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Restaurant Hotel BöhlersternRestaurant Hotel BöhlersternRestaurant Hotel Böhlerstern
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Restaurant Hotel Böhlerstern Info
Features
Frühstück
Ambiente
Gemütlich
Kreditkarten
VISA
Öffnungszeiten
Mo
06:30-24:00
Di
06:30-24:00
Mi
06:30-24:00
Do
06:30-24:00
Fr
06:30-24:00
Sa
07:00-14:30
17:30-23:00
So
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amarone1977
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Restaurant Hotel Böhlerstern

Friedrich-Böhler-Straße 13
8605 Kapfenberg
Steiermark
Küche: Österreichisch
Lokaltyp: Gasthaus, Gasthof, Restaurant
Tel: 03862 206375Fax: 03862 206165
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1 Bewertung für: Restaurant Hotel Böhlerstern

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am 3. Jänner 2013
Update am 23. Oktober 2014
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amarone1977
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[Update nach neuerlichem Besuch 23.10. unter der Sternderllinie weiter unten]

Kapfenberg und Böhler. Diese beiden Namen sind untrennbar miteinander verbunden.

Kapfenberg liegt am Kreuzungspunkt wichtiger Handelswege und zweier Flussläufe. Wie etwa die historische Stadt Steyr auf der anderen Seite der „Bretterwand“, auch wenn wir bereits das Jahr 2013 schreiben und der Vergleich vielleicht ein bisschen hinkt. Steyr ist doch die historisch weitaus bedeutendere Stadt - ungleich schöner, Kapfenberg ist mehr Industrie als schmucke, historische Altstadt.
Trotzdem sind beide, wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten und Größenordnungen durch die metallverarbeitende Industrie groß geworden.

Darauf begründet sich auch die über 90-jährige Geschichte des ehemaligen „Werksgasthof zur Kanone“.

Konzipiert als multifunktionale Unterbringungsstätte für Mitarbeiter und Geschäftspartner (sogar mit Theatersaal) ist der Bau, der ein wenig an die Architektur des Wiener Musikvereins erinnert, heute nach mehreren Renovierungsmaßnahmen ein 4-Stern-Hotel mit Restaurant, Seminarräumen und einem so genannten „Genusslabor“ (registrierte Marke!).

Letzteres wird mit erstaunlichen Wortspielen folgendermaßen präsentiert, so dass zuerst nicht ganz klar ist, was gemeint ist:

„Der verlockende Rahmen für alle Veranstaltungen,
Präsentationen, Schulungen und Corporate Events.
Einzigartig für geschäftliche und private Themen.
Das Erleben steht im Vordergrund und wird
im Genusslabor auf den Punkt gebracht. Denn!
Nur das Unerwartete bringt neue Erfahrungen.
Verbinden Sie Geist und Inspiration mit Realität und
direkter Erfahrung. Vom Rezept zum Gericht.
Von der Idee zur Umsetzung. Vom Wunsch zum Ziel.
Das Aufeinandertreffen von Verführung
und Versuchung erzeugt den einen Moment –
den G-Punkt.“

Na bumm. Nach mehreren Klicks steht da geschrieben:

„DER KOCH. Sein Revier gleicht einem Bordell.
Er sorgt mit den feinsten Zutaten für das Wohl des Freiers. Er bietet, was das Gaumenherz begehrt.“

Na servas, ist das Genusslabor etwa doch eine Reminiszenz an den alten Namen des Hauses („Werksgasthof zur Kanone“…)?
Und endlich wird das Rätsel gelöst:

„Das Genusslabor ist eine hochwertig ausgestattete und großzügig eingerichtete Event-Location für einzigartige Veranstaltungen jeder Art im Privat- und Businessbereich. Kulinarik ist hier das verbindende Element von Kommunikation und Vergnügen.“

Aha!

„Die Themen können individuell, oder aus einem umfassenden Programm gewählt werden.“

Ich bin ja ein Verfechter des feinen Speisens, des guten Weins und des Genusses im weiteren Sinne, der Beginn eines schönen Abends, mit oder ohne Begleitung. Wer weiß, vielleicht kann ja mal das „Genusslabor“ beim nächsten Mal eine weitere Facette des Genusses, die ich noch gar nicht kannte, hinzufügen. Für mehr Information gibt’s sogar eine eigene Website: Link

Heute Abend bleibe ich beim klassischen Genuss des Speisens, Trinkens und danach „Nur-mehr-umfallen-müssens“.

Das Restaurant besitzt einen separaten Eingang, kann also nicht nur über das Hotel erreicht werden.
Der Stilmix des großzügig angelegten Nichtraucherbereichs ist gefällig: alte Wirtshaus-Elemente wie die hohe Vertäfelung der Seitenwände, die Kleiderhaken darauf thronen wie Jagdtrophäen über den Köpfen der Gäste. Blumenkästen mit Birkenstammerln fungieren als kleine Raumteiler zwischen den kleineren Tischen. Ganz gemütlich, würde ich mal sagen.

Der Service besteht aus jungen Damen und Herren, die zum Teil noch in Ausbildung sind. Sehr freundlich, bemüht, eine Prise Humor, die Erfahrung fehlt natürlich da und dort, wenn’s etwa um das Aufzählen der Winzer geht, oder wenn’s darum geht, den richtigen Zeitpunkt für Servieren oder Abservieren zu „erfühlen“. Man darf sich ruhig da und dort ein wenig mehr Zeit lassen.

