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Zur Herknerin - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 24. Jänner 2015
Experte
Stammersdorfer
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27
3Speisen
3Ambiente
3Service
1 Foto1 Check-In

„Installationen“ Zur HERKNERIN am 22.1.2015 in der Wiedner Hauptstraße im 4ten Hieb. Die 1er Bim bringt uns hin, aussteigen sollt man bei der Station Paulanergasse, dort wo die Rot Kreuz Zentrale ist und wo man auch den lebensspendenden roten Saft los werden kann. Auf der einseitigen Homepage steht „Die Küche mit dem großen Herz“.

Es war irgendwann einmal ein Gas-Wasser-Heizungsgeschäft, das zu einem Wirten umfunktioniert wurde, darüber wurde hier aber schon mehrfach berichtet, so will ich nur noch einiges festhalten was mir noch so aufgefallen ist.
Die mehr oder weniger Einrichtung ist ein kunterbunt aus verschiedenstem, ein Stil ist für mich nicht zu erkennen. Der Steinboden schaut aus wie Blutwurst, darauf liegt ein wenig schöner roter Teppich. An den Wänden unterschiedlichste Bilder, im hinteren Bereich ein großer Spiegel quer über die Wand. Die Tische und Sessel mal helles, mal dunkles Holz. Im hinteren Bereich des Lokals sticht eine schöne alte Kommode ins Aug, die fürs Besteck etc. genutzt wird. Die Räume sind hoch, weiß, mit Rundbögen. Alles in allem fühlt man sich doch irgendwie wohl, vielleicht weil es anders ist?

Wir haben vor einigen Tagen telefonisch reserviert, guat woas, die Glücksritter hatten an diesem Donnerstagabend keine Chance, die Hütte war voll. Glücksritter ist jene Spezies die ohne Reservierung in ein Lokal geht und glaubt sie er bekommt einen Platz :-))) Was am Publikum auffällt, entweder 70+ oder unter 25, Mittelalter so wir, Fehlanzeige.

Wir werden von einer freundlichen (noch) jungen Dame begrüßt. Der erste Eindruck, die ist aber schräg und schrill. Wir vermuten, dass es sich um die Chefin handelt. Sie kümmert sich zu Beginn um uns, sucht im wahrsten Sinne des Wortes unseren Tisch, auf jedem liegt ein Namenszettel UND findet ihn irgendwann auch. Der ganz hinten an der Wand wars, mit einer urigen gemütlichen Holzbank und wir dürfen ums Eck sitzen, vis a vis das wollen WIR gar nicht. Später ist sie dann verschwunden und ward nie wieder gesehen, wahrscheinlich weil sie in der Küche gewerkt hat. A ja die Speisekarte hat sie uns auch da gelassen, ein A4 Zettel, recht originell, aber schlecht zu lesen.
Im Service zwei Seemänner (quer gstreifte, blau weiße Leiberln, schwarze Hosen) vermutlich Studenten, dass sie den Kellnerberuf gelernt haben glauben wir nicht. Beide freundlich und flott, mit Schmäh, nachfragen kaum bis gar nicht. Schade.

Der Start zwei Glasln Sekt vom Herrn Kattus, weil Prosecco gibt’s keinen, grumml.

Wir hatten Matjes, die Hausfrauen Version. Der Fisch ganz ausgezeichnet, nur in Relation viel zu wenig, dafür überdurchschnittlich viel Apfel und Sauerrahm, der Zwiebel wiederum kaum vorhanden. Das dazu gereichte Brot schwarz und alt, das Weiße, getoastet aber schon kalt.
Weiters eine Leberknödelsuppe, die war zwar geschmacklich gut, aber zu dünn, der Knödel groß, selbst gemacht, er hat ausgezeichnet nach Leber geschmeckt, nur viel zu weich.

Die Hauptspeisen für meine Frau das Szegediner Krautfleisch mit Knedlitschki. Das Fleisch weich, teils durchzogen, daher nicht trocken, das Kraut nicht zerkocht, nur irgendwer da draußen in der Küche hat aufs Würzen vergessen. Der Knödel wiederum geschmacklich sehr gut, nur auch wieder viel zu weich, so wollen wir beide das nicht so gern.
Ich hatte Sarma - serbische Krautroulade, mit gekochten Erdäpfeln und etwas Sauerrahm. Das Kraut noch knackig, die Fülle aus Reis (vermutlich) Zwiebel und Faschiertem. Ja und leider auch die zweite Hauptspeise hat nur wenig an Würze gesehen, war aber in Relation noch besser als das Krautfleisch. Die Erdäpfel recht weich gekocht, aber somit ideal um den wenigen Saft durch zerdrücken aufnehmen zu können.

