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41
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40
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Blue MustardBlue MustardBlue Mustard
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Blue Mustard Info
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Hochpreisig
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2016
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Blue Mustard

Dorotheergasse 6-8
1010 Wien (1. Bezirk - Innere Stadt)
Küche: International
Lokaltyp: Bar, Restaurant
Lokal teilen:

4 Bewertungen für: Blue Mustard

Rating Verteilung
Speisen
5
1
4
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3
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Ambiente
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Bewertungsschlüssel
Rating Details
Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 13. Dezember 2016
MichaelA2
13
1
9
4Speisen
4Ambiente
4Service

Es war wieder mal soweit, in unserer gewohnten Runde hieß es kulinarisches Neuland zu entdecken. Ich freute mich sehr, dass die Wahl diesmal aufs Blue Mustard fiel, viel hatten wir schon darüber gehört, über die pompöse Einrichtung und die gute Küche. Höchst gespannt trafen wir pünktlich um 19:30 ein. Der erste Eintrag: In einer Art Foyer ein alter Wohnwagen und ei paar Stehtische (möglicherweise für die Raucher?), verstanden wir nicht ganz, möglicherweise aber aufgrund der Architektur nicht anders möglich. Dann ging es mal rein ins Restaurant. Was einem zuerst ins Auge fällt ist die große Bar mit der Nachbildung der Fenster des Stephansdoms, diese steh sehr zentral in der MItte des Raumes, davor der Barbereich, sodaß man für einen kurzen Moment versucht ist zu glauben, dass das Restaurant sich woanders befindet. So musste man halt durch den Barbereich in Richtung Bar, wo uns die Mäntel abgenommen wurde, hier entdeckten wir dann auch den Restaurantbereich (der sagen wir mal extrem dünn besetzt war, aber gut, es war Montag...): Einerseits hinter der Bar leicht erhöht, andererseits seitlich der Bar, wo auch unser reservierter Tisch war. Diese Tische waren in einer Art Käfig mit Stahlsäulen platziert, überall baumelten alte Glühbirnen mit dicken Glühdrähten. Schon ein sehr originaller Still, sehr hell, sehr schreiend, ist natürlich Geschmackssache, aber wir wussten ja schon vorher in etwa was uns erwartet. Der Rest des Lokals ebenso in warmes Orange getaucht über Ornamente überall. Ich kann mir nicht helfen, mich hat das Alles extrem an das Filmplaket vom Film "Der große Gatsby" aus 2013 erinnert. Aber wie gesagt: ein sicher eigenwilliger Stil, aber nicht unschick. Was allerdings unschick war, war die Tatsache, dass ich mit meinen 190cm Körpergröße ohne Bücken unseren Tisch kaum erreichen konnte und wir hatten noch einen Tisch direkt am Gang, uns war es ein Rätsel, wie man die Tische ganz hinten erreichen konnte, da musste man echt an 3-4 Tischen vorbei "wurschteln". Das hätte man evtl. besser lösen können.
Los ging es erstmal mit einem Apertitif (ich hatte einen Campari Soda, da kann man fast nichts falsch machen, schönes Verhältnis, eine Scheibe Zitrone, gut so), dazu gab es frisches Gebäck mit Salzbutter, danach ein Blick in die Karte: Es gibt 4-Gang Menüs, die sich thematisch auf eine Reise begeben: So gab es ein Menü Vienna - Budapest oder Sydney - Singapur, in denen die Gerichte sich an diese Regionen anpassten. Kein schlechter Ansatz wie ich fand, auch die Karten an sich sehr stimmig zum Konzept. Neben den 3 Themenmenüs gab es dann auch das Überraschungsmenü in 3,4,5 gängiger Ausführung. Wir entschieden uns für die Carte Blanche in 5 Gängen, diese kann allerdings nur für den gesamten Tisch serviert werden, dazu wurde auch eine Cocktailbegleitung angeboten: Nicht unspannender Ansatz, zumal ich glaube, dass man mit Cocktails ganz andere Akzente noch setzen kann zu den Gängen, "sicherheitshalber" entschieden wir uns dann aber doch für flaschenweise Wein.
Dann ging es auch schon los mit dem ersten Gang und das war auch schon unser erster Kritikpunkt: Kein Gruß aus der Küche? Bei einem Menüpreis für 5 Gänge von knapp € 90,00 könnte man das meiner Meinung nach durchaus erwarten. Das gleiche galt übrigens auch für den süßen Gruß danach, ebenso Fehlanzeige. Nun gut, jetzt aber zum ersten Gang: Seeberg Saibling aus dem Knappengraben - frischer Seesaibling zu einer Rolle geformt, gefüllt mit Seesaibling Mousse, dazu sehr schön knackiges Gemüse (Pilze, Kürbis), dazu eine Vinegrette. Ein sehr guter und leichter Start, die Säure von der Vinegrette vielleicht eine Spur zu dominant, trotzdem nach der Enttäuschung des fehlenden Gruß aus der Küche erstmal Widergutmachung.
Weiter ging es mit dem nächsten Gang: hummer & pork rib dashi - für uns der beste Gang des Abends: ein sehr geschmackvoller Pork Rib Sud, darin zwei Stück Hummer (die wirkten leider etwas zäh), gehobelte Steinpilze, ein Ravioli gefüllt mir Hummercreme sowie ein Weinblatt gefüllt mit Schweinsfaschiertem. Ein sehr, sehr geschmackvoller Gang, sehr intensiv aber gleichzeitig sehr schön abgestimmt, nicht eine Zutat mochte man missen, einfach großartig! Aber dabei schon das "Aha" Erlebnis: Diese Gänge kannten wir doch alle von den anderen Menü, "Ja", sagte man uns, "die Carte Blanche ist eine MIschung der anderen Menüs". Hmm, nicht das was ich mir persönlich unter einem "Überraschungsmenü" vorstelle, zumal damit auch der schöne Ansatz der kulinarischen Themenreise verloren geht, aber gut.
Weiter ging es mit black pudding & bretonischer wildfang - ein Stück gedämpfter Seesaibling (wenn ich die Dame richtig verstanden habe), dazu eine art geschichteter Strudel mit Blutwurst, dazu ein Lauchfond. Auch ein durchaus stimmiger und guter Gang! Ich als Nicht-Innerein-Esser (schade, Blutwurst esse ich halt doch gerne) bekam für den Strudel ein Erdäpfelpürree, hat dem Gerich dann glaub ich doch etwas an Pepp genommen.
Als Hauptgang ging es weiter mit Duck-Fusion - ein Gericht mit einem Stück Entenbrust (gut, aber nicht perfekt gebraten), einem Kürbiskuchen (für mich eine Spur zu trocken) und dazu eine Curry-Kokosmilch-Sauce (die war wirklich großartig sämig und lecker!). Begleitet wurde das Ganze von einem Stück Rotkraut, schön säuerlich mariniert und noch knackig. Ein guter Hauptgang, mehr aber auch nicht.
Das Dessert dürfte dann "K.U.K" gewesen sein: Ich kann es nicht besser beschreiben als eine Art große Schwedenbombe. Unten ein Bisquitte oder eine Waffel, darüber unterschiedliche Schichten Schokomousse, das Ganze mit Schokolade überzogen und als Höhepunkt ein flüssiger Kern aus Salzkaramell. Wow, was für ein Geschmackserlebnis, handwerklich auch wirklich schön gemacht, allerdings schon fast zuviel des Guten: Nach soviel Schokolade und Süße, ist einem schon fast schwindlig. Aber durchaus sehr lecker!

