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Mo, 22. Juli 2024

Landgasthaus - Scheiblingstein, Klosterneuburg - Bewertung

am 14. Juni 2017
SpeisenAmbienteService
Es war einmal im Wienerwald, an der Grenze zwischen Wien und Niederösterreich, da gibt’s nicht nur einen kleinen Ort, einen 508 Meter hohen Berg, sondern auch den gleichnamigen LANDGASTHOF SCHEIBLINGSTEIN, gehört schon zu Klosterneuburg. Es handelt sich dabei um einen Familienbetrieb, der seit 2009 von der Familie Trappl geführt wird, wie mir die Homepage verriet.

Die Anreise vom 8ten kommend mit dem Auto über Dornbach bis zur Marswiese, im Kreisverkehr der Beschilderung Richtung Tulln folgend, etwa 8km, da ist auf einer kleinen Anhöhe rechts der Wirt. Vor dem Haus gibt’s ausreichend Parkplätzen und zwei Tennisplätze gehören auch dazu.

Die öffentliche Anreise ist schwierig, es gibt zwar irgendeinen Bus, der vor dem Lokal hält, aber der fährt nur alle heiligen Zeiten und am Abend gar nicht mehr, wie uns der Kellner verriet.

Wir haben uns einige Tage zuvor einen Tisch für 3 reserviert, die Lieblingsschwägerin war auch mit, denn sie hatte was zu feiern. Prost!
Ein Besuch wäre am Montag den 13.6.17 wahrscheinlich auch ohne vorherigen Anruf gegangen, nur hätte wir dann wahrscheinlich auf der sehr schönen Terrasse in der „zweiten“ Reihe sitzen müssen. Voll war es jedenfalls nicht, drinnen saß überhaupt niemand. Was auch auffiel, um 21:30 waren wir draußen bereits die einzigen Gäste, obwohl sie bis 23:00 offen haben. Außer uns nur noch einige Budelsteher, die sich bei ihrem „Saftl“ eine ins Gesicht steckten.

An der Stelle möchte ich noch kurz zur Forumsdiskussion von vor wenigen Tagen in Sachen Öffnungszeiten und frühzeitigem zusperren anmerken. Dass wäre für mich genau die Situation, die an der Budel haben um 22:00 ihr Bier ausgetrunken und gehen, das Lokal ist leer. Ich würde als Chef genau jetzt zusperren, denn die Wahrscheinlichkeit das noch jemand auf den A der Welt kommt ist sehr gering. (PS: ich kenne so einige Leute in der Gastro die nach Stunden bezahlt werden)

Das Lokal macht alles in allem einen sehr gepflegten Eindruck, auch weil‘s noch recht neu ist. Drinnen ist es sehr hell und freundlich, Holz dominiert. Wenn man draußen sitzt, blickt man nur ins Grüne und es gibt viele „Balkonblumen“ in einem dunklen rosa. Das Dirndl der adretten Chefin übrigens in der selben Farbe. :-) Die Sitzgelegenheiten sind gemütlich, es handelt sich dabei um Plastiksessel, in Rattanoptik. Die Tische mit einer hellen Kunststoffplatte und Stahlfüßen, der Boden aus Holz. Wir haben uns jedenfalls wohl gefühlt.
Vor dem Lokal, quasi am Parkplatz, gibt es einige Tische wo Selbstbedienung ist.

Ein absolutes Highlight des Lokals ist der Kellner. Ein Wiener Original wie er im Buche steht. Er spricht Dialekt, ist ein überaus lustiger Zeitgenosse, hat Schmäh und macht noch dazu einen perfekten Job. Ein Profi seines Faches, der auch für den einen oder anderen small talk zu haben ist, dabei aber nie aufdringlich wird. Mit ihm im Service zweitweise die Chefin, aus einem östlichen Nachbarland, vermutlich Ungarn, aber sehr gut deutschsprechend. Sie macht einen genauso professionellen Job, nur wenn sie vom Tisch weg ist, verschwindet auch ihr Lächeln im Gesicht und dazu vergisst sie auch hin und wieder auf etwas. Der 5er fürs Service aufgerundet, wegen Herrn Rudi.

