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Mo, 15. April 2024

Hansen

(1)
Wipplingerstraße 34, 1010 Wien
Küche: Internationale Küche, Österreichische Küche
Lokaltyp: Restaurant
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Hansen

Speisen
Ambiente
Service
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Gesamtwertung

37
1 Bewertung fürHansen
Speisen
30
Ambiente
50
Service
30

Bewertungen

BiancaC
Experte
am 26. Jänner 2023
SpeisenAmbienteService
Im Zuge der Wintergenusswochen hat es einen lieben Freund und mich ins Hansen im Kellergewölbe der alten Wr. Börse verschlagen. Das Menü las sich vorab im Vergleich zu den übrigen Angeboten sehr interessant, weshalb wir uns für genau dieses Restaurant entschieden haben. Der Eingang befindet si...Mehr anzeigenIm Zuge der Wintergenusswochen hat es einen lieben Freund und mich ins Hansen im Kellergewölbe der alten Wr. Börse verschlagen. Das Menü las sich vorab im Vergleich zu den übrigen Angeboten sehr interessant, weshalb wir uns für genau dieses Restaurant entschieden haben.

Der Eingang befindet sich im Souterrain der Wr. Börse, welches über eine Metallstiege von außen erreichbar ist. Ein wenig abenteuerlich, aber es machte die Chose nicht weniger spannend. Im Gewölbe angekommen fühlt man sofort die Atmosphäre des geschichtsträchtigen Gebäudes - es wirkt ob der hohen Räume recht herrschaftlich und gediegen.

Das Restaurant selbst betritt man über die offene Küche - ein wenig ungewohnt, da man zuerst glaubt, sich in der Tür geirrt zu haben. Der Empfang war etwas kühl und forsch, wir wurden recht gehetzt zum Tisch geleitet, obwohl nicht alle Tische besetzt waren. Die Menükarte wird uns mit dem Platznehmen gleich bereit gelegt - es ist jedoch keine Überraschung, da die Speisenfolge bereits vorab zum Großteil im Internet gestanden hat. Die Auswahl bei Vorspeise und Hauptgang war schnell getroffen, zu Trinken sollte es ein alkoholfreier Cocktail für meine Begleitung und ein Negroni für mich sein.

Die Getränke kamen recht bald zum Tisch, das Gedeck auch nach einigen wenigen Minuten. Es handelte sich um dreierlei Brot (dunkles (Roggen-?)Brot, eine Art Pain Provencal und ein helles gewöhnliches Weizenbrot), sowie Flockensalt, Olivenöl und Eiaufstrich. Es war nicht aufregend oder besonders, für den ersten Hunger aber ein angenehmes Häppchen.

Als Vorspeise wählten wir beide das Ceviche von der Garnele mit Koriandermayonnaise, Blutorangen, Radieschen und Erdnüssen. Die Kombination aus allen Komponenten war äußerst schmackhaft - die Leche de Tigre nicht zu Limettenlastig oder sauer, wirklich fein abgeschmeckt und im Zusammenspiel mit den Blutorangen und der Mayonnaise war dieser Gang eine Explosion im Mund. Hier wäre jedoch anzumerken, dass die Menge an Mayonnaise (die sehr fein und cremig war - ich tippe auf Thermomix - aber der Koriander war nur für die Farbe, nicht für den Geschmack) deutlich zu gut gemeint war und die Anzahl der Garnelenfetzen (es warenn nicht geschnittene oder gehackte, sondern gerissene Garnelen - sehr fransig) etwas mau war - da hätten wir uns beide ein wenig mehr Protein gewünscht.

Der Zwischengang, das "saisonale Risotto", war die einzige Überraschung, da vorab nichts Detaillierteres darüber bekannt war. Es sollte also ein Kürbisrisotto werden, mit Ziegenkäse und Maroni. Las sich sehr vielversprechend, da die Kombination der Komponenten sehr winterlich und auch harmonisch klang. Das Risotto kam in einer Schale und mutete hübsch an - dekoriert mit Kresse, einem gestockenen Ziegenfrischkäsenocken oben drauf. Die Kürbisstücke waren leider ganz winzig, die Maroni musste man suchen (ich hatte ein Viertel Maroni in meinem Risotto). Die Konsistenz des Risottos war eher wie eine Reisschleimsuppe, der Geschmack ebenso. Es schmeckte Hauptsächlich nach Gemüsesbouillon - keine Säure, keine Kürbisnote. Schade, ein Risotto kann man doch peppiger und g'schmackiger zubereiten. Dieser Gang war entbehrlich.

