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Simmeringer Bier- und Kulturschmankerl - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 18. Mai 2014
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3Speisen
3Ambiente
3Service
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Das „Simmeringer Bier- & Kulturschmankerl“ befindet sich in einem Altbau-Eckhaus auf der Simmeringer Hauptstraße, wo vorher das „Junior´s Wirtshaus Zum Nepomuk“ und noch viel früher einmal eine Pizzeria ansässig war. Schon von außen merkt man, hier hat man ein typisches Wiener Wirtshaus bzw. Gasthaus zu erwarten. Kein Gourmettempel, kein Hauben- oder Sternelokal, dafür aber eine bodenständige und vor allem traditionelle Wiener Gaststätte.

Sicherheitshalber auch rechtzeitig reserviert, treten wir in das Lokal im Nichtraucherbereich ein. Nach bloß einem kurzen Moment werden wir empfangen, und unser Tisch wird uns gezeigt. Das Lokal ist eher rustikal mit Holzstühlen, -bänken und –tischen eingerichtet, überall jedoch die Tische mit Tischtüchern eingedeckt. Ins Auge sticht natürlich sofort der große, gemauerte Pizzaofen, ein Relikt aus vergangener Pizzeria-Zeit, der allerdings aus feuerpolizeilichen Gründen nicht mehr verwendet werden darf. Somit dient der Ofen lediglich als Einrichtungsstück.

Auch Raucher sind hier willkommen, ein bei der Schank eingerichteter Gästeraum wurde zum Raucherbereich deklariert. Im Kellerbereich befindet sich ein weiterer Gastraum, eigentlich ein Saal, in dem eine Bühne für diverse Veranstaltungen (Musikerauftritte, Live Musik, etc.) sowie eine Schank bzw. Bar errichtet wurden. Persönlich finde ich den Kellerbereich, in dem auch Feste oder Feiern veranstaltet werden können, nicht so heimelig, wirkt der Saal auf mich doch eher wie ein Seminarraum mit Schank und Bühne. Eine Sanitäranlage gibt es sowohl ebenerdig, als auch im Kellergeschoss – in Ordnung, gepflegt.

Im Rahmen und auf dem Niveau eines Wiener Gasthauses werde ich die Bewertung durchführen und auf einen Auszug unserer Speisen (wir waren sechs Personen) im Detail eingehen. Der Blick in die Speisekarte bestätigt die Annahme und Erwartung, dass hier vorwiegend klassische, traditionelle Wiener Küche geboten wird. Bekanntes aus der Wiener bzw. Österreichischen Küche wie „Wiener Schnitzel vom Schwein“, „Gebackene Schweinsleber mit Erdäpfel-Mayonnaise Salat“, „Backhendl mit oder ohne Haut“, „Cordon bleu vom Schwein oder Pute“, „Gebackene Blunzenradl'n“, „Rindsgulasch mit Butternockerl“ oder auch „Alt Wiener Beuschel mit Semmelknödel“, „Fiakergulasch mit Semmelknödel Grillwürstel, Spiegelei und Fächergurkerl“ und „Geröstete Leber vom Schwein mit Petersilerdäpfel“ stehen hier am Programm. Erwähnenswert ist noch: annähernd jede Speise aus der Karte kann in kleiner, sogenannter „Senioren-Portion“, oder in normaler Portionsgröße bestellt werden – BRAVO!

„Frittatensuppe“ (EUR 2,90) – brave Rinderbouillon, nicht künstlich überwürzt und handwerklich gut gemachte Frittaten wurden serviert. Ein glattes GUT für eine klassische Wirtshaussuppe, die Spaß machte. Für die „Nudelsuppe“ (EUR 2,90) und die „Leberknödelsuppe“ (EUR 2,90) gilt jeweils Gleiches, lediglich der Leberknödel konnte geschmacklich nicht überzeugen.

„Backhendlsalat mit Kernöl“ (EUR 7,80) – die Hühnerfilets in Streifen geschnitten, brav paniert und gebacken, waren innen noch saftig und völlig in Ordnung. Der Salat war frisch und nach Wiener Art (süßlich) mariniert, das Kürbiskernöl ging, ob der spartanischen Gebrauchsweise, unter. In Summe ein GUT.

„Gebackene Champignons mit Sauce Tartare“ (EUR 6,10 / kleine Portion) – die Champignons waren ebenfalls gut paniert und sehr gut abgetropft. Lobenswert ist zu erwähnen, dass man ausschließlich kleinere Champignons oder teilweise geviertelte verwendete. Die Sauce Tartare dazu war hausgemacht, aber nicht aufregend. In Summe auch hier ein glattes GUT. Mit einem extra bestellten „Grünen Blattsalat“ (EUR 2,90) sowie separat bestellten „Preiselbeeren“ (EUR 0,50) rundete meine beste Ehefrau von allen ihr Mahl ab.

