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Fr, 14. Juni 2024

Nigls Gastwirtschaft, Wien - Bewertung

am 20. Oktober 2016
SpeisenAmbienteService
Vorgestern Abend, 18.10.2016 um 18:30, Tatort Ottakring, Rankgasse 36, NIGLS Gastwirtschaft.
Gut gegessen, in naja Ambiente und zwei Servicemädls mit Potential waren auch da. Wir haben 55 Euro mit Maut bei der BG Gastronomie und Service GmbH gelassen. So stand es zumindest auf unserer einzufordernden Mehrwertsteuerrechnung.

Nach einigen Fehlversuchen ist es uns doch noch gelungen eine sehr nette Damenstimme ans Rohr zu bekommen, um einen Tisch für 2, im NR zu reservieren. Hat aber dann letztendlich problemlos geklappt. Wobei wir uns den dann sogar aussuchen durften, weil noch nix los war, was sich dann etwa eine Stunde später geändert hat. Voll wars aber nicht.

Wir sind aus dem 8ten kommend, mit der 2er Bim, bis zur Endstation Ottakringer Straße / Erdbrustgasse gefahren um dann die Montleartstraße bis zum Lokal zu spazieren. Der Wirt befindet sich vis a vis vom Eingang des Wilhelminenspital. (Und die Rettung ist nicht einmal mit Blaulicht daher gekommen, aber ohne Folgetonhorn)

Wenn man rein kommt steht man im Raucher, rechter Hand eine große Schank und ein Kachelofen. Unser Tisch im hinteren, länglichen Bereich und die Tür leider die gesamte Zeit über offen. Das ist in diesem Fall gar nicht gut. :-((
Ein Lokal wo die Zeit irgendwann in den 80igern stehen geblieben ist. Überall dunkles Holz, mit einer schiachen Kassettendecke, (Schwimu verzeih) und karierten Sesselbezügen, naja.... Überhaupt ist es sehr dunkel hier, Wohlfühlambiente ist das für uns nicht.

Zwei sehr junge, unerfahrene Mädls im Service, die eine mehr die andere weniger. Beide (sehr) freundlich, überraschend flott, aufmerksam weniger. Obwohl wir vor leeren Gläsern gesessen sind, kamen sie nicht auf die Idee, zu fragen, ob wir noch was wollen. Die Frage ob es denn geschmeckt hat kam zwar, war aber irgendwie aufgesetzt und angelernt, so nach dem Motto das muss ich jetzt. :-) Ein wenig unbeholfen und mit „langer“ Leitung. Bis die eine verstand, das ich noch Zwiebel für das Beef Tatar haben wollte, verging eine gefühlte Ewigkeit. Ein 3er soll es aber gerade noch sein, weil irgendwie liab waren sie ja die zwei. :-)

Ich bestellte 2 weiße Spritzer, da wurden ich gefragt, was meine Frau möchte :-) Waren übrigens von sehr ordentlicher Qualität. Etwas später hatten wir je ein Achterl von der Schank, eine guter, vermutlich Grüner Veltliner und danach noch je ein Glas eines 2015er GS vom Mayer am Pfarrplatz. Der fruchtig, leicht und angenehm zu trinken, dazu gabs je ein kleines Glas Wasser. Einziges Manko, die Gläser haben nach Rauch gerochen, war jetzt nicht sonderlich stark, aber man merkt dass die Schank in der Glimmstengl Zone ist. Das muss nicht sein.....
Das Highlight des Abends, war ganz überraschend der kleine schwarze starke zum Schluss. Er war stark, mit schöner Creme, nicht bitter und von Moak Kaffee, angeblich aus Sizilien.

Zu Beginn hatte ich eine Leberknödelsuppe, das war eine sehr ordentliche kräftige Rindssuppe, mit einigen kleinen Fettaugen und Schnittlauch. Das Knödel eher geschmacklos und viel zu weich, sprich es zerfällt, das mag ich nicht sonderlich.
Für meine Frau gabs Beef Tatar, scheinbar x fach faschiert mit der Konsistenz eines Aufstrich, aber von guter Qualität und ordentlich gewürzt. Die Relation zum Toast war ideal, 4 halbe Scheiben und genügend Butter. Dazu Gurkerl, Zwiebel, Pfeffer und Petersilie.
Die eine Hauptspeise waren geröstete Eierschwammerln, ja auch gut und auch gut gewürzt. Nur hier das Problem, sie haben sich beim waschen mit Wasser einigermaßen voll gesaugt. Aber wir verstehen schon, dass man die in einem Gastrobetrieb, nicht so wie zu Hause, mit der Schwammerlbürste reinigen kann, da würden die ewig dran arbeiten, aber das Wasser macht sie halt nicht besser. Schade!
Der Innereien Fan, hatte eine ausgezeichnete gebackene Hühnerleber. Die Portion von ordentlicher Größe, die Leber selbst sehr weich, was darauf schließen lässt, dass sie nicht zu lange im Fritter war. Die Panier von schöner goldgelber Farbe und auch halbwegs knusprig. Das war richtig gut. Und ich weiß nicht warum, aber da dazu hat mir sogar die Preiselbeermarmelade geschmeckt und eine überflüssige Zitrone war auch da.

Ottakringer Schnitzelwirt, NIGLS Gastwirtschaft, Innovation trifft Tradition, es wird wohl bei einem Besuch bleiben.....
Hühnerleber gebacken war sehr gut - Nigls Gastwirtschaft - Wiengeröstete Eierschwammerln - Nigls Gastwirtschaft - WienBeef Tatar - Nigls Gastwirtschaft - Wien
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3 Kommentare
amarone1977

Schwammerl unter Fließwasser - ein Frevel! Wer Schwammerl wäscht, gehört mit einem Pilzverbot belegt ;-)

24. Okt 2016, 18:25Gefällt mir1
Stammersdorfer

@neugierig, Regen auf Eierschwammerl, normaler Vorgang in der Natur. Schwammerln im Wasserbad der durchschnittlichen Gastroküche, die Dinger saufen sich von den Schnittstellen her voll. Selbst nach dem Röstvorgang rann Wasser auf den Teller, in unserem Fall ins Stahlpfandl. Die Eierschwammerln waren teils sehr groß, sodass sie mein Frau geteilt hat, was noch mehr Wasser zur Folge hatte und nicht besonders gut aussah..... Wäre zu verhindern gewesen, wenn die Dinger unterm Fließwasser geputzt worden wären, da aber wieder das Problem des hohen Wasserverbrauchs. Die Bürsterei tut sich auch nur die Spitzengastronomie an und der zwei Personenhaushalt, so wie wir. Was teils großartige Pilzgerichte zur Folge hat, ohne eine grau braune Brühe am Teller. :-)

22. Okt 2016, 18:51Gefällt mir1
neugierig

Frische Schwamnerl zu waschen sollte nicht das Problem sein... Die Bürsterei hat sich wohl ein sadistischer Küchenchef ausgedacht, der sich darüber noch heute in seinem Grab darüber freut... Schwammerl wachsen im Wald, wenns da regnet werdens nicht schlecht.

22. Okt 2016, 16:50Gefällt mir
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