Der Hauptgang dafür brillierte. Einerseits der experimentelle vegane Teller, der zum Hauptdarsteller einen Miso-Karfiol präsentierte - eine naturbelassene, dezent gewürzte, gut geröstete dicke Scheibe des Gemüses lag auf einem Bett aus einer fein passierten Süßkartoffelcreme (Thermomix?), daneben eine Krokette aus Tofu - wirklich spannend - nicht nur für's Auge. Gut, über Tofu lässt sich streiten, der ist ja bekanntlich (sofern nicht geräuchert) immer relativ geschmacksneutral, aber die Zubereitung als Krokette ganz neu und innovativ, wie wir fanden. Generell waren die Teilnehmer des Tellers sehr natürlich und wenig gewürzt - wir diskutierten viel darüber und ich bin bis jetzt der Meinung, dass dies so gewollt war.
Mein Teller, das Beiried, war au point, wenn auch leider etwas zäh an mancher Stelle. Das Petersilpürree war gut abgeschmeckt und mit guter Petersilnote versehen, die gebratenen Wurzeln nicht verkocht und in Butter geschwenkt. Das Gratin war ein Hammer, darin hätte ich mich am liebsten eingegraben - bisschen dauphinois weil Knoblauchnote, oben schön knusprig, die Erdäpfel in hauchdünnen Scheiben, aber noch ein wenig speckig. Wunderbar.

Die Nachspeise ließ ein Zeiterl auf sich warten - meine Vermutung: weil ganz frisch gebacken. Der Strudel - aufgetürmt und mit Vanillesauce-Spiegel - war äußerst knusprig und heiß. Die Birne leider untergegangen, dafür die Brösel und der Zimt vorherrschend. Rosinen waren auch drin (die mag ich aber gern). Ich hätte mir mehr Birnenanteil gewünscht, mir war es zu bröselig. Der Vanillespiegel war fein, fast wie eine Zabaione, definitiv nicht aus dem Packerl, sondern hand- und hausgemacht. Dazu gab's ein Haselnusseis, das mir nicht zugesagt hat. Die Haselnuss habe ich nicht rausgeschmeckt, eher eine Art Haselnusssirup, die Konsistenz war eher wie ein Semifreddo - es kann am Alkoholanteil im Eis liegen, die Zitronennote könnte von Limoncello verursacht sein. Aber Haselnuss war das nicht, ich konnte es wirklich nicht identifizieren, was genau da geschmacksgebend war. Es war jedoch ein cremiges, kaltes, aber auch sehr mächtiges Beiwagerl zu dem heißen Birnenstrudel.

Ach ja, die Getränke: Ich bestelle dann einen Gemischten Satz vom Mayer am Pfarrplatz (ein solider Allrounder zu Vorspeisen und Zwischengängen, Fisch, Seafood und Gemüse, finde ich) und den Pinot Noir vom Juris aus Gols, beide Weine von der Empfehlung des Wintermenüs. Meine Begleitung hatte einen Pfirsichsaft gespritzt. Zur Nachspeise dann für ihn eine Beerenauslese vom Kracher, ich nahm einen Cafe Latte. Auslese kennt man, da kann man nicht viel falsch machen, der Cafe war OK - nicht zu heiß, nicht zu bitter.

Warum das Service nur ein "Gut" bekommen? Von einem 2-Hauben-Lokal erwarte ich mir einerseits einen herzlicheren, eleganteren und gelasseneren Empfang, andererseits weit mehr Service, als nur ein sehr sporadisches Checken, ob wir zufrieden sind. Mein Glas war teilweise sehr lange leer, bevor ich nach einem weiteren Getränkewunsch gefragt wurde. Die Speisen wurden teilweise über den Tisch zu mir gereicht, obwohl um mich herum genug Platz gewesen wäre, sodass man mir den Teller auch von der richtigen Seite hätte einstellen können. Weiters wurde nach der Vorspeise zwar der Brotkorb abserviert, aber der Teller mit dem Aufstrich nicht - der störte dann beim Einstellen des nächsten Ganges und wurde nach Herumprobieren, ob mein Teller sich am Tisch trotzdem ausgeht, sehr plum weggenommen.

