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So, 21. Juli 2024

Wirtschaft am Markt, Wien - Bewertung

am 18. Juli 2020
SpeisenAmbienteService
Die WIRTSCHAFT AM MARKT kannten wir zwar von dem ein oder anderen Getränk das wir dort schon genommen haben, essen waren wir allerdings bis dato noch nicht, was sich am Abend des 15.7.2020 ändern sollte.

Etwa 10 Tage vorher haben wir online einen Tisch reserviert, einen Tag zuvor kam dann nochmals ein Mail mit Bitte um Bestätigung.

Die Strecke von 1080 Wien, bis zum Meidlinger Markt Stand 89-92 haben wir per Pedes in Angriff genommen. Wir waren ziemlich genau eine Stunde unterwegs. Netter Spaziergang übrigens.....
Für die Heimreise haben wir dann die U6 Längenfeldgasse bemüht, wo auch die U4 eine Station hat, wir wollen es mit dem zu Fuß gehen ja nicht übertreiben..... :-)

Die Köchin Heidi Ratzinger ist keinen unbekanntem in der Branche. Vor geraumer Zeit hat man sie mit einem Hohenlohe Mützerl ausgezeichnet und ja, also nein, ob die Frau was vom Kochen versteht weiß ich leider nicht, aber ihre Mitarbeiter machen das jedenfalls ganz ausgezeichnet. Sie war an diesem Mittwochabend nämlich gar nicht da.....

Wie steht es so schön auf der Homepage geschrieben Geschmacksknospen aus aller Welt werden durch die Hand von H.R. mit Wiener Charme verbunden und zum Blühen gebracht.

Es handelt sich um ein sehr nettes Marktlokal mit Sesseln die nicht länger zum Verweilen einladen, so einfache aus Metall, wie auch die Tische. Das Flair leiwand, die Hütte voll, ohne Reservierung kein Platz zu bekommen. Also einige haben versucht sich einfach an einen freien Tisch zu setzen, aber nicht lange. Baba! :-)))
Und man denkt auch mit, man lässt an Wetter unsicheren Tagen niemand im Lokal Platz nehmen. Sollte es zu regnen beginnen, finden auch alle die draußen sitzen drinnen ihren Tisch.

Es arbeiten insgesamt 7 Personen hier, 4 in der offenen Küche, 1 Mädl, 3 junge Männer. Die drei Servicemitarbeiter sind alle männlich und machen einen ausgezeichneten Job, einzig ob man vielleicht noch was will, Stichwort Naschspeise, diese Frage kam keinem von ihnen über die Lippen. Aber sonst freundlich, aufmerksam, flott, nachfragend ob denn alles passt, und jeder ist für jeden Tisch zuständig.....

Wir sind mit zwei Primosecco vom Weingut Hagn in den trocken gebliebenen Abend gestartet. Ein Winzer aus Mailberg, im nördlichen Weinviertel, den wir seit einigen Jahren sehr schätzen, weil er ganz großartige Weine macht und auch der Aperitif hat und überzeugt.
Eine Karaffe Leitungswasser wurde uns automatisch auf den Tisch gestellt.
Zum Essen hatten wir einen 2018er Roten Veltliner von Karl Diwald aus Grossriedenthal, Wagram, Weinviertel, von seiner Riede Berg Eisenhut. Nein das ist kein Rotwein, schwer, sehr fruchtig, grandios in der Nase und mit schöner dunkelgelber Farbe. Ein top Wein, mit sehr beachtlichen 14,5%.
Der Espresso Ristretto war vom Feinsten, Stichwort der Löffel steht drinnen und keine Spur von bitter.
Die beiden Fluchtachterln, waren ein weißer Zweigelt vom Topf aus Straß im Straßertale. Den hätte man allerdings zuerst trinken müssen, da es sich um einen leichter Sommerwein handelt. Das wussten wir zwar, wollten ihn aber unbedingt probieren. Auch der hat uns voll überzeugt.

Die Speisekarte ist überschaubar, 4 Vorspeisen, 2 Suppen, 5 Hauptspeisen, 3 Nachspeisen, dazu Käse. Es ist aber für jeden was dabei wie ich meine, und das Angebot wechselt ohnehin regelmäßig.

Wir hatten zuerst eine sehr köstliche Gurkenkaltschale, dazu werden zwei kleine Stück Pumpernickel-Schnittlauchbrot serviert, sowie ein Beef Tatar mit Kräuterschmand und eingelegten Radieschen, in der Variante groß. Perfekt gewürzt, eines das auf der Zunge fast zergangen ist, einfach großartig. Dazu gibt es 4 Scheiben ganz frisches Weißbrot, das war genau richtige Menge in Relation zum Tatar.
Ob das jetzt geschnitten, geschabt oder zweimal faschiert war, ich habe keine Ahnung, war uns aber auch gänzlich egal.

Die Hauptspeise für die Liebste war ein ausgelöstes Backhendl, 3 Stück mit schöner goldgelber Panier, das Fleisch sehr saftig. Dazu hatte sie einen Erdäpfel Salat, der mit roter Zwiebel und frischem Schnittlauch drüber auf den Tisch kam. Die Marinade sehr gut, für mich hätte sie etwas süßer sein können. Das extra bestellte Kernöl ging aufs Haus, das gefällt!

Ich hatte geschmorte Rindsbackerln mit Kräuter Eierschwammerl und Topfen-Serviettenknödel. Das Fleisch war wunderbar durchzogen und butterweich, mit einem top Saftl, sowohl optisch als auch geschmacklich. Die Schwammerlsauce ebenfalls sehr gelungen, sie hat sich auf charmante Art und Weise mit dem dunkelbraunen Saft vermischt. Die drei dünnen Scheiben Knödel waren schön fest, wie ich das mag, ein bis zwei mehr wären aber gut gewesen.

Fazit, Essen zwischen 4 und 5, die verstehen was von dem was sie machen, Ambiente ein Marktlokal wie ich es liebe und auch das Service einwandfrei.
Man wollte 120 Euro mit Maut von uns, die ich mit Plastikgeld gezahlt habe.

Es geht auch ohne die Küchenchefin, wenn die Mitarbeiter wissen was sie zu tun haben. Genau so soll es sein. Bravo!

Die Wahrscheinlichkeit, dass uns die WIRTSCHAFT AM MARKT bald wieder sieht ist sehr groß wie ich meinen. Hier fühlt man sich wohl und eine eigene kleine saubere Toilette haben sie auch..... :-))
Rindsschulterscherzl geschmort, top! - Wirtschaft am Markt - WienKalbswiener, feine Ware! - Wirtschaft am Markt - WienPala mit selbst gemachter Marillenmarmelade, grandios! - Wirtschaft am Markt - Wien
Hilfreich8Gefällt mir7Kommentieren
1 Kommentar
Besserwisser

Kann ich auch empfehlen, wir waren schon mehrmals dort.

19. Jul 2020, 14:16Gefällt mir3
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