„Hühnerleber gebacken mit Sauce Tartare“ (EUR 8,60) – die Leber von guter Qualität und schmackhaft, penibel geputzt, keine einzige bittere Stelle von der Galle, jedoch mit einigermaßen katastrophaler Panier. An fast jedem Leberstück löste sich die Panier ab, und manche Leberstücke waren regelrecht unpaniert frittiert am Teller. So präsentiert sich in der Regel schon lange vor dem Servieren Paniertes, das dann recht kalt bis zur eigentlichen Verwendung gelagert wird. Daher leider auch nur ein MÄSSIG.

„Mohr im Hemd“ (EUR 4,50) – ein sehr guter und schokoladiger, hausgemachter Kuchen wurde serviert. Die Portion, ob der Formgröße, sehr mächtig, mit viel Schokoladendsauce aus der Flasche vollendet. Ein sehr gutes GUT.

„Baileysnockerl“ (EUR 4,60) – die Nockerl waren wunderbar flaumig wie Wölkchen. Der für den Baileys-Likör so typische Geschmack kam wunderbar durch. Verziert mit etwas Schokoladen- und Erdbeersauce aus der Flasche waren diese trotzdem wirklich SEHR GUT.

Unsere Getränke, „Gösser Naturgold Alkoholfrei“ (EUR 3,10), „Apfelsaft-Leitungswasser“ (EUR 2,20), „Eistee Pfirsich“ (EUR 2,60) und „Weißer Spritzer“ (EUR 1,90), waren allesamt gut temperiert und tadellos. Der Kaffee, „Doppelter Espresso“ (EUR 3,40) sowie eine „Melange“ (EUR 2,70), schmeckte ebenfalls völlig in Ordnung.

In Summe gebe ich den Speisen gerne ein glattes GUT, aber mehr war es nicht. Irgendwie fehlte bei allen Speisen das gewisse Etwas oder der letzte Kick. Durchaus braves und geradliniges Wirtshausessen, aber auch relativ austauschbares. Die Preise sind durchwegs als moderat zu bezeichnen. Saisonale Schmankerl wie Spargelzeit, Heringsschmaus oder Ähnliches werden immer wieder angeboten. Interessanterweise ist man das erste Wiener Gasthaus mit dem Gösser-Bier braufrisch vom sogenannten Frischetank, der mächtig thronend beim Weg auf die Sanitäranlage bewundert werden kann.

Für das Ambiente gebe ich ebenfalls ein glattes GUT. Ein ansprechender Gastraum im Erdgeschoß, weniger ansprechende Räumlichkeiten im Kellerbereich sowie ein Innenhofgarten für etwa 45 Personen und zusätzlich ein Schanigarten für etwa 50 Personen runden das Platzangebot ab.

Der Service war freundlich aber nicht auffallend gut. Gebrauchtes Geschirr blieb schon gerne einmal länger am Tisch stehen und Getränkebestellungen waren nicht immer, wie gewünscht, möglich. Die Verabschiedung jedoch war äußerst herzlich, daher gebe ich auch hierfür ein GUT.

Fazit: das Lokal ist durchaus zu empfehlen, bietet es doch eine recht üppige Speisekarte aus der traditionellen Wiener Küche zu sehr fairen Preisen. Aktionen wie Wochenmenü & Wochenschmankerl, Tagesmenüs zu günstigen EUR 5,90 (drei Menüs zur Auswahl: Suppe & Fleischspeise, Suppe & Vegetarisch oder Suppe & Wiener Schnitzel – wochentags von 11:00h – 14:30h), einen Jazz-Brunch, Grill-Abende „All you can eat“ um EUR 17,90/Person und andere Live-Veranstaltungen locken zusätzlich zum Stammpublikum auch neue Gäste in das Lokal – ein sehr breit gefächertes, buntes Angebot. Der Internetauftritt ist ansprechend, umfassend informativ und gut strukturiert. Das „Simmeringer Bier - & Kulturschmankerl“ ist ein durchaus sympathisches und recht gemütliches Wirtshaus ohne kulinarische Höhenflüge, jedoch mit brav gemachter Küche.

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Kommentare (1)

am 18. Mai 2014 um 16:58

Eines der besten unter den alkoholfreien Bieren.

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Simmeringer Bier- und Kulturschmankerl
Simmeringer Hauptstrasse 152
1110 Wien
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