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Speisen
Ambiente
Service
45
39
39
Gesamtrating
41
7 Bewertungen
Alle Ratings 0 - 50
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Konstantin FilippouKonstantin FilippouKonstantin Filippou
Alle Fotos (46)
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Konstantin Filippou Info
Preislage
Hochpreisig
Kreditkarten
Keine Info
Eröffnungsjahr
2013
Öffnungszeiten
Mo
12:00-15:00
18:30-24:00
Di
12:00-15:00
18:30-24:00
Mi
12:00-15:00
18:30-24:00
Do
12:00-15:00
18:30-24:00
Fr
12:00-15:00
18:30-24:00
Sa
geschlossen
So
geschlossen
Hinzugefügt von:
laurent
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Konstantin Filippou

Dominikanerbastei 17
1010 Wien (1. Bezirk - Innere Stadt)
Küche: International
Lokaltyp: Restaurant
Tel: 01 5122229Fax: 01 5122329
Lokal teilen:

7 Bewertungen für: Konstantin Filippou

Rating Verteilung
Speisen
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Bewertungsschlüssel
Rating Details
Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 24. November 2015
DocCovington
3
0
1
2Speisen
0Ambiente
4Service

Wo soll man beginnen?

Lokal:
Grau in grau, die Online-Fotos trügen. Wände grau, Vorhänge dunkelgrau, Uniformen grau-schwarz. Weder Romantik noch Gemütlichkeit noch ein Gefühl von Eleganz kommen auf.

Essen:
Spartanisch. Nein, ich meine nicht die Größe der Portionen, sondern die Zubereitung. Die Vorspeise war einfach nur eine Beleidigung der Geschmacksnerven: Roher Bonito (von dem meine Mutter Durchfall bekam), der keinen Geschmack besaß und auch nicht besonders aussah; dieser wurde mit extrem sauren Blutorangen, einer sauren Orangensoße, zwei kleinen gebackenen Kartoffelstückchen, süßer Ananas und dazu Radieschen serviert. Die Zutaten passten überhaupt nicht zusammen, man konnte aufgrund der stechenden Säure keine davon wirklich schmecken, am allerwenigsten den Fisch.
Der Hauptgang war gut: Gebackener Lachs mit ein wenig Couscous, dazu mit Zucker glasierte Karotten und eine Karottensoße.
Zum Nachtisch, als Dankeschön, gab es eine süße Kleinigkeit - nett, aber viel zu süß und geschmacklich nach dem Lachs leider etwas deplatziert und unnötig. (Ich vergass zu erwähnen, dass das Brot, welches serviert wurde, staubtrocken war und der Aufstrich aus Schweineschmalz bestand. Wenn man es mag ...)
Die Auswahl an Weinen war groß.

Alles in allem kann ich das Lokal nicht empfehlen. Der vornehme Service und die hohe Preisklasse passen nicht zur Speisekarte, die Atmosphäre der Räumlichkeiten ist zudem kühl bzw. nichtssagend. Die Speisen werden, wie man es in nobleren Restaurants gewohnt ist, hübsch dekoriert, aber das sagt eben noch lange nichts über den Geschmack derselbigen aus.

Ich habe schon weitaus besser für weitaus weniger Geld gespeist. Sehr schade, hatte mir mehr erhofft.

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Letzter Kommentar von am 25. Nov 2015 um 16:56

Danke, Bertl, ich habe ein Wort gelernt! Orthorexie ist mir eigentlich eher fremd, gestehe ich.

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Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 5. August 2014
AndreasT2
9
4
2
5Speisen
4Ambiente
4Service

Sehr fein - bis aufs Schwein!

Relativ kurzfristig entschieden wir uns auch einmal zu Gast bei Konstantin Filippou zu sein und was soll man sagen - sicher nicht zum letzten Ma(h)l.

Der Abend war lau und so nahmen wir am Tisch draussen Platz, obwohl Montags waren alle Tische gut gefüllt.

