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Mi, 28. Februar 2024

Steax am Heumarkt

(5)
Am Heumarkt 3, 1030 Wien
Küche: Amerikanisch
Lokaltyp: Steakhouse, Restaurant
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News2. Feb 2024 von
WrKFan

Das Steax ist nun eine Pizzeria mit dem Namen Uno-Due-Tre

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Steax am Heumarkt

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37
5 Bewertungen fürSteax am Heumarkt
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Ambiente
33
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36

Bewertungen

WrKFan
Experte
am 23. März 2023
SpeisenAmbienteService
Treffpunkt Steax am Heumarkt Es ist 18:00 Uhr, meine Freunde des Rinderwahns, so nennt sich unsere carnivorisch veranlagte Steakgruppe, versammelt sich im Schanigarten um in einem für uns neuen Lokal, das sich der kultivierten Rindervernichtung verschrieben hat, einen ersten Lokalaugenschein v...Mehr anzeigenTreffpunkt Steax am Heumarkt

Es ist 18:00 Uhr, meine Freunde des Rinderwahns, so nennt sich unsere carnivorisch veranlagte Steakgruppe, versammelt sich im Schanigarten um in einem für uns neuen Lokal, das sich der kultivierten Rindervernichtung verschrieben hat, einen ersten Lokalaugenschein vorzunehmen. Die Temperaturen gehen endlich in die Höhe, sodass man sich den Aperitif im Freien einverleibt hatte.

Aufmerksam gemacht wurde ich durch unsere Testerin BiancaC, der ich herzlich danke, und ich aufgrund ihrer Rezension das Steax für unser nächstes Treffen vorgeschlagen hatte.

Danach begeben wir uns versammelt ins Innere. Ein modernes Ambiente zeigt sich uns, doch es geht eine Etage tiefer ins Untergeschoß, wo es einen weiteren recht hellen Gastraum gibt. Wir waren dann dort für den Rest des Abends völlig allein, aber wegen der Tischgröße für sieben kräftige Männer war es nur unten möglich.

Der Tisch war dafür fabelhaft, eine geschätzt 5 cm dicke Vollholzplatte in mächtiger Größe ermöglichte ein fürstliches Tafeln. Die anderen Tische sind aber schlichter. Elegante Ledersessel ergänzen das noble Ambiente.


Das Vorspiel

Der Service war sehr bemüht und betont freundlich. Zwei recht junge Herren verwöhnten uns an dem Abend. Der eine dürfte, ich vermutet das, der Lokalchef sein. Man konnte auch unseren typischen Witzeleien standhalten, denen wir sie ausgesetzt hatten. Es gab auch eine angeregte Diskussion, wie es um das Lokal steht. Derzeit ist gastronomische Flaute, aber man hofft, dass man überleben wird.

Insofern waren wir so was wie Edelgäste, d.h. wenn es schon nur den einen Tisch gibt, dann zog man alle Register. Wie sich das in einem gefüllten Lokal darstellt, wird sicher anders sein, aber man verlangt auch kein Dauer-Tüdel-di-Tü Gehabe, sondern eine professionell wie kompetente Bedienung. Das war auch der Fall.

Ich habe auf der HP festgestellt, dass es Mittagsmenüs gibt, das mit Steaks nichts gemein hat, sondern teils auch der guten Wiener Hausmannskost um 12,50€ gewidmet ist. Ich denke so möchte man erreichen, dass das Lokal ein breiteres Publikum anspricht. Ob die Rechnung aufgehen wird, wird sich zeigen. Das Lokal gibt es erst kurz.

Für uns wurde zuerst der Gruß aus der Küche der kulinarische Lockvogel. Ein Couscous-Salat, gut mariniert ging gut als Appetizer weg, dazu das Gedeck bestehend aus zwei Arten Weißbrot und ein milder wie auch angenehmer Knoblauchaufstrich. Das war mal kein Fehlstart, aber vom Hocker riss es auch nicht.