Ein Gruß (oder ein Grüßchen) aus der Küche: Gamswurst (a hoats Wiaschtl!) aus Niederösterreich, Butter, Brot. Letzteres eher einfach.

Küche: österreichisch klassisch, steirisch, ein Hauch international vielleicht da und dort.

Heute Abend: „a saure Suppn“. Sauerrahm und Innereien. Ich wage den Spagat, serviert wird die traditionelle Suppe mit Brennsterz.
Der Sterz ist genau so, wie er sein muss: krümelig, knusprig und gummig zugleich, a bissl fett natürlich auch, die Holzhacker für die Eisenverhüttung mussten ja ordentlich essen.
Schade nur, dass die saure Suppe so gar nicht sauer ist, vor allem, wo schmeck ich was von Innereien? Die Suppe ist cremig püriert, leichtes Kümmelaroma, aber die Innereien schmecke ich beim besten Willen nicht heraus.

Tafelspitz. Röstkartoffeln. Ordentlich Suppengemüse im Schrägschnitt. Porree. Schnittlauchsauce und Apfelkren.
Das Rindfleisch wirklich gut, ein wenig fester als sonst, zäh zu sagen wäre aber nicht fair, ein bisschen dürfen die Zähne ja auch noch arbeiten.

Ein Salat extra. Grüner Salat – in der Steiermark natürlich mit Kürbiskernöl.

Kleiner steirischer Kernöl-Exkurs: Sprich [Kiabiskéanöul]. Beim [é] verzieht sich das Gesicht fast „genervt“ und die Atemluft fließt im selben Moment nur aus dem linken Nasenflügel. Beim [öul] wiederum verzieht sich der offene Mund anders - erinnert dabei an den seltenen Guatemala-Brüllaffen: Link.

Der hoch geschätzte User Labrouche wird jetzt entweder milde lächeln oder breit grinsen. Da aber meine Wurzeln selbst in der Gegend zu finden sind, wird er mir den Vergleich ohnehin verzeihen.

Was soll ich sagen: der Salat ist perfekt, wie ihn nur die Obersteirer zuwege bringen. Frisch und knackig, natürlich traditionellerweise bereits umgerührt.
Vorsicht, Gesichtskontrolle danach nicht vergessen, man bräuchte mindestens drei Servietten. Wer drauf vergisst, sollte zumindest einen Vollbart haben, damit der grüne Kernöl-Teint um den Mund herum nicht auffällt.

Dessert: Dukatenbuchteln mit Vanillesauce. Endlich wieder mal ein Haus, das Buchteln produziert.
Hier sind sie leider ein wenig trocken geraten, das gummig-zarte Germteigfeeling kommt hier leider nur begrenzt auf. Die Preiselbeeren können der eher banalen Vanillesauce auch nicht so recht auf die Sprünge helfen.

Ein Fazit: altehrwürdiges Werksgasthaus samt gut gelungener Renovierung, als standesgemäßes Restaurant des 4-Sterne-Hauses darf es ruhig gelten, auch wenn nicht alles restlos kulinarisch überzeugt. Der Service ist freundlich und bemüht, wenn auch ein wenig schusselig, sympathisch allemal.
Preislich einer alten Arbeiterstadt angepasst (Kalbswiener um die 14 Euro, der nicht kleine „kleine“ Tafelspitz um die 12 Euro.
Vielleicht bald wieder – mit oder ohne „Genusslabor“.

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Update 23.10.

Man grüßt ungefragt, aber erfreulich mit Vulkanlandschinken (weich, mollig, zart) und marinierten Eierschwammerln (nicht extrem sauer, geht).

Die Suppe: Knoblauchcremesuppe - wollte ich wieder mal probieren - nach 15 Jahren Knoblauchcremesuppen-Abstinenz.
Habe ich nicht bereut, keine stundenlange Knoblauchfahne danach, nicht schlagoberserschlagen, die Croutons sind wirklich knusprig-zart.

Oho - ein Ragout von Hülsenfrüchten und mariniertem Tofu.
Nicht tot gekochte Hülsenfrüchte (darunter auch Kichererbsen), nebst ebenso gutem Wurzelgemüse und feinen Maroni. Gekonnt abgeschmeckt, einzig die Erbsenschoten sind ein bisschen zu roh (seifig) für meinen Geschmack, die hätte man ein Minütchen mitkochen können.
Eindeutig zu viel: vier Riesenteile Tofu. Weniger wäre mehr.

Besuch geht in Ordnung, eine sichere 3 samt einer guten Portion Kreativität ist hier immer drin.

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Letzter Kommentar von am 16. Okt 2013 um 12:28

Unregistered: es gibt Momente und Situationen, wo man sich wirklich beklagen und beschweren muss, weil gravierende Mängel beanstandet werden müssen. Ich hab's damals dabei bewenden lassen - wenn ich mich recht erinnere, war's eine Information des jungen Kellners, nicht unbedingt eine in der Speisekarte vermerkte, is aber auch schon zu lange her, dass ich das jetzt noch genau im Kopf hätte. Es erschien mir damals nicht so überlebenswichtig, Mich darüber zu beschweren oder nachzufragen, à la "ja warum war denn das jetzt nicht so..." war mir dann eigentlich nicht wichtig genug. Es hat auch weder die Gesamtbewertung des Essens nachhaltig beeinflusst, noch die Leistung vom Service.

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Bewertet am 03.01.2013

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