Recht zackig kam nach dem Aperitif schon unser Gruß aus der Küche und machte Lust auf mehr. Wir entschieden uns für einmal Menü I und einmal Menü II und tauschten nur die Taube aus Menü II mit dem Schwein, leider ein Fehler im Nachhinein betrachtet.

Unsere Menüs im Detail:

Kalb. Auster. Spargel. Passe Pierre.
Das Highlight war neben dem Kalb die Parmesancreme die dem ganzen einen vollen Geschmack verlieh. Der Spargel wurde durch den gereichten Wein schön unterstrichen. Ein sehr gelungener Start: 4/5

Schnecke. Kren. Brunnenkresse. Schwarzwurzel. Rindermark
Die Überraschung des Abends. Trotz der Breite der Geschmäcker ein vorzüglicher Gang, gekonnt auch durch die Weinauswahl mit einem perlendem Rosé bereichert. 5/5

Bries. Hummer. Melone. Kardamom. Karotte.
Für mich eigentlich das Highlight des Menüs - Sowohl geschmacklich als auch in der Textur der verschiedenen Karotten ein Traum: 5/5

Kabeljau. Seeigel. Karfiol. Kaviar.
Schwierig die beiden letzten Gänge zu überbieten aber gekonnt fortgesetzt - die Weinbegleitung diesmal mit dem Riesling Smaragd vom Högl 2008 opulent umgesetzt. 5/5

Spanferkel. Melanzani. Kimchi. Kaffir-Limette.
Leider eher enttäuschend. Das ganze Gericht war eher fad, das Schweinderl auf der trockenen Seite. Mit Abstand war der Hauptgang das schwächste Gericht. Natürlich trotzdem aufwendig gestaltet aber er wurde den Zutaten nicht gerecht. Die Weinbegleitung war sehr gut. 2-3/5

Knuspriger Holunder. Schokolade. Schwarzbier. Johannisbeere.
Spannenden Textur des Holunders und der Johannisbeere unterstrichen die Schokolade. Das Schwarzbiereis war Mittelmaß - der Wein dafür umso passender. 4/5

II - Nur Zweitmeinung bzw durch Kosten verifiziert ;)

Entenleberparfait. Langostino. Apfel. Rote Rübe.
Neben dem Hummer und der Schnecke das absolute Highlight des Abends. Zarte Entenlebernuancen im Abgang und zuvor kräftige, fruchtige Säure durch die rote Beete, perfekt inszeniert 5/5

Makrele. Topinambur. Räucherfisch. Cornichons.
Handwerklich gut, weniger spannend aber als die andren Fischgerichte. 4/5

Spanferkel. Melanzani. Kimchi. Kaffir-Limette.
Siehe oben

Marille. Dill. Topfen. Schafsjoghurteis.
Wenn man sich ein erfrischendes Desert erwartet perfekt, für mich zu grün und Dill gehört meiner Meinung einfach nicht ins Desert 3-4/5

Den Abschluss bildeten sehr gute Häppchen, vor allem die Passionsfruchtzigarillos waren äußerst schmackhaft!

Was bleibt sonst noch anzumerken:
Die Weinbegleitung war wunderbar abgestimmt und kreativ sowie sehr gut erklärt. Die Menüfolge war mir ein wenig zu rasch, nach gestoppten 2h waren wir durch 6 Gänge mit Gruß und Abschluss durch. Das Servicepersonal war sehr zuvorkommend aber es fehlt eine Herzlichkeit und irgendwie verbreitet die beständige Strebsamkeit einen Hauch von Hektik. Summa summarum hat man im Service schon professionelleres, witzigeres und gelasseneres Personal in dieser Preisklasse erlebt.

Bleibt nur noch zu sagen das die handwerkliche Qualität über alle kleinen Mängel hinwegtröstet. Das Mahl war (fast) perfekt und wir kommen gerne wieder!