Getrunken wird bei den meisten meiner Spezl‘n entweder klassisch Bier, oder wie meine Wenigkeit es vorzieht, guter Rotwein, bei dem ich gestern einen Partner hatte, der solches ebenso schätzt. Wir probierten zwei, einen spanischen Rioja Izadi Crianza aus 2017 mit edlem Körper und Kraft , den es auch glasweise um 7€ gibt.

Der zweite war ein Italiener, ein Tua Rita, Rosso die Notri, Jahrgang 2020, die Flasche um 55€, der wesentlich milder war, ohne Barrique-Note. Meinem Wein-Partner hat er gut gemundet, ich war mit meiner Wahl wieder mehr zufrieden und stieg dabei auch noch günstiger aus.


Auftritt der Hauptdarsteller

Wir sind an sich zumeist sehr puristisch unterwegs, in der Regel genügt uns ein ansehlich großes Steak ohne das große Vorspeisenregister, außer was das Lokal wie zuvor beschrieben standardmäßig anbietet und das reicht bei mir auch in aller Regel.

De eine Hälfte entschied sich recht einhellig für das Rumpsteak (300g um 30€) und die andere für das Rib-Eye (Männergröße 350g zu 44€). Kleiner Wermutstropfen, die Karte listet auch Dry-aged Varianten, welche aber an dem Abend nicht verfügbar waren.

Auffallend die erhöhte Preissituation für Dry-aged, 54€ für das Filet oder 66€ für Rib-Eye. Was also die Rindviecher meiner Wahl anbelangt sind wir hier in der Hochpreisliga. man liegt dabei um gute 30% über dem für mich guten Repräsentanten El Gaucho.

Unsere quasi Normalvariation war aber qualitativ exzellent. Mein Garpunkt straight medium perfekt und auch von den anderen höre ich rundum nur Positives in lobenden Tönen. Das Fleisch war von ausnehmender Zartheit, das Fettauge nahezu nicht mehr vorhanden, ist also damit geschmacklich ins Fleisch aufgesaugt integriert. Klasse.

Das Steakmesser ist erwähnenswert, das war wie Kanonen auf Spatzen schießen, für mich schon vom Format Hirschfänger, recht wuchtig und schwer, welches dann wie von alleine seine Schnitte durch die zarten Fasern fand.


Die Nebendarsteller

Wurde da ein allgemeiner Schwachpunkt erkannt? Steak-Fries sind recht passabel. Gemüse Side-Dishes, Blattspinat oder zunächst vielversprechende Piementos waren nicht wirklich aufregend. Die Basis ok, nur es fehlt hier an Würzkunst oder raffinierten Ergänzungen. Die Saucen waren noch weniger eine Offenbarung. Doch genau darf lege ich Wert.

Die Pfeffersauce viel zu dünnflüssig, ein Kollege meinte, das sei US-Standard. Na gut, dann sollen sie das dort so handhaben, ich hätte gerne eine kräftiger einreduzierte Sauce. Von pfeffrig spürte man lediglich den Ansatz. Mit dem Steak verflüchtige sich das auch völlig.

Verfechter scharfer Ergänzungen haben wie ich üblicherweise nachgefragt, was diesbezüglich der heißeste Dip wäre. Chimichurri, ah ja kennt man, doch das Ergebnis war noch mehr enttäuschend. Ein paar Stückchen Chili verirrten sich in einem Ölbad und ersoffen darin regelrecht. Das hätte man auch auf einem Sitz essen können, d.h. weder Schärfe noch Geschmack. Leider konnte hier nicht gepunktet werden.


Die Nachwehen

Hier zeigte sich der Service von seiner starken Seite und brachte, ohne dass wir etwas gesagt hätten, eine kleine Haus-Kreation. Ein kleiner Süß-Happen, man vergebe mir, ich habe vergessen was es war. Ich denke, das wird auch immer was anderes sein. Nett dazu war, dass es mit einem Glas Trockeneis ergänzt wurde und die Rauchentwicklung für einen Showeffekt gesorgt hatte.

Kaffee Naber war als Ristretto ausnehmend gut und diverse Schnäpse von Schosser sehr edel, das sind so die typischen Nachspeisen, wie wir das in unserer Männerrunde handhaben, Männer eben. ;)

Ein letztes Tüdel-di-Tü gelang dem Service noch, ja man wollte uns sichtlich hofieren als die wohl einzigen Gäste im Untergeschoß und so erhielten wir noch eine Runde Schosser Edelbrände nach Wahl aufs Haus.

