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Dada kocht - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 4. Mai 2012
Experte
uc0gr
215
47
28
2Speisen
2Ambiente
4Service
34 Fotos3 Check-Ins

Es war ein äußerst glücklicher Zufall, der mich in dieses Lokal trieb. Zunächst vom EKZ-Simmering in Richtung Heimat (Stadt) gefahren, kam ich unweigerlich an diesem Lokal vorbei. „DaDa kocht“, konnte ich noch ausmachen, doch was kocht DaDa eigentlich? Auf Grund der sehr auffälligen Außenfarbe des Lokals und der grünen Außenreklame dachte ich kurz an ein vegetarisches Restaurant…schnell einen Parkplatz gesucht und auch gefunden stand ich nun vor dem Lokal.

Aha, nichts ist‘s mit Vegetarisch, „DaDa kocht Asiatische Küche“ steht da…ich ließ mich überreden und ging hinein. Dazu muss man wissen, dass genau in diesem Lokal fast jahrzehntelang ein Chinesisches Lokal bestand („China Restaurant AROMA“) – von daher kannte ich schon einmal die Lokalität. Nun ist schon für einige Zeit DaDa eingezogen mit einem von ihm eröffneten Lokal.

Vor dem Lokal wird man gleich einmal davon informiert, dass es nun kein Buffet mehr gibt – später erfuhr ich noch mehr darüber. Es verwunderte mich daher nicht, dass ich unmittelbar im Lokal auf ein großes und leeres Buffet stieß. Alle Gerätschaften waren noch im Lokal vorhanden. Rechts vom Eingang die langgezogene Schank und der Nichtraucherbereich und geradeaus der Raucherbereich. Es war aber völlig egal, wo man sich hinsetzte, denn das Lokal war leer und somit gänzlich rauchfrei. Das Lokal ist ein einfaches Restaurant ohne jegliche Auszeichnung (Sterne, Hauben) und genau so wird es von mir bewertet. Das Interieur ist äußerst schlicht, fast minimalistisch und auch schon etwas abgenützt. Da und dort machen sich so richtige Abnützungserscheinungen in der Polsterung etc. bemerkbar. Auch die Fenster dürfte man hier durchaus wieder einmal putzen. Gemütlichkeit kommt hier nicht so richtig auf, hierfür ist alles zu kalt und schlicht eingerichtet, aber auch teilweise zu wenig gepflegt.

Die Dame vom Service empfängt mich nicht nur äußerst zuvorkommend und nett, sie war es auch die ganze Zeit über. Erfrischend gut gelaunt, lächelnd, stets für ein Plauscherl zu haben und auch die eine oder andere Information ehrlich gebend. Rasch konnte ich meine Getränkebestellung aufgeben, und noch rascher hatte ich die Speisekarte zur Hand. Die Karte bietet wirklich Speisen aus aller Herren Länder des asiatischen Raumes – eine gelungene Auswahl und sicher für jederfrau/jedermann etwas dabei.

Das offene Fassbier ist hier das Villacher (EUR 3,20 für das Krügel), das ich auch orderte. Schön kalt und schaumig war es ausgezeichnet gezapft, sehr süffig und völlig zufriedenstellend.

Zur Vorspeise hatte ich „Satay Hühnerspießchen“ (EUR 3,20) – gebettet waren die Spießchen auf Eisbergsalat, der zwar mariniert aber eigentlich ohne Geschmack war. Das Hühnerfleisch wirklich kross angebraten, aber leider auch schon trocken. Die Satay (Erdnußsauce) war ebenfalls recht geschmacksneutral und leider nur mit einem Hauch von Erdnussgeschmack, man musste schon wissen, was es war. Da das Hühnerfleisch wirklich extrem würzig mariniert war, wurde sowieso jeglicher Geschmack übertönt und einfach eliminiert. Eine mäßige Leistung, wenn auch die Zutaten alle sehr frisch wirkten und frisch schmeckten.

Meine Hauptspeise bestand aus dem „Gan-Bian Rindfleisch“ (oder „Gan Ben“, „Gan Bien“, „Gan Ban“, oder „Gan Bin“ etc. – EUR 8,80). Knusprig gebratenes Rindfleisch im Teigmantel, mit einer süß-sauren-würzigen und etwas scharfen Sauce. Der Teig war wunderbar knusprig jedoch erschlug er fast geschmacklich die so fein und blättrig geschnittenen Rindfleischstücke – mehr Teig als Fleisch. Das wurde aber dann sowieso noch von der übermäßigen Würze der Speise vollständig erledigt. Der erste Bissen war unter dem Motto „extrem viel Reisessig = Säure“. Ab dem zweiten, dritten Bissen jedoch war alles nur mehr „salzig, soja-salzig, noch salziger“. Ich liebe kräftige Würze, das war jedoch mehr als nur zu viel des Guten. Die Schärfe war wohldosiert und für mich wirklich gut, das Gemüse noch wirklich knackig, allerdings bei der grobmotorischen Schneidetechnik der Paprika auch nicht wirklich verwunderlich. Leider war auch das eine eher mäßige Küchenleistung, für die man einfach kein Gut werten kann, wenn es auch nicht wirklich schlecht war. Obligat war natürlich die Warmhalteplatte für das Hauptgericht.

Besonders lobenswert möchte ich aber erwähnen, dass hier bei allen Hauptspeisen der Reis inkludiert ist und das in ausreichendem Maß. Es ist ja sonst immer ein ‚selbstverständliches Zubrot‘ eines asiatischen Lokals, für das ich persönlich kein Verständnis habe. Ein Wiener Schnitzel wird auch mit Salat und meist mit noch einer Beilage serviert – ohne Aufpreis, basta.