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am 23. Juli 2014
ManWein
11
1
3
5Speisen
3Ambiente
4Service

Nachdem man nun schon mehrfach davon gehört hat gilt es, auch diesem Restaurant einen Besuch abzustatten. Die versuchte Reservierung zwei Tage davor schlägt fehl und man wird mit der Warteliste vertröstet, dann aber schon am nächsten Tag angerufen, daß doch ein Tisch frei ist.
Und Glück, das man hat, ist auch noch der Kitchentable frei, der sich als wahre Offenbarung entpuppt.
Das Lokal selbst kann einem in seiner Zurückhaltung gefallen, muß es aber nicht. Die Möbel erinnern einen teilweise eher an Studentenheime - und auch da wird man bei IKEA peppigere Tische finden. Immerhin hat man mit 9.47 aber wohl als erste Adresse in Wien das Besteck mit den stylischen Messern aus Frankreich geholt - ein guter Griff! Man hofft also, daß man sich hier auf das wesentliche konzentriert -und wird nicht enttäuscht!

Schon die vor einem auf diesem Tisch zubereiteten amuse gueule zeigen eindrucksvoll, daß man hier nicht das übliche erwarten darf und muß. Und so geht es dann Schlag auf Schlag. Ein Gang nach dem anderen scheint kreativer als der vorige - man staunt noch, schon wird man wieder überrascht. Mit der glücklichen Tischwahl kommt man noch dazu in den Genuss, Personal und Philosophie des Hauses besser kennen zu lernen.
Der Service ist überaus nett und freundlich - am Anfang hätte man sich vielleicht doch vom Sommelier ein wenig mehr Beratung gewünscht, nach der ersten, ausgezeichneten Flasche, wird dieses Manko aber nachgeholt und mehr als ausgeglichen.
Auffallend auch die Preisgestaltung - natürlich nicht geschenkt, für das, was man bekommt, aber mehr als angemessen - da dürfen sich andere Lokale mit deutlich weniger Kreativität durchaus verstecken.... Auch, was die Weine betrifft: die Karte ist abwechslungsreich, offen für unbekanntes und durchaus kulant kalkuliert.
Angenehm auch, daß es zwei Menüs und sonst nichts gibt. Dauernörgler und Sonderdiätophile, die ihre Selbstbestätigung in der Umbestellung von Gerichten finden, werden hier nicht glücklich. Zu durchkomponiert, mit perfekter Präzision angerichtet sind hier die Gerichte. Diese in Wien eher unbekannte Kompromisslosigkeit gefällt - wer damit nicht kann, muss ja schließlich nicht kommen.
Die gelegentlich bemängelte Portionsgröße kann auch nicht nachvollzogen werden: man isst hier schließlich nicht beim Wirten ums Eck, um platzend rauszugehen. Freilich sind die Portionen aber derart angerichtet und überaus kunstvoll gestaltet, daß man seine Begleitung nicht kosten lassen kann, ohne wesentliche Elemente seines Ganges zu verlieren. Aber seien wir ehrlich: kosten lässt man einander bestenfalls beim Chinesen.... Und es ist die deutlich bessere Alternative, einfach nochmals zu Konstantin Filippou zu gehen, um auch das zweite Menu zu probieren.

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Kommentar von am 23. Jul 2014 um 17:53

Was haben Sie gegessen? Das wäre doch interessant zu wissen.

Gefällt mir2
am 21. Mai 2014
schlumpf
2
1
4Speisen
4Ambiente
2Service

Leider hält das Service leider nicht, was die Küchenleistung verspricht.
Nach anfänglicher netter, etwas übertriebener Begrüßung änderte sich das im Laufe des Abends deutlich. Besonders der Herr mit der Brille schien ein kleineres "Alkoholproblem" gehabt zu haben, denn er verfiel von Gang zu Gang. Nachdem er dann bei der 2.Vorpeise schon die Reihenfolge der Gänge verwechselt hatte, beschrieb er die Hauptgänge dann schon komplett falsch. Wenn man Wein bestellen wollte, war niemand da und auf der Rechnung war dann sogar Champagner zu viel verrechnet. Nachdem dies urgiert wurde und bei einer Rechnung von € 540,00 es dann selbstverständlicherweise auch genug Trinkgeld gab, wurde man nicht mal bei der Verabschiedung gegrüßt oder registriert. Schade um die durchaus tolle Küchenleistung, da sollte dringend was gemacht werden.

