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La Tavolozza - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 24. Juni 2012
Update am 7. Juli 2012
leckermaeulchen
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7
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4Speisen
3Ambiente
3Service
9 Fotos1 Check-In

Betrachtet man die kulinarische Welt der Perser und Türken, dann sprechen wir nicht gerade von Profis des Marketings. Was also tun Türken, wenn sie in der Gastronomie erfolgreich sein wollen? Richtig sie machen auf „echt italienisch“.

LA TAVOLOZZA im 8. Hieb Wien´s, ist ein Dinosaurier der gehobenen Anbieter Italienischer Küche.
Es war wieder einmal Kinosamstag, unsere Vorführung ging bis 22.30 Uhr, in Wien befand sich der gastronomische Schwerpunkt auf der Donauinsel. Massig Kebab und Würstelangebote fanden endlich Abnehmer unter den freiwilligen Besuchern des Festivals. Dennoch, einmal mehr stellt sich die Frage, wohin um diese Uhrzeit. Die Küchen sind um diesen Zeitpunkt, meist schon geschlossen. Hier taucht in meinen Gehirnzellen „Florianigasse“ auf. LA TAVOLOZZA, dieses Restaurant ist mir immer schon positiv mit ihren Öffnungs- und vor allem KÜCHENZEITEN in Erinnerung geblieben.

Los geht´s, unterwegs taucht die bange Frage wieder auf: wo parken? Egal, wir wollen es nun wissen. Wir fuhren die Florianigasse vom Anfang der Strasse ein. Vorbei, an teils jetzt schon geschlossenen Lokalen (franz, Florianihof) oder auch für immer geschlossene Restaurants. Auch sehen wir, dass in einigen Gaststätten die Sitze bereits gänzlich leer sind. Auf der Höhe des LA TAVOLOZZA, ist tatsächlich ein Parkplatz direkt vor dem Ristorante frei. Na, das nenn´ ich mal Bestimmung. Der Verfasser dieses Textes gibt hiermit bekannt, über die letzten 20 Jahre schon sehr oft in diesem Lokal gewesen zu sein. In den letzten vier Jahren waren wir kaum mehr da gewesen. Das hatte seine Gründe, dazu später mehr. Neu in der LA TAVOLOZZA, ist ein Gastgarten, entlang der Straße direkt vor dem Lokal. Ich freue mich für die Betreiber, ein Sommer in Wien ohne Freiluft Sitzplätze, ist für Gastronomen nicht gerade Bilanz- schönend. Ein paar Gäste sitzen noch draußen (es ist 23.00 Uhr), wir beschließen hinein zu gehen. Wir wurden freundlich von einem Kellner begrüßt, auf unsere unsichere Frage, ob die Köche noch kochwillig sind, wurde uns ein spontanes „natürlich“ entgegengebracht. Wir durften uns einen Tisch auswählen. Nur mehr sechs Tische waren zu diesem Zeitpunkt besetzt. Wir bestellten unseren obligatorischen Campari Orange als Aperitif. Die Speisekarte wurde gereicht, eine weitere Frage taucht auf: was wird sich hier in der Karte verändert haben?

Wenig, ist die schnelle Antwort. Das Repertoire des Speisenangebots ist nach wie vor riesig. Auf der ersten Seite befinden sich ein paar Tagesempfehlungen. Auf den nächsten zwei Seiten gibt es zahlreiche Angebote unter der Rubrik „Sommerangebote“. Ja, und dann, gibt es weitere Seiten mit Standardangeboten.

Wie geht das? Hier würde RTL Star Christian Rach, im Ernstfall aufschreien, die Karte auf wenige Gerichte runter reduzieren, damit das Budget stimmt. Ganz einfach, das LA TAVOLOZZA arbeitet von einer guten Basis aus. Ein Reisgericht (Risotto) wird à la minute mit verschiedenen Zutaten vermengt. Das selbe gilt für diverse Pasta- Gerichte und natürlich auch für Fisch und Fleisch. Im LA TAVOLOZZA schreibt die Jahreszeit die Karte, deshalb finden sich gerade jetzt Eierschwammerl auf der Sommerkarte. Man kann also, sämtliche uns bekannte Gerichte in Verbindung mit den Edelpilzen kennen lernen.

