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27
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LucullusLucullusLucullus
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Lucullus Info
Features
Gastgarten, Schanigarten
Frühstück
Catering, Partyservice
Ambiente
Gemütlich
Preislage
Mittel
Kreditkarten
Gängige Karten
Öffnungszeiten
Mo
08:00-23:00
Di
08:00-23:00
Mi
08:00-23:00
Do
08:00-23:00
Fr
08:00-23:00
Sa
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So
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Lucullus

Neulinggasse 29
1030 Wien (3. Bezirk - Landstraße)
Küche: Österreichisch
Lokaltyp: Restaurant
Tel: 01 7180215
Lokal teilen:

3 Bewertungen für: Lucullus

Rating Verteilung
Speisen
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Ambiente
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Bewertungsschlüssel
Rating Details
Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 21. August 2015
Update am 8. Juni 2016
Experte
Stammersdorfer
235
28
27
4Speisen
3Ambiente
2Service
22 Fotos2 Check-Ins

Update zum Besuch vom 7.6.2016:
Es hat sich wenig geändert! Die Speisen wieder sehr gut, gut gewürzt und auch optisch gelungen. Das Ambiente (nona) unverändert und das Personal bemüht, weitgehend freundlich, aber unorganisiert, teils chaotisch, langsam und sehr unaufmerksam.....
Ich kann meine Bewertung vom 21.8.2015 nur bestätigen.

-----------------------------------------------

Am 18.8.2015 abends zu Gast im LUCULLUS in der Neulinggasse im 3ten. Der große Gastgarten ist eigentlich links und rechts von der Rechten Bahngasse, da wo die ein kurzes Stück Fuß- und Radweg ist. Ein perfekter Ort zum „herum hängen“ man hört nicht einmal die Bahn, die nur wenige Meter entfernt, in regelmäßigen Abständen vorbei fährt, da die Trasse wesentlich tiefer in einem quasi Kanal geführt ist.

Die telefonische Reservierung durch die Lieblingsschwägerin, vor einigen Tagen, hat problemlos geklappt, wir dürfen uns den Tisch aussuchen. Entweder einer der überdachten, weil es könnte ja doch noch regen, hat‘s aber nicht, oder unter freiem Himmel, der wurde es.

An diesem Abend war nur der Gartenteil bei der Hausseite geöffnet, zu wenig los. Ich ließ mir aber erzählen, dass an warmen Sommertagen hier der Bär steppt.

Was das Ambiente betrifft so sei an der Stelle (schon wieder) der Hinweis auf eine Bewertung von Bubafant gestattet und zwar vom 11.6.2014. Die perfekte Beschreibung dazu, für MICH allerdings ein ziemliches Durcheinander von verschieden Stilen, es steht, liegt und hängt viel zu viel herum. Ganz anfreunden konnte ich mich damit nicht, gemütlich war es dann aber doch (irgendwie) was wahrscheinlich an meinen beiden Begleiterinnen lag. :-)

Das Personal waren an diesem Abend 3 sehr freundliche junge Mädls, eine davon hat das kellnerieren vermutlich auch gelernt, soviel zum Positiven. Die Wartezeiten waren für meine Begriffe viel zu lange und es geht aller seeeehr langsam und unbeholfen vor sich. Sie sind teils unaufmerksam, die leeren Teller stehen eine Ewigkeit am Tisch, eine läuft gefühlte 10x an uns vorbei, bis sie mit bekommt, dass wir schon längst fertig sind. Es wird kaum nachgefragt. Dafür wollte man den Gruß aus der Küche abservieren, obwohl wir noch nicht einmal damit begonnen hatten. Man agiert ohne mit zu denken, leider (sehr) schwache Serviceleistung, gerade noch 2.

Die von uns gewählten Speisen zu unserer Freude allerdings genau das Gegenteil der Serviceleistung, nämlich ausgesprochen gut, mit einer kleinen Ausnahme, dem grauslichen Erdäpfelsalat.

