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Paco

Nussdorferstrasse 7
1090 Wien (9. Bezirk - Alsergrund)
Küche: Tapas
Lokaltyp: Restaurant, Szenelokal
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1 Bewertung für: Paco

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Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 21. Dezember 2016
Experte
Gastronaut
441 Bewertungen
46 Kontakte
Tester-Level 29
3Speisen
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4Service

Unser Einstand ist wahrscheinlich das einfachste spanische Gericht überhaupt: Pan Tomate. Hierfür wird auf geröstetes Brot Knoblauch gerieben und mit einem Mousse aus gesalzenen Tomaten serviert. Ein paar Spritzer Olivenöl drüber und fertig. Der Köstlichkeitsgrad des spanischen Cousins der Bruschetta hängt schlicht und einfach von der Qualität der Zutaten ab. Klingt banal, ist aber so. Insofern war dieses Pan Tomate eigentlich fast schon ausreichend, um sich in spanischen Gefilden zu wähnen.

Der folgende Teller mit unterschiedlichen iberischen Schinken, Würsten und Käse war ebenfalls wunderbar zusammengestellt und mehr hätte ich – neben zwei Gläsern Wein – auch nicht gebraucht, um mir bereits eine Meinung über das Paco zu machen.

Diese gute Meinung hat aber bereits bei der nächsten Speise wieder einen kleinen Dämpfer bekommen. Denn Patatas Bravas sind in der Regel delikate kleine Kartoffelstücke, die zur knusprigen Vollendung herausgebacken und dann mit einer köstlichen pikanten Tomatensauce überschüttet werden. Für die hier gereichten Knollen würde man in meiner Stamm-Tapas-Bar, der Bar Elisabets (Carrer d’Elisabets, 2, 08001 Barcelona, Spanien) wahrscheinlich ausgepeitscht werden, waren es doch ziemlich letscherte Erdäpfel-Quader mit einer nichtssagenden, viel zu sauren und komplett unscharfen Tomatenpampe. Das ginge besser …

Dafür war dann die echte Tortilla – also nicht das Fladenteil und einen Burrito zu ummanteln – herrlich flaumig und hatte dank der groben Zwiebelstücke auch eine wirklich schöne Textur. Während also dieses Kartoffel-Omelette wieder ein echtes Highlight war, kam die Erdäpfel-Ambivalenz im Paco bei der nächsten Speise wieder zu tragen. Denn jene Kartoffeln, auf denen der „Pulpo a la Gallega“ serviert wurde, hatten schon wieder weder Geschmack noch brauchbare Konsistenz. Und das ist schade, denn der gekochte, geschnittene und mit Paprika servierte Oktopus war insgesamt sonst ein herrliches Gericht. Der Biss des Tintenfisches war annähernd perfekt und das Tier war auch sonst herrlich abgeschmeckt.

Mein persönliches Highlight aber war der „Ochsenschwanz Cordobesa“. Auch wenn dieser auf einem eher undefinierbaren Kartoffelpüree serviert wurde, war dieses Ochsenschwanz-Ragout mit Abstand eines der besten das ich seit Langem gegessen habe: das Kollagen des Schwanzstücks sorgt für eine intensive Bindung und das ewig lange Kochen für ein so intensives Geschmackserlebnis, dass ich sofort zu essen aufhören musste um nach einem schweren Rioja zu fragen, damit das Geschmackserlebnis perfekt wurde.

Die danach gereichten Chipirones, also kleine gebackene Kalmare, wurden klassisch mit Zitrone serviert, passten überraschend gut zum schweren Rotwein und waren ein wohltuender Beweis dafür, dass Calamari fritti von Zeit zu Zeit auch eine richtige Köstlichkeit sein können. Nachdem ich mich bei den Nachspeisen ja immer eher zurückhalte, nur so viel dazu: Die Crema Catalana war herrlich und die Milhojas con Espuma de Turrón einfach traumhaft. Auch sonst legt man im Paco auf die „Postres“ großen Wert …

Insgesamt waren wir bei unserem Besuch so sehr mit dem Genießen beschäftigt, dass mir die neutrale und komplett klischee- und kitschlose Umgebung überhaupt nichts ausgemacht hat. Und immerhin haben die charmanten spanischen Akzente des Personals doch noch für weiteren Flair gesorgt. Kulinarisch gibt es hier wirklich nichts auszusetzen, allerdings mit einer Ausnahme: den Kartoffeln. Egal ob bei den Patatas Bravas, dem Pulpo oder unterhalb des Ochsenschwanzes: der „Erd-Apfel“ fällt hier doch ziemlich weit vom Stamm, also den sonstigen Fähigkeiten der Küche. Aber ich bin mir sicher, dass das nur eine Kinderkrankheit ist und bin schon sehr gespannt auf meinen nächsten Besuch. Und der steht hoffentlich schon bald an!

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Letzter Kommentar von am 22. Dez 2016 um 13:42

Es geht dabei nur um den männlichen Sprachklang, auf den die spanische Kultur anscheinend Wert legt. Bei uns assoziiert man dafür mit Ochse das zarte saftige Fleisch (auch wenn es vielleicht in Wirklichkeit von einer Kuh ist; noch nirgends habe ich einen Kuhschlepp gelesen; Kühe haben aber auch Schwänze ;-) ).

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Bewertet am 21.12.2016
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