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Fr, 14. Juni 2024

Steax am Heumarkt, Wien - Bewertung

am 31. Mai 2020
SpeisenAmbienteService
Die Wiener Reopening Woche endet HEUTE. Da gibt/gab es bei vielen der Lokale die „mitspielen“ ein 3 gängiges Menü um € 29,50. Einige wenige wollen 39,50 bzw. 49,50 dafür. Ist im Übrigen ganz ähnlich wie die Restaurantwoche Wien, die seit einigen Jahren immer im Frühjahr und Herbst stattfindet und sich großer Beliebtheit erfreut.

Also vor einiger Zeit bei den in Frage kommenden Wirten die Speisekarte dazu angesehen, beim STEAX im Dritten Hieb hängen geblieben und sofort online für Dienstag den 26.5.2020 um 18:00 einen Tisch reserviert.

Es gibt Beef Carpaccio mit Grana und Rucola, dann Medaillons vom argentinischen Rinderfilet mit hausgemachten Trüffelgnocchi und Fenchel-Orangen-Salat. Die Nachspeise ein Kokos-Grieß-Flammerie. Ja da ist uns dann gleich einmal das Wasser im Mund zusammengeronnen.

Die Anreise vom 8ten kommend erfolgte zu Fuß, wie in den letzten Wochen eigentlich immer und überall hin. Für die knapp 3 Kilometer haben wir etwas mehr als 30 Minuten benötigt. Das Lokal ist vis a vis vom Stadtpark, gleich neben der Münze Österreich, in 1030 Wien, Am Heumarkt 3.
Öffentlich kommt man sehr gut hin, ist doch der Bahnhof Wien Mitte-Landstraße recht nah, fast noch näher ist die U4 Station Stadtpark.

Rein mit Schwung in die Steakhütte, die wir bis dato nur vom Vorbeigehen kannten und nein dieses Lokal gefällt uns nicht so wirklich.....
Es ist recht dunkel, schweres Mobiliar, die Farben Schwarz, Braun und Dunkelgrün dominieren. Angenehm zu sitzen sind die Holz- Ledersessel mit Armlehne, wenig sympathisch die Tische mit gscheckerter Marmorplatte.
Der Raum selbst länglich mit Rundbögen, die Decke komisch grünlich ausgemalt und die eine oder andere Grünstaude steht herum. Nein hier haben wir uns nicht sonderlich wohl gefühlt und auch den Weg zu den sauberen Toiletten sollte man anschreiben und nicht die Gäste herumirren lassen.

Leider ist auch das Personal irgendwie eigen, vor allem der für uns zuständige Mitarbeiter. Er mimt einen Kellner für gehobene Gastronomie, was völlig in die Hose gegangen ist. Der junge Mann ist dabei steif, unrund und wenig aufmerksam, er ist zwar recht freundlich, das wars aber auch schon. Die anderen drei machten auf mich einen deutlich besseren Eindruck, mit denen hatten wir allerdings wenig zu tun.
Schade, mir ist irgendwie vorgekommen, als wolle er besonders gut sein, um ja keine schlechten Kritiken zu bekommen, zu der man vor der Buchungsplattform tags darauf eingeladen wird.

Abgesehen von der unterdurchschnittlichen Leistung finde ich auch, dass 4 Servicemitarbeiter für 26 Gäste in keiner Relation stehen. 30 würden derzeit Platz finden, wobei aber auch in Normalzeiten kaum mehr möglich ist.

Das erfreulichste des Abends war ganz sicherlich das Essen, nicht nur preislich, sondern auch mit der Qualität waren wir sehr zufrieden.

Zu Beginn das Carpaccio zart und weich, schön dünn geschnitten und nicht kalt, wie man das oft wo vorgesetzt bekommt. Der Grana würzig, und auch das Grünfutter, das ich normal nicht so brauche, hat hier sehr gut dazu gepasst, ebenso wie der Balsamico und die Pinienkerne, die wir beide sowieso sehr gerne mögen. Sehr ordentliche Vorspeise, die mit getoastetem Weißbrot und drüber etwas zerlassener Butter serviert wurde.

Der Hauptgang, ein kleines, überaus feines Rinderfilet, wobei das Fleisch sehr weich und etwas mürbe war. Nach der Garstufe wurden wir nicht gefragt, es wurde uns medium well serviert, was aber sehr gut gepasst hat. Warum das allerdings aus Argentinien sein muss weiß ich nicht.
Die Trüffelgnocchi dazu waren perfekt, nicht zu hart, nicht zu weich und höchst interessant fanden wir den Fenchel-Orangen Salat, hatten wir noch nicht, würde ich mir wahrscheinlich auch nicht bestellen, war aber irgendwie spannend der Geschmack.
Verfeinert war das Gericht mit ganz wenig einer Pfeffersauce und 3 Tupfen Erdbeermarmelade? Hätte es beides nicht gebraucht, war aber da.

Zur Nachspeise meinte meine Frau fad und schob mir ihre rüber. :-) Gries schmeckt halt nicht nach viel, aber der Kokosstreusel und die Orangensauce dazu, haben eine recht anständige Nachspeise daraus gemacht.

Noch ein Wort zu den Tellern, für mich grauenvoll!

Die Getränke, zu Beginn hatten wir zwei Glas Prosecco, ich glaube es war ein Villa Sandi. Sehr feine Ware, gut gekühlt und nachdem man das von unserem bestellten Wein noch nicht sagen konnte, lud man uns auf einen Zweiten ein. Nette Geste!
Wir hatten einen 2018ener Grünen Veltliner „Piri“ vom Nigl aus Senftenberg, der mit großem Eiskübel zum Tisch gebracht wurde. Die Riede verfolgt uns schon seit vielen Jahren, wir waren immer sehr zufrieden. Ein fruchtiger, etwas reiferer Weißer, mit schöner gelblicher Farbe und auch in der Nase hatte man so einiges. Dazu ein Krug Leitungswasser, für den man nichts zahlt.

Die Moral von der Geschicht, das Essen hat geschmeckt, sehr sogar, mit einem naja Ambiente und was "unseren" Mitarbeiter betrifft, einfach locker bleiben und nicht verstellen.
Die Rechnung über 100,-- Euro habe ich mit Kreditkarte gezahlt und wir sind doch etwas nachdenklich wieder nach Hause spaziert.
Medaillon vom Rinderfilet - Steax am Heumarkt - WienCarpaccio vom Rind - Steax am Heumarkt - WienKokos Grieß Flammerie - Steax am Heumarkt - Wien
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