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Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 7. Mai 2014
Experte
Kathinka
68
9
19
5Speisen
4Ambiente
3Service

Geburtstagsessen im Konstantin Filippou. Der Chef selbst huscht am Eingang vorbei und begrüßt uns. Aus gegebenem Anlass möchten wir 2 Aperitif bestellen, jedoch einmal antialkoholisch und der zweite soll kein Champagner sein. Daraufhin werden uns für den antialkoholischen Aperitif Standard-Säfte gespritzt angeboten. Und für den alkoholischen einige Weine, Bier und Gin Tonic. Gar nicht extravagant für ein 3 Hauben Lokal. Enttäuscht entscheiden wir uns daher für den Marillensaft gespritzt und das Gin Tonic. Da sind wir von anderen Haubenlokalen ein größeres Angebot gewohnt, zumal wir erst in der Woche zuvor beim Mörwald in Grafenegg und im Mühltalhof waren, die uns beide entsprechendes anbieten konnten.

Wir wählten 2x das Vier-Gang Menü in Version 1 und Version 2. Einmal wechselte ich das Schnecken-Gericht gegen das Kalbries aus. Am Ende wurden uns durch diesen Wechsel +15€ verrechnet. Eigentlich wollte ich ja den Käse wählen statt der Schnecke, der enthielt aber Rohmilchkäse und den darf ich derzeit leider nicht essen. Deshalb eigentlich doppelt gemein.

Die Speisenfolge war bei mir wie folgt.

Entenleberparfait. Birne. Portwein. Kerbelknolle. Wachtelkeule.
***
Kalbsbries. Röstzwiebeln. Estragon. Chicorée.
***
Taube. Rotkraut. Schwarzwurzel. Sellerie.
***
Mascarpone. Vanille. Banane. Sherry. Passionsfrucht.

Auf die Gänge möchte ich nicht im Detail eingehen, denn dazu wurde unten schon viel gesagt (so viel unterschieden sie sich nicht). Man sieht sie auf den Fotos. Sie waren allesamt sehr kreativ und toll angerichtet. Ich hätte so etwas wie ein Hühnerherz oder eine Wachtelkeule wohl auch nicht bestellt, hätte ich die Wahl gehabt. Daher war ich eigentlich sehr froh, dass wir auch solche extravaganten Dinge zum Kosten bekommen hatten. Das Hühnerherz zum Beispiel war wirklich saftig, weich und geschmacklich top. Die Nachspeisen waren nochmal ein Highlight und sehr stimmig! Generell gab es eigentlich kein Gericht, das uns nicht zusagte. Witzig war dann noch der letzte Gruß, also die bereits beschriebenen „Petit Fours“. Eines dieser 3 süßen Kleinigkeiten war ein Mini-Brandteigröllchen mit Cremefüllung, also quasi eine Mini-Schaumrolle. Diese war allerdings so winzig, dass ich sie im Größenverhältnis fotografiert habe (mit meinen Fingern) um das zu verdeutlichen. Wirklich toll was hier geboten wird!

Zum Service: Teilweise waren 3 Kellner zum Servieren eines Gerichts bei einem von uns beschäftigt. Ein anderes Mal hingegen war der Kellner so schnell weg, dass wir gar nicht die Chance hatten noch etwas zu trinken zu bestellen. Auf ein Getränk wurde dann scheinbar vergessen, es kam nämlich viel zu spät. Es wirkte, als ob die Kellner ihr Standard-Programm abspulen würden und mit abweichenden, wenn auch nicht so extravaganten, Wünschen (wie etwa einem nicht alkoholischen Aperitif) überfordert wären.

