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Okra - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 17. September 2014
Experte
Gastronaut
428
45
29
5Speisen
3Ambiente
4Service

Das „Okra“ im zweiten Bezirk liegt in einem Grätzl, in dem wahrer Pioniergeist herrscht: Aus alten Handwerker-Betrieben entstehen lauter kleine Lokale. Deren Betreiber haben sich vor Allem deshalb gerade hier niedergelassen, weil die Mieten oft nur einen Bruchteil im Vergleich zu anderen angesagten Bezirken ausmachen. Okra–Chef Wolfgang Krivanec wollte nach einiger Zeit als Betreiber einer Catering-Firma und Veranstalter von Kochkursen endlich wieder auch ein eigenes Lokal betreiben und hat sich ein kleines schmuckes Ecklokal in der kleinen Pfarrgasse ausgesucht, um die Wienern hier von seinen Zugang zur japanischen Küche zu überzeugen. Und dieser ist offen und transparent. Der Kochbereich wird von einem großen Robata-Holzofengrill dominiert, wie er in Hokkaido in jedem Lokal steht.

Das erste, was einem hier angeboten wird, ist Eingelegtes: Daikon-Rettich, Kim Chi und Co., alles selbst gemacht. Knackig, sauer, frisch und intensiv. Überhaupt wird hier sehr viel wert darauf gelegt, dass hier alles aus dem eigenen Haus kommt. Wolfgang Krivanec ist stolz darauf, dass er sogar beim Fisch darauf achtet, dass nichts verschwendet wird. So kauft er zum Beispiel die Fische im Ganzen, filetiert sie für seine Sushi-, Sashimi- oder Maki-Variationen und verwendet die Reste für Suppen oder Saucen.

Und so war auch die Ponzusauce selbstgemacht, in der unser erster Gang mariniert wurde: Lachs-Sashimi mit Daikon. Ja, natürlich ist mir klar, dass die Verwendung von Lachs erst über den Umweg Norwegen Einzug in die japanische Küche in Europa gefunden, hat. Das ändert aber nichts daran, dass der Fisch beim Andrücken gegen dem Daumen nur so dahingeschmolzen ist und von der herrlich zitronigen Ponzusauce zu einem kleinen Gesamtkunstwerk vereint wurde.

Um zu erfahren, was denn der Robata-Grill alles leistet, probierten wir auch eine der Don Buris. Das sind mit Reis und Gemüse gefüllte Schüsseln, die dann noch mit einer Zutat vom erwähnten Grill belegt wird. In unserem Fall war es Beirid mit Teriyakisauce. Das medium gebratene Fleisch war an sich schon recht gut, aber das Spannendste passierte direkt darunter: Die Kombination aus dem austretenden Fleischsaft und der Teriyakisauce ging im Reis eine Verbindung mit den Säften aus dem Beilagengemüse und einigen Austernpizen ein. Das Resultat ist unwiderstehliche Sinfonie an Aromen und Geschmäckern, die den Reis zum absoluten Highlight machten. Und das sage ich als jemand, der Sättigungsbeilagen sonst eher weglässt.

Was ich sonst auch nicht haben muss ist Aal. In den letzten Jahren habe ich immer wieder Aal in verschiedensten Erscheinungsformen versucht und war nie glücklich. Werder Geschmack noch Konsistenz konnten mich bisher überzeugen, selbst in jenen Sushi-Tempeln, für deren Besuch man sich eigentlich einen Kredit aufnehmen müsste, war der Aal immer eine Qual. Aber die Okra-hauseigene Aal-Maki-Kreation „Caterpillar“ mit Garnele, Gurke und Unagi-Sauce hat meinen Horizont nun wirklich erweitert. Wer also die herkömmlichen Rollen satt hat, kann sich über diesen knackig-saftig-meerig-salzigen Ansatz absolut rüber trauen. Die Makis kommen hier so wie auch die Nigiris mit handwarmen Reis, so wie es ja auch in Japan üblich ist.

Zu Abschluss versuchten wir noch das hauseigene Mango-Eis mit Sake und Minze, bei dem sich die unterschiedlichen Geschmäcker zuerst erschlagen, um sich dann doch überraschend harmonisch miteinander zu verbinden.

Insgesamt ist das Okra eine echte Bereicherung, weil hier ein Mann mit voller Kraft dahinter steht, der nicht nur das Wissen und das Können hat, ein perfektes japanisches Beisl zu führen, sondern auch eine Vision, wie man sich von der faden Masse der „Japaner“ in Wien unterscheiden kann. Und nein: Sushi-Sets um acht Euro wird es hier niemals geben. Und das ist auch gut so!

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Kommentare (5)

am 17. September 2014 um 16:11

Netter Bericht. Leider hat das Lokal nur am Abend geöffnet.

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Experte
58
16
am 17. September 2014 um 11:28

Muß ich besuchen!

Gefällt mir2
Experte
48
22
am 17. September 2014 um 11:04

Ja, so haben wir's eh verstanden aber die Preiskategorie hat uns noch gefehlt - Danke, jetzt ist das auch geklärt. Fair für's Servierte - so scheint's zumindest.

Gefällt mir1
Experte
67
17
am 17. September 2014 um 10:47

Die Preise bewegen sich im normalen Bereich, die Sushi/Maki-Kreationen bewegen sich Bereich um die 10 Euro, die Hauptspeisen um die 15 Euro. Mit den 8-Euro hatte ich gemeint, dass es hier nicht irgendwelche Billigst-Boxen angeboten werden...

Gefällt mir2
Experte
428
45
am 17. September 2014 um 09:46

Wenn nicht € 8,00 - was hat's denn dann gekostet?

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Experte
67
17
Okra
Kleine Pfarrgasse 1
1020 Wien
Speisen
Ambiente
Service
50
30
40
1 Bewertung
Okra - Karte
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