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Schweizerhaus - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 4. Oktober 2014
Experte
HrMann
39
18
20
3Speisen
3Ambiente
3Service

Wir gehen abends langsam vom Praterstern Richtung Prater. Uns fallen sofort die eigenwilligen Kleidungsstücke auf, die die meisten Leute tragen. Bedenkt man, dass zurzeit die „Wiener Wiesn“ ihre Pforten geöffnet hat, so leuchtet einem schon bald ein, dass es sich hierbei wahrscheinlich um Tracht-Interpretationen wenig modebewusster Touristen und Städter handeln muss. Ich für meinen Teil würde solche Fetzen bestenfalls im Fasching anziehen, aber Geschmäcker scheinen wohl auch bei der Kleidung sehr unterschiedlich zu sein. Wir flanieren also teilweise schmunzelnd, kopfschüttelnd und verwundert über die ein oder andere Gestalt durch den Prater, ehe wir unser Ziel, das Schweizerhaus, erreichen.

Über das SH ist eigentlich schon (fast) alles gesagt worden. Ein kleines Resümee: Man soll die Hauptsaison meiden, die Stelzen schmecken von trocken bis hervorragend, das Bier wird einem Freude bereiten, wenn man es leicht haben will, gleichzeitig kann einem schon einmal der Gusto vergehen, wenn man für mutige € 4,30 ein mäßig gefülltes Krügerl mit einer derart großen Schaumkrone bekommt, dass beim ersten Schluck gleich die ganze Nase auf Tauchstation geht. Mehr Bier - weniger Schaum wäre mir persönlich lieber, aber vielleicht gefällt‘s den unzähligen Touristen gerade deshalb umso mehr. Dieses Resümee liest sich als würde man von einem mittelmäßigen Lokal sprechen, dass nur von seiner Lage und von seinem Ruf lebt. Dem mag wohl ein wahrer Kern entspringen. Die berechtigte Frage lautet nun: Warum gehe ich dann überhaupt dorthin? Um einer Einladung Folge zu leisten.

Obwohl es schon Abend ist, sitzen noch viele Leute im Gastgarten. Wir haben einen Tisch im Innenbereich reserviert, worüber ich glücklich bin, da es schon spürbar kühl wird. Das Ambiente des SH ist für mich nichts Aufregendes: Zumeist große Tische, die Sitzgelegenheit fallen nicht positiv oder negativ auf. Man sitzt eben. Einzig die Zugluft stört mich wirklich. Der Kellner lässt sich nicht lange bitten und nimmt die erste Bestellung auf. Wenig später wird die erste Runde Bier (helles Budweiser, Beschreibung siehe oben), serviert. Das Bier ist leicht, kaum mit Kohlensäure versetzt und ein passender Begleiter zum Essen. Nach dem Essen war mir das Helle dann aber eindeutig zu seicht, und bin deshalb auf ein Mischbier umgestiegen.

Bevor die Speisen serviert wurden, habe ich noch das Hausbrot gekostet. Dies hätte ich ich vermeiden sollen, denn es schmeckte fad und keine 5 Minuten nach der Bestellung wurde das Essen ohnehin schon geliefert: Ein Krautsalat, ein Kartoffelsalat, die Teigtascherln mit Tomatenkraut und Kartoffelpuffer, ein Mal mit, ein Mal ohne Knoblauch. Den Kartoffelsalat hatte ich besser in Erinnerung, es hätte ruhig etwas mehr Marinade verwendet werden können. Der Krautsalat war hingegen sehr gut: Fein abgeschmeckt, nicht vom Kümmel erschlagen und schön knackig. Die massiven Kartoffelpuffer waren heiß, fettig und für meinen Geschmack etwas zu dick geraten. Die Puffer wären um einiges besser würde man sie nicht so dick zubereiten und vom Fett befreien.

Ein Tomatenkraut hatte ich bislang noch nie konsumiert. Dieses war etwas zu süß und auch zu fettig. Gleichzeitig gefiel mir die Kombination aus Kraut und Tomaten sehr gut. Die gefüllten Teigtascherln hätten ruhig etwas mehr Würze vertragen. Die Füllung war geschmacklos. Nach der Hälfte des Gerichtes war ich die zu süße Note des Krauts Leid und wechselte die Teller mit meinem Sitznachbarn. Es wurde nicht besser: Die Spinatnockerl mit Rahmsauce waren kein kulinarischer Höhenflug, die kann man selbst mit ein paar Tricks bei weitem besser zubereiten. Man merkt beim SH ganz einfach, dass die Gerichte einer Großküche entspringen, wo für Raffinesse keine Zeit ist.

Als Nachspeise gab es dann noch zwei Powideltascherl mit einem riesen Haufen Bröseln und Butter. Diese mundeten mir mehr als die Hauptspeisen: Die Bröseln waren schön angeröstet, das Verhältnis von Fett (Butter) zu Zucker stimmte hier. Dem Gusto zuliebe wurde dann noch eine Schokotorte bestellt, die mit reichlich Schlag daherkam. Die Schokotorte war äußerst üppig. Vor allem die überaus dicke Schokocreme/Glasur hatte es in sich.

Die Bedienung würde ich als unauffällig beschreiben. Vom Schmäh war keine Spur, gebracht wurde alles flott und die Rechnung stimmte, was scheinbar nicht selbstverständlich sein soll.

Zum Resümee: Siehe oben!

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Kommentare (2)

am 6. Oktober 2014 um 09:22

"Krachlederne"

Gefällt mir
Experte
88
16
am 4. Oktober 2014 um 23:02

Ja, das stimmt schon. Aber es ist wie mit dem sehr guten Essen: Man muss danach suchen ;)

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Experte
39
18
Schweizerhaus
Prater 116
1020 Wien
Speisen
Ambiente
Service
33
34
29
49 Bewertungen
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