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Mo, 6. Februar 2023
In der Umgebung

Goldenes Zeitalter

1 Bewertung
Brigittaplatz 15, 1200 Wien
Küche: Bulgarisch
Lokaltyp: Restaurant
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Ambiente mit Zar Simeon - Goldenes Zeitalter - WienWochenkarte - Goldenes Zeitalter - WienScharfe, eingelegte Pfefferone, fantastisch - Goldenes Zeitalter - Wien
Ambiente mit bulgarischer Fahne - Goldenes Zeitalter - WienCreme Caramel - Goldenes Zeitalter - Wien"Misch - Masch". Etwas unglücklicher Name, tolles Gericht - Goldenes Zeitalter - Wien13 Fotos

Bewertungen (1)

Gesamtwertung

27
1 Bewertung
Speisen
40
Ambiente
30
Service
10
am 15. Oktober 2020
adn1966
Experte
SpeisenAmbienteService
Ja, das war heute einmal nichts – vorerst. Das „Goldene Zeitalter“ ist eines von wenigen bulgarischen Restaurants in Wien (eine Hand voll?), was einerseits schade ist, andererseits ist es natürlich verständlich, nicht viele kennen oder schätzen die durchaus schätzenswerte bulgarische Küche. ...Mehr anzeigenJa, das war heute einmal nichts – vorerst.

Das „Goldene Zeitalter“ ist eines von wenigen bulgarischen Restaurants in Wien (eine Hand voll?), was einerseits schade ist, andererseits ist es natürlich verständlich, nicht viele kennen oder schätzen die durchaus schätzenswerte bulgarische Küche.

Das Lokal wurde vor gerade einmal knapp drei Wochen von einem neuen Besitzer übernommen, Interieur und Karte sind (bisher) unverändert, es wird klassisch bulgarische Küche in einem ehemaligen chinesischen Restaurant kredenzt, gleichwohl man sich bemüht hat, das Ambiente einigermaßen bulgarisch zu gestalten. So gibt es zum Beispiel Bilder an den Wänden, die das „goldene Zeitalter“, die Zeit Bulgariens größter Ausweitung unter dem, gegen Ende des ersten Jahrtausends, regierenden Zar Simeon I darstellen.

Wir waren jetzt drei bis vier mal dort, eigentlich immer recht zufrieden, heute sollte es ein besonderer Abend sein, meine Schwiegermutter ist aus Sofia zu Gast, meine Schwester, die Liebste und ich wollten dies mit einem Besuch in einem klassisch bulgarischen Restaurant feiern. Keine Sorge, natürlich habe ich die SchwiMu während ihres Besuchs auch klassisch österreichisch bekocht, Schweinsbraten, Kraut und Knödel inklusive.

Das Ambiente im Lokal ist ok, wenn auch verbesserungswürdig. Ein bisschen mehr Gemütlichkeit könnte man schon noch herstellen, ohne überbordend investieren zu müssen, aber wir wollen den neuen Besitzern Zeit geben, hoffentlich in Zukunft an diesen Schrauben zu drehen.

Die Küche ist sehr gut, man bemüht sich, vorwiegend mit frischen und hochwertigen Produkten zu kochen. Convenience-potato-wedges vom Metro zu verwenden ist aus meiner Sicht in einem Lokal dieser Preisklasse durchaus zulässig, muss aber nicht sein. So schwer sind frische Braterdäpfel jetzt ja auch nicht herzustellen, aber sie dauern halt für das à la Minute Geschäft länger.

Für die Reservierung gibt es einen Link, über dem man auch die Speisekarte herunterladen kann und auch sonst einiges Wissenswertes über das Lokal erfahren kann, unter anderem die akzeptierten Zahlungsarten (dies wird am Ende der Bewertung noch ein Thema). Nun gut, nicht die persönlichste aller Webseiten, aber alles da. Ich reserviere einen Tisch mit der Zusatzbemerkung: „Bitte einen schönen Tisch, vielen Dank“. Danach bekommt man eine automatisch generierte Antwort, die die Reservierung bestätigt und gut ist’s.

Beim Betreten des Lokals war gerade einmal ein Tisch besetzt, die Kellnerin ignorierte uns trotzdem einmal ein paar Minuten lang, um uns dann auf bulgarisch mitzuteilen, wir mögen uns halt einen Tisch unserer Wahl aussuchen. Na ja.