Die Vorspeisen

Let´s go, wir bestellten einen Klassiker des LA TAVOLOZZA, Flusskrebse mit Avocado,
weiters Carpaccio vom Rind mit EIERSCHWAMMERL. Ich gebe zu, ich finde Flusskrebse einfach klasse. Im LA TAVOLOZZA habe ich sie wahrscheinlich schon 40 mal gegessen, immer noch mundet dieses Gericht vorzüglich. Klar, der Verrat an „echt italienisch“ beginnt bereits hier. Die Krebsschwänze sind auf einem Salat angerichtet und mariniert mit einer sehr leichten Cocktailsauce. Da macht kein Italiener. Der Italiener würde hastig mit Essig- und Ölflasche darüber träufeln. Die Geschmacksnote ist somit nie gleich. Gleich gut schmeckt dieses Gericht hier. Ich bin überhaupt kein Fan von Mayonnaise, aber diese sehr leichte Cocktailauce, dazu weitere Bestandteile wie frische Kresse und ganzer roter Pfeffer machen dieses Gericht zum „Geschmacksrenner“. Das ist nicht neu, das kann man hier so seit zwanzig Jahren essen. Beim Carpaccio fällt das tolle Dressing auf. Wunderbar harmonisch. Zart das dünne Fleisch (keine Wasserkristalle), die Pilze sind nicht wässrig, schnell gegart und flott serviert. Wau!

Die Hauptgänge

Gröstl von Jakobsmuscheln, Scampi und EIERSCHWAMMERL weiters eine klassische Lasagne (von der Standardkarte).

Die Lasagne wird hier – AUCH ZU DIESER UHRZEIT – im Pizzaofen à la minute gemacht.
Wenig Tomatenanteil, solide gewürzt mit viel Käse überbacken. Geschmacklich fein. Auch möchte ich erwähnen, so schmeckt sie auch nur dort. So LA TAVOLOZZA- artig, wie vor zwanzig Jahren. Ein schöner Anblick war das Gröstl. Reichhaltig an Farben. Solide gewürzt. Wie auch schon beim Carpaccio wird auch diesem Gericht einiges an Lauchzwiebeln beigemengt, nicht störend, weil gut angebraten. Generell wird im LA TAVOLOZZA gerne mit Lauchzwiebeln gearbeitet. Mit von der Partie, auf diesem Teller, war Tintenfisch. Leider war dieser schlecht geputzt, so hatten wir leider Sand zwischen den Zähnen.

Es ist nun 24.00 Uhr geworden, immer noch sitzen sichtbar zufriedene Gäste an drei Tischen. Die Einrichtung erinnert mich an.... ? Richtig! Wie vor zwanzig Jahren. Und: sie funktioniert immer noch. Egal wer diese Entscheidung zum Kauf dieser Sessel getroffen hat. Kompliment! Es sind immer noch die Selben. Sie klappern nicht, sie halten stand.
Der Schmäh des LA TAVOLOZZA ist die Stimmung. Ich denke in keinem anderen Lokal Wien´s wird so auf Kerzen gesetzt. Das Hauptlicht war extrem herab gesetzt. Die Stimmung kommt über den Schein des Kerzenlichts.

