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Di, 6. Dezember 2022
In der Umgebung

Castello

Feldkirchnerstrasse 9, 8054 Seiersberg
Küche: Italienisch, Österreichische Küche
Lokaltyp: Restaurant, Café
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Pizza Diavolo - Castello - Seiersbergkleine Pizza Tonno - Castello - SeiersbergBaileys Becher - Castello - Seiersberg
Pizza „Castello" - Castello - SeiersbergPizza Castello (Rucola, Rohschinken) - Castello - SeiersbergPizza Spinaci (Spinat, Schafkäse, Ei) - Castello - Seiersberg27 Fotos

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am 22. Jänner 2015
bluesky73
Experte
SpeisenAmbienteService
Ich mag den Donnerstag. Nicht nur, weil er das nahende Wochenende vorsichtig ankündigt, sondern vielmehr weil er sich zum Tag meiner extern verbrachten Mittagspause entwickelt hat. So auch letzte Woche, als sich der Kollege und ich um die Mittagszeit wieder in die nähere Umgebung auf die Suche na...Mehr anzeigenIch mag den Donnerstag. Nicht nur, weil er das nahende Wochenende vorsichtig ankündigt, sondern vielmehr weil er sich zum Tag meiner extern verbrachten Mittagspause entwickelt hat. So auch letzte Woche, als sich der Kollege und ich um die Mittagszeit wieder in die nähere Umgebung auf die Suche nach gastronomischen Entdeckungen begeben. Diesmal verschlägt es uns in die Nähe der Shopping City Seiersberg ins Restaurant Castello.
Das Lokal liegt verkehrstechnisch gut erreichbar in einer vermeintlich neu gebauten Geschäftszeile, das grelle Orange kann einen gewissen Mut bei der Farbgestaltung nicht verleugnen. Wir finden einen Stellplatz direkt vor dem Lokal, der Gastgarten wirkt großzügig dimensioniert, ist aber unbespielt. Einige Aufsteller weisen mit Informationen zu den Tagesgerichten und zum Menü den Weg – wir sind gespannt.

Nach dem Betreten die erste Überraschung: das Lokal ist viel größer, als man es von außen vermuten würde. Wir stehen direkt nach der Eingangstüre in einem hellen, hohen Raum, der den Raucherbereich darstellt. Die lang gestreckte Theke beginnt am Eck mit einem sehr schönen, gemauerten Pizzaofen und führt weiter in Richtung zweiter Gastraum, der mittels Glaswand vom vorderen Bereich abgetrennt ist. Auch dieser Raum ist sehr großzügig angelegt, wir sind hier hinten die ersten Gäste und suchen uns einen Tisch.

Der Raum erscheint freundlich, die sehr unterschiedliche Wandgestaltung (einerseits Holzwände im Blockhausdesign, andererseits "gackerlgelb" eingefärbt) überrascht, die Einrichtung wirkt passend.

Im Service sind fünf Personen beschäftigt, ein junger Mann kommt nach kurzer Wartezeit mit den Speisekarten an den Tisch und nimmt spontan die Getränkewünsche auf. Serviert wird das kleine Cola (Euro 2,70) und das große Mineral Zitron (Euro 2,90) von einer sehr jungen, etwas unsicheren Dame, die wahrscheinlich noch am Beginn ihrer gastronomischen Ausbildung steht.
Die Speisen werden dann durch den vermeintlichen Chef aufgenommen, der als einziger nicht uniform gekleidet ist, das aber durch einen lockeren Spruch zu kompensieren versucht.

Am sauberen Tisch findet sich neben der kleinen Menage, dem Windlichterl und einem Aufsteller mit dem Wochenmenü ein kreativ gestaltetes Plastikblütenarrangement – die Papierserviette, auf der alles steht wirkt eher unpassend.
Wir müssen nicht lange warten, bis unsere Vorspeisen serviert werden.

Minestrone (Euro 3,90) für den Kollegen. Auf den Tisch kommt eine kräftig-orange Suppe, verfeinert mit Pesto und einem schlampig geschnittenem Kräutlein. Geschmacklich begeistert die gehaltvolle Suppe mit verschiedensten Gemüsen und Nudeln – eine etwas größere Portion könnte leicht als Hauptmahlzeit durchgehen.

Meine Wahl fällt auf die Parmesanschaumsuppe mit Prosciutto-Kaperngebäck (Euro 4,30). Die Suppe wirkt optisch schon locker und luftig, den Eindruck bestätigt die erste Kostprobe. Der Parmesangeschmack ist fein und nicht aufdringlich, trotz des Schlaghäubchens ist das Gericht nicht zu gehaltvoll. Als kleine Zugabe liegt am Tellerrand ein kleines Crostini mit Käse überbacken, wenig Prosciutto und würzigen Kapern. Eine nette Begleitung zur Suppe.

Abserviert wird professionell inklusive entsprechender Nachfrage, wir sind sehr positiv überrascht vom ersten Gang.
Inzwischen füllt sich der Gastraum – etwas unüblich scheint das Mittagsgeschäft hier erst nach 12:30 zu beginnen. Liegt es an der größeren Gästeschar oder an unseren georderten Hauptspeisen – auf den nächsten Gang heißt es erst mal gute 20 Minuten warten. Die gelungene Präsentation der Teller entschädigt uns dann allerdings für die Wartezeit.

Schweinemedaillons "Lardo" (gegrillte Schweinemedaillons im Kräuterspeck auf Pilzrahmsauce mit Rucola-Risotto; Euro 14,90). Vorneweg bin ich dem Koch dankbar, dass er seine Balsamico-Malerei zwar am Teller, aber nicht wie schon des Öfteren erlebt auf dem Gericht auslebt. Das Risotto ist geschmacklich gut, vielleicht eine Spur zu wenig schlotzig. Die drei Stück Fleisch sind ok, aber eher gebraten, denn wie angekündigt gegrillt. Der umwickelte Speck hat das Fleisch leider nicht davor bewahren können, fast ganz durchgegart worden zu sein, die Pilzrahmsauce schmeckt gut.

Lammkarree auf gebratenem Zucchini Gemüse, Rosmarin Jus und Rahmpolenta (Euro 22,90). Der Teller beeindruckt nicht nur durch die Portionsgröße. Sechs Stück vom gut gebratenen Lammkarree thronen auf den Beilagen, auch dieser Teller wurde kreativ verschönert. Das Gemüse ist bunt gemischt und geschmackvoll zubereitet, der Rahmpolenta ist ok.

Wir sind beide mehr als satt und können eine beim Abservieren angebotene Nachspeise nur mehr ausschlagen. Die Rechnung beträgt in Summe für ein Mittagessen nicht mehr ganz günstige 51,50 Euro – für das Gebotene empfinden wir den Betrag als ok.

Zum Fazit: Das Castello hat uns gleich mehrfach überrascht. Hinter der eher schlichten Fassade findet sich ein größtenteils gefällig gestaltetes Lokal mit angenehmen Ambiente. Das Service war aufmerksam und hinterließ mehrheitlich einen fachlich kompetenten Eindruck. Die von uns gegessenen Speisen waren nett angerichtet, geschmacklich gut (Hauptspeisen) bis sehr gut (Suppen) und heben sich angenehm vom Durchschnitt ab.
Pizza Diavolo - Castello - Seiersbergkleine Pizza Tonno - Castello - SeiersbergBaileys Becher - Castello - Seiersberg
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