Das Ambiente hat uns sehr gut gefallen. Das meiste ist grau gehalten und man erhält ein bisschen einen Einblick in die Küche und das Geschehen dort.

Fazit: Nicht zu unrecht derzeit eines der besten Restaurants in Wien! Jedoch haben mir die Besuche z.B. im Palais Coburg (Silvio Nickol) und Vincent besser gefallen.

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Letzter Kommentar von am 7. Mai 2014 um 21:47

Wir freuen uns über den Expertennachwuchs! :)

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Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 3. Jänner 2014
DanielD2
27
2
11
4Speisen
4Ambiente
4Service
14 Fotos1 Check-In

An jenem Abend hatten wir das Glück, den Kitchen Table zu ergattern, also mit Blick in die Küche, die Vorspeisen wurden sogar direkt vor unseren Augen angerichtet bzw. finalisiert.
Es gibt zwei Menüs zur Auswahl, beide können 4- oder 6-gängig bestellt werden. Wir entschieden uns für die 6-gängigen Varianten der beiden angebotenen Menüs.
Die meisten Speisen finden sich auch in den angehängten Fotos, hier eine Kurzbeschreibung:
Gruß der Küche: 3 Grüße wurden gereicht, alle mit Fischtartare oder Kaviar, das Highlight ganz rechts, die Kartoffel gefüllt mit Sauerrahm und Forellenkaviar.
1. Gang:
Bachsaibling. Birne. Auster. Artischocke: Der Fisch zu Röllchen geformt mit einer sehr leckeren Füllung, Birne und Artischocke daneben, nur die Auster im Gelee gehüllt war nicht mein Geschmack
Entenleberparfait. Rosinen. Sellerie. Rum. Wachtel. Traube: war sicherlich der Sieger des 1. Ganges. Die Leber in ein Cannelloni gefüllt, dazu ein kurz angebratenes Wachtelbrüstchen und ein sehr geschmackvolles Safterl und Gelee von der Traube.
2.Gang:
Heilbutt. Rote Rübe. Briochebutter. Karfiol. Leber: Die Kalbsleber hauchdünn auf den Fisch gelegt, eine wirklich herrliche Kombination.
Schnecke. Kalbszunge. Liebstöckel. Mark. Petersilienwurzel: Mein absolutes Highlight, von der Schnecke gabs sowohl Tartare als auch ganze Stücke, das Tartare war mit zartem Rindermark abgedeckt, dazu die herbere Kalbszunge und obenauf eine frittierte aufgepoppte Sehne, optisch und geschmacklich ein Traum.
3. Gang:
Hirschbries. Erdäpfel. Röstzwiebel. Sauerklee. Kerbelknolle: Das Bries sehr zart, ansonsten fehlte uns bei diesem Gericht leider etwas der Kontrast und das Erlebnis. Gut, aber unaufregend.
Schweinebauch. Pochiertes Ei. Kohlrabi. Estragon: Die Kombination mit dem Ei wieder sehr spannend, wenngleich etwas mehr von dem Bauch dabei sein hätte können, so war das Ei doch sehr dominant. Sehr lecker die knackigen Ringe vom Radischen.
4. Gang (diesen haben wir leider vergessen zu fotographieren):
Langostino. Herbsttrompeten. Gurken: Wirklich nur ein Ministück einer Langostino. Die Pilze waren allerdings sehr gut, leider in der Kombination mit den Gurken und dem Bissen Langostino nicht ganz stimmig.
Kabeljau. Brandade. Algen. Pata Negra: Sehr spannend, leider gibts kein Foto. Hier haben die Mengenverhältnisse wieder gestimmt. Der Fisch sowohl als Filet, als auch in dem würzigen Püree zusammen mit den Algen und dem Schinken, sehr stimmig und ein würdiger Fisch Hauptgang.
5. Gang:
Lammrücken. Schwarzwurzel. Pflaume. Ziegenkäse: Wieder eine Kombination, die sehr mutig ist und trotzdem sehr stimmig. Der Ziegenkäse (im Ganzen und in der Sauce) samt Pflaume ein herrlicher Kontrast zu dem zarten Lammfleisch.
Taube. Quitte. Gewürzjus. Kürbis. Sellerie: Für mein Empfinden etwas überladen, fast schon zuviel der verschieden Eindrücke, da fast jede Zutat noch in mehreren Texturen daherkam. Das Fleisch - Brut und Keule von der Taube - war aber sehr fein.
Käsegang (zusätzlich zum Menü):
Käsespahn. Haselnuss. Birne: Italienischer Hartkäse auf warme Haselnusscreme gerieben mit Birnenjus. Hier leider eine Unstimmigkeit, obwohl wir den Käsegang nur einmal als Kostprobe wollten, bekamen wir ihn zweimal serviert. Zuerst dachten wir, er wäre auf zwei Teller aufgeteilt, er wurde allerdings auch zweimal verrechnet. Das sollte auf diesem Niveau nicht passieren, noch dazu, weil das Service zweimal nachfragte.
6. Gang:
Apfel. Churro. Mohn: Das Mandelgebäck mit Apfeleis eine nette Idee, wenngleich für mich nicht als Menüabschluss ideal. Da war mir das andere Dessert viel lieber:
Maroni. Preiselbeere. Schokolade: Hier hat eigentlich alles gepasst, vor allem auch eine sehr große Portion aufgrund der zwei Teller. Die Preiselbeere sowohl als Eis, als auch als Sauce zur Maronicreme unter dem Baiserhäubchen lies eigentlich keine Wünsche offen.
Als Dankeschön der Küche gabs dann noch drei kleine Petit Fours.
Fazit: Wiens neuestes Drei Hauben Restaurant besticht durch außergewöhnliche Kombinationen, die immer sehr interessant sind, aber nicht immer zu 100% klappen. Die absoluten Wow-Effekte wie in Steirereck und Coburg bleiben noch aus. Das Service ist sehr freundlich und kompetent. Glasweise wurden fast keine heimischen Weine angeboten. Die Preise hat man seit der Eröffnung mehrmals angehoben. Ganz überzeugt war ich leider nicht.

