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Do, 29. September 2022
In der Umgebung

Weidinger

1 Bewertung
Bräunlichgasse 10-12, 2700 Wiener Neustadt
Küche: Österreichische Küche
Lokaltyp: Gasthaus, Gasthof
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Weidinger - ein klasses Rindsupperl mit traditionellem Leberknödel - Weidinger - Wiener NeustadtWeidinger - Gemüselaibchen - sehr gut komponiert und mehr als ausreichend ... - Weidinger - Wiener NeustadtWeidinger - Apfel-Zwetscheken-Strudel - wie von der Omama - Weidinger - Wiener Neustadt
Weidinger - Gaststube mit Blick in den Garten - Weidinger - Wiener NeustadtWeidinger - Vordere Gaststube - Weidinger - Wiener NeustadtWeidinger - Straßenfront - Weidinger - Wiener Neustadt7 Fotos

Bewertungen (1)

Gesamtwertung

40
1 Bewertung
Speisen
40
Ambiente
40
Service
40
am 17. September 2022|Update 19. Sep 2022
WrKFan
Level 10
SpeisenAmbienteService
Die Reiselust hat uns gestern nach Wr. Neustadt verschlagen, für mich eine eher rare Adresse, doch man wird überrascht mit einem nunmehr sehr schönen Stadtzentrum, das es von meiner Seite gastronomisch wie kulinarisch noch zu erforschen gäbe. Wir folgen dieses Mal aber einer entsprechend ande... MehrDie Reiselust hat uns gestern nach Wr. Neustadt verschlagen, für mich eine eher rare Adresse, doch man wird überrascht mit einem nunmehr sehr schönen Stadtzentrum, das es von meiner Seite gastronomisch wie kulinarisch noch zu erforschen gäbe.

Wir folgen dieses Mal aber einer entsprechend anderen Empfehlung und landen so im Gasthaus Weidinger, das sich nur unweit vom ÖBB-Bhf in der Bräunlichgasse 10-12 befindet.


Die Räumlichkeiten

Ein sehr typisches Ecklokal, von außen unspektakulär, aber das Innere begrüßt uns in seinem typischen Stil eines Landgasthauses. Es gibt zwei Gasträume und einen nach hinten erweiterten Bereich, dieser sehr hell, schon wie eine Art Wintergarten, über den es den Zugang zum Gastgarten gibt. Die heutige Wetterlage erlaubt aber leider keinen Betrieb im Freien.

Unserer Empfehlung nach wird hier alles top und tagesfrisch gekocht, was ich für eine solche Art Gasthaus aber auch erwarte, die Küche dabei in Lobliedern vorgesungen. Und es gäbe Riesenportionen, was mich zwar wieder abschreckt, aber am Ende obsiegt die Neugier.

So kehren wir dort ein, nehmen Platz und warten gespannt auf möglichst viele positive Erfüllungen. Es ist Mittagszeit und das Lokal erfüllt die erste Erfüllung, und zwar mit Gästen, die sich im Laufe der Zeit mit dann vorwiegend Einheimischen einstellt, das ist grundsätzlich schon ein gutes Zeichen.


Unser Service

Die Bedienung, alle noch recht jung und vom Fach, lässt uns keine Minute warten, ist sofort an Ort und Stelle und und gibt uns kaum Luft die Karte zu studieren. Meine treue Begleitung weiß aber schon, dass sie ein Helles möchte und im Handumdrehen steht es da, das Wiener Original vom Ottakringer um 4,20€

Ich wähle mein Getränk meist in Abstimmung mit dem was ich esse, und so hadere ich noch herum was es denn heute werden solle. Wir bleiben gemeinsam bei einer Tagesempfehlung hängen, diesmal fleischlos, ja das gibt es sogar bei mir, aber bei gut geführter Landhausküche sei das ja kein Fehler, sage ich zu mir.

Im nächsten Turnus der Kellner-Runde, gefühlt nach kaum zwei Minuten, es ist wirklich eine fleißige Mannschaft hier am Werk, kann ich dann unser Gäste-Sprücherl aufsagen: „Zweimal die Gemüselaibchen und für mich vorher noch eine LKS.“ Man versteht die Abkürzung, was ich zugegeben auch gerne als kleinen Test so handhabe.

Wie aus der Pistole geschossen kommt die Nachfrage: „Und für Sie zum Trinen?“ Ach ja, ich hatte ja noch gar nichts, fällt mir ein, wie üblich mal ein Soda.