Das lange Warten auf die Nachspeise hätte man auch kommentieren können, im Sinne von "zur Nachspeise dauert es ein wenig, da der Strudel frisch gebacken wird" oder einen sinngemäßen Hinweis auf die Zwangspause zum Dessert.

Das Menü in 4 Gängen kommt auf EUR 49,5, summa summarum zahlten wir dann EUR 160,00 inkl. Trinkgeld.

Ich denke, ich würde wieder ins Hansen gehen, wenn ich zu Mittag mit ehemaligen Kollegen "etwas feiner" essen möchte - der Lunch im Hansen ist sicher einen Besuch wert, vermutlich auch das Frühstück. Eine vorgeschriebene Menüfolge würde ich dort aber nicht mehr wollen, da suche ich mir lieber meine Speisen aus der - wirklich sehr köstlich klingenden - Speisekarte à la carte zusammen.
Kürbisrisotto mit Ziegenkäse und Maroni - Hansen - WienNegroni - Hansen - WienGedeck (Öl. Flockensalz. Eiaufstrich. 3erlei Brot) - Hansen - Wien
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Stammersdorfer
Experte
am 30. Juli 2014
SpeisenAmbienteService
Heute Vormittag ein verspätetes Frühstück im HANSEN. Das Lokal befindet sich im Gebäude der ehemaligen Wiener Börse also eigentlich darunter, es gibt auch einen kleinen „Garten“ der seitlich über den Börseplatz zu erreichen ist. Ein separater Stiegenabgang führt zu den gerade einmal 6 oder 7 Tis...Mehr anzeigenHeute Vormittag ein verspätetes Frühstück im HANSEN. Das Lokal befindet sich im Gebäude der ehemaligen Wiener Börse also eigentlich darunter, es gibt auch einen kleinen „Garten“ der seitlich über den Börseplatz zu erreichen ist. Ein separater Stiegenabgang führt zu den gerade einmal 6 oder 7 Tischen im Freien. Man ist von hohen Mauern umgeben mit quasi oben offen, angenehm kühl ist es da.
Der Zugang zum Lokal ist normalerweise in der Wipplinger Straße, wobei man aber auch über den Seiteneingang ins Innere kommt.
Die wunderschöne Location teilt man sich mit dem Blumendealer Lederleitner und man „muss“ auch durch dessen Verkaufsräumlichkeiten wenn man zum WC gelangen möchte.

Im Freien war nicht gedeckt, also hinein, dort gähnende Leere, nicht ein Tisch besetzt. Eine junge telefonierende Kellnerin erspäht, die kenn ich von früheren Besuchen. Sie legt umgehendst auf und JA wir dürfen draußen sitzen.
Wenige Augenblicke später werden von einem jungen Mann alle Tische mit weißen Tischtüchern eingedeckt, so gefällt uns das.

Sie bringt uns prompt die Frühstückskarte um wenige Minuten später unser beider Bestellung aufzunehmen.
JE ein frisch gepresster Orangensaft, eine Eierspeis mit Kernöl und dazu je eine Semmel, ich dazu noch einen doppelten Espresso.

Alles ist in wenigen Minuten am Tisch, der Saft richtig gut, nicht zu süß, kühl, dazu je ein Glas Wiener Hochquelle, das kam unaufgefordert. Der Kaffee, so richtig schön stark, genau wie ich ihn will.
Die Eierspeise, eine von der festeren Machart, auch genau meines, mit richtig gutem Kernöl. Ein sehr harmonisches Geschmackserlebnis. Das Semmerl dazu resch und frisch, perfekt.

Zwischenzeitlich schaut auch Frau Doppler, die „bessere“ Hälfte des Besitzerehepaares vorbei, ob e alles in Ordnung ist. Macht im übrigen einen sehr sympathischen und gepflegten Eindruck, wie auch unsere Kellnerin, die sicher vom Fach ist, flott, freundlich und aufmerksam.

