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blueorange - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 16. Juni 2014
Experte
uc0gr
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28
3Speisen
3Ambiente
3Service
44 Fotos5 Check-Ins

Auch nach mittlerweile drei Besuchen fällt es gar nicht so leicht, das „BlueOrange“ in eine „Lokal-Schublade“ zu stecken. Ein bisschen hat es etwas von einem Bistrot, ein wenig von einem Café und etwas von einem Imbiss und einiges von einem Frühstückslokal. In jedem Fall wird hier dir Lebensmittelqualität groß geschrieben, und das widerspiegelt sich auch im Speisen- und Getränkeangebot.

Es gibt von zahlreichen „Sonnentor Bio-Tees“ über „Bio-Müslis“ bis hin zum Bio-Bier „Stiegl Paracelsus Zwickel“ und natürlich dem Fairtrade-Kaffee, ein zu 100 % Bio-Arabica Kaffee als Exklusivröstung der Kaffeerösterei Alt Wien, der einmal die Woche frisch geröstet angeliefert wird, ein umfangreiches Angebot, das einem mit gutem Gewissen, ob der Herkunft, schlemmen lässt. Weideeier vom Gutshof Paul in Göttlesbrunn sowie die Auszeichnung mit dem „Österreichischen Umweltzeichen für Tourismus („Hundertwasser-Siegel“)“, ergänzen den positiven Eindruck.

An Speisen gibt es Fladentoasts, Fladenrollen (Wraps), Sandwiches, Bagels, Belgische Waffeln, Milch-Shakes und eine Tagessuppe. Beim Monatsspecial, ein besonders gefüllter Bagel wird einmal im Monat zum Aktionspreis angeboten, gibt es derzeit einen French-Bagel (EUR 6,20), gefüllt mir Rucola, Ziegenkäse, Birnen, Walnüssen und Honig.

Da es generell keine Semmeln sondern als Standardgebäck Bagels gibt, war es für mich besonders interessant zu erfahren, dass der erste Bagel das Licht der Welt 1683 tatsächlich in Wien erblickte – hätte ich nicht gedacht. Man muss aber keine Angst haben, die Bagels sind kein süßliches Gebäck, ähnlich einem Brioche, sondern werden vielmehr in den klassischen Varianten á la Semmel-, Sesam-, Mohn- oder Vollkorngebäck oder auch Vegan angeboten. Das Gebäck wird vorgebacken und tiefgekühlt angeliefert und im „BlueOrange“ akkurat frisch aufgebacken.

Zahlreiche Frühstücksvariationen, die aber sehr unkompliziert erweiterbar sind und jeweils bereits ein Heißgetränk inkludieren, locken besonders „Frühstücker“ in das Lokal. Man kann im „BlueOrange“ übrigens bequem, ganztägig bis 17:00h frühstücken, und auch Veganer und Vegetarier kommen hier auf ihre Rechnung. So gibt es zum Beispiel unter anderem vegane Cookies, Shortbreads und Streuselkuchen.

Das Lokal wirkt frisch, flott, unkonventionell und jugendlich locker – einfach angenehm. Natürlich versetzt einen das Ambiente und das Publikum sofort in die eigene Uni-Zeit zurück, wiewohl ich, bedingt durch einige Jobs während des Studiums, eher wenig Zeit hatte, derartige Lokale zu genießen. Es ist wohl aus meiner Sicht ein Lokal, das auf Anhieb sympathisch und ungezwungen auf den Gast wirkt. Die spärliche Anzahl an Außenplätzen, an der gut befahrenen Margaretenstraße bzw. Schleifmühlgasse, sind bei Schönwetter hoffnungslos vollbesetzt, im Lokal hatten wir aber bisher immer einen Platz gefunden. Durch das Lokal, mit teilweise rohem Ziegelgewölbe, schlängeln sich die Lüftungsrohre kreuz und quer, sie sind aber stets ein guter Indikator für die Sauberkeit eines Lokals. Im „BlueOrange“ sind alle Rohre sehr sauber und glänzen sehr gepflegt. Ein originelles Selbstbau-Bücherregal mit Büchern zum Lesen vor Ort sowie zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften laden auch zu längerem Verweilen ein, was im „BlueOrange“ sowieso kein Problem darstellt.

