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Prilisauer - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 10. April 2015
Experte
Alphawoelfin
88
16
20
4Speisen
3Ambiente
2Service

Und wieder machen wir einen Ausflug ins "Westend", wieder mit der alten Dame, mit der wir solch Vergnügen beim Italiener in der Auhofstrasse erleben durften...
Die Parkplatzsituation ist etwas heikel, aber böse, wie wir sind, parken wir das Vehikel auf den Erste-Bank-Parkplatz vis a vis.
Ein Tisch wurde telefonisch reserviert, und das war auch nötig, wie wir beim Eintreffen feststellen können.
Der Schankraum ist auch der Rauchbereich, sodass wir sogleich zu unserem Tisch geführt werden.
Freundlichkeit ist kein Adjektiv, welches auf unseren Kellner zutrifft.
Der Raum ist unspektakulär, Holztische und -Sitzbänke, ein bißchen angeräumt, aber eigentlich ganz gemütlich.
Sofort werden uns die Speisekarten gebracht.
Auf der ersten Seite die Ankündigung der "Steirischen Wochen", meines Wissens angelehnt an das "Fest der Steirer", welches nächste Woche wieder am Rathausplatz stattfinden wird (übrigens eine klare Empfehlung, wenn man gerne guten Wein verkosten möchte und einige Kernöl-Speisen probieren will!).
Es finden sich sog. steirische Speisen wie das "Wurzelfleisch" oder "Ennstallamm" (ja, das Wort muss man zweimal lesen ;-)).
Mir steht der Sinn nach Fisch und ich muss mich entscheiden zwischen Lachsfilet, Lachsstücken in Basilikumsauce, Zander und Wolfsbarschfilet gegrillt.
Zuvor studiere ich die Speisekarte. Es finden sich alle Klassiker der Wiener Küche. Der Kellner trägt grosse Teller mit riesigen Backhenderl-Teilen vorbei. Mmmh, alles sehr vielversprechend.
Ich entscheide mich für Wolfsbarschfilet gegrillt, mit Bärlauchrisotto und Cherry-Tomaten und Rucola-Garnitur.
Dazu bitte einen Blattsalat mit Essig-Öl-Dressing.
Der liebe Begleiter möchte Tafelspitz und die alte Dame giert nach Zanderfilet, gegrillt.
Auf die resche Anfrage des Kellners "wissen's scho, wos trinken wollen?", antworten wir postwendend: Grünen Veltliner, leicht und trocken (so die Ankündigung in der Weinkarte), aus Falkenstein, € 2,80, wohlfeil. Der Wein ist ausgezeichnet, frisch, fruchtig, allerdings mit wenig Pfefferl.

Die extra gebrachte Weinkarte enthält feine Weisse und Rote, Südsteiermark, Weinviertel, Burgenland. Alles vorhanden.
Die Frage nach einem Supperl vorher beantworten wir abschlägig, weil wir davon ausgehen, dass in diesem Haus offenbar grosse Portionen serviert werden.
Zwischen den Gesprächen ist Zeit, ein bisschen das Drumherum zu beobachten: Viele Stammgäste offenbar, Senioren, Runden von Arbeitskollegen, ein paar jüngere Gäste, die etwas zu laut und "unangenehm" sind.
Relativ rasch werden unsere Speisen serviert.
Mein Wolfsbarsch stellt sich dar als 2 sehr schöne Filets (€ 13,50), mit Bärlauchrisotto, den Baby-Tomaten und obenauf Rucola.
Der extra bestellte Blattsalat, € 3,70, ist eine sehr ordentliche Portion.
Der erste Bissen: Was soll ich sagen? Es schmeckt ausgezeichnet. Festes Fleisch, gut gewürzt, zart gegrillte Haut. Aber das Risotto: Eine Offenbarung. Wirklich wunderbar. Der Koch hat keine Angst vor dem intensiven Aroma des Bärlauchs. Meine Geschmacksknospen jubilieren.