Alles in allem eine tolle Location, sehr freundliches Personal, das kulinarisch gebotene richtig gut.
Wir zahlen mit Trinkgeld 24,-- Euro und stürzen uns sehr zufrieden wieder in unseren Brotberuf :-)

In die Benotung lasse ich auch noch weiterer Frühstücksbesuche einfließen, etwa 5 an der Zahl. Es war jedes mal wirklich alles sehr zufriedenstellend, einzig einmal kann ich mich an eine sehr lange Wartezeit erinnern, da war die „Hütte“ aber auch sehr gut besucht.
Kleine Idylle mitten in der Stadt, der Gastgarten. - Hansen - Wien
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30. Jul 2014, 19:06·Gefällt mir1
Nadja76
am 22. Jänner 2013
SpeisenAmbienteService
Für mich ist das Hansen die ideale Frühstückslocation (nur leider erst ab 09.00 offen). Da ist die Akustik noch gut, weil das Lokal noch nicht so voll - für Lunch ists mir dort auch zu laut... mein absoluter favorite ist die Eiespeis mit Grana und getrockneten Tomaten, am smastag gints aucb weiss...Mehr anzeigenFür mich ist das Hansen die ideale Frühstückslocation (nur leider erst ab 09.00 offen). Da ist die Akustik noch gut, weil das Lokal noch nicht so voll - für Lunch ists mir dort auch zu laut... mein absoluter favorite ist die Eiespeis mit Grana und getrockneten Tomaten, am smastag gints aucb weisswurstfrühstück.. ich find den leiderleitner zauberhaft und LIEBE es ihn zu durchkreuzen, wenn ich auf die Toillette muss... es gibt immer was zu entdecken und weit ist es ja wirklich nicht (30 meter?)
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Kronos
am 4. Dezember 2012
SpeisenAmbienteService
Gleich zu Beginn überrascht das Ambiente angenehm: inmitten der in der römischen Markthalle der Börse ansässigen, geschmackvoll arrangierten Verkaufsräumen der Gärtnerei Lederleitner befindet sich das Restaurant Hansen. Der Zugang zum Restaurant kann sowohl direkt oder über erwähnte Gärtnerei er...Mehr anzeigenGleich zu Beginn überrascht das Ambiente angenehm: inmitten der in der römischen Markthalle der Börse ansässigen, geschmackvoll arrangierten Verkaufsräumen der Gärtnerei Lederleitner befindet sich das Restaurant Hansen. Der Zugang zum Restaurant kann sowohl direkt oder über erwähnte Gärtnerei erfolgen. Freundlich begrüßt und zum Tisch gebracht vom Inhaber findet sich eine kleine, aber feine Karte.
Die Auswahl der glasweise angebotenen Rotweine ist etwas enttäuschend, der Kellner ob der Frage nach mehr Auswahl per Glas verfügbaren Weins nicht sonderlich hilfsbereit – dieser Ersteindruck des Kellners konnte allerdings im Laufe des Abends durch professionelles Service und Auftauen beim weiteren Besprechen der passenden Weinbegleitung während der Speisenwahl positiv widerlegt werden.

Die Speisekarte kann als lokal mit mediterranem Touch bezeichnet werden und ist sehr übersichtlich gehalten. Unumgänglich sowohl der hausgebeizte Lachs als auch das Hirschfilet mit Schupfnudeln und Cranberries. So unumgänglich, dass sowohl meine Begleitung als auch ich exakt die gleichen Speisen und dazu passenden Weine nehmen, was diese Bewertung leider quantitativ etwas einschränkt.

Der Lachs von hervorragender Qualität, begleitet von Mini-Pfannkuchen, die gemeinsam mit dem senflastigen Dressing eine gelungene Untermalung der feinen Fischnote bieten – wirklich empfehlenswert. Als Weinbegleitung wurde ein passender 2011er Riesling von Waldschütz aus dem Strassertal gewählt, ebenfalls sehr empfehlenswert.