Zu den von uns konsumierten Speisen:

Frühstücksvariante „Classic“ (EUR 6,50), das mit einem Bagel, Butter, Cream Cheese und Marmelade sowie einem Heißgetränk „Regulär“ serviert wird. Über den Bagel muss man nicht mehr viel sagen, dass dieser natürlich warm und frisch gebacken an den Tisch gebracht wird, habe ich bereits erwähnt – er wird übrigens auch auf der Aufschnittseite geröstet. Verwundert hatte mich, dass die Butter lediglich die Standard „Teebutter“ und keine „Bio-Butter“ ist. Die Marmeladen sind hausgemacht und schmecken dementsprechend auch nicht nach Industrie-Marmelade. Der hausgemachte „Cream Cheese“, ein Frischkäseaufstrich, war stets ausgezeichnet und eher leicht als fettig schmierig.

Frühstücksvariante „Bacon & Eggs“ (EUR 8,90) in Form von einem Rührei aus 3 Eiern mit Speck, Bagel und Butter sowie einem Heißgetränk „Regulär“. Ergänzend zum bereits Beschriebenen, möchte ich nur noch festhalten, dass die Eierspeise (hier leider Rührei genannt) sehr flaumig und zart war – wunderbar souffliert. Der Speck war knusprig, g’schmackig und von guter Qualität

Einmal ein „Käse-Teller“ (EUR 1,90) extra, kein hervorstechender Schnittkäse, und einmal eine extra „Butter“ (EUR 0,50) wurden ebenfalls konsumiert.

„Avocado-Bagel (EUR 4,50)“: ein Bagel gefüllt mit Salat, Avocadocreme, frischen Gurken und Tomaten wurde serviert. Die Avocadocreme war äußerst cremig und nussig zugleich aber sonst doch ziemlich ungewürzt – Avocados „rufen“ geradezu nach Würzung in Form von Salz, Pfeffer, Chili oder Zwiebel. Die restlichen Zutaten waren sehr frisch, wie erwartet.

Der „Espresso Doppio“ (EUR 2,80) und auch die „Melange“ waren sehr gut – günstig und eine sehr gute Röstung und vor allem noch bessere Zubereitung. Ein „Apfelsaft mit Leitungswasser“ (EUR 3,80 / 0,5l) und ein „Bananen-Milchshake“ (EUR 3,80) waren tadellos und ohne Fehl und Tadel.

„Schokoladen-Muffin“ (EUR 2,80): zahlreiche Schokoladestücke (zweierlei Schokolade) am Muffin zeugten schon davon, dass dieser keine Massenware aus dem Supermarkt ist. Flaumig und schokoladig wurde der Muffin von der besten Tochter von allen im Nu verspeist. Muffins und Cookies unterscheiden sich im „BlueOrange“ sowohl im Geschmack und in der Qualität sehr deutlich von der üblichen Industrieware, auch wenn sie möglicherweise nicht vor Ort selbst gebacken werden.

In Summe hätte ich für die Speisen sehr gerne ein „Sehr gut“ gegeben, aber es gab für mich, in einem so auf „BIO“ setzenden Lokal, zwei grobe Schnitzer: Erstens gibt es normale „Teebutter“ statt „BIO-Butter“ und zweitens konnte ich beobachten, dass als Schmelzkäse bzw. Toastkäse kein hochwertiger, sondern lediglich ganz „normaler“ Scheibenkäse aus dem Cellophan, in der Großpackung angeliefert, verwendet wird. Daher gibt es auch nur ein GUT. Positiv sei noch zu erwähnen, dass es viele Speisen auch in kleiner Variante im „BlueOrange“, also für den kleinen Hunger zwischendurch oder als Imbiss, gibt.