Die G‘schicht war in Summe nicht billig, keiner kam unter 70€ davon, ich kaufte mich mit ca. 100€ frei und unser Spitzenreiter mit 130€, aber der hatte auch den teureren Rotwein.

Ich habe das Lokal mit etwas gemischten Gefühlen verlassen. Die Steaks waren tadellos, aber hochpreisig. Der Service mehr als nur bemüht, aber das würde ich nicht als üblichen Standard ansehen.

Das Ambiente ist für mich Durchschnitt. Klarerweise kann das nur subjektiv sein, aber ich bin mehr der rustikale Typ wie das unser Tisch war. Doch muss man bedenken, diesen Supertisch (für 8 Sitzplätze) erhältst du sicher erst bei einer Personenanzahl ab 5 Personen aufwärts.

Da ich unter uns nicht so der Obercarnivore bin, ich liebe schon Steaks, aber es müssen für mich ebenso die Side-Dishes meiner Erwartungshaltung entsprechen, wenn die Preise schon gehobener Level sind, und das war leider nicht der Fall.

Für die Stimmung haben wir selbst gehörig gesorgt, aber wie ist das, wenn ich mal nur zu zweit oder bloß alleine hergehe? So alleine wie gestern möchte ich dann sicher nicht sitzen. Beim Verlassen des Lokals war genau ein Tisch im oberen Bereich belegt. Hier muss man für das Lokal hoffen, dass sie die Kurve kratzen werden.

Ich gebe dem Lokal mit Sicherheit gerne eine weitere Chance, aber der erste Lokaleindruck war summa summarum noch nicht ganz zufriedenstellend um in euphorischen Jubeltanz zu verfallen.
Steax - Gruß aus der Küche - Coucous-Salat - Steax am Heumarkt - WienSteax - 350g Rib-Eye - medium - Steax am Heumarkt - WienSteax - Gastraum ebenerdig - Steax am Heumarkt - Wien
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Stimmt, und das mit den nicht heimischen Produkten hier, danke für den ergänzenden nicht unwichtigen Hinweis.

23. Mär 2023, 14:20·Gefällt mir1
BiancaC
Experte
am 7. Dezember 2022
SpeisenAmbienteService
Eines kalten Dezemberabends zog es meinen Mann und mich zu einem Abendessen ins STEAX. Seit der Eröffnung sprachen wir davon, dieses Restaurant einmal auszuprobieren, aber meist verschlug es uns dann doch ins El Gaucho oder Livingstone. Die Reservierung funktionierte problemlos, jedoch wäre d...Mehr anzeigenEines kalten Dezemberabends zog es meinen Mann und mich zu einem Abendessen ins STEAX. Seit der Eröffnung sprachen wir davon, dieses Restaurant einmal auszuprobieren, aber meist verschlug es uns dann doch ins El Gaucho oder Livingstone.

Die Reservierung funktionierte problemlos, jedoch wäre diese - trotz Adventzeit - nicht notwendig gewesen, da bei unserer Ankunft (nach 20 Uhr) kaum Tische besetzt waren.
Das Ambiente des Lokals überzeugt - gediegen, elegant, aber irgendwie sehr gemütlich.

Das Personal empfängt uns herzlich, geleitet uns zum Tisch und händigt uns alsbald die Speisekarten aus, in denen ausschließlich Speisen stehen. Extra bekamen wir die Weinkarte - die Getränkekarte nur auf Nachfrage. Wir entschieden uns für ein Krügerl Zwickl und ein Campari Soda vorweg, die Weinwahl fiel auf einen "Quattro" 2020 vom Weingut Gager. Der Rotwein selbst von kräftiger, leicht säuerlicher Natur - die Brombeere kommt gut raus, kräutrig und voluminös ob der vier Sorten (deshalb Quattro: Blaufränkisch, Cabernet Sauvignon, Merlot und Zweigelt) und im Abgang leicht rauchig mit merkbarer Tabaknote. Schmeckt mir, dem Mann noch viel mehr.

