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Di, 23. April 2024

Sichuan

(1)
Arbeiterstrandbadstraße 122, 1220 Wien
Küche: Chinesisch, Asiatisch
Lokaltyp: Restaurant
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Sichuan

Speisen
Ambiente
Service
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Gesamtwertung

43
1 Bewertung fürSichuan
Speisen
40
Ambiente
50
Service
40

Bewertungen

WrKFan
Experte
am 14. August 2022
SpeisenAmbienteService
Sichuan - oder ausgeliefert der Hot-Chili-Mafia An die Schärfe der chinesischen Küche im Sichuan-Style musste ich mich erst gewöhnen. Als WrK-Fan kennt man das vielleicht bei einem Gulasch oder dgl., aber nicht quer durch die Bank vieler Speisen. Anfangs war sie mir zu scharf, aber mit der Ze...Mehr anzeigenSichuan - oder ausgeliefert der Hot-Chili-Mafia

An die Schärfe der chinesischen Küche im Sichuan-Style musste ich mich erst gewöhnen. Als WrK-Fan kennt man das vielleicht bei einem Gulasch oder dgl., aber nicht quer durch die Bank vieler Speisen. Anfangs war sie mir zu scharf, aber mit der Zeit habe ich gelernt, dass diese Zubereitungsart in der Tat erst ab einem gewissen Scoville-Wert von 4 aufwärts ihren vollen Genuss entwickelt. Man lernt.

So wurde ich bekehrt und bin nunmehr selbst Mitglied der Hot-Chili-Mafia. Mittlerweile schärfe ich auch meine eigenen heimischen Gerichte @home mehr als früher, manchmal zum Leidwesen meiner Gäste, aber das ist eine andere G’schicht. 😊

Dafür zeichnet sich also die Sichuan-Küche verantwortlich. Die HP sagt übrigens, dass alle im Lokal werkenden Köche aus der westchinesischen Provinz „Sichuan“ kommen. So will ich’s dann auch glauben.

Im 4-Mann starken Team haben wir auf der vorderen Terrasse Platz genommen, mein absoluter Lieblingsplatz. Vor uns eine kleine Teichanlage, irgendwelche Fische schwimmen drin (bis heute weiß ich nicht welche), aber idyllisch, idyllisch, idyllisch, mir taugt’s hier einfach, besonders zur Dämmerung, und das Wetter hat wie quasi bestellt mitgespielt.

Gewählt habe für diesen Besuch das Lokal nicht ich, sondern mein Partner, der so rein „zufällig“ Chinese ist, dessen Abschied gefeiert wurde, da er uns nächste Woche verlässt, um wieder in seine Heimat zurückzukehren. Ach Wehmut, aber wieder eine and're G'schicht.

Nach seiner fachkundigen Meinung ist das Sichuan nicht völlig authentisch, wie es sich gerne verkauft, soweit seine Meinung. Meine ist, dass ein guter Spagat zwischen traditioneller chinesischer und unserer zuwege gebracht wird, indem man sie sanft an österreichische Verhältnisse anpasst. Ich kenne mittlerweile auch die von ihm als authentisch eingestuften Lokale, und so will ich‘s auch ihm glauben.


Unsere heutige Speisenfolge

Bei chinesischer Begleitung überlasse ich ihnen die Bestellung, wenn sie der Gastgeber sind. Sie sind es dann gewohnt, diese vorzugeben, kennen aber auch meine Vorlieben. Sitte bei Chinesen ist es, dass der Tisch so richtig mit den Tellern vollgepflastert wird und jeder kann sich von überall nehmen, wobei ein Vorspeisen- und danach ein Hauptspeisengang für etwas Ordnung gesorgt hatte.

Man will derart seine Gastfreundschaft zeigen. Also mir taugt’s auch, ist mal was anderes. Es gab auch schon Besuche, wo für den eigenen Teller klein Platz mehr war, dagegen waren wir dieses Mal regelrecht „gesittet“. Ich liste im Folgenden nur exemplarisch auf, woran ich mich hautpsächlich beteilgt habe und was ich für sehr gut und darüber befunden habe.