Nach einer kurzen Diskussion ob der adäquaten Weinbegleitung zum Wildgericht wurde der gelistete Pinot Noir schlussendlich von einem - ausnahmsweise glasweise servierten - CS/ME Cuvee aus der Thermenregion überstimmt, was sich ob des zarten Hirschgeschmacks beinahe als Fehler herausgestellt hat. Der Hirsch kam nämlich in fantastisch leichter Aufmachung, nicht von Gewürzen erdrückt, sondern nur der feine Wildgeschmack durch eine dezente Sauce untermalt und mit der Fruchtnote der Cranberries unterstützt an den Tisch. Eines der besten, wenn nicht das beste Wildgericht des Jahres in meiner persönlichen Wertung. Sehr zart und fein im Geschmack – grandios!

Preis/Leistung stimmt mit knapp unter 100 EUR für 2 Personen für Vor- und Hauptspeise, Gedeck (Olivenöl + Fleur de Sal) und 5 Gläsern Wein bei der Qualität der angebotenen Speisen auch.

Ich kann somit das Hansen mit voller Überzeugung weiterempfehlen.
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rosaria
am 25. Oktober 2012
SpeisenAmbienteService
Gelistet in: Vienna top hot tips
Müsste ich einem Wien-Besucher drei Restauranttipps geben, ich denke das Hansen wäre dabei. Es spiegelt allein vom Ambiente (im Souterrain der ehemaligen Wiener Börse) viel Wiener Lebensgefühl wider durch seinen Kaffeehausstil: hohe Räume, Wasser für jeden Tisch und dezent hochnäsige Kellner. Der...Mehr anzeigenMüsste ich einem Wien-Besucher drei Restauranttipps geben, ich denke das Hansen wäre dabei. Es spiegelt allein vom Ambiente (im Souterrain der ehemaligen Wiener Börse) viel Wiener Lebensgefühl wider durch seinen Kaffeehausstil: hohe Räume, Wasser für jeden Tisch und dezent hochnäsige Kellner. Deren leichte Präpotenz wird jedoch durch das ausgesprochen freundliche Besitzer-Ehepaar Doppler mehr als wett gemacht. Und die Küche lässt weder beim Frühstück noch beim Mittag- oder Abendessen viele Gourmetherzen nicht höher schlagen: hervorragende Zutaten, simpel und raffiniert wird eine Fusion aus moderner österreichischer Küche mit kreativer mediterraner eingegangen, die niemals langweilig wird, von der man sich auch nach Jahren nicht satt isst. Vorzüglichst sind die wöchentlich wechselnden Vorspeisen, die Suppen haben die richtige Konsistenz - nicht zu cremig, nicht zu flüssig, fein abgesimmt in den Gewürzen, die Fischgerichte erstaunen immer wieder in ihrer Komposition, das Fleisch zergeht auf der Zunge. Auf keiner Wochenkarte darf ein Risotto fehlen, immer wieder mit neuen geschmacklichen Nuancen zubereitet. Eine kleiner, aber äußerst erlesene Weinkarte machen einen Hansenbesuch immer wieder zu einem Kleinod.
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Evba
Experte
am 5. Oktober 2011
SpeisenAmbienteService
Off Topics: Ich liebe den Lederleitner (meine Geldbörse nicht) – wer ihn nicht kennt: das ist ein tolles Blumengeschäft (und auch Dekorations- und Büchergeschäft), das in anderen Filialen auch Gartenmöbel führt. Wenn man die Filiale im Börsegebäude ("Römische Markthalle") betritt ist ma...Mehr anzeigenOff Topics: Ich liebe den Lederleitner (meine Geldbörse nicht) – wer ihn nicht kennt: das ist ein tolles Blumengeschäft (und auch Dekorations- und Büchergeschäft), das in anderen Filialen auch Gartenmöbel führt. Wenn man die Filiale im Börsegebäude ("Römische Markthalle") betritt ist man vom Farbenrausch der Blumen und Dekorationen überwältigt und vom Blumenduft verzaubert.

Der Lederleitner teilt sich das Untergeschoß des Börsegebäudes mit dem Hansen (Nichtraucher), eine Tatsache die zu einem guten Teil (nicht nur) für meine Ambiente-Wertung verantwortlich ist. Man kann das Hansen von 2 Seiten betreten: durch die "Küche" bzw. neben der Küche vorbei, wo man die Köche hinter einer Glaswand beobachten kann oder eben durch den Lederleitner, wo es keine wirkliche Abgrenzung gibt und man die Blumen und den Duft auch im Restaurant zart mitbekommt. An einem schönen Tag ist das Restaurant, das teilweise auch Lederleitner-Dekos verwendet, durch die Fenster (bzw. Luken) oben in ein warmes Licht getaucht, was einem eine wohlige Atmosphäre vermittelt.