Die Aperitivi waren schnell am Tisch (Campari Soda wie es soll - kühl, kräftig, belebend und bitter-süßlich mit 5cl - habe beim Mixen gespitzelt - und das Zwickl mit einer schönen Schaumhaube, aber kein Schaumhäferl), der Wein wurde nach deren Leerung am Tisch eingestellt - wie es sein soll für einen kräftigen Rotwein: schön große Bordeaux-Gläser.
Zum Starten wurde ein Amuse Bouche gebracht: ein kleines Polentawürferl mit Grillgemüse auf Wildkräutersalatbeet, dazu 2 Brotsorten (hell und dunkel, warm, speckig, knusprig) und ein Frischkäseaufstrich mit Paprikanote. Das machte schon mal Lust auf mehr, wenngleich ich Polenta als absout entbehrlich finde - wer sie mag wäre zufrieden gewesen, leider nicht mein Geschmack, aber das ist subjektiv.

Die Vorspeise - ein großes Beef Tartar für uns beide zum Teilen - wurde am Tisch auf einem Servierwagen durch den Kellner frisch vermengt. Wir durften unsere Geschmackswünsche äußern - möglich waren Zwiebel, Kapern, Gurkerl, Ketchup, Paprika, Senf, Olivenöl und Eidotter. Ganz klassisch. Auf unseren Extrawunsch wurde noch Tabasco geholt. Die Art und Weise wie dieser Gang präsentiert wurde, hatte etwas Beruhigendes und Schönes, fast schon Romantisches. Der Kellner verrührte mit Hingabe und richtete liebevoll mit Servierring auf zwei Tellern an. Die Portionsgröße war mehr als ausreichend für 2 Personen, fast schon zu viel als Vorspeise, aber für mich als Fleischtiger eine Wohltat. Geschmacklich einwandfrei, wenn auch nicht das beste meines Lebens, da dann doch ein wenig zu viel Senf und Ketchup (in Zukunft einfach steuern und sagen "bitte nur wenig....")- Preis-Leistungsverhältnis und auch Qualität wirklich gut. Konsistenz ebenfalls mein Fall, da handgehackt und nicht faschiert.

Zum Hauptgang wählte mein Mann den Rindfleisch-Burger (dezidiert OHNE Majonnaise), dazu Fries und gebratenen Spargel. Ich nahm das Hirschfilet an Pilzsauce mit Maroniserviettenknödel, extra noch Grillgemüse. Die Portionen waren riesig. Mein Mann bekam den Burger wie gewünscht ohne Majonnaise und war sehr zufrieden mit seinem Gericht. Der Spargel war etwas überteuert (5 Euro; siehe Foto), aber dafür hervorragend abgeschmeckt, die Pommes etwas zu salzig, meinte er. Mein Hirsch war eine Wucht: das Fleisch war butterzart, perfekt gebraten und von hervorragender Qualität. Die Sauce war sehr würzig, was gut zu dem sehr naturbelassenen Fleisch passte. Die Maroniknödel waren flaumig, die Maroninote merkbar aber sehr dezent. Alles in Allem eine sehr runde Sache - würde ich glatt wieder genau so bestellen. Das Grillgemüse war mit einigem Röstaroma verstehen, ausreichend gesalzen und weder zu roh, noch zu gegart - schlichtweg perfekt.

Wegen der opulenten Portionen mussten wir die Dessertlade an diesem Abend leider geschlossen lassen, wir haben nicht einmal in die Dessertkarte geschaut. Ein Averna wurde es dann aber noch, zwecks Verdauung, und sieh an - er wurde uns mit einem kleinen Kännchen frischem Zitronensaft zum selbstbestimmten Aromatisieren serviert. 1A!

