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Lichtenegger Reart

Am Gewerbepark 8
9431 St. Stefan
Kärnten
Küche: International
Lokaltyp: Restaurant, Lounge
Tel: 04352 55164Fax: 04352 55164-200
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2 Bewertungen für: Lichtenegger Reart

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 10. Dezember 2013
Experte
amarone1977
315
75
30
2Speisen
4Ambiente
2Service
3 Fotos1 Check-In

Geburtstage gehören gefeiert! Nicht immer aber erwischt man das perfekte Lokal dafür.

Ein weinendes Auge schon zu Beginn: man fährt auf dem Weg zum „Lichtenegger Reart“ von Norden kommend direkt an unserem ehemaligen Stammlokal „Alter Schacht“ vorbei.
Ehemalig deswegen, weil das Duo Martinz und Brudermann in die sicher wohlverdiente Pension gegangen sind. Gut für Martinz und Brudermann, schlecht für uns.

Klingt unfair, aber das ist der gastronomische Tag 1 nach unserem also jetzt für immer geschlossenen, zweiten Wohnzimmer.
Ein schweres Erbe.

Begann doch am Gewerbepark, gerade mal einen Steinwurf entfernt, vor ein paar Jahren die Geschichte der ganz neuen Idee: Hotel, Restaurant, Seminar, Event, Kino, Hamam, und und und.
Zu Beginn war „des holbe Tol“ neugierig auf das, was ganz anders sein wollte als Mostbuschenschank und Gasthaus.
Wir fürchteten anfangs sogar, dass unser geschätzter „Schacht“ am neuen Genusstempel zerbrechen könnte.
Das hatte die „Lovntola Wölt“ schließlich noch nie gesehen.
Konnte das funktionieren?

Es kam anders. Die erste Pleite habe ich dann medial total verschlafen, bin ich doch auch nicht jeden Tag „im Tol“ zugegen.

Meine lieben Leute waren aber schon informiert: „Da Huaf“, ein bekannter Gasthof nahe der Autobahnauffahrt St. Andrä, hatte das in Konkurs gegangene Reart vor ca. einem Jahr übernommen. Klingt so, als würde aus dem Hotel-Restaurant-Kino-Event-Hamam-Tempel also doch wieder ein einfaches Gasthaus werden?

Nicht ganz. Also lassen wir uns also mal überraschen, was die neue feudale Zweigstelle zu Tisch bringt.

Da gibt’s einige Menüs mit Schweinfilets, Beiried, überbacken mit Käse und einer Tomatenscheibe (aha ?), links neben mir eines mit Lamm, Kartoffeln und/oder buntes Gemüse als Beilage.

Eine Frittatensuppe wird serviert. Nicht schlecht, wirkt aber leicht verdünnt, die Frittaten sind in Ordnung, meine nordälplerischen Freunde machen das aber doch um einiges besser.

Die Enkerln stürzen sich nicht stereotyp über „Schnitzel mit Pommes!“, sondern freuen sich über Gnocchi mit Tomatensauce und ein zufrieden bis auf die Knochen verputztes Backhendl, das die 5jährige Expertin mit eifrigem Kopfnicken für gut befindet.

amarone heute mal das Extrawürschtl: wollen wir doch schauen, wie wir die CO2-Bilanz am Mittagstisch ruinieren - nur kurze Zeit auf der Karte: Krokodilfilets mit exotisch duftendem Reis, Ingwer ist auch dabei. Dazu ein wirklich appetitlich abgeschmecktes Wurzelgemüse.
A Krokodül im Tol, jo Olta!

Das war auch übrigens der generelle Tenor am Tisch: das beigestellte Gemüse war ausnahmslos in Ordnung, ja wirklich sehr gut – was nicht jedes Lokal von sich sagen darf.

Nun aber zum Aber: die Frage, ob es sich lohnt, Krokodile von Südafrika bis zu uns zu schippern, ist schnell beantwortet: Nein! Das gilt übrigens auch für den nach Ananas und Grapefruit duftenden Sauvignon, wohl vom Südhang der Krokodilfarm.
Warum? Der Geschmack der modernen Urzeitechsen erinnert ein wenig an Hühnerfleisch, nur um einige Grade „fester“. Das „Filet“ wird der zukünftigen Krokotasche vom Schwanz entnommen.
Fragt sich jetzt, ob Krokodilschwanzfilet immer so fest ist – oder ob der Koch vergessen hat, die Eieruhr zu stellen.

Leider verhält es sich auch so mit den anderen „Fleischen“ am Festtagstisch: sicher hätte man auch sagen können, „bitte medium!“ oder „schön zart!“, doch mit Ausnahme des für gut befundenen Lamms sind Schweinfilets wie Beiriedschnitten allesamt durchgebraten.
Abgesehen davon erinnert mich als Sitznachbar die Kombination Rindfleisch mit Tomatenscheibe und Käse überbacken an Folge 352 der Serie „Kronenzeitung – mein Lieblingsrezept“.
Ja Sie wissen schon, Generation Pizza Hawaii und so.