Dazu hatten wir ein Flascherl eines 2013er Sauvis vom Weingut Esterhazy, aus Trausdorf an der Wulka, im Burgenland. Sowohl vom Geruch, als auch Geschmack kann er mit den Steirern (fast) mithalten, selbst die Stachelbeernote war zu erkennen, fruchtig und frisch, leicht zu trinken, sehr gelungen! Wiener Hochquelle gab es dazu, natürlich ohne dafür zu löhnen.

Klein schwarz und stark war dieses Mal von Cult Caffe, eine kleine feine, noch sehr junge Rösterei, in Neumarkt an der Ybbs in NÖ zu Hause. Link Der war schlicht hervorragend!

Die Zusammenfassung, ja was soll ich sagen, aufgrund einiger sehr guter Bewertungen von namhaften Testern hier, war die Erwartung recht hoch und NEIN sie wurden nicht erfüllt. Die Kost ohne Höhepunkt, wenig gewürzt, alles viel zu lind. War der Koch auf Urlaub? gibt’s einen Neuen? Wir wissen es nicht. Das mit dem großen Herz von der HP, wo war es? Den 3er hat nur der exzellente Espresso und ein sehr guter Sauvi gerettet.
Das Personal ganz in Ordnung, nur fragt‘s bitte nach, ihr macht mehr Umsatz. Das Lokal ein einziges durcheinander, aber dennoch zum Wohlfühlen. Die Zech mit Maut 72,--. Wir haben schon mit wesentlich mehr Begeisterung ein Lokal verlassen und sind mit dem großen roten auf den Schienen wieder nach Hause gebimelt.

NEIN da war noch was, der Eistraum am RHP und die Fahrt, gleich am ersten Tag, mit dem City Skyliner auf 88m Höhe. Wien bei Nacht von oben, Wie GEIL is das denn :-))

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Kommentare (5)

am 22. April 2015 um 15:54

Sie haben recht, allerdings betrifft die Formulierung "schwache Würzung" zu 99% leider Salz. Mir ist zumindest noch kaum jemand untergekommen, der mit der Formulierung meinte es hätte z.B. Rosmarin gefehlt. Den Eigengeschmack hätt ich auch gerne, und daher kann ich kaum mehr in Restaurants essen gehen, für mich ist fast alles versalzen. (Ich war übrigens noch lange nicht an der Decke...)

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am 22. April 2015 um 15:21

Ich selbst mag es auch nicht so salzig. Der Eigengeschmack der eingesetzten Produkte ist mir wichtig. Nur würde ich bei einer so netten Bewertung, wo nicht das fehlende Salz sondern die schwache Würzung bemängelt wurde, nicht an die Decke gehen und mich über Leute aufregen, die ihr Essen gerne etwas salziger haben.

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am 22. April 2015 um 14:46

Das Gegenteil ist der Fall - hier gehts nicht um fehlende "Würzung" sondern um fehlende "(Ver)Salzung". Würzen kann man mit vielen Dingen, Salz ist dabei die einfachste Wahl. Salz ist das Allheilmittel für Leute, die keine Ahnung vom Würzen (und somit auch vom Kochen) haben.

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5
1
am 22. April 2015 um 10:19

wer vom Kochen auch nur ein Fuzzerl Ahnung hat weiß, dass man fehlende Würzung während des Kochvorganges nicht mit dem Salzstreuer danach kompensieren kann

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Experte
54
8
am 22. April 2015 um 10:05

Würde sagen wenn Ihnen was zu wenig gesalzen ist, dann salzen Sie halt nach. Wenn etwas allerdings VERsalzen ist kriegt man das nicht mehr raus - es ist ein Unding unserer Zeit, alles zu überwürzen, weil die Leute keinen Geschmacksinn mehr haben und es sonst "nach nix schmeckt" - Irrtum! Auch Erdäpfel OHNE Salz schmecken nach etwas, nämlich nach Erdäpfel (Überraschung!). Diese Salzsucht kann man sich abgewohnen und plötzlich schmeckt man Dinge, die man seit Jahren nicht mehr gefunden hat - das Essen wird vielschichtiger, der Geschmacksinn wird feiner. Dafür braucht man aber den Willen, sich drauf einzulassen, anstatt dauern nach Salz zu schreien. Wenn ich alles versalze, kann ich auch einen Geschirrfetzen essen, ich schmeck eh nur das Salz.

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5
1
Zur Herknerin
Wiedner Hauptstraße 36
1040 Wien
Speisen
Ambiente
Service
38
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9 Bewertungen
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