Rindfleisch in Scheiben (13) - Ein Vorspeisenklassiker, den sie in China fuqi-feipian nennen, mit dem Unterschied, dass in diesem Lokal keine Kutteln dabei sind (ich erinnere: „der Spagat“). Recht scharf in der dafür traditionellen klasse gewürzten Chili-Sauce - wie immer Top.

1.000-jährige Eier (16) - Ebenso eine urtypische Vorspeise, nur diesmal anders, und zwar die Eier klein geschnitten und mit Mapu-Tofu gemischt. Auf diese Art seeeehr gut, denn üblicherweise mache ich mir aus den Dingern nicht so viel. Aber diese Kombi war ein erhebendes Gaumenerlebens, das ich unterschätzt habe. Wie gut doch, wenn Insider an Bord sind. 😊

Peking-Ente (5f) – Eine fantastische Hauptspeise mit in Scheiben geschnittenen Entenstücken von der Brust, die Oberfläche knusprig gebraten. Dazu dünne Fladen aus (ich vermute) Reisteig, in die man die Stücke einwickelt, und wer will taucht sie in die dickcremige Pflaumensauce. Zusätzlich kann man Jungzwiebel hinzufügen. Man ordnet diese Zubereitungsart aber der kantonesischen Küche zu, es war deswegen nicht minder ein Genuss.

„Gongbao“-Huhn (52) – Ein Hauptgang im sog. „Gongbao“-Stil, der grundsätzlich auch eine Küchenrichtung Chinas ist, indem man mit vielen Nüssen arbeitet und mit der Sauce, die nicht scharf ist, das Hühnerfleisch mit ein paar weiteren Ingredienzien veredelt. Der Gaumen hat gesungen.


Für diese 4 Gerichte gibt es von mir durchwegs die Top-Note 5, andere Gänge überzeugten mich nicht vollständig, daher finde ich eine 4 in Summe für die Wertung angebracht.


Zu den Getränken lässt sich nicht viel sagen mit der für mich angenehmen Ausnahme, dass es doch eine für ein Chinalokal kleine Auswahl an Weinen gibt, die andere nicht haben. Dafür zeichnet die HP Herrn Tim Urban als verantwortlich.

So fiel meine Wahl auf einen Shiraz Cabernet, was aber meinem Insiderwissen zu verdanken ist, denn auf der Karte habe ich ihn nicht gefunden. Ein vollmundiger roter Edeltropfen mit durchaus kräftigen Elementen und für mich toller Sichuan-Reisebegleiter, wiewohl er aus Australien stammt und eine lange Anreise zu verbuchen hatte. Danke, es hat sich gelohnt.


Service und Allfälliges

Die hier arbeitende Kern-Mannschaft hat über die letzten Jahre kaum gewechselt, was Stabilität zeigt und ist für meine Begriffe sehr gut eingespielt. Ich bewerte solches an sich nicht gerne, daher belasse ich es mit der formalen Erwähnung, dass grundsätzlich alles passt.

Das Ambiente kann ich nur loben und hat auch für die Winterbesuche im Inneren ein ansprechendes Flair, chinesisch klarerweise, aber feinst. Siehe dazu meine Fotoauswahl.

Zuguterletzt was kostet die G'schicht? Für meine Begriffe liegt das Preisniveau auf mittlerer Ebene, nur was es diesmal gekostet hat, weiß nicht, denn ich war Gast. Man kann das aber auf der HP einsehen.

Das Sichuan wird mich sicher noch öfter sehen, nur halt um einen wertvollen Mann in unserer Mannschaft weniger, aber als Bandenmitglied der Hot-Chili-Mafia ist man dem nun verpflichtet, und es tut gut hin und wieder auch über den Tellerrand der WrK zu blicken.


So long Freunde der Küchenblasmusik, man liest sich. 😊
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Danke für das Lob - uns was Hunger betrifft, das Lokal hat gerade geöffnet :-)

