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Mürzstub'n Feiel

Lastenstraße 1
8605 Kapfenberg
Steiermark
Küche: Österreichisch, Wiener Küche
Lokaltyp: Restaurant, Café
Tel: 03862 28124
Lokal teilen:

1 Bewertung für: Mürzstub'n Feiel

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am 4. November 2013
Experte
amarone1977
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Erfreuliches Mur-Mürz-Furchen –Revival mit Frau und Herr aldebaran.
Vorweg: die Mürzstube Feiel ist zwar „gefühlt“ in Bruck, doch genauer gesagt ist sie noch in Kapfenberg, diesen Umstand verdankt sie der etwas ungewöhnlichen Gemeindegrenzziehung zwischen den Schwestergemeinden.

Die hübsche bürgerliche Kleinstadt Bruck rechts der Mürz, die etwas graue Industriestadt Kapfenberg links der Mürz. Dafür der gerade eben renovierte Bahnhof Bruck auf Brucker Gemeindegebiet, der hässliche Brucker Frachtenbahnhof weiter oben an der Lastenstraße wurde sozusagen in Richtung Kapfenberg abgeschoben.

So, hab ich der alten Diskussion „Wir Brucka sand scheena – Na, wir Kapfenberga!“ ein weiteres Kapitel geschenkt.
Also – man biegt in Bruck einfach mal rechts ab, über die Mürz, sieht das Kapfenberger Ortschild und steht schon vor dem Feiel.

Sehr bescheiden außen, geplegt, bescheiden und uneitel drinnen. Ein gutes Gasthaus eben.
Unser Kellner ist einer der Sorte „Institution“, auf den können sich die Gäste wie die Wirtsleute gleichermaßen verlassen.

Die ledrig gebundenen Speisekarten liegen nicht umsonst schwer in der Hand, da ist auch ordentlich was drinnen, gerade jetzt, wo die Waidmänner wieder eifrig liefern dürfen. Man hat die Qual der Wahl:
wild, nicht wild, wild mit Federn oder ohne? Wild mit vier oder zwei Beinen? Zweibeinig gab’s zur Zeit nicht, noch sind alle Jäger am Leben.

Die Leberknödelsuppe als aldebarans Messlatte – der Starter und das Stimmungsbarometer.
Ich lasse mich überreden, auch schon deshalb, weil die verlockende gebundene Suppe mit Wild wohl schon als halber Magenschließer fungieren würde.

Wir bereuen es nicht, der Knödel ist gut geformt, weit entfernt von brühebedingten Zerfallsprozessen, könnte allerdings ein wenig „lebriger“ sein, die Brühe selbst ist gut ohne das ganz große Tafelspitzfeeling.

Ein Salat zwischendurch: aldebaran und ich teilen uns einen Salat nach Art des Hauses: eingelegte Pilze, Kürbis, Grüner und Vogerlsalat, ein eingelegter Apfel komplettiert das Bild.
Liest sich in der Speisekarte spannender, am Teller kommt’s nicht ganz so gut, säuerlich mariniert, die Erwartungshaltung war doch höher.

Die Überraschung des Abends: ein wildes Allerlei – da waren vier verschiedene Filets am Teller: Flugente, Hirsch, Reh und Wildschwein.
Medium bestellt wurde auch durchwegs so erwischt, das Fleisch hatte da und dort noch ein wenig mehr „Biss“, beim Wildfleisch nimmt man das allerdings auch eher zur Kenntnis.
Nicht ganz so zur Kenntnis scheint der Kellner die Anmerkung bzgl. Fleischkonsistenz zu nehmen.
„Des hearn’s net so gern…“ ist aldebarans vielsagender Kommentar dazu.

Sehr erfreulich allerdings die Beilagenschar: da tummeln sich Eierschwammerl und Maroni zwischen den Wildtieren, letztere sind endlich mal nicht zu hart geraten, aber auch nicht zu weich.
Da wird ein Rotkraut gereicht, das beim Beißen noch so wunderbar knirscht. Oh ja!
Und dann serviert man uns auch noch cremig abgemachte Nockerln – mit geriebenen Nüssen. Olta!

Die Dessertkarte macht uns die Entscheidung dann wiederum schwer: es gibt tatsächlich drei Spielarten der Edelkastanie: Kastanienschnitte, Maroniparfait und Kastanienreis.
Das Parfait mit Preiselbeerschlag, den Kastanienreis mit Amarenaragout. Als jemand, der Kirschen am liebsten nur frisch vom Baum isst, tausche ich die „Beilagen“ – Preiselbeerschlag ist vor allem eine der seltenen Gelegenheiten, Schlagobers auch mal löffelweise zu essen.
Der „Reis“? Sehr krümelig, aber noch nicht zu trocken.

Der Wein? Ein Achtel vom gar nicht schlechten Heideboden von Stiegelmar, und weil er wirklich ordentlich war, gab’s auch noch ein zweites Achtel dazu.

Fazit: tadelloses Gasthaus, das man in der Gegend zuerst gar nicht vermuten würde, das aber sicher eine große Stammgastschar sein Eigen nennen darf. Gute Küche mit so manchem kleinen Ausrufezeichen, seien es die Nussnockerln oder das wunderbare Rotkraut zum Wild.
Robustes Service, auch wenn man das Gefühl hat, dass vorsichtig vorgetragene Kritik eher mit Stirnrunzeln zur Kenntnis genommen wird.

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Letzter Kommentar von am 5. Nov 2013 um 12:03

aldebaran: also die Damenrunde war überhaupt nicht laut - sie waren fröhlich, und ist auch gut so. Mein Organ ist ja auch nicht so leise.... ;-)

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