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So, 21. Juli 2024

Haas & Haas, Wien - Bewertung

am 25. Juni 2019
SpeisenAmbienteService
Mit dem Haas & Haas Teehaus verbinde ich schöne Erinnerungen. Der angenehme Geruch beim Betreten des Geschäftes, die schön drapierten Teeutensilien und dem Allerlei, welches man eigentlich nicht benötigt, aber weil es so schön ist, unbedingt kaufen muss (Stichwort: 10te Teekanne). Meine ersten Berührungen mit japanischem Tee und den dazu passenden Gefäßen und die Qual der Wahl beim Aussuchen aus dem Faltblatt der gefühlten 500 Teesorten. Ich habe immer viel zu viel Tee gekauft. Und dann ist da noch der wunderschöne Gastgarten im Hof, mittlerweile überdacht und rundherum mit Weinranken bewachsen. Helle Farben dominieren und die ruhige Hoflage animiert mich automatisch den Gang auf „Entspannungs-Modus“ runterzuschalten und ein angenehmes Sommergefühl überkommt mich – und leider auch das Personal, aber davon in Kürze.

Ich hatte ein paar Tage zuvor telefonisch reserviert, denn wir ehemaligen Studienkollegen und -innen trafen uns in mittelgroßer Runde zum späten Frühstück. Die Kellnerin kommt und da wir schon beinahe vollzählig waren bestellten wir aus der recht großen Frühstückskarte. Ich nehme ein Wiener Frühstück mit weichem Ei, Semmel & Kipferl sowie Marillenmarmelade. Dazu, wie sollte es hier anders sein eine Kanne Tee (Oolong klassisch) und etwas später noch einen Espresso. Dazu kommen noch Trüffeleierspeise mit Schnittlauchbrot (eine etwas seltsame Wahl), das Fit & Fun Frühstück (Joghurt mit Früchten, Vollkornbrote Radieschen und Paradeisern und Orangensaft), Beinschinkenbrot und Schnittlauchbrot, sowie eine klassische Eierspeise mit Semmel und Butter. Getrunken wird neben Melange auch wegen des Wetters, geeister Mangotee und Mineralwasser.

Die Getränke kommen schnell und der bestellte Mangotee verursacht Diskussionen, er ist knallrot und will so gar nicht an die orange Farbe einer Mango erinnern. Die Kellnerin beteuert, dass es sich hier um das bestellte Getränk handelt. Hier bewahrheitet es sich wieder einmal, dass der Hauptbestandteil von Früchtetees Apfelstücke oder wie in diesem Fall Hibiskus ist und der Einsatz von Aromen den Rest besorgt. Das ist mitunter der Grund, weshalb ich Früchtetees nicht mag. Sie schmecken selten nach dem, was auf der Verpackung steht und wenn doch, dann sind es zugefügte Aromen – und sie sind immer sauer.

Nach weiteren 10 Minuten kommt unsere feste Nahrung. Das Porzellan ist schön und gepflegt, das Besteck poliert und angerichtet ist es auch sehr appetitlich. Lediglich das Beinschinkenbrot schaut etwas traurig aus. Eine kleine Scheibe Brot, halbiert mit Butter und je einer Scheibe Beinschinken belegt. Keine weitere Deko.

Die Eierspeise mit den eingelegten Trüffeln schaut gut aus und riecht sehr intensiv. Das Vollkornbrot der Schnittlauchbrote dürfte eine etwas harte Rinde gehabt haben. Die Kollegin hat sich beim Essen schwergetan. Das Fit & Fun hat auch gut ausgesehen.

Für das weiche Ei meines Frühstücks vermisse ich den Löffel, aber die Kellnerin ist schon wieder weg und wer anderer ist auf die Schnelle auch nicht greifbar. Daher musste der Teelöffel herhalten. Dafür ist das Ei perfekt und mit einer Buttersemmel zählt es zu einem meiner Lieblingsessen. Meine Butter habe ich übrigens geteilt, weil die „Eierspeise mit Butter & Semmel“ die Butter vermisste. Sie konnte erst später urgiert werden, denn unsere Kellnerin hat sich kaum noch um uns gekümmert – schade. Hier würde ich mir zumindest einen weiteren Besuch an unserem Tisch mit der Nachfrage, ob alles in Ordnung ist erwarten. Die Nachbestellung funktionierte problemlos und wurde prompt erledig, sobald wir einer Kellnerin habhaft werden konnten.

Das mürbe Kipferl, meines Frühstücks gehörte zu den sehr Guten und bildete zusammen mit der fruchtigen und wenig süßen Marillenmarmelade einen schönen Abschluss. Ganz zum Schluss noch ein starker Espresso und getrennt bezahlen. Das stellte das Teehaus auch vor kein Problem und konnte rasch erledigt werden.

Ich werde ungeachtet der kleinen Unzulänglichkeiten wieder ins Teehaus gehen, weil ich mich insgesamt wohlgefühlt habe und wir trotz des großen Gästeaufkommens nicht gedrängt wurden zu gehen.

PS: Natürlich bin ich nach unserer kollektiven Verabschiedung noch ins Teegeschäft eingefallen und habe einen Teevorrat eingekauft, der wahrscheinlich bis 2023 reichen wird – manche Dinge ändern sich eben nicht.
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