15. Aug 2022, 11:54·Gefällt mir1
neugierig
Experte
am 23. November 2014
SpeisenAmbienteService
Nach einem Kinoabend im Donauplex bot sich am Samstag Abend ein Besuch im Sichuan an. Da es bei unserem Besuch schon finster war, konnte ich leider kaum etwas vom hochgelobten Garten sehen. So lustwandelt man um den vor sich hinplätschernden Teich und betritt das Lokal. Kein Winkekatze, kein go...Mehr anzeigenNach einem Kinoabend im Donauplex bot sich am Samstag Abend ein Besuch im Sichuan an.
Da es bei unserem Besuch schon finster war, konnte ich leider kaum etwas vom hochgelobten Garten sehen. So lustwandelt man um den vor sich hinplätschernden Teich und betritt das Lokal.
Kein Winkekatze, kein goldener Mönch, authentisch anmutende Sitzgarnitur im Eingangsbereich, kaum chinesische Gäste...
Leider war im Raucherbereich kein Platz frei, somit im Nichtraucherbereich Platz genommen, bequeme Bestuhlung bzw Bänke, Tische mit Stofftisvhtuch gedeckt, kunstvoll gefaltete Stoffservietten, alles gepflegt, aber man merkt, dass es das Lokal schon einige Jahre am Buckel hat.
Die Kellner aufmerksam und flink.
Zum Wichtigsten für mich bei einem Restaurant, zum Essen.
Bambussprossen... etwas langweilig, letschert, dafür nicht fasrig
Glasnudelsalat... sehr gut
Jaozi mit Bohnenpaste... absolut ok.
Schweinefleisch nach Sezuan Art (ich glaube das einzige Gericht mit *** bei authentischer Zubereitung, na wenn das keine Einladung ist)... sehr gut. Das Fleisch herrlich zart, die Schärfe ausgewogen, nicht zu vergleichen mit diesen unnötigen Chiliextrakten, sehr gut.
Mapu Tofu... natürlich mit Fleisch. Hervorragend, von der Schärfe und den Gewürzen...
Als Nachspeise gab es gebackenes Eis (mir war an dem Abend nach etwas Kaltem, wurde aufmerksamer weise mit 2 Bestecken serviert) und Wein.
Die Preise fürs Essen fand ich angemessen, beim Wein wirds für mich heftig.
Ja, ich bin alt, man soll es nicht tun und es ist lange her, aber 1/8 Rotwein um über 70ATS...
Der Preis für einen gelungenen Abend relativiert sich zu Gunsten von Sichuan wieder, weil man gratis vor der Haustür parken kann, bei meinem Lieblingslokal in der Lindengasse kann man außerhalb der Ferienzeit ca 15€ fürs Parken in der Garage dazuzählen.
Fazit: Nach einem Besuch im Donauzentrum ein sehr guter Ort um gut zu essen, extra nach Transdanubien wird es mich nicht ziehrn, dafür gibt es in der Stadt zuviele zumindest gleichwertige Alternativen.
Ps: um ca 2230 wurde nach der letzten Bestellung gefragt, man wolle die Abendabrechnung machen.
Pps: Die Essstäbchen sind nicht diese Einmalwegwerfdinger, sondern schwarz lackiert und dank Metallverzierung im hinteren Teil schwerer und anders balanziert. Ich habe zunächst einen Krampf beim essen bekommen, ich glaube man muss diese Stäbchen weiter hinten halten (im Schwerpunkt), durch den Lack sind aber zb die Jaozi schwer zu greifen... da muss ich wohl noch üben...
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Um 2 Uhr früh Bericht tippseln macht müde ;)

23. Nov 2014, 14:48·Gefällt mir1
LindaN
am 20. Jänner 2014
SpeisenAmbienteService
Nach unserem letzten Besuch im Dezember 13 beschlossen wir das Sichuan gestern am Abend wieder zu besuchen. Eine positive Veränderung war für mich der nun deutlich gepflegtere Weg durch den schönen Garten ins Restaurant, der im Dezember wohl nicht in Stand gehalten wurde. Dieses mal waren w...Mehr anzeigenNach unserem letzten Besuch im Dezember 13 beschlossen wir das Sichuan gestern am Abend wieder zu besuchen.

Eine positive Veränderung war für mich der nun deutlich gepflegtere Weg durch den schönen Garten ins Restaurant, der im Dezember wohl nicht in Stand gehalten wurde.

Dieses mal waren wir mit Hund angereist, wir suchten daher einen Platz weiter hinten am Rand des Restaurants mit Sitzbänken. Das wurde uns leider verwehrt, da "reserviert". Wir waren bis zum Ladenschluss dort und keiner der 6 reservierten Banktische war besetzt. Das hätte nicht sein müssen..