Zuerst kam aus der Küche ein großer Bissen Paradeiser, Mozzarella und Basilikumpesto, Gruß gelungen.

Weiter ging es mit zwei Vorspeisen für uns drei und zwar Bruschetta (€ 7,50) sowie Burrata mit Prosciutto di Parma (€ 7,50) und dazu ein Gebäckkorb (€ 1,60) mit Nuss- Paradeiser- und Olivenbrot, köstlich und frisch. Gleich einmal aufgefallen sind die großen Portionen, 2 für 3 war mehr als ausreichend. Auf einem großen Teller war sehr viel und dünn geschnittener Prosciutto, der schon fast deftig schmeckte, leicht salzig vielleicht. In einer separaten Schale war die im Kern flüssige Burrata, dazu eine in Öl eingelegte Artischocke, die ich zwar nicht sonderlich mag, nachdem die schon fast speckig geschmeckte, war die richtig gut, dazu noch zwei drei kleine Paradeiser und Rucola.
Das Brot der Bruschetta war noch schön knusprig, die Auflage aus Paradeisern, vielen Oliven, ebenfalls Rucola und oben drauf Mozzarella, dürfte sehr zeitnah aufs Brot gekommen sein. Das Ganze war perfekt gewürzt und hat relativ stark nach den schwarzen Oliven geschmeckt, sehr gelungen!

Die Hauptspeise der Lieblingsschwägerin war Branzinofilet gegrillt (€ 19,--) provenzalisches Gemüse, kleine Rosmarinerdäpfel und dazu eine sehr feine Knoblauchsauce im Glas. Den festen Fisch konnte ich kosten, die Haut perfekt kross und sehr gut gewürzt.

Meine Lieblingsgattin hatte gebackene Steinpilze (€ 14,--) dazu Sauce Tartar (gutes Fertigprodukt) und einen so richtig grauslicher Erdäpfelsalat. Die „Schwammerln“ wurden in einem weißen Tonküberl serviert, dazwischen Backpapier, mit goldgelber Panier, sehr knusprig und überhaupt nicht fett. Der Salat kaum gewürzt, geschmacklos, da half nicht einmal Salz und Pfeffer und eine Marinade die war süß sauer, was weiß ich. Selten waren wir drei uns so einig, aber wie gesagt der einzig kulinarische Ausrutscher an diesem Abend.

Meine Hauptspeise war ein (Bio) Kalbskotelett am Knochen (€ 24,--) mit einer grandiosen Morchelsauce, dazu Spinatsoufflé, Erdäpfelpüree und Gemüse. Das Fleisch innen zart rosa, sehr weich, ein wenig mit Fett durchzogen und im Zusammenspiel mit der sämigen Sauce ganz großartig. Das Soufflé wurde durch recht würzigen Käse „zusammen gehalten“ und beim Püree hat man gesehen das sowas nicht geschmacklos sein muss. Das recht knackige Gemüse, aus leicht süßlichen Karotten, Zucchini und gelbem Kürbis, haben dieses wunderbare Gericht sehr gut abgerundet.

Getrunken wurde natürlich auch was und zwar zu Beginn drei Glas Prosecco (€ 3,--) leicht süßlich, vielleicht etwas zu warm aber sehr spritzig.
Weiters ein Grüner Veltliner DAC, Riede Sonnleiten, Jahrgang 2014, vom Weingut Zehetmaier aus Viendorf im Weinviertel, zu wohlfeilen 15,-- Euro. (Das „Dorf“ findet man etwa 20km nördlich von Stockerau, oder für die Golfer gleich neben dem GC Schönborn) Ein sehr fruchtiger Wein, sehr harmonisch und recht reif für sein junges Alter.
Die Wiener Hochquelle kam auf Bestellung und stand mit € 0,00 auf der Rechnung.
Auf der Flucht noch drei Achterln eines 2013er Zweigelt vom Markowitsch (€ 2,50) welcher aus Göttlesbrunn das war, weiß ich leider nicht.
Der Espresso (€ 1,80) zum Schluss sehr gut, nicht bitter, noch etwas stärker und er wäre absolut top gewesen.

