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La Morra - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 28. Jänner 2014
Experte
amarone1977
315
75
30
2Speisen
1Ambiente
3Service
3 Fotos1 Check-In

Wien – St. Pölten. Ich fahre sehr gern auf der S5.

Vorteil: einerseits bin ich oft schneller als über die A1, andererseits ist auch weniger Verkehr. Autofahren ist kein Problem. Aber entspannend sollte es schon sein.

Nachteil: nachdem der Gruber in Stockerau heut zu ist, könnte einen der Hunger auf die Schnelle nur in eine Raststätte treiben.

Die Alternativen: eine vom hier schwer vermissten User nokomo beschriebene nahe Korneuburg, oder jene in Grafenwörth. Letztere kommt allerdings kulinarisch nicht über Toast und 25-Liter-Dosengulaschsuppe hinaus.
Und St. Pölten ist mir noch zu weit weg.

Also runter von der S5: die Blumenstadt Tulln ist das Ziel. Kenne ich nur von vor 25 Jahren, als wir mal von Passau nach Wien per Fahrrad unterwegs waren. Seitdem nicht mehr.
ReTe mobil spuckt die Möglichkeiten aus. Klar, Tulln ist nicht St. Anton am Arlberg, die Einträge sind dünn gesät.

La Morra. Hauptplatz. Das kann sogar ohne Navi nicht so schwer zu finden sein.
Direkt im EKZ, rein in die Tiefgarage, rauf in den Einkaufstempel. Das Lokal ist laut Übersichtsplan am anderen Ende des Geschäfts-„Schlauchs“ zu finden.

Gradewegs am Ende des „Schlauchs“ ein Sportgeschäft. Links ein „Asia Noodel House“ (sic!), rechts das „Restaurante La Morra“ (sic!)

Ich staune ja immer wieder: welcher Lokalbetreiber ist eigentlich nicht daran interessiert, wenigstens seinen Lokalnamen mit korrekter Rechtschreibung des Landes zu präsentieren, das sein Lokal kulinarisch repräsentieren soll? Ehrlich, ich werd’s nie begreifen.
Immerhin ist „La Morra“ eine der Kerngemeinden des Nebbiolo-Anbaugebietes im Piemont. Garant jedes Jahr für viele der besten Barolo dieses Planeten.
Nach der „Restaurante“-Gaffe werde ich also von meinen dezent freudigen Erwartungen zurück auf den Boden der Realität zurückgeholt.

Egal. Das ist trotzdem nicht der Grund, wieso hier nicht so ganz die Stimmung für mich aufkommt. Es wird eben nur eine schnelle Pause sein, der Hunger wird gestillt und vielleicht entdecke ich ja neben den üblichen EKZ-Teilnehmern doch noch irgendeinen Laden, um einen kleines Präsent auf meine Fahrt Richtung Linz mitzunehmen.

Die typische Rollo zum Schließen des Lokals und die zweckmäßigen Fliesen sind – tja, zweckmäßig eben, leicht zu reinigen, erhöhen aber auch den durch den „Schlauch“ eigenartigen Geräuschpegel.
Vielleicht sollen ja die Gäste daran erinnert werden, auch noch was einzukaufen, und nicht stundenlang hier im italienischen Gourmettempel zu versumpern.

Hinter der Schank türmen sich meterhoch die Pizzakartons. Ein Kellner schiebt gerade Getränkenachschub per Einkaufswagen zwischen den Tischen hindurch.
Ein anderer Kellner bringt mir die Karte. Als Teilnehmer eines kleinen sportlichen Highlights hat man mir geraten, Wochen zuvor vermehrt Kohlenhydrate zu mir zu nehmen.

Werde ich tun. Die Tomatensuppe mit Schafskäsewürfeln soll aber einmal den ausgedörrten Magen schmeicheln.
Tut sie nur bedingt. Über die Schafskäsewürfel kann man diskutieren, ob sie drin sein sollen oder nicht. Auffallend aber die starke Verwendung von gemahlenem Pfeffer, allerdings nicht jener frisch und grob aus der Mühle, sondern Marke „Niespulver“ (Copyright Otternase).

Keine Ahnung, warum der Niespulver-Pfeffer ein so grundlegend anderes Aroma hat als der frisch geriebene, und das ist nicht als Kompliment gemeint. Vielleicht ist dem Koch auch beim Schütteln des Pfefferstreuers der Deckel runtergefallen.
Wie auch immer: italienisch ist das nicht.

Pasta. Da waren sie, die Kohlenhydrate. Auf Wunsch als pasta corta (Penne, etc.) oder pasta lunga (Spaghetti, Linguine, etc.).
Dazu Blattsalate, die mit einem typischen Flaschendressing serviert werden. Es reicht, wenn man einmal beim Pizzaservice Salat dazubestellt hat. Diese Produkte sind unverkennbar nicht selbst gemacht.

Meine Pasta wünsche ich mir mit einem Pesto nach Art des Hauses. Dieses wiederum weckt zwar nicht sofort die Assoziationen mit meinem verhasst-geliebten Italien, aber mir gefällt die hauseigene Interpretation trotzdem. Die Nudeln sind auch tadellos gekocht.
Nur: viel zu viel – da essen sich auch zwei Personen satt.

Caffè – passabler Espresso. Geht auf’s Haus, meint der Kellner. Hier ist der Espresso automatisch nach Konsumation von Hauptgerichten mit von der Partie. Auch eine Strategie.

Fazit: der Gratis-Espresso wird sicher nicht der Beginn einer langen Liebe sein. Es ist und bleibt ein typisches Lokal für ein Einkaufszentrum. Ein Mitarbeiter bringt weiteren Getränkenachschub im Einkaufswagen. Macht natürlich Sinn, weil praktisch, passt aber auch irgendwie zum Charakter des Lokals.
Sachlich, schnell, effizient. Günstig, aber große cucina italiana darf man sich hier nicht erwarten.

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Kommentare (2)

am 29. Jänner 2014 um 10:05

kuechenmeister: du hast natürlich vollkommen Recht. Es geht mir halt oft so, dass ich als Kilometerfresser oft erst auf der Autobahn draufkomme, dass eigentlich der Magen leer ist.
Bei Tempo 130 spielt man dann natürlich auch nicht mit dem Smartphone rum, außerdem ist mir Toni M. aufgrund seiner Einstellung zu Lehrlingen ein Graus, die Berichte sind mir ja wohl bekannt.
Ich fahr halt dann auf gut Glück mal runter von der Autobahn und schau erst dann ins schlaue Telefon. War wieder mal keine wirklich gute Idee.
Das passiert halt immer dann, wenn man keine Lust hat, noch eine halbe Stunde Umweg zu machen, um nicht erst um Mitternacht am Ziel zu sein.

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75
am 28. Jänner 2014 um 22:24

Also, gerade auf der Strecke gibt's eine ganze Menge ordentliche Alternativen zu Raststätten und Pseudoitalienern, in Tulln beispielsweise den Sodoma, ein Stück weiter neben der S 5 Oberstockstall, in Feuersbrunn den Gasthof zur Traube vom Mörwald...und das sind nur die, die mir auf die Schnelle einfallen. Kulinarisch also eine gesegnete Gegend, da muss man nicht in einem "Restaurante" einkehren :-)

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La Morra
Hauptplatz 11
3430 Tulln
EKZ Rosenarcade
Niederösterreich
Speisen
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La Morra - Karte
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