Wir haben dieses mal im Sichuan dieselbe Erfahrung gemacht wie das letzte mal: tolles Ambiente mit gelungenem Essen - aber leider auch vielen Abstrichen.
Sehr schade für ein so toll geschmücktes und dunkel möbliertes Haus. Das fängt eigentlich schon bei der Ordentlichkeit an: - Tischtücher, die irgendwie zusammen gefaltet herum liegen oder aus vollen Schubladen quellen - Herum stehende Reinigungsmittel - Der hauseigene Schäferhund der "Staubsauger" quer unter allen Tischen des Restaurants spielt (weniger lustig, wenn man einen eigenen Hund mit hat) -ein Kellner, der über sein Handy inmitten des Restaurants Privatgespräche führt. - Beim Abservieren werden auch Speisen die man mitnehmen möchte, einfach Teller auf Teller aufeinander gestapelt! (Ein irritierter Blick unsererseits berichtigte hier die Bedienung, diese entschloss sich dann doch 2 mal zu gehen)

Die Bedienung durch den asiatischen Kellner war sehr freundlich und aufmerksam (Manager? Inhaber?) , leider kann man das von seinem Kollegen nicht behaupten. Obwohl vielleicht max. 3 andere Tische besetzt waren, wirkte die Bedienung gestresst, unfreundlich und sichtlich genervt. Teller wurden nicht hingestellt, aber teilweise rüber geschubst. Bei der Bestellung und anschließenden Frage nach einem Salat, hatten leider nur 2 von uns die Gelegenheit zu antworten bevor der junge Mann mit den Speisekarten einfach mitten im Gespräch wieder ging. 4 von uns wollten Stäbchen, diese wurden genervt gebracht nachdem das Besteck eingesammelt wurde. Nach dem Essen hat der Kellner auch penibel darauf geachtet alle Stäbchen und dazu gehörige Figurhalterungen wieder einzusammeln- hat man hier Erfahrung mit Dieben?

Zu Essen bestellten wir 3 pikant säuerliche Suppen, 1 Gemüsesuppe mit Bambus sowie eine Hühnersuppe mit Senfgemüse und Bambus. Etwas größere Portion als gewohnt und alles gelungen. Die pikant säuerliche Suppe schmeckt hier etwas weniger intensiv als man es von den meisten China-Restaurants kennt, die Essig-Note ist hier dafür intensiver. Muss ehrlich sagen, ist nicht ganz mein Ding gewesen, leider kann ich nicht sagen was authentischer wäre.

Als Hauptgang hatten wir 2 mal die Ente in Mandarinsauce, 1 mal in Tee geräucherte Ente, 1 mal Rindfleisch in süß-pikanter Sauce, 1 mal Fastenspeise. Dazu wählten wir gekochten Reis.

Für die gepfefferten Preise leider knapp bemessene Portionen, mit Vorspeise/Suppe wird man aber satt. Wirklich ausgezeichnetes Essen, besonders die Mandarinsauce (könnte man auch ein wenig mehr davon zur Ente geben) ein Wahnsinn. Mein Mann schwärmte von der in Tee geräucherten Ente, mal was ganz anderes im Geschmack. Es fällt auch sehr deutlich auf: von den Entengerichten wurde deutlich weniger am Teller serviert. Bei den für Ente höheren Preisen, sollte das eigentlich nicht so sein.

Was mir hier ebenfalls weniger gefiel, war die Tatsache, dass man im Sichuan wohl keine Tellerwärmer mit Kerzen anbietet.. so wurde das Essen auf den Serviertellern schnell kalt und für einen Plausch beim Essen bleibt weniger Zeit. Irgendwann aßen wir nur mehr kalt.. und das kenne ich eigentlich nicht mal in absolut einfacheren China-Restaurants.

Für die Nachspeise ließen wir uns nochmal die Karten bringen und bestellten uns 3 mal Vanilleeis in Mango Sorbet sowie 1 mal gebackene Bananen.
Die gebackenen Bananen werden hier sehr schön angerichtet mit Bambuszweig aus dem Garten (soweit wir wissen, nicht essbar- wieso dann am Teller?) und in einem weißen Teig gebacken, keinesfalls ertrunken in Honig wie man es kennt.
Unser Mango Sorbet hat uns auch beim letzten Besuch sehr gemundet, eine wirklich sehr süße aber geschmacklich interessante Nachspeise und kann ich nur weiter empfehlen.