Der Tafelspitz des lieben Begleiters besteht aus 3 Scheiben Fleisch, darüber ganz viel von frischem Gemüse (Karotten, Peterwurzen, Zeller), klein gewürfelt (€ 16,60). Dazu Schnittlauchsauce hausgemacht und Apfelkren.
Wie ich mir sagen lasse, ist das dazu gereichte Rösti eines der Besten, welches je gekostet werden durfte. Das Fleisch zart, würzig.

Der weibliche Gast hat sich für Zanderfilet, gegrillt, mit Petersilerdäpfel (16,--) entschieden. Auch dieses eine grosse Portion. Sie ist ganz glücklich über diesen toll zubereiteten Fisch.
Ich erlaube mir, eines der Erdäpfelchen zu kosten: Wunderbar! Ganz frisch, fest, toll, mit frischer Petersilie.
Wir schmausen vergnügt.
Die ganze Zeit werden wir von zwei Herren mittleren Alters bedient. Wobei bedient nicht der richtige Ausdruck ist.
Was immer wir möchten, wir müssen es aktiv zum Ausdruck bringen: Sei es mehr Wein, sei es der Aschenbecher.
Von allein passiert irgendwie gar nichts.
Anyway.

Wir sind sehr zufrieden und lassen uns dadurch nicht stören.
Es ist nur schade. Herr Prilisauer hat wirklich ein sehr, sehr gutes Restaurant, sehr, sehr gute Küche, einen schönen Gastgarten - aber mit seinen Mitarbeitern sollte er wohl öfter einmal ein Brainstorming abhalten.
Trotzdem: Eine klare Empfehlung. Der Weg weit raus in den 14. Bezirk lohnt sich jedenfalls.
Wir kommen wieder.

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Kommentare (10)

am 11. April 2015 um 01:18

Für mich ist ein Forumsbeitrag eben ein Betrag zu einem Thread (also ein Teil und nicht das Ganze). Für Thread finde ich momentan die Übersetzungen "Diskussionsfaden" und "Diskussionsstrang", die nicht sehr schön sind.

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48
22
am 11. April 2015 um 00:59

"Forumsbeitrag" dürfte stimmen. Warum fragst Du?

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am 11. April 2015 um 00:44

Cmling: Jetzt verstehe ich.

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88
16
am 11. April 2015 um 00:38

Vor einigen Jahren, Wiener Asphalt hat gebrütet (cmling sag jetzt bitte nichts!), haben wir es in Chinatown nicht mehr ausgehalten und sind raus gefahren zum Prilisauer, Schanigarten angenehm, nicht heiß, wirklich angenehm. Und ich wollte eine Käseplatte, die nicht auf der Karte stand. Leute ich hab die beste Käseplatte meines Lebens gekriegt, samt angenehmen Weintrauben. Kellner war mehr als nett!

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63
50
am 11. April 2015 um 00:30

HelmuthS, vielleicht sollte man einen Thread für die Definition eines "traditionellen Wirtshauses" im Forum aufmachen? Wir werden natürlilch vom Hundersten ins Tausendste kommen, aber das kann ja auch Spaß machen.

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48
22
am 11. April 2015 um 00:27

Da könntest Du recht haben. Mit dem "einer der Besten".

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88
16
am 11. April 2015 um 00:27

Freundlichkeit -> Hauptwort oder Nomen.
Freundlich -> Eigenschaftswort oder Adjektiv.
(cmling -> Volksbildner oder Klugscheißer.)

Gefällt mir3
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48
22
am 11. April 2015 um 00:14

Ohne genau zu wissen, was einen Wirtshausfavoriten ausmacht, würde ich sagen: Ja!

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88
16
am 11. April 2015 um 00:03

Echt? Wieso ist Freundlichkeit kein Eigenschaftswort?? Bin verwirrt.
Was den Parkplatz anbelangt: Da waren überall die bösen "Wir schleppen Sie ab"-Schilder.

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88
16
am 10. April 2015 um 23:57

HGL, wieder einmal. Bin aber neugierig, was ist am Autoabstellen am Erste-Bank-Parkplatz böse? [Und der Oberlehrer (der ich allerdings nie war) in mir bricht wieder hervor: Freundlichkeit ist nie ein Adjektiv.]

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