Alles in allem es wurde uns richtig gutes Essen im LUCULLUS serviert, auffällig sind die moderaten Getränkepreise. Das Ambiente für meine Begriffe gewöhnungsbedürftig, wobei es meinen Damen gut gefallen hat und das Service naja......

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Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 20. November 2014
Experte
kuechenmeister
193
27
25
3Speisen
2Ambiente
-Service

Ich habe das Lucullus an einem Novembertag zu Mittag besucht und das Lokal dabei von einer ganz anderen Seite kennengelernt, als sie Bubafant in ihrer exzellenten Review nach einem lauen Sommerabend auf der Terrasse beschrieben hat.

Kalt ist es heute, im Schanigarten sitzen dennoch einige Hartgesottene, wir gehen aber lieber hinein. Das Lokal ist voll, sehr voll. Wie eine U-Bahn zur Stoßzeit. Wir kommen kaum durch die Tür. Erster Eindruck: das hier ist kein Restaurant, es ist eine Küche, in der man auch gleich essen kann. In dieser Küche arbeiten Profis unter Hochdruck, um die hungrigen Massen im Eiltempo zu verköstigen. Das Publikum setzt sich aus den Büromenschen der Umgebung zusammen und – Grüß Gott, Herr Generaldirektor – auch aus Leuten, die ich eher im nahegelegenen Steirereck erwartet hätte.

Die Deko ist ebenfalls unerwartet. Marokkanisch anmutende Leuchten, mehr oder weniger echte Perser auf Fliesenboden. Dazu alte Werbetafeln, fotografische Ansichten von Wiener Gastlichkeit aus dem letzten Jahrhundert, ausgesprochen kuriose Deckenleuchten aus meterlangen Glühbirnenreihen, die mit leeren Weinflaschen eingerahmt sind, die vollen Pendants dazu an den Wänden, dunkle Holztische, bunte Sofas.

Selbstbedienung. Die lange Schlange entmutigt. Aber es geht dann überraschend schnell. An der Nirostatheke schnappt man sich Tablett, Besteck und Gläser. Letztere füllt man an der Wasserleitung. Natürlich gibt es auch andere Getränke, zu denen greift hier aber mittags kaum jemand.

Zu essen gibt es Menü. Nur Menü. Heute eine Pastinakencremesuppe, dann wahlweise Tafelspitz oder Kaspressknödel, Schoko-Mandelkuchen. Drei Gänge um € 7,50, zwei um € 7,-. Im Akkordtempo stellen die Köche die Teller auf die Theke, ebenso schnell schnappen die Gäste sie sich, dann zur Kassa, an den Tisch, schnell essen und zurück in die Arbeit.

Das Essen schmeckt bestens. Die Suppe mit Schwarzbrotcroutons harmonisch, der Tafelspitz vorbildlich weich und saftig, dazu klassische Rahmfisolen, Wurzelgemüse, Erdäpfelschmarrn, Apfelkren. Alles tadellos.

Fazit: Fastfood einmal anders. Richtig gutes Essen, schnell, unkompliziert, preisgünstig. Der Andrang zeigt: das Geschäftsmodell funktioniert.

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Letzter Kommentar von am 23. Feb 2015 um 13:38

stimmt auch wieder :o) danke trotzdem!

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Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 11. Juni 2014
Experte
bubafant
283
71
29
2Speisen
4Ambiente
2Service
27 Fotos1 Check-In

Durchs Reden und Essen kommen Leut' z'saum. Und es werden Empfehlungen ausgesprochen. Das ist hier so ein Fall und der Grund, warum wir dem Lucullus einen Besuch abstatten. Frau hat vom Ambiente, Mann vom Essen geschwärmt und Wikipedia weiß von Reichtum und grandiosen Gelagen. Was also soll schief gehen?