Unser Fazit wäre:
Ein sehr schönes Restaurant mit gelungener Küche der gehobenen Preisklasse. Leider wurde diese Preisklasse nicht in allen Bereichen qualitativ umgesetzt, besonders im Essbereich würde ich mir mehr Ordnung wünschen, und bitte bitte keine unbeaufsichtigten Hunde oder laute Telefongespräche des Kellners. Von einem asiatischen Restaurant in dieser Preisklasse erwarte ich mir beim Servieren von Essplatten auch Tischwärmer oder zumindest heiße Teller.

Und ganz wichtig: eine freundliche Bedienung!
Es ist sehr schade, wenn ein Restaurant in der Kritik trotz schmackhaften Speisen wegen einer einzigen Person in der Bedienung runter gezogen wird. Ich denke das geht auch besser.. wir werden aufjedenfall dem Sichuan auch mal im Sommer einen Besuch abstatten.
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ich seh´ 4 lesenswert

28. Feb 2014, 18:43·Gefällt mir
Diese Review zählt nicht für die Gesamtwertung des Lokals, da dieser Tester dieses Lokal bereits neuerlich bewertet hat.
misenplace
am 1. August 2012
SpeisenAmbienteService
Gleich Vorab: Es war heute ein negatives Erlebnis, das mich dazu bewogen hat, eine neuerliche Bewertung abzugeben. Sobald diesem eine positive Folgeerfahrung folgt gelobe ich hiermit feierlich, auch dieses hier unverzüglich als letztgültig zu erstellen! Das Sichuan ist direkt gegenüber vom Stran...Mehr anzeigenGleich Vorab: Es war heute ein negatives Erlebnis, das mich dazu bewogen hat, eine neuerliche Bewertung abzugeben. Sobald diesem eine positive Folgeerfahrung folgt gelobe ich hiermit feierlich, auch dieses hier unverzüglich als letztgültig zu erstellen!
Das Sichuan ist direkt gegenüber vom Strandbad Alte Donau gelegen und bedeutet in der heißen Jahreszeit somit eine nicht zu unterschätzende Dichte an textilfreier Fleischbeschau. Dass sich diese bedauerlicherweise auch im Lokal fortsetzt habe ich erst heute erfahren müssen.
Ich gehe hier immer wieder gerne mittags essen – meistens alleine, oft aber auch mit Firmengästen. Heute bestand das Spezialmenü aus „pikanten Rindfleischstangen“ und „GebackenenMelanzani, gefüllt mit Hühnerfleisch + vegetarischem Bratreis“.
Ohne Dessert (dieses wäre „chinesischer Kaiserschmarren“ gewesen) kostet das Ganze nur €7,20.
Das Restaurant hat zwei Gartenbereiche – einen an der Frontseite mit dem schönen Fischteich direkt zu den Füssen der Gäste – und einen an der Rückseite, der in den Donaupark zeigt. In der Mittagszeit ist der hintere Bereich nahezu unbenutzbar, da es kaum schattige Plätze gibt – ganz im Gegenteil zum Frontteil.
Leider ist heute der bestens bekannte Oberkellner nicht anwesend, die Chefin selbst ist zwar präsent, kümmert sich aber primär um die heute reichlich vorhandenen Gäste aus ihrem Heimatland (was durchaus verständlich ist).
Generell wird mir sonst immer ein Sitzplatz auf einem größeren Tisch auf der Terrasse zugewiesen, heute allerdings wird mir ein kleiner Tisch auf der Galerie zugedacht während zwei Tische auf der Terrasse frei bleiben – im Wiener Volksmund wird so ein Platz gerne „Armer Sünder“-Tisch genannt.
Der Boden in dem Bereich meines Tisches ist klebrig, auch das Plastik-Tischtuch ist sehr klebrig – der Kellner bezeugt allerdings auf Rückfrage, dass es sich dabei um das Material handelt und das Tischtuch sauber sei.
Die Speisen kommen bald und sind geschmacklich (wie immer) durchaus gut – allerdings handelt es sich bei der „Rindfleischrolle“ um kleinwürfelig geschnittenes Gulaschfleisch, die auf einem Salatblatt in der öligen, scharfen Sichuan-Sauce serviert wird.
Bei den gefüllten Melanzani ist Hühnerfleisch nicht zu erkennen, zudem sind sie eingebacken in Bierteig. Geschmacklich aber sehr gut – und ich gehe ja genau deswegen in Sichuan, um mich mitunter etwas überraschen zu lassen.
Das Service ist heute nicht gerade großartig… neben der unbefriedigenden Zuweisung zu einem schmutzigen Tisch, erhalte ich die Saucen erst nach Nachfrage… auch das Zahlen ist erst nach intensiven Einforderns einer gewissen Mindest-Aufmerksamkeit durch mich möglich.
Was mir aber heute in erster Linie in Erinnerung bleiben wird:
Während ich bei der Vorspeise bin nimmt ein Gast, der ansonsten im Inneren sitzt an einem der beiden freien Tische auf der Terrasse Platz, zieht sein Hemd aus und zündet sich (im schicken Feinripp-Unterhemd) eine Zigarette an. Das Rauchen ist hier nicht das Thema – aber ich besuche dieses Lokal gerne mit Gästen aus dem Ausland, denen ich den Mund mit Beschreibung eines renommierten und außergewöhnlichen Lokals und zwar der „besseren“ Kategorie (irgendwann mal hatten die ja auch eine Haube) wässrig mache. Und eben diese Gäste werden angesichts des feinberippten asiatischen Gasts den Glauben verlieren, hier wirklich gut durch mich bewirtet zu werden.
Fazit: alleine werde ich immer wieder gerne kommen, mit Firmengästen werde ich mir allerdings in nächster Zeit eine andere Location suchen.
Sichuan - WienSichuan - Wienknusprig gebackenes Hühnerfilet mit Knoblauch-Sauce auf vegetarisch ... - Sichuan - Wien
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Diese Review zählt nicht für die Gesamtwertung des Lokals, da dieser Tester dieses Lokal bereits neuerlich bewertet hat.
misenplace
am 12. Mai 2012
SpeisenAmbienteService
Was mir in der Vergangenheit zuerst aufgefallen ist, war der extrem freundliche Oberkellner, der jeden Gast an der Türe mit Handschlag begrüßt hat. Denselben habe ich bedauerlicherweise schon lange nicht mehr gesehen - bis auf dieses nette Feature ist das Personal allerdings auch untadelig. ...Mehr anzeigenWas mir in der Vergangenheit zuerst aufgefallen ist, war der extrem freundliche Oberkellner, der jeden Gast an der Türe mit Handschlag begrüßt hat.