Zum Schluss: ein "Menü-Dessert" wird verweigert - und an mich weitergegeben.
"Bist no' jung, iss!"
Ein kleiner, nicht schlechter Pfirsichkuchen. Bissi trocken, aber ok.

Dazu kommt, dass das Service beim Servieren fast immer nachfragt, „Frittatensuppn?“, "s'Zwarer-Menü!?", aber beim Abservieren nicht einen Ton hervorbringt. Vielleicht will es auch niemand wissen, wie’s geschmeckt hat?
Dabei kann sicher nicht die Rede sein, dass man uns unfreundlich begegnete, aber für ein Haus mit diesem Anspruch erwartet man sich dann doch einen um Welten professionelleren Gesamtauftritt.
Für ein Vierstern-Seminar-Hotel ist dieser Ton à la „Landgasthaus anno 1987“ dann doch nicht auf der Höhe der Zeit.

Dabei wäre das Haus ein wahres Schmuckstück mit jeder Menge Platz und Freiraum. Allein der Barbereich im Eingangs- und Rezeptionsbereich ist für die „Lovntola“ ein Meilenstein in puncto Innenarchitektur.

Schade also – „der Huaf“ sollte bei seinen Hufen bzw. seinen Leisten bleiben, denn preislich bewegt man sich hier im Bereich des "Alten Schachts", erreicht aber küchen- wie servicetechnisch bei weitem nicht sein Niveau.
Will man also hier nicht bei seinen Leisten bleiben, gibt’s hier noch viel zu tun.

Was meinst du zu dieser Bewertung?
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Letzter Kommentar von am 10. Dez 2013 um 16:55

laurent: amarange? ;) aldebaran: Papperlapapp! Der alte Wein fließt immer noch in den selben Schläuchen - also meiner Kehle ;-)

Gefällt mir1
Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 15. Jänner 2011
Labrouche
89
42
17
4Speisen
4Ambiente
3Service
1 Check-In

In der Nähe von Wolfsberg in St. Stefan liegt relativ versteckt das Lichtenegger Reart, hier wurde ein ehemaliges Werksgebäude adaptiert und hergerichtet und hat nun neben einem Hotel im Pop Art-Stil (glaube ich zumindest) mit Themenzimmer, einem Wellnessbereich mit Hamam und einem Kino auch ein empfehlenswertes Restaurant. Das Menü nach einem entspannten Nachmittag und mehreren Aufgüssen sowie einer angemessenen Ruhephase:

Amuse Gueule: Jour-Gebäck mit div. Aufstrichen - ok
***
Vorspeise: Marinierter geräucherter Heilbutt mit Anti-Pastisalat, dazu ein Gelber Muskateller 2009 vom Weingut Zwickelstorfer – der Salat war mir persönlich ein wenig zu säurelastig von der Zitrone her und sonst eher geschmacksneutral, hätte mir eine raffiniertere - gut abgeschmeckte Vinaigrette gewünscht, die Portion war außergewöhnlich groß.
***
Suppe: Rindsuppe mit Madeira und Grießknödel – schmeckte sehr gut in Begleitung eines Lavantus Rivaner 2009 vom Weingut Lenzbauer
***
Hauptspeise: Schweinefiletmedaillons mit Portweinjus mit einem großartigen Kartoffelgratin und bißfestem Röstgemüse in Begleitung eines Cuveé „Heideboden“ 2007 vom Weingut Judith Beck – geschmacklich wirklich ausgezeichnet und perfekt zubereitet, große Portion
***
Dessert: Valrhonatörtchen mit Eierlikörschaum und einer Beerenauslese 2006 vom Weingut Velich – sehr gut.

Zum Abschluß noch eine Zigarre mit einem Remy Martin in der eigenen Raucherlounge – ein sehr schönes Erlebnis, was will man mehr für die persönliche Zufriedenheit.

Fazit: Sehr empfehlenswert, Einrichtung im Pop Art-Stil ist normalerweise nicht mein Favorit (Geschmackssache), habe mich aber insgesamt sehr wohl gefühlt.

Was meinst du zu dieser Bewertung?
Hilfreich?Ja5Gefällt mirLesenswert1
Kommentar von am 10. Dez 2013 um 15:24

Nach Amarones Text weiter oben zu schließen bezieht sich Labrouches Bewertung aus 2011 nicht auf den aktuellen Betrieb sondern auf den vorherigen Betreiber. Es wäre also angebracht, sie nicht mehr in die Gesamtwertung einzubeziehen.

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Erst-Tester

Bewertet am 15.01.2011

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