LA TAVOLOZZA wurde von einem Ehepaar aufgebaut. Er war Türke (logisch) seine Frau war Österreicherin. Die beiden versammelten eine eingeschworene türkische Kampftruppe um sich. Jeden Tag galt es Kurs zu halten. Man wollte Erfolg, wenn es mit Kebab nicht geht, na dann halt mit Pizza & Co. Wahrscheinlich hatte man vor Jahren einen Vorzeigekoch und alle Attilas bekamen von ihm Anschauungsunterricht. Seit dem fährt das LA TAVOLOZZA wie eine Lokomotive. Alle Gerichte werden im Schlaf beherrscht. Irgendwann kam dann der Übermut, Überdruss machte sich breit. LA TAVOLOZZA war täglich voll. Kurzzeitig hatte man sich auch eine Haube im Gault Millau erkocht, die man später wieder verlor. Das Ehepaar beklagte sich über zuviel Arbeit und begann genervt auf die Gäste zu reagieren. In Folge übertrug sich diese Laune auf die Mitarbeiter.
Immer schon war ein „Herr Oberkellner“ die Stütze des LA TAVOLOZZA. Er verließ vor einigen Jahren das Lokal. Auch wir wollten nicht mehr da sein, wo wir einst so zufrieden waren. Es ging bergab, das Paar verkaufte das LA TAVOLOZZA. Käufer war tatsächlich der ehemalige sehr sympathische “Herr Oberkellner“. Da war er also wieder, um ihn herum, sind die Gesichter gleich geblieben. Sie kämpfen wieder um jeden Gast mit ihrer besten Waffe: ihrer Freundlichkeit. Im Hintergrund wird italienische Musik gespielt, eine Sprache die sie alle selbst nicht sprechen. Die Mannschaft aus der Türkei die hier auf italienisch tut, hat uns an diesem Abend wieder gewonnen. Zum Schluss aßen wir eine Dessertvariation. Sie sieht nicht nur so aus wie vor 20 Jahren, sie schmeckt auch so. Keine umwerfende Kreation aber wieder so unglaublich solide. Geschichtetes Schokomousse, Tiramisu mit viel frischen Früchten (Maracuja!) serviert auf Fruchtspiegel (ein echtes Revival aus den 80´ern). Der ehemalige “Herr Oberkellner“ nun Chef, erzählt uns, dass er es jedem Gast recht machen möchte. „Wir sind uns nicht zu schade auch Pizza zu machen, jeder soll hier kriegen was ihm schmeckt“ meint der Patron. Wau, das nenn´ ich mal eine Einstellung zum Gast. Ich kenne kein Hochpreislokal, dass auch aktiv günstigere Gerichte für schmale Brieftaschen anbietet.
Thomas Muster war im Tennis kein Naturtalent , wurde mit Ausdauer und Ehrgeiz dennoch die Nummer 1 in diesem Sport. Ob die Türken Naturtalent zum Nachkochen haben? Ich denke, das haben sie hier doch mehr als bewiesen. Vielen Dank, es ist nun 00.30 wir werden vom Service freundlich verabschiedet. Zufrieden treten wir die Heimreise an. Wir kommen wieder, keine Frage. PS: der Gault Millau listet die LA TAVOLOZZA derzeit nicht in seinem Führer, ein weiterer Beweis für seine Inkompetenz, zumindest erwähnen muß man diese Restaurant, würde man verantwortungsvoll handeln wollen...

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Kommentare (4)

Unregistered am 1. September 2012 um 18:27

BTKA .... Bitte Trink Keinen Alkohol

Gefällt mir2
Unregistered
Kein Tester
am 1. September 2012 um 18:02

Mit Sicherheit nicht! Danke magic, braune Vorwürfe will ich mir nicht gefallen lassen. @BTKA nochmals durchlesen, besser verstehen und bitte wieder hinsetzen Grüsse L

Gefällt mir
38
7
am 24. August 2012 um 22:12

Ich lese da nichts abfälliges gegen Türken!

Gefällt mir3
Experte
63
50
BTKA am 24. August 2012 um 22:06

haben sie etwas gegen türken?

Gefällt mir1
BTKA
Kein Tester
La Tavolozza
Florianigasse 37
1080 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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38
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24 Bewertungen
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