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Mo, 22. Juli 2024

PINO - Ristorante Pizzeria, Mödling - Bewertung

am 4. Juni 2023|Update 7. Jun 2023
SpeisenAmbienteService
Pino – Pizzeria mit guten Erinnerungen

Der letzte Pino-Besuch war 2019 und ich behielt ihn in hervorragender Erinnerung. Weitere gab es noch nicht. Aufmerksam gemacht wurde ich durch meine Tochter, die damals noch nur ein paar Meter davon weg in Mödling gelebt hatte, mit der ich gemeinsam mit weiteren Familienmitgliedern dort war.

Neben dem ruhig gelegenen Schanigarten im Fußgängerzonen-Bereich prägte sich vor allen das Pizza-Erlebnis ein, der absolut beste Teig, soweit ich mich erinnere, der auch meine Wien-Favoriten ins Eck gestellt hatte. Das sagten auch die anderen, war also nicht nur mein Eindruck.

So drängte es mich nach längerer Pause wieder mal die Fahrt nach Mödling auf mich zu nehmen. Mit Spannung geladen wollten wir wissen, ob sich das Erlebte wieder einstellen würde. Mein Lieblings-Italiener liegt von mir gerade mal drei U-Bahnstationen entfernt, den mag ich sehr, und er stillt meine Bedürfnisse, aber der Anziehungskraft „der beste Teig“ konnte ich nicht ewig widerstehen.


Ein neuer Besuch, ein neues Glück

Gesagt getan, mit meiner Begleitung schlendere ich vor ein paar Tagen vom Bahnhof Mödling zum Pino, das Wetter war traumhaft, reserviert wurde am Vortag und war auch unbedingt nötig. Angekommen um ca. 13 Uhr war die Hütte so voll, dass wir sogar einige Minuten warten mussten, bis unser Tisch geräumt wurde.

Die Zeit wurde uns freundlicherweise mit zwei Gläsern Prosecco verkürzt, auf den uns die Dame, vermutlich die des Hauses, eingeladen hatte. Die Zeit überbrückte ich auch, um mir den Innenbereich anzusehen. Der fällt recht schlicht aus, insofern kein Vergleich zum Garten.

Nachdem unser Tisch neu eingedeckt wurde gestattete man uns das Platzieren. Man sitzt sehr schön hier im Freien, einige Palmen rundum verzieren den Bereich, im Hintergrund ein großer natürlicher Schattenspender und keine Autos, first class, insgesamt eine schöne Stimmung für den Start.


Mein Pizzeria-Klassiker

Wie schon in anderen Rezensionen angemerkt bin ich kein Experte für Italiener und begnüge mich auch meist mit meinen gewohnten Standards, aber wenn die gut gemacht sind, dann bin rundum zufrieden. Aus dem Grund rezensiere ich nur über wenige, von denen ich mir erwarte, dass sie meinen Standard erfüllen.

Dazu gehört zu Beginn die Weinwahl des Primitivos, von dem es hier sogar vier verschiedene zur Auswahl gab. Ich muss sie mir mal notieren, denn nun hatte ich die Qual der Wahl. So nahm ich kurzum den teuersten in der Hoffnung, der sei auch der beste.

Jedenfalls klang schon der Name nach Klasse, ein Primitivo di Manduria Riserva San Marzano um gute 45€. Er war nicht mit derselben Power ausgestattet wie andere schon genossen, aber immer noch sehr gut und als Begleiter jedenfalls durchaus geeignet und wohl temperiert, denn das ist auch nicht überall der Fall.

Der Service zählte auf was es außerhalb der Karte tagesaktuell zu speisen gäbe und erwähnt Vitello Tonnato. Das war der Auftakt, und damit es hungertechnisch erträglich bleibt nur eine Portion (zu 14,90€), die wir geteilt hatten.

Schade, dass ich nicht mehr erlebe, dass das Kalbfleisch innen noch rosa ist, das erlebe ich nun schon seit Jahren nicht mehr, so fällt das Fleisch relativ trocken aus, aber mit der Thunfischcreme geht es dann schon, was ja auch der Sinn ist. Insgesamt durchschnittlich gut, aber schon zufrieden. Die besten waren halt immer medium.


Meine Testkriterien Spaghetti und Pizza

Die Spaghettiwahl fiel auf die einfachste, aber von mir bevorzugte Variante aglio, olio e peperoncini (14,90€), zwar nicht auf der Karte, aber auf Anfrage nema problema, Am Boden sehr viel Öl, schon etwas zu viel, ausreichend Knofi. Der Würze kann man nachhelfen mit einem kleinem Muntermacher, der hier von besonderer Schärfe war. Nur ein kleines Schüsserl aber die Power von gefühlt 1.000 Chili.