Das Lucullus erstreckt sich im Parterre eines moderneren Zinshauses, ganz oben residiert die Botschaft der Elfenbeinküste, der Schanigarten ist direkt vor dem Lokal und beansprucht den kompletten Gehsteigbereich. Über eine enge Gasse, die sich Fußgänger und Radfahrer, mal mehr, mal weniger friktionsfrei teilen, befindet sich noch ein Gastgarten an der Schutzmauer zur tiefer liegenden S-Bahn-Linie. In Summe ergibt das im Außenbereich eine Vielzahl von Sitzplätzen. Der erste Anblick stimmt uns froh, und wir bleiben im Schanigarten Bereich. Wie es um den Innenbereich und die Sanitäranlagen bestellt ist, kann ich nicht beurteilen.

Der Blick im Vorfeld auf das Speisenangebot im Internet ist überraschend. Es gibt vom Butterbrot mit Schnittlauch über Weinbeißer, Beef Tartare bis hin zu Vitello Tonnato an Vorspeisen. Bei den warmen Schmankerln reicht der Bogen vom steirischen Backhendlsalat über Caterinas Tortellis bis hin zum Branzino vom Grill. Ein paar Süßigkeiten, ein Käsewagerl und via dem Weinangebot von z.B. Pauser/Fels, Skoff+Schilhan/Gamlitz, Zahel/Mauer (gemischter Satz) bis Markowitsch/Göttlesbrunn (ein Ausreißer aus Italien: Villa Antinori Toscana) und über die Hausapotheke (Schnäpse und Brände) sind wir durch die überschaubare a la carte Speisekarte durch.
Wochentags gibt es von 11:00 bis 14.30 Uhr jeweils zwei Menüs (Suppe, Hauptspeise und Dessert) um EUR 7,50 (z.B. tomatisierte Jungzwiebelsuppe, steirischer Rindfleischsalat, Melanzani al parmigiano, Spinatpalatschinken). Abends wird a la carte gekocht, und auf der handgeschriebenen Seite finden sich z.B. Carpaccio Cipriani mit gefülltem Parmensankörbchen und Dijonsenfsauce, Gazpacho andaluz, Spaghetti aglio olio, Variationen von der Seezunge.
Der Nachsatz – Transparenz ist uns wichtig. Unser Chef de cuisine steht zwischen dampfenden Töpfen und prasselnden Pfannen, zwischen frisch geschnittenem Gemüse, zarten Fleisch und duftenden Gewürzen (© Homepage).

Vorab: Das Ambiente übertrifft die Empfehlung und mich Deko-Tante mitten ins Herz. Das Motto ist ein südländischer Stil. Direkt vor dem Lokaleingang ein große Holzhütte, in der die Bar untergebracht ist. An der Fassade entlang werden die Sitzplätze von einer fix installierten Konstruktion aus Markise und Marktschirmen geschützt. Die restlichen Plätze mit mobilen Marktschirmen. Kaum ein Sitzplatz gleicht dem anderen. Originelle Bänke, viel Holz, Schnitzereien, zum Teil ohne Lehne. Sämtliche Plätze mit dicken Sitzpolsterln ausgestattet, dazwischen schmiedeeiserne Möbel, sogar ein Hochtisch samt Barhockern davon. An der Hauswand und der Wand im Gastgarten hinter Holz jede Menge großer Ballonflaschen, dazwischen Keramiktöpfchen und –amphoren mit Kräutern. Einziger Stilbruch sind die asiatischen Figuren und Köpfe im Freibereich. Der durchgehende rote Faden sind Zitrusfrüchte auf Tischen, in Regalen, in Gläsern auf Etageren, einfach überall. Und jede Menge Kerzenhalter, (große) Teelichter und Laternen. Ich habe hier erstmalig einen Kerzenkümmerer gesehen, der die alten Wachsreste beseitigt, Kerzen nachfüllt und dann entzündet. Natürlich jede Menge Kübelpflanzen, meist mediterrane Bäumchen. Einziger 'Schandfleck' ist das rotweiße Absperrband, das den Gastgarten vom Weg trennt, sieht aber für uns nach Provisorium aus.