Fazit: Meines Erachtens ein wirklich besuchenswertes Steak-Restaurant, das jedoch nicht nur eine große Auswahl an Steaks in petto hat, sondern auch die Wahl zu saisonalen Speisen ermöglicht. Vegetarier würden im STEAX aber vermutlich ob der geringen Auswahl an vegetarischen Hauptspeisen eher weniger glücklich werden. Ich empfehle das STEAX für romantische Abende zu zweit, oder illustre Runden von carnivoren Gourmets, die bereit sind, auch gerne mal ein wenig mehr für entsprechende Qualität zu bezahlen. Ein einziges Manko habe ich anzubringen: Es ist leider nicht bei jeder Speise ausgewiesen, woher das verarbeitete Fleisch stammt - lediglich die Herkunft der Steaks wird angegeben...
Amuse Bouche/Gedeck - Steax am Heumarkt - WienGebratener Hirsch - Steax am Heumarkt - WienHauptgang inkl. Extrabeilagen - Steax am Heumarkt - Wien
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Schön nun eine Alternative zum El Gaucho zu haben - früher waren wir hin und wieder im „DSTRIKT“ bis sie dort das komplette tolle und engagierte Serviceteam auswechselten, bei den offenen Weinen nur mehr 0,1 ausschenkten parallel dazu die Preise über die Schmerzgrenze erhöhten und das ebenfalls auch bei den Steaks taten. Es wird sich sicher bald e. Gelegenheit ergeben im „Steakx“ reinzuschauen und der sehr fair kalkulierte „Quattro“ lockt ebenso ;-)

8. Dez 2022, 08:42·Gefällt mir2
Leckerschmecker
am 25. Juli 2021
SpeisenAmbienteService
Das beste Steakhouse in dem wir je waren!!! Ambiente Top Service sehr zuvorkommend Fleisch Qualität sehr gut Essen einfach Perfekt Kann das Steax nur empfehlen hier stimmt alles!!!
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Stammersdorfer
Experte
am 31. Mai 2020
SpeisenAmbienteService
Die Wiener Reopening Woche endet HEUTE. Da gibt/gab es bei vielen der Lokale die „mitspielen“ ein 3 gängiges Menü um € 29,50. Einige wenige wollen 39,50 bzw. 49,50 dafür. Ist im Übrigen ganz ähnlich wie die Restaurantwoche Wien, die seit einigen Jahren immer im Frühjahr und Herbst stattfindet und...Mehr anzeigenDie Wiener Reopening Woche endet HEUTE. Da gibt/gab es bei vielen der Lokale die „mitspielen“ ein 3 gängiges Menü um € 29,50. Einige wenige wollen 39,50 bzw. 49,50 dafür. Ist im Übrigen ganz ähnlich wie die Restaurantwoche Wien, die seit einigen Jahren immer im Frühjahr und Herbst stattfindet und sich großer Beliebtheit erfreut.

Also vor einiger Zeit bei den in Frage kommenden Wirten die Speisekarte dazu angesehen, beim STEAX im Dritten Hieb hängen geblieben und sofort online für Dienstag den 26.5.2020 um 18:00 einen Tisch reserviert.

Es gibt Beef Carpaccio mit Grana und Rucola, dann Medaillons vom argentinischen Rinderfilet mit hausgemachten Trüffelgnocchi und Fenchel-Orangen-Salat. Die Nachspeise ein Kokos-Grieß-Flammerie. Ja da ist uns dann gleich einmal das Wasser im Mund zusammengeronnen.

Die Anreise vom 8ten kommend erfolgte zu Fuß, wie in den letzten Wochen eigentlich immer und überall hin. Für die knapp 3 Kilometer haben wir etwas mehr als 30 Minuten benötigt. Das Lokal ist vis a vis vom Stadtpark, gleich neben der Münze Österreich, in 1030 Wien, Am Heumarkt 3.
Öffentlich kommt man sehr gut hin, ist doch der Bahnhof Wien Mitte-Landstraße recht nah, fast noch näher ist die U4 Station Stadtpark.

Rein mit Schwung in die Steakhütte, die wir bis dato nur vom Vorbeigehen kannten und nein dieses Lokal gefällt uns nicht so wirklich.....
Es ist recht dunkel, schweres Mobiliar, die Farben Schwarz, Braun und Dunkelgrün dominieren. Angenehm zu sitzen sind die Holz- Ledersessel mit Armlehne, wenig sympathisch die Tische mit gscheckerter Marmorplatte.
Der Raum selbst länglich mit Rundbögen, die Decke komisch grünlich ausgemalt und die eine oder andere Grünstaude steht herum. Nein hier haben wir uns nicht sonderlich wohl gefühlt und auch den Weg zu den sauberen Toiletten sollte man anschreiben und nicht die Gäste herumirren lassen.

