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Mary Ann Cafe - Pub - Bar - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 19. Juni 2015
Experte
Criticus
72
10
24
2Speisen
3Ambiente
4Service
10 Fotos2 Check-Ins

Nach einer kleinen Einkaufstour durch die SCS (für Wiener u.a.: gemeint ist hier die Shopping City Seiersberg) wollten wir uns gemütlich bei einem Gläschen ausruhen und fuhren ins Mary Ann, das von der SCS ja nur einen Steinwurf entfernt ist: einfach die Brücke über die Autobahn genommen und nach der Brücke den PKW rechts auf dem Parkplatz vor dem Mary Ann abgestellt.

Ich war schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr im Mary Ann, glaubte aber trotzdem deja-vu-mäßig zu erkennen, dass sich an der Einrichtung nichts geändert hat. War und ist auch nicht notwendig, da ich mir vorstellen kann, dass das Lokal nach wie vor in der Lage ist, ein real pub-feeling zu vermitteln, wenn mehr Gäste da sind. Ein pub braucht einfach Gäste, um ein „pub“ zu sein (in den englischen pubs stehen die Gäste ja auch in Dreier-Reihen vor der Theke). Als wir das Lokal betraten, waren nur einige wenige Gäste da. Es hat zwar gute Musik gespielt, eine "Pub-Stimmung“ konnte aber ob der wenigen Gäste natürlich nicht aufkommen.

Die Einrichtung und das ganze Ambiente ist einigermaßen gelungen einem englischen pub nachempfunden: eine lange Bar, viele Flaschen in mehreren Etagen hinter der Bar, dahinter ein Spiegel, die Einrichtung mit viel Holz, mehrere Brüstungen für Stehplätze, Platz vor der Theke, kleine Tische, schwarze Hocker mit roter Polsterung, viele größere und kleinere Leuchten von der Decke und an den Wänden und zahlreiche Bilder und sonstige Dekorationen. Vielleicht nicht ganz so „überladen“ oder protzig wie viele englische pubs. Es fehlt eigentlich nur die Glocke an der Bar, mit der in den englischen pubs nicht die Sperrstunde aber die letzte Runde eingeläutet wird. Voriges Jahr war ich in Kuba in einem AI-Hotel, da gab es an der Bar auch eine Glocke, die aber vom Barkeeper nur dann geläutet wurde, wenn ein Gast ein gutes Trinkgeld gegeben hat (natürlich in der CUC-Währung). Im englischen pub ist Trinkgeld dagegen total unüblich. Tja, andere Länder, andere Sitten.

Und noch etwas ist mir im Mary Ann aufgefallen: zahlreiche Aschenbecher auf den Tischen und auf der Theke. Ein absolutes no go. In allen britischen pubs ist das Rauchen streng untersagt. Ein wirkliches oder richtiges pub will oder kann das Mary Ann also doch nicht sein.

Das Mary Ann bietet Platz für etwa 50 – 60 Gäste, auch mehr, wenn die Gäste - wie in den englischen pubs – in Reihen vor der Theke stehen würden. Der Gastgarten scheint mir nicht so gemütlich zu sein, rundherum nur Parkplatz.

Da ich durstig war, hab ich als erstes einen Aperolspritzer bestellt, wobei mich der Kellner freundlich gefragt hat, ob ich den Aperolspritzer mit Wein oder Prosecco haben möchte. Leider war das Getränk dann sehr hell und entsprechend „schwach“, weil mit dem Aperol sehr gespart wurde.

Die Getränkekarte des Mary Ann ist erstaunlich umfangreich. Da gibt es (fast) nichts, was es nicht gibt. Es werden auch – wie es sich gehört - diverse internationale Biere angeboten, natürlich auch das Guiness. Ich hab aber bescheiden ein kleines steirisches Bier getrunken, welches gut temperiert auf den Tisch kam und – Gott sei Dank – auch genügend Schaum hatte (die „pints“ in den englischen pubs werden bis zum Glasrand mit keinem, einem oder zwei mm Schaum eingeschenkt).