Ich habe früher im Börsegebäude gearbeitet und war daher oft im Hansen, aber in letzter Zeit nicht mehr. Eigentlich hat sich nicht viel verändert. Die tolle Frühstückskarte gibt es noch immer, sie enthält alles was FrühstückerIns Herz begehrt: diverse Eierspeisen, Käseteller, Knuspriger Speck mit Rosmarin, Frühstücksburger, Weißwurst, Baked Beans, Müsli, Griechischer Joghurt mit Waldmeistersirup und Äpfeln, Waffeln, etc. – mein Favorit früher war immer die Kernöl-Eierspeise.

Aber diesmal war ich Mittagessen. Die nicht allzulange Speisekarte wechselt wöchentlich und bietet die meisten Speisen auch in Klein. Kurzer Auszug diese Woche: Blattsalat mit sautierten Eierschwammerln, Soufflierte Sardine, Asiatischer Glasnudelsalat, Carpaccio, Fischsuppe, Rigatoni mit Tintenfisch, Risotto, Gegrillter Lachs, Kalbsröllchen mit Kapernfülle, Hirschrücken, etc.
An Nachspeisen gibt es Zitronentarte, Weißes Schokomousse, Zwetschkenknödel oder Honig-Thymianparfait usw.

Auch die Weinauswahl ist klein aber fein und beinhaltet klingende Namen wie Schloss Gobelsburg Gesellmann, Glatzer, Gager, Kracher zu erträglichen Preisen (0,1 ca. 3,80, Champagner, Prosecco mit Erdbeermark oder Kir Royal etwas mehr). Allerdings hat auch hier die – international übliche – in Österreich aber unübliche Sitte, Wein in 0,1l statt 1/8 anzubieten Einzug gehalten (obwohl von der Menge in meinem Glas her war es eh ein Achtel)

Ich wählte das Risotto mit Dolce Latte, Radicchio und Trauben. Es schmeckte gut: die Konsistenz war perfekt, es wurde die richtige Reisart verwendet (Arborio oder Carnaroli oder was ähnliches, woanders habe ich schon Risotti aus den komischsten Sorten gegessen, was man geschmacklich merkt). Zu Beginn dachte ich mir, Igit, was tun die Trauben da drinnen, aber die rundeten das Geschmackserlebnis gut ab. Einziges Manko es schmeckte ein bisschen fad (ich hätte statt dem Dolce Latte eher Taleggio verwendet) – dem konnte ich aber mit frischem Pfeffer aus der Mühle abhelfen.
Dazu ein Glas Gelber Muskateller vom Strauss aus Gamlitz – ein herrliches Mittagessen.

Am Service ist mir weder etwas besonders Positives, noch Negatives aufgefallen, außer dass der Chef überall herumwuselt und die Honneurs macht (das Lokal war aber zu diesem Zeitpunkt auch nur Viertel voll).

Da man das Hansen von beiden Seiten nur über Stiegen erreicht ist es nicht rollstuhltauglich (ob es möglich ist, es über einen Lift innen zu erreichen habe ich nicht ausprobiert).

PS: An den "Culinary Mondays" gibt es hier Workshops mit anschließendem Abendessen, wo man lernen kann ein/e perfekte/r GastgeberIn zu sein: von Tischdekoration (Lederleitner!), über die Geheimnisse des Küchenchefs bis zur richtigen Weinbegleitung.
Geräucherter Thunfisch mit Ingwer Hummus, Chili und Ruccola - Hansen - WienRohmilchkäse nach Tagesangebot (Käserei Robert Paget, Diendorf am Kamp) - Hansen - WienGedeck mit Natursauerteigbrot (Bäckerei Steiner, Tulln), Olivenöl, Fleur de Sel - Hansen - Wien
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1 Kommentar

ich war zwar schon länger nicht mehr im Vestibül, aber früher war es toll. Es gehört auch den Dopplers und ich glaube jetzt kocht Domschitz dort

5. Okt 2011, 19:45·Gefällt mir
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