzen in Ordnung, wenn auch nicht herausragend. Das Tartare von der Reinanke ein wenig fad, das Kalbs- wie auch das Rindsgulasch geschmacklich gut aber leider teilweise zäh, die gebackene Entenleber mit Erdäpfelmayonnaisesalat dafür ausgezeichnet.

22. Apr 2015, 17:55
MeJulie am 8. August 2013
SpeisenAmbienteService
Wenn ein Lokal im selben Gebäude residiert wie das ehrwürdige Steirereck, dann erwartet man sich schon allein aus diesem Grund ein bisschen etwas besonderes. Leider wird diese Erwartung bitter entt...MehrWenn ein Lokal im selben Gebäude residiert wie das ehrwürdige Steirereck, dann erwartet man sich schon allein aus diesem Grund ein bisschen etwas besonderes. Leider wird diese Erwartung bitter enttäuscht:

Das Personal ist genauso unhöflich - um das böse Wort "inkompetent" nicht zu gebrauchen - wie immer alle sagen. Obwohl fast nichts los ist, warten wir, gehen Schlangenlinien und von Höflichkeit ist den ganzen Besuch über keine Spur. Das trübt selbst die recht nette Aussicht.

Die Speisekarte ist ein bisschen zu kompakt geraten: Es gibt so wenige Speisen, dass es durchaus passieren kann, dass man nichts findet, das einem schmeckt. Das was geboten wird, ist fast immer ein bisschen exklusiv und außergewöhnlich: Topinambur hier, Salzkaramell da,... aber nie so exklusiv und außergewöhnlich wie im Steirereck drüber; also keine Trüffeln oder Pâté de Foie Gras.

Die Preise sind gehoben aber sehr angemessen. Trotzdem: Ein Toprestaurant braucht mehr als nur hohe Preise.
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muttikochtambesten

unhöflich hat aber nichts mit inkompetent zu tun!

9. Aug 2013, 09:56
kuechenmeister am 6. Februar 2013
SpeisenAmbienteService
Mittagessen in der Meierei. Wir sind zu dritt. Ich bin gespannt auf das Lokal, es ist mein erster Besuch. Die freundliche Dame am Empfang vom Steirereck schickt uns über eine Treppe ins Untergescho...MehrMittagessen in der Meierei. Wir sind zu dritt. Ich bin gespannt auf das Lokal, es ist mein erster Besuch. Die freundliche Dame am Empfang vom Steirereck schickt uns über eine Treppe ins Untergeschoß. Gleich beim Eintreten empfängt uns eine überwältigende Wolke - dass der Käse hier Thema Nr. 1 ist, kann man nicht überriechen! Der Gastraum ist hell, freundlich, reduziert möbliert, die Farben weiß und grün dominieren. Die Karte ist gleich da, wir entscheiden uns für Austern, die Hochzeitsuppe, Beef Tartare, Kalbsleber, Entenleber und eine Käseplatte.
Drei Sorten Austern stehen zur Wahl, Fines de Claires Saint Vaast, Tsaskaya und Ancelin. Wir nehmen alle drei, die ohne Ausnahme vorzüglich sind, und erleben eine interessante Austern-Vergleichsverkostung. Anschließend die Hochzeits-Suppe mit Frittaten und Milzschnitte. Eine vorbildliche, kräftige Rindsuppe mit traditionellen Einlagen. Dann das Beef Tatare mit geröstetem Weißbrot, ohne Fehl und Tadel, routiniert und nach gängigen Regeln abgeschmeckt, vielleicht etwas zu schwach gesalzen, aber das lässt sich ja beheben. Die Entenleber auf Blattsalat und Rohkost war die Schwachstelle unserer Auswahl: die Entenleberstücke unterschiedlich stark gegart, die Beilagen nicht wirklich passend, eine wenig harmonische Komposition. Die geröstete Kalbsleber mit Pilzen, Quitten und Erdäpfel-Püree hingegen war exzellent. Die Leber am Punkt, die Quitten als eingelegte Fruchtstücke und als Puree gaben einen willkommenen Kontrast zur kräftigen Soße ab, die Austernpilze erwiesen sich als sehr stimmige Beilage. Das Erdäpfel-Püree war vorbildlich. Ein deftiges Essen, zur Winterszeit passend, und das in einer Portionsgröße, die auch in einem Wirtshaus noch in Ordnung gewesen wäre. Anschließend mussten wir einfach die Käseauswahl genießen. Mehrere Kombinationen standen zur Auswahl, Rohmilch, österreichisch, französisch ... oder einfach überraschen lassen! So heißt eins der Angebote auf der Käsekarte. Das wollten wir gern, aber vielleicht doch mit ein wenig Sicherheit! Der Ober erkundigte sich über unsere Vorlieben und stellte eine wunderbare Auswahl von 10 Käsesorten vom Ziegenfrischkäse aus dem Waldviertel bis zu enormen, perfekt gereiften Aromabomben aus französischer Produktion auf den Tisch, mit der wir eine runde halbe Stunde beschäftigt waren. Dazu genossen wir einen hervorragenden Riesling "Alte Reben" von Ebner-Ebenauer aus Poysdorf, der es mit der Wucht der Käse zu unserer Überraschung problemlos aufnehmen konnte.