Wenn ich reserviere und noch dazu um einen schönen Tisch bitte, erwarte ich, dass der Wirt dies in irgendeiner Form zur Kenntnis nimmt und reagiert. Ein „Ja, Herr adn, wir haben natürlich einen besonders schönen Tisch für Sie vorbereitet“ kostet nichts, wäre aber eine angemessene und für den Gast gewinnende Reaktion.

Wir bestellen, klassisch bulgarisch, eine Runde Schnäpse (Burgas63, mein Favorit) und dazu, comme il faut, diverse Salate. Wir bestellen auch gleich Vor- und Hauptspeisen, allerdings mit dem Zusatz, erst mögen bitte Schnaps, stilles Mineralwasser und Salate serviert werden. Dies wurde von der Kellnerin mit „eh klar“ bestätigt, inklusive Augenrollen und scharf. Na gut, Service am Kunden – erste Klasse: durchgefallen.

Needless to say, es kamen Schnäpse, Salate, ein Teil der Hauptspeisen und die ein oder andere Vorspeise gleichzeitig, mein verwirrter und fragender Blick wurde mit einem „ein paar Speisen sind halt schneller fertig geworden“ seitens der Kellnerin quittiert. Bruhaha – Teil 1.

Am Tisch war somit gepflegtes bulgarisches Chaos, meine Schwiegermutter hatte Ihre Vorspeise (Katshamak – bulgarische Polenta, - gut, aber auch nicht mehr), eine Portion Bratkartoffeln (oder in diesem Fall Metro-Potato-Wedges), meine Schwester hatte Salat + Bohnensuppe (beides zugegeben sehr gut), die Liebste wiederum nur Salat („Schneewitchen“ – Snejanka, quasi Bulgariens Antwort auf Tzatziki, sehr gut), sonst nichts, ich wiederum, obwohl ich (für später) auch eine Bohnensuppe geordert hatte, auch nur meinen Schneewitchensalat.

Zum Glück hatten wir alle Schnaps und (leider lauwarmes) Leitungswasser in einer Kanne, obwohl wir eigentlich stilles Mineral bestellt hatten. Eis wurde auf Aufforderung gereicht, eine große Flasche gekühltes Mineralwasser wäre hier das Richtigere gewesen, nichts gegen unser Leitungswasser, aber bestellt hatten wir es anders.

Kurz danach (noch bevor wir eine Chance hatten, unseren Salat-Vorspeisen-Hauptspeisen-Mix aufzuessen) kamen auch für die Liebste und mich der Rest der Bestellung.

Für mich Bohnensuppe in Begleitung meiner Hauptspeise (2 Fleischlaibchen mit „Ljutenitza“, einer leicht pikanten Paprikapaste, ähnlich Ajvar), für die Liebste „Kartoffel-Kjufteta“ (eine in Bulgarien sehr beliebte Variante unserer Erdäpfelpuffer, aber doch anders. Man stelle sich ein Fleischlaberl vor, nur halt ohne Fleisch und mit Erdäpfelstückchen, einfach köstlich).

Trotz Chaos und wie schon eingangs gesagt, die Küche ist gut, klassisch bulgarisch, schmackhaft, die Produkte, mit denen gekocht wird, sind gut, der Koch versteht sein Handwerk.

Die Bohnensuppe ist nachgerade ausgezeichnet, die Fleischlaibchen könnten einen Ticken saftiger sein, aber in Summe passt das schon, nur die Ablaufprozesse, wann etwas aus der Küche abgerufen wird, passen halt so was von nicht, wenn es diese Ablaufprozesse hier überhaupt gibt.

Das nächste Bruhaha kam, als meiner Schwester auffiel, dass ihre Hauptspeise (gebackener Schafkäse) nicht kam. Auf Nachfrage wurde uns von der selben Kellnerin beschieden, sie (die Hauptspeise) sei halt vergessen worden. Danke für die Info, jetzt brauchen wir sie auch nicht mehr.