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Hilfreich?Ja10Gefällt mir8Lesenswert3
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am 18. April 2013
Experte
Gastronaut
428
45
29
5Speisen
5Ambiente
5Service

Der Hausherr Konstantin Filippou sitzt mir gegenüber und lächelt. Zum einen aus wahrer Freundlichkeit heraus, zum anderen, weil er bemerkt haben dürfte, dass ich in etwa bei der Hälfte seiner Erklärung der Zubereitungsmethode seines Entenleberparfaits ausgestiegen bin. Zu meiner Ehrenrettung muss ich aber anmerken, dass das beim zehnten Arbeitsschritt war. Auf meine Frage, ob er sich damit nicht ein wenig der Molekularküche nähert, verneinte der ehemalige Novelli-Küchenchef. In seinem nach ihm benannten Lokal arbeitet Konstantin Filippou ja nicht mit flüssigem Stickstoff und ähnlichem, er experimentiert nur eben gerne.

Diese fast schon kindlich-begeisterte Verspieltheit zeigt weniger bei der schlichten, aber gelungenen Einrichtung des Lokals in der Wiener Dominikanerbastei, dafür aber bei so ziemlich jeder einzelnen Speise des Grazers. So probierte ich von zwei Sorten Entenleber. Die eine Sorte bestand aus Entenleberparfait gemeinsam mit Rinds-Zungen-Mousse und Birne auf einem Erbsenspiegel. In meinen kühnsten Träumen wäre ich nicht auf diese Kombination gekommen. Aber nach dem ersten Bissen fühlt man sich auch wie in einem Traum: Die Geschmäcker verbinden sich zu einer fast unbeschreiblichen Einheit, die bis dato die beste Entenleber meines Lebens war. Aus diesem Grund musste ich auch von meiner sonst üblichen goldenen Regel abweichen und machte nicht nur einige Kost-Bissen, sondern habe die Portion aufgegessen. Doch der Status der "bis dato besten Entenleber meines Lebens" hielt nicht lange an, ging dieser doch umgehend an die zweite Speise vor mir. Da es sich dabei aber um jene Speise gehandelt hat, bei deren Erklärung mein Speicher versagt hat, kann ich über diese halbflüssige Versuchung nur sagen, dass ich in dieser Entenleber baden möchte.