Ein wenig störten mich die Granastücke on top, denn ich habe die nicht geordert. Und es steht auch nix von „e grana“. Mir wäre es lieber, das kommt extra und ich gebe es dazu oder eben auch nicht. Einige Stücke schob ich beiseite, den Rest schluckte ich halt mit. Aber insgesamt war ich sehr zufrieden. Die Nudeln absolut kräftig auch in ihrem Geschmack.

Die Wahl der Pizza fiel auf Pugliese (14,40€), anderorts auch Tonno genannt, also mit Zwiebel und Tunfisch. Hier wurden wir gefragt, ob wir auch einige Oliven darauf wollten, dem wir zugestimmt hatten. Ja warum geht das dann nicht bei „e grana“. Aber seien wir nicht so pingelig. 😉

Der Teig hatte am Rand wieder diese tolle Knusprigkeit, meine Begleitung meint wie Keks, oder wie Knabbergebäck, ein herrliches Gefühl. Es gibt Pizzas, da lasse ich den Rand stehen und esse das Innere mit den Auflagen, aber hier wird der Rand für sich alleine bevorzugt verspeist, man braucht dazu gar nicht viel, ein Schluck vom Primitivo und du fühlst dich primo.

Leider setzte sich das nicht ins Innere fort, sondern wurde dann schlapprig, nun gut hier gewannen dafür die sehr guten Auflagen die Oberhand, aber so war es dann eben doch nicht mehr derselbe Genuss von anno dazumal, wie wir das in Erinnerung gehabt hatten. Aber es reichte für den Genuss als sehr gut.

Ich würde das gar nicht so schlimm sehen, aber auf der HP wirbt man auch für diesen Teig: Ich zitiere daraus: „Die Pizzen, so wie man sie aus Italien kennt, mit hauchdünnem und knusprigem Boden, mit feinem Belag aus frischen Zutaten“.


Das übliche Nachspiel

Als Nachspeise ging noch ein Classico Tiramisu um 7,90, eines wieder zu zweit, zwecks Kalorienhaushalt und das war cremig weich und geschmackvoll. Mit ist wichtig, dass man auch eine gute Kakaonote samt Mascarpone spürt, dann passt das Gericht für mich, wieder sehr gut.

Dazu schlürften wir die letzten Schluckerl vom Primitivo, der sich noch regelrecht nachentwickelte, er war also am Ende noch besser als anfangs, wie das Rotweine oft so an sich haben, insgesamt schon die richtige Wahl.

Den Abschluss bildeten ein guter Barrique Grappa und Espresso Ristretto von Segafredo. Bei Grappa bin ich von meinen Favoriten gewohnt, dass sie fast immer 5cl ausschenken, nun hier waren es nicht einmal 2cl, sodass ich das urgiert habe. So wurde ein wenig nachgeschenkt. Blöd, dass die Gläser ihre Stricherl haben. 😉

Am Service kann ich nichts bemängeln, die Leute sind vom Fach, kennen sich aus, beraten und suchen das Beste für den Gast. So ist man es gewohnt und es kommt auch rüber, jedenfalls ließe es der sprichwörtliche Stolz eines waschechten Italieners nie zu, dass sie in der Sache etwas anbrennen ließen.

Die Authentizität des Lokal dürfte m.E. gegeben sein, das Personal sprach untereinander in ihrer Muttersprache, und ich mag sehr den deutschen Akzent, wenn sie mit mir reden Solches kann man wie einen Dialekt nicht wirklich lernen, wenn man mit der Muttermilch italienischer Mütter aufgezogen wurde.

Insgesamt ist das Pino eine sehr gute Empfehlung für den südlichen Raum Wiens, das ich dank meiner Tochter kennen lernen durfte, wenn auch das absolute Top-Erlebnis ausgeblieben ist, na vielleicht wieder das nächste Mal. Bis dahin versorgen mich meine Wiener Favoriten, die auch nicht von schlechte Eltern sind.
Pino - Exzellente Gamberoni als VS (aus Besuch 2019) - PINO - Ristorante Pizzeria - MödlingPino - Vitello tonnato - recht gut - PINO - Ristorante Pizzeria - MödlingPizza - Pizza Pugliese - Hervorragander Teigrand, sehr gute Auflagen - PINO - Ristorante Pizzeria - Mödling
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