Das Schauen lenkt uns ab, es sind noch kaum Gäste da, aber trotzdem ist die Wartezeit auf den Kellner unnötig lange. Beim Bringen der Speisekarte werden wir netterweise einmal nicht genötigt, sofort einen Getränkewunsch abzugeben. Nach wiederholter, unangebrachter, Wartezeit können wir endlich unsere Wünsche bekannt geben.
Auf unserem rustikalen Holztisch liegt ein Geschirrtuch als Mitteltischdecke, als Schmuck ein großer Topf mit einer Hortensie, sowie ein enorm großes, orientalisch angehauchtes Windlicht. Und ein Aschenbecher. Der Nebenschauplatz hat zwei zusammengestellte schmiedeeiserne Mosaiktische, und der eiserne Zaun ersetzt die Lehne der Holzbank.
Gleich darauf bringt ein junger Kellner zwei schlanke Gläser mit einer milchigen Flüssigkeit samt Minzblatt. Ein kleiner Gruß aus der Küche. Erst auf mein Nachfragen hin stellt sich heraus, dass es ein Mix mit Wodka ist. Finde ich nicht gut, wenn schon Alkohol, dann mit Ansage. Nichtsdestotrotz schmeckt der zitronige Drink sehr erfrischend. Die Annahme, dass es eine Entschädigung für die lange Wartezeit ist, ist falsch, alternierend mit überbackenen kleinen Brötchen bekommen alle Gäste ein Willkommen.

Kalbsrückenfilet mit Zitronensauce, dazu gefüllte Zucchiniblätter und Erdäpfelcrepe (EUR 16,00)
Gemeinsam eingestellt mit einem Besteckteller, auf dem eine Gabel schon fast der Erdanziehungskraft zum Opfer gefallen ist.
Optisch ist mal alles in Ordnung. Ein länglicher Teller wird hochgestellt bestückt und natürlich auch so eingestellt. Mit Balsamicocreme ist der Schriftzug des Lokals am oberen Ende geschrieben, mal eine innovative Art der ansonsten unnötigen Malerei. Und dann wären wir wieder einmal bei der Erwartungshaltung. Ich habe mir schon wieder mal etwas anderes unter dem Titel des Gerichts vorgestellt.
In Tischkantennähe, gleich hinter der Zitronenscheibe liegen zwei Scheiben Fleisch übereinander. An der Qualität ist nichts auszusetzen, bis zum letzten Bissen ist alles zart und fein. Allerdings auch etwas fad, denn es fehlen Würzaromen. Das Zitronensößchen ist einerseits zu wenig und zu schwach in der Wirkung. Als Beilage findet sich einerseits ein kleiner, schlanker Zucchino, herausgebraten, der Käsemantel ist eine gute Idee, fällt allerdings stellenweise sofort ab. Weiters noch eine gefüllte Blüte. Gut knusprig gelungen, Füllung kann ich nicht zuordnen, hinterlässt auch keinen bleibenden Eindruck. Das Erdäpfelhäufchen ist sehr eigenwillig. Zwar außen gut knusprig angebraten, innen aber labberg-weich und zu wenig gewürzt.
Beim Abservieren wird weder gefragt, ob es gepasst hat, noch ob wir weitere Wünsche haben. Wir haben aber bereits eingangs mit einem Dessert geliebäugelt.