Beim Warten auf die Hauptspeise wurde mir die Zeit auf wunderbare Weise vertrieben. Denn beim durchstöbern der umfangreichen Weinkarte begann ein spannendes Gespräch mit einem der sehr engagierten Kellner über die möglichen Getränke-Paarungen. Mitten im Gespräch meinte er, dass der interessante Dialog gerade etwas zu "trocken" wäre, verschwand und kam 30 Sekunden später mit einem Glas wieder, um mich von dem gerade erwähnten Wein probieren zu lassen. Fast war ich schon dabei den wirklich top-informierten Mann zu meinem nächsten Wein-Event einzuladen, da kam auch schon meine Hauptspeise daher: Schnecken!

Man kann über Schnecken denken, was man will. Und viele Menschen beginnen schon beim Gedanken an diese Weichtiere zu würgen. Dabei darf man nicht vergessen, dass Schnecken in aller Form ja schon seit jeher zu den Klassikern der österreichischen Küche gehören. Aber Konstantin Filippou bereitet sie nicht etwa in der typischen Variante mit Schneckenhaus und viel Knoblauch zu, sondern logischerweise viel kreativer: Zum einen bekam ich cremiges Schneckenragout mit Schwarzbrotsauce, zum anderen gebackene Schneckenstücke auf roten Rüben und Liebstöckl. In beiden Fällen hat der Hausherr den Eigengeschmack der Tiere zweimal auf überraschende Art neu interpretiert. Und auch hier habe ich beide Teller leergegessen. Das mache ich sonst wirklich nie! Hier war es mir aber um keinen Bissen zu viel!

Wenn ich das neue Lokal von Konstantin Filippou mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre dieses Wort "harmonisch", denn das Essen passt harmonisch zum Ambiente, der Wein harmonisch zum Essen, und auch das Zusammenspiel des Hausherrn mit seinem Team läuft hier so freundschaftlich ab, wie ich es selten gesehen habe! "Es klingt abgedroschen, aber wir sind hier wirklich eine Familie", meint Filippou zu mir. Gehört habe ich diesen Spruch schon in vielen Lokalen. Aber hier habe ich ihn zum ersten Mal geglaubt...

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Hilfreich?Ja49Gefällt mir16Lesenswert13
Letzter Kommentar von am 10. Jul 2013 um 16:52

@Literat: Ich glaube, daß eine Lokalkritik NUR subjektiv sein kann. Objektivität ist unmöglich, denn was sollte daran objektiv sein, wenn ich nur persönlich Erlebtes und persönliche Eindrücke wiedergeben kann. Objektiv berichtet kann nur der Rechnungszettel werden, ev. auch die Speisekarte, alles andere ist nur subjektiv. Und so soll es auch sein. Wie sonst könnte ich zum Beispiel ein Geschmackserlebnis objektiv erklären. Was mir gut schmeckt, wird Anderen vielleicht nicht schmecken. Und genau aus diesem grund ist eine ausführliche Review, in der erklärt wird, WARUM es gefallen/geschmeckt hat, so wertvoll. Und auch wenn ich Schnecken nie essen würde, kann ich nachvollziehen, daß Gastronaut sie offenbar gerne ißt und er erklärt auch seine Meinung dazu. In Fragen des Geschmacks und persönlicher Eindrücke Objektivität zu fordern, ist unrealistisch und leider nicht erfüllbar.

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Bewertet am 18.04.2013

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