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Restaurant Ferdinand - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 9. März 2012
Experte
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3Speisen
3Ambiente
3Service
34 Fotos4 Check-Ins

Das seit 2007 geöffnete Restaurant Ferdinand ist eigentlich für mich ein Wiener Gasthaus oder ein Wiener Wirtshaus in Reinkultur und das meine ich durch und durch positiv. So oft an diesem Lokal vorbeigegangen / -gefahren, haben wir es heute endlich einmal getestet. Gleich vorweg, es ist weder ein Hauben- noch ein Sternelokal, daher ist die Bewertung auch in diesem Rahmen.

Das Restaurant Ferdinand bietet vor allem Wiener Küche / Spezialitäten aber auch klassische Hausmannskost (Blunzengröstel, Saftgulasch mit Nockerl, Fiakergulasch, Kalbsrahmbeuschel oder Specklinsen) sowie echte Schmankerl der Salzburger Hausmannskost (Kaspreßknödelsuppe, Kaspreßknödel mit Sauerkraut, Speckkasnocken mit grünen Salat aus dem Pfand‘l oder Pinzgauer Kasnocken mit grünem Salat).

Der Salzburger Einschlag kommt hier nicht von ungefähr, denn hier werkt neben der Frau des Wirts auch noch ein Koch, der sich seine Sporen in der Schweiz aber eben auch in Gastein verdiente. Diesen Einfluss merkt man auch in der Karte. Natürlich fehlen auch nicht die Pfannenklassiker wie geröstete Knödel oder Eiernockerl mit grünem Salat.

Bereits am Eingang bemerkt man die sehr ansprechenden Tagesangebote, die permanent wechseln sowie die beiden Menü-Angebote. Das macht einfach Lust auf mehr. Nach Eintreten in das eigentlich U-förmige Lokal stößt man auf eine schwere Holzschank, wie sie in typischen Wirtshäusern eben sein soll und erwartet wird. Der Eintritt ist direkt im Raucherbereich, der sich auch in den rechten Lokalbereich sowie zur Hälfte in den linken Lokalbereich teilt. Suboptimal ist die Trennung zum Nichtraucherbereich, denn die Türe ist permanent offen, gut jedoch, dass dieser ausreichend groß ist, und somit einem rauchfreien Genuss nichts im Wege steht. Im hintersten Bereich ist noch ein kleines Extra-Stüberl (Nichtraucher), das auch den Ausgang zum Innenhof-Gastgarten beherbergt. Ein durchaus lauschiges und ruhiges, wenn auch nur eher kleines Plätzchen. Zahlreiche alte Lithographien und Fotos bzw. Zeichnungen zieren die Wände des gesamten Lokals – sehr ansprechend und richtig passend.

Die Tische sind mit Stofftischtüchern (außer im Eingangs- bzw. Schankbereich) gedeckt, aber nicht zwingend fleckenfrei, was störend ist. Anscheinend werden sie halt, außer bei einem größeren Malheur nur einmal täglich gewechselt – das müsste nicht sein. Wir haben zwar nicht reserviert und auch einen Platz ergattert (gegen 14:15h), aber das Lokal ist äußerst gut besucht, und unser Tisch war ab 16:00h bereits wieder vergeben. Kein Problem für uns und definitiv ein sehr gutes Zeichen!

Zu unseren Speisen – heute mit etwas mehr Auswahl, da mich nicht nur meine beste Ehefrau von allen, sondern auch noch unsere Tochter wieder einmal begleiteten. Wir Oldies wissen diese „Ehre“ zu schätzen:

„Frittatensuppe“ (EUR 2,50) – eine definitiv hausgemachte Suppe, die für mich persönlich hätte kräftiger sein dürfen, sehr schöne goldgelbe Farbe und hausgemachte Frittaten als Einlage. Ein sehr gutes GUT.