Auch noch lobenswert ist zu erwähnen, dass hier Glutamat offensichtlich aus der Küche verbannt wurde. Ich bin ein sehr guter Indikator für Glutamat, da ich recht heftig darauf reagiere. Hier hatte ich absolut keine Beschwerden.

Als Nachspeise erhielt ich noch eine frische Orange aufs Haus, und ich hätte auch noch den obligaten Pflaumenwein bekommen, den ich aber, nach Nachfragen der netten Servicekraft, freundlich dankend ablehnte.

Das Lokal lebt von der Abholung und der Zustellung, so wurde mir im Gespräch mit dem Service berichtet, und hat die Buffetaktivitäten wegen ausbleibender Gäste einfach beendet. Man habe hier leider sehr viele Speisen wegwerfen müssen, da kaum Gäste ins Lokal kamen. Auch jetzt noch verirren sich eher wenige Leute ins Lokal, aber der Zustelldienst, ich konnte mich davon überzeugen, fährt permanent.

Für Sushi / Maki gibt es eine fast schon dauernde Aktion bis -50%. Mittagsmenüs werden sehr günstig und in ausreichender Auswahl angeboten – auch hier ist der Reis inkludiert. Die Weinkarte ist nicht übermäßig, aber durchaus gut und ausreichend für ein asiatisches Lokal. Die Sanitäranlagen sind gepflegt und dem zu erwartenden Standard entsprechend. Kindersessel sind im Lokal vorhanden. Behindertengerecht ist das Lokal jedoch nicht.

Der Service ist in diesem Rahmen rundherum SEHR GUT, das Gesamtambiente jedoch nur MÄSSIG. In Summe gebe ich den Speisen auch nur ein MÄSSIG, wenngleich es deutlich näher dem Gut als dem Schlecht war.

Fazit: das Lokal kann ich nicht wirklich ausdrücklich empfehlen, und insbesondere gibt es keine Empfehlung hier extra herzufahren. Schön, dass kein Glutamat verwendet wird, aber weniger schön, dass so extrem gewürzt wird. Teilweise (Hühnerspießchen) wird Fleisch auch totgebraten. Das Sushi- / Makiangebot ist sicher ausreichend, der Umfang der Speisekarte sowieso. Die Preise sind sehr moderat, eigentlich schon billig, die Küchenleistung hinkt aber leider hinterher. Öffentlich ist das Lokal recht gut zu erreichen (Straßenbahn Linie 71 oder U3). Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ich hier noch einmal einkehren werde.

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Kommentare (7)

am 17. Mai 2012 um 20:56

Bei über 30 Fotos könnte man auf die Unscharfen die nur das Interieur zeigen getrost verzichten. Die Speisenfotos sind zwar auch unscharf- die sollte man trotzdem behalten -wenns keine besseren gibt.
Auch hier zählt meiner Ansicht nach "Klasse vor Masse"
Der Bericht war aussagekräftig und Detailliert -und das ist gut so!
Danke dafür!

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11
2
am 14. Mai 2012 um 19:56

In einem langen Bericht steht normalerweise alles drin, was drin sein muss. Wem der zu lang ist, der kann ihn ja immer noch überfliegen, weil er ja ausreichend strukturiert ist.
In einem zu kurzem Bericht kann man das nicht, vor allem dann nicht, wenn das, worüber man sich informieren will, nicht drin steht. Aus einer CD-Rezension wird ohne Info über die Musik keine CD-Rezension werden.
Nach dem Friseurs-Motto "Dreimoi o'g'schnittn, no immer z'kurz" wird man also aus nichtssagenden Kurzberichten leider nie schlau werden.
Die Diskussionen darüber sind also müßig. Wenn die Analphabeten also hier kapitulieren, dann frag ich mich, was sie hier überhaupt suchen.
Ganz nach Alfred Dorfer: man verlangt ja von seinem Vibrator auch keine Buchbesprechungen.
Von einer Lokalkritik verlangt man allerdings profunde Information über Essen, Interieur und Service. Eigentlich ganz einfach zu verstehen.

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Experte
315
75
am 14. Mai 2012 um 19:32

Ich liebe nun mal ausführliche Berichte!

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63
50
am 14. Mai 2012 um 19:00

Lieben Dank an euch, magic, walt & adn1966.
Gerry

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Experte
215
47
am 14. Mai 2012 um 00:00

Ich darf mich walt anschließen, besser eine ausführliche, wenn auch teilweise lange Review, als ein nichts sagender Ein- oder Zweizeiler der Marke "Essen gut, Service auch. Verträgliche Preise, unbedingt hingehen!!". Wer wirklich etwas über ein Lokal erfahren möchte, findet umfassende Informationen in genau den langen und epischen Berichten, wo alles abgedeckt ist (Speisen im Detail, Getränke, Ambiente, Service mit allen Stärken und Schwächen, Fazit, Empfehlungen, Verbesserungsvorschlägen).

Und die Zeit, diese teilweise wirklich gut geschriebenen und amüsanten Berichte zu lesen, nehme ich mir allemal.

Als Gast auf der Suche nach einem Restaurant bin ich z.B. froh, auf ReTe einen detaillierten Bericht zu finden, der mir bei der Auswahl hilft.

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Experte
80
48
am 5. Mai 2012 um 01:16

Nein, Mittelmaß ist nie gut!

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Experte
63
50
am 5. Mai 2012 um 00:09

Sehr schön beschrieben!
Mir ist das Lokal trotz häufigem Vorbeifahren noch nie aufgefallen.

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Experte
63
50
Dada kocht
Simmeringer Hauptstraße 41
1110 Wien
Speisen
Ambiente
Service
20
20
40
1 Bewertung
Dada kocht - Karte
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