Denselben habe ich bedauerlicherweise schon lange nicht mehr gesehen - bis auf dieses nette Feature ist das Personal allerdings auch untadelig.

Die ganze Anlage mit den Baustil und dem Koi-Teich im Vorgarten ist in Wien ziemlich einzigartig, auch die Küche ist einen Tick anders (und besser) als anderswo wie ich finde.

Bietet die Karte auch recht viel Auswahl, so bin ich ja doch meistens Mittags dort und wähle dann eben entweder das Spezialmenü wo man sich einfach mal auf interessante Geschmacksrichtungen einlassen sollte - auch wenn man sich nicht unbedingt vorher vorstellen kann, wie etwas schmecken wird. Scharf ist es allerdings ganz bestimmt.
Mein Klassiker von der normalen Menükarte ist wiederum das "Gebratene Hühnerfleisch mit Cashew-Nüssen a la Gongbao" was primär daran liegt, dass sich unter dem Hühnerfleisch dann einige kleine smoked Chilis verbergen, die ich sehr liebe aber in dieser Art selten irgendwo als Würzung erlebe. Kosten tut das Menü dann 9 Euro, dabei kann man sich mittags im Gastgarten angenehm erholen.
Sichuan - WienSichuan - Wienknusprig gebackenes Hühnerfilet mit Knoblauch-Sauce auf vegetarisch ... - Sichuan - Wien
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Was bitte ist daran schlecht, wenn einem Gast die Hand gereicht wird? Ich finde es - ehrlich gestanden - etwas befremdlich, wenn man diese Geste mit "nicht auszustehen" bewertet!

