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Mo, 22. Juli 2024

Strandgasthaus Birner, Wien - Bewertung

am 19. September 2018
SpeisenAmbienteService
Sommer in Wien? Kein Problem, gibt es doch entlang der Alten Donau, direkt am Wasser, einige Lokale mit wunderbarem Urlaubs-Flair. Besonders am Abend fühlt man sich dann wie im Urlaub am Meeresstrand und das mitten in unserer schönen Stadt Wien! Das Strandgasthaus Birner ist genau einer dieser Orte, wo der Besuch tatsächlich zum Kurzurlaub werden kann. Natürlich ist bei schönem Wetter zu erwarten, dass hier „die Hölle los ist“, daher besuchten wir, auch wegen des Romantik-Faktors, den Birner am Abend.

Für Wien ist der Birner ohne Frage eine alteingesessene Institution, die auf eine sehr lange Geschichte zurückgreifen kann:

„Bereits nach der Donauregulierung in Wien (1870-1875) begann die Familie Birner, wie andere auch, ein Gasthaus und eine "Lustschifffahrt" einzurichten. Weiteres betrieb sie die sogenannte "Überfuhr" auf den Bruckhaufen. Ab 1888 betrieb die Familie auch eine Badeanstalt, das "Vier-Kreuzer Bad", heutiges „Angelibad“. 1896 kam dann ein zweites Bad, das noblere "Zehn-Kreuzer Bad", dazu.“ (Quelle: Homepage Birner, „Über uns“)

Dementsprechend hat man im Strandgasthaus Birner Wiener Küche, traditionelle Österreichische Küche und typische Hausmannskost zu erwarten. Beispielsweise Kalbs-Beuschel mit Knödel und Gulaschsaft (€ 10,90), Fleischlaibchen mit Bratensaft und gemischtem Salat (€ 8,90), Birners Bauernschmaus (€11,30), Kalbsleber „Tiroler Art" mit Reis (€ 15,90) oder Ungarisches Gulasch groß / klein mit Gebäck (€ 9,90 / € 7,70). Auch Fischspezialitäten sowie diverses Gebackenes findet man in der Speisekarte. Zahlreiche Beilagen und Salate, zu vergleichsweise sehr günstigen Preisen, sowie hausgemachte Desserts runden das reichliche Angebot ab.
Siehe Speisekarte: Link

Die Getränkekarte ist für ein Gasthaus ebenfalls ausreichend:
Bier vom Fass: Schwechater Hopfenperle und Kaiser Doppelmalz sowie gemischt
Flaschenbiere: Edelweiß Hofbräu naturtrüb, Edelweiß (alkoholfrei), Schwechater Zwickl, Gösser (alkoholfrei), Wieselburger Stammbräu und Gösser Märzen
Siehe Getränkekarte: Link

Für eine Besonderheit war der Birner immer schon stadtbekannt: die Servicekräfte müssen alle Speisen vom Lokal aus ÜBER die Straße in den Gastgarten tragen = Schwerstarbeit mit riesigen Tabletts auf die Schultern gewuchtet.


*** Speisen – Bewertung 3:
Als Vorspeise entschieden wir uns für die „Eierschwammerl-Cremesuppe mit gerösteten Schwarzbrotwürfel“ (€ 4,20): rein optisch war die Suppe sicher keine Wucht, der wunderbare, intensive Pilzgeschmack jedoch entschädigte uns. Auch die Schwarzbrotwürfel waren sehr knusprig gebacken. Eine sehr ausgiebige Vorspeise – glattes GUT (4).

Einmal das „Cordon Bleu vom Schwein mit gemischtem Salat“ (€ 12,50): recht puristisch kam das Cordon Bleu auf einem großen Teller und das ist gut so – kein unnötiger „Tand“ am Teller. Tadelloses Fleisch, gute Panier und ohne Ölrückstände am Teller schmeckte das Cordon Bleu wirklich gut, die Portionsgröße ließ jedoch etwas zu wünschen übrig. Die Fülle war für mich persönlich auch zu wenig „g’schmackig“ – eher milder Käse, relativ linder Schinken. Daher nur ein glatter Durchschnitt = 3.

Der gemischte Salat dazu war brav gemacht, die Salatgurke geschält, der Erdäpfelsalat jedoch ohne rote Zwiebel - schade. Ebenfalls Durchschnitt = 3.

Einmal „Gegrillte Hühnerbrustfilets mit Eierschwammerl-Sauce und Butterreis“ (EUR 13,90):
Auch diese Speise war optisch recht anspruchslos, das sehr saftig gegrillte Hühnerfilet wurde in der Schwammerl-Sauce „ertränkt“. Geschmacklich war es aber wirklich sehr gut, und der Butterreis dazu war genau richtig gegart. In Summe ein glattes GUT (4).

Extra eine Portion „Pommes Frites“ (€ 2,90): die kamen sehr blass an den Tisch, und so schmeckten sie auch – einfach fad. Allerdings wieder annähernd fettfrei serviert, eine Fritte war jedoch unansehnlich. In Summe daher für Pommes Frites ein glattes MÄSSIG (2-3).


*** Ambiente – Bewertung 4:
Ich finde das Ambiente an der Alten Donau einfach großartig und äußerst erholsam. Der stufig, terrassenförmig angelegte Gastgarten zum Wasser hin ist irrsinnig schön in die Landschaft eingebettet. Gehbehinderte haben es aber etwas schwer, müssen sie doch eher am ebenerdigen Gastgarten (Straßenniveau) Platz nehmen. Über das Restaurantgebäude oder die sanitären Anlagen kann ich leider keine Auskunft geben. Unser Besuch war spät am Abend und da war es angenehm ruhig und sehr romantisch – wir hatten an diesem Tag auch nicht reserviert. Unter Tags jedoch soll es hier sehr turbulent zugehen.


*** Service – Bewertung 4:
Unser Kellner, ein echtes Original, war äußerst höflich, nett und zuvorkommend flink. Auch Empfehlungen, wie „…des tat i ned bestölln, des do is besser, des hod er heite wirklich guad kocht...“ durften nicht fehlen – ich liebe das an Wien! Dass man immer noch nur Bargeld nimmt beim Birner, ist kein guter Dienst am Kunden und nicht mehr zeitgemäß. Daher der eine Punkt Abzug für den Service.


*** Fazit:
Von mir gibt es für den Birner, besonders an warmen Tagen / Abenden eine glatte Empfehlung. Man darf zwar keine kulinarischen Höhenflüge erwarten, dafür aber brave, ehrliche und recht gute Hausmannskost. Täglich zwei Menüs zu sehr moderaten Preisen und saisonal wechselnde Gerichte runden das Speiseangebot tadellos ab. Trotz regem Betrieb kommt speziell am Abend viel Romantik auf. Ich empfehle die Anreise per PKW über Floridsdorf, da die frühere Direktzufahrt von der Reichsbrücke aus, nicht mehr möglich ist.
Strandgasthaus Birner - Visitenkarte - Strandgasthaus Birner - WienStrandgasthaus Birner - Eingang zum Gastgarten - Strandgasthaus Birner - WienStrandgasthaus Birner - Das Lokal - Strandgasthaus Birner - Wien
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