Fazit: Gut essen kann man im Steirereck auch einen Stock tiefer, mit weniger Drumherum, brieftaschenfreundlich und wenn man will auch flott. Eine Adresse in der Innenstadt, die man sich merken sollte.
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cmling

Danke, kommt auf die "To-do list"!. (Im "Nobeilteil" war ich ja schon.)

6. Feb 2013, 23:15
amarone1977 am 9. November 2012 · Update 10. Nov 2013
SpeisenAmbienteService
Frühstück und Abendessen in der Meierei. Oder besser gesagt: Abendessen und Frühstück. Frühstück gab’s heute am Morgen, das Abendessen liegt schon ein paar Wochen zurück. "Teil 1" - zum Abendess...MehrFrühstück und Abendessen in der Meierei. Oder besser gesagt: Abendessen und Frühstück. Frühstück gab’s heute am Morgen, das Abendessen liegt schon ein paar Wochen zurück.

"Teil 1" - zum Abendessen:

Wienerschnitzel vom Kalb um 17,90 Euro. Ich möchte die Meierei im Stadtpark jetzt nicht ein „Steirereck für Arme“ nennen, aber die Preise der Meierei sind dann doch deutlich „volksnäher“ gestaltet. Im gleichen Gebäude wie das feudale Steirereck, nur mit der dominanten Glasfront in Richtung Wienfluss, praktisch gelegen in unmittelbarer Nähe zur U4-Station Stadtpark.
Die Räumlichkeiten kann man in einen oberen Schankbereich und in einen treppab erreichbaren unteren Bereich unterteilen. Letzterer offeriert den Blick auf den Wienfluss, der aber nur bei Schönwetter wirklich erbauend ist.

Meierei – übersetzt ein landwirtschaftliches Pachtgut – oder einfach eine Molkerei. Das erklärt die 120 Käsesorten, die im Schankbereich einerseits hinter einer speziellen Glasvitrine versteckt werden, andererseits aber auch in hübschen Käsewagerln ausgestellt sind.

Wie sagte mal Wilhelm Busch? „Man liebt den Käse wohl – indes‘ – man deckt ihn zu!“

Wenn man jetzt geruchstechnisch ähnlich empfindlich ist wie ich (Käse, Gurken, Paprika, …), dann wird der Nachteil (oder Vorteil?) der Architektur der Meierei offensichtlich:
Es „fäult“ [fäuut] – wie der Wiener sagt. Der Geruch sammelt sich aber erstaunlicherweise komplett im oberen Bereich. Die paar Stufen nach unten zu den Tischgruppen sind also offenbar wohlweislich eingebaut worden.
Beim Frühstücken stört das also nicht. Beim Abendessen schon, vor allem dann, wenn man zuerst mal keinen Tisch bekommt, dafür aber an der Theke Platz nimmt.