12. Mai 2012, 17:33·Gefällt mir1
guteseele
am 17. Juni 2011
SpeisenAmbienteService
Tinghao! Da hat sich die weite Anreise aus dem 19. Bezirk doch glatt gelohnt. Ich habe hier nicht nur wieder den Glauben an den ultimativ guten Service sondern auch ein wirklich ernstzunehmendes, empfehlenswertes China-Restaurant gefunden! Zugegeben - die Anreise ist schon mit dem Auto eine re...Mehr anzeigenTinghao! Da hat sich die weite Anreise aus dem 19. Bezirk doch glatt gelohnt. Ich habe hier nicht nur wieder den Glauben an den ultimativ guten Service sondern auch ein wirklich ernstzunehmendes, empfehlenswertes China-Restaurant gefunden!

Zugegeben - die Anreise ist schon mit dem Auto eine recht langwierige wenn man aus den Randbezirken kommt, ganz zu schweigen von den Möglichkeiten mit den Öffis herzukommen, wobei ich fairerweise sagen muss, dass mir diesbezüglich auch der praktische Bezug fehlt. Denn wo es geht, da fahr ich auch mit meinen eigenen vier Rädern hin. Aber es zahlt sich aus!

Von außen mutet das Ganze mit den eintönigen hohen Mauern, die das Grundstück einrahmen, noch ein wenig wie ein Gefängnisareal an, doch sobald ich durch das Tor gegangen war und auf den Fischteich, das viele Grün, den plätschernden Springbrunnen und den authentischen Pavillon geblickt hatte, fühlte ich mich schon so lichtig in das felne China tlanspoltielt. Ein gloßaltiges Feeling!

Das Personal war sogar für asiatische Verhältnisse außergewöhnlich freundlich, ebenso flott und bemüht, immer zu einem Scherz aufgelegt und selbst die Herrin des Hauses hat uns höchstpersönlich am Tisch begrüßt und ein paar Worte mit uns gewechselt. Trotzdem waren die Kellner nie aufdringlich oder künstlich, alles hat familiär gewirkt und ich habe wirklich den Eindruck gewonnen, als würde hier jeder Gast wie ein König behandelt - genau so soll es auch sein!

Die Speisen waren allesamt absolut OK, zumindest dem Urteil aller drei Gäste an unserem Tisch zufolge. Die gefüllten Teigtaschen habe ich zwar selbst nicht probiert, aber die haben ausgezeichnet geduftet und wären beinahe ein zweites Mal bestellt worden. Meinen Klassiker, die Acht Schätze, habe ich schon mal besser aber auch schon oft schlechter gegessen. Geschmacklich absolut in Ordnung (vielleicht einen Tick zu scharf), nur die Qualität des Fleischs hat mich ein wenig gestört, denn ich bin bei Knorpeln und Fett etwas empfindlich und auch sehr kritisch! Auch der Reis war einen Hauch zu patzig, aber auch das ist eigentlich beinahe untergegangen im Gesamtgefüge des kulinarischen Erlebnisses gestern Abend. Im Gegensatz zu anderen Chinesen steht der obligatorische Pflaumenwein beim Bezahlen im Sichuan leider nicht auf dem Programm. Und das, obwohl unsere üppige Rechnung mit 68 Euro für 3 Personen (ohne Trinkgeld, ohne Nachspeise und mit insgesamt nur 4 Getränken) doch für einen kurzen Herzkasperl gesorgt hat. Kein Wunder allerdings, wenn so gut wie jedes Gericht aus der wirklich umfangreichen Speisekarte weit über 10 Euro kostet.

Fazit: Kein günstiges Vergnügen, aber ein Vergnügen. Gutes Essen und unschlagbarer Service in fabelhaftem Ambiente haben nun mal ihren Preis. Alles andere wäre auch etwas unglaubwürdig. Ist also auf jeden Fall gut für eine Empfehlung, und wenn man früh genug essen geht ist danach noch ein Verdauungs-Ausflug ins nebenan liegende Grüne locker drin.
Sichuan - Wien
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Das war sicher eine neidische Ein- oder Zweizeiler-Eintagsfliege.

18. Jun 2011, 15:27·Gefällt mir1
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