Hollunderblütenparfait mit Pistazien und Erdbeereis (EUR 5,50)
Das klingt jetzt mal grundsätzlich nach einem leichten, locker-luftigen Sommerdessert. Aber das mit den Erwartungshaltungen hatten wir schon zuvor. Das Parfait ist – steinhart. Also gut, nicht unbedingt steinhart, aber nach zwei Millimetern weicher Substanz ist es aus. Also muss chirurgisches Besteck in Form von Löffel und Gabel her, um einen operativen Eingriff zu starten. Was soll ich sagen, der Schneckenweitwurf von Julia Roberts in Pretty Woman ist gar nichts gegen meine abhebende Parfaithälfte. Sie landet ziemlich unsanft am Holzboden. Nachdem wir ausgelacht und uns vergewissert haben, dass das Hoppala außer unseren direkten Tischnachbarn niemand mitbekommen hat, versuche ich den verbleibenden Rest zu bewältigen. Gut ist so ein wehrhaftes Teil in den seltensten Fällen, schon rein psychologisch. Es ist auch wirklich hauptsächlich süß. Holler kann ich keinen rausschmecken. Wirklich gut sind die ausgesuchten einzelnen Beeren. Das Erdbeereis ist auf wundersame Weise ein Fruchtmus geworden. Die dünn gebackene Scheibe mit den Nüssen ist in Ordnung. Nach dem Beenden des Desserts wird ein Blick nach unten geworfen, eigentlich müsste das gefallene Teil ja schon durch die Ritzen des Bodens durch sein. Aber nein, man kann es angreifen und formvollendet auf den Teller zurücklegen. Abservieren, und die Form hält. Einzig etwas weicher ist es geworden. Seltsam. Was auch immer hier schief gegangen ist (zu wenig Schlagobers/Fett/Zucker, zu spät aus dem Gefrierschrank und zu früh serviert, …), eines der miesesten Desserts ever.

Fazit: Also schief gegangen ist so einiges. …. ….
So weit ich es verstanden habe, war zuerst das Catering (das ja auch offenbar und hoffentlich gut funktioniert), dann das Mittagsmenü und schlussendlich das Abendgeschäft (dieses wird auch an der Wand einer der Holzhütten beworben).
Das Service ist extrem langsam und desinteressiert. Gut, der junge Kellner dürfte noch in Ausbildung sein, und sein verschmitztes Lächeln rettet ihn in einigen Situationen. Er hat es bei keinem Serviervorgang geschafft, den Teller ordnungsgemäß einzustellen, entweder auf der falschen Seite gehalten, aus einiger Höhe fallen lassen, oder über den halben Tisch zu schieben versucht. Dass man uns in Summe drei Mal einen Gruß aus der Küche angeboten hat (obwohl wir beim letzten Mal schon vor unserem Kaffee gesessen sind) spricht für die Desorganisation. Die Bestellung von zwei verschiedenen Warmgetränken fiel zu fünfzig Prozent dem Vergessen anheim – Leute, was ich mir nicht merken kann, muss ich mir aufschreiben (buchstäblich !). Die Nachfrage, ob alles in Ordnung war, wurde unsererseits mit Einzelheiten des Desserts ausgeschmückt. Wir haben keine Entschuldigung erwartet, vielleicht eine Erklärung, aber ein muffliges 'Mhm' ist definitiv die falsche Bewältigung. Setzt aber die Gedankenlosigkeit fort, dass sämtliche Serviervorgänge zuvor beim jeweils falschen Empfänger landeten.
Eine lustige Idee ist es, die Rechnung in einem kleinen Riess-Reindl mit Deckel zu bringen (aber das wussten wir schon vorher)
Und wir sind wieder belehrt worden, dass (Empfehlung) Gusto und Watschen doch sehr verschieden sind. Eine Empfehlung kann ich nicht aussprechen, was aufgrund des sehenswerten Ambientes eigentlich sehr schade ist, denn hier hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht und mehr als etwas Geld in die Hand genommen. Erstaunlicherweise war bei unserem Abgang rund die Hälfte der Plätze besetzt.

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Bewertet am 11.06.2014

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