Leider ist auch das Personal irgendwie eigen, vor allem der für uns zuständige Mitarbeiter. Er mimt einen Kellner für gehobene Gastronomie, was völlig in die Hose gegangen ist. Der junge Mann ist dabei steif, unrund und wenig aufmerksam, er ist zwar recht freundlich, das wars aber auch schon. Die anderen drei machten auf mich einen deutlich besseren Eindruck, mit denen hatten wir allerdings wenig zu tun.
Schade, mir ist irgendwie vorgekommen, als wolle er besonders gut sein, um ja keine schlechten Kritiken zu bekommen, zu der man vor der Buchungsplattform tags darauf eingeladen wird.

Abgesehen von der unterdurchschnittlichen Leistung finde ich auch, dass 4 Servicemitarbeiter für 26 Gäste in keiner Relation stehen. 30 würden derzeit Platz finden, wobei aber auch in Normalzeiten kaum mehr möglich ist.

Das erfreulichste des Abends war ganz sicherlich das Essen, nicht nur preislich, sondern auch mit der Qualität waren wir sehr zufrieden.

Zu Beginn das Carpaccio zart und weich, schön dünn geschnitten und nicht kalt, wie man das oft wo vorgesetzt bekommt. Der Grana würzig, und auch das Grünfutter, das ich normal nicht so brauche, hat hier sehr gut dazu gepasst, ebenso wie der Balsamico und die Pinienkerne, die wir beide sowieso sehr gerne mögen. Sehr ordentliche Vorspeise, die mit getoastetem Weißbrot und drüber etwas zerlassener Butter serviert wurde.

Der Hauptgang, ein kleines, überaus feines Rinderfilet, wobei das Fleisch sehr weich und etwas mürbe war. Nach der Garstufe wurden wir nicht gefragt, es wurde uns medium well serviert, was aber sehr gut gepasst hat. Warum das allerdings aus Argentinien sein muss weiß ich nicht.
Die Trüffelgnocchi dazu waren perfekt, nicht zu hart, nicht zu weich und höchst interessant fanden wir den Fenchel-Orangen Salat, hatten wir noch nicht, würde ich mir wahrscheinlich auch nicht bestellen, war aber irgendwie spannend der Geschmack.
Verfeinert war das Gericht mit ganz wenig einer Pfeffersauce und 3 Tupfen Erdbeermarmelade? Hätte es beides nicht gebraucht, war aber da.

Zur Nachspeise meinte meine Frau fad und schob mir ihre rüber. :-) Gries schmeckt halt nicht nach viel, aber der Kokosstreusel und die Orangensauce dazu, haben eine recht anständige Nachspeise daraus gemacht.

Noch ein Wort zu den Tellern, für mich grauenvoll!

Die Getränke, zu Beginn hatten wir zwei Glas Prosecco, ich glaube es war ein Villa Sandi. Sehr feine Ware, gut gekühlt und nachdem man das von unserem bestellten Wein noch nicht sagen konnte, lud man uns auf einen Zweiten ein. Nette Geste!
Wir hatten einen 2018ener Grünen Veltliner „Piri“ vom Nigl aus Senftenberg, der mit großem Eiskübel zum Tisch gebracht wurde. Die Riede verfolgt uns schon seit vielen Jahren, wir waren immer sehr zufrieden. Ein fruchtiger, etwas reiferer Weißer, mit schöner gelblicher Farbe und auch in der Nase hatte man so einiges. Dazu ein Krug Leitungswasser, für den man nichts zahlt.