Dann knurrte plötzlich der Magen und wir stellten uns die Frage, was gibt’s im Mary Ann zum Essen? Naja, nix von Bedeutung: 3 verschiedene Pizzen und ein Schinken-Käse-Toast. Sachen also, die der – einzige – Kellner schnell so nebenbei bewerkstelligen kann. Wir bestellten eine pizza diavolo, wobei wir natürlich wussten, dass die Pizza „aus der Schachtel“ kommt. Dementsprechend niedrig auch unsere Erwartungen, aber da ging’s nicht um Kulinarik sondern nur um Hunger (der ja auch ein guter Koch sein soll). Unter Berücksichtigung dieser Umstände hat die Pizza gar nicht mal so schlecht geschmeckt. Der Teig war leicht knusprig, aber überhaupt nicht verbrannt, also hat der gute Herr Kellner gewusst, wie lange die Pizza im Ofen oder in der Mikro sein muss. Die Pizza war auch in Tortenstücke geschnitten, ich hab trotzdem das Besteck verwendet, weil die Pizza so richtig schön heiß war.

Über Empfehlung des Kellners haben wir zum Abschluss einen Cabernet Sauvignon aus Chile (das Achterl um € 3,90) getrunken und wir waren dem Kellner für die Empfehlung dankbar, ein etwas kräftigerer sehr schön abgerundeter Wein, der den Weg durch unsere Kehlen genommen hat. Ein würdiger Abschluss.

Ach ja, ein Wort noch zum Kellner. Er war sehr nett, war aber nicht immer der deutschen Sprache ausreichend mächtig, was aber kein Problem war. Er war bemüht und freundlich und das ist die Hauptsache.

Fazit: Das Mary Ann versucht sich teilweise mit Erfolg als englisches pub. Das Getränkeangebot ist sehr beachtlich, weniger jedoch das Angebot an kleinen Speisen oder Snacks. Man könnte etwa in einer Vitrine Brötchen anbieten. Gute Atmosphäre, freundliche Bedienung. Für einen Abstecher oder ein Bier nach der Arbeit gut geeignet.

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Kommentare (6)

am 22. Juni 2015 um 10:18

ja klar - das steirische Provinzlokal zeigt den Londoner Lokalen was ein "richtiges Pub" ist - weil man Tschikken darf. Schon unglaublich, was Sucht aus intelligenten Menschen macht...

BTW: War erst wieder ne Woche in London: Die Pubs voll - beste Stimmung, Wohnzimmeratmosphäre - zumindest 8 Fassbiere (und nicht wie bei uns von einem Konzern) sind Standard...ein Traum! Ich fand aber auch die Speisen in den meisten Pubs vorzüglich.

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54
8
am 22. Juni 2015 um 10:06

Die britischen Pubs sind seit dem Rauchverbot keine Pubs mehr. Mary Ann hat das erkannt und will ein Pub sein.

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48
22
am 22. Juni 2015 um 09:38

Vor 3 Wochen, auf Kreta, musste ich leider eine Apotheke aufsuchen. Die war neu eingerichtet, alles wirkte sehr sauber und fast schon steril - und mittendrin ein gepflegter, älterer Pharmazeut, der auf dem Tresen den Tschicktegel mitsamt rauchender Zigarette stehen hatte.
Ich bin vor Lachen fast aus den Flip-Flops gekippt.
Andere Länder, andere Sitten :))

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89
16
am 20. Juni 2015 um 19:31

Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, ob man dort in London rauchen durfte - war uns als starke Raucher auch egal, weil ... es war alles pfuigack und wir waren eh schon auf der Flucht.
Diese Kampagne gegen Raucher finde ich echt mies, aber vor einigen Tagen erlebte ich einen Chinesen, der zum Billa kam und sich "ganz normal" eine anrauchte.
Solche bringen alle Raucher in Verruf und das hass ich.

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63
50
am 20. Juni 2015 um 07:44

Also, ich fand die britische Gastronomie besser als ihren Ruf (was immer das heißen mag ;-) ).

Bevor die Antiraucherwelle von den USA herüberschwappte, wurde in England so gut wie überall geraucht, einschließlich Kinos und des oberen Decks der Doppelstockbusse. Natürlich auch in Pubs.

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92
38
am 19. Juni 2015 um 22:32

Wir waren einmal in London in einem Pub - indiskutabel.
Einmal in Wien in einem Irish Pub - ohne Worte!
Die Insel von der Themsel-Lisl hat einfach für unsren Geschmack nichts zu bieten.
Naja, vielleicht liegt es daran, dass ich kein Bier trinke.

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63
50
Mary Ann Cafe - Pub - Bar
Feldkirchnerstrasse 15
8054 Seiersberg
Steiermark
Speisen
Ambiente
Service
20
30
40
1 Bewertung
Mary Ann Cafe - Pub - Bar - Karte
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