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Do, 13. Juni 2024

Gastwirtschaft im Durchhaus, Wien - Bewertung

am 6. November 2022
SpeisenAmbienteService
Es war wieder mal Zeit für einen "Altherren-Abend" und da ich vor kurzem zufällig einen Bericht ("Dein Lokal - mein Lokal" mit Mike Süsser) über diese Gastwirtschaft sah - war die Neugierde geweckt...

Der einzige echte Minuspunkt des Abends ging auf meine Kappe und zwar die "Anreise" per Auto... das halbe Grätzl wird dort im Moment ungegraben und es ist dort von haus aus schon nicht einfach sein Fahrzeug in einer Parklücke loszuwerden.

Hab´s aber doch noch pünktlich geschafft und auch mit der Reservierung hat´s geklappt - unbedingt erforderlich, da sich das "Durchhaus" im Laufe des Abends fast bis auf den letzten Platz füllte.

Wir wurden freundlicherweise sogar noch umgsetzt und bekamen einen etwas größeren Ecktisch, der für unsere Platzbedürfnisse etwas geeigneter war - man plante ja ausgiebig zu tafeln. Das helle und freundliche Innere mit modernen Lichtinstallationen wußte durchaus zu überzeugen - für die wärmere Zeit gibt´s einen sehr schönen verträumten mit Efeu umrankten Gastgarten.

Die Köpfe wurden in die Speisekarten gesteckt und man wurde schnell fündig - recht klassisch mit modernen Akzenten und manchmal auch gar eine Neuinterpretation - so las sich die Karte.
Mein Mitstreiter und ich wollten es recht bodenständig und wienerisch halten, was großteils gelang.
Eine "Grießnockerlsuppe" und die Tagesempfehlung "Hirschgulasch mit Serviettenknödel" für mein Vis-a-vis und für meine Wenigkeit ein "Kleines Gulasch" und ein "Kalbswiener".
Als Gesprächsbegleitung ein unkompliziertes Flascherl "Gemischter Satz DAC" (26,50€) vom allseits bekannten WG Wieninger.

Die Vorspeisen fanden nach kurzer Zeit auch schon den Weg zu uns... 2 schön abgestochene Nockerl nebst würfelig geschnittenem Wurzelwerk und Schnittlauch - die heiße Suppe wurde separat serviert und angegossen. (5,50€)
Kurze Bemerkung an den Chef, dass die Menge der Suppe etwas zu übersichtich sei, hatte die Folge, dass selbige Menge nachgereicht wurde ... fein, fein! Zur Suppe: recht konzentriert und für eine klassische R-Suppe geschmacklich etwas ungewöhnlich - bei Gott nicht schlecht - die Nockerl traumhaft in der Konsistenz und im Geschmack.
Mein Gulasch - Volltreffer - das Fleisch herrlich mürbe und aromatisch, der Saft mollig und vielschichtig durch die Zeit die man dem Gericht zugestanden hat... ausgezeichnet. Dazu das vom Kellner vorweg schon gebrachte Hausbrot - unterschiedlich gewürztes und gefülltes helles Brot (Bild) - phantastisch.

Zu den Hauptspeisen:
Das Gulasch vom Hirsch - wurde von uns beiden kontrovers diskutiert. Mir war es echt zu süß abgeschmeckt - meiner Begleitung schien das Wildtier zu schmecken, obwohl auch er diese Süße ansprach - meiner Meinung nach zuviel Preiselbeeren und vielleicht wurde auch mit etwas Portwein abgelöscht. Ansonst sehr schön gekochtes Gericht, weiche Fleischstücke vom Hirsch nebst angebratenen Scheiben vom Serviettenknödel und karamelisierten Apfelspalten. Als Begleitwein wurde ins Burgenland gewechselte - zum WG Scheibelhofer "Big John" (6,50€) eine wunderschöne füllige Cuvee aus Carnuntum.

Mit der anschließende angebrachten kleinen Kritik dem Hirschen gegenüber handelten wir uns 2 destillierte Williamsbirnen vom Chef ein - solch´eine Kritikfähigkeit findet man heutzutage nicht oft - Chapeau & Dankeschön auf diesem Wege!


Mein "Wiener vom Kalb" allerfeinste Ware (22,50€) - schön paniert, saftig und gut gewürzt - resch & knusprig im Biss. Der begleitende Erdäpfel-Vogerlsalat - das Schüsserl hat von der Menge eben nicht mehr hergegeben und ein bisserl weniger Senf hätte der ansonst schön schlotzigen Marinade gutgetan. Aber summa summarum - "a runde G´schicht".

Das Dessert wurde geteilt... dazu Espressi von der Rösterei "Hornig" - Standardware - Mittelklasse...
Der hausgemachte Apfelstudel (7,80€) ruhte in einer nicht zu stark abgebundenen Vanillesauce - fast schon eher eine Kanarimilch. Der Strudel klassisch gehalten gute Zimtnote und feine Rumrosinen, der Apfel hatte noch leichten Biss - sehr fein.

Die Gesamtrechnung über gut 130 Euronen (exklusive Maut) wurde mittels Kreditkarte bezahlt. Wir blicken auf einen wunderbaren und entspannten Abend mit kleinen "Küchen-Schnitzern" zurück, die vom herausragenden Service fast ausgebügelt wurden. Man kommt sicher wieder einmal - dann wenn der Garten wieder geöffnet hat - und auf alle Fälle mit den "Öffis" :-)
Hirschgulasch mit Serviettenknödel und karamellisierte Apfelspalten - Gastwirtschaft im Durchhaus - WienKlassischer Apelstrudel mit Vanillesauce - Gastwirtschaft im Durchhaus - WienHervorragendes "Kleines Gulasch" - Gastwirtschaft im Durchhaus - Wien
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6 Kommentare
ChristianD3

Vielleicht kommt ja die eine oder andere Rebe aus dem nördlicheren Gebiet „Carnuntum“ - ich kann’s nicht beantworten 🤷🏼‍♂️

8. Nov 2022, 17:11Gefällt mir
WrKFan

Und die Weinfelder/Weinberge? Geht sich das bei der Betriebsgröße aus in der Gemeinde Andau allein? Ich lasse mich auch geren bilden.

8. Nov 2022, 17:01Gefällt mir
ChristianD3

Stimmst schon - das Weingut hat seinen Sitz in Andau. Danke für den Hinweis… sag’s ja immer: „ReTe bildet!“

8. Nov 2022, 16:58Gefällt mir
WrKFan

Als geflügeltes Wort kann man es als literarisches Stilmittel durchaus so sagen. Wir sind hier ja nicht im Geschichtsunterricht. Und so weit weg davon entfernt liegt es gar nicht. Aber wer es gerne perfekt haben will. :-)

8. Nov 2022, 16:54Gefällt mir
ChristianD3

Andau! Weiß nicht wie ich auf Carnuntum komm‘ 🤔

8. Nov 2022, 16:50Gefällt mir
laurent

Sehr lesenswert, Scheiblhofer - ist der wirklich aus dem Carnuntum?

8. Nov 2022, 15:52Gefällt mir1
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