Jetzt ein Wort zum Service: Die Dame die für uns zuständig war, war überragend freundlich und professionell, so brachte sie meinem Mädl zweimal eine INgweressenz, weil sie leider unter einer kleinen Magenverstimmung litt. Sie hörte auch, dass wir untereinander über noch eine Flasche Wein sprachen und brachte unaufgefordert nach dem Austrinken der aktuellen Falsche die Karte, ebenso wurde bei den Speisen auf die Magenverstimmung Rücksicht genommen. Das gilt für das ganze Personal: Sehr bemüht, sehr professionell. Was mir halt nicht so gut gefallen hat war, dass unsere Dame gleichzeitig auch sagen wir mal sehr, sehr unterkühlt war. Nicht unfreundlich, aber halt auch nicht wirklich herzlich. Auch wurden wir nicht gefragt ob wir Kaffee oder Digestif wünschten und unter den jungen Kollegen passierten ein paar wuzi kleine Service-hoppalas. Aber in Summe sehr zufriedenstellender Service!

Unser Fazit: Das Ambiente ist sicherlich gewöhnungsbedürftig aber nicht unschick, das Service unterkühlt aber höchst professionell, die Gerichte konnten solide überzeugen, Hummer & Pork Rib Sashi war für mich ein echtes Highlight. Schade der fehlende Gruß aus der Küche und das Preis Leistungsverhältnis: Die Flaschenweine für mich eher im oberen Segment angesiedelt und € 88,00 für das 5-Gang Überraschungsmenü ist jetzt auch kein wirkliches Schnäppchen. Probieren sollte man es schon, ob wir so oft wiederkommen werden ist eher ungewiss.