Service: ein eigenwillig selbstbewusster Herr, der drei junge Damen „dirigiert“. In seiner Gegenwart eher reserviert, blüht dann eine erst auf, als ich unten einen Tisch bekomme.

Gedeck: Brot, Süßrahmbutter, Walnussbutter, Ölivenöl.

Steinpilzcreme mit Gamsfilet. Eine äußerst gelungene Kombination. Denn ohne dass das Süppchen mit irgendwelchen Tricks aufgemotzt werden muss, zeigt die Crema was sie kann. Feines Steinpilzaroma, nicht „getuned“, dafür aber mit ein paar butterzarten Gamsfilets, die wahrlich auf der Zunge zergehen. Dazu noch ein Stück Brot mit Walnussbutter, Öl, rein in die Suppe… ooch…!

Kalbsrahmbeuschel: sehr gut, mein drittes überhaupt außerhalb der eigenen vier Wände. Schnörkellos, nicht überwürzt, nicht zu salzig.

Kaiserschmarren. Der aufblühenden Kellnerin gebe ich noch die Information mit, den Zucker wegzulassen.
Gott sei Dank, was wäre wohl passiert! Der Kaiserschmarren sieht zwar am Foto gar nicht so einladend aus, aber ohne den „obligaten“ Staubzucker macht er tatsächlich optisch weniger her.
Doch der Schmarren ist noch immer viel zu süß. Er schmeckt zwar, ist auch flaumig, wie niemals einer seiner Gattung zuvor, aber warum so süß?
Mehr Zucker heißt nicht mehr Geschmack! Schade drum. Das müsste Herr Reitbauer eigentlich wissen, oder ist das der Kniefall vor dem Mainstream-Gast?
Im Steirereck würde er sich dies wohl kaum erlauben dürfen.

Trotzdem: das Fachmagazin für "Ess- und Trinkkultur", "A la carte" führt die Meierei in ihrer Sonderausgabe über Wiener Klassiker unter den Paradelokalen für Kaiserschmarren: "... in einer Qualität, die man sich von der Meierei des besten Restaurants Österreichs erwarten darf."
Keine Ahnung, was den Schreiberling bei der ansonsten sehr gelungenen Lektüre da geritten hat. Ach ja, zur Anmerkung:
den Artikel las ich gut einen Monat nach meiner Meier'schen Schmarren-Erfahrung.

"Teil 2" - zum Frühstück:

Zuerst mal ein Wort zum Ambiente. Die schreiend grün-gelbe Farbe, die da in den Bodenbeton eingerührt wurde, kommt am sonnigen Morgen wirklich gut, am Abend finde ich den Farbmix zuweilen anstrengend und wenig entspannend.

Mehrere „Frühstücksmenüs“ anzubieten ist wirklich eine feine Idee (siehe Bilder). Brot und Getränke sind übrigens extra zu bezahlen.

Meine Wahl, dabei ist die Reihenfolge nicht gemäß der Speisekarte, sondern gemäß der Empfehlung des Kellners, der zwar sehr freundlich ist, aber trotz spärlichem Besuch schon viel zu tun hat.

- Kräutertopfen mit gebeiztem Wildlachs
- 3 Käsesorten aus Österreich: Weinkäse, Bachensteiner,
Nuart’s Weißschimmel (vom Schaf)
- Schafmilch-FruFru mit Erdbeeren und Kefir
- Müsli mit gedörrten und eingelegten sowie frischen Früchten
(statt dem Käse-Omelett)
- Warmer Milchrahmstrudel mit Holunderröster

Zuerst mal ein Weißer Tee. Schönes Säckchen, trotzdem reicht er an offene Tees seiner Art nicht heran.

