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Mi, 24. Juli 2024

WU Mensa, Wien - Bewertung

am 6. Juli 2019
SpeisenAmbienteServiceKeine Wertung
Ein voller Bauch studiert nicht gern. Ein leerer aber auch nicht – sagt zumindest mein Bauch, nachdem ich schon Stunden in der WU Bibliothek zum Zwecke der Recherche zugebracht habe.

Da es sich in der rostigen Betonwüste des WU Campus um gastronomisches wasteland handelt und ich mich aus Zeitgründen nicht allzu weit von der Bibliothek entfernen wollte, besuchte ich die WU Mensa zum Zwecke der Nahrungsaufnahme. Sie befindet sich in einem Nebengebäude des Learning Centers (sprich der Bibliothek) und ist, zumindest im Sommer, durch den Schanigarten leicht zu finden. Das Leitsystem der WU hilft hier nur bedingt weiter, denn am Gebäudeplan findet sich kein Hinweis. Man muss also bereits wissen, dass man am Campus nach D1 suchen muss.

Ich begebe mich also hinein und bin ob der Größe des Essbereiches bass erstaunt. Hier wurde nicht „gekleckert sondern geklotzt“ wie es bei unseren Lieblingsnachbarn so schön heißt. Gefühlt würde ich sagen, dass das nahe gelegene Schweizerhaus locker reinpasst. Ausstattungsmäßig teilt sich die Mensa in drei Teilbereiche die auch unterschiedlich ausgestattet sind – es gibt runde 4er Tische, lange Holztische mit lehnenlosen Bänken und Hochtische mit entsprechender Bestuhlung. In der Mitte des ersten großen Raumes gibt es eine Kaffeebar und die kantinenmäßige Essensausgabe befindet sich an der Stirnseite der Mensa.

Da bereits Ferien sind herrscht gähnende Leere, der Essensbetrieb wird aber trotzdem aufrecht erhalten. Zur Auswahl stehen: zwei Menüs (ECO1 vegetarisch, ECO 2 Fleisch/Fisch), Pizza, Yummy; Green und Global (das gab es an diesem Tag allerdings nicht). Die ECO Menüs umfassen eine Tagessuppe, die Hauptspeise mit einem Beilagensalat und ein Getränk und liegen preislich zw. 5,60 und 6 Euro.

Geordert und bezahlt muss an der Kaffeebar werden, dort erhält man einen Papierbon und das gewünschte Getränk im Papierbecher ausgehändigt (Soda und Apfelsaft stehen zur Auswahl). Bezahlen kann man mit einer speziellen Karte (WU Angehörige), Bankomat oder bar – wie retro (!) in der sonst vollautomatisierten Welt der Universität. Danach balanciert man den gut gefüllten Becher zur Essensausgabe, nimmt sich ein Tablett und Besteck und geht zur entsprechenden Station, wo einem gegen Vorlage des Bons wortlos das Essen ausgehändigt wird. Pardon, nicht ganz wortlos, denn ich konnte zu meinem Fischtrapez zw. Petersilerdäpfeln oder Reis wählen. Dem Herrn an der Ausgabe war das keinen ganzen Satz wert „Reis oder Kartoffel“ war die kurze Ansage. „Erdäpfel bitte“ meine ebenso knappe Antwort. Die Suppe steht zur freien Entnahme, genauso wie die Beilagensalate. Zur Auswahl standen: Blattsalat (Eisberg/Karotte aus dem Sackerl), Erdäpfel oder Kukuruz/Mais mit Majo/Rahm/Joghurt Dressing. Ich nehme den Blattsalat, packe alles auf das Tablett und suche mir einen möglichst ansprechenden Platz – Auswahl gab es genug.

Die Suppe, angeblich eine Klare Tomaten-Bouillon mit Gemüsewürfel, ist lauwarm – gut, das war nicht anders zu erwarten – und schmeckt wirklich nicht. Ich halte mir vor Augen, dass ich mich in einer Mensa befinde und koste noch einmal. Sorry, aber echt grauslich, weil ein ganz eigenartiges Gewürz verwendet wurde und das heißt hier sicher nicht Maggi. Dann sind da noch als Einlage 27 Graupen, die dafür mit anständigem Biss und 6 Paradeiswürfel. Ich lasse die Suppe stehen, man muss sich nicht unnötig quälen und sich einen Sodbrand anzüchten.

Der TK Fisch (Egri lässt grüßen), mit einer sehr knusprigen groben Panier, ist innen durch das Warmhalten schon durchdurchdurch. Aber er lässt sich mit Sauce Tartar ganz gut essen – geschmacksneutral im Abgang. Die Erdäpfel sind ungesalzen und wässrig. Das fehlende Salz lässt sich durch die am Tisch befindliche Salzmühle beheben. Das leicht abgegriffene Etikett verheißt Sonnentor Feenzaubersalz – wer’s glaubt. Den öligen Beilagensalat habe ich nur zur Hälfte gegessen, auch er ist geschmacksneutral.

Am Besten war noch das Obi g’spritzt.

Nach 17 Minuten ist das Essen vorüber und ich stelle mein Tablett auf einem der Wägen ab und entschwinde wieder in die Bibliothek.

Mein Fazit: Ich habe beruflich bedingt schon in einigen Kantinen essen müssen/dürfen und sie waren allesamt besser als die WU Mensa. Die Portionsgröße wäre in Ordnung und bei 6 Euro kann sich keiner über hohe Preise beschweren, aber das geht eben zu Lasten der Qualität. Auf meinen nächsten Besuch muss die WU Mensa länger warten, denn ich werde den Fußmarsch – auf dem gesamten Campus herrscht Fahrradverbot - auf mich nehmen und mir ein hoffentlich besseres Lokal in der Nähe suchen. Das Schweizerhaus ist ja auch ganz in der Nähe – es muss ja keine Mittagsstelze werden, obwohl…
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