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Do, 13. Juni 2024

Stadtbeisl, Scheibbs - Bewertung

am 3. August 2016
SpeisenAmbienteService
Der “Schwarze Elefant“ hat Ruhetag, „Teufl“ in Purgstall detto, das „Due Fratelli“ in Scheibbs gibt´s nicht mehr, das altehrwürdige „Hotel Hofmacher“ in Scheibbs ist auch Geschichte; ansonsten nur Burger, Pizza, Kebap und Asia Jumbo- „aber probier´n sie´s im Stadtbeisl; da isst man nicht schlecht“ so die Aussage eines Scheibbsers. Na gut; nur nicht schlecht zu essen war zwar nicht mein Ansinnen aber der Hunger quält.

Das Stadtbeisl: Bis 1995 präsentierte sich das Gasthaus als Restaurant „Allegro“, anschließend folgte die Pizzeria „Giovanni“ und die „Weinstube“.Im September 2011 eröffnen Hans Martin und Maria Hudl das „Scheibbser Stadtbeisl“. (Homepage©)

Die sechs Tische im kleiner Vorgarten sind um 19 Uhr besetzt; schaut recht nett aus: Werbeschirme, üppig blühender Oleander neben der wenig befahrenen Hauptstraße. Das Inneren des Lokales mit einigen, wenigen Tischen und drei Hochtischen präsentiert sich in buntem Stil- und Dekorationsmix siehe: Link, die Tische mit Salz und Pfeffermühle, Bierdeckeln und eine frische Rose. An den Wänden eine Vielzahl an Bildern und Dekorationsgegenständen, Schiefertafeln mit diversen Weinen ( leider ohne Jahrgang) Grana Padano-Empfehlung, Wein des Monats, …….. ; dezent gehaltene, mediterran angehauchte Musik; ja auch da ist´s durchaus hübsch, gefällig und stimmig.

Die Wirtsleut: Maria; nach eigenen Angaben gelernte Pädagogin, begnadete Mehlspeis- und Dessertköchin
Hans Martin: seit 1985 Wirt aus Leib und Seele; dessen Höhepunkt als Koch der Auftritt in der ORF-Sendung „Meisterkochen“ im Jahr 1991 war.

Speisenkarte/Angebot: Drei Seiten, präsentiert auf einem Clipboard: Auch da ein bunter „Beisl“mix: Antipasto misto, Crostini „Lardo“, Calamari fritti, Seesaiblingsfilet aus OÖ, Ladysteak bis Orig. Innviertler Grammelknöderl auf warmem Speckkrautsalat.
Das Mittagsangebot um die € 6,50:
Gebackene ausgelöste Maishendlkeule mit Erdäpfel-Vogerlsalat, Faschierter Braten mit Erdäpfelpüree und Salat, Tagliatelle "salmone" ….

Die Begrüßung kurz und bündig, die Speisekarte wurde gereicht und nach dem Getränkewunsch gefragt. Exakt 15 Minuten war der Zeitraum zwischen Betreten des Lokales und servieren des bestellten kleinen Stieglbier (€ 2,90), ebenso lange dauerte es bis die

Süßkartoffelsuppe – mit frischem Ingwer, Kokosmilch und Zitronengras verfeinert € 3,90, serviert im kleinen Rexglas serviert wurde.
Gut Ding braucht Weile- und es war mehr als Gut Ding. Eine ganz und gar köstliche Suppe: Hervorragende Balance zwischen Süße und Schärfe, nicht ganz fein passiert und in idealtypischer Konsistenz. Das dazu gereichte Sesamgrissini: Nett, leider gab´s kein Gebäck; resp. es war niemand zugegen dem man seinen Wunsch anvertrauen konnte. Und da scheint der wunde Punkt des Lokales zu sein: Der Service: Die Frau Wirtin ist Alleinunterhalter, ziemlich gestresst und dadurch gab´s nicht wirklichen Service: Gut; die Dame war immer flink unterwegs auch freundlich und höflich; die 4 besetzten Tische im Garten (ingesamt 14 Gäste) scheinen -nebst zwei weiteren Personen im Inneren des Lokales- zu (über)fordern.
10 Minuten das leere Suppenbehältnis und auch das leere Glas vor sich zu haben; nein das ist kein guter Service. Exakt 60 Minuten dauerte es bis ich die Möglichkeit hatte ein weiteres Getränk zu bestellen. Ja man könnte ja auch selbst was sagen oder darum bitten; ja : Könnte man…….

Der Sauvignon vom Wohlmuth kam gut temperiert im passenden Glas zu Tisch: Welcher (hat immerhin sieben verschiedene Sauvignons in seinem Portfolio) war ebenso wie der Jahrgang nicht bekannt; wäre doch nett wenn man den Wein direkt bei Tisch aus der Originalflasche einschenken würde…….
Während vom Nebentisch schon eine Haube vergeben wurde, wurde meine Hauptspeise serviert

Kalbsleber toskanische Art € 14,90: Ja und auch die wie die Suppe 1-Hauben-würdig. Großartig punktgenau gebraten, Innen noch ein zart rosa Kern, perfekt geputzt, ein aromendichtes, nur ganz leicht gebundenes Safterl mit reichlich Zwiebel- Sehr, sehr gut. Schade nur dass die dazu vorgesehene Polenta nicht mehr vorrätig war aber auch die als Alternative gereichten Rosmarinkartofferln waren ein passender Begleiter, Einziger Wermutstropfen. Das als Garnitur eingesetzte, gehackte Petersilgrün war einfach zu viel und verfälschte das Safterl zu sehr.

Toskanische Schokotarte mit Vanillesauce 5,20:

Die Tarte außen leicht kross, innen noch ein kleines bisschen cremig und nass - Tutti i grandi crostata. Wäre da nicht das „Beiwerk“ gewesen: Überschlagenes, in Richtung Butter tendierendes Schlagobers, eine einfache Packerl-Vanillesauce .
Den „Illy“ - in gewohnter Illyqualität- gibt’s nicht als macchiato; man hat keinen Milchschäumer; ob es „echte“ Milch gäbe müsse man erst eruieren….

Mit recht zweigeteilten Gefühlen – Sehr gute Küche und wenig begeisternder Service- verließ ich nach mehr als zwei Stunden und einer Konsumation von 34,90 (sehr wohlfeil!) das Lokal. Nicht ohne vorher festgestellt zu haben: Sowohl Seifen- als auch Papierspender in der Toilette leer. Irgendwie bezeichnend
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