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am 8. November 2016
amice
7
1
1
5Speisen
3Ambiente
4Service

Nach der royalen Langversion hier nun ein kurzgehaltenes Resümee: Hervorragendes Essen, hochwertige Zutaten und gelungene Kombinationen. Ich habe schon länger nicht so gut gegessen. Auch meine Begleitung hat geschwärmt und genossen.

Der Service sehr höflich, bemüht und schnell. Wir waren jedoch an einem Donnerstag Abend, knapp nach Eröffnung dort und das Lokal mittelmäßig besucht.

Jedoch die ziemlich laute Beschallung und die optische Clubanmutung inkl. bunter Neonbeleuchtung sind jedoch für mich persönlich so wenig entspannend, dass ich mich nicht sobald wieder einfinden werde.

Nichts gegen opulent, aber ich persönlich fühle mich (afterwork) in einer weniger kalten Umgebung wohler und kann mich in weniger turbulenter Umgebung besser auf feine Noten im Geschmack einlassen.

Die Bewertung mit gut deshalb, weil es ja nicht unhübsch ist.
Aber definitiv nur für den Barbereich geeignet.

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Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 24. Oktober 2016
Experte
PrinzessinisstdieErbse
48
6
19
4Speisen
4Ambiente
4Service

Und sollten sie nicht gestorben sein, so leben sie noch heute glücklich….. Oder: Ende gut, alles gut!

Aber von Anfang an… Prinzessin war ja schon von Beginn an entzückt von den, in diversen neumodischen Medien, kursierenden Fotos vom Blue Mustard… ja, an manchen Tagen geht es ja doch nach dem Motto: ein wenig mehr ist eben genau richtig mehr.
Und das wollten wir nun endlich auch einmal persönlich inspizieren.

Weil bei all der neuen Mode zur eleganten Schlichtheit, kann ein kleiner Ausflug in die Dekadenz nicht schaden, und sei es wie hier in Form von nachgebildeten Elementen der Fenster des Steffls….
Prinzessin gefällt es!

Aber zurück zum Wesentlichen…. Man kann aktuell aus drei verschiedenen Menüs wählen, sowie einer Carte blanche… die Menüs präsentieren sich jeweils viergängig Königsreich-übergreifend … wir wählten „from Vienna to Budapest“ und „from Sydney to Singapore“ und weil wir schon mal hier waren, bitte gleich einmal jeweils die passende Cocktail-Begleitung dazu.

So, Stimmung und Atmosphäre sehr gut, ein biiissi laut, vor allem als die Liveband anfing zu spielen, aber… macht ja nix… eher ungeduldig ließ Prinzessin die sehr lange Wartezeit werden, zunächst auf die Getränke etwa 40 Minuten und dann auf den ersten Gang war es doch eine glatte Stunde….. dann kam allerdings der Teller und Händchen klatschen in die Vollen!

Alles gut dachten wir, der erste Gang eine Sensation, vergessen war die Wartezeit:
„Deep blue Sea“: Tuna-Sashimi, Blutorange, Rote Beete…. Unglaubliche Qualität, sowohl von Fisch, als auch der Gemüsekomponenten

„Seeberg Saibling“ perfekt dezent abgeschmeckt und der Saiblingskaviar gab noch den Extra-Kick

Beide Teller sowohl optisch , als auch geschmacklich wirklich Top!

Dann aber wieder eine ewig lange Wartezeit, bis zu Gang Nummer zwei:

„Donau Kinder“ Waller & Co: Halaszle….. herrliche Anlehnung an eine typische Paprika-Fischsuppe

„Taschenkrebs & Pork Rib Dashi“ ….. das Schwein sehr würzig, aber der perfekte Begleiter für das Krebserl

Nur unsere Cocktail-Begleitung für diesen Gang blieb leider, trotz Nachfrage aus…. und Schluss endlich kam der Cocktail Nummer drei…….ohne Essen….
Tja, und da konnte Prinzessin ihr royales Goscherl nicht halten und teilte natürlich unter den Berücksichtigung der durch Herrn Hofrat beigebrachten Benimmregeln ihren Unmut mit….

Nachdem nach weiteren 15 Minuten wieder nix passierte war Prinzessin schon etwas sehr, sehr unrund… aber dann…. Und nein ich bin trotzdem nicht bestechlich…. Die wirklich charmante Entschuldigung des Services… ein Glas Veuve clicquot, und das Versprechen, dass nun alles passen würde.