„Minestrone“ (aus dem Menü, das ich hatte / Menüpreis EUR 6,50) – sehr schön tomatisierte Suppe, die ebenfalls hätte durchaus kräftiger sein dürfen. Fisolen, Erbsen (natürlich nicht frisch, das gibt’s bei Erbsen eigentlich nie und ist auch kein Problem aus meiner Sicht), Karotten, Lauch, Zucchini und Erdäpfel ausreichend vorhanden – in Summe sehr schmackhaft, schön wäre etwas Parmesan darüber gewesen. Ein sehr gutes GUT.

„Specklinsen mit Semmelknödel“ (EUR 5,00) – nicht nur ein sensationeller Preis für diese Portion, sondern auch ein wunderbar gelungenes Gericht. Die Tellerlinsen schön „bissig“, nicht zerkocht, wunderbar mit Majoran abgeschmeckt, guter, geräucherter Speck, der Semmelknödel ein Knödel, der den Namen auch verdient, gut gewürzt, sehr g’schmackig, aber leider nicht so flaumig, wie die Optik hätte vermuten lassen. Aber auch hier ein sehr gutes und ehrliches GUT und nur knapp am SEHR GUT vorbei.

„Gebackener Dorsch mit Erdäpfel- Mayonnaisesalat“ (aus dem Menü, das ich hatte / Menüpreis EUR 6,50) – hier gibt es nicht viel zu sagen, ein saftig herausgebackener Fisch, der nach der Optik der Panier die Pfanne und nicht die Fritteuse gesehen hat. Trocken und gut abgetropft auf den Teller gebracht – so soll es sein. Der Salat hätte für mich „Wienerischer“ sprich süßer sein dürfen, aber das ist absolut subjektiv. Er war völlig in Ordnung und nicht aus dem Kübel. Bei diesem Gericht kann man nicht viel besser machen, daher ein ehrliches SEHR GUT.

„Gebratene Forelle mit Knoblauchbutter, Petersilerdäpfel und Erdäpfel-Vogerlsalat“ (Tagesangebot, Salat & Knoblauchbutter hat meine beste Ehefrau von allen so gewählt, EUR 10,50) – die Forelle war frisch (kein TK) und wunderbar kross gebraten. Die Knoblauchbutter verdiente ihren Namen und war auch nicht aus billigem „Mischfett“ zubereitet. Der Salat ein Wiener Klassiker, wie er sein soll. Zu bemängeln waren hier definitiv die Petersilerdäpfel. Die waren den anderen Speisen gegenüber fast schon unwürdig – noch hart im Kern, typisch lange warm gehalten und nicht sehr geschmackvoll. Schade, denn sonst gäbe es für diese Speise wohl das nächste „Sehr Gut“. Das darf aber nicht passieren, Petersilerdäpfel sind ein Basic im Gasthaus, daher ein sehr gut gemeintes GUT – die Forelle war TOP!

„Makronen-Kuchen“ (aus dem Menü) – den will ich absolut nicht überbewerten, geschmacklich gut, aber schon etwas „verblasst“, also trocken – man sollte ihn wohl besser und vor allem behutsamer aufbewahren.

Unsere Getränke bestanden aus einem Eistee (EUR 2,00), zwei Krügel Schremser-Bier vom Fass (EUR 3,00 bzw. 2,20 EUR für das Seidel – sensationell ehrlich kalkuliert und sehr süffig) sowie einem Viertel „Junger Rivaner 2011“ vom Weingut Mayr (Link) von äußerster Güte, Qualität und fruchtigem Geschmack. Ein Wein zum „Versumpern“…

Summa summarum:

Speisen:
Sehr gutes GUT, wie bereits beschrieben – fast SEHR GUT.

Ambiente:
GUT, da sowohl die Raucher- / Nichtrauchertrennung als auch die Sanitäranlagen besser sein dürften / müssen, auch in dieser Lokalkategorie. Die Tischtücher waren ebenfalls nicht sehr zufriedenstellend und der Sanitärbereich ist nur über den Raucherbereich an der Schank vorbei erreichbar.