Es folgt die übliche Weinansprache. Gelistet werden ein paar österreich-typische Weißweinsorten und ich hake beim Wort „Veltliner“ ein und bestelle den wohl gängigsten König von Österreich der Weißweine um wohlfeile 2,10€. Es bleibt dann nicht bei dem einem, er ist kräftig, etwas trocken, aber wie ich es empfinde für den Preis qualitativ ausreichend. Ich glaube, das ist auch der Schankwein.

Warum ich mir das Wein-Prozedere immer wieder so antue, das oft eh nur so und nicht anders ausgeht, weiß ich nicht, es ist wie eine liebgewonnene Kulthandlung, aber sie gehört dazu, meine ich.


Unsere Lieblingsbeschäftigung – essen und herummeckern

Es vergeht wirklich kaum eine Minute und die LKS in einer modernen stilistischen Schale steht schon da, gefolgt mit der Soda- und Weinnachlieferung. Ja, es ist Mittagszeit und man ist hier ganz sichtlich darauf eingestellt, dass es für viele unter der Woche berufsbedingt auch „Zack-Zack“ gehen muss. Nichts desto trotz ist die Stimmung gemütlich und ich nehme mein Supperl in Angriff.

Ah, herrlich schon der erste Löffel lässt aufhorchen. Eine mehr als nur passable Gasthausbrühe wurde da herbeigezaubert, die Basis von purem Rindfleisch schießt in meine Sinne, eine Wohltat, der Leberknödel recht fest und kräftig.

Die Suppe wandert wie oft üblich zu meiner Begleitung, um auch ihre geschätzte Meinung zu erfragen, auch wieder so eine Kulthandlung, und sie lobt die schöne und intensive Lebernote. Wir sind uns einig, ein definitiv sehr gutes Supperl kocht man hier.

Jetzt lässt man uns eine Weile in Ruhe, die ich auch brauche, weil es diese Suppe nicht nötig hat nur zwecks Hunger verschlungen zu werden, und nach Rückerstattung wird die Schale leergekratzt und bis auf den letzten Tropfen ausgesaugt.

Nachdem die keramischen Überreste abserviert werden, folgen unmittelbar die vegetarischen Hauptgänge. Unsere Serviererin im Modus wie der einer fleißigen Arbeitsbiene setzt mich in Erstauen, einmal habe ich sie zurückordern müssen um ihr noch etwas zu sagen, weil sie gar so flink unterwegs ist.

Meine 2 Stk. Gemüselaibchen fallen mit etwas hellerer Note als die meiner Begleitung aus, die hätte man noch etwas im Pfanderl brutzeln lassen können. In ihrer Gemüsemischung, ein Mix aus Wurzelgemüsesorten, bei der nur die Karotten in ihrer Farbe etwas hervorstechen, der Rest breiig, recht g’schmackig aber stimmig. Die Note frisch ist kein leeres Versprechen, das gilt als eingehalten, gewürzt dafür recht mild.

Dazu gibt es aber gute und kräftige intensiv schmeckende Petersil-Erdäpfeln, da freut sich der regionale Bauernstand sicher auch, ein Gurkensalat geschält und auch recht milde, sodass ich mit der Kotanyi Pfeffermühle nachhelfen durfte und ein kleines Schüsserl mit einer Art Sourcreme aus Rahm. Wirklich nett.

Dazu noch einen weiteren Mix aus kurz angerösteten Zucchinis, ein wenig grob geschnittenen Zwiebeln, Paprikastückerl und da schau her, ein paar Schwammerl sind auch noch dabei, rundum in der Tat sehr gut im Geschmack, insgesamt über Gebühr ausreichende Portion und gut abgestimmte Gesamtkomposition. Gütesiegel Österreich quasi.


Das Nachspiel

Nach dem 2:0 für die regionale Küche die immer wieder kehrende Frage: Geht noch was? Klar, immer geht ein Kaffee, der mir aber hier als "kurz“ verweigert wird, da man eh einen starken Kaffee habe, und dazu ein Marillenschnapserl. Der Kaffee war dann doch nicht so stark, ja fix, genau darum sage ich ja immer kurz, aber „what shall’s“, nur nicht immer alles so tierisch ernst nehmen meint meine Begleitung. Recht sie hat.

Brav wie die Mannschaft hier für ihren Gastgewerbebetrieb sorgt nennt man uns noch eine Empfehlung des Hauses, es gäbe selbst gemachten Apfel-Zwetschken-Strudel. Ein Blick in die Augen meiner Partnerin, eine wohlwollende Zustimmung, also gut, aber bitte einen gemeinsam mit zwei Gaberln.