Bruhaha – Teil 3 (und der letzte Bruhaha – Akt) kam, als ich genervt nach der Rechnung verlangte und diese, wie schon vor zwei Wochen (und, nachdem ich dies auf der HP erneut nachgelesen hatte) mit Bankomat begleichen wollte. „Nein, geht leider nicht“, wurde mir von der Kellnerin mitgeteilt, deren Service-Performance meine Toleranzgrenze nun endgültig überschritt.

„Nun gut, dann, meine Liebe, schicken Sie mir bitte eine Rechnung, laut Ihrer HP darf ich mich als Gast schon darauf verlassen, dass die Zahlungsmittel, die Sie dort beschreiben, auch tatsächlich akzeptiert werden“.

Mehr hatte ich nicht gebraucht.

Es folgte ein Schwall an Vorwürfen in meine Richtung, dies sei halt alles nur passiert, weil es neue Besitzer gibt (seriously, was kümmert mich das als Gast?), und überhaupt, auch wenn viele Fehler passiert sind (echt jetzt?), für die Fehler waren ja nur die Kollegen in der Küche Schuld (es ist mir als Gast ziemlich wurscht, wo genau mein Abend versaut wird), sie hätte als Kellnerin ja alles richtig gemacht.

Nein, hat sie natürlich nicht.

Die Reaktion beim Begrüßen, - zugegeben, im Lichte der weiteren katastrophalen Fehler eine Kleinigkeit, - das falsche Abrufen der Speisen, die Reaktion auf die Beschwerde eines Gastes, alles, alles falsch, junge Dame.

Den Vogel schoss sie allerdings damit ab, als ich ihr, zugegeben genervt, versuchte zu erklären, dass es nicht wirklich akzeptabel sei, bei zwei (!) besetzten Tischen im Lokal die Bestellungen derart durcheinanderzubringen. Man stelle sich nur vor, was passiert wäre, wenn das Lokal voll gewesen wäre.

Reaktion: „Bevor Sie gekommen sind, waren wir aber ganz voll.“

You have got to be kidding. Echt, jetzt?

Gut, irgendwann wird’s dann auch mir zu viel und ich ließ die Chefin zum Rapport antreten. Die Dame kam zum Tisch, ich listete die Vielzahl aller Fehler auf, sie verstand, entschuldigte sich, bot eine Runde aufs Haus an, und versicherte uns gefühlte hundert Mal, sie sei ja neu als Besitzerin und ja, mit allem hätten wir natürlich Recht und gelobte glaubwürdig Besserung.

So geht Beschwerde-Management. Ja, viele, viele und teilweise unverzeihbare Fehler sind passiert. Sag dem Gast am Anfang, dass Bankomat nicht geht, weil Besitzerwechsel, jeder wird’s verstehen, nur nicht am Ende des Abends. Heiße den Gast willkommen, grad, wenn Du das Lokal neu übernommen hast, go the extra-mile, wenn jemand eine Reservierung tätigt, zeig, vor allem, durch die Art, wie Dein Personal in Deinem Namen am Gast reagiert, dass Du mit Fehlern richtig umzugehen weißt.

Die Chefin hat den Abend für uns grad noch gerettet, sie hat mir am Ende sogar schon echt leid getan, weil sie wirklich durch meine (zugegeben ausführliche – aber Ihr kennt ja meine auch nicht gerade kurzen Bewertungen – Kritik) ganz geknickt war, aber sie hat tatsächlich alles richtig gemacht.

Einsehen, Inputs aufnehmen, no push-back, kritikfähig sein und versuchen, den Gast doch noch zu gewinnen, den Abend für ihn irgendwie zu retten.

Wir wollen dem „Goldene Zeiten“ noch eine Chance geben, irgendwann gehen wir wieder hin und ja, sollte jemand von Euch gute, authentische bulgarische Küche probieren wollen, - go ahead, gutes Essen, leider (noch) viele ORG – Schwächen, die man hoffentlich in Zukunft in den Griff bekommen wird.
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Diese Review zählt nicht für die Gesamtwertung des Lokals, da dieser Tester dieses Lokal bereits neuerlich bewertet hat.
am 6. Oktober 2018|Update 30. Dez 2018
adn1966
Experte
SpeisenAmbienteService
Bulgarisch essen in Wien, die Dritte. Heute, am Vorabend des Geburtstags der Liebsten, stand uns der Sinn wieder einmal auf Bulgarisch, ist dies doch die Heimat der Liebsten. Ein Freund empfahl uns das „Goldene Zeitalter“ im 20. Ich hatte noch nie von dem Lokal gehört und so viele bulgarische ...Mehr anzeigenBulgarisch essen in Wien, die Dritte.