Dritter Gang: „Duck Fusion Kokosmilch Curry Pie“
Perfekt rosa gebratene Ente, fein abgeschmeckt, Curry nicht zu vordergründig und der Pie war fein mit Entenleber gratiniert.

„Egelseer Sautanz“ die Überraschung des Abends.. in einer Art Sto-Suppe serviert, inklusive kleiner Minigrammelknödel und kleiner Zwiebel mit Fleisch gefüllt… ein sensationeller Gang!

Wir waren mittlerweile ohnehin alle auf absolutes „einfach genießen“ - Stadium gebracht, trotzdem kam nochmals als weitere Entschuldigung ein kleiner zusätzlicher flüssiger Dessertgang in Form von einer 1997- Kracher-Beerenauslese….
Ja, hier erübrigt sich jeder Kommentar.

Zum Dessert gab es dann eine sensationelle Pavlova exotisch mit Kokosnuss und anderen frischen Früchten nach „Singapore“-Style interpretiert

Aber wieder unfassbar überraschend: K & K „Süßer Auszug aus alter Zeit: Da war einfach alles dabei.. von der feinen Biskuitroulade, über die Minibuchtel, bis hin zum Powidlgatschgerl mit feinem Sorbet und Vanille-Sauce… eines der Detail-verliebtesten Desserts ever….

Fazit: Die Vorfreude war sehr groß, Prinzessin musste kurzzeitig tatsächlich beide Mundwinkel gaaaanz weit nach unten verziehen, aufgrund des unkoordinierten Service… aber selten so ein perfektes Troublemanagement erlebt, daher Hut ab, wir wurden wieder komplett zurück geholt.

Die Cocktailbegleitung eine nette und kreativ umgesetzte Idee… Ich würde das nächste Mal jedoch wieder zum Wein greifen, das Essen verdient ohne Zweifel das königliche Krönchen, perfekt präsentiert, sensationelle und kreative Kombinationen!

Die Stimmung im Restaurant driftete am Samstag-Abend sehr schnell zu einer Club-Atmosphäre mit Liveband etc. Prinzipiell ja sehr nett, aber der „Hintergrund-Lärm-Pegel“ stieg rasant an, und intime Unterhaltungen waren somit nicht mehr möglich.
Aber das Wichtigste für Prinzessin: Wie gesagt, selten so eine charmante Entschuldigung serviert bekommen und das schöne ist ja: Wann immer Menschen am Handwerken sind, werden Fehler passieren und das ist ja auch gut so, das entscheidende ist die Reaktion danach…. Und das zeichnet einen Betrieb aus! Chapeau!

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Letzter Kommentar von am 26. Okt 2016 um 12:01

Ja, Eure Hoheit wirklich eine königliche Schilderung. Und auch von meiner Seite, erlauchte Prinzessin; die Servicebewertung "Sehr gut" ist dem unköniglichen Laurent nicht verständlich

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Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 11. August 2016
Experte
Gastronaut
430
45
29
4Speisen
4Ambiente
4Service

Unsere erste Speise nennt sich schlicht „Styria Beef“ und kommt je nach Frischware mal als Tartare, gekocht oder auch als Steak serviert. In unserem Fall war es ein Tartare, gereicht mit Eierschwammerln, Kernöl-Guacamole und einem kernflüssigen Ei darüber. Das gehörnte Vieh hatte überraschend wenig Eigengeschmack und war auch nur sehr dezent gewürzt. Die Aromen kamen eher von den Pilzen und dem Kernöl. Der dazu servierte Cocktail namens „Steirer-Bua“ war ebenso mit Kernöl versetzt, und zwar so sehr, dass ich für den Rest des Jahres keinen geschmacklichen Bedarf am Saft von gepressten Kürbiskernen habe. Der steirische Bub beinhaltete ansonsten auch Aromen von Zwiebel, Liebstöckl, Gin und einigem mehr. Es war also schon von Beginn an faszinierend zu erforschen welche Komponente des Getränks sich mit welcher Komponente der Speise spielt. Ein wenig anstrengend war es aber auch…

Eine Speise, die einem mit einem Lächeln erklärt wird, ist der „Enten Joint“, eine mit Enten-Confit gefüllte längliche Frühlingsrolle samt tatsächlich köstlichem eingelegtem Gemüse. Und weil Küchenchef Alexander Mayer „ja so viel Humor hat“ – Zitat Simon Berg – soll die Form der Frühlingsrolle an eine rauchbare Tüte erinnern. Daher der Name. Das Gemüse war optisch wie geschmacklich ein Traum, das Röllchen ein klein wenig trocken. Gut, dass dazu ein asiatisch angehauchter Cocktail mit dem Namen „Mr. Chow“ serviert wurde, dessen Name, weil wir ja schon so humorvoll unterwegs sind, vom gleichnamigen Charakter aus „Hangover“ stammt. Der Drink basiert auf Sichuanpfeffer, Tomatensaft, Vodka und Gurkensorbet.
Das Pairing funktioniert tatsächlich wunderbar, es ist nur wieder etwas ungewohnt ständig in der Speise- und vor allem Cocktailkarte nachzusehen, ob man hier auch wirklich alles rausschmeckt was drinnen sein soll und wie es womit harmoniert.