Genau so kommt es und wow, eine Wucht, Handarbeit first-class, wirklich sensationell frisch und hausgemacht. Die pure Lebenslust schießt einem ins Blut. Ist jetzt Zwetschkensaison? Aber klar doch, also wieder angesagte und erfüllte Frischeansage, in einer Bröselmischung eingehüllt im Strudelteig (oder Blätterteig? Ist was für die Experten), aber was zählt ist was der Gaumen meldet und er meint: Sehr gut.

Und weil’s wirklich schon zu gut gemeint ist müssen wir nun doch nach ca. 2/3 „w.o.“ geben, aber diese Niederlage nimmt man gerne im Kauf. - der Tante Jolesch‘s Kochkunst zuliebe, deren Gast ihre Küche einmal wie folgt kommentiert hatte (von mir frei zitiert): „Oh mein Gott, des wird sunst morgen wieder net zum Derscheißen sein.“

Der Spaßfaktor für das Lokal beläuft sich für die dargebotene Gesamtleistung noch unter 60€ und wir gehen gestärkt und fröhlich unserer weiteren Wege, es ist gerade erst mal ca. 13 Uhr.


Mein Gesamteindruck

Ja, ich habe mich sehr gefreut über den ersten Besuch zum Mittagstisch und die vorangekündigte Lobrede auf den Weidinger erfüllt sich in der Tat gar nicht so hochgejubelt wie anfangs vermutet. Mich fängt man dabei ein mit einer gelungenen Rindsuppenerfahrung,

Mein Eindruck ist der, man zeigt, dass man in Österreich durchaus mehr draufhat als nur Schnitzel und Pommes, wiewohl man gerade mit Schnitzelvariationen (von 16-20 Uhr) zu einem Okkassionspreis für jede Variante um 9,90€ wirbt, doch das weitere Angebot ist reichlich.

Hier die aktuelle Speisekarte für Interessierte als PDF: Link

Es gibt darunter auch einige Speisen als sog. kleine Portion mit Preisabschlag, was ich als Ergänzung lobend erwähnen möchte, weil mir das entgegen kommt. Sogenannte Seniorenteller? Ja auch, aber es gehen dann nämlich auch mehrere Gänge – doch das bitte niemand weiterverraten! 😊

Eine zweite Bestätigung habe ich bekommen, dass gute Qualität nicht teuer sein muss. Man schafft hier die meisten traditionellen HS um ca. 11-13€, wie auch unser Gericht, es geht also noch in unserem schönen Lande Österreich und das zusammen in einem nicht weniger schönen Lokal samt sehr gut eingespieltem Service.

Aus heutiger Sicht kann ich dieses nette Landgasthaus ehrlicherweise jedem, der diese einfache, aber gute Küche mag, weiterempfehlen. Einem Meidlinger müsste es ganz bestimmt mehr als nur taugen.
Weidinger - ein klasses Rindsupperl mit traditionellem Leberknödel - Weidinger - Wiener NeustadtWeidinger - Gemüselaibchen - sehr gut komponiert und mehr als ausreichend ... - Weidinger - Wiener NeustadtWeidinger - Apfel-Zwetscheken-Strudel - wie von der Omama - Weidinger - Wiener Neustadt
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3 Kommentare

Ich habe die zwei Stellen editiert. Ich bestehe nicht darauf, dass ich Recht habe, aber es gibt bei mir keinen sexistischen Anflug. Eher will ich vielleicht zu humorvoll rüberkommen, und das kommt dann raus. - mea culpa - Aber ok, ich denke genug Wortschatz zu haben mich auch anders humorvoll auszudrücken. Wie immer, danke, ich lerne gerne.

18. Sep, 13:40·Gefällt mir3

Bei jungem Personal, aber auch, wenn man privat auf Freunde (und -innen, of course) referiert, finde ich an "Mädls und Jungs") nichts verwerfliches. ("Mädlsabend", "ich geh' mit meinen Jungs aus", ...), eine Geringschätzung oder mangelnde Augenhöhe kann ich hier nicht herauslesen. Über die "Servicebiene" ließe sich diskutieren, ich interpretiere den Ausdruck in Richtung Biene=fleißig und glaube nicht an eine sexistische Konnotation.

18. Sep, 11:19·Gefällt mir2

Du schreibst wirklich lesenswerte Berichte, da hat Du Begriffe die die Augenhöhe vermissen lassen („Mädls und Jungs“) sowiemSexismus („Sevicebiene“) doch nicht nötig!

18. Sep, 10:22·Gefällt mir
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Bräunlichgasse 10-12, 2700 Wiener Neustadt

Details

Features: Gastgarten
Kreditkarten: VISA MC BANKOMAT
Öffnungszeiten: Website prüfen
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