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1070 - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 23. Dezember 2012
MSCHTESter
13
3
7
3Speisen
2Ambiente
2Service

Nun, ich habe einen "eigenartigen" Abend hinter mir mit genauso "eigenartigen" Eindrücken aus dem '1070' in der Gutenbergstrasse. Ohne es geplant zu habe, ging ich dort heute zum Abendessen und hier sind meine "eigenartigen" Erlebnisse:

Erfreulich angelockt durch das Schild "Running Cooking- mit oder ohne Haube - Ausgelassen feiern mit dem sinnlichsten Essen der Stadt!" betrat ich voller Vorfreude auf eben sinnliche Gaumenfreuden den angekündigten Tempel des guten Essens.

Weil es wirklich für mich so eigenartig war, möchte ich dieses mal ausnahmsweise mit dem Ambiente und dem Service beginnen und dann erst auf das Essen eingehen. Wenn es nicht interessiert, bitte überspringen und gleich zum Essen, jedoch steckt das Ambiente und der Service echt voller Überraschungen.

Vom Dauerregen durchnässt und in getigerten Gummistiefeln (sorry, meine letzte Rettung vor der heutigen vorweihnachtlichen Sinnflut - die Welt geht also doch noch unter!) erhaschte ich einen Blick auf die Auszeichung von GaultMillau im Fenster, dachte: hier gehöre ich her und trat ein ...aber in diesem Aufzug? Egal... vorsorglich entschuldigte ich mich gleich beim Eintritt bei der netten Dame, dass ich heute in Gummistiefeln unterwegs wäre. Kein Problem und genügend Platz gab es auch, ich konnte mir also einen Tisch aussuchen. Pluspunkt.

Alles, was ich jetzt schreibe, ist nicht bös gemeint, weil die dunkelhaarige Dame war wirklich nett, nur leider waren einige Überraschungen so weit weg von professionellem Service, dass es erwähnenswert ist:

- nachdem ich den Tisch ausgesucht hatte, stand ich in dem kleinen echt dunkelroten oder war er purpur? Raum (7 kleine Tische) mit meiner Gaderobe und habe mich mal zuerst selbst um die Ablage meiner Garderobe und das Verstauen des Schirms gekümmert. Kein Problem, war ohnedies leger unterwegs.

- auf allen Tischen standen Mineralwasserflaschen prickelnd und warm und die Gläser waren umgedreht so wie zum Trocknen in der Spüle. Die grosse Mineralwasserflasche blieb auch dann noch stehen als ich bereits Leitungswasser und Saft bestellt hatte. Das fand ich zumindest ein wenig eigenartig. Nicht schlimm, aber eben eigenartig.

- das Bestellen des Getränkes gestaltete sich etwas schwierig, weil ich nachfragte, von wem denn der angebotene Traubensaft sei. Da ich Nichtwissen bemerkte, versuchte ich zu helfen und schlug den Reisinger vor. Dankend nahm die nette Dame meinen Vorschlag an und servierte ein volles Glas Traubensaft ausgeschenkt. Und hier beschlich mich das Wort eigenartig erneut, weil doch solche Säfte in kleinen Flaschen serviert werde und dann irgendwann beschlich es mich erneut, von wem der Saft nun denn wirklich sei? Das mag für Weintrinker komisch klingen, aber da ich keinen Wein trinke, achte ich sehr darauf woher der Saft kommt.

- Es gab Trauben- und Apfelsaft zur Auswahl und irgenwie hatte die nette Dame es sich nicht gemerkt und kam noch mal nachfragen (und es waren doch erst 2 Tische im lokal besetzt)

- Irgenwann während des 2. Ganges trank ich auch das besagte Traubensaftglas leer und das leere Glas blieb, so wie die Mineralwasserflasche eben konsequent den ganzen Abend am Tisch stehen bis zum letzten Gang.

- das eigenartigste aber war, dass die nette Dame sehr bedacht darauf war, dass ich das Besteck, in dem Fall Messer und Gabel (Gott sei Dank nicht auch noch den Löffel) wieder verwendete. Eine Art Recycling. Gebrauchte Messer und Gabel wurden zu diesem Zwecke auf jenem Ding abgelegt, auf dem man beim Asiaten sonst die Stäbchen ablegt. Ich bin im Moment überfordert wie diese Ablage richtig heisst... Stäbchenablage?... aber eines ist klar, es ist nicht geeignet für Messer und Gabel, denn die rutschen ab und kleckern das Tischtuch voll.

- meine Versuche durch das eindeutige Positionieren des Besteckes zu signalisieren, man könnte doch vielleicht einen Austausch vornehmen, wurden sanft und freundlich ignoriert und so schleckte ich mein Besteck brav ab und verwendete es für den ersten Gang (Büffelmozeralla) und für den dritten Gang (Fisch) und ....weigerte mich aber dann das Fischbesteck auch für den nächsten Gang nämlich das Fleisch wieder zu verwenden. Meinem Wunsch wurde von der netten Dame prompt entsprochen und ich bekam ein neues Besteck. Danke.

-beim Zahlen geschah auch etwas eigenartig Niedliches. Ich hatte meinen Kugelschreiber neben mir liegen und unterschrieb damit den Kreditkartenbeleg, da die nette Damen augenscheinlich für mich keinen Kullischreiber dabei hatte. Sie nahm den Kullischreiber dankbar auf, erachtete ihn sogleich als den ihren und gab ihn erst wieder her, nachdem ich zweimal nett gesagt hatte, dass das aber doch meiner sei.