Auch bei der nächsten Speise, der „Salsa Verde“, einer erfrischenden Meeresfrüchtesuppe samt Kabeljau und Venusmuscheln, spürt man wie viel Mayer von Aromen und dem Zusammenbau von Gerichten versteht. Gleichzeitig probiert man im dazu gereichten Cocktail („Venus“) jenen Hauch von Muschelsaft zu schmecken, der das Getränk so besonders machen soll. Nachdem ich ja noch das tatsächliche Aroma von Muscheln im Mund hatte, tat ich mir beim Finden des Muschelgeschmacks im Cocktail ein wenig schwer. Tatsächlich war der Drink aber ein schöner saurer Gegenpol zum Süppchen. Für angehende Mixologen: Die Venus bestand ansonsten noch aus weissem Port, Gin, Vermuth, Petersilie und Sellerie. Ich ertappte mich aber auch beim Gedanken, dass hier ein knackiger Weißwein mich vielleicht glücklicher gemacht hätte…

Wirklich einfache Gerichte gibt es im Blue Mustard auch, und zwar sind es die Posten auf der Barkarte. Nachdem sich das Lokal ja in erster Linie als Ort zum Trinken sieht, beinhaltet die Barkarte jene Speisen, die es auch lange nach Küchenschluss gibt. Ok, ein Beef Tartare bekommt man zu jeder Uhrzeit überall. Aber Grammelknödel und Fish & Chips eher selten. Wir entscheiden uns für letztere und werden gefragt, was wir denn meinen, dass hier am besten dazu passen würde. Wir plädieren – gelernt ist gelernt- für Bier und nach nur wenigen Minuten erhalten wir nicht nur frisch panierten Kabeljau im Backteig, sondern auch einen weiteren Cocktail. Simon Berg hat in kürzester Zeit einen Weißbier-Cocktail („Wheatbeer Mojito“) mixologiert, der sich perfekt an die Geschmackskontur des Gebackenen anpassen soll. Und wieder hat es tatsächlich wie die Faust aufs Auge zum Essen gepasst. Während der Fisch und der Cocktail traumhaft waren, entpuppten sich die Chips aber als eher maue Beilage. An einem Ort wo sonst jede einzelne Geschmacksknospe angesprochen wird, sollten eigentlich auch profane Dinge wie Pommes Frittes passen…
Daran, dass hier ausgezeichnet gekocht und gemixt wird, kann bei niemandem Zweifel aufkommen, das ist eine Tatsache. Und auch beim Service ist auffallend, wie viel Zeit sich hier jeder nimmt, um dem Gast zu erklären, wie das mit dem Pairing funktionieren kann. Die Mixologen und Servicekräfte sind eindeutig stolz auf das was sie tun. Was passt wozu, was ergänzt sich wie und durch welche Kombination entstehen welche Geschmacksexplosionen?

Will man wirklich in die Welt des Pairings im „Blue Mustard“ abtauchen, dann braucht man aber einige Voraussetzungen. Man braucht die Zeit sich alles erklären zu lassen und die Geduld und Muße beim Essen und Trinken hochkonzentriert auf die Suche nach dem zu gehen, was einem Küche und Bar sagen wollen. So interessant das auch sein kann, so anstrengend kann das auch ausfallen. Wenn ich also gerade nicht in der Stimmung nach Aroma-Expeditionen bin, dann kann der Ansatz des exakten Pairings sogar auch richtig nerven. Damit das nicht passiert, wird hier übrigens auch eine herkömmliche Weinbegleitung angeboten. Dem Erstbesucher würde ich also diese „klassische“ Variante der Getränkebegleitung ans Herz legen, um zuerst die Küche kennenzulernen. Den Fortgeschrittenen ist aber sehr wohl die Cocktailbegleitung zuzutrauen, am besten in Menü-Form. Ich werde sicher wiederkommen, mal sehen wozu mich meine Stimmung dann bewegen wird!

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Letzter Kommentar von am 11. Aug 2016 um 11:18

Danke & gern geschehen!

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Bewertet am 11.08.2016
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