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Sa, 20. April 2024

Wirtshaus Troicher - Pension Steirerland

(1)
Grazer Straße 40, 8480 Mureck
Küche: Steirisch, Österreichische Küche
Lokaltyp: Gasthaus
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Wirtshaus Troicher - Pension Steirerland

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1 Bewertung fürWirtshaus Troicher - Pension Steirerland
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BinWiederDa
am 21. Oktober 2021
SpeisenAmbienteService
Es war nicht so einfach, in der Murecker Gegend ein nettes Lokal zu finden, dass auch werktags zu Mittag zumindest eine Speise auf der Karte hat, wo ich der Meinung bin, das möchte ich essen. Für unsere Durchreise ging eine e-mail-Reservierung raus. Der gesamte Urlaub war organisiert, nur aus M...Mehr anzeigenEs war nicht so einfach, in der Murecker Gegend ein nettes Lokal zu finden, dass auch werktags zu Mittag zumindest eine Speise auf der Karte hat, wo ich der Meinung bin, das möchte ich essen.
Für unsere Durchreise ging eine e-mail-Reservierung raus. Der gesamte Urlaub war organisiert, nur aus Mureck gab es noch keine Antwort. Dann kam unerwartet ein Anruf, da ich vergessen hatte zu erwähnen, für wie viele Personen ich reservieren möchte. Ein nettes Gespräch, in dem wir uns geeinigt haben, dass wir etwas früher kommen können, da eine geschlossene Gesellschaft im Reservierungsbuch steht.

Die Genusspension Steirerland liegt direkt an der Hauptstraße, etwas zurückgesetzt, nicht zu übersehen, ein etwas höherer Bau, einiges an Stufen, netter Vorplatz mit einer Weinlaube und viel Deko, da hat jemand ein Händchen. Am Sessel eine Nachricht, dass heute geschlossene Gesellschaft ist, kein Problem, wir haben ja reserviert. Gleich nach dem Eingang befinden sich Küche und Gaststube gegenüber, aus der Küche kommt eine Frau und ruft: Oh, unsere zwei Gäste !
Wie jetzt? Wir sind die einzigen, oder was ?
Wir setzen uns in die Gaststube und warten gespannt, was da jetzt passieren wird.
Der Kellner übernimmt und fragt uns mal, wie groß unser Hunger ist. Wir bekommen gar keine Speisekarte? – Nein, das machen sie immer so, ein Überraschungsmenü eben.
Gut. Unser Hunger ist im Zweifelsfall mittel und wir bekommen einmal einen Sämling serviert.

Was nun folgt fasse ich mal mit erste Reihe fußfrei zusammen. Der Chef und Koch in einer Person legt sich ins Zeug und verwöhnt uns mit seinen Ideen. Mutmaßlich ist das vielleicht sogar die Menüfolge für die geschlossene Gesellschaft, das tut dem ganzen aber keinen Abbruch.

Gedeck
Auf einem Holzbrett kommt ein ordentlicher Reangn (Riegel) Speck im Ganzen. Oh, doch ziemlich viel durchzogen. Egal. Urlaub. Das Fett ist beim ersten Biss sofort vergessen, so was von gschmackig, wir schneiden nur wenig runter, denn wir wollen uns den Platz noch aufsparen. Berührungsängste gibt’s auch keine, denn es gibt keine Serviette o.ä. zum Angreifen. Dabei liegt eine Scheibe Brot und auf der Butter liegt bereits eine Salzstraße. Noch nie so gesehen. Ein belegtes Speckbrot für uns, herrlich.

Tomatenvariation
Der Gang wird uns recht blumig angekündigt, die Tomaten sind von einer Frau aus dem Ort, keine Spalte gleicht der anderen, d.h. verschiedene Aromen, je nachdem welche Farbe und Maserung. Sehr gut. Ich bin ja ein Opfer des Herrn Z. aus Münchendorf und an die süße Sophie kommt bei Cherry nicht viel ran, dieser Teller schon. Garniert ist das Ganze mit Kräutern und etwas Öl.
Plötzlich wird uns ein kleines Steingut-Schälchen hingestellt, mit dem schelmischen Aufblitzen in den Augen des Chefs – ob wir denn erraten würden, was das ist.
Optisch eine Riesenportion Schlagobers. Von wegen, das ist nur die Hülle. Aufgeschlagene weiße Essenz von der Tomate, innen ein vollmundiger Kern aus Tomatensorbet. Wow.
Wir schauen uns das erste Mal an – alles richtig gemacht, GsD die Telefonnummer bei der Reservierung angegeben, denn sonst … Weil wir offenbar alles richtig erkennen, gibt’s als Draufgabe noch Parmesanchips. Und das ist erst der erste Gang. Pfoaahhh, geht’s uns schlecht 😉