Heute, am Vorabend des Geburtstags der Liebsten, stand uns der Sinn wieder einmal auf Bulgarisch, ist dies doch die Heimat der Liebsten. Ein Freund empfahl uns das „Goldene Zeitalter“ im 20. Ich hatte noch nie von dem Lokal gehört und so viele bulgarische Lokale gibt es in Wien ja nicht, also war unsere Neugier geweckt.

Das Goldene Zeitalter befindet sich am Brigittaplatz, gegenüber der hinteren Längsseite der Kirche. Witzig, dass es uns heute Abend in diese Gegend verschlägt, ich bin einen Steinwurf von der Brigittakirche entfernt aufgewachsen, wurde in der Brigittakirche getauft, bin in der Nähe zur Schule gegangen, quasi meine gesamte Kindheit spielte sich im Grätzl um diesen Platz ab, viele Erinnerungen in meinem Kopf, als wir uns dem Lokal nähern. Der Zwanzigste Bezirk hat sein Gesicht in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert, in meiner Kindheit und Jugend war es ein sehr schöner Bezirk mit vielen kleinen Geschäften, Konditoreien, viele davon gibt es nicht mehr, sie haben über die Jahre billigeren Geschäften Platz gemacht, so richtig zum Flanieren laden nunmehr weder Jäger- noch Wallensteinstraße ein. Der Wallensteinplatz wurde mehrfach renoviert, so wirklich einladend ist er auch heute nicht. Aber genug der Nostalgie.

Der Außenauftritt des Lokals ist eher schlicht, auf einem Leuchtschild prangt der Name, ein paar Tische gibt’s am Gehsteig, aber zum draußen sitzen ist es doch ein wenig zu kühl. Wir betreten das leere Lokal und werden freundlich von einem jungen Kellner begrüßt. Die Frage, ob es auch einen Raucherraum gibt, wird bejaht und wir werden in einen, nur durch einen offenen Torbogen "abgetrennten" Teil des Lokals geführt. Außer uns sind nur ein paar Musiker da, die dabei sind, die Musikanlage aufzubauen, offenbar gibt es später Livemusik.

Es ist Samstag, das Lokal wird sich noch füllen, denn die zweite Kellnerin meint, die meisten großen Tische wären ab 20:30 reserviert. Nicht überraschend, Bulgaren essen üblicherweise später zu Abend als wir Österreicher. Es ist erst 18:30, Zeit genug, also nehmen wir an einem gemütlichen Vierertisch Platz.

Das Lokal heißt auf bulgarisch „Zlaten vek“, die Übersetzung von „Goldenes Zeitalter“. Darunter versteht man in Bulgarien die Zeit um Zar Simeon des Großen (Link), unter dem Bulgarien seine größte Ausdehnung erreichte. Entsprechend gibt es im zweiten Speiseraum auch ein großes Bild, das den Zaren hoch zu Ross zeigt.

Das Lokal dürfte vorher ein Chinarestaurant gewesen sein, die Holzvertäfelungen an der Wand, aber auch die Tische und Stühle zeugen noch davon. Die Transition zum bulgarischen Restaurant ist allerdings gelungen, an den Wänden sind nun verschiedene Bilder und Fotos aus Bulgarien zu sehen, auf den Tischen (unter Glas) sind traditionelle bulgarische Tischdecken. Das Lokal ist tadellos sauber, sehr positiv fällt mir auf, dass sogar die Menage mit Essig und Öl blitzblank sauber ist. Sehr fein.

Die Karte ist, wie in Bulgarien üblich, groß. In ihr sind alle üblichen Verdächtigen der bulgarischen Küche aufgeführt, dazu obligat eine große Auswahl an Schnäpsen.

Wir eröffnen klassisch bulgarisch mit einem kleinen Schnaps (Burgas 63) für die Liebste und einem großen für mich (bin ja auch größer als die Liebste). Dazu ein Shopska-Salat für die Liebste, ich nehme, wie fast immer, den „Schneewitchen“ – Snejanka – Salat. Als Hauptgang wählen wir eine Bohnensuppe, eine Portion scharfer eingelegter Pfefferoni, eine Portion Erdäpfel-Kjufteta, eine Portion Misch-Masch und ein „Kebabche“, Bulgariens Antwort auf Cevapcici.