Die Moral von der Geschicht, das Essen hat geschmeckt, sehr sogar, mit einem naja Ambiente und was "unseren" Mitarbeiter betrifft, einfach locker bleiben und nicht verstellen.
Die Rechnung über 100,-- Euro habe ich mit Kreditkarte gezahlt und wir sind doch etwas nachdenklich wieder nach Hause spaziert.
Medaillon vom Rinderfilet - Steax am Heumarkt - WienCarpaccio vom Rind - Steax am Heumarkt - WienKokos Grieß Flammerie - Steax am Heumarkt - Wien
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Smiler
Experte
am 5. März 2020
SpeisenAmbienteService
Das Steax hat ja nun schon einige Zeit offen, einige mal schon vorbeigegangen und jetzt endlich hat es sich zu mittags schön ergeben. Einen Kollegen geschnappt, vor ab das Mittagsmenü studiert und dann ging es schon los. Das Lokal ist direkt neben dem, inzwischen geschlossenen, Bieramt zu find...Mehr anzeigenDas Steax hat ja nun schon einige Zeit offen, einige mal schon vorbeigegangen und jetzt endlich hat es sich zu mittags schön ergeben. Einen Kollegen geschnappt, vor ab das Mittagsmenü studiert und dann ging es schon los.

Das Lokal ist direkt neben dem, inzwischen geschlossenen, Bieramt zu finden. Anreise also am günstigsten zu Wien Mitte und dort den S-Bahn Ausgang Stadtpark nehmen. Beim Betreten des ebenerdigen Lokals (das auch einen Kellerbereich hat) kommt man in einen hellen Raum, der jedoch mehr an eine „Lounge Bar“ erinnert als an ein Essenslokal.

Da wir etwas früher dran waren, war es auch noch relativ vereinsamt und kurz blickte man sich suchend nach einer Ansprechperson um. Diese kam auch gleich und führte uns zu einem Tisch der links und rechts von einer Couch flankiert wurde.

Platzgenommen und Getränke aufgegeben ging es an das studieren des Mittagsmenü. Folgende Möglichkeiten gibt es hier: Nur die Hauptspeise um €8,5, das 3-Gang Menü Hauptspeise plus Wahlweise (2 von 3) Tagessuppe, Salat oder Nachspeise + ein Espresso um 12€ oder einfach frei zusammengestellt wobei jede Speise zur Hauptspeise mit zusätzlich 2,5€ zu Buche schlägt.

Wer nicht wagt, der wird nicht satt, also gönnten wir uns das 12€ Menü.

Der erste Gang war eine Knoblauchsuppe, hübsch serviert, ordentlich geknoffelt, nicht ideal für die Besprechung danach aber geschmeckt hat sie.

Beim zweiten Gang, ich gebe es zu, habe ich einen kleinen Burger ohne viele Extras erwartet. Ich kann die Hungrigen beruhigen, da war was da.
Ein feiner Cheeseburger dazu Steakfries mit 2 Dips (Ketchup und Mayo). Das Ding hat geschmeckt. Wagyu Rind sollte man halt bei einem €8,5 Burger nicht erwarten aber hier war das Preis-Leistungsverhältnis absolut in Ordnung.

Zum Abschluss gab es noch einen Gries Pudding mit Marillenmarmelade oben drauf. Dazu ein Espresso vom Naber. Mein Kollege war etwas unsicher, aber auch hier wieder, es hat geschmeckt. Leicht süßliche Note durch Marillenmarmelade abgerundet.

Also das Essen braucht sich hier zumindest zu mittags nicht verstecken.

Das Ambiente des Lokals ist, wie eingangs geschrieben, halt auf Lounge eingerichtet. Meines ist es nicht ganz, aber auch hier geht’s um persönlichen Geschmack. Ich fühlte mich nicht unwohl die Stunde die wir dort waren.

Ja und der Service. Der Chef ist eindeutig gelernt und weiß was er tut. Seine Servicekraft geht noch etwas unsicher mit den Tellern umher und wirkt braucht noch etwas Unterstützung. Nichts was aber unser Mittagessen stark beeinträchtigt hätte.

Ob wir wieder das volle Menü nehmen oder weniger gierig sind wird sich dann noch zeigen.
Nachspeise des Tages Grießpudding - Steax am Heumarkt - WienTagesteller "Steax-Burger" - Steax am Heumarkt - WienTagessuppe - Steax am Heumarkt - Wien
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