gebratenes Hühnchen
Das Hühnchen wird serviert, es sieht aus wie ein Fingerzeig in den Himmel. Auf der Unterseite des Hähnchens fehlt die Haut, die Oberseite ist mit einer Kräutermischung eingerieben. Sowas von gut – wir sollten noch mehr von diesen Gewürzen auf unserer weiteren Reise entdecken (und kaufen …). Gebettet auf mediterranem Gemüse, wenig Sorten, Zucchini, Zwiebel, Paprika und Aubergine. Ordentlich geschmurgelt in einem dunklem Safterl. Einfach, ohne Schnickschnack und dennoch so gut, das Fleisch auf den Punkt: saftig und nicht vertrocknet, löst sich leicht vom Knochen und eben die Kräuteroffenbarung. Herrlich.
Als Beilage gibt es ein Erdäpfelgratin, das wird in einer Extrabowl serviert. Die Erdäpfelscheiben sind groß geblieben, das ist gut bei der obenauf überbackenen, knusper-kross. Auch dazwischen sind Knusperaromen, wahrscheinlich in so einem kleinen Römertöpfchen gegart. Die Obers-Milch-Schicht ist nicht geil geworden, obwohl man leicht Butter rausschmeckt. Zurückhaltende Würzung, der Erdapfel soll brillieren.
Vielen Dank, schon ziemlich satt – aber wir sprachen ja von vier Gängen 😉

Gefragt, Pause oder nicht, entscheiden wir uns dagegen, damit das Sättigungsgefühl nicht überhandnimmt, und wir noch genießen können.
Ein Potpourri von Schokolade und Früchten.
Einmal ein Stück Schokokuchen, so vollmundig schokoladig, gleichzeitig leicht und nicht sitzen geblieben, das Schokomousse dazu ebenso ein luftiger Genuss.
Fruchtsorbet von der Heidelbeere, ein perfekter Begleiter für die viele Schokolade.
Im Extraschälchen kommt eine aufgeschlagene Vanillecreme (Zaubercreme schau oba …), garniert mit einer Heidelbeere.
Aber das ist noch nicht alles, in einem Likörglas wird ein Fruchtmark serviert. Nicht schwer zu erraten – Heidelbeere. Ok. Aber dann kommt man mit der Gin-Flasche zum Aufspritzen. Ich möchte das nicht, die Begleitung probiert – perfekt. Schade ist, dass man nur trinken kann, ich empfehle einen kleinen Löffel zum Ausschlecken 😉.
Der Parmesanchip ist Draufgabe, allerdings nicht wirklich nötig.

Wir. Sind. Satt.
Mehr geht nicht.

Fazit:
Ich bin sparsam mit den 5ern, aber dieses große Kino, unerwartet und deswegen umso erfreulicher, hat sich das verdient. Nie im Traum hätte ich gedacht, dass ein Gastronom für zwei Gäste seinen Ofen anwirft.
Im Anschluss an das Gelage setzt sich noch der Kellner zu uns und wir plaudern, als ob wir uns schon jahrelang kennen würden. Wir haben uns den gesamten Aufenthalt über gut gefühlt, so soll es sein.
Die Speisekarte ist online einsehbar, wahrscheinlich aber obsolet, weil uns glaublich versichert wird, dass immer nach Lust und Laune, nach Saison und Verfügbarkeit gekocht wird, mit Produkten aus der Umgebung.
Es werden auch Zimmer vermietet, ein paar davon sollen im lockdown komplett renoviert worden sein, der Rest folgt. Auf der Homepage werden z.B. ein Superwochenende, eine Steirerland Genusswoche oder auch eine Radl-Woche als Pauschale angeboten. Kochkurse und Catering ergänzen das Angebot.

Schade ist, dass dieses Steirerland nicht gerade um die Ecke ist, d.h. es wird womöglich dauern, bis wir zum Wiederholungstäter werden.
Für alle, die in der Gegend sind – einfach probieren und hoffentlich auch so verwöhnen lassen. Im weiteren Verlauf unseres Urlaubes haben wir unsere Erlebnisse weitererzählt, und die Herzlichkeit und Qualität ist oft bestätigt worden, über die Gemeindegrenzen hinaus.
Erdäpfel-Gratin - Wirtshaus Troicher - Pension Steirerland - MureckHeidelbeermark | Gin - Wirtshaus Troicher - Pension Steirerland - MureckVanillecreme - Wirtshaus Troicher - Pension Steirerland - Mureck
Hilfreich8Gefällt mir8Kommentieren
2 Kommentare·Zeige alle Kommentare

Danke dir; ja, war wirklich wohltuend, da können sich so manche etwas abschneiden 👍

21. Okt 2021, 13:03·Gefällt mir
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