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Brauhotel Weitra

Rathausplatz 6
3970 WEITRA
Niederösterreich
Küche: International
Lokaltyp: Restaurant
Tel: (02856) 2936Fax: (02856) 2936-300
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1 Bewertung für: Brauhotel Weitra

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Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 29. Mai 2015
Experte
kuechenmeister
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Mitten in Weitra, am Rathausplatz, steht seit dem 16. Jahrhundert das Brauhaus. Heute ist es als Gasthausbrauerei, Hotel, Restaurant und Cafe das gastronomische Zentrum der kleinen Waldviertler Stadt. Anlässlich eines zweitägigen Aufenthaltes habe ich ausreichend Gelegenheit zu testen, was Küche und Brauerei hier auf den Tisch stellen.

In der ehemaligen Einfahrt findet sich heute auf gepflastertem Boden die Rezeption. Links geht es in eine gemütliche Gaststube, Bierstube genannt. Rechts kommt man ins Cafe, dahinter ins Restaurant, die „Hopfenstube“. Dorthin führt mich der freundliche Kellner, als ich um einen Platz im Nichtraucherbereich bitte. Er bringt die Karte und ein Krügerl Brauhaus-Biobier, ein äußerst erfreuliches Getränk. Bernsteinfarben, malzig, mit zurückhaltender Kohlensäure und feinem Röstaroma kommt es auf meiner Bierfavoritenliste ab sofort ganz nach oben. Schön, dass ich länger hier bin, dieses Krügerl wird nicht das letzte sein.

Aus biologischer Landwirtschaft stammt hier so gut wie alles, was auf der Karte steht und wo verfügbar, kommen die Zutaten aus dem Waldviertel. Nur der Spargel ist aus dem fernen Marchfeld angereist und wer die Milch unbedingt laktosefrei haben will, muss auf das Bio-Siegel verzichten.

Am ersten Abend probiere ich die Brauhausbier-Knoblauchcremesuppe mit Feuerfleck. Eine wunderbar sämige, mollige Suppe, dazu der Feuerfleck: ein dünner Brotteig, Palatschinken-artig in der Pfanne gebraten, mit ein wenig Sauerrahm drauf. Exzellent.

Danach suche ich mir ein Essen, das zum Bier passt. Meine Wahl fällt auf das Beuschel mit Semmelknödel. Leider eine Enttäuschung. Der Semmelknödel ist zu fest, da muss das Messer ran. Das Beuschel ist viel zu rahmig-cremig. Mir fehlen Pfeffer, Lorbeer, Essig, Neugewürz, Thymian und Majoran, kurz das, was ein Beuschel eigentlich ausmacht. Lunge á la creme wäre eine passende Bezeichnung für dieses Gericht.

Das Frühstücksbuffet ist eher Standard, wenn auch Bio-Standard. Das Rührei ist natürlich bio, aber leider versalzen. Selbstverständlich ist die Marmelade hausgemacht und auf den Schildern bei den Wurstwaren steht „Bio-Wienerwurst“ und „Bio-Toastschinken“. Ein anständiger Beinschinken wäre mir lieber gewesen, gern auch ohne Bio-Siegel. Aber wie schrieb schon Henryk M. Broder: „Bio ist das neue Koscher.“ Wahre Gläubige machen keine Kompromisse. Im Brauhotel Weitra haben sogar die Kugelschreiber hölzerne Schäfte.

Mittagessen: eine kräftige Rindsuppe mit einem sehr feinen Eistich, exzellent. Danach Medaillon und Ragout vom Maibock mit Erdäpfelroulade und Preiselbeerapfel. Das Medaillon medium, fast zu scharf angebraten. Recht zart, hätte aber ohne weiteres noch ein, zwei Tage abliegen können. Das Ragout spricht mich mehr an. Köstlich geschmortes Fleisch von der Schulter in einer herzhaften, sämigen Sauce, dazu passt die feine Erdäpfelroulade sehr gut. Der Kompottapfel mit den Preiselbeeren ist halt so üblich beim Wild, wertet das Gericht optisch auf, geschmacklich finde ich ihn entbehrlich.

Abendessen, die zweite. Ich starte mit einer ausgezeichneten Frittatensuppe. Danach Variationen vom Karpfen, Pardon, Bio-Karpfen: einmal in Knoblauchbutter gebraten, wunderbar zart, der Fisch zergeht fast auf der Zunge. Dazu gestampfte Erdäpfel mit Sellerie, tadellos. Und einmal gebacken, natürlich nicht ganz so saftig, aber auch recht zart, die Panier knusprig. Remoulade dazu. Ein exzellentes Fischgericht.

Zum Abschluss Bierparfait und Bierschokoladeauflauf mit Himbeeren, schließlich sind wir in einem Brauhof. Auch das Dessert ist vorzüglich.

Und noch ein Mittagessen. Schinkenschöberlsuppe, wieder ausgezeichnet. Danach Forellenfilet auf Spargelnockerln. Die Nockerln sind hausgemacht, der Spargel knackig. Die Forelle kann da leider nicht mithalten, sie schmeckt modrig, sie „grundelt“. Nicht alles was bio ist ist auch ein gutes Essen.

Fazit: Schönes Haus, sehr aufmerksamer und freundlicher Service, großartiges Bier. Regionale Bio-Zutaten, wo immer es möglich ist. Küchenleistung leider recht schwankend, in den zwei Tagen habe ich hier sowohl sehr gut als auch enttäuschend gegessen. Alles in allem reicht es für ein „Gut“.

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Bewertet am 29.05.2015
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