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Bleibergerhof
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Bleibergerhof

Drei Lärchen 150
9530 Bad Bleiberg
Kärnten
Küche: Österreichisch
Lokaltyp: Restaurant
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1 Bewertung für: Bleibergerhof

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Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 3. Oktober 2014
Experte
amarone1977
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Amarone ereilt ein Hilfeschrei: „Bring mich in die Therme! Bitte!“

Eine Recherche an einem ruhigen Nachmittag samt Einholen einiger schriftlicher Angebote bringt eine rasche Entscheidung.

Das Gute ist so nah – und doch fühlt man sich im „Bleibergatol“ ein bisschen weiter weg von z’haus.

Nach der Schließung der Bergwerke 1993 geht ein wenig die Angst um in der Gemeinde. Die Beschaulichkeit trügt nicht.
Ein Viertel der Einwohner von damals ist nach der Schließung der BBU abgewandert. Der Tourismus ist der große, dicke Strohhalm, aber gerade im Thermal- und Kursegment ist der Konkurrenzdruck groß. Die Therme der Gemeinde wurde geschlossen, bleibt noch das Kurzentrum und der vor einigen Jahren von der Falkensteiner-Gruppe übernommene Bleibergerhof.

„Wellness-Schnuppern“ für zwei.
Also schnappt Amarone seine Amarona und ab in den Wellness-Tempel. 180 Euro pro Person, zwei Übernachtungen, Halbpension, 4 Sternderln am Kopfpolster. Eine Kampfansage. Geht sich das aus?

Geh ich in die Therme, mag ich die Ruhe, Kinder sind hier nur zu bestimmten Zeiten erlaubt (Weihnachten etwa, Genaues bitte telefonisch erfragen, auf der Website ist das nicht auf den ersten Blick erkennbar), von Natur aus bewegungshungrige Kinder tut man aber in einer Ruhezone ohnehin nichts Gutes, wie ich meine.
Für zwei durch Büro und Marathon-Autofahrten geplagte Rücken ist das Haus daher eine willkommene Ruheoase.

Kurzer Thermenausflug: ausreichend großes Thermalbecken mit Innen-/Außenbereich, Saunabereich mit mehreren Varianten (haaß, weniger haaß, Kräuter, Dampf), dazu eine „Außensauna“ mit der Möglichkeit, sich gleich in den Naturteich zu hauen. Pflicht!
Die endlos, aber sympathisch quasselnde Sauna-Antreiberin trifft man auch am geführten Stollenweg-Ausflug tags darauf, natürlich inklusive. Spätsommerliche bwz. Frühherbstliche 23 Grad und strahlender Sonnenschein wurden mitgebucht.
Zimmer: wir wählten Standard, schließlich hält man sich ja zumeist nur zum Augerlzumachen im Zimmer auf.

Vor und nach dem Wellnessen: Well-Essen!
Na bitte, wir lassen uns den Tisch zuweisen, der für die nächsten Tage der unsrige bleiben sollte.

Frühstück: mehr als ausreichende Buffet-Kilometer.
Auf der Habenseite sind zum Beispiel täglich frisch angerührtes Bircher-Müsli anstelle von herkömmlichen Trockenmüsli-Silos, offener Tee in mehreren Varianten, Mehlspeisen, frisches Obst in Hülle und Fülle.
Der Kaffee kommt aus dem Selbstbedienungsvollautomaten, da wäre natürlich ein vom Kaffeeexperten kredenzter Cappuccino doch um einiges besser gewesen.

Den inklusiven „Mittagssnack“ haben wir jedes Mal im Thermalwasser dösend verschlafen, umso größer war der Hunger dann am Abend.
Am ersten Abend wurde ein Wahlmenü serviert, am zweiten Abend ein nicht gnadenlos durcheinandergeworfenes Buffet präsentiert.
Spätestens am zweiten Abend wussten wir, dass keine Allerwelts-Thermenhotel-Küche ihren Dienst tut.

Da waren z.B. die wirklich betörenden Cremesuppen, mal von der Kartoffel, mal von der Pastinake, schöne Balance zwischen Würzung, Hauptdarsteller und sahniger Abrundung.

Stark erinnerungswürdig der zarte Barsch mit Olivenreis. Wirklich erstaunlich, ich bin kein Freund von Oliven, noch weniger wäre ich auf die Idee gekommen, sie mit Reis zu kombinieren. Einhellig für sehr gut befunden, darüber sprechen wir noch heute gern.

Handwerklich tadellos zubereitetes Gewürzbratl mit Serviettenknödel und Sauerkraut. Nicht trocken, ordentlicher Aufenthalt im Ofen, kein Kunstsaftl, schön zu schneidender Knödel.

Ein süßes Näschen dürfte die Küchenchefin/der Küchenchef haben – beim Thema Nachspeisen hat man sich richtig ausgetobt. Mousse, kleine Krapfen, Tiramisu, eine Bleiberger Interpretation des Themas Profiterol, Zwetschkenfleck – und über alledem thronend: der Kärntner Eisreindling.
Was für die Wiener der Eismarillenknödel ist, ist für den Kärntner der Eisreindling.
Also kein Teig, sondern ein zartes Parfait, das von Kopf bis Fuß einen Reindling optisch imitiert – und natürlich seinen Geschmack. Perfekt umgesetzt.
Fotos übrigens nur von den süßen Sachen, die musste ich einfach fotografieren, ansonsten blieb das lautlose Handy auf dem Nachtkastl im Zimmer.

Ambiente: verbesserungswürdig. Farblich angenehm, schön schlicht, aber die Tischaufteilung ist meiner Meinung nach nicht wirklich gelungen. Holt man Nachschub vom Buffet, so sind die schräg angeordneten Tische schon mal ein bisschen im Weg – zumindest fehlt ein wenig die Distanz zu anderen vorbeigehenden Gästen.
Auch störend: rutscht der Sessel am Boden beim Aufstehen, so möchte man ihm gern einen Filzpatschen verpassen. Das quietscht!

Service: bemüht, freundlich, die Jungen könnten da und dort ein wenig mehr Selbstverständlichkeit und Selbstvertrauen an den Tag legen. Ich mag ein ernst gemeintes, mitreißendes Guten Morgen, wenn ich mich zum Frühstückstisch setze.

Fazit: in allen Punkten wiederholungswürdig – Landschaft, Luft, Thermalbereich, Wellness – zu Recht empfehlenswert, zumindest zwei Nächte zum „Runterkommen“ buchen, einmal Übernachten zahlt sich nicht aus, so entspannt man sich nicht.
Die Küchenleistung hat uns spätestens während dem zweiten Abendessen restlos überzeugt, wir haben die 13 Gault-Millau-Punkte allerdings erst nachher entdeckt – zu Recht, das Handwerk stimmt, trotz Inklusivangebotes.
Übrigens: Tipps für weitere, empfehlenswerte Adressen dieser Art (bestens schlafen, bestens frühstücken, bestens wellnessen, danach wieder bestens essen und nur mehr bestens ins Bett fallen müssen) sind herzlich willkommen.

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Letzter Kommentar von am 4. Okt 2014 um 14:06

Ich hab auch mal in der Nähe vom Wallensteinplatz gewohnt, der 31er beim Schottenring ist mir ständig vor der Nase davon gefahren und dann kam meistens der 32er zweimal. *schluchz*

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Bewertet am 03.10.2014
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