Service:
Der Chef persönlich, ein Gastwirt durch und durch, immer auskunftsbereit und ehrlich (wo wird TK verwendet und wo nicht,…), aber die Wartezeiten auf beispielsweise Suppen, Getränke oder die Menünachspeise waren einfach zu lange. Auch wurde zur Suppe keine Serviette bereitgestellt.

Mein Fazit: ich kann das Lokal mit ruhigstem Gewissen sehr empfehlen. Es ist nicht nur teilweise sensationell billig sondern auch wirklich preiswert und günstig, weil die Küchenleistung hier für das zu bezahlende Entgelt mehr als passt. Echte gute Hausmannskost gepaart mit echten Küchenschmankerln. Die Menüauswahl ist mehr als ausreichend (auch am Sonntag gibt es zwei Menüs), teilweise richtig gediegen (siehe Homepage) und ebenfalls preiswert – Wohlfühlfaktor inkludiert. Die Portionen sind mehr als nur ausreichend und hier wird einfach gut gekocht. Eine Reservierung würde ich generell empfehlen, jedoch werden für den Garten keine Reservierungen entgegengenommen – hierfür ist er eben einfach zu klein und laut Gastwirt „wäre er immer mit denselben Personen voll!“. Unbedingt einmal hingehen, in ein Wirtshaus unter dem Motto „Wia z’Haus“!

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Kommentare (7)

spaziergänger am 7. Oktober 2013 um 21:05

für mich ein muss im 4 bezirk,gutes essen gepaart mit wiener gemütlichkeit,und die preise sind mehr als günstig..

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spaziergänger
Kein Tester
franz am 21. September 2013 um 08:22

Ich finde das Lokal ausgezeichnet. ..es gibt nicht mehr sehr viele in dieser Qualität. ..es ist wird alles frisch und selbst gemacht. ..sogar die Schnitzel werden in der Pfanne gemacht. ..die Suppe und die Nachspeise ist eine Wucht...vorallem kann man noch immer in diesem Lokal rauchen...auch mit der neuen Regelung dass Nichtraucher nicht durch die Raucherabteilung auf die Toilette gehen dürfen. ...fast alle Lokale in der Nähe haben azf Nichtraucher umgestellt. ..wss natürlich ein großes Plus für das Ferdinand ist....also hingehen und genießen

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franz
Kein Tester
peter am 8. Juli 2013 um 08:42

ich finde das essen hervorragend, die preise moderat für wien und vor allem die hausmannskost ist für mich ne wucht; einzig und allein der wirt ist manchmal launisch nunja alles kann man nicht haben

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peter
Kein Tester
am 22. April 2013 um 17:38

Das Restaurant hat zwar eine Webseite, aber sie ist ein Witz: der "Menuplan" ist leer; keine Speise- und Getränkekarte. Tut mir leid, aber in ein Restaurant, das sich keine einigermaßen informative Webseite leisten kann, geh ich nicht!

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14
1
am 10. März 2012 um 01:13

Schön, dich trotzdem wieder zu hören...es geht dir gut..das ist das Wichtigste!
Gerry

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Experte
215
47
am 10. März 2012 um 00:39

Bin zur Zeit im Ausland. Leider kann man ja hier nicht ueber dortige kulinarische Erlebnisse berichten.

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Experte
152
83
am 9. März 2012 um 21:23

Ich möchte an dieser Stelle festhalten:

magic, bambussprosse, fruchtfliege, schlitzaugeseiwachsam und koala fehlen mir in diesem Forum derzeit! Macht bitte wieder mit - Danke!

Gerry

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Experte
215
47
Restaurant Ferdinand
Leibenfrostgasse 8
1040 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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5 Bewertungen
Restaurant Ferdinand - Karte
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