In der Umgebung
Do, 13. Juni 2024

Gastwirtschaft Stopfer, Wien - Bewertung

am 10. Juni 2020
SpeisenAmbienteService
Seit 1951 gibt es die Gastwirtschaft STOPFER am Rudolfsplatz 4 im Ersten bereits, sieht man ihr übrigens nicht an. Man ist ein Familienbetrieb und bekannt für klassische Wiener Hausmannskost, wobei mir diese Weisheiten die Homepage verriet.

Unzählige Male sind wir daran schon vorbei gegangen, drinnen waren wir aber noch nie. Also fasste sich die liebste Gattin vor wenigen Tagen ein Herz, zog sich die nona RAPID Gesichtsmaske über :-) und reservierte persönlich beim Chef, für 5.6.2020, um 18:30 einen Tisch für vier. Ein Treffen mit lieben Freunden zum "Gedankenaustausch" nach C..... steht an.

Die etwa 1,5 km vom 8ten kommend wurden natürlich wieder zu Fuß in Angriff genommen, Meister Google meint 23 Minuten ist man unterwegs.
Das Lokal befindet sich in der Nähe der U2/U4 Station Schottenring, da ist natürlich auch das Ende der 31iger Bim, das ist jene welche berühmte die einen in 36 Minuten in meine Heimat Stammersdorf bringt..... :-)

Für den netten Gastgarten vorm Lokal war es heute leider etwas zu kalt, also hinein spaziert.

Schönes freundliches Lokal mit 120 Sitzplätzen, wie uns der Kellner verriet. Kleine helle Räume, verschachtelt, sauber und gepflegt. Viel Holz überall und die Wände weiß ausgemalt. Gefällt!

Mit uns 4en waren an diesem Freitagabend gesamt 10 Gäste anwesend.

Es gibt einen Servicemitarbeiter, Herr Peter wie mir die Rechnung später verriet. Er macht einen sehr ordentlichen Job, ist dabei freundlich, zumeist recht aufmerksam, er schaut mir vielleicht etwas zu selten in den einen Raum wo alle Leute saßen, ja und nachgefragt wird auch.
Der Chef kommt auch ab und an vorbei und fragt ob alles in Ordnung ist. Passt!

Dann passierte um 20:30 allerdings folgendes, wir wurden zum Zahlen aufgefordert und um 21:00 vom Chef quasi hinausgekehrt.
Auf der Homepage kein Hinweis, dass man heute vor 23:00 sperrt und bei der Reservierung wurden wir nicht auch darauf hingewiesen. Naja!

Das Essen war vorzüglich. Wir beide hatten eine sehr gute Leberknödelsuppe, wobei die eine richtig gute gschmackige Rindssuppe war. Der Knödel 1A, man konnte die Leber schmecken, von der Machart recht grob, mir war er aber etwas zu weich.

Die Liebste wählte als Hauptspeise ursprünglich ein Kalbsschnitzel mit Erdäpfel Vogerl Salat. Es wurde ihr angeboten daraus ein Backfleisch zu machen, Ja sehr gerne!
Das war schlicht großartig und kommt beinahe an das beim Heidenkummer heran! Das Fleisch mit ordentlich Senf und viel würzigem Kren eingerieben, die goldgelbe knusprige Panier war perfekt und das Kalb butterweich. Großartig!
Den Salat kann man auch als gelungen bezeichnen, eher süßlich mariniert, einziger Wermutstropfen, das Kernöl dazu wurde extra verrechnet.
Ich nahm die geröstete Kalbsleber in einen grandiosen Majoransaftl, dazu Reis. Die Leber ist auf der Zunge zergangen, war perfekt gewürzt und der Reis war nicht tot gekocht. Ein Gericht mit Suchtpotential.

Heute sollte es auch eine kleine Nachspeise sein, es wurde eine super flaumige Pala, mit nicht zu süßer Marillenmarmelade. Sehr leiwand!

Was haben wir getrunken, zu Beginn gesamt 4 Glas eines großartigen Prosecco.
Die quasi Fluchtachterln, wobei das Wort hier eine etwas andere Bedeutung bekommt, waren 3/8 eines roten, leicht pelzigen und sehr fruchtigen Cuvee, von einem Winzer aus der Thermenregion und noch ein Glas Prosecco.
Dazwischen war ein Flascherl Grüner Veltliner DAC 2019, vom Weingut Stopfer, aus 3720 Ravelsbach, im Übrigen eine entfernte Verwandtschaft und ein Weißburgunder 2017 ebenfalls von ihm. Beides sehr erfreuliche Weine, fruchtig, intensiv in der Nase, schöne gelbliche Farbe, vor allem der WB, weil auch schon etwas reifer.
Leitungswasser gibt es auf Bestellung und stand danach mit 0,-- Euro auf der Rechnung.
Die beiden Espresso irgendwann zwischendurch waren vom allerfeinsten.

Unsere Freunde waren mit dem Gebotenen ebenfalls sehr zufrieden. Sie hatten 2 Suppen, Frittate und auch Leberknödel. Die Hauptspeisen Backfleisch und Zwiebelrostbraten der nicht in der Karte stand, sowie eine Kugel von irgendeinem Eis als Nachspeise.

Alles in allem zwischen 4 und 5 gegessen, das Ambiente nett, das Service sehr anständig, wenn da nur nicht der quasi Hinauswurf gewesen wäre. Schade!
Die Zeche mit Maut waren 200,-- Euro für alle 4e, wir haben bar gezahlt, geht aber natürlich auch mit Plastik.

Auch Tage danach fragen wir uns noch immer, hat es die Gastwirtschaft STOPFER nicht notwendig? Einige Achterln wären sicher noch gegangen, denn auch der Nachbartisch, mit 4 älteren Herrn, war über das abrupte Ende des Abends, nicht sonderlich erfreut.

Auf eine Reklamation hatte ich übrigens keine Lust, hätte genau nix gebracht, hat halt ein anderer Wirt in der Umgebung noch einige Euro verdient, aber das ist auch im Juni 2020 eine andere Geschichte..... :-)
Backfleisch, herrlich! - Gastwirtschaft Stopfer - WienZRB - Gastwirtschaft Stopfer - WienKalbsleber im Majoransaftl, grandios! (Foto leider sehr dunkel) - Gastwirtschaft Stopfer - Wien
Hilfreich12Gefällt mir8Kommentieren
2 Kommentare
Stammersdorfer

Nein keine Erklärung, aber wie gesagt auch keine Nachfrage unsererseits....

10. Jun 2020, 14:57Gefällt mir
adn1966

Wie immer eine schöne und aussagekräftige Bewertung, danke Stammersdorfer. Eigentlich hat der Wirt alles richtig gemacht, aus Deiner Bewertung lese ich lediglich für den Leberknödel Luft nach oben. Gab's eine Erklärung für das abrupte Ende des Abends?

10. Jun 2020, 14:50Gefällt mir1
Konto erstellen
Schon Mitglied?
Indem Sie fortfahren, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen und Datenschutzerklärung einverstanden.
E-Mail
Benutzernameautomatisch
Passwortautomatisch
Indem Sie fortfahren, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen und Datenschutzerklärung einverstanden.