Salat und Schnaps kommen schnell und überzeugen. Burgas 63 ist einfach ein sehr, sehr guter bulgarischer Weintraubenschnaps, mein Favorit. Der Shopska Salat ist laut Liebster ausgezeichnet, wie in Bulgarien üblich, recht grob geschnitten, aber feiner als im „Seasons“ und im „Sofia“. Mein Schneewitchensalat, ein an Tsatsiki gemahnender Salat, ist frisch, luftig und tadellos. Die Pfefferoni sind ausgezeichnet, deutlich besser als in den anderen beiden bulgarischen Lokalen. Scharfe eingelegte Pfefferoni sind in Bulgarien sehr beliebt und haben nichts mit den letscheren langen Dingern, die man bei uns an Würstelständen und leider auf so mach Pizza vorfindet, gemein. Die Marinade ist ein kunstvolles Rezept, in dem auch Zucker und vor allem Dille eine Rolle spielen. Und die Dinger sind scharf. Nicht zu scharf, aber doch mit „Kick“.

Kurz darauf kommen auch die Hauptspeisen.

Die Bohnensuppe, ein bulgarischer Klassiker, ist gut, sehr gut sogar, aber einen Tick zu brav. Man erschmeckt, dass hier einmal viel Kraft in der Suppe war, möglicherweise wurde ein wenig mit Wasser aufgegossen. Hier geht der Punkt an das Seasons.

Beim Rest gewinnt das Goldene Zeitalter. Der „Misch Masch“, ebenfalls ein Klassiker der bulgarischen Küche aus Eiern, Paprika, Zwiebel und Schafkäse, eine Art durchgerührtes Omelette, ist luftiger und saftiger als bei der Konkurrenz. Die „kartofeni kjufteta“ sind schlichtweg zum Niederknien. „Kjufte“ bedeutet auf bulgarisch „Fleischlaberl“, die Kartoffelvariante ist deren vegetarische Schwester. Kartoffel werden mit Ei und Schafkäse zu Laibchen geformt und entweder paniert oder natur in der Pfanne herausgebacken. Diese Laibchen waren paniert, würzig, luftig, einfach himmlisch.

Das „Kebabche“ war gut, hier geht der Punkt allerdings an die Konkurrenz. Angel, der Chef und Koch des Vorgängerlokals des Sofia, des Pleven, vermochte die besten Kebabcheta diesseits von Bulgarien zu machen, die Latte lag und liegt hoch.

Zum Abschluss möchte ich noch wissen, wie man’s im Goldenen Zeitalter mit den Desserts hält, also bestelle ich noch eine „Creme Caramel“, den Dessertklassiker Bulgariens schlechthin.

Die Creme ist gut, eine recht große Portion, aber hier ist der Wettbewerb nicht ganz fair. Ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass es auf unserem schönen Planeten niemanden gibt, der eine Creme Caramel besser herzaubert als die Liebste. Unerreichbar.

Dieser Punkt geht an die Liebste, - wie noch eine Million anderer Punkte, es sei mir erlaubt, das an dieser Stelle zu schreiben, sie hat immerhin in 15 Minuten Geburtstag und ist, nomen est omen, meine Liebste.

Die Rechnung fällt mit etwa 50 € durchaus moderat aus, wenn man bedenkt, dass wir uns quer durch die bulgarische Küche gekostet haben. Mittlerweile hat auch die bulgarische Livemusik eingesetzt und das Lokal beginnt sich zu füllen.

Gegend und Ambiente sind jetzt nicht der Brüller, aber um gute bulgarische Küche genießen zu können, zahlt sich ein Besuch allemal aus. Der Service ist freundlich und bemüht, insgesamt ein Besuch, der meine Erwartungen positiv übertroffen hat.
Ambiente mit Zar Simeon - Goldenes Zeitalter - WienWochenkarte - Goldenes Zeitalter - WienScharfe, eingelegte Pfefferone, fantastisch - Goldenes Zeitalter - Wien
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