Für das Ambiente gebe ich gerne ein glattes GUT, weil alles sauber und gepflegt ist. Abstriche müssen bezüglich des doch hohen Lärmpegels sowie der sehr beengten Sitzweise, quasi am „Schoß des Nachbarn“, gemacht werden. Die Sanitäranlagen sind sehr sauber jedoch etwas beengt, ein „Warnschild“ am WC, damit die Gäste es sauber hinterlassen, ist nicht nur einfach originell, es scheint darüber hinaus auch ganz gut zu funktionieren.

Für den Service gebe ich ebenfalls ein glattes GUT, jedoch muss man manchmal schon etwas länger warten, um eine Nachbestellung aufzugeben. Bei der Erstbestellung ist man komischerweise immer recht flott, will man aber z.B. noch einen Kaffee, so sollte man eine etwaige längere Wartezeit einplanen. Alle Servicekräfte waren bisher immer sehr freundlich und recht gut gelaunt bei der Arbeit, das Bezahlsystem finde ich nicht so toll – es wird zwar alles an den Tisch serviert, zum Zahlen muss man jedoch mit der jeweiligen Tischnummer zu einer separaten Kasse gehen.

Fazit: ich empfehle das „BlueOrange“ unbedingt für das etwas andere Frühstück in legerer und zeitlich unbegrenzter Atmosphäre. Ich persönlich finde die Preise für das Zielpublikum, nämlich vor allem Studenten, gar nicht so günstig, wenn ich mich an meine Studienzeit zurückerinnere. Die Qualität und der Geschmack sind jedoch durchwegs empfehlenswert und gesund. Man bietet auch Catering und neuerdings sogar Zustellung an, und einige BIO-Produkte, klassische Reformartikel, stehen auch bei der Kassa zum Verkauf, wie zum Beispiel BIO-Birkenzucker. Schön, dass es so ein Lokal gibt, das man für ein Frühstück jederzeit in petto hat.

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Kommentare (7)

am 17. Juni 2014 um 10:20

Für meine Begriffe ist der Espresso im "blueorange" tatsächlich sehr empfehlenswert. Kräftig, aromenintensiv und dicht ohne jedoch bitter zu sein - eine tolle Mischung. Darüber hinaus dürfte man die Espressomaschine offensichtlich gut pflegen und warten, denn sonst würde auch mit der besten Kaffeemischung kein ansprechendes Ergebnis erzielt werden können. Über die "Melange" urteilte die beste Ehefrau von allen, da ich nie Milch an Kaffee lasse.
Gerry

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215
47
am 17. Juni 2014 um 09:21

magic: sorry, aber wie vorurteilsschwanger ist das?
Da macht sich einmal ein Lokal die Mühe, richtig frisch röstaromatischen Kaffee zu servieren, der meilenweit besser ist als die scharfe, verdünnte Brühe von so manchem Wiener "Traditions"-Kaffeehaus und dann sprichst du von Kinderlokal? Sorry, magic, aber das ist blanker Unsinn!

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315
75
am 17. Juni 2014 um 08:30

Bin gleicher Meinung.
Aber: 'Der „Espresso Doppio“ (EUR 2,80) und auch die „Melange“ waren sehr gut – günstig und eine sehr gute Röstung und vor allem noch bessere Zubereitung.'

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48
22
am 17. Juni 2014 um 07:57

Kinderlokale sind für mich Lokale, wo es keinen ordentlichen Kaffee gibt, nur Bagels und so Müslizeugs.

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63
50
am 17. Juni 2014 um 01:44

Kinderlokal?

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48
22
am 16. Juni 2014 um 20:35

Ich mag keine Kinderlokale!

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63
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am 16. Juni 2014 um 18:10

ICH brauche solche Lokale nicht.

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blueorange
Margaretenstraße 9
1040 Wien
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