Kaffee (etwas später): Cappuccino, „bitte richtig italienisch“. Eigentlich müsste ich das ja gar nicht dazu sagen. Aber was kommt? Ein fader, eindeutig bitterer Milchkaffee mit einer Schaumhaube obendrauf, die an den Schaum einer vollen Badewanne erinnert, das ist jedenfalls kein Cappuccino, das können sogar einige Innenstadtcafés weitaus besser. Die "Qualität, die man sich von der Meierei des besten Restaurants Österreichs erwarten darf" (Erinnerung an "A la Carte"-O-Ton) ist das ganz und gar nicht, im Gegenteil, das ist eine handfeste Enttäuschung.

Brot, ich wollte dunkles: zwei Sorten, schön anzusehen, schmeckt auch gut.

Der Wildlachs ist eindeutig kein 08/15-Supermarkt-Lachs, nicht zu „geil“, sehr elegant, sehr fein im Biss, nicht übersalzen, angenehm würzig, fällt aber nicht so „wuchtig“ mit der Tür ins Haus wie andere seiner Art.
Der Kräutertopfen ist eine wirklich edle Sache, da war ein sehr sensibles Händchen dahinter.

3 Käsesorten: der Weinkäse ist nicht umsonst ein echter Heuler, ich mag ihn einfach. Die beiden anderen sind ähnlich weich in der Konsistenz, sehr kultiviert im Geschmack, buttrig, stinken nicht zu sehr, nicht einmal der Schafkäse blökt unverschämt daher.

Schafmilch-FruFru: nette Idee, sehr cremig fein, schmeckt nicht aromatisiert.

Müsli: endlich wieder einmal ein angesetztes Müsli, nicht einfach der übliche „Büffet-Schotter“, den man erst anrühren muss und trotzdem durch die Speiseröhre kratzt wie Schottermitzis "feine Auslese".

Milchrahmstrudel: das Problem beim Strudel ist nicht seine Machart, sondern die berechtigte Empfehlung, ihn am Schluss des Menüs zu essen.
Nur: wenn alles aus Organisationsgründen auf einmal serviert wird (Order von Reitbauer höchstpersönlich), dann ist’s schade um die Müh‘, denn der Strudel ist anfangs schön warm, aber am Ende ist er kalt und kriegt eine Haut, durch’s von mir gewünschte Aufwärmen, dem problemlos nachgekommen wird, wird die Haut noch dicker.

Schmeckt halb so gut. Mein Vorschlag, wenigstens den Strudel erst dann zu servieren, wenn alle kalt servierten Speisen bereits verspeist sind, wird freundlich entgegengenommen, dürfte aber aufgrund Reitbauers Order zum Scheitern verurteilt sein. Da es eben organisatorisch nicht machbar wäre, kommt eben wohl weiterhin alles auf einmal zu Tisch.

Fazit: einige Highlights werden von einigen doch erstaunlichen Schwächen getrübt. Ein trotz Weglassen des Staubzuckers völlig übersüßter Kaiserschmarren, ein Cappuccino, der diesen Namen nicht tragen dürfte und die leidige Sache mit dem Strudel sind Flecken auf der Weste eines Hauses, das auch ganz anders kann: die Steinpilzcreme mit dem Filet war eine Klasse für sich, diese Qualität wiederum sucht ihresgleichen. Und dass das Frühstück trotz des Strudels ein Highlight darstellt, will ich gar nicht bestreiten. Wer macht sich schon die Mühe, ein Müsli anzurühren? Außer der Meierei macht das bis dato erst ein Haus im Burgenland mit 5 Sternchen auf der Eingangstür. Und der Lachs war ebenso über alle Zweifel erhaben.
Ich komme also wieder – in der Hoffnung auf eine Lösung des Strudelproblems - und vielleicht serviert man mir doch noch einen Cappuccino, der seinem Namen wirklich alle Ehre macht.
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Hilfreich30Gefällt mir11Kommentieren
19 KommentareZeige alle Kommentare
amarone1977

Steirer-SB - zum FruFru oder zum Müüchlaberl? *wurgs* *LOL*

21. Nov 2013, 13:09

Meierei im Stadtpark

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Ambiente
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