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Sa, 22. Juni 2024

Schreiner’s Gastwirtschaft, Wien - Bewertung

am 28. Juli 2016
SpeisenAmbienteService
Vor kurzem habe ich in einer österreichischen Tageszeitung gelesen, dass es in SCHREINERS GASTWIRTSCHAFT den schönsten Gastgarten Wiens geben soll!? Und ich muss sagen es ist schon sehr nett im Hinterhof der Westbahnstraße 42, in Wien Neubau.

Vor einigen Tagen telefonisch einen Tisch für 4 reserviert, gibt es doch den Geburtstag einer sehr lieben Freundin zu feiern. Das Lokal war voll an diesem 26.7.2016, wobei aber im Idealfall nur Platz für etwa 40 Personen ist.

Wir sind vom 8ten kommend, mit der 5er Bim hingefahren, bei der Station Westbahnstraße ausgestiegen, kaum 100 Meter stadteinwärts ist auch schon der Wirt, gleich neben der Galerie Westlicht.
Man kann übrigens auch eines von fünf Zimmern mieten, was die 3 Asiaten, 3 Engländerinnen und 2 Amerikanerinnen, über eine namhafte Buchungsplattform scheinbar auch getan haben dürften. Sie waren augenscheinlich alle begeistert, von dem was sie da an Kulinarik vorgesetzt bekamen. Wir auch!

Wenn man in den Hof hineinkommt, dann fühlt man sich wie in einer anderen Welt, einige Bäume gibt‘s da, Kletterpflanzen und sonstige Grünstauden. Der Boden mit verschieden großen Steinen ausgelegt, die Sessel und Tische aus Metall / Holz mit Pölstern fürs weichere sitzen. Man fühlt sich sofort sowas von wohl und es ist auch sehr ruhig, von vorbei fahrenden Autos ist nichts zu hören.

Zwei sehr junge Kellnerinnen werken hier, die Chefin huscht hin und wieder vorbei und der Chef/Koch geht zu späterer Stunde durch und fragt ob denn e alles gepasst hätte. Die beiden Mädls super freundlich, erklären alles, fragen meist auch nach, sind weitgehend flott, manches steht etwa länger als nötig am Tisch, Wein wird auch zumeist nachgeschenkt, sehr anständige Serviceleistung, mit ein wenig Luft nach oben.

Das Gedeck bestand aus dem Körberl mit drei verschiedenen Brotsorten, alles frisch, dazu zwei Aufstriche, an die ich mich nicht mehr so recht erinnern kann.
Als Vorspeise hatten wir Grammelknödel mit Sauerkraut, sowie Tiroler Graukas mit viel Jungzwiebel, einigen kleinen Paradeisern, in einer Marinade aus Essig und Olivenöl, dazu Weißbrot. Die beiden kleinen Knödel recht fest, nicht zerkocht, mit gschmackiger Fülle, das Kraut dazu ein Graus, wie sagt man so schön, krampensauer, unserer Ansicht nach auch schlecht ausgewaschen. Auch die kommen leider nicht an die der Gerti Sodoma heran.
Köstlich dagegen der Kas, leicht rissig wie er sein soll, gelb weiß gefärbt, teils speckig, teils trocken, einfach herrlich. Der Zwiebel frisch, nicht zu scharf und auch die Marinade, obwohl etwas säuerlich, hat überzeugt. Wir fühlten uns kurz nach (Süd)Tirol versetzt.
Als Hauptspeise gabs für die Frau vom 331er :-) rote argentinische Garnelen (lt. Karte aus dem Südatlantik) mit viel gebratenem Knoblauch und Rosmarin. Das Ganze in einem Sud aus Olivenöl, wobei wir aber nicht wissen was da sonst noch drinnen war, aber es war köstlich. Die recht großen Viecher mit einem angenehmen Eigengeschmack und sie haben sich sehr gut aus der Schale lösen lassen. Ich selbst hatte ein Rib Eye Steak, das der Chef des Hauses, am Griller, im Hof, zubereitet hat. Dazu einen ebenfalls gegrillten halben Paradeiser, oben drauf ein Wachtelei und dazu leicht süßlich marinierten grünen Salat. Ich hatte es medium bestellt, so kam es auch. Das Fleisch sehr weich, das scharfe Messer ist ganz leicht durchgeglitten, leicht mürbe, mit schönen Grillspuren, der Fettanteil ausgewogen, drüber ganz wenig eines gelungen Saft, wobei der alles noch ein wenig harmonischer machte.
An einer der beiden Wände im Hof stehen zwei Marillenbäume, daher gibt es, solange der Vorrat reicht, Marillenknödel als Nachspeise. Ja ein Knödel bitte! Und es war großartig. Der Teig ein Gemisch aus Topfen und Erdäpfel, sehr weich, schon fast cremig, super flaumig, aber er zerfiel nicht, und auch die Frucht mit einer gewissen Süße. Dazu gab es phantastisches Marilleneis in einem separaten Schälchen und am Teller noch einiges an Marillenkompott. Einfach nur herrlich!

Auch unsere Freunde waren von der Kulinarik angetan. Sie hatte ein drei Gang Menü aus Vorspeise, weiß aber nicht mehr was, dann auch ein Rib Eye, sowie gemischten Käse. Beim ihm wars die Erdäpfel- Eierschwammerlsuppe, von der Tageskarte(tafel), danach eine gebratene Reinanke im Ganzen und als Nachspeise Powidltascherln.

Getrunken wurde auch sehr viel, aber der Abend war lang und es gab was zu feiern. Den Beginn machten 4 Frizzante aus der Wachau, dazu gabs automatisch Wiener Hochquelle, wurde übrigens immer wieder nachgebracht.
Die Weine des Abends waren ein kräftiger Grüner Veltliner Jungenberg, Jahrgang 2014, vom Weingut Uhler, aus 1190 Wien. Ein Flascherl Weissburgunder aus 2013, eines südsteirischen Winzers, auch sehr kräftig. Und dann noch zweimal ein roter Cuvee 2013, wieder vom Uhler, der sehr weich, kräftig, harmonisch und überaus fruchtig.
Irgendwann zwischendurch hatten wir drei top Espresso, richtig stark, sehr schöne Creme und schwarz wie die Nacht. Der Beste seit langem!

Alles in allem haben wir richtig gut gegessen in SCHREINERS GASTWIRTSCHAFT, mit der Ausnahme des grauslichen Sauerkrauts zu den 2 Grammelknödeln. Das Ambiente einfach nur schön und beim Service geht noch a bissl was. Ich habe mit Plastikgeld 370,-- Euro samt Trinkgeld gezahlt und wir sind sehr zufrieden wieder nach Hause geBIMelt.
argentinische Garnelen, köstlich - Schreiner’s Gastwirtschaft - WienRib Eye Steak, sehr gelungen - Schreiner’s Gastwirtschaft - WienGrammelknödel mit Sauerkraut, die Betonung liegt aus sauer..... - Schreiner’s Gastwirtschaft - Wien
Hilfreich12Gefällt mir7Kommentieren
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