- dann fiel mir noch auf, dass es so eigenartig brummte in dem kleinen purpurfarbenen Lokal und dann sah ich es, die Quelle allen Brummens waren ... zwei Heizstrahler, die kleinen weissen, die für Wärme sorgten und mitten im forderen Bereich des Lokals aufgestellt waren. Das mochte ich fast so sehr wie die purpurfarbenen Orchideen aus Seide, die im oberend Eck des Restaurants dauer-blühten.

-dann interessierte ich mich noch für den Namen des Lokals und dachte, vielleicht steckt mehr dahinter als nur der Bezirk 1070, zB dass der Inhaber im Oktober 1970 geboren wäre. Ist doch ein kreativer Flecken, dieser 7. Aber leider, die nette Dame verwies mich auf die Inhaberin, sie wusste es leider nicht, aber diese Idee konnte sie eindeutig ausschliessen.

- dann war da noch was, zwei Frauen huschten durch den kleinen Speiseraum bei einer Tür hinaus und bei der anderen wieder herein, so insgesamt 4 mal, einmal war eine Frau mit einem grossen Packen Geschirr am Arm bewaffnet. Und wieder beschlich es mich... eigenartig...was, die wohl tun?

Alles in allem kann ich bei der Beurteilung von Ambiente und Service nur eine 2-mässig geben, da wirklcih alles sehr improvisiert, ungeübt und wie gesagt eigenartig wirkte. Aber nett waren beide, Koch und Dame, und wünschten mir ein besonders schönes Fest beim Gehen.

Nun zum ESSEN: die Gänge des Running Cooking

1. Gang: Büffelmozeralla und Salat (gleich wie in einer früheren Bewertung, habe ich jetzt festgestellt). Marinade sehr gut, Mozeralla ok, aber leider keine besondere sinnliche Gaumenfreude wie draussen angekündigt.

2. Gang: eine "Art" (genauso angekündigt) Hühnereinbrennsuppe im Glas mit einem Griessnockerl auf Seleriesalat. Nun dass war keine sinnliche Speise, denn das war mehr Rahm und hatte gar nichts von einer Hühnersuppe und wahr lauwarm. Ich konnte sie nicht ganz aufessen, weil zu fett und geschmacklich vollkommen fad. Auch der Geruch war nicht angenehm. Das Griessnockerl hingegen gut und flaumig und habe ich daher extra gegessen.

3. Gang: Filet von der Lachsforelle auf Rollgerstl (auch das kam schon bei früherer Bewertung vor). Der Fisch war leider überhaupt nicht gewürzt und eher trocken. Nur gemeinsam mit der eher salzigen Rollgerste war es gut. Aber eben nur gut und nicht sinnlich. Da halfen auch die kleinen Karotten und Navetten nichts.

4. Gang: Kalbsbutterschnitzerl auf Gemüsepüree und geschmorte Endivie. Steigerung der Leistung, das Kalbsbutterschnitzerl schön weich, vielleicht eine kleine Spur zu trocken. Die Endivie leider sehr sauer und schmeckte stark nach etwas anderem, eventuell Weisswein, bin aber ehrlich nicht sicher.

5. Gang: Das Highlight. Endlich die sinnliche Gaumenfreude! In Honig und Rosmarin geschmorte Quitte. DANKE.

Für die Quitte gibt es ein Ausgezeichnet, aber in Summe ein gutes GUT. Für eine Sehr Gut reichte es dieses Mal bei mir leider nicht.

Gezahlt habe ich in Summe 33.50 EURO, man muss aber bedenken, dass ich keinen Wein trinke, sondern eben nur Saft und der kostet nur 2,80 EURO. Die kleinen Gerichte lagen zwischen 4,50 EURO und 7,50 EURO.

Noch etwas: es ist löblich nichts für das Gedeck zu verlangen, aber das Brot im Korb war geschmacklich nicht gut, zu starke und unabgestimmte Würze. Gutes frisches Brot, ein wenig erstklassige Butter und v.a. ein kleines Teller, wo man das Brotstück ablegen könnte, um es nicht auf der Tischdecke rumkullern zu lassen, würden mich nächstes mal freuen.

In diesem Sinn. Wenn man nicht wie angkündigt, das sinnlichste Essen der Stadt erwartet, eine gute Gute, aber keine sehr gute Leistung.

Service, nett, aber nicht professionell und das Ambiente braucht dringend eine Erneuerung.

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Kommentare (7)

Unregistered am 19. Juni 2013 um 16:34

Gläser werden umgedreht damit kein Staub rein kommt!
Noch nie in Italien gewesen?

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Unregistered
Kein Tester
am 4. März 2013 um 16:24

So habe ich den Besuch dort auch erlebt-sehr eigenartiger Service! Das bleibt sicher ein einmaliges Vergnügen, auch wenn ich das Konzept von dem Lokal gut finde!

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0
1
am 25. Dezember 2012 um 12:30

Jetzt wird's tricky: geflügelte Sneakers oder getigerte Stiefel? Ich bin verwirrt :-)

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89
34
am 25. Dezember 2012 um 00:46

Nicht ganz das Gleiche aber auch sehr geschmackvoll
Link

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Experte
152
83
am 24. Dezember 2012 um 00:05

Vielleicht seh ich ja mal in den Straßen von Wien jemand mit getigerten Gummistiefeln?

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Experte
63
50
am 23. Dezember 2012 um 23:19

Ehrlich, ich auch:) danke, jetzt sind es schon zwei. Merry Christmas

Gefällt mir1
13
3
am 23. Dezember 2012 um 22:29

Getigerte Gummistiefel find' ich schon wieder originell ;-)

Gefällt mir1
89
34
1070
Gutenberggasse 28
1070 Wien
Spittelberg
Speisen
Ambiente
Service
33
29
34
8 Bewertungen
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