Die Getränke 3 Glas Schlumberger, ein sehr guter Sekt und kalt, sowie zwei Flaschen GS vom Mayer am Pfarrplatz in 1190 Wien, um wohlfeile 21 Euro. Den hatten wir zuletzt schon beim Heidinger im 15enten. Ein sehr fruchtiger weißer, sowohl in der Nase als auch am Gaumen, schon fast etwas lieblich und wie schrieb ich damals, eine Freude den Wein zu trinken. Dazu eine Karaffe Leitungswasser, die mit 0 Euro auf der Rechnung stand.
Der kleine schwarze danach, von Naber, hat überzeugt, nicht bitter, schwarz wie die Nacht, stark und mit schöner Creme. Hier gibt es das Glas Wasser automatisch dazu.

Zur Kulinarik, wir hatten gesamt 2 Vor- und 3 Hauptspeisen, wobei beide Vorspeisen sehr gut waren, das was danach kam, hat uns aber nicht so ganz überzeugt.

Da war ein Beef Tatar in der großen Version, mit 4 Scheiben Toast, samt Butter. Das war sehr anständig gewürzt und nicht zu fein faschiert. Die perfekte Menge für uns drei, jeder hatte einen Toast, Passt! Weiters am Teller ein Berg roter Zwiebel und so einiges an Grünfutter, samt großen Kapernbeeren.

Gleichzeitig hatten wir ein Brat‘l Carpaccio auf Senf Krensauce. Da dachte ich mir schon, wenn das mit den Portionengrößen so weitergeht, na dann gute Nacht. :-) Der Schweinschopf war dünn aufgeschnitten, saftig, weich und gschmackig. Dazu die gelungene Sauce, einiges davon oben drauf, viel mehr unten drunter. In der Mitte eine große Salatpletschn die als quasi Teller für den Kren diente. Der mit einer gewissen Schärfe, aber vermutlich aus dem Kübel, wie meine Frau meinte. Dazu, auch hier, einiges an rotem Zwiebel.

Meine Hauptspeise war eine gebackene Hühnerleber, mit Mayonnaisesalat. Die wurde leider zu lange frittiert, sie war schon etwas hart und trocken, die Panier dunkel, aber noch knusprig, gerade so, dass ich sie nicht zurückschickte. Der Salat dafür sehr gut, ein wenig säuerlich mariniert.

Die zweite Hauptspeise ein 1/2 Backhuhn, 20 Minuten Wartezeit steht in der Karte, wurde aber (fast) gemeinsam mit den anderen Hauptspeisen serviert. Gibt’s übrigens nur wochentags und wird mit Gemischtem serviert. Das war wiederum sehr in Ordnung, die Panier knusprig und schön goldgelb. Der Flattermann saftig, selbst die Brust und aufgetaut war das Vieh auch nicht, da die Knochen schön weiß waren. Salat, ja der war auch fad, Salz und Pfeffer halfen da etwas.

Und dann war da noch der täglich ofenfrische Schweinsschopf mit Sauerkraut und Serviettenknödel. Optisch absolut top, geschmacklich naja, sagen wir fad. Das Fleisch war zwar sehr weich und schön mit Fett durchzogen, wie das bei einem ordentlichen Schopf halt so ist, aber der Koch hat das Gewürzkisterl leider sehr gut versteckt. Die Knödel für meine Begriffe zu weich und das Sauerkraut zu sauer, aber das sah meine Frau wie immer anders. Auch der Saft konnte optisch mehr, als er hergab. Schade!

Alles in allem eher durchschnittlich gegessen, bei recht langen Wartezeiten, bei uns aber wie immer egal, wir haben uns meist sehr viel zu erzählen. :-) Die Location des LANDGASTHOF SCHEIBLINGSTEIN sehr schön und dazu ein Serviceprofi der sich perfekt um seine Gäste kümmert.
Die Kreditkarte glühte bei 125 Euro mit Trinkgeld, ob uns das Lokal allerdings wiedersieht bleibt abzuwarten.

Dann wären da noch die Portionengrößen und ich bin wahrlich kein schwacher Esser, die sind viel zu groß, 25% weniger wäre mehr, aber es gibt ja die gute alte Alufolie, weil ein ordentliches Backhendl schmeckt mir kalt genauso wie warm. :-)
Ofenfrischer Schweinschopf mit Sauerkraut und Serviettenknödel..... - Landgasthaus - Scheiblingstein - KlosterneuburgHendlleber gebacken - Landgasthaus - Scheiblingstein - KlosterneuburgBrat'l Carpaccio - Landgasthaus - Scheiblingstein - Klosterneuburg
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1 Kommentar
Eisendraht

herr rudi ist wirklich grossartig ;)

14. Jun 2017, 19:36Gefällt mir1
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